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Marriott, New Orleans

Erfahrungsbericht

für Marriott, New Orleans
1 Stern Marriott NO - Das soll ein Marriott sein???
56 von 56 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Nein

Pro Lage

Kontra Zimmer, Essen, Lounge, Personal

Der Autor

madfly Seit 14 Jun 2002

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9 Mitglieder vertrauen mir

Anläßlich eines Business Trips nach New Orleans, Louisiana, USA hatten wir das besondere Vergnügen über fünf Tage im Marriott (NO) abzusteigen.

(1) Lage

Direkt angrenzend an das French Quarter, Bourbon Street (Amüsiermeile von NO) gleich einen Block weiter, d.h. zentrale Lage pur. Alle "Attraktionen" von NO (Casino Harras, Riverwalk mit Museum, Convention Center)befinden sich damit in Fußwegreichweite.

Die Vorteile sind offensichtlich (kurze Distanz zur Abendunterhaltung), die Nachteile ebenfalls (straßenseitige Zimmer können leicht erhöhten Verkehrslärm aufweisen auch wenn sich dieser erheblich in Grenzen hält in NO und eher durch den Lärm amüsierwilliger Touristen überlagter wird).

Mit dem Taxi vom Flughafen sind pauschal $25 zu entrichten unabhängig von der Anzahl der beförderten Personen und Gepäckstücke, Haustiere, etc. Die Fahrtzeit vom Flughafen beträgt ca. 20 Minuten. Die Fluchtzeit aus NO heraus mit dem Mietwagen beträgt....aber wo will man im Raume NO schon hin"flüchten"? Gibt nicht weiter in der Gegend: nächstes Ziel ist allenfalls Baton Rouge, das so tot ist wie eine vertrocknete Begonienknolle!

(2) Rezeption & Empfang

Der Eingangsbereich ist durchaus großzügig gestaltet und deutet bereits darauf hin, daß das Marriott für größeren Gästeandrang z.B. während Messen und während des Mardi Gras-Karnevals ausgelegt ist. Die Rezeption ist 2km lang und...mit leider einer Ansammlung wenig gebildeter und in Servicefragen nicht besonders beschlagener Individuen der Gattung Amerikaner bestallt. Einen von den Kameraden zur Tätigkeit des Eincheckens zu bewegen ist dabei genauso kompliziert wie einen chinesischen Pandabären zur Kopulation! Wenn es dann soweit ist, muß man 20mal seine Kreditkarte über den Tresen schieben ehe es dann doch noch mit dem Einchecken funktioniert. Zwischenzeitlich führen die Kollegen natürlich gerne noch ihre Privatgespräche weiter, die zum Teil den Prozeß des Eincheckens leicht unterbrechen können.

Kurz: Das Empfangspersonal ist unglaublich inkompetent und kundendesorientiert. Einfach nur nervig, wenn man nach tausend Stopovers an Ami-Flughäfen und 12 Stunden Reisezeit endlich in das Zimmer will, um z.B. auf den Sanitärfazilitäten dem "Ruf der Natur zu folgen".

Gleiches gilt für den Check-Out: wenn man hier den Zimmerpreis (aus steuerlichen Gründen) inkl. Frühstück ausgewiesen haben will (was in Deutschland in jedem Hotel null Problem bereitet), ist das gleich einem Weltzusammenbruch, für den der Supervisor geholt werden muss, der das dann auch nicht hinkriegt. Eine Korrektur im nachinein über den Marriott-Service Desk ist auch nicht möglich, da es einen solchen nicht gibt (anders als im Hyatt, wo man seine Rechnung nach Eschborn / Frankfurt zur Korrektur schicken kann).

(3) Zimmer

Hier die besondere Überraschung des Hauses: Aus dem Zimmer weht einem ein angenehmer Geruch entgegen, als ob unter dem Bett oder im Schrank oder irgendwo ein Wiedehopf seit Wochen am Verwesen ist! Zudem herrscht eine pervers hohe Luftfeuchtigkeit, die sich als Kondesnwasser an den Einfachscheiben niederschlägt. Die zwangsläufige Folge ist natürlich ein dichter schwarz-grüner Pilzbesatz am Fensterrahmen, der auch bereits auf die Tapete unterhalb des Fensters übergegriffen hat. Dies mag vielleicht mit dem Klima in NO zusammenhängen, dies wiederum interessiert aber einen als Gast nicht die Bohne! Auf diesen Beweis des Marriott in diesem HOtel einen "grünen Daumen" zu haben kann man getrost verzichten. Der Schimmelbesatz ist übrigens kein zimmerspezifischer Einzelfall, sondern findet sich in allen geprüften ZImmern.

Und zur Zimmerprüfung hatten wir auch ausreichend Gelegenheit: Beim Betreten des ersten Zimmers lag der Informationsordner des HOtels am Boden, das Bett war zerlegen als hätte Schneewittchen gerade mit den 7 Zwergen gerorgelt, das Lokuspapier hatte der Vorgast wohl als Andenken mitgenommen aber zumindest die Papprolle zurückgelassen, etc. Das Ersatzzimmer, was einem die Kameraden an der Rezeption dann überlasen haben, war deutlich kleiner, dafür aber zumindest aufgeräumt.

Die Klimaanlage zeichnet sich durch eine derart hohe Lautstärke aus, dass es sich nicht empfiehlt diese anzuschalten. Darüber hinaus ist ein wirklicher Belüftungseffekt nicht wirklich festzustellen (man will ja schließlich nicht auch den Schimmel in seinem Wuchs stören! Grüner Daumen eben!).

Die Armaturen im Bad sehen durchweg so matt aus, als hätte man sie eben in 3. Generation im Flohmarkt gebraucht gekauft. Der Duschkopf ist natürlich verkalkt, an den Fliesenrändern der Wanne wächst natürlich brüderlich verbunden zum Zimmerfenster eine eigene Pilzkolonie. Das der Amerikaner kein Duschgel kennt, sondern Kernseife benutzt, kann man noch verstehen. Das aber die Handtücher lustige Löcher enthalten, war uns selbst aus den USA und schon gar nicht aus einem Marriott bisher bekannt. Das Leitungswasser ist verchlort und ungenießbar (liegt aber eher an NO generell; eine lokale Taxifahrerin riet uns auch dringend von dem Genuss desselbigen ab).

Die Bettbezüge folgen den Handtüchern im Bad: munter im Lochmuster-Design und mit leichten Schmutzflecken.

Positiv allein war der Fernseher zu vermerken, der erstaunlich groß und neu war. Es ließ einen fast das Zimmer vergessen.

(4) Lounge

Wer als Dauer-Marriott-Gast einen Status erhalten hat, der kann normalerweise auch die Lounge benutzen (Freie Softdrinks, Finger Food, Snacks, etc.). Hier war die Lounge zwar (zeitweise) zugänglich, allerdings waren die Snacks allesamt abgegrast. Der Kühlschrank war bis auf Still Water ebenfalls geleert. Eine Servicefachkraft, die auf die Befüllung der Lounge fokussiert wäre, gab es weit und breit nicht. Vielleicht hätte man hier den ZUgang besser regulieren sollen, um den Einzug mit großen TRagetaschen zu verhindern. Schlecht. Schlecht. Schlecht.

(5) Frühstück / Essen

Wo man gerade bei schlecht ist: Am Eingang zum Frühstücksraum lungern ca. 5 vermeintliche Bedienungsfachangestellte herum, von denen sich zumindest eine anschickt, die Zimmernummer abzufragen sowie (logisch), ob man denn Frühstück haben wolle. So gesehen hätte man dies als wohlwollende Warnung verstehen können. Danach wird man dann von einer anderen Spezialkraft an einen Tisch geleitet: natürlich immer den kleinsten und abgelegensten, obwohl der ganze Raum frei ist (warum eigentlich keine freie Platzwahl???). ZUdem erhält man eine Karte, obwohl man sowieso nur Buffett im Gesamtpreis erhält. Richtig logisch ist das nicht. Die Spezialkraft bringt einem dann noch ein Glas Eiswürfel mit Chlorwassertropfen sowie ein Glas Organgensaft. Organgensaft scheint in NO ein rationiertes Gut zu sein, da ein Nachfüllen in der Regel auch auf mehrfache Nachfrage ausbleibt!

Das Buffett bietet die üblichen amerikanischen Spezereien, diese allerdings in diesem Fall erkaltet. (Was man gerne mit Orangensaft runterspülen würde!!). Das Frühstück ist in jedem Fall eine Herausforderung für jeden gesunden Verdauungstrakt. Brot gibt es nicht (höchstens Toast), Wurstbelag auch nicht. Dann eben noch einige Scheiben erkalteten Speck!

Mit der Rechnung ist man dann allerdings schnell. Insbesondere wenn man von einem surreal krummen Betrag (wg. City Tax, County Tax, etc. Tax) zum Aufrunden ermuntert wird durch impertinente Belagerung.

(6) Preis

Wir hatten eine Firmen-/AmEx-Rate. Regulär scheinen die Zimmer aber in der $200-Kategorie zu liegen. Dies ist pervers überteuert und wird wahrscheinlich im Leben nicht erlöst. Eher scheinen hier zum Mardi Gras oder zu Konferenzen die Veranstalter die Hotels en bloc zu buchen.

(7) Fazit

Nicht den Hygienestandards entsprechende Zimmer, inkompetentes Personal, schlechtes Essen, alles in allem ist das Marriott New Orleans ein Ärgernis. Wenn man sich allerdings in der Bourbonstreet ohnehin die Kante gibt und auf das Zimmer nur 1-2 Stunden zugreift, dann ist es eh egal. In jedem Fall ist aber allein schon das Preisniveau ausreichend, um jeden einigermaßen normalen Reisenden abzuschrecken. Damit kann das Personal dann auch unbelästigt weiter seinen Privatgesprächen nachgehen.

(Anm. Der Fitnessbereich wurde nicht genutzt. War vielleicht auch besser so!)
(Anm. II In NO gibt es auch noch ein JW Marriott auf der anderen Straßenseite, das allerdings doppelt so teuer zu sein scheint, dafür aber wirklichen Marriott-Standard haben soll).

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Kommentare

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  • Snowwhitequeen 06.09.2008 11:08
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • schnekuesschen 07.04.2006 09:48
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • bopp 19.11.2004 15:59
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • offerendum 10.07.2004 10:49
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Da wäre ich gleich wieder ausgezogen.....

  • Olli201 25.06.2004 17:10
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    2 km Rezeption ist aber wohl ein Druckfehler oder ?

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