Markt- und Gaukler-Platz Jemaa el Fna, Marrakesch

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Von Schlangenbeschwörern, Gauklern und 1001 Nacht in Marrakesch

5  05.11.2011

Pro:
Orientalische Atmosphäre, immer neue Aktionen, viel zu sehen

Kontra:
teilweise sehr aufdringliche Akteure

Empfehlenswert: Ja 

oexel

Über sich: Ich lese und reise gerne - deshalb ist ciao eine ideale Infoquelle für mich vor Urlaubsreisen. Bin 5...

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Es duftet nach Weihrauch, frischen Orangen und Zweitakt-Öl...

... auf dem Platz Jemaa el Fna in Marrakesch, Marokko. Schlangen-Beschwörer, Affenbändiger, Gaukler, Musiker und Tatoo-Malerinnen versuchen im Gewusel von unzähligen Menschen ihr Geschäft zu machen. ,,Ein paar Dirham", also etwas Geld für ein Foto mit dem Affen vom Affenbändiger oder beim Bewundern der Schlangenbeschwörer. Mofas knattern über das Gelände, doch deren Zweitakt-Geräusche gehen unter in dem Klang- und Tamburin-Trommelwirbel der vielen Musikgruppen, die mit traditioneller Musik auf sich aufmerksam machen. Eine unvergleichlich orientalische Atmosphäre erfüllt den Platz, ein Gefühl von 1001 Nacht erschleicht den Besucher.
Auf der Weltkulturerbe-Liste

Nicht umsonst wurde der Jemaa el Fna als Kulturraum im Jahr 2001 in die Unesco-Liste des Erbes der Menschheit aufgenommen. Jahr für Jahr zieht es Millionen von Menschen aus aller Welt auf den Platz. Seitdem ein Billigflieger ab dem Bremer Flughafen die Metropole in Marokko zweimal in der Woche anfliegt, sind es auch immer mehr Norddeutsche, die nach nur vier Flugstunden in eine ganz andere Welt eintauchen und sich um Jahrzehnte zurückversetzt fühlen können.

Immer neue Händler und bunte Vielfalt

Den ganzen Tag über wandelt der Platz sein Gesicht. Immer neue Händler sorgen für eine bunte Vielfalt. Besonders vor Einbruch der Dunkelheit entfaltet der Jemaa el Fna seine ganze Pracht. Dann wetteifern die Touristen um einen der begehrten Plätze auf den Dachterrassen des Café de France oder anderer Lokalitäten, die das zu nutzen wissen: ,,Verzehrzwang" beim Betreten der Dachterrassen, von denen aus man einen guten Überblick auf das bunte Treiben unten auf dem Jemaa el Fna hat.
Garküchen wohin man schaut

Zwar hat nicht mehr alles, was es dort zu sehen gibt traditionelle Wurzeln, dennoch ist es sehens- und erlebenswert. So zum Beispiel die Garküchen, die mit ihren rollenden Verkaufswagen allabendlich eine wahre Essensburg aufbauen. Dann buhlen Garküchenstand 43 mit dem besten Fisch, Stand 87 mit dem bestgewürzten Essen oder Stand 117 als "Highway to heaven" um die Gäste. Oder auch Rachid, der mit einem Klose-T-Shirt vornehmlich deutsche Besucher anspricht und versucht, sie in die Garküche seines Chefs zu lotsen. Egal, wohin man geht: Das Essen wird stets frisch zubereitet, man kann sogar dabei zusehen. Es schmeckt und kostet oft nur drei oder vier Euro zum Stattwerden.

So gestärkt geht es zum Stand der Orangensaft-Verkäufer, die frisch gepressten Orangensaft für nur 4 Dirham (40 Cent) anbieten. Oder noch ein paar Datteln und Feigen zum Nachtisch?
Tamburin-Trommelwirbel

Der dudelsackähnliche Klang der Gaidaflöten und das Tamburin-Getrommel lässt den Besucher unwillkürlich bei einer der Musikgruppen verweilen. Orientalisches Feeling pur. Nur einen Steinwurf entfernt zieht eine Geschichtenerzählerin ihre (vornehmlich einheimischen) Zuhörer in den Bann. Dennoch lohnt es auch hier, für einen Moment stehenzubleiben, denn die Mimik und Gestik der Erzähler und Erzählerinnen ist beeindruckend. Ähnlich ist es bei der Wahrsagerin, die - nur die Hand des Kunden haltend - ihm die Zukunft voraussagt. Gegen ein paar Dirham, versteht sich.
Aufdringliche Schlangenbeschwörer

Aufdringlicher sind da schon die Schlangenbeschwörer. Die haben unscheinbar zwei, drei Nattern und andere träge Schlagen in ihrem Standbereich liegen und ,,beschwören" diese mit ihrem Flötenspiel. Wehe dem, der von dieser Szenerie ein Foto macht. Was dem Besucher erst auf dem zweiten oder dritten Blick auffällt, ist, dass zur Gruppe der Schlangenbeschwörer auch noch drei oder vier weitere "Aufpasser" gehören, die unmissverständlich die Hand aufhalten und eine Fotoabgabe verlangen. Kommt man dem nicht nach, hat man schnell eine Schlange um den Hals hängen...

Die Gaukler lassen es rasseln

Ähnlich ergeht es denjenigen, die den Gauklern zu lange bei ihrem Rassel-Klappern und rythmischen Tänzen zuschauen. Auch die verdienen ihren Lebensunterhalt damit, dass sie Zuschauer-Abgaben verlangen. Oft auch sehr nachdrücklich. Anders die Wasserverkäufer, die natürlich kein Geschäft mehr machen können mit dem Verkauf von Wasser. Mit ihren farbenfrohen Kostümen posieren sie bereitwillig für ein Foto, nehmen gerne auch mal eine schöne Frau in ihre Mitte - was natürlich die Dirham-Einnahmen beflügelt.
Der Zahnarzt sucht „Kunden“

Auch der ,,Zahnarzt", der, auf einer Apfelsinen-Kiste hockend, vor sich unzählige gezogene Zähne liegen hat. Er winkt mit einer Zange, die einer alten Kneifzange täuschend ähnlich sieht. Doch er sucht keine Kunden, die sich Zähne ziehen lassen wollen, sondern posiert mit seiner rostigen Zange und dem ,,leidenden Kunden" für ein Erinnerungsfoto. Dirham-Abgabe wieder selbstverständlich. Gaukler und Stände mit Geschicklichkeitsspielen vervollständigen die Szenerie, deren Besuch schon ein überwältigendes Erlebnis ist.
Früher Henkersplatz

Die Touristen, die sich zuvor im Reiseführer schlau gemacht haben, wissen, dass der Jemaa el Fna (arabisch, übersetzt etwa: Versammlung der Toten) früher eine Hinrichtungsstätte war. Im Mittelalter war er nicht nur Markt- sondern auch Henkersplatz.

Die Souks schließen sich an
Vom Platz aus gelangt man schließlich direkt in das Gassenlabyrinth der Souks von Marrakesch mit seinen unzähligen Geschäften. Schneider, Schuster, Instrumentenbauer, Souvenirhändler, Töpfer, Tuch- und Ledermacher, Färber und andere Handwerker mehr zeigen hier ihre Fingerfertigkeit und versuchen ihre Waren an den Mann zu bringen. Man schätzt, dass rund 10 000 (!) Handwerker und Verkäufer heutzutage in den Souks tätig sind. Auch ein Besuch dieser Gassen ist ein Erlebnis für sich.

"Tipps:"

- Handeln. Auch auf dem Platz Jemaa el Fna nicht jeden Preis akzeptieren. Wer 10 Dirham (1 Euro) für ein Foto haben will, der verlangt deutlich zu viel und gibt sich auch mit drei oder fünf Dirham zufrieden. Nur weil manche Touristen jeden verlangten Preis zahlen, versuchen es die Händler natürlich erst einmal mit deutlich überteuerten Forderungen. Der wahre Preis liegt meistens bei etwa 30 Prozent.

- Günstige Flüge nach Marrakesch gibt es von verschiedenen deutschen Flughäfen aus. Mit Ryanair bin ich im Oktober von Bremen nach Marrakesch und zurück für 135 Euro geflogen (inkl. aller Zuschläge).

- "Besonderer Tipp": Günstige und sehr schöne Unterkünfte bieten sogenannte Riads, das sind kleine privat betriebene Hotels im orientalischen Stil mit einem offenen Innenhof und oft nicht mehr als 10 Zimmern. Mein Tipp: Das neu eröffnete Riad Viva, welches von einem Deutschen betrieben wird und nur etwa zehn Minuten Fußweg vom Jemaa el Fna entfernt ist. "Über dieses Riad habe ich einen gesonderten Erfahrungsbericht bei ciao geschrieben:"

http://reisen.ciao.de/Hotel_Riad_Viva_Marrakesch__Test_8768740

Bilder von Markt- und Gaukler-Platz Jemaa el Fna, Marrakesch
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Tutti69

Tutti69

22.05.2012 17:27

Ein sehr interessanter Platz, auf dem war ich auch schon mehrmals!

meinemiamaria

meinemiamaria

03.05.2012 08:01

Hier kommt auch das versprochene „BH“ ----- Maria -----

meinemiamaria

meinemiamaria

02.05.2012 17:32

Ganz toll, aber, wie gesagt, da muss ich zum Bewerten noch mal wieder kommen, da heute meine "BHs" schon wieder alle weg sind ...... Maria ------

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