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Pro fantastische Reiseziele, hervorragende Organisation, unvergessliche Erlebnisse
Kontra Reise war recht teuer, Hotels nicht immer gut
Detailbewertung
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Unsere Flitterwochen sollten etwas ganz Besonderes werden - nicht die üblichen zwei Wochen auf den Malediven oder irgendeiner anderen schönen Insel, sondern drei Wochen voller Sehenswürdigkeiten und voller neuer Eindrücke. Da waren mein Mann und ich uns von Anfang an einig. Schnell visierten wir Nordamerika an und entschieden uns schlussendlich für eine Mietwagenrundreise von "Meier's Weltreisen", die in Boston startete, uns gen Norden nach Kanada führte, mit einem Bogen über Toronto und die Niagarafälle zurück in die USA ging und uns schlussendlich nach New York brachte. So buchten wir die Tour "Faszinierende Ostküste USA/Kanada" und starteten am 11. Juli 2009 vom Frankfurter Flughafen aus in unsere einmalig schönen und unvergesslichen Flitterwochen...
Eigentlich wollten wir unsere Reise komplett auf eigene Faust buchen, doch als wir gesehen haben, dass Meier's Weltreisen genau unsere favorisierten Reiseziele in einer Mietwagenrundreise anbot, haben wir uns spontan für das Pauschalangebot entschieden, womit wir im Endeffekt auch sehr zufrieden waren. Wir hatten einen Direktflug mit Lufthansa in die USA und wieder zurück, hatten am Bostoner Flughafen unseren Mietwagen stehen und wussten jeden Morgen, welches Hotel wir abends anfahren mussten und konnten dessen Adresse schon ins Navi einprogrammieren - sehr praktisch, wenn man sich so rein gar nicht auskennt und auch einen Anhaltspunkt haben möchte, wie lange die Tagesroute mit dem Auto beanspruchen wird. Die Route hätten wir auch genau so gewählt, nur in Washington hätten wir sicherlich gerne mindestens eine Übernachtung mehr gehabt.
Am 11. Juli ging es für uns los in den bislang schönsten Urlaub, den wir je erlebt haben und der uns immer im Gedächtnis bleiben wird. Unser Flug nach Boston ging abends um 18 Uhr von Frankfurt los, sodass wir uns in Ruhe zum Flughafen fahren lassen konnten. Leider hatten wir es verpasst, vorher bei Lufthansa online einzuchecken, dann hätten wir nämlich bereits unseren Sitzplatz reservieren können. So erhielten wir Sitzplätze, die 17 Reihen auseinander lagen - kein idealer Beginn der Flitterwochen, zumal ich dank meiner Flugangst gerne jemanden neben mir sitzen habe, an den ich mich klammern kann... Meine Laune sank also bereits deutlich vor dem Boarding, und wir schworen uns, diesen Fehler in New York nicht zu begehen und dort frühzeitig im Internet Sitzplätze zu reservieren. (Glücklicherweise verpassten wir diese Gelegenheit auf dem Rückflug und wurden so zufälligerweise in die Business Class "upgegraded") Immerhin konnte Stefan im Flugzeug seinen Sitznachbarn dazu überreden, den Platz mit mir zu tauschen, sodass wir schlussendlich doch nebeneinander sitzen konnten.
Ausgerüstet mit dem Mustang fuhren wir also in unser Hotel bzw. versuchten es zumindest. Denn was ich nicht bedacht hatte: Unser erstes Hotel lag in der Washington Street, doch nicht in Boston, sondern im Vorort Newton. Da aber auch Boston über eine solche Washington Street verfügt, gelangten wir nach sehr aufreibender Fahrt mit einem neuen Auto in einem fremden Land in die falsche Washington Street. Erst im zweiten Anlauf ging es dann nach Newton, wo wir das Sheraton Hotel suchten, das laut unseren Reiseunterlagen unser erstes Ziel sein sollte. Doch inzwischen war das Sheraton umbenannt in Crown Plaza... So suchten wir auch in Newton erstmal vergeblich nach dem anvisierten Hotel, sodass wir entsprechend geschafft und entnervt in unserem ersten Hotel ankamen.
Tag 2: Boston - Auf dem Freedom Trail
Mittags suchten wir uns ein kleines Bistro nahe der North Church Street, wo wir uns mit einem Sandwich für den restlichen Weg des Freedom Trail stärkten. Leider mussten wir nach einem längeren Fußmarsch am Pier 1 feststellen, dass die Menschenschlange zur Besichtigung der USS Constitution so lang war, dass wir nicht in der prallen Sonne eine geschlagene Stunde darauf warten wollten, das traditionsreiche Schiff zu besteigen. Und so schlenderten wir stattdessen gemütlich durch den Boston Common - einen riesigen und wunderschönen Park im Herzen der Stadt. Nach einem Blick in unseren Reiseführer beschlossen wir, die restliche Zeit des Tages zu nutzen und uns Back Bay anzusehen, den altehrwürdigen Stadtteil mit seinen wunderschönen Flaniermeilen. Die Commonwealth Avenue ist die Bostoner Variante der Pariser Champs-Èlysées, südlich davon findet sich die teuerste Einkaufsstraße. Als sprichwörtlichen Höhepunkt des Tages gönnten wir uns vom Prudential Tower aus dem 50. Stock einen Blick über das sonnige Boston. Aus der Höhe erhält man auch einen Blick auf das benachbarte Cambridge, das nur durch den Charles River von Boston getrennt ist und wo sich die traditionsreiche Eliteuniversität Harvard befindet.
Natürlich konnten wir nicht nach Norden aufbrechen, ohne vorher einen Abstecher zur vielleicht berühmtesten Universität der Welt unternommen zu haben. So fuhren wir am Morgen des dritten Tages mit dem Bus ins Zentrum von Cambridge, wo an der Haltestelle Studenten aus Harvard Werbezettel für ihre inoffizielle Hahvahd-Tour verteilten, die kostenlos angeboten wird. Wir schlossen uns einer Gruppe an, die von zwei Studentinnen geleitet wurde und die uns über den schönen und weitläufigen Campus der Eliteuniversität führte. Von den beiden Studentinnen erfuhren wir einige Anekdoten über die Universität, beispielsweise die Entstehungsgeschichte der Widener Memorial Library oder dass die Mensa für die Erstsemesterstudenten als Vorbild für den Speisesaal von Hogwarts gedient habe oder dass Al Gore und Tommy Lee Jones sich als Studenten ein Zimmer geteilt haben. Nach dem Besuch des Harvard-Shops, in dem ich natürlich das eine oder andere T-Shirt erworben habe, fuhren wir zurück nach Newton, checkten aus dem Hotel aus und machten uns auf die Reise gen Norden.
Von Salem aus fuhren wir direkt bei herrlichem Sonnenschein an die Küste nach Kennebunkport, einen wunderschönen, aber teuren Ferienort, der direkt an Kennebunk angrenzt, wo die Familie Bush ihren Sommersitz hat. Abends schlenderten wir von unserem schönen Hotel aus in Richtung Kennebunk, wo wir direkt am Hafen in einem sehr schönen und gemütlichen Restaurant einen leckeren Burger verspeisten und den Tag ausklingen ließen.
Der heutige Tag sollte uns in die bekannten White Mountains führen, doch war uns das Wetter leider nicht hold. Zunächst legten wir dem Rat unseres Reiseführers folgend einen kleinen Zwischenstopp in Portland ein und schlenderten dort durch die Stadt. Aus meiner Sicht lohnt sich das aber nicht. Weiter ging es dann in Richtung North Conway, wo wir in einen riesigen Stau gerieten, wo Auto an Auto stand. Am Straßenrand reihte sich Shop an Shop bzw. Fressbude an Fressbude. Auf mich wirkte North Conway wie der klassische Touristenort schlechthin. Hätten wir das Superior-Hotel gebucht, hätten wir dort übernachtet, aber so mussten wir wieder ein Stückchen gen Süden fahren nach West Lebanon. Erst machten wir aber noch einen kleinen Abstecher nach Jackson zur berühmten überdachten Honeymoon Bridge. Nach dem einen obligatorischen Foto hielt uns allerdings nichts mehr hier. Auch die Erkundung der White Mountains musste für heute ausfallen, da es sehr bewölkt war, regnete und wir durch den Stau so viel Zeit verloren hatten, dass wir es kaum geschafft hätten, uns hier noch etwas anzuschauen. Sehr schade, aber bei dem schlechten Wetter auch halbwegs zu verkraften. Auf buckligen Highways und durch die Berge fuhren wir in unser eher rustikales Hotel in West Lebanon - ein Ort, in dem außer Shopping Malls und zig Fast-Food-Läden nicht viel zu sehen ist.
Die Fahrt nach Quebec zählte mit rund 450 km zu den längsten Strecken auf unserer Tour. Dennoch ließ sich die Strecke super bewältigen, da wir meist auf Interstates unterwegs waren und nicht mehr auf baufälligen Highways. Leider war auf der Fahrt nicht viel zu sehen, so war es rund um die Interstates eher eintönig, dennoch fuhr es sich deutlich entspannter als auf deutschen Autobahnen, da man in Kanada maximal 100 km/h fahren darf und dank des Tempomats entsprechend relaxt unterwegs ist. Auch der Grenzübergang nach Kanada verlief völlig problemlos - kein Vergleich zur Einreise zurück in die USA... Die Zollbeamten waren freundlich, gaben uns einen Stempel in den Reisepass, wünschten uns noch eine schöne Reise und winkten uns auch schon durch nach Kanada. Da könnten sich die meisten US-amerikanischen Zollbeamten sehr viele Scheiben von abschneiden.... Noch bevor wir einen Blick auf Quebec werfen konnten, erreichten wir unser Hotel, das genau wie in Boston in einem Vorort angesiedelt war. So mussten wir wieder einmal die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, um auf Entdeckungstour zu gehen. In Quebec war das allerdings sehr angenehm, da wir unterwegs aus dem Bus bereits viel von den Vororten und auch von Quebec bestaunen konnten und uns der Bus direkt in der Innenstadt absetzte.
In einem gemütlichen und sehr vollen Irish Pub (die es in Nordamerika übrigens wie Sand am Meer gibt) ließen wir den Abend ausklingen und fuhren anschließend nur noch ins Hotel zurück. Denn schon unterwegs im Bus fing es gehörig zu schütten an, sodass uns abends nichts mehr aus dem Hotel locken konnte.
Auch der sechste Tag begann zunächst mit Regen, sodass wir in Quebec in Ruhe frühstücken und besseres Wetter abwarten konnten. Als es nicht aufhörte zu regnen, besorgte sich Stefan einen Schirm und wir machten uns bei abklingendem Regen auf den Weg. Glücklicherweise wurde das Wetter besser, sodass wir von weiteren Regeneinlagen an diesem Tag (zunächst) verschont blieben. Dem Rat unseres Reiseführers folgend schlenderten wir entlang der alten Stadtmauer, die die ganze Altstadt Quebecs umgibt und von der aus man mitunter einen herrlichen Blick über die Stadt erhält. Bald gelangten wir zur Zitadelle, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Kurzerhand buchten wir eine einstündige Führung, die durchaus empfehlenswert war und herrliche Einblicke über Quebec und interessante Rückblicke in die Geschichte der Stadt bot.
Tag 7: Montmorency - Montreal
Bei strahlendem Sonnenschein ging es weiter ins 280 km entfernte Montreal. Dort haben wir auch auf Anhieb unser Hotel entdeckt, und zwar mitten an einer der Hauptverkehrsstraßen und zudem am Rande von China Town. Ähnlich durchwachsen wie die Umgebung des Hotels war leider selbiges auch von innen... Immerhin konnten wir in der Stadt fast alles zu Fuß erreichen, so lag Notre-Dame-de-Montreal weniger als 10 Minuten Fußweg entfernt. Am späten Nachmittag und nach einem Wechsel der Klamotten unternahmen wir den ersten Spaziergang durch Montreal - bei 80 °F. Dabei entdeckten wir schnell, dass das bekannte und riesige unterirdische Einkaufszentrum Complexe Desjardins nur wenige Minuten von unserem Hotel entfernt lag. Auf der Einkaufsstraße machten wir auch einen Abstecher in einen Musikladen, denn nach dem fantastischen Radioprogramm rund um Boston quälte uns das Radio auf den langen Autofahrten in Kanada nur noch mit Chansons, Country oder Western, sodass wir uns unbedingt eine CD aussuchen mussten. Gleich als ich den Laden betreten hatte, fiel mir die Musik auf, die im Hintergrund lief und die Stefan als Billy Talent identifizierte - eine Band aus Montreal, aber das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Nach kurzer Beratung durch die Verkäuferin entschieden wir uns für das Album Billy Talent II, das von diesem Tage an während der Autofahrten in "heavy rotation" lief und für mich seitdem zur ganz persönlichen Flitterwochenmusik avanciert ist. Immer wenn ich heute Billy Talent höre, denke ich an Nordamerika und den einmalig schönen Urlaub zurück.
Auch dieser Tag begann mit heftigem Regen morgens beim Frühstück. Da sich die Lage auch gar nicht besserte, zogen wir mit aufgespannten Schirmen los und folgten dem Spaziergang, den unser Reiseführer vorschlug. Dieser führte uns zunächst zu einigen der schönsten Kirchen der Stadt, nämlich zur Cathedrale Marie-Reine-du-Monde, die aussieht wie eine verkleinerte Version des Petersdoms in Rom, direkt daneben steht das älteste Gebäude am Platz, die Èglise anglicaine St.-George. Später besichtigten wir natürlich noch Notre-Dame-de-Montreal, die wunderschöne Kirche mit dem Sternenhimmel, in der Billy Talent eines ihrer Videos gedreht haben. Am Vieux Port entlang ging es weiter zum Place Jaques Cartier, wo wir wie üblich die Touristeninformation aufsuchten und uns Besichtigungstipps einholten. So fuhren wir mit der Metro zum Olympiagelände von 1976, wo wir eine halbstündige ziemlich uninspirierte Führung über das Betongelände mitmachten.
Tag 9: Montreal - Ottawa
Unser Reiseführer empfahl für die Mittagszeit einen Besuch am Byward Market, wo sich viele Restaurants und Pubs aneinander reihen. Wir hatten Glück und bekamen einen der letzten Plätze in einem Scottish Highland Pub, den wir im Nachhinein zum besten Lokal der gesamten Reise kürten. Dort lief die Bedienung nicht nur stilecht in schicken Kilts herum, sondern dort gab es auch verschiedene schottische Biere und erstklassiges Essen zu einem guten Preis.
Da unser Reiseführer empfahl, den Sussex Drive bis zum Ende hochzufahren, um dort die zahlreichen Botschaften zu bewundern, zog es uns ins Hotel zurück, um unseren schönen Ford Mustang Convertible zu holen. Bei dem herrlichen Wetter ließen wir sogleich das Dach hinab und fuhren ganz dekadent los, um durch Ottawa zu cruisen. Und da ja der Fahrer die Aussicht nicht so sehr genießen kann, mussten wir den Sussex Drive natürlich zweimal hoch- und runterfahren, versteht sich von selbst, oder? Am Ende des Sussex Drive mit all seinen prächtigen Häusern und eleganten Botschaften erwartete uns der kleine Wasserfall Rideau Falls, den wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Auch den Weg über den Ottawa River über die Alexandra Bridge haben wir nochmal mit dem Auto unternommen und uns das laue Lüftchen um die Nase wehen lassen.
Tag 10: Ottawa - Toronto - Abstecher nach Klein-NY
Am späten Nachmittag kamen wir schließlich an unserem Hotel an, das nahe Chinatown und direkt an der Yonge Street liegt und damit am "Klein-Times-Square". Entsprechend war auch der Geräuschpegel im Hotel, und das, obwohl wir ein Zimmer im 13. Stock hatten... Nach dem Einchecken zog es uns gleich wieder hinaus, um die Stadt zu erkunden. So haben wir einen ausgiebigen Spaziergang in Richtung Downtown unternommen - hierbei haben wir schon gemerkt, dass Toronto etwas größer ist als die bisherigen Stationen unserer Reise, denn die Füße lahmten bereits auf dem Hinweg ein wenig. Durch die Wolkenkratzerschlucht ging es zur Union Station, wo wir im Untergeschosse nach langer Suche endlich eine Touristeninformation mit einer sehr engagierten, aber auch nervig-übermotivierten Angestellten fanden, die uns immerhin aber mit zahlreichen Karten und Broschüren ausstattete. Erst am späten Abend - nach einem zwischenzeitlichen Abendessen - gingen wir zum CN-Tower, der zu dem Zeitpunkt noch den höchsten Aussichtspunkt der Welt bot. Wir buchten für 26,99 Dollar pro Person eine Fahrt hoch bis zum Sky Pod, wo man in 447 Metern Höhe einen Blick auf die beleuchtete Stadt werfen konnte. Dieser fantastische Ausblick entschädigte uns immerhin für die mehr als halbstündige Wartezeit, die wir vom ersten Aussichtspunkt in Kauf nehmen mussten, um hochfahren zu können zum Sky Pod.
Morgens begannen wir den Tag mit einem sehr ausgiebigen Frühstück im Hotel. Insgesamt drei riesige Pancakes bereiteten mich auf den Besichtigungsmarathon vor. Doch angesichts der weiten Wege in Toronto und aufgrund der eher durchwachsenen Wetterlage entschieden wir uns, eine Hop on/Hop off-Tour mit einem Doppeldeckerbus zu buchen. Zunächst fuhren wir in Nord-Süd-Richtung durch die Stadt und genossen fast zwei Stunden lang die Aussicht auf die Wolkenkratzer und die Sehenswürdigkeiten Torontos. Erst bei der zweiten Runde entschieden wir uns, am Casa Loma auszusteigen. Dort wollten wir eigentlich nur ein knappes Stündchen bleiben und uns die prunkvollen Räume in dieser Villa begucken, am Ende waren wir dann aber doch volle zwei Stunden dort. Bekannt ist das Casa Loma übrigens dadurch, dass Szenen aus zahlreichen Filmen (wie z.B. Chicago oder auch Babynator) dort gedreht worden sind. Die alte Villa beeindruckte uns sehr, nicht nur waren die Zimmer nahezu komplett eingerichtet, sondern auch die Gartenanlage war einen Abstecher wert.
Tag 12: Toronto - Niagarafälle
Langsam und gemütlich schlenderten wir die Promenade entlang, von der aus wir einen fantastischen Blick auf den kanadischen Teil der Fälle hatten und auch den amerikanischen Fällen immer näher kamen. Glücklicherweise standen an der Maid of the Mist kaum Menschen an, sodass wir schnell unsere Gutscheine einlösten, uns in die schicken blauen Plastiktüten hüllten und uns an Bord eines der Schiffe begaben. Dort blieben wir in der unteren Etage stehen, wo wir einen Platz an der Reling erobern konnten, sodass wir direkt am Geschehen dran waren. Als es dann losging, habe ich am Anfang noch zahlreiche Fotos gemacht, nur wurde mir das zu heikel, als wir uns den Horseshoe Falls genähert haben. Dort schlug uns nämlich ein solcher Dunst entgegen, dass ich meine Kamera lieber in der Hosentasche unter dem Plastikumhang verstaute. Mit Macht stemmte sich das Schiff gegen die Wasserfluten der kanadischen Fälle und brachte uns so nah wie möglich an die Fälle heran. Hier rauscht und dröhnt es, wird immer nasser und lauter, aber erst dann hat man das Gefühl, wirklich an den Niagarafällen angekommen zu sein. Ich fand die Fahrt mit der Maid of the Mist einfach nur beeindruckend und würde das jederzeit wiederholen!
Zurück in Niagara Falls haben wir uns einmal mehr auf die Suche nach einem schönen Pub gemacht, in dem wir zu Abend essen konnten. Und wieder einmal sind wir in einer Seitenstraße in einem Irish Pub fündig geworden, der wirklich exzellentes Essen angeboten hat. Später haben wir die turbulente Innenstadt erkundet, die abends in beleuchtetem Zustand an ein riesiges Volksfest erinnerte bzw. an die Touristenorte auf den kanarischen Inseln, wo ein Souvenirshop neben dem anderen zu finden ist und zwischendurch einige Spielhöllen eingestreut sind. Dort sind wir jedenfalls schnell unsere letzten kanadischen Dollar losgeworden und haben dafür spottbillige T-Shirts erstanden. Abends fand über den Niagarafällen ein sehenswertes Feuerwerk statt. Direkt im Anschluss daran sind wir auf den Skylon Tower gefahren, um einen Blick von oben auf die beleuchteten Fälle zu genießen. Leider war die Aussichtsplattform oben aber so erleuchtet, dass man sich schon nach draußen begeben musste, um überhaupt einen Blick auf die Umgebung werfen zu können. Und zu diesem Zeitpunkt zog bereits ein heftiges Unwetter auf, sodass es dort zugig und eiskalt war und wir es draußen nur wenige Minuten ausgehalten haben. Aber hinterher ist man immer schlauer. Beim nächsten Mal würde ich den Skylon Tower tagsüber aufsuchen, wenn nicht die Beleuchtung des Souvenirshops die Sicht nach draußen versperrt... Den Rückweg ins Hotel verhinderte dann schließlich das heftige Unwetter, das es nicht möglich machte, auch nur einen Schritt vor die Tür zu setzen, so sehr hat es gestürmt und geregnet.
Bei weiterhin strömendem Regen machten wir uns auf die 455 km lange Fahrt nach Bedford. Zunächst überquerten wir die Rainbow Bridge, die normalerweise einen Blick auf die kanadischen Horseshoe Falls erlaubt hätte, doch diese verbargen sich an diesem Tag hinter heftigem Regen, Nebel und Wolken. Am Ende der Rainbow Bridge wartete der US-amerikanische Zoll auf uns. Dort umkreisten gleich mehrere Zollbeamte unseren Wagen, während ein weiterer unsere Ausweise checkte und fragte, ob wir denn Waffen oder Drogen dabei hätten. Außerdem wollte er wissen, was wir in Kanada zu suchen gehabt hätten und wann wir denn wieder zurückfliegen würden. Er ließ sich tatsächlich unsere Rückflugtickets zeigen, winkte uns dann aber glücklicherweise doch durch in die USA. So unfreundlich bin ich am Zoll noch nie behandelt worden, aber man ist ja froh, wenn man zumindest am Ende durchgewunken und nicht zurückgewiesen wird...
Tag 14: Bedford - Gettysburg - Washington D.C. - leider ein Freitag
In Washington sind wir leider auch noch mitten in die Rush Hour geraten, sodass wir dort erneut Zeit verloren haben. Erst am frühen Nachmittag konnten wir in unser ziemlich hässliches Hotelzimmer einchecken. Nach kurzer Stärkung im Burger King haben wir ein Ticket für eine der bekannten Hop on/Hop off-Touren gekauft, die in Washington drei verschiedene Strecken anbot. Bei etwa 35 °C und strahlendem Sonnenschein saßen wir somit in praller Sonne im Doppeldeckerbus und ließen uns an den Sehenswürdigkeiten von Washington vorbei kutschieren. Leider hatten wir in der Hauptstadt nur eine einzige Übernachtung, sodass wir keine Attraktion besichtigen konnten. Erst nachdem wir zwei der Routen absolviert hatten, sind wir in der Nähe des Washington Monuments ausgestiegen, um am Reflecting Pool Fotos zu machen und vom Washington Monument den fantastischen Blick auf das Capitol zu genießen. Anschließend sind wir von dort zum Weißen Haus gelaufen, wo uns bewaffnete Cops mit Trillerpfeifen in die Schranken gewiesen haben, sodass wir nur aus großer Entfernung vom Rasen aus einen Blick auf das Haus des amerikanischen Präsidenten werfen konnten. Komischerweise kam man von der anderen Seite direkt an den Zaun zum Grundstück heran?! Einen Teil der bekannten Mall - also dem Fußweg vom Washington Monument zum Capitol, sind wir noch abgewandert, bevor wir nach kurzer Stärkung bei Subway zurück ins Hotel gelaufen sind. Dort fielen wir abermals mit müden Füßen ins Bett.
An diesem Morgen hieß es wieder einmal früh aufstehen, denn wir wollten unbedingt noch die letzte ausstehende Busroute in Washington abfahren. So machten wir uns zeitig zu Dunkin Donuts auf, um die erste Tour durch Georgetown zu erwischen. In einem fast leeren Doppeldeckerbus kurvten wir dann durch den imposanten und mondänen Stadtteil Georgetown und an den bekanntesten und teuersten Hotels Washingtons vorbei. Zurück an der National Portrait Gallery sind wir ausgestiegen und zurück ins Hotel, um dort auszuchecken. Denn uns erwartete ja noch eine 225 km lange Tour in die Rocky-Stadt Philadelphia. Unser Reiseführer von Meier's Weltreisen bot als Alternative zu der kurzen Route eine etwas längere Strecke an, die uns durch ein Amish Village geführt hätte. Doch da wir erst am späten Vormittag in Washington starten konnten und auch in Philadelphia nur eine Übernachtung zur Verfügung hatten, fuhren wir auf direktem Wege in unsere Zielstadt Philadelphia. Am liebsten wäre ich allerdings noch mindestens eine Nacht in Washington geblieben. Nicht etwa, weil das Hotel so gemütlich war, sondern weil ich gerne einige der Attraktionen besichtigt hätte. So sind wir an den Monumenten, am Capitol oder am Arlington National Cemetary immer nur vorbei gefahren. Eins ist also klar: Irgendwann werden wir nochmal nach Washington fliegen und dann einige Tage lang diese imposante und wunderschöne Stadt erkunden!
Zunächst machten wir uns auf zum Stadtzentrum. An wunderschönen Parkanlagen vorbei und einem witzigen Love-Monument, unter dem wir uns natürlich fotografieren ließen, machten wir zunächst einen kurzen Abstecher in eine Kathedrale, wo vor der Tür ein gepflegter Rolls-Royce stand. Ein Blick in die Kirche zeigte uns, dass dort gerade eine Trauung stattfand und wir draußen das Brautauto gesehen hatten. Aber das war nur das erste von drei Brautpaaren, die wir an diesem Tag sehen sollten, denn vor der City Hall posierten zwei weitere Paare, die offensichtlich frisch getraut waren.
Tag 16: Auf nach New York
Doch zuvor mussten wir noch die Rush Hour überstehen und einen langen Stau vor dem Lincoln Tunnel überwinden. In Manhattan angekommen fiel dann erstmal unser Navi aus, weil es in den engen Straßenschluchten meist kein GPS-Signal empfangen konnte. Mir brachen selbst auf dem Beifahrersitz die Schweißperlen aus, denn wir hatten keine Ahnung, wie wir zum Hotel gelangen konnten und befanden uns mitten unter hunderten von gelben Taxen, die wild die Spuren wechselten, ständig hupten und fuhren wie die gesenkten Säue. Ein solches Chaos wie in den Straßen Manhattans habe ich noch nie erlebt und möchte es auch eigentlich nicht mehr erleben... Mit viel Glück und schweißgebadet kamen wir schließlich an unserem Hotel direkt gegenüber der Penn Station an. Nur leider war nirgends eine Ladezone in Sicht, in der man mal hätte halten können zum Einchecken. Also lief ich mit unseren Reiseunterlagen ins riesige Foyer und hatte das große Glück, dass gerade niemand an der Rezeption wartete, sodass ich ohne Wartezeit einchecken konnte. Genauso schnell lief ich wieder auf die Straße und holte den ersten 23 kg schweren Koffer, den ich auf unser Zimmer im neunten Stock brachte. Das gleiche Prozedere wiederholte ich auch mit dem zweiten Koffer, bevor wir uns auf den Weg zur Autovermietung machten, um endlich unseren Wagen abzuliefern. Eigentlich war der Ford Mustang ja ein echtes Schmuckstück, von dem wir uns beide kaum trennen konnten, doch in Manhattan sollte man wahrlich nicht den Fehler machen, ein Auto mitzubringen...
Zurück im Hotel fiel mir ein, dass wir am Times Square nach vergünstigten Tickets für den Broadway schauen wollten, also sind wir am späten Nachmittag nochmal losgestapft, um am TKTS-Stand nach vergünstigten Tickets zu fragen. Geeinigt hatten wir uns darauf, es mit dem Musical „Chicago“ zu versuchen, doch am TKTS-Stand konnten wir nur noch Plätze mit eingeschränkter Sicht bekommen und das auch nur für 20 % Ermäßigung. Da wir noch zwei weitere ganze Tage in Manhattan hatten, haben wir abgelehnt und wollten uns schon wieder auf den Rückweg zum Hotel machen, als ich einen Mann etwas von „Chicago 50 % off“ rufen hörte. Also sind wir zu dem Mann hin und haben ihn befragt, wie man denn als Tickets zum halben Preis käme. Er drückte uns daraufhin einen Gutschein in die Hand und schickte uns damit zum Ambassador Theatre, wo das Musical aufgeführt wird. Dort sollten wir im Vorverkauf Tickets zum halben Preis bekommen. Und tatsächlich: Für Dienstag konnten wir Karten in der vierten Reihe erstehen, die umgerechnet nur rund 50 Euro gekostet haben!
Tag 17: Madison Square Garden und Skyscrapers
Nach diesem erneuten Erfolgserlebnis haben wir erstmal zum Spottpreis die traditionellen Levi's geshoppt und sind dann zur 5th Avenue geschlendert und haben uns die bekanntesten und beeindruckendsten Wolkenkratzer und Gebäude angesehen, wie z.B. das Chrysler Building oder das Empire State Building. An der Prunkstraße kehrten wir in den Trump Tower ein und bewunderten das mehrstöckige, edle Foyer, in dem sich über fünf Etagen ein Wasserfall ergießt. Unser anschließender Abstecher in den Central Park fiel leider kurz aus, da wir ein weiteres Unwetter herannahen merkten und wir uns deswegen nur kurz im südlichen Teil des Parks aufhielten, um uns dann schnell zu einem Starbucks zu retten, als ein erneutes Gewitter einsetzte. Als das Wetter wieder besser war, sind wir zurück ins Hotel, um unsere Einkäufe abzuladen, doch dann fing es erneut an zu schütten, sodass unser Aufenthalt im Hotel länger ausfallen musste als geplant. Glücklicherweise war uns das Wetter danach hold, sodass wir noch einen Abstecher zum Flatiron Building machen konnten. Für den abendlichen Imbiss dagegen blieb wenig Zeit, denn dann begann auch schon das Konzert im Madison Square Garden mit den Kaiser Chiefs als Vorband. Insgesamt zweieinhalb Stunden lang rockten Green Day die ausverkaufte Halle und sorgte für eine Bombenstimmung. Das Konzert wird uns sicherlich immer im Gedächtnis bleiben, denn wann hat man schonmal die Gelegenheit, eine seiner Lieblingsbands im New Yorker Madison Square Garden zu erleben?
Heute klingelte der Wecker wieder einmal etwas früher, denn wir haben schon zeitig die Subway ins südliche Manhattan genommen. Von dort haben wir direkt die Pendler-Fähre nach Staten Island bestiegen, die auf ihrer knapp halbstündigen Fahrt an Liberty Island vorbeikommt, sodass man von der Reling aus schöne Fotos mit der Freiheitsstatue im Hintergrund machen kann. Natürlich bekommt man sie von der kostenlosen Fähre nicht so gut zu sehen wie von Liberty Island selbst, doch wer einmal die ewig langen Schlangen an der Sicherheitskontrolle für die Fähre nach Liberty und Ellis Island gesehen hat, überlegt sich zweimal, ob er wirklich direkt zur Freiheitsstatue fahren möchte... Schon gegen halb zehn vormittags war selbige Schlange sicherlich beeindruckende 100 bis 150 Meter lang. Auf der Rückfahrt von Staten Island konnten wir bei der Anfahrt nach Manhattan die immer näher rückende Skyline bewundern, die früher einmal vom World Trade Center dominiert wurde.
Nach dem ausgiebigen Mittagessen haben wir nach kurzem Abstecher zum rosafarbenen Lipstick Building im Central Park einen langen Verdauungsspaziergang unternommen. An diesem Tag war es zwar wieder schwülwarm, doch hielt sich das Wetter glücklicherweise, sodass wir den unteren Teil der schönen Parkanlage erkunden konnten. Nach dem langen Spaziergang haben wir im M&M-Store am Times Square Souvenirs für unsere Familien eingekauft und sind dann mit müden Füßen zurück im Hotel angekommen. Da unsere Füße wirklich schmerzten, sind wir abends mit der Subway zurück zum Broadway gefahren, obwohl das Musicaltheater gerade einmal neun Blocks von unserem Hotel entfernt lag... Der Besuch im Musical „Chicago“ am Broadway war schließlich der krönende Abschluss unseres beeindruckenden New York-Aufenthalts. Müde und glücklich kamen wir abends zurück ins Hotel und hatten beide keinerlei Motivation mehr, um das Internetcafé in unserem Hotel aufzusuchen, um für den Flug am anderen Tag Sitzplätze zu reservieren. Stattdessen sind wir nur noch ins weiche Bett gefallen.
Am späteren Vormittag checkten wir nach einem letzten Frühstück bei Tim Horton's aus dem Hotel aus und warteten auf den Shuttlebus, der uns zum Flughafen JFK befördern sollte. Wir bestiegen als erste den klapprigen und recht kleinen Bus, der uns noch fast zwei Stunden durch Manhattan kutschieren sollte, um immer mehr Passagiere aufzunehmen. Die Koffer passten längst nicht mehr in den viel zu kleinen Kofferraum, sodass jeder Taschen und Tüten zwischen den Beinen stehen hatte und der Busfahrer die Koffer bis hoch an die Decke des kleinen Busses stapeln musste. Eine Vollbremsung hätte gereicht und die Passagiere in der letzten Reihe wären buchstäblich einen Kopf kürzer gewesen.... Und dafür haben wir auch noch Geld bezahlt! Beim nächsten Mal nehmen wir definitiv ein Taxi zum Flughafen, denn das kostet auch nicht mehr.
Im Flugzeug hatten wir nicht nur das Glück, in der wirklich weitläufigen Business Class zu sitzen, nein, wir hatten darüber hinaus die Sitze am Notausgang, sodass ich mich ausgestreckt sogar noch vor den Sitz hätte legen können – einmalig! Kaum saßen wir in den bequemen und riesigen Hightech-Sesseln, klappte eine Stewardess auch schon unsere Tische runter, breitete eine Serviette darüber und stellte ein Gläschen Sekt auf dem Tisch ab. Anschließend bekamen wir die Speisekarten, um unser Drei-Gänge-Menü zu wählen, und neben uns bot der Zeitschriftenständer sicherlich mehr als 20 verschiedene Zeitschriften zur Auswahl. Purer Luxus! Leider schaffte ich nur einen einzigen Film, bevor ich meinen Sessel in die Horizontale brachte, um zu versuchen, ein bisschen Schlaf zu bekommen, denn nach deutscher Zeit kam unser Flug um halb sieben morgens in Frankfurt an, für uns war es gefühlt aber kurz nach Mitternacht. Zwar konnte ich nicht schlafen, aber immerhin etwas dösen und den gelungenen und einmalig schönen Urlaub Revue passieren lassen. Was will man mehr?
Als wir die Mietwagen-Rundreise durch Nordamerika gebucht hatten, reagierten viele Freunde, Bekannte und Verwandte mit einem Kopfschütteln, weil wir freiwillig die Flitterwochen unterwegs sein wollten, um viele verschiedene Städte zu besichtigen. Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass es die beste Entscheidung war, die wir bis dato getroffen hatten und dass dieser Urlaub für mich der beeindruckendste und schönste gewesen ist, den ich je unternommen habe. Trotz 3500 km Autofahrt und 12 verschiedenen Reisezielen, ständigem Kofferumpacken und kilometerlangen Erkundungstouren per pedes durch die nordamerikanischen Städte war ich hinterher nicht nur voller Eindrücke, sondern auch herrlich erholt und entspannt. Diese Rundreise würde ich jederzeit weiterempfehlen, und ich werde sie ganz sicher nie vergessen!
Aus dem 50. Stock vom Prudential Tower erhält man einen fantastischen Blick über Boston
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