Ciao - für Leute mit eigener Meinung
Neueste Erfahrungsberichte
|
Neue Fragen
|
Erfahrungsbericht schreiben
|
Produktvideos
|
Pro Lage, Preise, gutes Frühstücksbüffet, ruhige Zimmer
Kontra Zimmer wirkte eng, Lobby dringend renovierungsbedürftig, Mitarbeiter könnten freundlicher sein
Tach Ciaois :)
Zwei Monate später – die Billets fristeten bis dato ihre undankbare, fast schon vergessene Existenz in einer unaufgeräumten Schublade inmitten meines hiesigen Ikea-Rollcontainers – wurde die Sache langsam brenzlig, warteten denn noch insgesamt acht Blanko-Fahrscheine auf eine Nutzung, die bis spätestens 30. Mai vonstatten gegangen sein musste. Was also lag näher, als das ohnehin anstehende, 2-jährige Beziehungsjubiläum damit zu verbinden und über das ansonsten recht alkoholgetränkte Maiwochenende hinweg spontan einen Kurztrip zu unternehmen? Die Frage nach dem Wohin war schnell geklärt: München sollte es (mal wieder) werden, die Bahn soll schließlich bei solch einem Angebot auch ausgebeutet werden. Doch wo schlafen? Schier unendlich wirkten die Hotellisten in den Online-Buchungsmaschinen von HRS und Bookings, noch unendlicher (entfernt) die teilweise empfindlich hohen Preise der dortigen Residenzen. Nun sind wir, wahrscheinlich aufgrund unsrer ziemlich zentralen Wohnlagen in Bremen, reine Innenstadtkinder und kommen auf Land, -luft und -leute kaum klar: eine zentrale Lage des Hotels war deshalb und aufgrund der Anreise per ICE nicht bloß gewünscht, sondern gefordert. Lange suchten und verglichen wir, bis endlich der Palast unserer feuchten Träume gefunden schien: das „Hotel Mark“ bot sich Dank unmittelbarer Nähe zum Münchner Hauptbahnhof bereits von der Lage her an, konnte zudem mit bezahlbaren Preisen aufwarten und schickte sich sogar an, ganze drei Sterne sein Eigen nennen zu können. Geklickt, gebucht, gefahren – und bereits Tags drauf checkten wir, von der Zugfahrt recht schläfrig, ein im „Hotel Mark“, mitten im ach so noblen München. Ob die Lobpreisungen der Booking-Websites der Realität standgehalten haben? Lest selbst …
Hotel Mark
Senefelder Str. 12
80336 München
Tel.: 089 – 55 98 20
Fax: 089 – 55 98 22 444
Website: www.hotel-mark.de
Klassifikation: 3 Sterne
::: LAGE :::
*************
Unsere motorisierten Freunde dürften es da ungleich schwerer haben. Nicht nur, dass bei der Anfahrt zum Hotel der staugeplagte Münchner Autobahnring durchfahren werden will, ein Ritt durch die mitunter nur mit Stress durchfahrbare Innenstadt bleibt den Fahrern nicht erspart – wohl dem, der Stadtplan geübte Beifahrer (nicht –innen) sein Eigen nennen darf. Ein weiteres Manko: Parkraum ist in München, wie auch in nahezu allen anderen deutschen Großstädten, rares Gut. Zwar steht ein hoteleigener Parkplatz den Hotelgästen zur Benutzung zu Verfügung, will mit 12,50€ pro Tag und Auto (Minibusse und Vans zahlen 15,50€) der Lage entsprechend jedoch gut entlohnt werden. Eine Anreise per Flieger oder ICE rechnet sich entsprechend eher: nicht nur, dass die Flug- bzw. Fahrzeiten dem Auto konkurrenzlos überlegen sind und Zusatzkosten eingespart werden, der bei der Anreise gesparte Stress kann Tags drauf beim Vertreiben japanischer Touristengruppen durchaus hilfreich sein.
So schön die zentrale Lage ist: Schattenseiten finden sich auch hier. Zwar kommt man Dank der Bahnhofsnähe in den Genuss lang geöffneter Shops, Dönerbuden und eines äußerst skurril anmutenden Italo-Imbisses, hat somit jedoch im direkten Umfeld auch mit teils entsprechend verwrackten Leuten zu tun. Positiv ausgedrückt: in einigen Momenten war mir selbst nachts am Berliner Zoo nicht so bange um meine Gesundheit wie im eigentlich so friedfertigen München. Wirklich gefährlich ist’s des Nächtens in der direkten Hotelumgebung zwar nicht, zum längeren Verweilen lädt selbige jedoch genauso wenig ein. Ein für mich jedoch verschmerzbares Manko, wogen die zentrumsnahe Lage und die Gewissheit, auch um Mitternacht bei Bedarf noch seinen Hunger stillen zu können, doch deutlich schwerer. Und: Bremens Meile am Bahnhof ist ungleich gefährlicher, das nur am Rande …Wertung „Lage“: ●●●●●
Schöne Hotels kennen wir zuhauf: das „Vier Jahrenzeiten“ in Hamburg etwa, dessen schneeweißer, repräsentativ herausgeputzter Altbau am Rande der Binnenalster als eines der Wahrzeichen der Hamburger City gilt. Oder das überaus schicke „Parkhotel“ in Bremen, dass, inmitten des Bremer Bürgerparks gelegen, selbst Gäste wie Michael Jackson in seine Gästehistorie hat setzen können. Schön, dass das „Hotel Mark“ hier optisch so gar nicht mithalten kann, bleibt der elitäre Kreis der deutschen 5-Stern-Hotels wenigstens unangetastet. Fernab von hübschen Altbauten präsentiert sich das Hotel dem Betrachter auf den ersten Blick als lieblos dahin gesetzter 50er-Jahre-Neubau, der das einst durch Flächenbombardements eingeebnete Areal möglichst schnell, effektiv und kostengünstig zu neuem Leben erwecken sollte. Das normalerweise freundlich wirkende Apricot der merkbar renovierungsbedürftigen Außenfassade empfanden wir ob dieser gesichtslosen Neubaugasse eher als morbid, wenngleich dem Hotel entlastenderweise zugestanden werden muss, rein äußerlich aus diesem hässlichen Bau wohl bereits das mögliche Maximum herausgeholt zu haben – ähnlich profillos wirkten auch die zig anderen Hotels der Senefelder Straße, selbst das deutlich teurere „Mercure“ gegenüber versprühte außen keinen sonderlich einladenden Charme. Etwas verdutzt waren wir jedoch, als wir, mit Trolleys bewaffnet, die leichtgängige Flügeleingangstür am rechten Ende des Gebäudes durchschritten hatten: waren wir in der Zeit gereist oder hielt die Geschäftsführung des „Hotel Mark“ die 50er-Jahre-Fassade für derart erhaltenswert, dass passenderweise auch gleich die ganze Lobby noch den Charme der frühen Wirtschaftswunderjahre versprühen musste?
„Entsetzt“ dürfte diesen ersten Eindruck wohl am besten beschreiben: kühle, rauchige Atmosphäre (und ich hab als Raucher weiß Gott nichts gegen Rauch!), Wandverkleidungen aus Holzimitat samt gülden bemalter 50er-Jahre-Uhr und dazu einige schlichtweg hässliche Perserimitate – ein Wunder, dass die vereinzelt aufgestellten Pflanzen nicht allein schon aus Protest eingegangen waren. Nein, in den 50ern konnten wir dennoch nicht gelandet sein – vielmehr in den späten 90ern, zumindest dem aufgestellten PC zu urteilen. Meine Vermutung, man würde hier den frühen PC-Anfängen huldigen (der leicht flimmrige Mini-Bildschirm ließ dies erwarten), erfüllte sich indes nicht: wir hatten die, immerhin kostenfrei nutzbare, Internet-Station der Lobby gefunden. Inwiefern das Gerät bereits 56K-Modems unterstützte oder noch auf BTX-Systemen arbeitete, blieb leider ungeklärt, zumindest dürfte der im Gepäck befindliche Laptop den Wert dieses museal anmutenden Stückes um das 20-fache überstiegen haben. Wie glücklich waren wir indes, dass es bereits in den 50er Jahren Fahrstühle gegeben hatte: angesichts des fünfgeschossigen Hauses wäre alles andere allerdings auch schlichtweg eine Zumutung gewesen. Überraschend: der Fahrstuhl war, trotz enorm langsamer Fahrweise, verhältnismäßig frisch modernisiert, dürfte für mehr als drei Personen plus Gepäck jedoch kaum ausreichend Platz bieten. Fahrten im Viehtransport werden kaum anders sein, eventuell bloß weniger hell. Immerhin dürften somit auch Rollstuhlfahrer die oberen Etagen erreichen können, doch ob sie in den Zimmern wirklich zurecht kommen würden? Was waren wir jedenfalls froh, als wir Augenblicke später trotz des schummrigen Flurs recht schnell unser Reich für die nächsten zwei Nächte gefunden hatten – den aufgehängten Übersichtsplänen in jeder Etage sei Dank.Alles im Allen wusste das „Hotel Mark“ während unsres Aufenthaltes äußerlich aufgrund der profillosen Neubausubstanz nicht wirklich zu überzeugen, architektonisches Wunderwerk hatten wir indes jedoch auch nicht erwartet. Dass sich die Lobby, immerhin Aushängeschild jedes Hotels, jedoch in derart abschreckenden, völlig veralteten Zustand befand, passte zum einen so gar nicht zu einem Hotel mit immerhin drei Sternen, zum anderen hat mich der Anblick zu diesem frühen Zeitpunkt etwas nachdenklich stimmen lassen, ob wir mit der Wahl des Hotels tatsächlich richtig gelegen haben. Die dargebotene Internet-Station ist im Übrigen nett gemeint, aufgrund der desolaten Technik allerdings eher ein schlechter Scherz. Leider ein ernst gemeinter, da das Hotel seinen Gästen keinen WLAN-Hotspot zur Verfügung stellt. Wer Glück und eine empfangsstarke WLAN-Karte sein Eigen nennt, hat vom Hotelzimmer aus unter Umständen noch schwachen Access zum T-Com-Hotspot vom Hauptbahnhof. Ich persönlich habe mir selbigen Test aufgrund des in solchen Fällen leicht labilen Nervenkostüms gespart, eine Signalstärke von gerade einmal einem Balken ist das teure Geld ohnehin nicht wert.
Wertung „Gebäude“: ●●●
::: ZIMMER :::
****************
Wenig positiv empfanden wir zudem die räumliche Enge: kannten wir Doppelzimmer aus anderen Hotels in der Regel als durchaus geräumiges Gemach, wirkte unser Zimmer im „Hotel Mark“ speziell zu Beginn des Aufenthalts auf uns erdrückend klein. Zu wenige und vor allem zu kleine Freiflächen und gerade einmal ein Stuhl samt Schreibtisch sind in meinen Augen in einem Wohn-Schlafraum für zwei Personen deutlich zu wenig, eine Sitzecke hätte es für den Preis normalerweise doch schon sein können. Zur Verdeutlichung: der Raum war bereits eng, obwohl der antiquierte Einbau-Kleiderschrank mit Platz für zwei Koffer von den „In(nen)-Architekten“ im Flur unmittelbar neben der Eingangstür positioniert worden war – zum Glück, ansonsten hätte das Zimmer wohl nur noch per Feuertreppe betreten werden können. So wurde das mit dunkelblauem Teppich ausgelegte Hauptzimmer, wen wundert es, durch ein vom Optischen her durchaus noch modern wirkendes, frisch bezogenes, sauberes Doppelbett im King-Size-Format von 180x200cm dominiert – sprich zwei Matratzen inkl. Besucherritze: genügend Platz also, im Fall der Fälle die nächtliche Eroberung für den fröhlichen Spaß zu Dritt bequem mittig unterbringen zu können. Welch wunderbare Gabe! Die Matratzen empfand ich von der Qualität her bei mittlerem Härtegrad mit deutlicher Tendenz in Richtung „weich“ insgesamt als durchschnittlich bequem, konnte aber immerhin trotz dafür anfälligem Rücken an beiden Morgen fit und ausgeschlafen auf den Teppich kippen. Seitlich war für beide Personen dabei genug Platz, um sich bequem aus dem Bett zu schälen, trotz Nachttischchen mit Lampe an den jeweiligen Flanken.
Positiv: Gelbe Seiten und Telefonbuch waren gleich in doppelter Ausführung in den Nachttischen hinterlegt, kirchentreue Menschen dürften angesichts der bereitgelegten Bibel ebenfalls ihre helle Freude haben, etwa nach der sündigen Nutzung des Blue-Channel-Pay-TV’s im zimmereigenen Fernseher. Neben den kostenpflichtigen Pay-TV’s mit Premiere und Pornokanal (Alternative: kostenfreie Pornos im Netz, etwa über die hauseigene Internetstation in der Lobby …) gab’s Dank Kabelanbindung die ganze Palette an privaten und öffentlich-rechtlichen Debakeln zu bestaunen, des Weiteren war im Fernseher ein hoteleigenes Informationssystem, dem Teletext ähnlich, integriert: Rechnung abrufen, Pay-TV buchen, Frühstückszeiten einsehen – alles drin, alles dran. Kundeninfo leicht gemacht, chronisch Techniküberforderte greifen im Bedarfsfall zu den hinterlegten Flyern im Wandaufsteller oberhalb des Schreibtischs. Oder beginnen, sich mittels des Inhalts der (wirklich winzigen) Minibar Mut zur Technik anzusaufen, wenngleich sie an der fast schon kurios kleinen Bestückung (je eine kleine Flasche Cola, Wasser, Bier und Sekt zu gewohnt übertriebenen Preisen) jäh mit ihrem Vorhaben scheitern dürften. Der gute Wille seitens der Hotelführung scheint also da zu sein, am Finish jedoch haperts, was sich insbesondere am Zimmersafe zeigte: was bitte bringt mir ein Safe, der nicht nur für einen Laptop zu klein ist, sondern auch bei der Pincode-Programmierung vehement mit einem wütendem „Error“ antwortet? Nach einigen Minuten entnervter Fummelei haben wir zumindest das „Unternehmen Safe“ aufgegeben – eine Reklamation bei der Rezeption war uns schlichtweg zu blöd, wäre aber im Bedarfsfall Dank des Zimmertelefons immerhin problemlos, anonym und schnell vonstatten gegangen. Ernsthaft nutzen wird dieses Telefon in Zeiten mobiler Kommunikation übrigens sonst wohl kaum mehr jemand, zu hoch die hotelseitig verlangten Gebühren von bspw. 50ct pro Minute bei einem deutschlandweiten Ferngespräch. Vonwegen Vodafone wär teuer …Dachten wir anfänglich noch, der eigentliche Schlaf- und Wohnraum des Zimmers sei klein, erschien selbiger im Vergleich zum fensterlosen Bad unmittelbar rechts neben der Eingangstüre wahrhaft großzügig dimensioniert: die Plastik-Nasszellen des Bremer Studentenwohnheims sind jedenfalls größer. Auf engstem Raum wurde mit Klo, Dusche und Waschbecken samt Ablage zwar alles Wesentliche geboten, ein Aufenthalt zu zweit endete jedoch in allen Fällen entweder mit stetigen Punches oder akuter Atemnot: wieso die unscheinbare Lampe unmittelbar über dem Waschbecken eine derartige Wärme ausstrahlte, dass meine frisch gewaschenen Haare bereits nach dem Einsetzen von Contactlinsen und Zahnpflege nahezu trocken waren, ist mir noch immer ein Rätsel. Versteckte Wärmetherapie vielleicht? Der bereitgestellte Fön war somit für mich zwecklos, schien jedoch ohnehin, ähnlich wie auch so einiges andere im Hotel, recht veraltet und schrie förmlich nach Ersatz durch Neugeräte. Immerhin wirkte das durchweg in weiß gehaltene Bad insgesamt gesehen durchaus noch nutzbar und war – ganz wichtig – angenehm sauber - erste Rostflecken an den Ausgüssen von Wanne und Waschbecken ließen allerdings auf baldige Renovierung oder intensivere Zimmerpflege hoffen.
Alles in allem wirkte das Zimmer im „Hotel Mark“ auf uns durchwachsen. Ein großes, bequemes Doppelbett, Fernseher, Telefon und schalldichte Isolierung (selbst schreckhafte Gemüter werden von den Drogendeals um die Ecke nicht viel hören) sprachen durchaus positive Züge, zudem waren wir von der Sauberkeit im Schlaf- und Sanitärraum positiv angetan (Handtücher wurden sogar dann gewechselt, wenn wir den Wechsel als nicht nötig angegeben hatten) und auch Steckdosen waren in ausreichender Zahl vorhanden, um Handys und Laptops neue Kraft zu geben. Die räumliche Enge und die lieblose Deko der weißen Wände mit gerade einmal drei kleinen, unmittelbar nebeneinander hängenden Bildchen ließ jedoch in einigen Momenten so etwas wie Knastatmosphäre aufkommen – wäre der Raum als Einzelzimmer durchaus brauchbar gewesen, war für zwei Personen der Platz merkbar zu knapp bemessen. Die fehlende Sitzecke, die leichten Mängel im Bad, der nicht funktionierende Zimmersafe und die letztlich überflüssige Minibar machten das Ganze kaum besser, mehr als (untere) Mittelklasse war hier definitiv nicht zu erkennen, wobei wir das angesichts des Preises auch nicht wirklich geglaubt hatten …Wertung „Zimmer“: ●●●
::: SERVICE :::Da ein mit drei Sternen versehenes Hotel die goldene Mitte des Rankings bildet, kann grundsätzlich auch beim „Hotel Mark“ ein gewisser Servicestandard abseits des nicht offerierten Zimmerservices erwartet werden, was das Haus jedoch nur ansatzweise zufrieden stellend erfüllte. Herauszuheben ist die 24 Stunden lang besetzte Rezeption, was späte Check-Ins und Check-Outs auch nach der allgemein gängigen und hier genutzten Check-Out-Frist bis11:00Uhr zumindest der Theorie nach ermöglicht. Dass uns der Spät-Check-In um 21 Uhr allerdings nur deshalb ermöglicht wurde, weil ich mich bereit erklärte, die Hotelrechnung per VISA zu begleichen, stimmte mich etwas missmutig. Was nun, wenn keine Kreditkarte zur Hand gewesen wäre? Die Mitarbeiter gaben sich auf diese Frage hin bedeckt, was zur allgemein reserviert wirkenden Einstellung der Servicekräfte wunderbar passte. Ob dies nun daran lag, dass wir im angeblich so snobbischen München gelandet waren oder ob man uns aufgrund unseres noch jüngeren Alters wegen bewusst keine herzlichere Behandlung zukommen lassen wollte, kann ich kaum eruieren. Nein, unfreundlich waren sie nicht, die Damen und Herren hinter dem unschicken Empfangstresen, schlichtweg reserviert freundlich. Nun muss man mit dem dortigen Personal weiß Gott kein Bierchen trinken gehen, angesichts dessen, dass ich mit meinem Aufenthalt allerdings deren nächsten Aldi-Einkauf finanziere, kann ein gewisses Grundmaß an ECHTER Freundlichkeit und ein „Guten Tag“ beim Betreten des Hotels jedoch kaum schaden. Sprach es und sah die Augen angesichts der vorgelegten VISA-Card blitzen. Immerhin war es kein Problem, angesichts unseres Spät-Check-Outs am Abreisetag die Koffer hinterlegen zu lassen – wenngleich dies nicht direkt im „Hotel Mark“, sondern im zum Haus gehörenden „Europäischen Hof“ ermöglicht werden konnte. Glücklicherweise befand sich selbiges Hotel unmittelbar an der Ecke Senefelder Str. / Bayerstr. und somit direkt gegenüber des Hauptbahnhofes, längerer Fußweg also wieder einmal Fehlanzeige – zum Glück, sonst wäre ich spätestens hier doch noch gnatschig geworden …
… aber Gott sei Dank war ich Dank des zuvor konsumierten Frühstücks nicht nur angenehm gesättigt, sondern auch auf angenehme Art und Weise zufrieden gestellt. Das Frühstück wird dabei hoteltypisch in Büffetform zwischen 6:30 und 10:00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 10:30 Uhr, im eigens dafür eingerichteten Frühstückraum eingenommen – interessant übrigens, dass zumindest im dortigen Raum ein gescheiter Inneneinrichter am Werk gewesen sein dürfte: der Raum wirkte hell und durch eingezogene Bögen aus Ziegelsteine zudem gemütlich, fast schon eine Art Seltenheit in dem ansonsten stilistisch doch recht (ab)gewöhnungsbedürftigen Ambiente. Das Frühstücksangebot selbst war für ein 3-Stern-Haus durchaus okay und offerierte die ganze Bandbreite von Brot, Brötchen und Croissants über erschreckend leckeres Rührei, Marmelade, Honig, Käse und Wurst bis hin zur Fitness-Ecke mit diversen Müsli-Sorten, Joghurt und frischen Früchten – Obstsalatliebhaber dürfen, All-you-can-eat-Option Dank, somit bis zum vitaminösen Exodus konsumieren. Das Getränkeangebot kam mit Tee und diversen Säften ebenfalls gut bestückt daher, speziell bei Kaffeetrinkern dürfte Dank des aufgestellten Vollautomaten und der damit verbundenen Angebotsbreite von Café Crema über Latte Macchiato bis hin zu Espresso kaum mehr ein Wunsch offen bleiben. Der beizeiten mit Tabletts durch den Raum wirbelnde, schrullige Oberkellner war indes zwar anfangs gewöhnungsbedürftig, in meinen Augen allerdings der einzige wirklich bemühte Service-Mensch während unseres Aufenthalts – auch wenn er immer wieder gern beharrlich unsere Zimmernummer wissen wollte. Kostenlos ist der Frühstücksspaß übrigens nicht in allen Fällen: verhältnismäßig üppige 11.50€ werden im Normalfall pro Person und Nacht für das Frühstück fällig (unsere Pauschalrate war zum Glück inkl. Frühstück), dafür gibt’s anderswo doch deutlich mehr.Außer dem Frühstück bietet das Hotel noch eine hauseigene Bar, die, unmittelbar an furchtbare Lobby grenzend, sich einem ähnlich antiquiert-morbiden Charme der 50er nicht verwehren kann – eventuell ein Grund, wieso ich kein einziges Mal dort einen Gast hab sitzen sehn? Abendessen oder ähnliches ist im Übrigen nicht im Angebot des Hotels zu finden, Hungrige finden aber um die Ecke in Sachen Fast Food die ganze nötige Palette. Übrigens: wer Spaß am Rande sucht, sollte samstags nach 22 Uhr mal den Italiener-Imbiss auf der Ecke zur Bayerstraße besuchen – wohl der einzige Italiener, in dem bei laut wummernder Drum’n’Bass-Musik aus einer Auto-Bassbox blond gefärbte Damen mit viel zu viel Oberweite und viel zu russischem Akzent den überwiegend ausländischen Gästen Pizza und Pasta per Mikrowelle kredenzen. Klingt eklig, war aber immerhin günstig und fast schon wie in London …
Wertung „Service“: ●●●○
::: PREISE :::
****************
Gezahlt wird im Übrigen wahlweise während des Aufenthalts oder direkt beim CheckOut, wobei das Hotel sowohl Bar- als auch EC-Zahlungen akzeptiert, Zahlungen per VISA, Mastercard, AmEx, JCB und Diners sind ebenfalls kein Problem, ganz im Gegenteil sogar, zumindest dem oben angesprochene Blitzen in den Augen des Receptioniers bei Anblick der VISA nach zu urteilen …
Wertung „Preis-Leistung“: ●●●●
::: FAZIT :::
**************
Letztlich habe ich die Buchung im „Hotel Mark“, aller Mängel zum Trotze, dennoch nicht bereut, bot es uns für die 2½ Tage doch eine durchaus angenehme Schlafstätte und mit dem Fast-Food-Italiener am Eck eine spannende soziokulturelle Gesellschaftsstudie der anderen Art. Somit kann ich grundsätzlich eine Empfehlung gerade für etwas preisbewusstere München-Touris aussprechen und vergebe letztlich, dem Hotelranking eher zufällig entsprechend, drei von fünf möglichen Ciao-Sternen. Bei einem nächsten Aufenthalt würde ich das Hotel durchaus wieder in Betracht ziehen, vorher aber noch in anderen Häusern der Preiskategorie intensiv vergleichen. Immerhin hat sich letztlich eins bewahrheitet: McDonald’s hat es erstmals geschafft, ein Angebot auf den Markt zu werfen, von dessen Konsum man tatsächlich längerfristig positiv zehren kann, der Trip per Burger-Fahrschein ist in jedem Fall eine schöne Rückerinnerung wert. Zudem ich spätestens nach der Italiener-Erfahrung glaube, in McDonald’s einen wahren Quell gesunder Ernährung gefunden zu haben – dass PR aber auch wirklich immer funktionieren muss …
Achtung, dies ist der erste Berichte des Autors
Anstatt dem Mitglied eine negative Bewertung zu geben, bitte daran denken:

Helfe diesem Mitglied durch nützliche Tipps

Melde einen Missbrauch wegen unerlaubter Kopie oder anderer Gründe an das Ciao Support Team.
Kommentar schreiben
Hugsy89 09.09.2009 21:14
stefbl 22.05.2008 16:21
Ich weiß ungefähr, wo es liegt - bewusst aufgefallen ist es mir aber noch nie. Wenn mal wieder in München-Trip ansteht, sag bescheid: Kann dich mit einigen guten Hotel-Tipps versorgen.
jeff2006 19.11.2007 14:41
Rhodenberg 01.10.2007 13:52
Wow ... ein BH-Bericht! Warum kommt nix nach ???