Mietwagenrundreise USA - Mittlerer & Süd-Westen

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Mid and South West USA - ein Abenteuer

5  09.08.2011

Pro:
unglaubliche Naturlandschaften, tolles Flair, gut beschildert, gute Hotels

Kontra:
teures Obst und Gemüse, generell ist eine Reise dorthin nicht billig

Empfehlenswert: Ja 

sunflower76

Über sich: Zurück aus der Dom.Rep., schön war's! Ab jetzt wird wieder gelesen....

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Hallo meine Lieben,

wir sind zurück aus den USA und haben einiges erlebt. Bevor ich euch Berichte zu jedem einzelnen Thema zur Verfügung stelle, damit ihr Informationen besser und schneller findet, gibt es jetzt einmal einen Überblick über unsere

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****REISE DURCH DEN MITTLEREN UND SÜDWESTEN DER USA****
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Zwei Jahre Abstinenz für einen Süchtigen, das ist schon hart, aber irgendwie haben wir es doch geschafft, die insgesamt 22 Monate ohne USA zu überstehen. Aber schließlich wurde es Zeit und Ende Juni 2011 ging es zum nunmehr vierten Mal über den großen Teich in unser Lieblingsurlaubsland. Die Vorbereitungen für die Reise, die einen ganzen Monat dauern sollte, waren mühsam, vor allem, weil es großen Trubel rund um den Urlaub zwischen meinem Mann und dessen Firma gab.

****1. Tag: SCHWECHAT, Österreich / DENVER, Colorado****

Schlussendlich konnte aber alles geklärt werden und wir machten uns am frühen Morgen des 30. Junis auf in Richtung Flughafen WIEN. Meine Schwester brachte uns, wie die Male zuvor, nach Schwechat und parkte danach unser Auto wieder brav in der Garage zu Hause. Wir hatten zwei Koffer und zwei Taschen mit, die bis zum Rand vollgestopft waren und die wir in den folgenden Wochen das eine oder andere Mal verflucht hatten, aber daraus haben wir für die kommenden Urlaube auf jeden Fall gelernt.

Da wir vorab schon von Wien nach WASHINGTON D.C. eingecheckt hatten, ging in Wien alles reibungslos. Etwas Sorgen machte ich mir, dass wir von Washington bis Denver direkt in Washington einchecken mussten, aber jetzt wollten wir einfach mal rüber. Der erste Flug des Tages sollte mit der AUA und es ärgert mich immer, dass Austrian Airlines nur die Ostküste der USA anfliegt und es nicht bessere Direktverbindungen z.B. nach Las Vegas, Los Angeles oder San Francisco gibt. Aber egal, so musste es wieder Washington D.C. sein, der Flughafen, der damals vor nunmehr schon 6 Jahren unsere Koffer einbehalten und erst später nachgeliefert hat. Aber es gab einfach keine bessere und vor allem günstigere Verbindung und daher mussten wir hier in den sauren Apfel beißen. Als wir unsere Plätze bezogen fiel uns auf, dass unser Bordentertainmentbildschirm absolut nicht arbeitete. Die Stewardessen darauf angesprochen, meinten sie, sie werden das Programm „reseten“, wenn wir in der Luft sind. Der Ärger darüber währte aber nur kurz, denn wir wurden gefragt, ob wir zu den Sitzen zum Notausgang wechseln möchten. Das bedeutete nicht nur mehr Platz, sondern auch funktionierende Bildschirme. Dass unsere Kinder dadurch ein paar Reihen hinter meinem Mann und mir saßen, das war noch eine nicht ungünstige Draufgabe. Die Bildschirme in unserer ehemaligen Reihe haben übrigens die ganze Zeit nicht funktioniert, aber das sollte nicht mehr unser Problem sein.

Pünktlich kamen wir in Washington D.C. an und auch die Einreiseformalitäten waren schnell erledigt. Es gab nur einige wenige Fragen, z.B. wie oft wir schon da waren und wann das letzte Mal, aber alles ging recht zügig voran. Hier in den USA war alles einfach, Wien hingegen war dieses Mal der Hammer. "Bittte beweisen Sie, dass Sie wieder heimfliegen, wo werden Sie überall hinreisen, warum gerade 31 Tage, etc." Ja, wir kommen immer wieder gerne, aber wie Sie sehen, wir fahren auch immer wieder nach Hause. Egal, die Koffer warteten schon neben dem Fließband auf uns, also gepackt und mit ihnen durch den Zoll gegangen. Danach gab es ein weiteres Fließband, das dazu da war, die Koffer wieder für die Weiterreise aufzugeben. Ein Stoßgebet zum Himmel und rauf mit den Koffern auf das Band. Adios, ich hoffe, wir sehen uns wieder.

Danach fragte ich bei der Information, wo wir uns denn für den Weiterflug einchecken könnten und sie meinte, wir sollen direkt zum Gate gehen! Häh? Ich fragte noch einmal, aber sie sagte, wir sollen zum Gate gehen. Gut, das machten wir also und wirklich, seit unserem letzten Besuch dürfte das neu sein, denn man kann echt direkt beim zugewiesenen Gate einchecken. Lief also alles wie am Schnürchen. Die Wartezeit war nur kurz und bald saßen wir im Flieger, der uns nach Denver bringen sollte.

Der Flug dorthin war schwieriger, in Denver gab es einen "Thunderstorm" und so kreisten wir eine Stunde über Kansas City. Kansas City von oben - nicht interessant! Endlich in Denver gelandet, durften wir noch 30 Minuten irgendwo am Rollfeld warten, denn die Blitze verhinderten ein Anlegen. Dann ging das auch gut und wir waren auf dem Weg zum Förderband. Obwohl zuerst humpelte ich noch ziemlich, denn meine kleine Tochter hatte 4 Stunden auf meinem Fuß geschlafen, der dann natürlich gleich mit eingeschlafen ist. Dort trafen wir eine Frau, die den gleichen Weg von Wien nach Denver hatte wie wir und die uns in die richtige Richtung brachte. Danach kurzes Warten und dann waren sie da - unsere Koffer und Taschen - allesamt! JUHU!

Weiter zur Vermietstation, dreimal "No, thanks, we don't want any additionals" gesagt und wir konnten zur Speciality-Choiceline gehen, die aber keine war. Als erster stand da ein völlig hässlicher Jeep Patriot, ohne 4WD, den wollten wir nicht, also weiter zum nächsten und letzten Auto - und da ging die Sonne auf: ein strahlend weißer Toyota RAV4 stand da, mein absolutes Lieblingsauto, das uns schon 2009 viel Freude bereitet hat - mit 4 WD. Allrad war wichtig, denn wir planten einige leichtere und eine schwierigere Dirtroad zu fahren – klar darf man das nicht, aber „no risk – no fun“.

Denver lag um 21.00 Uhr abends schon im Tiefschlaf, so ein Dorf. Die Anfahrt war mehr als einfach, Hotel (Hampton Inn Downtown) gleich gefunden, Auto gegenüber geparkt, weil es günstiger war, als beim Hotel und in einen tiefen Schlaf gefallen.

****2. Tag: DENVER, Colorado****

Der Schlaf allerdings hielt nicht lange, denn um vier waren wir alle komplett munter. Bis halb sechs haben wir uns noch im Bett hin- und hergedreht, aber da war nichts mehr mit schlafen. Also standen wir auf, duschten und waren die ersten am Frühstückstisch. Schließlich wollte ich meinen heutigen Geburtstag genießen.

Zuerst ging es mal zum Safeway, dort hatte ich mir vor zwei Jahren eine Clubkarte gelöst und daher wollte ich dort einkaufen gehen. Eine Kühltasche und Verpflegung für die nächsten Tage musste her. In den USA ist es ja schwierig, Wasser mit Kohlensäure zu finden, Safeway hat es, aber 3 Liter kosten hier $ 5,-- (und zwar in Aktion!). Wahnsinn, aber was soll’s, wir haben eine Antipartie zu Natural Water und so wanderten gleich mal 9 Flaschen in den Einkaufswagen. Obst und Gemüse ist hier fürchterlich teuer, das hat sich nicht geändert in der letzten Zeit und auch die Kühltasche schlug ganz schön zu Buche, aber die ist einfach unverzichtbar. Nachdem wir also alles, was wir für die nächsten Tage so brauchten, gefunden hatten, bezahlten wir ($ 38,-- mit der Clubkarte sparend) und los ging’s zurück ins Hotel. Dort verstauten wir alles im Kühlschrank und danach machten wir uns auf in die Stadt.

Das Hotel lag super und wir konnten alles zu Fuß erreichen. Zuerst natürlich mussten wir das CAPITOL sehen, danach gingen wir eine großzügige Runde zum MUSEUM OF MODERN ART. Ich hätte es mir ja gerne angesehen, aber meine Kinder verweigerten das Museum, daher ging es weiter zum Haus „der unsinkbaren Molly Brown“. Denjenigen, die „Titanic“ gesehen haben, ist das sicher ein Begriff. Zuerst wollten wir eine Führung mitmachen, aber die nächste wäre erst in zwei Stunden gewesen und so lange wollten wir nicht warten. Also gingen wir weiter und beschlossen, in die „16TH STREET MALL“ zu laufen. Dort wurde zuerst einmal bei Mc Donald’s zu Mittag gegessen und danach überließen wir uns dem Shoppingvergnügen. Auf dieser Straße stehen überall Klaviere, die man benutzen kann und auf dem einen oder anderen wurde auch mal besser mal weniger gut gespielt.

Dann war noch immer Zeit und wir sind zum LAKESIDE AMUSEMENT PARK gefahren wegen der Kinder - ein blöder Fehler, denn abgesehen davon, dass uns das "old Flair" nicht zusagte, waren nur 15 Rides für kleine Mini-Kinder geöffnet. Die großen wurden erst am Abend aufgemacht, aber so lange wollten wir nicht warten. Also sind wir noch zum Skater Park gefahren und haben die großen und kleinen Artisten bewundert. Ein kleiner Spaziergang am Ufer des Platte Rivers am COMMONS PARK rundete den Tag ab und danach ging es wieder zurück ins Hotel.

****3. Tag: ROCKY MOUNTAINS NATIONAL PARK, Colorado****

Es stand die erste Wanderung des Urlaubs auf dem Programm, viele weitere sollten folgen. In aller Früh fuhren wir schon los zum ROCKY MOUNTAINS NATIONAL PARK. Wir nahmen den Shuttle zum BEAR LAKE und wollten die Wanderung Bear Lake - Nymph Lake - Dream Lake und Emerald Lake gehen. Sollte nicht schwer werden - theoretisch! Praktisch sah die Sache etwas anders aus, denn es lag noch massenhaft Schnee. Die Flip Flop und Sandalen Touristen gaben schon beim Nymph Lake auf, für die Trekkingschuhe war dann beim Dream Lake Schluss und zum Emerald Lake kam man nur mehr mit Wanderschuhen und am besten mit Stöcken. Zum Glück hatten wir beides und so machten wir uns auf den Weg, obwohl ich zwei-, dreimal schon ans Umdrehen dachte. Hier hieß es nämlich den besten Weg zum Ziel selbst suchen. Meine ältere Tochter ist einmal ausgerutscht und den Hang hinuntergesaust, da wurde uns – und auch dem Ehepaar, das etwas hinter uns ging - allen ganz anders. Aber sie konnte sich schließlich an einem Baum festhalten und alles ging gut. Endlich angekommen hat sich der Hike aber absolut ausgezahlt, unfassbar, wie atemberaubend schön die Rocky Mountains sind. Danach sind wir noch zu den Alberta Falls spaziert und schließlich noch den Scenic Drive abgefahren, aber da hat sich Stoßstange an Stoßstange gereiht und das war nicht mehr witzig.

Eigentlich wollten wir danach noch in ESTES PARK stehen bleiben, aber das war der absolute Supergau. Parkplatz war weit und breit nicht zu finden und alles war übersäht mit Leuten. Daher beschlossen wir, gleich weiter nach Fort Collins zu fahren, unserem Stopp für die heutige Nacht. Wir sind jetzt durch den Jetlag richtige "early birds" und versuchen, uns das auch zu behalten und spätestens um 6.00 Uhr aufzustehen - dann können wir rechtzeitig zu den schönsten Wanderwegen kommen.

****4. Tag: MOUNT RUSHMORE, South Dakota****

Heute sollte es zum ersten Highlight unserer Reise gehen, dem MOUNT RUSHMORE Noch bevor wir in unser Hotel in Custer fuhren, ging es weiter zu dieser Sehenswürdigkeit. Der Mount Rushmore, dessen Name auf den Anwalt Charles Rushmore zurückgeht, der damals die Goldschürfrechte des Berges besaß, liegt in den Black Hills in South Dakota. Auf dem Weg sahen wir nach das CRAZY HORSE MEMORIAL, ein Indianerkopf in Stein gehauen. Das Denkmal ist noch lange nicht fertig und ehe es das nicht ist, würde ich persönlich keinen Besuch empfehlen. Ich kenne Leute, die davon absolut begeistert waren, aber mir hat es gereicht, es von der Straße aus zu bewundern und mir den Eintritt zu sparen.

Der Parkplatz am Mount Rushmore war rammelvoll, aber dennoch war noch ein Plätzchen für uns frei und so bezahlten wir die $ 11,-- pro Auto und schon ging es in Richtung Visitor Center. Ich war schon sehr gespannt auf die Köpfe der Präsidenten – Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln (von links nach rechts) – weil es darüber ja unterschiedliche Meinungen gibt. Das Monument wurde durch John Gutzon de la Mothe Borglum zwischen 1927 und 1941 in den Granit gesprengt, gehauen und gemeißelt. Leider verstarb er, bevor er das Werk vollenden konnte. Im Grund war geplant, dass man die Statuen bis zur Hüfte meißelt, aber aus Geldmangel wurden sie Ende 1941 als vollendet erklärt.

Wir gingen also zuerst vorbei an der Avenue of the Flags zu der Aussichtsplattform und schossen die obligatorischen Bilder bevor wir uns aufmachten, den kleinen Weg, der einem näher zu den Köpfen führt, zu gehen. Der Trail ist gut angelegt und mit jeder Art von Schuhwerk begehbar. Ich würde euch empfehlen, das nicht auszulassen, denn ihr kommt an verschiedenen Schau- und Informationstafeln und auch einem Museum vorbei, an dem ihr viel über die Entstehung erfahren kann. So etwa ist hier vermerkt, dass immer rund 400 Arbeiter den Sommer hindurch an dem Kunstwerk arbeiteten, dass der Berg Schauplatz für diverse Spielfilme war und dass die Native Americans alles andere als begeistert waren von der Entweihung ihres Berges.

Während mein Mann und meine Kinder sich dann beim Eisgeschäft anstellten, um ein riesiges Eis zu holen, setzte ich mich auf eine Tribüne und schaute dem Spektakel zu. Irgendwie war die ganze Atmosphäre surreal, so oft sieht man das Monument irgendwo und auf einmal waren wir selbst da. Ich fand es auf jeden Fall sehr beeindruckend.

Mittlerweile war es schon ziemlich spät geworden und wir machten uns auf zurück zum Hotel, das wir die nächsten zwei Tage bewohnen wollten.

****5. Tag: CUSTER STATE PARK, South Dakota****

Heute ging es mal wieder früh los und um 7.30 Uhr waren wir schon unterwegs zum LITTLE DEVIL’S TOWER, da lag Custer noch im Tiefschlaf. Der Weg war angenehm, nur wer auf den Gipfel will, der muss kraxeln. Gut, also wurde gekraxelt und meine Kinder waren begeistert und meinten: "Wow, Mama, wer hätte je gedacht, dass du mal mit uns auf einen Felsenberg kraxelst!" Ich selbst ganz sicher auch nicht, bin aber sehr froh, dass das körperlich jetzt möglich ist. Die Aussicht war spitze und nach etwas mehr als zwei Stunden waren wieder am Parkplatz, da haben die anderen gerade mal begonnen. Irgendwie kam es uns aber spanisch vor, dass wir niemanden gesehen hatten, der Eintritt von uns verlangte, also sind wir noch einmal zurück zum Eingang gefahren und siehe da, da war jetzt tatsächlich ein Ranger und so durften wir nach Bezahlung von $ 15,-- für eine Woche, auch offiziell im State Park sein. Danach stand noch ein kürzerer Hike rund um den SYLVAN LAKE auf dem Plan und dann über den Needles Highway, inklusive des NEEDLES EYE, der WILDLIFE LOOP in der denkbar ungünstigsten Zeit für Tierbeobachtungen - nämlich mittags. Wir konnten gerade einmal einen Büffel, ein paar Bighorns und wilde Esel sehen, aber davon habe ich mir ehrlich gesagt mehr erwartet. Der Nachmittag fiel dann leider komplett ins Wasser. Geplant war, den FLINTSTONE AMUSEMENT PARK, der direkt gegenüber dem Hotel lag, zu besuchen, aber es schüttete unentwegt. Das einzige, was am Nachmittag noch passierte, war ein Feueralarm im Hotel, dem 100 % smoking-free Comfort Inn - irgendein Gast hat wohl heimlich im Zimmer geraucht! Das war vielleicht ein Auflauf und ein Megageräusch, das kann man auch im tiefsten Tiefschlaf nicht überhören.

Wie von Zauberhand klarte es aber dann kurz vor 20.00 Uhr auf und so machten wir uns doch noch einmal auf den Weg, schließlich sollte um 21.30 Uhr das große 4. Juli Feuerwerk stattfinden. Zuerst gingen wir noch zum Minigolfplatz, wo ich meine Familie ganz klar nach Punkten schlug, und dann in Richtung Stadt. Den Weg dorthin kannten wir bereits, denn am Tag zuvor haben wir uns am Dakotamart wieder mit Lebensmittel eingedeckt und so ging es die knapp eineinhalb Meilen in den kleinen Stadtkern. Das Feuerwerk ließ ganz schon auf sich warten und es wurde schon ziemlich kalt. Gerade, als wir knapp nach 22.00 Uhr beschlossen, zurück zu gehen, begann es dann doch und war wunderschön. Bei so einem 4. Juli – Feuerwerk entsteht ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl unter allen Zusehern. Mittlerweile ist es nun nach Miami und Los Angeles das dritte, das wir hier in den USA erleben und es ist immer wieder schön! Der Weg zurück zum Hotel zog sich ein wenig, schon alleine wegen der Kälte, aber zumindest haben wir wieder ein Highlight erlebt.

****6: Tag: DEADWOOD, South Dakota / DEVIL’S TOWER / CODY, Wyoming****

Auch an diesem Tag ging es wieder früh los, denn die längste Etappe unserer Reise stand uns bevor, die Fahrt nach Cody, an den Toren des Yellowstone National Parks. Zuvor wollte ich aber unbedingt noch im Westernstädtchen DEADWOOD vorbei schauen, weil ich in vielen Reiseberichten gelesen habe, dass es dort wunderschön sein soll. Gut, mir hat es gar nicht gefallen, vor allem verglichen damit, was wir auf der Reise noch alles sehen durften, aber für meinen Mann war es dennoch ein Highlight, denn in Deadwood gab es ein Harley Davidson Geschäft und davon träumte er schon die längste Zeit vor unserer Reise. Seit er sich vor zwei Jahren in der Harley Davidson Factory zu geizig war, um etwas zu kaufen nur um daraufhin feststellen zu müssen, dass es nirgends so billig ist wie dort, wollte er dieses Mal unbedingt etwas mit nach Hause nehmen. Nach etwa einer halben Stunde hat er sich dann auf meinen Rat hin für ein gelbes, total cooles T-Shirt entschieden, zu mehr konnte er sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht durchringen – aber es sollte nicht das letzte Harley Geschäft auf unserer Reise bleiben. Deadwood an sich mag vielleicht am Abend schön sein, am Sonntagmorgen hat es absolut nichts zu bieten.

Weiter ging es dann zum DEVIL’S TOWER. Wir haben zuvor viel hin und her überlegt, einige Möglichkeiten standen zur Auswahl, vor allem rund um Rapid City, aber der Devil’s Tower sagte uns am meisten zu. Der Teufelsberg ist ein Monolitz, der bei den Black Hills und den Bear Lodge Mountains in Wyoming liegt. Er hat eine Höhe von etwa 265 Metern und einen Durchmesser von fast 150 Metern und sieht nicht nur auf den ersten Blick gigantisch aus. Er entstand bei der Auffaltung der Rocky Mountains und der Black Hills und ist etwa 40 Millionen Jahre alt. Der Devil’s Tower ist aus Vulkangestein und die Magma in seinem Inneren kühlte mit der Zeit ab und hinterließ zahlreiche Säulen.

Neben Wanderern werden hier vor allem Kletterer angezogen, doch ohne Registrierung geht es nicht. Wir beschlossen, nur den Trail rund um den Teufelsberg zu gehen, der etwa 2 Meilen lang war, und danach am Fuße dieser Naturschönheit zu picknicken.

Danach folgte die wohl langweiligste und dennoch beeindruckende Fahrt nach CODY. Ich hatte ja keine Ahnung von Wyoming und dessen Weite, hier sieht man stundenlang kein einziges Haus. Wenn man da nicht rechtzeitig tankt, dann „Gute Nacht“.

Aufgrund der sich nie ändernden Umgebung zog sich die Fahrt ziemlich und es war schon verhältnismäßig spät, als wir in Cody ankamen. Wir wollten aber unbedingt das RODEO sehen. Zum Glück verkaufte unser Hotel, das Best Western, direkt die Tickets und nach einer kurzen Wegbeschreibung ging es auch schon los. Die Arena lag ein wenig außerhalb, aber wir haben sie dennoch ohne Probleme gefunden. „Cody Stampade“ nennt sich die Touristen Rodeoshow, die unfassbar viel Werbung enthielt, vor allem von Restaurants aus der Umgebung. Uns hat das Rodeo dennoch gefallen, denn es war das erste dieser Art, das wir je gesehen hatten, vor allem das Bullenreiten war sehr interessant. So verlebten wir wieder einen entspannten Abend und kamen

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Mietwagenrundreise USA - Mittlerer & Süd-Westen Rocky Mountains National Park
Rocky Mountains National Park
erst spät – nach einem Einkauf um 23.00 Uhr im Albertsons – zurück ins Hotel. Ich liebe diese langen Ladenöffnungszeiten.

****7. Tag: YELLOWSTONE NATIONAL PARK****

Die Fahrt zum YELLOWSTONE NATIONALPARK war kurz und angenehm. Wir kamen von der Ostseite und so sahen wir zuerst einmal den Lake Yellowstone, den wir aber für diesen Tag links liegen ließen, denn ich wollte eigentlich zur Canyon Village hinauf, um die 8 km lange Wanderung „Cascade Lake“ zu machen. Aber da hatte ich die Rechnung ohne die Schönheit der Natur davor gemacht und so war die Fahrt am MUD VULCANO mal unterbrochen. Zuvor allerdings gab es aber auch noch einen Stopp, denn in der Nähe der Straße war ein Bär auf der Suche nach Nahrungsmittel. Begeistert, unseren ersten Grizzlybären zu stehen, blieben wir natürlich stehen. Am Mud Vulcano nehmen uns einen Wanderführer, der nur 50 cent kostete, aus dem Behälter und marschierten los. Zum ersten Mal tauchten wir tiefer in den Yellowstone National Park ein und auch wenn der Schwefelgeruch manchmal ziemlich beißend war, waren wir allesamt begeistert. Hier bot die Natur wirklich etwas Atemberaubendes, etwas, das man mit eigenen Augen gesehen haben muss, denn weder Bilder noch Beschreibungen können dieser Schönheit gerecht werden.

Danach ging es weiter zu den LOWER AND UPPER FALLS und den Weg, den die meisten Touristen per Auto bewältigen, nämlich den zum ARTIST POINT, den gingen wir zu Fuß und konnten so einen viel besseren Blick über die Fälle, vor allem die unteren, erhaschen. Hier im Yellowstone National Park ist es so, dass sich die Leute rund um die Aussichtspunkte scharen, aber sobald man nur einen Teil eines Wanderweges geht, ist man so gut wie alleine – das ist uns hier das erste Mal aufgefallen und dieser Eindruck sollte sich in den nächsten Woche noch des Öfteren bestätigen.

Die Tower Falls im Bereich Tower – Roosevelt waren unser nächstes Ziel, doch die Kinder haben schon dermaßen gejammert, dass wir beschlossen, diesen Bereich auszulassen und gleich weiter nach MAMMOTH HOT SPRINGS zu fahren – um auf der Strecke dorthin die zweite Bärenbeobachtung zu machen. Das Areal rund um die Terrassen hat uns mehr als begeistert. Wir haben uns sowohl die Lower als auch die Upper Terrasse Area angesehen und konnten uns an den Formationen dort gar nicht satt sehen. Irgendwann begannen unsere Kinder dann wirklich zu streiken und weil noch viele Leute unterwegs waren, beschlossen mein Mann und ich, den Kindern die Erlaubnis zu geben, auf einer Bank auf uns zu warten, bis war auch wirklich den letzten Geysir und die letzte Terrasse besichtigt haben. Als wir schließlich zurück zum Auto kamen, war es schon ziemlich spät und so machten wir aus auf, um in unser Quartier für zwei Tage, der Old Faithful Snow Lodge, zu fahren – inklusive Bärenbeobachtung Nummer drei. Dorthin zu finden war gar nicht so einfach, irgendwann bin ich dann durch das Restaurant zur Rezeption, die am hinteren Teil des Gebäudes lag, aber schließlich haben wir doch alles gefunden. Das Zimmer war klein, aber gemütlich, doch zum großen Schock der Kinder gab es keinen Fernseher – was im Grunde aber völlig egal war, weil wir ohnehin von früh bis spät unterwegs waren. Den großen Vorteil der Lage des Hotels wollten wir außerdem nutzen, um die Eruption des OLD FAITHFUL öfter als einmal zu sehen und damit begannen wir gleich an diesem Abend. Der gute Geysir hatte fast 10 Minuten Verspätung, aber als es dann endlich losging, war es atemberaubend. So etwas bekommt man nicht so oft zu Gesicht und es ist schon etwas ganz Besonderes. Der Old Faithful ist dein düsenartiger Geysir und hat somit einen schmalen Wassertrahl, der aber bis zu 56 m hoch Wasser in die Luft schleudert. Heute kann man die Eruptionszeit ziemlich genau mit 90 Minuten berechnen. Sein Eruptionsverhalten ist unabhängig von den anderen Geysiren in der Umgebung, da er keine direkte Verbindung zu ihnen hat. Mittlerweile wurde es kalt und die Mücken waren unerträglich, daher machten wir uns auf den Weg zurück ins Hotel. Die Kinder überredeten uns zu einer Runde Skip Bo im Hotelfoyer und dann ging es bald darauf ins Bett, um für den nächsten Tag ausgeschlafen zu sein.

****8. Tag: YELLOWSTONE NATIONAL PARK****

Das Wetter war herrlich und da die Snow Lodge kein Frühstück anbot, aßen wir nur ein paar Müsliriegel und Joghurt, bevor der Tag begann, an dem wir die meisten Schritte des gesamten Urlaubs machen sollten. Alles begann damit, dass wir den Old Faithful heute bei hellem Tageslicht ausbrechen sehen wollten. Dieses Mal sah man die Wasserfontäne gar nicht richtig, denn es war windstill und so wurde der heiße Dampf, der zusätzlich zum Wasser aus dem Geysir kam, nicht weggeblasen. Dennoch war es wieder ein wunderbares Schauspiel. Danach machten wir uns auf den Weg über den GEYSIR HILL zum GRAND GEYSIRE und weiter zum MORNING GLORY POOL. Was wir auf dieser Strecke sahen, das ist unbeschreiblich. Geysire und Pools in allen Farben und Formen, in surreales Spektakel wird dem Besucher hier geboten, so etwas Schönes hatte ich zuvor noch nie gesehen und ich denke, das werde ich so schnell auch nicht. Wir beschlossen, beim Morning Glory Pool noch nicht Halt zu machen, sondern gleich weiter zum BISCUIT BASIN zu gehen. Gut, die Kinder waren nicht so begeistert, aber ich fand es klasse. Auf dem Weg dorthin trafen wir nur ein weiteres Ehepaar, das sich in umgekehrte Richtung zum bekannten Morning Glory Pool bewegte. Als wir zurück gingen, trafen wir sie wieder, sie fragten uns, ob wir etwas vergessen hätten und als wir antworteten, wir müssten wieder zurück zum Old Faithful, boten sie uns an, uns mit dem Auto zu bringen. Als ich verneinte mit der Begründung, wir gehen gerne, hättet ihr den Blick meiner älteren Tochter sehen sollen, der war dazu geeignet, mich zu durchbohren. Den ganzen Weg hinunter hat sie kein Wort mehr mit mir gesprochen.

Als wir schließlich zu Mittag, nach vier Stunden, wieder zurück waren, beschlossen wir, uns am LAKE YELLOWSTONE einen Picknickplatz zu suchen. Wir fanden einen großartigen, direkt am See gelegen, und im Laufe der Zeit wurden wir wirklich Profis im Suchen von ganz besonderen Plätzen für unser Mittag- bzw. Abendessen.

Völlig satt begaben wir uns dann zum PELICAN TRAIL, der bereits wieder ostauswärts lag. Hier waren wir mutterseelenalleine, kein anderer Wanderer war zu sehen und der Waldweg an sich nichts Besonderes, zumindest nicht am ersten Teil, danach ging es dem Pelican Creek entlang und das war schon sehr nett, wären nicht die vielen Gelsen und Mücken gewesen. Wir haben uns nur kurz am Ufer aufgehalten und fuhren dann wieder zurück zur Canyon Village Junction. Dazu ist zu sagen, dass der Yellowstone National Park eine Acht bildet, also zwei Schlaufen. Gestern sind wir einen Teil der äußeren Schlaufe gefahren, heute geht es quasi durch den Mittelstrich von der Canyon Village rüber zur Norris Area. Hier hieß es, das NORRIS GEYSIR BASIN zu entdecken. Die Wege waren recht überschaubar, aber da es schon späterer Nachmittag war, ließen wir uns nicht so viel Zeit, weil wir auch noch nach Madison wollten. Dort sind wir dann noch beide Wege abgelaufen, ein Weg schöner als der andere, auch wenn das heutige Highlight trotzdem der Vormittag war. Mittlerweile war es schon fast Abend und wir beschlossen, uns einen Platz für das Abendessen zu suchen. Entlang des FIREHOLD RIVERS fanden wir einen gemütlichen Platz, wo andere bereits ihre Angeln zum Fischen ausgeworfen hatten. Eigentlich wollten wir danach direkt zum Hotel fahren, doch auf dem Weg sprang uns noch das MIDWAY GEYSIRE BASIN und der FOUNTAIN PAINT POT ins Auge. Gut, da mussten wir trotz Gemaule der Kinder trotzdem noch einmal raus, hierher kommen wir nicht mehr so schnell, aber hier waren wir wie japanische Touristen, raus aus dem Auto, knipsen, rein ins Auto und weiter ging‘s. Als wir ins Hotel kamen, sahen wir, dass der Old Faithful in zehn Minuten ausbrechen sollte. Die Kinder verweigerten und so machten sich mein Mann und ich alleine auf den Weg, um das Spektakel noch einmal zu sehen.

Am Abend bemerkten wir, dass wir uns einen ganz schönen Sonnenbrand – und das trotz Sonnencreme – eingefangen hatten. Eigentlich dachten wir, dass es hier wohl am kältesten werden würde und dabei verlebten wir hier wunderbare Sonnen- und Sommertage. Einfach herrlich.
Der Yellowstone NP ist gut in Schuss, überall Picknick Areas und Sanitärmöglichkeiten. Kommentar meiner jüngeren Tochter: "Die ganzen Bumsklos gehen mir ganz schön auf die Nerven." ;-D

****9. Tag: GRAND TETON NATIONAL PARK, Wyoming ****

Nach einem spartanischen Frühstück ging es weiter zum Lake Yellowstone, um dort noch das Areal um den WEST THUMB und das GRANT VILLAGE zu erkunden. Wir waren wieder sehr früh da und es war bitterkalt, aber an einem der Pools trank ganz gemütlich eine Hirschkuh, das sah vielleicht großartig aus. Das West Thumb Areal ist eher klein und so waren wir schnell fertig und konnten uns auf den Weg zum GRAND TETON NATIONAL PARK machen. Hier sind wir ein paar Meilen den LAKE TRAIL gewandert, was vor allem den Kindern sehr gut gefallen hat. Wir rasteten am Ufer und die Kinder begannen mit Steine-Wettschießen, dem sich gleich andere Kinder anschlossen. Danach ging es vom Leigh Lake 2,9 Meilen hin zum JENNY LAKE OVERLOOK und die gleiche Strecke wieder zurück, traumhaft schön, kann ich euch sagen. Bei diesen Trails wundere ich mich immer, dass man höchstens einer Handvoll Leuten begegnet. Danach war es Zeit, um den Weg nach Jackson zu fahren, wo wir mit dem neu renovierten Motel 6 unsere Unterkunft gebucht hatten. Da uns die Stadt so gut gefallen hatte, beschlossen wir, noch einmal hinein zu fahren und dort eine Runde zu gehen. T-Shirts und Sweater wurden hier in fast allen Geschäften angeboten, auf einem stand „Never walk alone in Bearland – always bring someone to feed“ und das bekam mit der Tatsache, dass zwei Tage zuvor ein Wanderer von einem Bären im Yellowstone National Park getötet wurde, eine ganz gruselige Bedeutung. Jackson an sich ist ein tolles Westernstädtchen, gar kein Vergleich zu Deadwood. Hier gab es Shops, Souvenirläden, Straßenkünstler und in der Mitte der Stadt einen kleinen Park. Uns hat’s gefallen.

****10. Tag: SALT LAKE CITY, Utah****

Von Jetlag ist schon lange nichts mehr zu spüren und so fällt das frühe Aufstehen mittlerweile ziemlich schwer, muss aber dennoch sein. Die Kofferpackorgien in der Früh haben wir schon gut im Griff - innerhalb von einer Stunde schaffen wir es, das Hotel zu verlassen - wenn wir kein Frühstück inkludiert haben, sonst bekommt man meinen Göttergatten unter einer halben Stunde nicht dort weg. Für viele von euch ist das sicher lange, aber bei uns ist das schon superschnell. Wie schon von Beginn an vermutet, haben wir natürlich viel zu viel Gepäck.

Heute gab es zu Mittag zur Abwechslung mal Essen bei Dennys, aber da die Rechnung knapp $ 50,-- ausmachte, muss es die meiste Zeit einfach der Supermarkt sein. Heute wollten wir zum Walmart Supercenter, der musste aber wegen Stromausfall zusperren, der Taget tat's auch. Dass wir aber für unser sparkling water für einen Liter $ 1,79 bezahlen, das tut schon weh, wir mögen aber immer noch kein Natural.

Kurz nach Mittag sind wir dann im ANTELOPE ISLAND STATE PARK angekommen. Nachdem uns die Kassadame zuerst um $ 11,-- betrügen wollte und uns schließlich dankenswerterweise noch $ 10,-- gab, sind wir gut vorangekommen. Dort habe ich dann für mich etwas ganz Verrücktes gemacht. Wir sind in den SALT LAKE hineinspaziert, natürlich in Hosen -Shirts und nach einer Ewigkeit an Gehen kam mir der Gedanke, dass ich nie wieder die Gelegenheit bekommen werde, im Salzsee zu schwimmen. Also habe ich kurzerhand beschlossen, Hose und Shirt auf der Sandbank auszuziehen und in Unterhose und BH schwimmen zu gehen - ich, die seit drei Jahrzehnten konsequent Bikinis verweigert! Weder meine Kinder noch mein Mann konnten fassen, was sie da sahen, aber hey, wir sind in den USA, da braucht man keinen Luxusbody.

SALT LAKE CITY DOWNTOWN haben wir nur einen kurzen Besuch abgestattet, den TEMPLE SQUARE bewundert, die vielen Touristenführer ignoriert und dann zum CAPITOL hinausgeschlendert. Plötzlich wurde es überall dunkel und heftiger Wand kam auf und ein paar Tropfen waren zu spüren - natürlich war ich wieder die einzige, die sicherheitshalber eine Regenjacke dabei hatte, so habe ich mich mit den Kinder untergestellt und mein Mann ist mit meiner Jacke zum Hotel gelaufen und hat das Auto geholt - Regen ist natürlich die ganze Zeit keiner gekommen!

Unser Hotel hier ist der Hammer, das Hyatt Place Salt Lake City, hat uns Prepaid nur € 74,-- gekostet und wir haben eine riesige Suite mit mega LCD Fernseher, Wohnzimmer, Badezimmer und Workdesk. Frühstück ist auch inklusive. Also wenn jemand hier in SLC ein gutes Hotel sucht, das kann ich nur empfehlen! Meine Tochter hielt auch das schlechte Wetter nicht davon ab, am Abend noch das Pool zu testen. Bei uns müssen immer Hotels mit Pool sein, denn sonst wäre unser Kind einfach unerträglich. Die würde auch bei Donnerwetter, Hagel, Blitz ins Schwimmbad gehen.

****11. Tag: CAPITOL REEF NATIONAL PARK****

Von Beginn an wussten wir, dass wir für den CAPITOL REEF NATIONAL PARK wohl zu wenig Zeit hatten. Gleich am Vormittag ging es zu den TANKS, das bedeutete aber mal ziemlich viel Dirt Road fahren, bis man beim Startpunkt angekommen ist. Dennoch war es total interessant und auch das Wetter wurde langsam besser. Wir trafen eine amerikanische Familie und gingen viel des Weges gemeinsam. Der Mann war über den National Park gut informiert, zeigte uns dies und jenes, erzählte und von dem Verfahren, wie hier früher mit Pferdedieben umgegangen wurde und wär immer zu Späßen aufgelegt. Da er aber schon älter war, beschloss er, die letzte Strecke zu den Tanks, die ziemlich steil und nur durch Steintürmchen gekennzeichnet war zu lassen und zurückzukehren. Wir aber, mittlerweile bin sogar ich klettererprobt, sind hinauf und haben uns die wassergefüllten Steine angesehen. Drei andere Leute kamen nach uns auch noch an, doch als sie uns bei einem Wasserloch sitzen saßen, drehten sie gleich wieder um – schade, denn wir saßen beim ersten und die drei oder vier anderen haben sie dadurch gar nicht gesehen.

Danach war es wieder Zeit für ein lässiges Picknick, doch die Sonnenstrahlen verzogen sich schon wieder hinter die Wolken. Dennoch beschlossen wir, noch zur HICKMAN BRIDGE, einem Moderate-Wanderweg, zu fahren, eine Wanderung am Tag war dann doch wenig. Alles hat gut geklappt, aber genau, als wir bei der Bridge, die eher wie ein Arch aussah, waren, begann es zu blitzen und zu donnern. Also nichts wie weg von hier. Am letzten Teil der Straße trafen wir Wanderer, die jetzt erst hinauf wollten, das würde ich nie tun, aber bitte, jedem das seine. Leider haben wir es nicht mehr trocken zum Auto geschafft. Die letzten 100 Meter begann es so zu schütten, dass wir klatschnass wurden, da half die ganze Lauferei nichts mehr.

Den Abend verbrachten wir also notgedrungen im Hotel, das zum Glück einen Innenpool hatte.

****12. Tag: CATHEDRAL VALLEY / MOAB, Utah****

Heute sind wir einen Teil des CATHEDRAL VALLEY abgefahren bis zu den Tempeln der Sonne und des Mondes, aber das war schon nicht einfach, denn meiner älteren Tochter war die ganze Fahrt über schlecht und wir mussten immer mal wieder anhalten. Ins Cathedral Valley verirren sich nur selten Menschen, wir allerdings haben zwei andere Autos gesehen, was schon ziemlich gut ist, denke ich.

Danach sind wir ins GOBLIN VALLEY gedüst und haben uns direkt bei der Wanderung zwischen den Steinen mit einer deutschen Familie (so viele Deutsche wie dieses Jahr haben wir in den drei Urlauben zusammen davor nicht getroffen derart verquatscht, dass der Ranger dann meinte: "Little Wild Horse Canyon? - Not a good idea." Die Wolken waren auch schon dunkelgrau und daher nahmen wir den Rat gerne an, in einem Slot Canyon gefangen zu sein, das wollten wir dann doch nicht.

Auf dem Weg nach Moab machte ich dann meine erste Offroad Erfahrung. Wir fuhren nämlich zwecks Dinosaurier-Spurensuche in den MILL CANYON und dahin führte nur eine Dirtroad. Hätte mein Mann das vorher gewusst, er hätte mich ab dem Goblin Valley nicht ans Steuer gelassen. Erstens liebt er es, selbst offroad zu fahren und zweitens fühlt er sich nur sicher, wenn er und sonst niemand am Steuer sitzt. Egal, wir sind heil hin und heil zurückgekommen, die paar sandigen Passagen waren eher lustig statt anstrengend - nur meiner Tochter wurde bei der Offroad-Fahrt gleich wieder schlecht. Dafür hat ihnen der Trail besonders gut gefallen, ist auch gut für Kinder ausgelegt und fossile Dinosaurierknochen zu sehen, das passiert nicht alle Tage.

Bei strömendem Regen kamen wir dann in Moab an und wurden von einer Deutschen, die seit 18 Jahren in den USA lebt, gefragt, ob wir denn noch nie etwas von der Monsun-Zeit gehört hätten. Nein, haben wir nicht, als wir vor 4 Jahren hier waren, gab es in dem Gebiet nur strahlenden Sonnenschein, davon ist jetzt weit und breit nichts zu sehen und auch für die nächsten Tage hieß es, früh aufstehen, denn ab mittags muss man immer mit Schauer rechnen.

****13. Tag: MOAB, Utah****

Für diesen Tag war eigentlich ein großer Wandertag eingeplant. NEGRO BILL CANYON, FISHER TOWER und CORONA ARCH standen auf dem Plan. Fisher Towers buchstäblich ins Wasser gefallen, auf dem Weg zum Corona Arch hat es uns abgeregnet (ich verfluche meine Internetquelle, die sämtliche Wege mit "leicht" betitelt, die bei mir gerade noch als "moderate" durchgehen würden, Felsengekraxel ohne Ende, Göttergattens neues Hobby ist es Steintürme für Wanderer zu bauen, ohne die man hier ohnehin aufgeschmissen wäre), nur den Negro Bill Canyon zum Morning Glory Arch haben wir halbwegs trocken hinter uns gebracht - halbwegs, weil es insgesamt 18 Flussüberquerungen gab und die Steine ziemlich gewackelt haben. Aber die Kinder hatten ihren Spaß und das ist, denn sonst sudern sie eh nur die ganze Zeit.

Am Abend hat es dann aufgeklart und wir sind in die Stadt spaziert, ich glaube keines der Hotels war weiter draußen als unseres, das Sleep Inn. Vacancy war übrigens überall vorhanden, das verwundert mich, denn beim letzten Mal war alles ausgebucht.

In Moab befindet sich unser Lieblingssupermarkt in den USA, der City Market. Hier gibt es ein großartiges Salatbuffet und überhaupt alles, was das Herz begehrt, solange wir in Moab waren, fand man uns jeden Tag dort.


****14. Tag: MOAB, Utah****

Heute sind wir schon früh losgestartet, um für den DELICATE ARCH noch angenehme Temperaturen zu haben, schließlich sagte der Wetterbericht 93 °F voraus und heiter voraus – zumindest für den Vormittag. Um 8.30 Uhr war der Parkplatz schon gut gefüllt und es kamen auch schon wieder Leute runter. Die Wanderung war ganz in Ordnung, lustig fand ich, dass im unteren Teil noch fleißig gegrüßt wurde, je weiter nach oben man kam, umso ruhiger wurde es. Da rauf findet eine Massenwanderung statt - aber irgendwie kämpft sich doch jeder alleine hoch! Ich war sehr stolz darauf, hier hergekommen zu sein, als wir das letzte Mal da waren, schien das ganze noch ein unüberwindbares Hindernis zu sein, jetzt hier vor dem wohl bekanntesten Arch der Welt zu stehen, das war schon großartig.

Danach sind wir in den Devil's Garden gefahren und eigentlich wollten wir den Path bis zurück gehen, jetzt, wo wir geländetauglich sind, doch beim LANDSCAPE ARCH kamen schon wieder die gemeinen, dunklen Gewitterwolken und so beschlossen wir, besser wieder zurück zu gehen, was sich als eine gute Idee erwies, denn zurück beim Auto begann es schon zu tröpfeln. Ich wollte trotz Tropfen noch zum BROKEN ARCH weil ich den beim letzten Mal auch verweigert hatte, aber weiter als bis zum Sand Dune Arch sind wir nicht gekommen, da hat es dann wirklich geschüttet und eine ganze Stunde nicht mehr aufgehört.

Wir sind dann zurück ins Hotel und als es endlich wieder schöner wurde, habe ich mal den Pool getestet. Am Abend ging es wieder in die Stadt, dort haben wir ein Westernfoto von uns machen lassen, das wollte ich schon ewig mal tun und hier ist es viel billiger als in Österreich.

Neue Meldung meiner jüngeren Tochter auf dem Weg zum Delicate Arch: "Mama, wann sind wir endlich bei diesem Arsch?"

****15. Tag: MONUMENT VALLEY****

Der Tag im MONUMENT VALLEY war strahlend schön, das Zimmer im View wunderbar, der Preis allerdings der Hammer. Dennoch, ich würde jedem empfehlen, dass er sich im The View einbucht, wenn er das Monument Valley besucht, es liegt einfach grandios. Sonnenuntergang und -aufgang sind toll anzusehen. Wirklich anstrengend war der Wildcat Trail, und zwar nicht wegen der Länge, es waren nur 3,2 Meilen, und auch nicht wegen der Schwierigkeit (easy - moderate - strenous, alles war dabei), sondern wegen der extremen Hitze (ja, ich weiß, ich wollte ja immer schönes Wetter) und der sich nicht ändern wollenden Szenerie. So haben wir für die nicht mal 6 Kilometer eindreiviertel Stunden gebraucht - und jede einzelne Minute sind wir niemandem begegnet, aber daran sind wir mittlerweile ja gewöhnt. Danach gab es noch eine Dirtroad Runde und dann hieß es gemütlich am Balkon Abend essen – vor einer wirklich atemberaubend schönen Kulisse.

Danach ging es noch ein wenig ins Visitor Center und den Souvenirshop. Hier habe ich für meine Bezugskinder in der Arbeit nach kleinen Präsenten gesucht, aber nichts Passendes gefunden. Etwas für Teenager auszusuchen ist wirklich ein schwieriges Unterfangen.

****16. Tag: PAGE, Arizona****

An diesem Tag sind wir mal länger liegengeblieben - also zuerst um 6 auf wegen Sonnenaufgang, dann erst um 9 wegen Ausschlafen - und dann ging es ab nach Page. Zuerst fuhren wir zur Paria Contact Station, um die CBS Permits zurückzugeben und zu schauen, was wir sonst noch machen konnten. Geplant war eigentlich, die Coyotte Buttes South zu besuchen, nachdem wir für die Coyotte Buttes North, die mittlerweile sehr bekannte Wave, keine Permits bekommen hatten. Nachdem wir allerdings Tage zuvor von dem schwierigen Unterfangen der Fahrt durch eine Kollegin erfahren hatten, beschlossen wir, das Wagnis nicht einzugehen und unsere Permits jemand anderem zur Verfügung zu stellen. Irgendwie hatte ich die wahnwitzige Hoffnung, dass heute niemand bei der Verlosung war und wir doch noch Wave Permits bekommen - wahnwitzig, weil 34 Leute in der Früh da waren. Dann wurde uns von den drei Deutschen erzählt, die vor einigen Tagen steckengeblieben sind und "gerettet" werden mussten und es daher eine gute Idee sei, derzeit nicht hineinzufahren, weil es im Bryce Canyon geregnet hatte und das Wasser sich jetzt bis in die Gegend vorgeschlagen hatte. Gestern haben schon zwei Franzosen beschlossen, aufgrund des Erlebnisses der "three German folks" besser nicht hinunter zu fahren. Die Dame auf der Contact Station war total überrascht, dass wir das schon wussten und gleich mehr erzählen konnten, als sie.

Danach sind wir dann zu den TOADSTOOL HOODOOS gewandert, aber so sehr wir auch suchten, wir fanden keinen Weg auf das Plateau, es dürfte linker Hand mal einen gegeben haben, aber wenn man den Weg dorthin folgt, steht man auf einmal vor einem Abgrund, darunter liegt viel Geröll, daher denke ich, dass der eventuell weggebrochen ist.

Danach fuhren wir dann in die GLAN CANYON RECREATION AREA und stellten erfreut fest, dass hier der National Parkpass funktioniert. Eigentlich wollten wir nur beim See picknicken, doch die Kinder wollten unbedingt zum Strand, und da wir ihre jungen Knochen die letzten beiden Wochen ohnehin schon geschunden hatten und auch der nächste Tag Anstrengung versprach, haben wir den Tag am Strand ausklingen lassen. Ich bin ziemlich weit rausgeschwommen - bis zu den Hausbooten - und hatte zurück ziemlich zu kämpfen, weil die Wellen durch die vielen vorbeifahrenden Schnellboote auf einmal sehr intensiv wurden, aber zum Glück schwimme ich zu Hause sehr oft und konnte am Rückweg gleich auch noch unseren Wasserball retten, der den Kindern und meinem Mann beim Spielen davon geweht ist.

Abends waren wir dann noch im Safeway einkaufen und mit der Kundenkarte haben wir heute unglaubliche $ 39,-- gespart. Wer so wie wir viel in Supermärkten unterwegs ist, dem kann ich das nur empfehlen, es zahlt sich auf alle Fälle aus.

****17. Tag: PAGE, Arizona****

Die Dame auf der Contact Station hat uns für den WIRE PASS gut zugeredet (so nah an der Wave und doch so fern!) uns aber auch auf ein großes Hindernis hingewiesen - großer Felsen an einer engen Stelle - zusammensuchen von Steinen wäre ein guter Tipp. Nur, wie sucht man Steine zusammen, wenn man für einen Treppenbau mal hinunter muss? Gar nicht, daher ist mein Göttergatte mal hinuntergesprungen und hat mir mit der Räuberleiter runtergeholfen. Kurze Zeit später aber das nächste Problem, die letzte Flash Flood hat einen riesigen Baumstamm in eine Enge gekeilt, ein Durchkommen fast nicht möglich, Fußspuren dahinter waren keine zu sehen. Wieder wusste Göttergatte Rat und zog und zerrte gute zehn Minuten so lange an dem Baumstamm, dass wir uns rechts irgendwie vorbeischieben konnten. Danach sicherte er ihn gleich mit Steinen für die nachfolgenden Wanderer. Die drei Slot Canyons am Weg waren toll, aber das reichte uns noch nicht uns so gingen wir den Buckskin Gulch weiter. Linker Hand ging es auch ganz lange, bis Wasser den Weg versperrte, dann gingen wir zurück und in die andere Richtung, doch da war das Wasser dann gleich da. Gott, hier möchte ich nicht sein, wenn eine Flash Flood durchrauscht. Zurück baute mein Mann beim oben genannten Megastein (beim Rückweg klopfte mein Herz ganz schön, weil ich nicht wusste, wie ich da wieder rauskommen sollte, also ging ein Stoßgebet Richtung Himmel) eine schöne Treppe für mich, einmal am Hintern angeschoben und schon war ich oben, da war ich dann selbst überrascht, wie leicht das ging.

Danach ging es zum Picknick zum Lake Powell, später war eine Wanderung zu den HANGING GARDENS angesagt. Das war dann bei 100° F so anstrengend, dass ich mir beim Rückweg dachte, ob wir noch ganz richtig im Kopf waren, im Urlaub bei so einem Wetter, Pool und See in greifbarer Nähe, solche Wanderungen zu machen. Daher habe ich die Horseshoe Bend auf den nächsten Tag verschoben und ab ging es zum Schwimmen. Am Abend sind wir dann in Page noch eine Stunde herumgegangen, aber irgendwie habe ich die Stadt schöner in Erinnerung, hier fehlt so ein richtiger Stadtkern.

****18. Tag: PAGE, Arizona****

Am letzten Tag in Page waren wir in LEES FERRY und wollten den Cathedral Wash hinuntergehen bis zum Colorado River. Das erste Hindernis kam ziemlich schnell, denn eine Wasserlache versperrte uns den Weg. Gut, also wieder große Steine herangeschafft und so viele in den Wash geschmissen, bis wir so halbwegs trockenen Fußes hinüber schreiten konnten. Danach ging es über kleinere Hindernisse hinweg, bis wir vor einem ganz großen standen, einer riesigen Kluft, die zu überwinden ich mir einfach nicht zugetraut habe, da wären vor allem beim Raufkraxeln wirklich gute Kletterkenntnisse erforderlich gewesen und darüber verfüge ich nun wirklich nicht. Also mussten wir kurz vor dem Ziel umdrehen, was schon ärgerlich, aber nicht zu ändern war. Danach ging es den RIVER TRAIL entlang und während des Wanderns haben wir immer den vielen Touristen in den Ausflugsbooten zugewinkt. Den Abschluss machte dann die HORSESHOE BEND die sich in den letzten Jahren zu einem richtigen Magneten gemausert hat. Als wir 2007 hier waren, waren außer uns höchstens noch 10 Leute da, jetzt waren es unzählige, davon zwei Reisebusse. Heute kann man die Abbiegung zum Parkplatz gar nicht mehr verfehlen – in Wahrheit kommt man zum Parkplatz gar nicht mehr, man muss eh schon auf der Straße parken. Unser Strandaufenthalt wurde dann durch einen massiven Regenguss vereitelt, daher ging es recht früh ins Butterfield Restaurants, um Steaks zu essen. Wirklich satt sind wir alle nicht geworden, allerdings war es sehr lecker, die Preise jedoch wirklich gesalzen. Egal, mein Mann wollte Steak, also bekam er Steak, wenn auch nur ein einziges Mal im Urlaub.

****19. Tag: ZION NATIONAL PARK, Utah****

Tag 19 und der Wecker klingelte schon um 6.00 Uhr, denn wir wollten den nicht unbeachtlichen Umweg zum NORTH RIM des GRAND CANYONS machen. Ich konnte mich bei der Planung einfach nicht an den Gedanken gewöhnen, so nah am Grand Canyon zu sein und ihn nicht zu sehen, schließlich war es das Schönste, das wir 2007 gesehen hatten. Daher musste die Zusatzzeit einfach eingeplant werden. Zwei Stunden Weg und es regnete immerzu, doch eine halbe Stunde vor dem Ziel machte der Himmel plötzlich auf und ließ doch noch Sonne durch. Ein bisschen zu den Aussichtspunkten wandern und dann ging es auch schon weiter zum Zion National Park. Dennoch waren wir froh, wieder hier gewesen zu sein, denn der Grand Canyon hat nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Im Zion National Park war unser erster Stopp der CANYON OVERLOOK TRAIL, der wirklich cool ist. Der Ausblick ist einfach gigantisch, der Weg zwar ziemlich bergauf, aber eigentlich leicht überwindbar. Dann hieß es, Auto parken und mit dem Shuttel in den Park hinein zu fahren. Wir fuhren ganz bis zum Schluss durch und gingen zum RIVERSIDE WALK. Die Kinder bestehen natürlich darauf, das nächste Mal die NARROWS zu erleben, denn das Flusswandern, das hätte ihnen natürlich gefallen – mir irgendwie nicht so.

Den späten Nachmittag verbrachten wir wieder einmal beim Pool, danach ging es mit dem kostenlosen Shuttle, den es auch in Springdale gibt, zum Anfang der Stadt und danach zu Fuß zum Hotel zurück. Sogar die Kinder gingen dieses Mal ohne Maulen mit, schließlich haben sie bei der Herfahrt das eine oder andere interessante Geschäft entdeckt. Die günstigen Ladenöffnungszeiten hier haben einigen Ladenbesitzern ein paar Dollars von uns eingebracht.

****20. Tag: ZION NATIONAL PARK, Utah / LAS VEGAS, Nevada****

Wir beschlossen, am Morgen noch einmal mit dem Shuttle in den Park zu fahren und über die GHROTTO zu den EMERALD POOLS zu wandern. Die Kinder waren guten Mutes, denn heute soll es der letzte Tag sein, an dem gewandert wird. Fast drei Wochen waren wir jetzt fast ununterbrochen auf den Beinen, aber dieser Tag soll die letzte wirkliche Anstrengung werden. Zu Mittag verließen wir den Zion Nationalpark und nach etwa zwei Stunden erreichten wir das VALLEY OF FIRE. Dort war es schon extrem heiß und wir beschlossen, nur einen kurzen Trail zum Mouse Tank zu machen. Zu motiviert waren wir alle nicht mehr. Im Valley of Fire war es ein wenig gruselig, da haben zwei Frauen einen Mann gesucht, wir haben dann ein wenig mitgeschaut, aber sie wollten die Hilfe nicht wirklich annehmen, obwohl sie schon komplett verzweifelt waren. Naja, das Visitor Center war nicht weit, eine andere Familie war auch noch bei dem Mouse Tank wandern und daher sind wir dann schweren Herzens gefahren. Hoffentlich ist alles gut ausgegangen.

LAS VEGAS hat uns mit glühender Hitze empfangen und strahlendem Wetter. Hier gab es dann auch das erste und einzige Mal Probleme mit dem Hotel – dem Mandalay Bay, das unsere Buchung einfach nicht finden konnte. Es dauerte fast eine Stunde, bis klar wurde, dass die Buchung auf den Namen unserer jüngeren Tochter gebucht war, dann aber nicht weitergeleitet wurde, weil es ein Kind war – zu Hause hat man aber schon brav alles von der Kreditkarte abgebucht. Egal, schließlich hat man uns doch gefunden und wir konnten in unser großes Zimmer im 24. Stock einziehen – mit Blick auf die riesige Poolanlage auf der einen Seite und den Flughafen auf der anderen Seite. Wir beschlossen, heute noch ins SHARK REEF zu gehen und uns ein Dreifachticket (Shark Reef / Titanic Ausstellung / Secret Garden) zu kaufen, damit wir in Las Vegas einiges erleben konnten. Das Shark Reef im Mandalay Bay war allerdings enttäuschend und das schlechtere Aquarium von vieren, die wir auf der Reise gesehen hatten. Für das, was das Shark Reef kostet, bietet es eigentlich sehr wenig, denn die Räumlichkeiten sind doch eher wenig.

Klar sind wir am Abend noch eine Weile den Strip hinaufgewandert und haben bei den BELLAGIO FOUNTAINS angehalten. Beim Rückweg musste noch ein Abstecher zum riesigen M & M Laden in der Nähe des MGMs gemacht werden und dann war es schließlich so spät, dass wir die letzte Tram vom Excalibur zum Mandalay Bay um zehn Minuten versäumten und auch die restlichen Meter zum Hotel noch hinunterwandern mussten.

****21. Tag: LAS VEGAS, Nevada****

Jetzt sollte es den ultimativen Entspannungstag geben. Wir haben mal lange ausgeschlafen und sind dann gegen 10.15 Uhr zum Buffet des Hotels gegangen. Dort haben wir einen Klassenkameraden meiner Tochter getroffen, ist das nicht Wahnsinn? Die waren zur absolut gleichen Zeit im gleichen Hotel, das ist doch wirklich Zufall. Das Frühstücksbuffet kann ich euch wärmstens empfehlen. Wir sind so lange gesessen, dass wir auch das Mittagsbuffet noch hätten nutzen können, doch leider war absolut kein freies Plätzchen mehr im Magen übrig. Wir haben leider noch nicht viele Buffets in Las Vegas testen können, aber das hier passt auf jeden Fall.

Danach ging es zur TITANIC Ausstellung und da mich dieses Schiffsunglück seit jeher fasziniert (irgendwie morbid, ich weiß), war es für mich großartig, die ganzen Artefakte zu sehen. Highlight war „the big piece“, ein Teil der Original Titanic, das gehoben wurde. Am Eingang bekommt man ein Ticket von einem Passagier und man soll herausfinden, was mit ihm passiert ist. So geht man auch auf Schnitzeljagd und das hat vor allem den Kindern gut gefallen. Die Titanic Ausstellung gibt es übrigens im Luxor, sicher auch noch für die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.

Mittlerweile rief der Pool schon so laut, dass wir uns auf den Weg machten, um die großartige Beckenlandschaft des Mandalay Bays zu erleben, schließlich war diese der Grund, warum wir uns für dieses Hotel entschieden, obwohl es doch schon etwas weiter weg vom Schuss lag. Der Tag verging schnell und am Abend machten wir uns auf, um eine Bekannte zu treffen und mit ihr und ihrer Familie die PIRATENSHOW vor dem Treasure Island zu bestaunen. Danach ging es in die Show Case zum Abendessen. Es war ein lustiger Abend und vor allem war es großartig, auch mal wieder in unserer Landessprache, also Österreichisch samt Dialekt, sprechen zu können nach den vielen deutschen Leuten, die wir hier schon getroffen haben.

Zusammen sahen wir dann noch die VULCANO Show vor dem Mirage und danach beschlossen wir, noch ins Bellagio zu schauen, um dort den botanischen Garten zu bewundern. Erst knapp vor Mitternacht, nach einem neuerlichen Stopp beim M & M Laden und dem Coca Cola Store, ging es wieder einmal zu Fuß zurück zum Hotel.

****22. Tag: LAS VEGAS, Nevada****

Vor vielen Monaten hatte ich bereits einen Besuch im NEON MUSEUM gebucht, das nächstes Jahr für die breite Öffentlichkeit geöffnet werden soll. Ich fand die Fotos von den alten Neonwerbungen, die niemand mehr brauchen konnte, so großartig, dass ich mir den „Friedhof der Schilder“ unbedingt ansehen wollte. Also ging es den ganzen Strip hinauf zum Downtown Las Vegas, vorbei an den lustigen Wedding Chapels. Die Graceland Capel hat mich so begeistert, dass ich kurzerhand beschloss, wenn ich meine Silberhochzeit feiere (schließlich schon in 9 Jahre, puh), dann kann es nur in dieser kleinen Kapelle sein. Meinem Mann ist alles recht, solange es in Las Vegas ist, am besten reserviere ich also gleich mal einen Termin!

Das Neon Museum war wie erwartet total interessant und man merkte auch, dass unser Guide absolut begeistert war von seinem Job. Hier haben wir die besten Fotos geschossen – meiner Meinung nach.

Danach ging es in die FREEMONT STREET um die alten Hotels, wie z.B. das Golden Nugget, anzusehen. Dort haben meine Kinder und ich uns Henna Tattoos machen lassen, die aber doch ziemlich kostenintensiv waren. Meines allerdings hält bis heute – vier Wochen später.

Bei der Rückfahrt blieben wir noch im SECRET GARDEN von Siegfried & Roy stehen, aber der war eine große Enttäuschung, das einzige Highlight war ein kleiner Delfin, der mit seinen Eltern die Runden im Pool drehten, den Tigergehegen fehlte die Liebe und generell war es wenig inspirierend. Schade um das Geld, aber jetzt wissen wir das auch.

Bevor es wieder zum Pool ging, machten wir uns noch auf den Weg zum Half Price Ticket Office, um für den Abend günstigere Karten für „Ká“, der CIRQUE DU SOLEIL Show im MGM, zu besorgen. „O“ wäre mir noch lieber gewesen, aber die werden nicht billiger angeboten. Vielleicht beim nächsten Mal.

Die Show begann um 20.30 Uhr und daher wollten wir zuvor noch zum Buffet ins Paris, weil wir davon sehr gute Kritiken gelesen hatten. Aber offensichtlich nicht nur wir, denn die Schlange der Leute, die darauf warteten „geseated“ zu werden, war irre lang. Als dann auch nach fünfzehn Minuten absolut nichts weiterging, beschlossen wir, zurück zu gehen und im MGM, dem Hotel, in dem wir vor vier Jahren Gast waren, zu speisen. Das war dann eine viel bessere Idee und das Buffet war auch wirklich lecker – zum Missfallen der Kinder gab es allerdings keine Pommes, daher mussten sie sich gleich von vorne herein über die diversen Nachspeisen hermachen.

Gut eineinviertel Stunden saßen wir beim Abendessen, danach ging es zur Show, die wirklich sehenswert war. Unglaublich, wozu Leute im Stande sind. „Ká“ läuft schon lange sehr erfolgreich in Las Vegas und auch an diesem Tag war das Theater gut gefüllt, wenn auch nicht ausverkauft.

Wieder waren wir natürlich zu spät für die Tram und so ging es am dritten Abend in Folge zu Fuß ins Mandalay Bay.

****23. Tag: SAN DIEGO, Kalifornien****

Der Abschied von Las Vegas fiel uns sehr schwer, aber es war gut, dass wir Land gewannen, denn unsere Geldbörse verträgt weitere Tage in der Glitzerstadt nicht. Obwohl wir nicht gespielt hatten – abgesehen von einem Dollar, den mein Mann in eine Slot Maschine war – haben wir Unsummen bei Tickets und Buffets ausgegeben.

Die Anfahrt heute nach San Diego war ganz schön anstrengend, Freitagnachmittag ist wohl nicht der beste Reisetag, aber schlussendlich sind wir doch gut angekommen. Auf dem Weg dorthin wollte ich unbedingt noch in der CALICO GHOST TOWN stehen bleiben, weil ich damals von der Bodie Ghost Town in der Nähe des Mono Lakes so begeistert war. Doch Bodie ist meiner Ansicht nach mit Calico gar nicht zu vergleichen, Calico ist eine Touristenfalle – und die Busse fallen hier wirklich regelrecht ein. Jedes Haus beinhaltet einen Laden oder ein Restaurants, über das Leben hier von damals erfährt man so gut wie gar nichts und für kleine Vergnügungen, wie eine Bimmelzugfahrt, muss man natürlich extra bezahlen – nicht mit mir! Diese Abzocke finde ich grässlich und ich erachte es für meine Pflicht, Leute davor zu warnen. Vielleicht ist es interessant, wenn man zuvor noch keine Ghost Town gesehen hat, aber nicht einmal das glaube ich.

In San Diego bleibt uns am Abend nichts mehr zu tun, als einkaufen und schlafen zu gehen, was aber auch nicht schadete, denn der nächste Tag sollte wieder anstrengend werden.

****24. Tag: SAN DIEGO, Kalifornien****

Gleich am frühen Morgen machten wir uns auf den Weg zur USS MIDWAY, einem Flugzeugträger, der zu einem Museum umfunktioniert wurde. Extrem interessant ist das erste, das mir dazu einfällt. So ein Flugzeugträger ist schon sehr beeindruckend, wir hatten auch noch Glück, denn vorab habe ich mir einige Gutscheine für Preisnachlässe ausgedruckt und dies hier war dabei. Zwei Stunden verbrachten wir damit, die Unterkünfte sämtlicher Besatzungsschichten anzusehen, den Geschichten der ehemaligen „Bewohner“ des Flugzeugträgers zu lauschen und viele ausrangierte Flugzeuge und Helikopter zu bestaunen. Ich hätte noch länger hier bleiben können, aber die Kinder drängten zum Aufbruch, denn SEA WORLD, das wir von Orlando her noch in bester Erinnerung hatten, stand auf dem Programm.

Leider konnte Sea World San Diego mit Orlando nicht mithalten. Da wir verhältnismäßig spät kamen, parkten wir im Niemandsland und drängten uns mit tausenden von Mexikanern in den Warteschlangen. Eine Stunde musste ich auf meine Familie warten, die unbedingt mit der Hochschaubahn fahren wollte. Die Shows waren überfüllt, die Restaurants überfordert und die Attraktionen überlagert. Kurz zusammengefasst, es war nicht schön. Wir blieben dennoch bis zum Schluss im Park und das am Abend stattfindende Feuerwerk entschädigte dann für einiges, aber nicht für den Eintrittspreis von fast $ 300,-- für die gesamte Familie.

****25. Tag: SANTA MONICA / PISMO BEACH, Kalifornien****

Die Fahrt zu unserem nächsten Zwischenziel, PISMO BEACH, sollte lang werden, vor allem, weil mein Mann unbedingt noch in SANTA MONICA stehen bleiben wollte. Es war so kühl, der „morning layer“ blieb bis zum frühen Nachmittag, doch die Atmosphäre am Pier dennoch sehr gut. Vor vier Jahren hatten wir hier traumhaftes Wetter, aber dass wir heuer kein Glück diesbezüglich hatten, damit haben wir uns schon lange abgefunden. Die Kinder führen mit der gelben Achterbahn, danach gab’s Burger und zwei Stunden später ging es weiter den HIGHWAY NR. ONE. Wir fuhren auch durch Malibu und nachdem der südliche Teil dieses so bekannten Abschnittes eher schäbig wirkte, wurde es immer besser und luxuriöser, je nördlicher man kam. Zeit zum Schauen hatten wir genug, denn der Verkehr ging nur im Schritttempo weiter. Daher beschlossen wir schlussendlich, doch weg vom Nr. 1 zu fahren und die Interstate nach Pismo Beach zu nehmen.

Dort zogen wir in die Best Western Shorecliff Lodge, unserem Traumhotel von 2007 ein, nur um festzustellen, dass die Zahn der Zeit auch vor diesem Motel nicht Halt gemacht hat. Doch die Aussicht ist immer noch großartig und endlich haben wir auch noch strahlendes Wetter. Der Entspannung steht also nichts mehr im Wege und die Sonnenuntergänge in Pismo Beach sind immer noch ein Traum.

****26. Tag: PISMO BEACH, Kalifornien****

Ich beschloss, den blöden Morning Layer ab jetzt zu hassen. In der Früh war es noch gruselig kalt und so beschlossen wir, mal zu Fuß zum nächsten Ort, Shell Beach, zu gehen, weil dort das nächste Postamt ist und wir noch einige Karten aufzugeben hatten. Wohlweislich zog ich meine Laufkleidung an, denn ich wollte unbedingt am Highway Nr. One joggen gehen, was ich am Rückweg auch machte. Ein tolles Gefühl, irgendwie riecht es hier nach Freiheit!

Danach ging es zum Strand, doch das Wasser war einfach zu kalt zum Baden und so beschlossen wir, einfach den Strand entlang zu gehen und ein paar Sandburgen zu bauen. Nach zwei Stunden ging es zurück zum Pool, dort war das Wasser angenehm warm und so verbrachten wir den Nachmittag am Pool. Am Abend ging es dann zum Pier und wir genossen das Touristentreiben vor Ort und sahen den Surfern zu. Seitdem träumen meine Kinder davon, surfen zu lernen.

****27. Tag: MONTEREY, Kalifornien****

Der Highway Nr. One hat noch einiges zu bieten und so machen wir uns auf den Weg und bleiben an den unterschiedlichen Aussichtspunkten stehen. Als Zwischenziel steht der Julia Burns Pfeiffer State Park fix auf dem Plan und als wir dort ankamen, hat sich der Morning Layer verzogen und wir hatten strahlenden Sonnenschein – für etwa eine Stunde. Als wir zu den Seeelefanten kamen, war es schon wieder grau in grau und windig, aber wir wollten uns den Anblick der frei lebenden Riesenkolosse einfach nicht nehmen lassen. Als es dann aber zu regnen begann, liefen wir zum Auto und fuhren weiter nach Monterey, wo das Wetter allerdings auch nicht besser war. Dennoch zogen mein Mann und ich uns die Regenjacken an und machten uns auf den Weg in die Stadt, das Meer ist nur etwa 15 Minuten Fußweg entfernt, die Kinder verweigerten und genossen die elternfreie Zeit vor dem Fernseher – und obwohl es bitterkalt war, genossen mein Mann und ich dennoch die Zweisamkeit.

****28. Tag: MONTEREY / SAN FRANCISCO Kalifornien****

In der Früh machten wir uns auf den Weg zum MONTEREY AQUARIUM. Das wollten wir eigentlich schon vor 4 Jahren besuchen, damals ging es sich aber nicht aus, aber heuer sollte es soweit sein. Wir kamen sehr zeitig an und so konnten wir noch die billigeren Parkgebühren erhaschen. Das Aquarium kann ich jedem nur empfehlen, es ist riesig und wunderschön. Was mir an den amerikanischen Attraktionen so gefällt ist, dass überall Information, wenn auch nur in Englisch, angeboten wird. Außerdem gibt es eine interaktive Kinderecke, Streichelpools und viel Buntes zum Erforschen. Die Anlage hat zu Recht den Ruf, großartig zu sein und wir verbringen den ganzen Vormittag darin. Danach blieben wir noch einige Zeit in der Stadt, bestaunten die Umgebung, aßen unser erstes frozen yoghurt und wünschten uns, länger hier bleiben zu können.

Aber San Francisco rief und das sollte die letzte Station unserer langen Reise sein. Wir kamen gut voran und auch unser Hotel, das Holiday Inn Express Fisherman’s Wharf fanden wir auf Anhieb. Einchecken war schon möglich und nachdem wir uns ein wenig aklimatisiert hatten, ging es runter zum Pier 39, der Vergnügungsmeile in San Francisco. Es war ziemlich kalt und die Sweatjacken und Fleecekleidungsstücke sind hier so billig, dass wir uns gleich einmal eingedeckt hatten. Wir genossen das Flair am umtriebigen Pier, bestaunten die Seelöwen und suchten uns danach in einem Bioladen unser Abendessen.

****29. Tag: SAN FRANCISCO Kalifornien****

Bereits lange vorher habe ich Tickets für ALCATRAZ gekauft, denn die Gefängnisinsel war der eigentliche Grund, warum wir unbedingt zurück nach San Francisco mussten. 2007 waren wir schon hier, doch wir waren naiv und dachten, wir könnten direkt vor Ort Alcatraz Tickets kaufen – die, wie auch heuer wieder – aber vor allem im Sommer zwei bis drei Wochen im Vorhinein ausverkauft waren.

Egal, dieses Mal hatten wir Tickets und so bestiegen wir Punkt 10.00 Uhr das Schiff, das uns zu dieser bekannten Sehenswürdigkeit bracht, der Himmel war natürlich mal wieder grau in grau, aber das war nichts mehr Neues. Auf Alcatraz angekommen, lauschten wir zuerst den Ausführungen des Rangers, danach sahen wir einen Film über die Insel. Abgesehen davon, dass die schlimmsten Schwerverbrecher hier untergebracht waren, war Alcatraz auch ein wohliges Heim für viele Familien, nämlich die Familien der Wärter. Ein Teil der Insel war nämlich abgeschottet von all dem Schlechten und dem Bösen, hier, man glaubt es kaum, verlebten zahlreiche Menschen eine glückliche Kindheit und Jugend. Ich fand es faszinierend, von den verschiedenen Ausbruchsversuchen zu hören, die engen Zellen anzusehen, das Geräusch der Gefängnistüren zu hören und vieles, wenn auch sicher nicht alles, über diesen Ort zu erfahren. Wir verbrachten gut drei Stunden hier, mit einem Audioguide ausgestattet durchwanderten wir das Areal und zum Schluss kaufte ich mir auch noch ein deutsches Buch über die Insel. Mittlerweile gehört sie zur National Recreation Area – daher auch die Ranger – und beherbergt viele Nistplätze für unterschiedliche Vögel.

Das Wetter wollte nicht besser werden, wir beschlossen aber dennoch, ins PRESIDIO zu fahren und die GOLDEN GATE BRIDGE dieses Mal von unten zu bestaunen. Leider sahen wir gerade mal die Hälfte dieser imposanten Brücke, alles andere war in dichten Nebel gehüllt. Dieses Mal hatten wir kein einziges Mal das Glück, die Brücke frei von Fog zu sehen, ich glaube, ich muss ein paar Bilder von 2007 mit ins Fotobuch schmuggeln, das fällt sicher niemanden auf.

Stadteinwärts wurde das Wetter besser und so beschlossen wir, uns dieses Mal CHINATOWN intensiver anzusehen – das hätten wir besser gelassen. Der Würgereflex meldet sich immer noch, wenn ich nur daran denke, was uns dort alles untergekommen ist. Besonders schlimm fand ich die toten Schildkröten, denen der Panzer abgeschnitten wurde. Was hier als Delikatesse angeboten wird, das würde ich im Leben nicht hinunterbringen. Alles stinkt hier, die Leute betatschen die Lebensmittel ständig und unaufhaltsam, die Mengen sind unübersichtlich und wir beschließen nach einer knappen Stunde, dass dies als Erfahrung reicht und treten den Rückzug an. Zumindest bekamen wir einen guten Blick auf die TRANSAMERICA PYRAMID.

Danach ging es noch zum COIT TOWER und am Abend zum OLD FISHERMAN’S WHARF. Es ist großartig, hier ein Hotel zu haben und wir bereuen es nicht, die kostenintensivere Variante gewählt zu haben.

****30. Tag: SAN FRANCISCO Kalifornien****

2007 haben wir uns versäumt, aber heute soll es endlich passieren: das Treffen mit meiner Brieffreundin Darci aus Oregon. Seit nunmehr 11 Jahren sind wir via Brief und E-Mail befreundet, haben uns aber noch nie getroffen. Dieses Mal konnte sie es einrichten, mit ihrer Familie von Oregon nach San Francisco zu reisen und sich mit uns zu treffen. Wir freuten uns sehr und verabredeten uns in der CALIFORNIA ACADEMY OF SIENCE, im GOLDEN GATE PARK. Der Verkehr dorthin war fürchterlich, aber auch wenn wir mit Verspätung ankamen, Darci war noch später dran, sie musste nämlich von ihrem Hotel am Flughafen rein nach San Francisco fahren. Schließlich fanden wir uns doch und verbrachten einen wunderschönen Tag in dieser Academy, einem Mix aus Regenwald, Aquarium und Planetarium. Wieder einmal bewundere ich die amerikanische Art, Museen zu gestalten, hier könnten sich österreichische Museumspädagogen einiges abschauen.

Zum Mittagessen zog es uns dann in den Olive Garden, einem köstlichen italienischen Restaurant, das zum Entsetzen der Kinder keine French Fries, also Pommes Frites, hatte.

Danach beschlossen wir, zu Fuß zu einem Spielplatz zu gehen - Darci hat ebenfalls zwei Kinder. So konnten die Kleinen spielen und wir kamen endlich dazu, uns zu unterhalten. Da Darci Sozialarbeiterin ist und vor allem mit Pflegeeltern arbeitet, hatten wir natürlich jede Menge zu bequatschen!

Um 17.00 Uhr mussten wir aufbrechen, da wir uns mit einer anderen Brieffreundin zum Abendessen verabredet hatten - nur um im Hotel festzustellen, dass sie uns eine Absage geschickt hat. Das war ärgerlich, so hätten wir mit Darci, Joe (übrigens einem Cop, dessen Marke meine Kinder gar nicht mehr aus der Hand geben wollten - zum Glück war das das einzige Mal, dass wir eine Polizeimarke gesehen haben) und deren Kindern noch mehr Zeit verbringen können. Da wir aber noch etwas unternehmen wollten, ging es wieder hinunter zu den Piers, wo wir immer wieder Joggern und Radfahrern ausweichen mussten. Ich wäre auch so gerne Rad gefahren in San Francisco, aber mein Mann war nicht dazu zu bewegen.

****30. Tag: SAN FRANCISCO, Kalifornien / DAHEIM, Österreich****

Unser letzter Tag, man soll nicht glauben, wie schnell so ein Monat vergeht. Unser Flug ging erst am Abend uns so hatten wir bis 15.00 Uhr noch Zeit, in San Francisco zu bleiben. Glücklicherweise konnten wir unser Auto noch kostenlos in der Hotelgarage lassen und so ging es wieder runter zum Pier. Dieses Mal wollten wir uns das WAX MUSEUM und das RIPLEY’S BELIEVE IT OR NOT ansehen. Man kann sich die Tickets hier in einem recht günstigen Kombiangebot kaufen und da die Augen der Kinder immer so gestrahlt haben, als wir die letzten Tage vorbeigingen, beschlossen wir, ihnen am letzten Tag noch einen gefallen zu tun. Das Wachsfigurenkabinett war zwar gut gestaltet und auch groß, aber an die Qualität von Madame Tussaud’s kommt es einfach nicht ran. Teilweise kann man die Figuren gar nicht erkennen und nur ab und zu kann man wirklich sagen: „Ja, das sieht gut aus“. RIPLEY’S fand ich persönlich sehr viel interessanter, die Kuriositäten der Welt haben meine ganze Familie fasziniert. Vor allem der Mensch kann durch Mut und Willenskraft sehr viel erreichen. Ich kannte diese Ausstellung noch nicht, obwohl wir immer mal wieder an einem Eingang vorbeigeschlendert sind, z.B. bei den Niagarafällen.

Danach ging’s es ein letztes Mal zum PIER 39. Dort kauften wir am Markt noch Obst und sogen noch einmal Urlaubsluft ein, bevor es zum SAN FRANCISCO INTERNATIONAL AIRPORT ging. Wir haben dieses Mal ja einen Mietwagen für eine Einwegstrecke gebucht, das heißt ab in Denver, retour in San Francisco, aber die Alamo Mietstation zu finden war absolut kein Problem, überall sah man RENTAL CAR RETURN angeschrieben. Shuttlebusse sucht man hier vergebens, es geht mit einer Bahn („modern Shuttle Bus“ meinte der Angestellte der Mietwagenfirma, als ich danach fragte) zum richtigen Terminal, für uns zum „International Flight“. Die Erkenntnis, die wir befürchteten kam alsbald: die Koffer waren zu schwer. Also Umpacken am Flughafen - nicht zum ersten Mal. Irgendwie schafften wir es aber, alles unterzubringen und nachdem die Koffer unter Dach und Fach waren, ging es zum frühen Abendessen. Danach noch durch die Geschäfte geschlendert und dann war es Zeit fürs Boarding.

Der Rückflug war soweit okay, nur die ersten beiden Stunden von San Francisco nach Frankfurt waren holprig. Da mussten wir zwei Stunden angeschnallt sitzen bleiben, ohne Essen und vor allem ohne Toilette. Als das Anschnallzeichen dann erlosch, gab es vor den WCs große Schlangen! Die UNITED AIRLINES war fast ausgebucht, aber so wenig Platz in einem Flieger hatte ich noch nie, selbst meine Kinder hatten Mühe, nicht ständig dem Vordermann gegen den Sitz zu treten. Da war der Flieger von Frankfurt nach Wien um einiges geräumiger - dafür aber überbucht. Ich habe so etwas noch nie erlebt, aber dieses Mal mussten echt Passagiere umgebucht werden. Wir zum Glück nicht, denn wir hatten Boarding Numbers 1 bis 4! Ich liebe den Online Check-in!!!

Zu Hause hat mich die Hälfte meiner Familie erwartet, Mama, Papa, Schwester, Schwager, alle standen sie beim Ausgangsgate und haben uns begrüßt. Die haben uns wohl doch mehr vermisst, als sie zugeben wollten, natürlich waren unsere Kinder die Ausrede, aber das glaube ich ihnen nur halb. Meine Oma hat zu Hause gewartet und ist gleich zur Kapelle beten gegangen, als sie erfuhr, dass wir sicher gelandet sind. Einen Tag vorher war sie schon dort und hat gebetet, dass wir gut fliegen. Naja, vielleicht hat es ja geholfen, geschadet hat es offensichtlich nicht!


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****ERKENNTNISSE****
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1) Egal, ob man Handtücher, wie darum gebeten, in Hotels auf einen Haken hängt oder nicht, sie werden dennoch entfernt und komplett durch neue ersetzt.
2) Zimmermädchen sprechen grundsätzlich kein Englisch
3) Die Amerikaner versuchen sich an Mülltrennung - zumindest theoretisch
4) Mückensprays helfen nichts
5) Kaffee von der Tankstelle kann man erst nach 15 Minuten trinken, davor verbrennt man sich bitterlich die Zunge.
6) Was ist so schwierig daran, Preise inklusive Tax anzugeben?
7) Werbung im TV ist zu kurz, um sich dazwischen die Zähne zu putzen
8) Bären sind gefährlich!
9) gibt's in deinem eigenen Hotel keinen Kaffee in der Lobby oder funktioniert WiFi schlecht, nimm einfach das Nachbarhotel
10) Sonnencreme nicht vergessen!
11) Hat man eine Clubkarte vom Supermarkt, spart man in der Regel 20 %.
12) Juli ist Monsun-Zeit im Westen
13) USA sind das neue Mallorca unserer deutschen Freunde
14) Wenn man in Wyoming nicht rechtzeitig tankt, ist man im A....
15) Yellowstone NP ist das schönste Fleckchen Erde, das ich je gesehen habe.
16) Casey Anthony ist schuldig!
17) Wir reisen mit viel zu viel Gepäck!
18) Treffen in den USA mit Stammtischfreunden ist genial! Danke, Monika!
19) Mit beginnenden Teenager Töchtern so lange zu verreisen, ist eine große Herausforderung.
20) Man kann durchaus von den Erfahrungen der anderen lernen! Danke, Muhtsch
21) Toyota RAV4 ist ein Spitzenauto
22) In Amerika gibt es nur Shampoo und Conditioner im Hotel, Duschbad sucht man vergebens.
23) Nirgends gibt es so viel BHs wie bei Walmart
24) Die größte Urlaubsenttäuschung war die Calico Ghost Town! Schaut euch lieber Bodie an!
25) Ich brauche dringend ein Haus am Strand von Malibu!

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****FAZIT****
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Das war unsere nunmehr vierte USA-Reise, aber unsere längste und somit auch unsere teuerste. Wann es uns wieder dorthin treiben wird, das steht nunmehr in den Sternen, es ist vieles zu berücksichtigen, was der nächsten Reise im Weg stehen könnte, aber früher oder später geht es wieder in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das wohl für immer unser Lieblingsurlaubsland bleiben wird.

Ob man eine Mietwagenrundreise selbst gestaltet oder eine geführte Tour bucht, ob man innerhalb des Landes fährt oder fliegt oder ob man sich für einen Camper entscheidet, das bleibt jedem selbst überlassen, für uns passt der Mietwagen einfach am besten. Ich habe alles selbst geplant und gebucht und bis auf das Problem mit dem Mandalay Bay, das ich über den deutschen Anbieter Thomas Cook buchte, hat alles wunderbar geklappt - und dort haben wir schließlich auch noch ein Bettchen bekommen.

Billig ist so eine Reise nicht, da sollte man sich keine Illusionen machen, aber vor allem an Hotels und bei Essen aus dem Supermarkt kann man doch einiges sparen. Außerdem gibt es für viele Attraktionen Preisnachlässe, da muss man zu Hause im Netz einfach ein wenig stöbern.

Falls jemand Hilfe oder Fragen zu einer bevorstehenden Reise hat, kann er mich gerne fragen, ich halte mich mittlerweile für durchaus kompetent, zumindest in den Regionen, in denen ich bereits zweimal war.

Ich danke euch allen, dass ihr euch die Zeit genommen habt, dies hier zu lesen, ein langer Bericht für eine lange Reise, Einzelberichte zu den Hotels und Attraktionen folgen aber jetzt natürlich regelmäßig! Auf eure Bewertung und die Kommentare freue ich mich!

Herzlichen Dank, Daniela

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Futzi100

Futzi100

18.02.2012 10:53

Die USA sind immer ein Abenteuer, gerade der Südwesten. Einige eurer Reisestationen muss ich auch noch unbedingt besuchen.

t.schlumpf

t.schlumpf

11.11.2011 17:23

So da bin ich wieder ;o)

KlJa

KlJa

26.10.2011 20:52

toller Bericht ... ich kaufe immer in den USA ein und reise mit nur sehr wenig Gepäck ein und meist mit etwas mehr zurück. Es gibt auch in den USA Hotels mit Duschgel (Hilton und Hyatt fallen mir spontan ein) und Deinen Wunsch mit dem Haus in Malibu kann ich nachvollziehen. Wenn ich auch San Diego vorziehen würde, vor allem weil Freunde etwas nördlich ein solches 200 m vom Pazifik entfernt mit unverbaubarem Blick haben. Deren Gästezimmer ziehe ich jedem Hotel vor ;-)

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