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Erfahrungsbericht

für Die Ostküste USA/Kanada, Boston - New York
5 Sterne Ein Traum wird wahr Erfahrungsbericht mit Diamant-Prämierung Bericht mit Bildern
187 von 187 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro fantastische Reiseziele, hervorragende Organisation, unvergessliche Erlebnisse

Kontra Reise war recht teuer, Hotels nicht immer gut

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

Linnie1978 Seit 9 Apr 2003

** 315856 to go ** 53 to read ** ♥ Jonas Simon - 27.05.10 ♥ ** Bitte keine bh-Betteleien im PGB... mehr

186 Mitglieder vertrauen mir

Unsere Flitterwochen sollten etwas ganz Besonderes werden - nicht die üblichen zwei Wochen auf den Malediven oder irgendeiner anderen schönen Insel, sondern drei Wochen voller Sehenswürdigkeiten und voller neuer Eindrücke. Da waren mein Mann und ich uns von Anfang an einig. Schnell visierten wir Nordamerika an und entschieden uns schlussendlich für eine Mietwagenrundreise von "Meier's Weltreisen", die in Boston startete, uns gen Norden nach Kanada führte, mit einem Bogen über Toronto und die Niagarafälle zurück in die USA ging und uns schlussendlich nach New York brachte. So buchten wir die Tour "Faszinierende Ostküste USA/Kanada" und starteten am 11. Juli 2009 vom Frankfurter Flughafen aus in unsere einmalig schönen und unvergesslichen Flitterwochen...


Das Angebot


Eigentlich wollten wir unsere Reise komplett auf eigene Faust buchen, doch als wir gesehen haben, dass Meier's Weltreisen genau unsere favorisierten Reiseziele in einer Mietwagenrundreise anbot, haben wir uns spontan für das Pauschalangebot entschieden, womit wir im Endeffekt auch sehr zufrieden waren. Wir hatten einen Direktflug mit Lufthansa in die USA und wieder zurück, hatten am Bostoner Flughafen unseren Mietwagen stehen und wussten jeden Morgen, welches Hotel wir abends anfahren mussten und konnten dessen Adresse schon ins Navi einprogrammieren - sehr praktisch, wenn man sich so rein gar nicht auskennt und auch einen Anhaltspunkt haben möchte, wie lange die Tagesroute mit dem Auto beanspruchen wird. Die Route hätten wir auch genau so gewählt, nur in Washington hätten wir sicherlich gerne mindestens eine Übernachtung mehr gehabt.


Inbegriffen im Preis waren:
Flug von Deutschland nach Boston und Rückflug von New York nach Deutschland
18 Übernachtungen in 2-3 Sterne-Hotels (Classic) oder 3-4-Sterne-Hotels (Superior), meist ohne Frühstück
Reisehandbuch mit Informationsmaterial, Straßenkarten und Details zur Streckenführung sowie sämtlichen Hoteladressen
Flughafensteuern und -gebühren, örtliche Hotelsteuern; nicht enthalten: Parkgebühren an den Hotels
Einwegmiete Boston nach New York bei Alamo Mietwagen
Fahrt auf der "Maid of the Mist"
Planet Hollywood-Gutschein im Wert von 10 Dollar
Meier's Weltreisen Reisehandbuch
ein Reiseführer
ein Straßenatlas
Preis für zwei Personen: 4627 Euro in der Hotelkategorie Classic.

Auf ins Abenteuer


Tag 1: Boston, wir kommen


Am 11. Juli ging es für uns los in den bislang schönsten Urlaub, den wir je erlebt haben und der uns immer im Gedächtnis bleiben wird. Unser Flug nach Boston ging abends um 18 Uhr von Frankfurt los, sodass wir uns in Ruhe zum Flughafen fahren lassen konnten. Leider hatten wir es verpasst, vorher bei Lufthansa online einzuchecken, dann hätten wir nämlich bereits unseren Sitzplatz reservieren können. So erhielten wir Sitzplätze, die 17 Reihen auseinander lagen - kein idealer Beginn der Flitterwochen, zumal ich dank meiner Flugangst gerne jemanden neben mir sitzen habe, an den ich mich klammern kann... Meine Laune sank also bereits deutlich vor dem Boarding, und wir schworen uns, diesen Fehler in New York nicht zu begehen und dort frühzeitig im Internet Sitzplätze zu reservieren. (Glücklicherweise verpassten wir diese Gelegenheit auf dem Rückflug und wurden so zufälligerweise in die Business Class "upgegraded") Immerhin konnte Stefan im Flugzeug seinen Sitznachbarn dazu überreden, den Platz mit mir zu tauschen, sodass wir schlussendlich doch nebeneinander sitzen konnten.


Dank der Zeitumstellung kamen wir bereits am frühen Abend am Bostoner Flughafen an und konnten problemlos die Zollkontrollen passieren. Auch unsere beiden schweren Überseekoffer waren wohlbehalten in der Neuen Welt angekommen, sodass unseren Flitterwochen nichts mehr im Wege stand. Der erste Weg führte uns mit den schweren Koffern zur Abfahrt des Shuttlebusses, der uns zu unserer Mietwagenfirma Alamo bringen sollte. Nach kurzer Fahrt gelangten wir also zu Alamo und wurden auch prompt von einer typisch freundlichen Amerikanerin in ihrer Heimat begrüßt. Und wie es bei den US-Amerikanern so üblich ist, kamen wir schnell ins Gespräch, wobei sie fragte, was wir denn in den USA machen wollten. Als sie hörte, dass wir in den Flitterwochen waren, schlug sie gleich den Katalog mit den Standard-Mietwagen zu und meinte "you need a special car", und so ging sie mit uns zum Parkplatz, wo wir uns den Mietwagen für die kommenden gut zwei Wochen aussuchen konnten. Unsere Wahl fiel auf einen nagelneuen silbergrauen Ford Mustang Convertible. Was ich nicht bedacht hatte: Der Kofferraum des schönen Cabrios war leider so klein, dass wir einen der schweren Koffer stets auf die Rückbank hieven mussten... Aber was tut man nicht alles für ein so geniales Auto?


Ausgerüstet mit dem Mustang fuhren wir also in unser Hotel bzw. versuchten es zumindest. Denn was ich nicht bedacht hatte: Unser erstes Hotel lag in der Washington Street, doch nicht in Boston, sondern im Vorort Newton. Da aber auch Boston über eine solche Washington Street verfügt, gelangten wir nach sehr aufreibender Fahrt mit einem neuen Auto in einem fremden Land in die falsche Washington Street. Erst im zweiten Anlauf ging es dann nach Newton, wo wir das Sheraton Hotel suchten, das laut unseren Reiseunterlagen unser erstes Ziel sein sollte. Doch inzwischen war das Sheraton umbenannt in Crown Plaza... So suchten wir auch in Newton erstmal vergeblich nach dem anvisierten Hotel, sodass wir entsprechend geschafft und entnervt in unserem ersten Hotel ankamen.


An der Rezeption erwartete uns immerhin der große Umschlag von Meier's Weltreisen mit allen weiteren Hotelcoupons. Ziemlich ausgehungert, aber total aufgekratzt suchten wir unser Hotelzimmer auf, stellten nur die Koffer in die Ecke und zogen wieder los, um etwas zu essen und zu trinken zu finden. Nur leider waren wir in Newton mitten im Nirgendwo gestrandet - kein Restaurant in Sicht, nicht einmal ein Fastfood-Imbiss. Das Auto wollten wir auch nicht mehr aus der Garage holen, nachdem wir es dort wohlbehalten abgestellt hatten. Glücklicherweise lag dem Hotel gegenüber immerhin ein Liquor Store, sodass wir uns ein eiskaltes Dosenbier zum Einschlafen mitnehmen konnten. Denn auch im Hotel hatte das Restaurant bereits geschlossen. So fielen wir hungrig, aber dafür wohlig beschwipst durch das Bier auf fast leeren Magen ins Bett.


Tag 2: Boston - Auf dem Freedom Trail


Der erste Tag in den USA begann für uns mit einem klassischen Frühstück bei Dunkin Donuts. So konnten wir uns bereits wunderbar in die amerikanische Lebensweise einfühlen. Neben stark tätowierten und muskulösen Bauarbeitern tranken wir unseren Kaffee aus dem Literbecher und verspeisten unseren leckeren, aber völlig ungesunden Schokodonut (und diverses mehr...) und kamen auch gleich ins Gespräch mit den Sitznachbarn. Diese empfahlen uns, nicht mit dem Auto nach Boston zu fahren, da dort Parkplätze nur schwer zu finden sind. Also bemühten wir die öffentlichen Verkehrsmittel und fuhren zunächst mit dem Bus zur Station Kenmore und von dort mit der Greenline bis zur Haltestelle Boylston, wo der Boston Common beginnt. In der Touristeninformation am Boston Common haben wir uns mit einem kleinen Büchlein ausgerüstet, in dem der Freedom Trail ausführlich beschrieben ist. Entlang dieses Weges, der mit einer roten Linie auf dem Boden markiert ist, befinden sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, die historischen Bauten und die schönsten Plätze Bostons.


Mittags suchten wir uns ein kleines Bistro nahe der North Church Street, wo wir uns mit einem Sandwich für den restlichen Weg des Freedom Trail stärkten. Leider mussten wir nach einem längeren Fußmarsch am Pier 1 feststellen, dass die Menschenschlange zur Besichtigung der USS Constitution so lang war, dass wir nicht in der prallen Sonne eine geschlagene Stunde darauf warten wollten, das traditionsreiche Schiff zu besteigen. Und so schlenderten wir stattdessen gemütlich durch den Boston Common - einen riesigen und wunderschönen Park im Herzen der Stadt. Nach einem Blick in unseren Reiseführer beschlossen wir, die restliche Zeit des Tages zu nutzen und uns Back Bay anzusehen, den altehrwürdigen Stadtteil mit seinen wunderschönen Flaniermeilen. Die Commonwealth Avenue ist die Bostoner Variante der Pariser Champs-Èlysées, südlich davon findet sich die teuerste Einkaufsstraße. Als sprichwörtlichen Höhepunkt des Tages gönnten wir uns vom Prudential Tower aus dem 50. Stock einen Blick über das sonnige Boston. Aus der Höhe erhält man auch einen Blick auf das benachbarte Cambridge, das nur durch den Charles River von Boston getrennt ist und wo sich die traditionsreiche Eliteuniversität Harvard befindet.


Tag 3: Boston - Harvard - Kennebunkport


Natürlich konnten wir nicht nach Norden aufbrechen, ohne vorher einen Abstecher zur vielleicht berühmtesten Universität der Welt unternommen zu haben. So fuhren wir am Morgen des dritten Tages mit dem Bus ins Zentrum von Cambridge, wo an der Haltestelle Studenten aus Harvard Werbezettel für ihre inoffizielle Hahvahd-Tour verteilten, die kostenlos angeboten wird. Wir schlossen uns einer Gruppe an, die von zwei Studentinnen geleitet wurde und die uns über den schönen und weitläufigen Campus der Eliteuniversität führte. Von den beiden Studentinnen erfuhren wir einige Anekdoten über die Universität, beispielsweise die Entstehungsgeschichte der Widener Memorial Library oder dass die Mensa für die Erstsemesterstudenten als Vorbild für den Speisesaal von Hogwarts gedient habe oder dass Al Gore und Tommy Lee Jones sich als Studenten ein Zimmer geteilt haben. Nach dem Besuch des Harvard-Shops, in dem ich natürlich das eine oder andere T-Shirt erworben habe, fuhren wir zurück nach Newton, checkten aus dem Hotel aus und machten uns auf die Reise gen Norden.


Auf dem Weg nach Kennebunkport machten wir Stopp in der Stadt Salem, wo auch heute noch alles im Zeichen der Hexenjagd steht. Da unser Reiseführer besonders das Salem Witch Museum empfahl, besuchten wir dieses. Allerdings kann ich von dem Besuch nur abraten, denn was dort geboten wird, grenzt schon an Volksverdummung... In einem großen Raum standen alle Besucher der Show im Kreis und konnten der Geschichte von Salem Falls lauschen. Passend zur Geschichte wurden verschiedene Nischen an den Wänden angeleuchtet, in denen mit lebensgroßen Puppen die jeweilige historische Station dargestellt war. In einem weiteren Raum wurde dann die Religion der Wicca vorgestellt, die auch heute noch praktiziert wird - ziemlich abstrus alles.


Von Salem aus fuhren wir direkt bei herrlichem Sonnenschein an die Küste nach Kennebunkport, einen wunderschönen, aber teuren Ferienort, der direkt an Kennebunk angrenzt, wo die Familie Bush ihren Sommersitz hat. Abends schlenderten wir von unserem schönen Hotel aus in Richtung Kennebunk, wo wir direkt am Hafen in einem sehr schönen und gemütlichen Restaurant einen leckeren Burger verspeisten und den Tag ausklingen ließen.


Tag 4: Kennebunkport - North Conway - West Lebanon bei Regen


Der heutige Tag sollte uns in die bekannten White Mountains führen, doch war uns das Wetter leider nicht hold. Zunächst legten wir dem Rat unseres Reiseführers folgend einen kleinen Zwischenstopp in Portland ein und schlenderten dort durch die Stadt. Aus meiner Sicht lohnt sich das aber nicht. Weiter ging es dann in Richtung North Conway, wo wir in einen riesigen Stau gerieten, wo Auto an Auto stand. Am Straßenrand reihte sich Shop an Shop bzw. Fressbude an Fressbude. Auf mich wirkte North Conway wie der klassische Touristenort schlechthin. Hätten wir das Superior-Hotel gebucht, hätten wir dort übernachtet, aber so mussten wir wieder ein Stückchen gen Süden fahren nach West Lebanon. Erst machten wir aber noch einen kleinen Abstecher nach Jackson zur berühmten überdachten Honeymoon Bridge. Nach dem einen obligatorischen Foto hielt uns allerdings nichts mehr hier. Auch die Erkundung der White Mountains musste für heute ausfallen, da es sehr bewölkt war, regnete und wir durch den Stau so viel Zeit verloren hatten, dass wir es kaum geschafft hätten, uns hier noch etwas anzuschauen. Sehr schade, aber bei dem schlechten Wetter auch halbwegs zu verkraften. Auf buckligen Highways und durch die Berge fuhren wir in unser eher rustikales Hotel in West Lebanon - ein Ort, in dem außer Shopping Malls und zig Fast-Food-Läden nicht viel zu sehen ist.


Tag 5: West Lebanon - Quebec: Welcome to Canada


Die Fahrt nach Quebec zählte mit rund 450 km zu den längsten Strecken auf unserer Tour. Dennoch ließ sich die Strecke super bewältigen, da wir meist auf Interstates unterwegs waren und nicht mehr auf baufälligen Highways. Leider war auf der Fahrt nicht viel zu sehen, so war es rund um die Interstates eher eintönig, dennoch fuhr es sich deutlich entspannter als auf deutschen Autobahnen, da man in Kanada maximal 100 km/h fahren darf und dank des Tempomats entsprechend relaxt unterwegs ist. Auch der Grenzübergang nach Kanada verlief völlig problemlos - kein Vergleich zur Einreise zurück in die USA... Die Zollbeamten waren freundlich, gaben uns einen Stempel in den Reisepass, wünschten uns noch eine schöne Reise und winkten uns auch schon durch nach Kanada. Da könnten sich die meisten US-amerikanischen Zollbeamten sehr viele Scheiben von abschneiden.... Noch bevor wir einen Blick auf Quebec werfen konnten, erreichten wir unser Hotel, das genau wie in Boston in einem Vorort angesiedelt war. So mussten wir wieder einmal die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, um auf Entdeckungstour zu gehen. In Quebec war das allerdings sehr angenehm, da wir unterwegs aus dem Bus bereits viel von den Vororten und auch von Quebec bestaunen konnten und uns der Bus direkt in der Innenstadt absetzte.


Da wir mit dem Auto gut durchgekommen waren, nutzten wir den Rest des Tages und fuhren das erste Mal nach Quebec rein. Dort fand gerade ein großes Straßenfest statt, sodass allerlei los war und wir abends sogar noch die Gelegenheit gehabt hätten, die Band Kiss auf einem Festival zu erleben. Da machte uns nur leider das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung, denn abends begann es, heftigst zu schütten. Nachmittags aber konnten wir Quebec bei noch einigermaßen erträglichen Temperaturen und trockenen Fußes erkunden und auch gleich die Gelegenheit nutzen, uns in der Touristeninformation mit den Straßenplänen auszurüsten. Die Touristeninformation war übrigens bei jeder unserer Stationen der erste Halt, um eine ausführliche Karte der Stadt zu bekommen und am besten noch einige Tipps der dortigen Angestellten.


In einem gemütlichen und sehr vollen Irish Pub (die es in Nordamerika übrigens wie Sand am Meer gibt) ließen wir den Abend ausklingen und fuhren anschließend nur noch ins Hotel zurück. Denn schon unterwegs im Bus fing es gehörig zu schütten an, sodass uns abends nichts mehr aus dem Hotel locken konnte.


Tag 6: Quebec


Auch der sechste Tag begann zunächst mit Regen, sodass wir in Quebec in Ruhe frühstücken und besseres Wetter abwarten konnten. Als es nicht aufhörte zu regnen, besorgte sich Stefan einen Schirm und wir machten uns bei abklingendem Regen auf den Weg. Glücklicherweise wurde das Wetter besser, sodass wir von weiteren Regeneinlagen an diesem Tag (zunächst) verschont blieben. Dem Rat unseres Reiseführers folgend schlenderten wir entlang der alten Stadtmauer, die die ganze Altstadt Quebecs umgibt und von der aus man mitunter einen herrlichen Blick über die Stadt erhält. Bald gelangten wir zur Zitadelle, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Kurzerhand buchten wir eine einstündige Führung, die durchaus empfehlenswert war und herrliche Einblicke über Quebec und interessante Rückblicke in die Geschichte der Stadt bot.


Nach der Führung erkundeten wir die Stadt auf eigene Faust und machten uns schnurstracks zur Promenade auf, von der aus sich bereits ein gewaltiger Blick auf das Wahrzeichen Quebecs bot - das Chateau Frontenac, ein beeindruckendes Hotel der Eisenbahngesellschaft. Dort trauten wir uns sogar in den Eingangsbereich hinein und bestaunten das Ambiente und die dort ansässigen Shops, die sicherlich für unser Portemonnaie nicht allzu viel zu bieten hatten... Wir schlenderten weiter durch Vieux Quebec und suchten zum Mittagessen wieder einmal einen Irish Pub auf - schließlich kann man sich auch in Nordamerika nicht ausschließlich von Burger King, McDonalds und Kentucky Fried Chicken ernähren :-) Da wir mit dem Besichtigungsprogramm für Quebec nahezu fertig waren, stöberten wir durch den einen oder anderen Souvenir-Shop und versorgten uns mit einigen T-Shirts. Die letzte Station in Quebec war für uns das Parlamentsgebäude, das wir uns von allen Seiten beguckten. Aber da es sich zu dem Zeitpunkt schon wieder bewölkte, nahmen wir sicherheitshalber den Bus zurück ins Hotel und wurden wieder einmal von einem Wolkenbruch überrascht... So endete auch dieser Abend bei Regen im Hotel.


Tag 7: Montmorency - Montreal


Die ganze Nacht über muss es geschüttet haben wie aus Eimern, denn auf dem Weg zu unserem Mietwagen mussten wir morgens allerlei Pfützen ausweichen. Da wir in den Souvenirläden auf den Postkarten von Quebec einen wunderschönen Wasserfall entdeckt hatten, führte uns der erste Weg am Morgen zunächst nach Montmorency und zum dortigen Wasserfall. Das war zwar ein ziemlicher Umweg, lohnte sich als Abstecher aber dennoch. Um etwas Bewegung zu bekommen und Geld zu sparen, erklommen wir die Stufen zum Wasserfall zu Fuß und wurden mit einem beeindruckenden Blick zurück nach Quebec und auf den Wasserfall belohnt. Über eine Brücke konnten wir den gesamten Wasserfall überqueren, was selbst mir trotz meiner Höhenangst gelang. Beeindruckend zu sehen war, dass das Wasser vor dem Wasserfall so ruhig war, dass sich die gesamte Landschaft exakt darin spiegelte - ein herrliches Postkartenmotiv! Dank des noch sehr bewölkten Wetters war kaum Andrang beim Wasserfall, sodass wir die herrliche Aussicht nahezu in Ruhe genießen konnten. Je später es an diesem Morgen wurde, umso mehr besserte sich das Wetter, sodass wir oben beim Wasserfall angekommen die Jacken ausziehen und die Sonne genießen konnten.


Bei strahlendem Sonnenschein ging es weiter ins 280 km entfernte Montreal. Dort haben wir auch auf Anhieb unser Hotel entdeckt, und zwar mitten an einer der Hauptverkehrsstraßen und zudem am Rande von China Town. Ähnlich durchwachsen wie die Umgebung des Hotels war leider selbiges auch von innen... Immerhin konnten wir in der Stadt fast alles zu Fuß erreichen, so lag Notre-Dame-de-Montreal weniger als 10 Minuten Fußweg entfernt. Am späten Nachmittag und nach einem Wechsel der Klamotten unternahmen wir den ersten Spaziergang durch Montreal - bei 80 °F. Dabei entdeckten wir schnell, dass das bekannte und riesige unterirdische Einkaufszentrum Complexe Desjardins nur wenige Minuten von unserem Hotel entfernt lag. Auf der Einkaufsstraße machten wir auch einen Abstecher in einen Musikladen, denn nach dem fantastischen Radioprogramm rund um Boston quälte uns das Radio auf den langen Autofahrten in Kanada nur noch mit Chansons, Country oder Western, sodass wir uns unbedingt eine CD aussuchen mussten. Gleich als ich den Laden betreten hatte, fiel mir die Musik auf, die im Hintergrund lief und die Stefan als Billy Talent identifizierte - eine Band aus Montreal, aber das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Nach kurzer Beratung durch die Verkäuferin entschieden wir uns für das Album Billy Talent II, das von diesem Tage an während der Autofahrten in "heavy rotation" lief und für mich seitdem zur ganz persönlichen Flitterwochenmusik avanciert ist. Immer wenn ich heute Billy Talent höre, denke ich an Nordamerika und den einmalig schönen Urlaub zurück.


Tag 8: Montreal - die ehemalige Olympiastadt


Auch dieser Tag begann mit heftigem Regen morgens beim Frühstück. Da sich die Lage auch gar nicht besserte, zogen wir mit aufgespannten Schirmen los und folgten dem Spaziergang, den unser Reiseführer vorschlug. Dieser führte uns zunächst zu einigen der schönsten Kirchen der Stadt, nämlich zur Cathedrale Marie-Reine-du-Monde, die aussieht wie eine verkleinerte Version des Petersdoms in Rom, direkt daneben steht das älteste Gebäude am Platz, die Èglise anglicaine St.-George. Später besichtigten wir natürlich noch Notre-Dame-de-Montreal, die wunderschöne Kirche mit dem Sternenhimmel, in der Billy Talent eines ihrer Videos gedreht haben. Am Vieux Port entlang ging es weiter zum Place Jaques Cartier, wo wir wie üblich die Touristeninformation aufsuchten und uns Besichtigungstipps einholten. So fuhren wir mit der Metro zum Olympiagelände von 1976, wo wir eine halbstündige ziemlich uninspirierte Führung über das Betongelände mitmachten.


Anschließend ging es zurück mit der Metro in Richtung Mont Royal, weil wir noch einen Blick über die Stadt genießen wollten. Unser erstes Ziel nahe des Mont Royal war die Basilika St.-Josephs, die wahrlich beeindruckend aussieht und von der aus man einen ersten Blick über Montreal werfen kann. Ein ziemlich langer Spaziergang führte uns dann zum Chateau Mont Royal, den einzig wahren Aussichtspunkt. Mir taten schon heftigst die Füße weh, dennoch entschädigte der fantastische Blick über die nachmittägliche Stadt für den weiten und anstrengenden Fußmarsch. Nach diesem Anstieg taten mir jedoch dermaßen die Füße weh, dass wir auf schnellstem Wege bergab in Richtung Innenstadt gingen, um in einem Schnellimbiss zu Abend zu essen und um danach völlig k.o. ins Hotelbett zu fallen.


Tag 9: Montreal - Ottawa


Nach einem kargen Frühstück in unserem furchtbaren Hotel sind wir aufgebrochen in die kanadische Hauptstadt, denn dort würden wir nur eine Nacht bleiben, sodass wir möglichst viel Zeit in Ottawa zur Verfügung haben wollten. Die 220 km lagen netterweise schnell hinter uns, sodass wir bereits zur Mittagszeit bei strahlendem Sonnenschein in Ottawa ankamen. Unser Hotel lag zwar in einer eher ruhigen Seitenstraße, dennoch aber nur fünf Minuten Fußweg vom Parliament Hill entfernt. Bevor wir diesen ausführlich erkundeten, besorgten wir uns entsprechende Karten und Broschüren im gegenüberliegenden Infocenter, sodass wir wieder einmal gut ausgerüstet und auf eigene Faust die Stadt erobern konnten. Jede Station rund um den Parliament Hill war in einer der kostenlosen Broschüren ausführlich beschrieben.


Unser Reiseführer empfahl für die Mittagszeit einen Besuch am Byward Market, wo sich viele Restaurants und Pubs aneinander reihen. Wir hatten Glück und bekamen einen der letzten Plätze in einem Scottish Highland Pub, den wir im Nachhinein zum besten Lokal der gesamten Reise kürten. Dort lief die Bedienung nicht nur stilecht in schicken Kilts herum, sondern dort gab es auch verschiedene schottische Biere und erstklassiges Essen zu einem guten Preis.


Gut gesättigt sind wir anschließend den Sussex Drive hoch bis zur Kathedrale Notre-Dame geschlendert, die von außen mit ihrem Silberbezug sehr futuristisch aussah, von innen aber doch stark an die gleichnamige Kathedrale von Montreal erinnerte. Auf der Alexandra Bridge sind wir über den Ottawa River spaziert und haben beim Blick zurück immer wieder den wunderschönen Parliament Hill bewundern können. Am anderen Ufer sind wir gemütlich durch eine Parkanlage entlang des Flussufers spaziert und haben auf der nächsten Brücke erneut den Fluss überquert. An weiteren Prunkbauten vorbei ging es zum Rideau Canal, wo einige Dutzend Boote gleichzeitig durch die verschiedenen Stufen der Schleuse gehievt wurden. Das war ein Schauspiel, das sich zahlreiche Touristen und Schaulustige (genau wie wir) nicht entgehen ließen.


Da unser Reiseführer empfahl, den Sussex Drive bis zum Ende hochzufahren, um dort die zahlreichen Botschaften zu bewundern, zog es uns ins Hotel zurück, um unseren schönen Ford Mustang Convertible zu holen. Bei dem herrlichen Wetter ließen wir sogleich das Dach hinab und fuhren ganz dekadent los, um durch Ottawa zu cruisen. Und da ja der Fahrer die Aussicht nicht so sehr genießen kann, mussten wir den Sussex Drive natürlich zweimal hoch- und runterfahren, versteht sich von selbst, oder? Am Ende des Sussex Drive mit all seinen prächtigen Häusern und eleganten Botschaften erwartete uns der kleine Wasserfall Rideau Falls, den wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Auch den Weg über den Ottawa River über die Alexandra Bridge haben wir nochmal mit dem Auto unternommen und uns das laue Lüftchen um die Nase wehen lassen.


Am späteren Abend machten wir uns vom Hotel nochmal auf zum Parliament Hill, da dort eine Sound-and-Light-Show geboten wurde. Typisch amerikanisch war sie ziemlich patriotisch angehaucht, aber doch immerhin schön anzusehen. Verschiedene Motive wurden an die Fassade des Parlamentsgebäudes projiziert, das in den verschiedensten Farben erstrahlte - ein tolles Erlebnis! In einem Irish Pub (was Wunder!) ließen wir anschließend den gelungenen Abend in dieser schönen Stadt ausklingen.


Tag 10: Ottawa - Toronto - Abstecher nach Klein-NY


Wieder einmal mussten wir eine lange Strecke von rund 450 km zurücklegen, um endgültig zurück in den englischsprachigen Teil Kanadas zu gelangen, nämlich in die riesige Stadt Toronto, die mich an vielen Ecken ein wenig an New York erinnerte. So taufte ich Toronto spontan Klein-NY :-) Auf dem Weg nach Toronto machten wir mittags Halt in der beschaulichen Hafenstadt Kingston und bummelten dort gemütlich bei Sonnenschein am Hafen entlang und durch die prächtigen Straßen der Altstadt. Dieser kleine Abstecher hat sich wahrlich gelohnt. Weiter ging es nach Whitby, wo laut unserem Reiseführer von Meier's Weltreisen ein Miniaturpark zu finden sein sollte. Dort angekommen, mussten wir allerdings erfahren, dass dieser längst geschlossen hat. Ich fand das ziemlich enttäuschend und hoffe, dass Meier's Weltreisen ihre Reiseinfos bald entsprechend aktualisiert...


Am späten Nachmittag kamen wir schließlich an unserem Hotel an, das nahe Chinatown und direkt an der Yonge Street liegt und damit am "Klein-Times-Square". Entsprechend war auch der Geräuschpegel im Hotel, und das, obwohl wir ein Zimmer im 13. Stock hatten... Nach dem Einchecken zog es uns gleich wieder hinaus, um die Stadt zu erkunden. So haben wir einen ausgiebigen Spaziergang in Richtung Downtown unternommen - hierbei haben wir schon gemerkt, dass Toronto etwas größer ist als die bisherigen Stationen unserer Reise, denn die Füße lahmten bereits auf dem Hinweg ein wenig. Durch die Wolkenkratzerschlucht ging es zur Union Station, wo wir im Untergeschosse nach langer Suche endlich eine Touristeninformation mit einer sehr engagierten, aber auch nervig-übermotivierten Angestellten fanden, die uns immerhin aber mit zahlreichen Karten und Broschüren ausstattete. Erst am späten Abend - nach einem zwischenzeitlichen Abendessen - gingen wir zum CN-Tower, der zu dem Zeitpunkt noch den höchsten Aussichtspunkt der Welt bot. Wir buchten für 26,99 Dollar pro Person eine Fahrt hoch bis zum Sky Pod, wo man in 447 Metern Höhe einen Blick auf die beleuchtete Stadt werfen konnte. Dieser fantastische Ausblick entschädigte uns immerhin für die mehr als halbstündige Wartezeit, die wir vom ersten Aussichtspunkt in Kauf nehmen mussten, um hochfahren zu können zum Sky Pod.


Tag 11: Toronto bei Regen


Morgens begannen wir den Tag mit einem sehr ausgiebigen Frühstück im Hotel. Insgesamt drei riesige Pancakes bereiteten mich auf den Besichtigungsmarathon vor. Doch angesichts der weiten Wege in Toronto und aufgrund der eher durchwachsenen Wetterlage entschieden wir uns, eine Hop on/Hop off-Tour mit einem Doppeldeckerbus zu buchen. Zunächst fuhren wir in Nord-Süd-Richtung durch die Stadt und genossen fast zwei Stunden lang die Aussicht auf die Wolkenkratzer und die Sehenswürdigkeiten Torontos. Erst bei der zweiten Runde entschieden wir uns, am Casa Loma auszusteigen. Dort wollten wir eigentlich nur ein knappes Stündchen bleiben und uns die prunkvollen Räume in dieser Villa begucken, am Ende waren wir dann aber doch volle zwei Stunden dort. Bekannt ist das Casa Loma übrigens dadurch, dass Szenen aus zahlreichen Filmen (wie z.B. Chicago oder auch Babynator) dort gedreht worden sind. Die alte Villa beeindruckte uns sehr, nicht nur waren die Zimmer nahezu komplett eingerichtet, sondern auch die Gartenanlage war einen Abstecher wert.


Am Nachmittag sind wir bei einsetzendem Regen in die Ost-West-Tour umgestiegen - eine weise Entscheidung, denn die fuhr mit einem geschlossenen Bus, was sich angesichts des nun einsetzenden Regengusses als Glücksfall erwies. So richtig begeistern konnte uns diese Tour allerdings nicht, teilweise überschnitt sie sich mit der bereits gefahrenen Route, zudem lockte bei diesem Sauwetter auch nicht der Ausstieg am Strand. Wir fuhren immerhin durch die verschiedenen Bezirke wie Chinatown, Little India oder Little Italy, wo die dort ansässigen Einwanderer einem ganzen Viertel ihren charakteristischen Stempel aufgedrückt haben. Nach dieser Tour stiegen wir praktisch direkt vor dem Hotel aus und erkundeten anschließend das Eaton Center, das nur rund fünf Minuten Fußweg vom Hotel entfernt war. Leider muss ich ja gestehen, dass ich all diesen riesigen Malls und Einkaufszentren, die stets eisgekühlt waren, nichts abgewinnen konnte.


Tag 12: Toronto - Niagarafälle


Nach einem leckeren, aber auch sehr mächtigen Frühstück in unserem erklärten Lieblings-Coffeeshop Tim Horton's haben wir uns auf die nur rund 160 km lange Fahrt zu den Niagarafällen gemacht. Dort waren wir im kanadischen Niagara Falls eingebucht, sodass wir die schönen Wasserfälle von der viel attraktiveren kanadischen Seite aus erleben konnten. Bereits gegen 12 Uhr mittags kamen wir in unserem Hotel an, konnten aber leider noch nicht einchecken. Stattdessen nahmen wir den kostenlosen Shuttlebus in Anspruch, mit dem wir direkt zu den Attraktionen kutschiert wurden. Schon um kurz vor 13 Uhr kamen wir am Fuße der wunderschönen kanadischen Horseshoe-Falls an, wo wir die hinabfallenden Wassermassen hautnah erleben konnten. Schon hier bekamen wir die ersten Tropfen "Mist" ab, was meinem Mann ein wenig die gute Laune verdarb. Immerhin hatten wir an diesem Tag schwülheiße 30 °C, sodass mir die kleine Abkühlung von den Wasserfällen eigentlich ganz gelegen kam. Dummerweise nur tropfte die Linse meiner Digitalkamera bei den Niagarafällen so voll, dass bis heute Reflexe auf den Fotos zu sehen sind, sehr ärgerlich. Auch meine Sneaker waren nachmittags so durchnässt, dass ich sie in Niagara Falls zurücklassen musste.


Langsam und gemütlich schlenderten wir die Promenade entlang, von der aus wir einen fantastischen Blick auf den kanadischen Teil der Fälle hatten und auch den amerikanischen Fällen immer näher kamen. Glücklicherweise standen an der Maid of the Mist kaum Menschen an, sodass wir schnell unsere Gutscheine einlösten, uns in die schicken blauen Plastiktüten hüllten und uns an Bord eines der Schiffe begaben. Dort blieben wir in der unteren Etage stehen, wo wir einen Platz an der Reling erobern konnten, sodass wir direkt am Geschehen dran waren. Als es dann losging, habe ich am Anfang noch zahlreiche Fotos gemacht, nur wurde mir das zu heikel, als wir uns den Horseshoe Falls genähert haben. Dort schlug uns nämlich ein solcher Dunst entgegen, dass ich meine Kamera lieber in der Hosentasche unter dem Plastikumhang verstaute. Mit Macht stemmte sich das Schiff gegen die Wasserfluten der kanadischen Fälle und brachte uns so nah wie möglich an die Fälle heran. Hier rauscht und dröhnt es, wird immer nasser und lauter, aber erst dann hat man das Gefühl, wirklich an den Niagarafällen angekommen zu sein. Ich fand die Fahrt mit der Maid of the Mist einfach nur beeindruckend und würde das jederzeit wiederholen!


Weil ich mich immer noch nicht von den Fällen trennen konnte - meinem Mann dagegen reichte es bereits -, schlenderten wir die Promenade noch einmal zurück zu dem Punkt, an dem der Shuttlebus uns abgesetzt hatte. Erst am späteren Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Niagara-on-the-Lake, ein beschauliches und sehr imposantes und prächtiges Küstenstädtchen in der Nähe vom lauten und touristischen Niagara Falls. Dank des wunderschönen Wetters konnten wir die Fahrt nach Niagara-on-the-Lake bei offenem Verdeck genießen. Dort angekommen sind wir gemütlich durch die Prachtstraßen flaniert, haben diverse Souvenirläden durchstöbert, uns beim Bäcker ein leckeres süßes Teilchen gegönnt und sind dann die gesamte Queen Street entlang spaziert, wo auf der rechten Seite nur die Ausläufer eines Golfplatzes zu sehen waren, linkerhand aber eine Prachtvilla neben der anderen stand. Hier hätte ich mir jedes einzelne Häuslein gut als Alterssitz vorstellen können :-)


Zurück in Niagara Falls haben wir uns einmal mehr auf die Suche nach einem schönen Pub gemacht, in dem wir zu Abend essen konnten. Und wieder einmal sind wir in einer Seitenstraße in einem Irish Pub fündig geworden, der wirklich exzellentes Essen angeboten hat. Später haben wir die turbulente Innenstadt erkundet, die abends in beleuchtetem Zustand an ein riesiges Volksfest erinnerte bzw. an die Touristenorte auf den kanarischen Inseln, wo ein Souvenirshop neben dem anderen zu finden ist und zwischendurch einige Spielhöllen eingestreut sind. Dort sind wir jedenfalls schnell unsere letzten kanadischen Dollar losgeworden und haben dafür spottbillige T-Shirts erstanden. Abends fand über den Niagarafällen ein sehenswertes Feuerwerk statt. Direkt im Anschluss daran sind wir auf den Skylon Tower gefahren, um einen Blick von oben auf die beleuchteten Fälle zu genießen. Leider war die Aussichtsplattform oben aber so erleuchtet, dass man sich schon nach draußen begeben musste, um überhaupt einen Blick auf die Umgebung werfen zu können. Und zu diesem Zeitpunkt zog bereits ein heftiges Unwetter auf, sodass es dort zugig und eiskalt war und wir es draußen nur wenige Minuten ausgehalten haben. Aber hinterher ist man immer schlauer. Beim nächsten Mal würde ich den Skylon Tower tagsüber aufsuchen, wenn nicht die Beleuchtung des Souvenirshops die Sicht nach draußen versperrt... Den Rückweg ins Hotel verhinderte dann schließlich das heftige Unwetter, das es nicht möglich machte, auch nur einen Schritt vor die Tür zu setzen, so sehr hat es gestürmt und geregnet.


Tag 13: Rückkehr in die USA: Niagara Falls - Bedford


Bei weiterhin strömendem Regen machten wir uns auf die 455 km lange Fahrt nach Bedford. Zunächst überquerten wir die Rainbow Bridge, die normalerweise einen Blick auf die kanadischen Horseshoe Falls erlaubt hätte, doch diese verbargen sich an diesem Tag hinter heftigem Regen, Nebel und Wolken. Am Ende der Rainbow Bridge wartete der US-amerikanische Zoll auf uns. Dort umkreisten gleich mehrere Zollbeamte unseren Wagen, während ein weiterer unsere Ausweise checkte und fragte, ob wir denn Waffen oder Drogen dabei hätten. Außerdem wollte er wissen, was wir in Kanada zu suchen gehabt hätten und wann wir denn wieder zurückfliegen würden. Er ließ sich tatsächlich unsere Rückflugtickets zeigen, winkte uns dann aber glücklicherweise doch durch in die USA. So unfreundlich bin ich am Zoll noch nie behandelt worden, aber man ist ja froh, wenn man zumindest am Ende durchgewunken und nicht zurückgewiesen wird...


Erst am späten Nachmittag kamen wir in Bedford an, obwohl wir unterwegs nichts besichtigt haben und nur zweimal zum Tanken und Essen gestoppt haben. In der Nähe unseres Hotels war leider der Hund begraben. Eigentlich wollten wir noch ins Kino, aber laut Auskunft der netten Dame an der Rezeption hätten wir dafür etwa 30 km auf einer steuerpflichtigen Straße zurücklegen müssen. Also entschlossen wir uns stattdessen, etwas Ordentliches zu essen und den Abend bei einem kühlen Bier im Hotel ausklingen zu lassen. So kehrten wir in einem Denny's ein und schlugen uns die Bäuche voll. Schwieriger war allerdings die Suche nach einem Liquor Store, den es in diesem Staat offensichtlich nicht gibt. Auch die Supermärkte haben keine Lizenz zum Verkauf von Alkohol und führten nicht einmal simples Bier im Sortiment. Nach längerer Suche fragten wir schließlich an einer Tankstelle, wo wir denn ein Bier kaufen könnten. Dort konnte uns weitergeholfen werden: Wir müssten in eine Kneipe gehen und dort ein Sixpack kaufen. So fuhren wir zurück in Richtung Hotel und hielten an einer sehr dubios wirkenden Bar, wo wir schließlich zu einigermaßen normalen Preisen ein Sixpack erstehen konnten. Bestimmt 10 Meter Kühlschrank waren dort mit Sixpacks gefüllt - die nur darauf warteten, von Touris wie uns gekauft zu werden. Für mich war das ein Erlebnis der besonderen Art an diesem doch eher alltäglichen Reisetag :-)


Tag 14: Bedford - Gettysburg - Washington D.C. - leider ein Freitag


Da mein Mann unbedingt einen Abstecher nach Gettysburg unternehmen wollte, standen wir ausnahmsweise früh auf, um zeitig auf die 235 km lange Strecke zu kommen. Erst am späten Vormittag kamen wir in Gettysburg an, wo wir eine geschlagene halbe Stunde nach der Touristeninformation suchen mussten, die sich leider nicht dort befand, wo unser Reiseführer sie angekündigt hat. Als wir das Infocenter schließlich gefunden hatten, um uns dort mit dem nötigen Material zu versorgen, um die 17 Meilen lange Besichtigungsstrecke in Angriff zu nehmen, wurde uns leider gesagt, dass die Strecke total überfüllt wäre, weil es schließlich Freitag war. Wir hätten dafür zwei bis drei Stunden einplanen müssen - Zeit, die uns in der Hauptstadt gefehlt hätte. Also sind wir schweren Herzens wieder abgefahren und haben uns auf den Weg nach Washington gemacht. Wirklich schade, dass wir die historischen Stätten von Gettysburg nicht besichtigen konnten, das wäre an einem anderen Wochentag sicherlich nicht passiert.


In Washington sind wir leider auch noch mitten in die Rush Hour geraten, sodass wir dort erneut Zeit verloren haben. Erst am frühen Nachmittag konnten wir in unser ziemlich hässliches Hotelzimmer einchecken. Nach kurzer Stärkung im Burger King haben wir ein Ticket für eine der bekannten Hop on/Hop off-Touren gekauft, die in Washington drei verschiedene Strecken anbot. Bei etwa 35 °C und strahlendem Sonnenschein saßen wir somit in praller Sonne im Doppeldeckerbus und ließen uns an den Sehenswürdigkeiten von Washington vorbei kutschieren. Leider hatten wir in der Hauptstadt nur eine einzige Übernachtung, sodass wir keine Attraktion besichtigen konnten. Erst nachdem wir zwei der Routen absolviert hatten, sind wir in der Nähe des Washington Monuments ausgestiegen, um am Reflecting Pool Fotos zu machen und vom Washington Monument den fantastischen Blick auf das Capitol zu genießen. Anschließend sind wir von dort zum Weißen Haus gelaufen, wo uns bewaffnete Cops mit Trillerpfeifen in die Schranken gewiesen haben, sodass wir nur aus großer Entfernung vom Rasen aus einen Blick auf das Haus des amerikanischen Präsidenten werfen konnten. Komischerweise kam man von der anderen Seite direkt an den Zaun zum Grundstück heran?! Einen Teil der bekannten Mall - also dem Fußweg vom Washington Monument zum Capitol, sind wir noch abgewandert, bevor wir nach kurzer Stärkung bei Subway zurück ins Hotel gelaufen sind. Dort fielen wir abermals mit müden Füßen ins Bett.


Tag 15: Washington D.C. - Philadelphia


An diesem Morgen hieß es wieder einmal früh aufstehen, denn wir wollten unbedingt noch die letzte ausstehende Busroute in Washington abfahren. So machten wir uns zeitig zu Dunkin Donuts auf, um die erste Tour durch Georgetown zu erwischen. In einem fast leeren Doppeldeckerbus kurvten wir dann durch den imposanten und mondänen Stadtteil Georgetown und an den bekanntesten und teuersten Hotels Washingtons vorbei. Zurück an der National Portrait Gallery sind wir ausgestiegen und zurück ins Hotel, um dort auszuchecken. Denn uns erwartete ja noch eine 225 km lange Tour in die Rocky-Stadt Philadelphia. Unser Reiseführer von Meier's Weltreisen bot als Alternative zu der kurzen Route eine etwas längere Strecke an, die uns durch ein Amish Village geführt hätte. Doch da wir erst am späten Vormittag in Washington starten konnten und auch in Philadelphia nur eine Übernachtung zur Verfügung hatten, fuhren wir auf direktem Wege in unsere Zielstadt Philadelphia. Am liebsten wäre ich allerdings noch mindestens eine Nacht in Washington geblieben. Nicht etwa, weil das Hotel so gemütlich war, sondern weil ich gerne einige der Attraktionen besichtigt hätte. So sind wir an den Monumenten, am Capitol oder am Arlington National Cemetary immer nur vorbei gefahren. Eins ist also klar: Irgendwann werden wir nochmal nach Washington fliegen und dann einige Tage lang diese imposante und wunderschöne Stadt erkunden!


Aber auch Philadelphia geizte nicht mit seinen Reizen. So wurden wir nachmittags bei der Ankunft am Hotel mit strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen begrüßt. Wir hätten also auch gut und gerne den hoteleigenen Outdoor-Pool nutzen können, hätte es uns nicht direkt nach dem Einchecken zum Sightseeing gelockt. In Philadelphia ließ uns zum ersten Mal der wirklich hervorragende Reiseführer von Aldi im Stich, da er mit keinem Stadtplan aufwarten konnte und somit auch keinen Fußweg an den bekannten Sehenswürdigkeiten entlang vorschlug. Glücklicherweise lagen bereits im Hotel zahlreiche Pläne der Stadt aus, sodass wir uns gleich auf den Weg in Richtung City Hall machen konnten. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten: Wären wir vom Hotel aus in die andere Richtung gegangen, wären wir in nur fünf Minuten am „Rocky Denkmal“ gewesen, also an den Treppenstufen, die Rocky im Film so energisch hochspurtet, um von oben einen einmaligen Blick auf die Skyline Philadelphias zu genießen. Diesen Anblick erhaschten wir erst abends auf dem Rückweg ins Hotel...


Zunächst machten wir uns auf zum Stadtzentrum. An wunderschönen Parkanlagen vorbei und einem witzigen Love-Monument, unter dem wir uns natürlich fotografieren ließen, machten wir zunächst einen kurzen Abstecher in eine Kathedrale, wo vor der Tür ein gepflegter Rolls-Royce stand. Ein Blick in die Kirche zeigte uns, dass dort gerade eine Trauung stattfand und wir draußen das Brautauto gesehen hatten. Aber das war nur das erste von drei Brautpaaren, die wir an diesem Tag sehen sollten, denn vor der City Hall posierten zwei weitere Paare, die offensichtlich frisch getraut waren.


Wieder einmal hatten wir leider wenig Zeit für Sightseeing, sodass wir die berühmte Independence Hall nur von draußen bewundern konnten. In die ewig lange Schlange zur Sicherheitskontrolle wollten wir uns nicht einreihen. Auch Liberty Bell bewunderten wir nur kurz durch die Fensterscheibe, bevor wir einen kleinen Abstecher zum Delaware River machten, wo gerade eine Art Jazzfestival stattfand und das Leben tobte. Ohne konkretes Ziel schlenderten wir gemütlich durch die berühmten „Streets of Philadelphia“ und ließen die schöne Stadt auf uns wirken. Bevor wir uns abends wieder zurück zum Hotel begaben, suchten wir uns noch einen gemütlichen Pub am Rande der Straße, wo wir draußen bei lauschigen Temperaturen unser Abendessen und ein lokales Bierchen genossen. Als es schon dunkel wurde, gingen wir langsam zum Rocky Denkmal und kamen dort zur gleichen Zeit an wie ein Bus mit lauter japanischen Touristen. Stilecht liefen wir die Treppenstufen hinauf, um es unserem Filmidol gleichzumachen. Und so wurden wir oben mit einem fantastischen Blick auf die beleuchtete Stadt belohnt. Dort fanden wir auf dem Boden Rocky Fußabdrücke, nur leider nicht die Rocky-Statue. Glücklicherweise lief uns noch ein netter Einheimischer über den Weg, der uns den Weg zum Rocky-Denkmal wies, das am Fuße der Treppenstufen etwas seitlich verborgen steht. Dieses Denkmal war dann der krönende Schlusspunkt für diesen Tag.


Tag 16: Auf nach New York


Ohne Frühstück brachen wir in Philadelphia auf, um unterwegs den ersten „Food Exit“ zu nehmen und bei Dunkin Donuts einzukehren. Dort stärkten wir uns für die letzten Kilometer, die uns von der Millionenstadt New York trennten. Außerdem losten wir beim Frühstück aus, wer es denn von uns beiden wagen müsste, uns ins hektische Zentrum Manhattans zu fahren. Glücklicherweise fiel Stefan dieses Los zu, sodass ich halbwegs entspannt auf der Beifahrerseite nach Manhattan gelangte. Schon von weitem konnte ich die beeindruckende Skyline ausmachen, die mir bereits die Tränen in die Augen trieb. Wie lange hatte ich davon geträumt, einmal durch Manhattan zu schlendern und diese faszinierende Stadt zu erleben?


Doch zuvor mussten wir noch die Rush Hour überstehen und einen langen Stau vor dem Lincoln Tunnel überwinden. In Manhattan angekommen fiel dann erstmal unser Navi aus, weil es in den engen Straßenschluchten meist kein GPS-Signal empfangen konnte. Mir brachen selbst auf dem Beifahrersitz die Schweißperlen aus, denn wir hatten keine Ahnung, wie wir zum Hotel gelangen konnten und befanden uns mitten unter hunderten von gelben Taxen, die wild die Spuren wechselten, ständig hupten und fuhren wie die gesenkten Säue. Ein solches Chaos wie in den Straßen Manhattans habe ich noch nie erlebt und möchte es auch eigentlich nicht mehr erleben... Mit viel Glück und schweißgebadet kamen wir schließlich an unserem Hotel direkt gegenüber der Penn Station an. Nur leider war nirgends eine Ladezone in Sicht, in der man mal hätte halten können zum Einchecken. Also lief ich mit unseren Reiseunterlagen ins riesige Foyer und hatte das große Glück, dass gerade niemand an der Rezeption wartete, sodass ich ohne Wartezeit einchecken konnte. Genauso schnell lief ich wieder auf die Straße und holte den ersten 23 kg schweren Koffer, den ich auf unser Zimmer im neunten Stock brachte. Das gleiche Prozedere wiederholte ich auch mit dem zweiten Koffer, bevor wir uns auf den Weg zur Autovermietung machten, um endlich unseren Wagen abzuliefern. Eigentlich war der Ford Mustang ja ein echtes Schmuckstück, von dem wir uns beide kaum trennen konnten, doch in Manhattan sollte man wahrlich nicht den Fehler machen, ein Auto mitzubringen...


Nachdem wir unseren Wagen heil zurückgegeben hatten, haben wir uns erst einmal einen Kaffee bei McDonalds und eine kleine Stärkung gegönnt. Langsam sind wir zu Fuß ins Hotel zurück, das gar nicht so weit von der Autovermietung entfernt lag. Dabei schlenderten wir schon ein Stück auf der 5th Avenue entlang und überquerten schließlich den Times Square. Für mich ging in diesem Moment ein Traum in Erfüllung, denn schon immer habe ich von dieser Stadt geträumt und die Wirklichkeit übertraf nochmal alle meine Vorstellungen. Zwar ist Manhattan schrecklich hektisch und ich würde dort auch nie leben wollen, doch dort zwischen den Wolkenkratzern entlang zu laufen, die Menschen um einen herum zu beobachten, die Nobelboutiquen auf der 5th Avenue zu bewundern – das fand ich alles absolut faszinierend.


Zurück im Hotel fiel mir ein, dass wir am Times Square nach vergünstigten Tickets für den Broadway schauen wollten, also sind wir am späten Nachmittag nochmal losgestapft, um am TKTS-Stand nach vergünstigten Tickets zu fragen. Geeinigt hatten wir uns darauf, es mit dem Musical „Chicago“ zu versuchen, doch am TKTS-Stand konnten wir nur noch Plätze mit eingeschränkter Sicht bekommen und das auch nur für 20 % Ermäßigung. Da wir noch zwei weitere ganze Tage in Manhattan hatten, haben wir abgelehnt und wollten uns schon wieder auf den Rückweg zum Hotel machen, als ich einen Mann etwas von „Chicago 50 % off“ rufen hörte. Also sind wir zu dem Mann hin und haben ihn befragt, wie man denn als Tickets zum halben Preis käme. Er drückte uns daraufhin einen Gutschein in die Hand und schickte uns damit zum Ambassador Theatre, wo das Musical aufgeführt wird. Dort sollten wir im Vorverkauf Tickets zum halben Preis bekommen. Und tatsächlich: Für Dienstag konnten wir Karten in der vierten Reihe erstehen, die umgerechnet nur rund 50 Euro gekostet haben!


Für den ersten New-York-Abend wollten wir ins Kino gehen und machten uns auch gerade auf den Weg, um Karten für den neuen Harry-Potter-Film zu kaufen, als ein heftiges Gewitter einsetzte. Mit Glück konnten wir uns in den Eingang eines Theaters retten, wo wir halbwegs geschützt vor dem heftigen Regen standen. Eine gute halbe Stunde lang lauschten wir dem dramatischen Donner, der von den Wolkenkratzerschluchten sogar noch verstärkt wurde. Hinterher waren sämtliche Straßen überflutet, aber immerhin war es nicht mehr so schrecklich stickig und schwül wie zuvor. Wir fanden dann tatsächlich ein Kino, das Harry Potter zeigte, sodass wir den Abend bei einer riesigen Tüte Popcorn im Kino ausklingen lassen konnten.


Tag 17: Madison Square Garden und Skyscrapers


Morgens machten wir eine All Access Tour durch den Madison Square Garden, bei dem wir nicht nur einen Blick in die Kabinen der Eishockey- und Basketball-Teams werfen konnten, sondern auch in eine der edlen Promilogen gingen und das besondere Flair des Madison Square Garden erschnuppern konnten. Durch Zufall hörten wir bei der Tour, dass abends Green Day – eine unserer Lieblingsbands – dort auftreten sollten. Nach der Tour begaben wir uns also gleich zum Ticketschalter und konnten tatsächlich noch Karten für das abendliche Konzert ergattern, wenn auch Karten mit eingeschränkter Sicht, da unsere Plätze seitlich von der Bühne lagen, sodass wir den Sänger nur von hinten bewundern konnten.


Nach diesem erneuten Erfolgserlebnis haben wir erstmal zum Spottpreis die traditionellen Levi's geshoppt und sind dann zur 5th Avenue geschlendert und haben uns die bekanntesten und beeindruckendsten Wolkenkratzer und Gebäude angesehen, wie z.B. das Chrysler Building oder das Empire State Building. An der Prunkstraße kehrten wir in den Trump Tower ein und bewunderten das mehrstöckige, edle Foyer, in dem sich über fünf Etagen ein Wasserfall ergießt. Unser anschließender Abstecher in den Central Park fiel leider kurz aus, da wir ein weiteres Unwetter herannahen merkten und wir uns deswegen nur kurz im südlichen Teil des Parks aufhielten, um uns dann schnell zu einem Starbucks zu retten, als ein erneutes Gewitter einsetzte. Als das Wetter wieder besser war, sind wir zurück ins Hotel, um unsere Einkäufe abzuladen, doch dann fing es erneut an zu schütten, sodass unser Aufenthalt im Hotel länger ausfallen musste als geplant. Glücklicherweise war uns das Wetter danach hold, sodass wir noch einen Abstecher zum Flatiron Building machen konnten. Für den abendlichen Imbiss dagegen blieb wenig Zeit, denn dann begann auch schon das Konzert im Madison Square Garden mit den Kaiser Chiefs als Vorband. Insgesamt zweieinhalb Stunden lang rockten Green Day die ausverkaufte Halle und sorgte für eine Bombenstimmung. Das Konzert wird uns sicherlich immer im Gedächtnis bleiben, denn wann hat man schonmal die Gelegenheit, eine seiner Lieblingsbands im New Yorker Madison Square Garden zu erleben?


Tag 18: Einmal Staten Island und zurück, südliches Manhattan und Broadway


Heute klingelte der Wecker wieder einmal etwas früher, denn wir haben schon zeitig die Subway ins südliche Manhattan genommen. Von dort haben wir direkt die Pendler-Fähre nach Staten Island bestiegen, die auf ihrer knapp halbstündigen Fahrt an Liberty Island vorbeikommt, sodass man von der Reling aus schöne Fotos mit der Freiheitsstatue im Hintergrund machen kann. Natürlich bekommt man sie von der kostenlosen Fähre nicht so gut zu sehen wie von Liberty Island selbst, doch wer einmal die ewig langen Schlangen an der Sicherheitskontrolle für die Fähre nach Liberty und Ellis Island gesehen hat, überlegt sich zweimal, ob er wirklich direkt zur Freiheitsstatue fahren möchte... Schon gegen halb zehn vormittags war selbige Schlange sicherlich beeindruckende 100 bis 150 Meter lang. Auf der Rückfahrt von Staten Island konnten wir bei der Anfahrt nach Manhattan die immer näher rückende Skyline bewundern, die früher einmal vom World Trade Center dominiert wurde.


Zurück in Manhattan sind wir durch Battery Park City gelaufen, entlang der beeindruckenden Gebäude des World Financial District. Durch den Wintergarten haben wir einen Blick auf die emsigen Bauarbeiten am Ground Zero geworfen, wo immer noch Reste des Gerippes vom früheren Word Trade Center stehen. An der Riesenbaustelle vorbei sind wir in Richtung Wallstreet spaziert, haben vor dem bekannten Bullen posiert und sind weiter in Richtung Pier 17. Von dort zog es uns zur City Hall und zur beeindruckenden Brooklyn Bridge. Da unsere Füße schon ein wenig lahmten und schmerzten, sind wir nicht die gesamte Brooklyn Bridge entlang spaziert, sondern haben nur einen kurzen Abstecher auf die schicke Brücke unternommen. Anschließend haben wir uns von der Subway zur Grand Central Station befördern lassen, wo wir im Untergeschoss den wohl größten Burger unserer gesamten Rundreise verspeist haben. Mein Mann hat sogar das Abendessen ausfallen lassen müssen, weil er dann immer noch satt war. Allerdings wurden wir zum Abschluss auch mit dem wohl ekligsten Bier der gesamten Tour "belohnt" – einem Brooklyn Lager. Auf jeden Fall Finger weg von diesem Gesöff!


Nach dem ausgiebigen Mittagessen haben wir nach kurzem Abstecher zum rosafarbenen Lipstick Building im Central Park einen langen Verdauungsspaziergang unternommen. An diesem Tag war es zwar wieder schwülwarm, doch hielt sich das Wetter glücklicherweise, sodass wir den unteren Teil der schönen Parkanlage erkunden konnten. Nach dem langen Spaziergang haben wir im M&M-Store am Times Square Souvenirs für unsere Familien eingekauft und sind dann mit müden Füßen zurück im Hotel angekommen. Da unsere Füße wirklich schmerzten, sind wir abends mit der Subway zurück zum Broadway gefahren, obwohl das Musicaltheater gerade einmal neun Blocks von unserem Hotel entfernt lag... Der Besuch im Musical „Chicago“ am Broadway war schließlich der krönende Abschluss unseres beeindruckenden New York-Aufenthalts. Müde und glücklich kamen wir abends zurück ins Hotel und hatten beide keinerlei Motivation mehr, um das Internetcafé in unserem Hotel aufzusuchen, um für den Flug am anderen Tag Sitzplätze zu reservieren. Stattdessen sind wir nur noch ins weiche Bett gefallen.


Tag 19: Zurück nach Good Old Germany


Am späteren Vormittag checkten wir nach einem letzten Frühstück bei Tim Horton's aus dem Hotel aus und warteten auf den Shuttlebus, der uns zum Flughafen JFK befördern sollte. Wir bestiegen als erste den klapprigen und recht kleinen Bus, der uns noch fast zwei Stunden durch Manhattan kutschieren sollte, um immer mehr Passagiere aufzunehmen. Die Koffer passten längst nicht mehr in den viel zu kleinen Kofferraum, sodass jeder Taschen und Tüten zwischen den Beinen stehen hatte und der Busfahrer die Koffer bis hoch an die Decke des kleinen Busses stapeln musste. Eine Vollbremsung hätte gereicht und die Passagiere in der letzten Reihe wären buchstäblich einen Kopf kürzer gewesen.... Und dafür haben wir auch noch Geld bezahlt! Beim nächsten Mal nehmen wir definitiv ein Taxi zum Flughafen, denn das kostet auch nicht mehr.


Dort angekommen begaben wir uns zum Schalter der Lufthansa und stellten uns zum Einchecken in die noch kurze Schlange. Wir mussten nicht lange warten, da kam eine Angestellte der Lufthansa auf uns zu und bat uns, neben der offiziellen Schlange zu warten, weil sie uns gerne in die Business Class upgraden würde. Wir konnten unser Glück noch nicht fassen und trauten dem Frieden nicht. Aber natürlich traten wir sofort zur Seite und harrten der Dinge, die noch kommen würden. Und tatsächlich: Da unser Flug völlig überbucht war, hatten wir das Glück, in der Business Class reisen zu dürfen. So mussten wir unsere Koffer nicht einmal selbst zur Sicherheitskontrolle bringen und konnten nach dem Vershoppen der letzten Dollar die letzten ein, zwei Stunden auf New Yorker Boden in der Lufthansa-Lounge verbringen, wo wir mit einem Gläschen Sekt, einem Whiskey und Campari-Orange gediegen auf die fantastische Flitterwochenreise anstoßen konnten. Auch kleine Häppchen, Kuchen, Obst und diverse andere Leckereien standen in der Lounge bereit, sodass wir nicht hungrig in den Flieger einsteigen mussten.


Im Flugzeug hatten wir nicht nur das Glück, in der wirklich weitläufigen Business Class zu sitzen, nein, wir hatten darüber hinaus die Sitze am Notausgang, sodass ich mich ausgestreckt sogar noch vor den Sitz hätte legen können – einmalig! Kaum saßen wir in den bequemen und riesigen Hightech-Sesseln, klappte eine Stewardess auch schon unsere Tische runter, breitete eine Serviette darüber und stellte ein Gläschen Sekt auf dem Tisch ab. Anschließend bekamen wir die Speisekarten, um unser Drei-Gänge-Menü zu wählen, und neben uns bot der Zeitschriftenständer sicherlich mehr als 20 verschiedene Zeitschriften zur Auswahl. Purer Luxus! Leider schaffte ich nur einen einzigen Film, bevor ich meinen Sessel in die Horizontale brachte, um zu versuchen, ein bisschen Schlaf zu bekommen, denn nach deutscher Zeit kam unser Flug um halb sieben morgens in Frankfurt an, für uns war es gefühlt aber kurz nach Mitternacht. Zwar konnte ich nicht schlafen, aber immerhin etwas dösen und den gelungenen und einmalig schönen Urlaub Revue passieren lassen. Was will man mehr?


Unvergesslich


Als wir die Mietwagen-Rundreise durch Nordamerika gebucht hatten, reagierten viele Freunde, Bekannte und Verwandte mit einem Kopfschütteln, weil wir freiwillig die Flitterwochen unterwegs sein wollten, um viele verschiedene Städte zu besichtigen. Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass es die beste Entscheidung war, die wir bis dato getroffen hatten und dass dieser Urlaub für mich der beeindruckendste und schönste gewesen ist, den ich je unternommen habe. Trotz 3500 km Autofahrt und 12 verschiedenen Reisezielen, ständigem Kofferumpacken und kilometerlangen Erkundungstouren per pedes durch die nordamerikanischen Städte war ich hinterher nicht nur voller Eindrücke, sondern auch herrlich erholt und entspannt. Diese Rundreise würde ich jederzeit weiterempfehlen, und ich werde sie ganz sicher nie vergessen!

Bilder

für Die Ostküste USA/Kanada, Boston - New York
PrudentialTower - Die Ostküste USA/Kanada, Boston
Aus dem 50. Stock vom Prudential Tower erhält man einen fantastischen Blick über Boston
von Linnie1978 Linnie1978
PrudentialTower - Die Ostküste USA/Kanada, Boston

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Kommentare

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  • belli4charlotte 31.03.2012 16:28
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh

  • tommynews 24.03.2012 00:19
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Große Teile des kanadischen Programmes habe ich selbst schon durchlebt.

  • tommynews 24.03.2012 00:19
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH abgeliefert, ging diesmal recht schnell.

  • tommynews 23.03.2012 14:50
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Spitzenbericht! BH folgt demnächst

  • Dana16w 06.03.2012 13:47
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh

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