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Erfahrungsbericht

für Michels Kurhotel Germania, Norderney
1 Stern Horror-Hotel, Tinnitus inklusive Bericht mit Bildern
101 von 101 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Nein

Pro Erfahrung gemacht und überlebt

Kontra Laut, staubig, unfreundlich, überaltert, überteuert - alles

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Service
Essen & Trinken
Atmosphäre
Sauberkeit
Behindertenfreundlichkeit

Der Autor

Lilamond Seit 4 Feb 2007

"Der Schriftsteller ist jemand, dessen Intelligenz nicht groß genug ist, um mit dem Schreiben... mehr

63 Mitglieder vertrauen mir

Bislang hatte ich noch nie wirklich Ärger in Hotels, von Kleinigkeiten abgesehen ist es mir auf meinem Reisen eigentlich immer gut ergangen. Nun... irgendwann ist wahrscheinlich immer das erste Mal. Und was ich im folgenden Bericht über das so genannte "Kurhotel" (klingt immer noch wie Hohn in meinen Ohren!) berichten kann, ist so schlecht, dass ich dafür eigentlich neue Worte bräuchte.

Zum Glück beschränkte sich unser Aufenthalt auf eine gräßliche Nacht und ein fades Frühstück... Aber ich greife vor. Jetzt mal der Reihe nach:

Ich hatte für meinen Sohn und mich im besagten Hotel - zugegeben etwas kurz entschlossen - 2 Einzelzimmer für den Zeitraum von einer Woche gebucht. Online hatte ich nach einer Unterkunft auf Norderney (v.a. auch weil Werder Bremen in diesem Zeitraum auf der Insel war - siehe Bericht) gesucht und das Germania hatte nach meinen nicht allzu intensiven Recherchen recht gute Bewertungen, also vertraute ich darauf, dass alles gut laufen würde. Bei vier Sternen könnte man ja eigentlich auch erwarten, vernünftig untergebracht zu werden.

Die Ankunft

Ich freute mich auf die Nordsee und auf Werder Bremen, die in dieser Zeit ihr Traininglager auf der Insel hatten. Die Anreise verlief problemlos, das Hotel machte von außen einen recht ordentlichen, wenn auch leicht betagten bzw. angestaubten Eindruck und dass die Rezeptionistin bei unserer Ankunft sagenhaft gleichgültig und wortkarg, um nicht zu sagen unfreundlich, reagierte, irritierte mich zwar, aber das verdarb mir meine Laune noch nicht.
Niemand kümmerte sich um unser Gepäck, mühsam quetschte ich ein paar Antworten hinsichtlich Frühstückszeiten, -raum und Wellnessbereich (den ich nie gesehen habe) aus der Empfangsdame heraus, bevor wir uns auf den Weg nach oben machten.
Sogleich fiel mir ein muffiger Geruch auf, enge, verwinkelte Gänge und eine Krankenhausatmosphäre, die ich als unangenehm und bedrückend empfand. Na, egal - Hauptsache, die Zimmer wären schön!

Zimmer des Grauens


Und die Zimmer waren... scheußlich! Gelblichweiße Wände mit einem nicht abdunkelbaren Fenster mit Ausblick auf eine gelblichweiße Häuserwand bzw. auf die offenen großen Ventilatoren der Klimaanlage (siehe Bild), welche die ganze Nacht lang einen Höllenlärm veranstalteten.
Das Zimmer (beide Zimmer waren ähnlich bescheiden, ich berichte fortan über "meines") selbst wirkte wie eine Zelle oder aber wie ein Krankenzimmer; das "Bad" kann als solches kaum bezeichnet werden und hätte nicht kleiner sein können - ein übergewichtiger Mensch würde womöglich kaum die Türe zum Bad hinter sich schließen können: Klo, kleines Waschbecken, Minidusche in der Ecke - natürlich kein Tageslicht - man konnte sich gerade so um die eigene Achse drehen. Der Fensterrahmen war total staubig, verdreckt, auf den überteuerten Mineralwasserflaschen (0,5 liter-Flasche für 4,50 Euro) sammelte sich der Staub... es war ätzend. Nun hatte ich von Anfang an nicht vor, mich lange auf dem Zimmer aufzuhalten, aber trotzdem... enttäuscht war ich schon.

Dann ging es erst mal ans Meer, abends in die Kneipe zum "Public Viewing" und ich war wieder bester Dinge, als wir in der Nacht das Hotel erreichten. Aber dann fing der Spaß erst an:

Die Nacht des Schreckens


Es war heiß und es war laut... ein wummerndes, in unregelmäßigen Abstanden ansteigendes Dauerbrummen, das sich einem durch die Gehörgänge in den Kopf fräste... Ohrstöpsel erwiesen sich als nutzlos und selbst bei geschlossenem Fenster (man bedenke: Es war tierisch heiß!) drang der Lärm durch. Nach 2 Stunden war ich so verzweifelt, dass ich mich zum Empfang begab... wo ein hilf- und ratlos wirkender Hausmeister mich nur auf den kommenden Morgen vertrösten konnte. Ja, die Klimaanlage laufe nachts. Nein, aufhören werde das wohl nicht. Es sei ja auch heiß! Ach was... Nein, beschwert habe ich seines Wissens bislang noch niemand.... Ich war den Tränen nah und wartete auf den Morgen.

Am Morgen danach

Gott, fühlte ich mich schlecht. In meinen Ohren brummte es noch immer... das Geräusch ging gar nicht mehr raus aus meinem Kopf. Die Frau an der Rezeption war sehr erstaunt, dass ich "mein" Problem noch vor dem Frühstück klären wollte. Sie schickte uns erst mal in den Frühstücksraum und wollte sich danach "kümmern".

Im Frühstückssaal sah ich mich aus meinen roten Äuglein erstaunt um. Rentner... Rentner.. und auch ein paar ganz alte Leute waren da zu sehen. Wo waren wir denn um Himmels willen gelandet?
Das Frühstück - auf das ich nicht die geringste Lust hatte - bot nichts Leckeres oder Besonders. Alles wirkte irgendwie breiig und geschmacklos. Mein Sohn warnte mich vor dem Rührei, das sei besonders fad.
Ich aß irgendwas und hoffte auf den Kaffee. Nichts da - der schmeckte leicht bitter und dünn. Sprich: schlechte Qualität, sparsam dosiert. Wie irgendwie alles in dieser Herberge.

Mir ging ein kleines Lichtlein auf. Hier waren, so weit ich das überblicken konnte - wirklich nur alte Leute. Nun ist ja bekannt, dass die Wahrnehmung der Sinne im Alter nachlässt - und ich hatte schlicht keine Ahnung gehabt, dass ich mich in ein Seniorenheim begeben hatte. Mein jugendlicher Sohn wirkte erst recht wie ein Exot und wurde misstrauisch von einigen Oldies beäugt. Es fand es beängstigend.

SO NICHT!

Immerhin schien es den alten Herrschaften an nichts zu fehlen! Kunststück! Denn wenn ich

1. nicht mehr viel rieche - dann stört mich der muffige Geruch nicht;
2. nicht mehr viel Geschmack wahrnehme - dann muffle ich auch das fade Frühstrück ohne zu murrren;
3. dann auch noch fast taub bin, dann können die Generatoren und Ventilatoren die ganze Nacht lang knattern und rumpeln -
DAS IST MIR DANN PIEPEGAL.

Und Freundlichkeit vom - deutschen - Personal erwarte ich dann aufgrund meiner Lebenserfahrung wahrscheinlich auch nicht (mehr).

Die Chefin (oder war es irgendeine andere wichtig tuende Dame an der Rezeption) fertigte uns nach dem tollen Frühstück übrigens auf interessante Weise ab:
Ja, die Zimmer seien laut, aber das sei bekannt - und werde auch immer bei der Buchung mitgeteilt (von wegen - kein Wort hatte die Frau, bei der ich die Buchung vorgenommen hatte, darüber verloren!). Daher seien die Zimmer aber auch so "günstig": Wie bitte??
62,- und 82,- Euro pro Nacht für diese HorrorZimmer waren also "günstig"! Ich konnte mir ein Lachen verkneifen und ließ die Frau wissen, dass ich keine weitere Nacht in diesem Zimmer verbringen würde.
Sie teilte mir daraufhin schnippisch mit, dass es keine Einzelzimmer mehr gebe und mir freistehe, entweder (schweineteure) Doppelzimmer (die hatten nur Doppelbetten!) zu nehmen oder auf der Insel nach einer anderen Unterkunft zu schauen. Sie wirkte überheblich bis arrogant, kein Wort des Bedauerns kam über ihre Lippen.

Nun war Wochenende... Mitte Juli... und ich war so erschöpft und erledigt - aber ich dachte mir: SO NICHT.

Ende des Schreckens

Immer noch leicht matschig im Kopf gingen wir die Straße herunter. Hier war ja wirklich ein Hotel am anderen... und irgendwo stießen wir auf eine offene Tür zu einer Rezeption und gingen hinein. Nein, die freundliche Dame hatte nichts frei... aber sie rief einen Kollegen in einem benachbarten Hotel an. Machte was für uns aus. Einige Minuten später besichtigten wir in dem von außen schlicht wirkenden MittelklasseHotel namens "Meeresburg" ein geräumiges, freundlich wirkendes, noch nicht aufgeräumtes Zweibett-Zimmer, aus dem gerade ausgecheckt worden war.
Das Zimmer bot sogar eine kleine Küche, ein vernünftiges Bad, eine gemütliche Sitzecke und weit auseinanderstehende Betten, es war um einiges preiswerter als unsere Unterkunft im Germania, es gab sogar ein recht ordentliches Schwimmbad, das kostenlos genutzt werden konnte. Und es liefen - wir stellten es erleichtert fest, als wir durchs Treppenhaus gingen - ganz normale Leute herum. Junge Leute, Kinder, Mittelalte... Es gab keinen komischen Mief... keinen Lärm... und das Meer direkt hinter dem Gebäudekomplex.

Es gab keinen Grund weiterzusuchen, hier würden wir uns wohlfühlen.

Zum Auschecken mussten wir nochmal zurück ins Horror-Hotel. Wieder schlug mir der komische Geruch entgegen, nahm ich die ungute Atmosphäre deutlich wahr. Wir hatten schon gepackt und ich war so froh, da rauszukommen, dass ich ohne zu murren (oder Schmerzensgeld zu verlangen) die Rechnung zahlte - 144,- Euro für den Spaß einer grauenhaften Nacht - und dann verließen wir eiligen Schrittes dieses unverschämt ätzende Hotel.

Da bekommt mich niemand mehr rein - auch nicht in 30 Jahren, nicht mal für Geld würde ich je wieder einen Fuß dort hinein setzen.

Der restliche Aufenthalt auf Norderney war übrigens nur schön. Das Wetter war klasse, ebenso der Strand, das Meer - und natürlich Werder. Insofern war der Urlaub nicht ruiniert, aber der Start war echt heftig. Und deshalb hab ich diesen Bericht geschrieben. Es hat mir KEINEN SPAß gemacht, aber meine Erfahrung war ZU negativ - und ich halte es für notwendig, andere zu warnen. Meidet dieses Hotel und wenn ihr das nicht könnt, meidet diese angeblich so "günstigen" Einzelzimmer, die euch den letzten Nerv und womöglich euer Hörvermögen rauben können.

Was für eine "KUR"!!


Nachtrag

Einen Tag nach Veröffentlichung meines Berichts möchte ich allen, die ihn gelesen, kommentiert und so erfreulich positiv bewertet haben, schon mal ganz herzlich DANKE sagen.
Ich wäre froh, wenn ihn noch viele Leute weit über ciao hinaus lesen würden, damit niemand mehr ähnliche Erfahrungen wie ich machen muss. Ich habe das Hotel übrigens inzwischen auch schon bei "TripAdvisor" bewertet...

Euch allen noch schöne Sommer- und ggf. Urlaubstage!

Bilder

für Michels Kurhotel Germania, Norderney
Michels Kurhotel Germania, No
Michels Kurhotel Germania, Norderney - Blick nach unten
von Lilamond Lilamond
Michels Kurhotel Germania, No

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Kommentare

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  • doeter 13.04.2012 23:38

    "ciao! AUSGEWÄHLTER PARTNER Michels Kurhotel Germania, Norderney" lese ich unten bei den Sponsorenlinks. Ja, sag mal, ist ein ciao! AUSGEWÄHLTER PARTNER nicht gut genug für dich? tststs *duck*

  • nadine1978 03.09.2011 18:00
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Habe gerade die Bewertungen bei Trip Advisor gelesen... Die meisten klingen recht ähnlich!

  • Karry2000de 28.11.2010 20:01
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Ach herrje...Da hätte ich nicht tauschen wollen. BH!

  • greantea 30.10.2010 18:38
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH

  • duderally 27.10.2010 20:39
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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