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Wie mich mein Chef nach Manchester schickte...
Pro kostenlos hin, kostenlos da, kostenlos zurück
Kontra leichte organisatorische Mängel. ;-)
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
|---|---|
| Anbindung | |
| Sehenswürdigkeiten | |
| Sicherheit | |
| Gastfreundlichkeit |
Wer meine älteren Geschäftsreiseberichte (Rom, München, Limerick) kennt, erinnert sich vielleicht: Wenn Olli eine Reise tut...irgendein Abenteuer gibt es immer.
Aber legen wir los!Und es begab sich Anfang April, dass einer der Hersteller mit denen mein Arbeitgeber zusammenarbeitet einen unserer Geschäftsführer übers Wochenende nach Manchester eingeladen hat.
Dem war das Wochenende aber nicht so genehm, also hat er mich gefragt: "Olli, bist du England-Fan?"Zurück zur Chronologie: Schweren Herzens habe ich eine Whiskeyprobe abgesagt und Kontakt zu meiner in Manchester lebenden Cousine aufgenommen. Das war anfänglich durch Terminmißverständnisse etwas schwierig, aber es hat letztendlich doch geklappt und wir haben vereinbahrt, dass ich mich von England aus melde.
So kam dann irgendwann das Flugticket und das Programm per Mail und ich bin dann schließlich Freitag Nachmittag etwas früher aus der Firma heraus und zum Trierer Hauptbahnhof.Dank der Currywurstbude dort kam ich sogar noch zu einer warmen Mahlzeit für den Tag UND habe den Zug pünktlich erreicht.
In Koblenz umsteigen ist in aller Regel auch unproblematisch, allerdings hatte der Zug ankommend schon 15 Minuten verspätung. Etwas blöd, aber zum Glück hatte ich mit ein wenig Puffer gerechnet.Einen außerplanmäßigen Halt wegen Gegenständen auf der Strecke später hatten wir die aufgeholte Verspätung auch schon wieder zunichte gemacht, so dass ich ... nunja, mit weniger Wartezeit am Flughafen rechnen durfte.
Wohlbehalten in Frankfurt am Flughafen angekommen habe ich mich auf den Weg Checkin gemacht...erstmal am Automaten eingecheckt, ging super, dann zur Gepäckaufgabe.Mit den Unterlagen und meinem Personalausweis in der Hand, dreht sich die Lufthansa-Angestellte zum Kollegen um und meint irgendwas von "Soll ich da jetzt was sagen?" - "Klar kannst du das sagen, steht ja drauf."
"Ich habe leider schlechte Nachrichten für Sie, Sie fliegen nur auf Standby mit, wir sind aktuell bei -3."
"Oh, meine ich", schon schmunzelnd, "das heisst?"
Und so wird mir erklärt, dass ich vielleicht nicht mitfliegen werde, es sei denn genug Leute verzichten freiwillig und ich rutsche nach vorne.
Na gut, grinsend schnappe ich mir die Karte und mache mich auf den Weg zur Security...so ganz ohne Handgepäck, nur mit Buch in der Hand geht das auch ziemlich fix.
Auf die Frage "Kleingeld, Gürtel, Metallgegenstände" als ich die (schon damit befüllte) Jacke aufs Band lege antworte ich: "Nö, heute mit leichtem Gepäck. Falls ich überhaupt fliege."
Der Security-Mensch schmunzelt ob meiner guten Laune, meint "Ah, Standby? Dann viel Glück!"
Nun gut, etwa 30 Minuten vor geplantem Abflug fragt ein anderer Passagier nach, und ich höre mal zu bzw. Frage auch mal nach:
Wenn ich also freiwillig verzichte und auf den nächsten Flug (Samstag früh) warte, bekomme ich einen Gutschein für Verpflegung, die Hotelübernachtung und eine Entschädigung von 125 Euro.Ein Clown (bildlich gesprochen) als Chef der Cabin Crew lässt die Sicherheitsinformationen tatsächlich interessant werden, auch später beim Getränkeservieren, als ein Gast zwei Reihen vor mir einen Tee möchte.
So wird die Frage "What kind of Tea?" vom Fluggast mit: "Äh...normal?" beantwortet, was den Herrn schmunzelnd antworten lässt: "All of our teas are perfectly normal."
90 Flugminuten und ein trockenes Ei-Sandwich später landen wir bei gutem Wetter um ca 22:50 Uhr Ortszeit in Manchester.
Das übliche Spiel...Gepäck, Passkontrolle, Zoll, Abflughalle. So, laut Agenda sollte hier irgendwo einer mit einem Schildchen mit dem Schriftzug des Herstellers herumstehen und uns einsammeln.
A propos uns, wo sind die anderen? Ich hab immer noch niemanden erkannt.
Komisch, oder?
Angekommen am Crown Plaza Manchester City hole ich mir erstmal den Zimmerschlüssel, entsorge mein Gepäck und dann gehts zu den anderen in die Hotelbar. Da einer auch noch Geburtstag hat gabs ein paar leckere Getränke und irgendwann gings dann ins durchaus luxuriöse Bettchen.
Am nächsten Morgen dann ein - überraschend mageres (auf die Auswahl, nicht den Fettgehalt bezogen) Frühstück und gegen 10:15 geht der Trip dann los.
Mit einem Bus und Merchandising im Gepäck zum Stadion Old Trafford, dass knapp unter 80.000 Personen fasst und auch so gut wie ausverkauft ist...beeindruckend ist das ganze schon, wenn man sich den Supermarktgroßen Fanshop anschaut, die Exklusive Vip-Lounge in der wir vor dem Spiel mit einem 4-Gänge-Menü und anschließend mit Snacks und Nachtisch versorgt werden. Begleitet von Champagner, Thailändischem Bier, eigenem Personal, einem echt verblüffenden Zauberer/Taschenspieler und einer Fussballegende, die zwar nie gegen Gerd MÜller aber zur gleichen Zeit gespielt hat ist das ganze eine recht putzige Angelegenheit. Auch das Fußballspiel ist selbst für einen Fußball-Legastheniker wie mich ganz okay. Zwei sehr schöne Tore in der ersten Halbzeit, Fulham hat gegen ManU nicht wirklich eine Chance.
Die Stimmung ist aber bis auf in den kritischen Szenen erstaunlich verhalten. In der zweiten Hälfte gibt es ein paar schöne Beispiele für die klassische britische Härte...dort Freistoß, bei uns Ausschluss aus dem Fußballbund oder so...aber auch das Fußballspiel geht vorbei und nach den letzten Snacks, Getränken und Geburtstagsständchen geht es im Bus wieder zurück in die Innenstadt. Der Busfahrer, der angeboten hat, mich bei meiner Cousine herauszulassen Muss auch gar keinen Umweg fahren, da sich herausstellt, dass Sie eh in einem Pub in der Innenstadt ist, ca 5 Minuten vom Hotel entfernt.
Ich spare mir also das gemeinsame Abendessen (das, wie ich später gesehen habe, auch gleich um die Ecke und etwa 2 Stunden nach der reservierten Zeit angefangen hat) und genieße den Abend mit meiner Cousine und ihren Freunden.
Nunja, der Abend klingt angenehm aus, es geht irgendwann wieder ins Hotelbettchen und im Laufe des nächsten Tages mit dem Flieger und einer Mitfahrgelegenheit aus der Gruppe früher nach Hause als geplant.
Ganz Abenteuerlos.
Fazit: Ohne Abenteuer nie. "Mild" muss in Manchester irgendwas anderes heissen.
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duderally 22.06.2011 13:05
Die_Buchhaendlerin 30.05.2011 23:05
Wolle0509 29.05.2011 09:14
Tut_Ench_Amun 27.05.2011 21:28
Irgendwie habe ich das Gefühl, daß mir Deine Berichte gar nicht angezeigt werden, muss gleich mal nachforschen ..... Maria ------