Eisenbahn und Wasserleiche
28.01.2003
Pro:
die größte elektrische Eisenbahnanlage, die ich je gesehen habe
Kontra:
ein paar Züge mehr wären nett gewesen
Empfehlenswert:
Nein
 ophelie
Über sich:
Mitglied seit:10.06.2002
Erfahrungsberichte:7
Vertrauende:4
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Ich finde elektrische Spielzeugeisenbahnen eigentlich nicht so toll. Das ist etwas für Männer die sich das angeblich für ihre Kinder kaufen, die dann niemals damit spielen dürfen, weil sie doch nur alles kaputt machen. Dieses Miniatur-Wunderland in der Hamburger Speicherstadt ist aber schon einen Besuch wert, allein wegen des doch riesigen Umfanges. In der Anlage in Hamburg am Hafen, Kehrwieder 2 im vierten Stock(Fahrstuhl + behindertengerecht!)), werden auf rund fünf Kilometern Gleisanlagen etwa fünfzig technische Hingucker wie ein quirliger, bunter Jahrmarkt, oder ein voll funktionsfähiges Skigebiet mit vielen Liften geboten. Das gesamte, computergestützte Teil hat eine Flächenausdehnung von über 500 Quadratmetern und ist sehr phantasie-und liebevoll, aber auch realitätsnah von echten Eisenbahnfreaks gestaltet worden. Es gibt etwa 500 Züge und S-Bahnen mit insgesamt wohl siebentausend Waggons.
Leider hatte ich so einen echten Eisenbahnfreak von großer Kennerschaft bei mir, der mich sofort ungefragt darüber unterrichtete, wie furchtbar unrealistisch die ganze Geschichte doch sei. So würden sich auf den Gleisen Loks und Züge unterschiedlicher Epochen tummeln. Das stimmt auch tatsächlich, uralte Dampfloks teilten sich die Gleise mit hochmodernen E-Loks samt Oberleitung. Hat mir aber dennoch gefallen, auch wenn ich finde: Ein paar Züge mehr hätte man ruhig schon sehen können, so sehr viel war auf den Gleisen nicht zu sehen. Wirklich sehr schön fand ich die perfekt beleuchteten, fahrenden oder warnblinkenden Miniaturautos auf den Strassen. Stark beeindruckt hat mich das Gelände auch bei den halbstündlichen nächtlichen Bedingungen, die Lichteffekte der Einsatzfahrzeuge, des Stadions und des Hafens waren schon ziemlich umwerfend. Und irgendwo wird gerade unter Polizeieinsatz eine Wasserleiche geborgen... In den hinteren Räumen findet sich eine kleinere Eisenbahnanlage, die man wohl einem privaten Besitzer abgekauft hat, sie enthält alte Hamburger Gebäude und auch Straßenbahnen, sehr realistisch und toll anzusehen. Mittendrin sitzen die Mitarbeiter des Projektes und man kann ihnen bei der Arbeit, momentan der Fertigung amerikanischen Pampagrases für die neue Amerika-Anlage, über die Schulter sehen. Bemerkenswert, wie da mit Pinzette und Pinsel liebevoll und filigran gezirkelt wird. Nichts für Leute mit tattrigen Fingern.
Die gesamte Anlage soll 2,5 Millionen Euro gekostet haben, aber das bekommen die Betreiber mit 8 Euro Eintritt pro Erwachsenem angesichts des Andranges wohl bald wieder herein. Ansonsten wird auf Umwegrentabilität gesetzt, es gibt eine kleine Cafeteria mit moderaten Preisen für Getränke und mit Schinken oder Käse belegte Ciabatta-Brötchen. Außerdem werden diverse Zubehörteile für Eisenbahnfans angeboten, jedoch nicht so enorm günstig. Günstig gibt es im Moment Spielzeugautos der Firma Wiking und anderen, man hat wohl viel zu viele davon eingekauft. Die Preise liegen unter der Hälfte des normalen Ladenpreises, lohnt sich sicher für die Aufrüstung der heimischen Eisenbahn. Das Miniatur-Wunderland hat jeden Tag im Jahr geöffnet, an den Wochenenden ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen, sonst eher nicht. Parkplätze sind immer knapp, besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, die in unmittelbarer Nähe zur Verfügung stehen.
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17.05.2003 13:05
Ich war Ende März in Hamburg und habe die Gelegenheit gleich genutzt, mir das Miniatur Wunderland anzuschauen. Ich war begeistert, schon deshalb, weil während der kurzen Wartezeit kostenlos Marzipan und Getränke verteilt wurden. Mir ist egal, wie "realistisch" es ist, ich finde es einfach schön. Danke dir für deinen Bericht ... Rieke
02.02.2003 23:07
Das ist doch für Familien wunderbar, vor allem bei schlechtem Wetter.
01.02.2003 09:37
Ähm- ein günstiges vergnügen ist das ja nicht gerade...