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Pro wunderschöne alte Kirche, der Glaube der Mennoniten fast seit Gründung beheimatet
Kontra -
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In meiner History-Reihe geht es heute wieder einmal ins schöne Friedrichstadt. Bisher habe ich Euch die Synagoge in Friedrichstadt vorgestellt, die katholische Kirche St. Knuth, die Remonstrantenkirche und in einem vor einiger Zeit schon geschriebenen Bericht auch die evangelische Kirche, der ich persönlich auch angehöre. Nun hat Friedrichstadt aber kurz nach der Gründung im Jahre 1621 noch einige Glaubensrichtungen mehr vertreten, da in diesem Ort Glaubensfreitheit herrschte. So haben sich dort auch die Mennoniten niedergelassen und eine Kirche gebaut. Und diese Mennoniten Kirche möchte ich Euch heute in meinem Report vorstellen.
Ich gehe mal davon aus, daß der Glaube der Mennoniten ebenso wenig bekannt ist wie der der Remonstranten. Das habe ich an einigen Kommentaren zur Remonstranten Kirche gemerkt. Für mich natürlich ungewöhnlich, da ich mit all diesen Glaubensrichtungen aufgewachsen bin und die Glaubensvielfalt in meiner Heimatstadt für mich immer ganz normal gewesen ist. So waren auch Mennoniten für mich nichts ungewöhnliches. Vielleicht zunächst einmal ein wenig zu dem Glauben der Mennoniten und der Namensgebung.Wie kamen die Mennoniten zu ihrem Namen?
Die Mennoniten haben ihren Namen nach ihrem Begründer bekommen. Und zwar war das Menno Simons. Wie man an der Endung auf "O" hört, handelt es sich um einen friesischen Namen, denn die Enden in der männlichen Form häufig auf "O" wie auch Onno, Enno etc. So sind die Mennoniten also auf den Vornamen ihres Geründers gemünzt worden.
Die Mennoniten sind auch gleichzusetzen mit der Tradition der Täufer. So sagt man zu ihnen auch Alttäufer.
Lage der Mennonitenkirche:
Die Kirche liegt praktisch im Hinterhaus, dem so genannten Anbau an die alte Münze, dem Friedrichstädter Museum, früher Haus des Stadthalters.
Sie ist am Wasser gelegen, direkt am Mittelburggraben im so genannten Teil der Vorderstadt Stadt Friedrichstadts, dessen Grenze zur so genannten Hinterstadt der Mittelburggraben ist. Heute spielt das freilich keine Rolle mehr. Doch früher gab es schon Unterschiede zwischen Vorderstadt und Hinterstadt, gerade die Kinder betreffend, die ihre Gruppierungen hatten. Aber das wäre eine andere Geschichte.
Die Kirche in Friedrichstadt:
Seit etwa 1623, also schon zwei Jahre nach der Stadtgründung kamen die ersten Mennoniten hier her nach Friedrichstadt. Es heißt, sie haben die Remonstranten als Fürsprecher gehabt, um sich auch in dieser Stadt niederzulassen. Den jetzigen Betsaal haben die Mennoniten seit 1708 inne.
Ihre Kirche hat unter dem Krieg um Friedrichstadt in den Jahren 1847- 1850 sehr gelitten und musste renoviert werden. 1852 hat die Kirche eine neue Orgel bekommen, die noch bis zum zweiten Weltkrieg genutzt wurde. Dann aber durch die Einquatierung von Soldaten in diesem Haus beschädigt wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg teilen sich die Mennoniten und die dänische Gemeinde in Friedrichstadt diese Kirche. Durch die Dänen ist ein Altar und ein Kruzifix hier aufgestellt worden, was in einem reinen mennonitischen Haus nicht üblich wäre.
Die Kirche hat keinerlei Turm und keine Glocke. Von ihrem Äußeren her könnte man sie für ein ganz normales Haus halten.
Der Beetsaal kann durch einen Extraeingang betreten werden, der einen direkt in die Kirche führt. Befindet man sich auf einer Führung, kann man über eine Empore durch das Museum Alte Münze in den Betsaal der Mennoniten schauen. Man kann sich dann im Bereich der alten Orgel aufhalten, die allerdings abgesperrt ist, damit sie nicht weiter beschädigt wird durch Besucher.
Die Kirche selbst ist sehr schlicht, aber anmutig gehalten wie ich finde. Wir sehen auf weiße Wände und weiße Bänke von der Empore herunter, denken uns Altar und Kruzifix weg, denn das gehört ursprünglich nicht hier hin, vielleicht auch noch die neue Orgel im Betsaal einfach gedanklich streichen und wir sind wieder bei den Anfängen der Mennoniten in Friedrichstadt. Ein Taufbecken ist selbstverständlich vorhanden, denn darauf beruht ja die Grundlage des Glaubens dieser Gemeinschaft. Im Falle der mennonitischen Kirche in Friedrichstadt ist es aber ein "normales" Taufbecken, das verwendet wird, keines, wo die zu taufende Person ganz unter getaucht wurde. Ich bin nicht sicher, ob früher die Taufe der Mitglieder nicht im Binnenhafen von Friedrichstadt stattgefunden hat, da es auch üblich ist, in einigen Gemeinden, die Täuflinge ganz unter zu tauchen. In sofern wäre es möglich, daß man das in Friedrichstadt auch so praktiziert hat und im Binnenhafen oder gar vor der Haustüre so gesehen im Mittelburggraben getauft hat. Die Möglichkeit hätte auf jeden Fall bestanden.
Auch wenn die Alte Münze und die Mennonitenkirche so gesehen in einem räumlichen Zusammenhang stehen, man durch das Museum in die Kirche blicken kann, so sind es doch getrennt Baulichkeiten. Die Alte Münze ist zu einem früheren Zeitpunkt entstanden als die Kirche. Sie ist im Grunde eine Art Anbau an die Alte Münze, die einst das Haus des Statthalters war.
Vorhof der Mennonitenkirche:
Vor der Kirche ist ein kleiner Hofplatz, der mit viel Grün versehen ist und ein großes grünes Tor befindet sich dort, zum Gelangen auf das Kirchengelände. Für die Besucher gibt es noch eine kleinere Pforte.
Mich hat als Kind immer dieser kleine Vorhof der Mennonitenkirche fasziniert. Ich fand ihn durch die damals noch riesigen Bäume auf dem Platz sehr düster und ein wenig schaurig, vor allem wohl auch, durch die Vorstellung, daß man diesen Vorhof überqueren musste, dann einen kleinen Gang langgehen und dann gleich auf einem Friedhof war.
Fazit:
Wer sich für den Glauben der Mennoniten interessiert, kann hier in Friedrichstadt einige Antworten finden. Andersherum, wer an Friedrichstadt Interesse hat, wird sicherlich auch seinen Weg zur Mennonitenkirche finden. Ich denke, diese Stadt und ihre verschiedenen Glaubensrichtungen gehören einfach zusammen. Und da ich das große Glück hatte, in dieser Stadt aufzuwachsen, ist es mir manches Mal nicht einmal bewußt, was ich an kulturellen Schätzen praktisch mit in die Wiege gelegt bekommen habe. Erst viel später, nachdem ich schon weggezogen war, erkannte ich die Schönheit, den kulturellen Reichtum und das historische Gut dieser Stadt. Und ich komme gern immer wieder her, um dieses nun mit vollen Sinnen aufzunehmen und zu erfahren. Und das möchte ich Euch unter anderem in meiner kleinen History-Tour mitgeben.
Die Alte Münze, das Friedrichstädter Museum, durch das man in den Betsaal der Mennoniten sehen kann
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jockel2001 20.05.2011 16:07
thomas_kretschmer 02.05.2010 12:48
Arti25 11.12.2008 00:48
arielle76 09.11.2008 23:41
Carmelita2905 05.10.2008 21:57