Manama

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Bahrain ist mehr als Demos und Formel 1

4  05.05.2012 (06.01.2013)

Pro:
exotisch

Kontra:
poltische Situation

Empfehlenswert: Ja 

celles

Über sich:

Mitglied seit:27.02.2011

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Produktvideos:2

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Grüß Gott aus Wien !


Für den aktuellen Reisebericht habe ich mir etwas ausgesucht, was aktuell in dem Medien ist. Manama. Häh ? Meine ich Panama ? Nein !!! Ich meine Manama, das wahrscheinlich kaum jemanden etwas sagt. Aber wenn ich Formel 1 erwähne und Bahrain, dann fällt sicher der Groschen. Manama ist die Hauptstadt von Bahrain !!!


A L L G E M E I N E S

Bahrain ist ein typischer Wüstenstaat und die Hauptstadt Manama zeigt kein viel anderes Bild. Dort wird nicht so wie in Dubai sehr viel bewässert, sondern grob gesagt ist Manama ein Konstrukt aus alter Bausubstanz und Hochhäusern, die aus dem Wüstensand herausragen. 15 % der Bevölkerung haben sich in Manama angesiedelt. Die Stadt hat rund 150.000 Einwohner. Die Stadt grenzt an den Persischen Golf, aber das nur in den Außenbezirken.


K L I M A

Das Klima ist das ganze Jahr hindurch für Reisen geeignet. Im Sommer erreicht man Durchschnittstemperaturen von knapp 38 C. Am kältesten ist es statistisch gesehen im Jänner mit 20 C. Dann wären eigentlich auch 2 Regentage an der Tagesordnung, was schon die meisten Regentage im Jahr darstellt. Wie wir in Bahrain waren war es die ganze Zeit nur wolkenlos und das Thermometer zeigte so um die 40 C.


G E S C H I C H T E

Manama ist gar keine so junge Stadt. 1345 erwähnt, fiel sie sie schon im 16.Jahrhundert den Portugiesen und den Persern in die Hände. Manama ist aber erst seit 1971 Hauptstadt eines unabhängigen Bahrain. Der öffentliche Verkehr steckt erst in den Kinderschuhen. Man kennt kaum öffentliche Linien und das meiste wird mit den Taxis bestritten. Das gleiche gilt auch für den Großen Souk, der noch touristisch ziemlich unberührt ist.


A N R E I S E

Wenn man nicht mit dem Flugzeug anreist, bleibt eigentlich nur mehr die Anreise per Schiff, wie wir es getan hatten. Der Mina Salman Port ist der Hafen der Hauptstadt Manama. Er ist der Hafen in Bahrain, wo alle Kreuzfahrtschiffe anlegen. Er ist aber ein Industriehafen, der durch Container und Kräne geprägt ist. Den Namen bekam der Hafen vom Großvater des Königs, der Shaikh Salman Bin Hamad Al-Khalifa hieß. Es fehlt an allen touristischen Einrichtungen und der Hafen darf nur mit dem Shuttle verlassen werden.

Als wir im Hafen einliefen, fragten wir uns, wo wir eigentlich wären. Bahrain hieß es da. Mina Salman, achso, das war der Hafen der Hauptstadt Manama, die nirgendwo in den Schiffsunterlagen erwähnt wurde. Wir hatten auch ein Ausflugsprogramm gebucht, denn Google maps wies das Gebiet als sehr entlegen aus. Beim Einlaufen tauchten die ersten königlichen Kriegsschiffe aus. Damals gab es noch keine Unruhen, aber die Formel 1 legte schon so richtig los. Alles wirkte sehr ruhig.

Nach kurzer Zeit kamen Freiflächen mit unendlich vielen Container und Ladekräne ins Blickfeld. Wir sahen keinen Terminal und unser Kreuzfahrer legte am langen Quai an und wir verließen über die Gangway das Schiff. Vor Ort gab es nichts zu kaufen, keine omnipräsente Souvenirshops, nein, rein gar nichts. Mina Salman hatte nur ein cremefarbenes Zollgebäude zu bieten, welches zwar nicht schlecht aussah, aber touristisch weniger
Bilder von Manama
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Manama - Fort
wertvoll war.

Wir verließen den Wartebereich und begaben uns zum Teil, wo die Exkursionsbusse den Touristenstrom erwarteten. Am Horizont sahen wir zwar schon Manama Downtown, aber das war sicher noch so 10 km entfernt. Die Pässe mussten wir vorher abgeben, damit sie mit Visa und Einwanderungsstempeln versehen wurden. Die Verbote im Hafen waren, den Hafen zu Fuß zu verlassen, zu rauchen, zu telefonieren, zu überholen und schneller als 40 km / h zu fahren. Vielleicht ändert sich mal was und ein touristischeres Denken tritt ein.


A L :::: F A T E H :::: M O S C H E E

Die Al Fateh bzw. Al Fatih Moschee befindet sich im Stadtteil Juffair und lag ursprünglich, vor der Neulandgewinnung, direkt am Meer. Hier befindet sich auch der Null-Punkt für die Straßennummern in Manama, die von der Moschee aus ihren Ausgang nehmen. Die Moschee ist die größte Moschee Bahrains. Sie bietet Platz für über 7.000 Gläubige und verfügt über den größten Fiberglasdom der Welt, der einen Durchmesser von 25 Meter aufweist. Die beiden Minarette sind rund 70 m hoch. Hier ist auch die Nationalbibliothek untergebracht. Die Moschee steht auch Nicht-Muslimen zur Verfügung, die im Inneren unter anderem deutsches Informationsmaterial über den Islam erhalten. Öffnungszeiten: Samstag - Mittwoch 8.00 - 14.00 Die Moschee konnten wir leider nur von außen besichtigen. Das tat aber meiner Begeisterung keinen Abbruch. Vor allem die Kuppel und die Minarette erregten meine Aufmerksamkeit.


W O R L D :::: T R A D E :::: C E N T E R

Danach stiegen wir wieder in den Bus, um unsere Fahrt durch Manama fortzusetzen. Das nächste Zeil war ein ganz moderndes Konstrukt. So etwas würde man eher in Dubai vermuten. Die Bahrain World Trade Center-Türme sind Zwillingstürme, die über die Skyline von Manama hinausragen. Die 240m hohen Türme sind jeweils mit 50 Stockwerken versehen.'''Drei Brücken''' in der unteren Hälfte der Türme verbinden die Türme miteinander und verfügen über je drei gewaltige Turbinenschaufeln, die nach Norden blicken, da der Wind vom Persischen Golf her weht. Die Turbinenschaufeln, die als eine partielle Stromquelle für die Türme dienen, sind eine Premiere für alle Hochhäuser auf der ganzen Welt. Die Türme wurden 2008 vollendet und stellen ein echtes Wahrzeichen für Bahrain dar.


D I E :::: P E R L E

Der Perlen-Kreisverkehr befindet sich auf dem Muharraq Causeway. Die Perle ist eines der Symbole Bahrains. Sechs Dhau-Segel halten eine überdimensionierte Perle. Das gesamte Denkmal ist in Weißtönen gehalten. Eine Fontäne wurde 2007 am Fuße des Denkmals hinzugefügt. Eine gigantische Sache, so eine Perle so hoch über der Autobahn betrachten zu könne.


N A T I O N A L M U S E U M

Das nächste Ziel war ein Museum, das sich mit der Geschichte des Wüstenstaats befasste. Das Bahrain Nationalmuseum wird von der Direktion der Museen, dem Ministerium für Inneres des Königreichs Bahrain als Non-Profit- und Bildungs- sowie Wissenschaftsorganisation geführt. Der Zweck des Nationalmuseums ist es, das Wissen über die Kunst-, Natur- und Kulturgeschichte von Bahrain zu erhalten und zu verbreiten.

Das Museum beherbergt 6000 Jahre an Geschichte von Bahrain. Es umfasst neun separate Hallen, die jeweils eine Fläche von 625 qm haben. Drei Hallen widmen sich der Archäologie und der antiken Zivilisation Dilmuns. Dilmun ist eine sagenumwobene Region auf Bahrain. Unter den Exponaten der antiken Geschichte ist ein Grabhügel, der von seinem Standort in der Wüste dorthin transportiert. Eine andere Tafel zeigt eine Szene aus dem Gilgamesch-Epos. Manuskripte, Notizen über Astronomie und historische Dokumente und Briefe sind in einer Halle im Obergeschoß ausgestellt. Das Foyer allein ist 1.500 qm groß und verbindet die Hallen für temporäre Ausstellungen. Des weiteren befinden sich hier ein Buffet, ein Souvenirladen sowie eine Bibliothek. Die ausgestellten Objekte hatten voll meinen Geschmack getroffen.


F O R T :::: A L :::: B A H R A I N

Der nächste Punkt unserer Besichtigung war schon etwas außerhalb der Innenstadt. Das Qal'at al-Bahrain, zu deutsch das Fort von Bahrain, liegt in einem Neulandgewinnungsgebiet und ist daher nicht mehr direkt am Meer gelegen, sondern schon fast 100 m von ihm entfernt. Das Dorf vor dem Eingang des Forts soll noch 2008 zur Gänze abgesiedelt worden sein, da die Bevölkerung sich nur für einen geschlossenen Abzug bewegen ließ. Hinter dem Fort liegt eine ummauerte, private Palmoase, wo auch Kühe gehalten werden. Der Hügel des von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannten, restaurierten Forst misst rund 300 x 600 m. Das cirka 50m x 50m große Fort von Bahrain ist frei zu besichtigen und lässt sich durch freie und innere Außenmauergänge vollständig umrunden. Das Betreten von sonstigem Mauerwerk ist aus Gründen des Denkmalschutzes untersagt. Auch auf einer asphaltierten Straße um das Fort herum lässt sich die Anlage betrachten. Das Fort war sehr mächtig und staubig. Aber es kam kein Sandsturm auf und wir haben den Besuch sehr gut überstanden.


F O R M E L 1

Das bekannteste Highlight ist wohl der Bahrain International Circuit. Sie ist eine Formel Eins Strecke, für die überall mit übergroßen und sehr modernen Plakaten geworben wurde. 2012 wurde die Sportstrecke von politischen Demos begleitet, die aber weit gehend ignoriert wurden. Wir mussten für die Strecke 27 km außerhalb von Manama fahren. Die Strecke misste eine Länge von 15 km und hat 15 Kurven. Es war sehr atemberaubend in der Wüste so eine Strecke zu sehen, die damals noch ganz jungfräulich war. Die höchste Geschwindigkeit konnte immer in der Zielgeraden erreicht werden. Auch bei unserem Besuch hatten wir mit den hohen Temperaturen zu kämpfen und fragten uns, wie es erst den Rennläufern gehen wird. Jedenfalls hat mich der Circuit stark beindruckt und er war den Besuch wert.


S C H R I F T E N S A M M L U N G

Bei Al Koran eröffnete am 12. März 1990 seine Pforten und beherbergt das Beit Al Qur'an. Das ist eine umfassende Sammlung islamischer Manuskripte und Kalligraphien Stücken aus dem 7. Jahrhundert. Ausgestellt werden auch andere islamische Artefakte und die Räumlichkeiten umfassen eine Moschee, einen Hörsaal, der 151 Sitzplätze und eine Bibliothek hat. Es ist auch die Heimat der Yousif Bin Kanoo Schule für Koran-Studien. Führungen werden angeboten und es gibt ein Souvenirgeschäft sowie Einrichtungen für behinderte Besucher. Der Eintritt ist frei und die Öffnungszeiten sind von 09.00 bis 12.00 Uhr & 16.00 bis 18.00 Uhr (Samstag bis Mittwoch) und von 9.00 bis 12.30 Uhr donnerstags. Wir haben die Führung sehr genossen.


A L :::: K H A M I S :::: M O S C H E E

Aus dem Jahr 692 vor Christi Geburt stammt die Al Khamis Moschee. Dieser schöne Gottesbau wurde während der Herrschaft des Umayyaden-Kalifen Umar II. erbaut und ist eines der frühesten erhaltenen Reliquien des Islam in Bahrain. Es wurde während des 14. und 15. Jahrhunderts umgebaut und es kamen herrliche Zwilling Minarette hinzu. Dies ist die älteste Moschee des Landes und sie ist offen für Besucher, die täglich an Führungen Teil nehmen können.


Ö L :::: M U S E U M

Das Öl Museum, das es seit dem Jahre 1992 gibt, sollte man auch nicht auslassen. Wir sahen dort, wie alles vor 60 Jahren ausgesehen hatte und da war Manama noch ein verlorenes Dorf in der Wüste. Wie damals gebohrt wurde, zeigte man uns auf alten Fotografien. Auch alte Bohrköpfe konnten wir hautnah bestaunen. Man zeigte uns auch die erste Ölquelle der arabischen Halbinsel, die aber inzwischen nicht mehr sprudelt und versiegt ist. Damals konnten so 450 Barrel pro Tag, ein Barrell sind immer 159 Liter, gefördert werden. Auch die höchste Erhebung Bahrains, der Jebel Dukhan, mit knapp 138 m, befand sich nebenan. Für den Eintritt mussten wir nichts bezahlen.


K I N G :::: F A H D :::: C A U S E W A Y

Der King Fahd Causeway ist seit 1986 die Verlinkung der Insel Bahrain mit dem Saudi Arabien auf dem Festland. Für den Bau gingen 4 Jahre drauf. Die Baukosten von ca. 1 Milliarde Dollar wurden vollends von Königreich Saudi Arabien getragen. Die 27 Kilometer lange, 4 spurige Autobahn hat fünf durch Dämme und Inseln aufzuweisen. Auf halber Strecke stießen wir dann auf die Grenz- und Zollkontrollen. Dort gab es beiderseits auch Ausflugsrestaurants. Man muss auf jeden Fall ein Visum für Saudi Arabien haben, sonst ist die Fahrt zu Ende. Wirtschaftlich lohnte sich die umwerfend aussehende Brücke, immerhin wurden die Kosten von den Saudis beglichen.


K A M E L F A R M

Scheich Kalefa bin Salmann hält sich im Süden der Hauptstadt Manama seine eigene Kamelfarm. Hier kann man gratis gut hundert Kamele betrachten und fotografieren. Manche sind mit einem Bein am Boden angekettet, sodass man ihnen näher kommen kann, ohne angegriffen oder gebissen zu werden. Andere, vor allem Babykamele, laufen frei herum, und man kann sie beim Fressen oder Gesäugtwerden beobachten. Es ist strengstens untersagt, eingezäunte Kamele, vor allem männliche, zu füttern, oder sie anzufassen, da Verletzungsgefahr besteht. Da Kamele in Bahrain als Statussymbol gelten, vor allem wenn sie Renn-Kamele sind, sind sie hier so zahlreich vorhanden. Wir konnten die Kamele aus nächster Nähe betrachten und manche Leute haben sich auch gewagt, sie zu füttern, obwohl das wie gesagt nicht gerne gesehen wird.


G R Ä B E R

Der letzte Punkt in Manama waren eine Art Sitzgräber. Für mich war es eine kahle Fläche, auf der nicht wirklich etwas zu erkennen war. Sie sollte UNESCO Weltkulturerbe werden, aber weil nichts optisch zu sehen war, hielten wir nur ganz kurz und keiner hat Fotos gemacht.

Wir kehrten wieder zum Hafen zurück. Manama war eine ganz andere Stadt. Wir konnten kein echtes Zentrum erkennen und allein ist man eher dort verloren. Dennoch lässt sich mit Wissen viel Sehenswertes aufspüren und besuchen.

Danke fürs Lesen

Celles

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
t.schlumpf

t.schlumpf

20.01.2013 02:24

Winterwäsche ;o)

hubbie

hubbie

11.01.2013 08:36

Bahrain und Qatar stehen auf der to-do Liste....Gruß aus dem Addu-Atoll

Sandra107

Sandra107

07.01.2013 11:54

bh

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