Ciao - für Leute mit eigener Meinung
Neueste Erfahrungsberichte
|
Neue Fragen
|
Erfahrungsbericht schreiben
|
Produktvideos
|
Pro die Einzigartigkeit
Kontra mir fällt nichts ein, sagt mir was....
Der Whisky gehört zu Schottland, wie das Weißbier zu den Bayern. Aber das war nicht immer so.
Als nach der britischen Union von 1707 englische Zöllner versuchten, die Whiskyproduktion in Schottland unter ihre Kontrolle zu bringen und sich die Abgaben drastisch erhöhten, wurde Schwarzbrennerei und Schmugglerei zur größten Herausforderung an die englischen Steuerbehörden. Zu dieser Zeit wurde zirka jeder zweite Schluck des Lebenswassers illegal gebrannt. Dies nahm erst sein Ende als man 1823 schließlich neue Gesetze und erschwingliche Brennlizenzen schuf....Das erste Mal wurde der Whisky 1494 namentlich erwähnt. Ein Beleg hierfür ist eine Bestellung König James IV von 1494, die über 8 bolls gemälzte Gerste lautete. Die Erfinder des Whiskys sollen irische Mönche sein, die das brennen weiter nach Schottland gebracht haben. Schnell wurde es zum Alltagsgetränk der Schotten, welches angeblich "mäßig genossen das Altern verlangsamte und die Jugend erhalte, Melancholie vertreibe und Herz und Sinn erleichtere".
Ja, bei so einer Destillenführung lernt man eine Menge um und über den Whisky und seine "teils" blutige Geschichte, beispielsweise als die Engländer 1782 über 1000 Schwarzbrenner verhafteten. Und man lernt natürlich auch den Geschmack kennen, denn in jeder Destille kann man mit einem "wee dram" rechnen!!! Aber auch wenn man keinen Whisky mag, sollte man sich die Autofahrt auf dem Malt Whisky Trail keineswegs entgehen lassen und sich doch die ein oder andere Destille mal anschauen.Doch ist der Whisky immer noch ein teures Getränk in Großbritannien, denn auch heute noch wird der Scotch hoch besteuert und stellte einer der erträglichsten Geldquellen des Landes und einen seiner bedeutendsten Exportartikel dar.
Für seinen Whisky bzw. die Jahrhunderte alten Destillen ist die Region rund um den River Spey, genannt Speyside im Grampian bekannt, denn dort befindet sich der berühmte Malt Whisky Trail (Malt Whisky = Malz Whisky), über den mein Bericht handeln soll.Der Malt Whisky Trail ist eine ausgeschilderte Route, welche ca. 110 km durch Aberdeenshire, im Osten Schottlands nordwestlich von Aberdeen und nördlich von Edinburgh gelegen, führt. Das "goldene Dreieck" befindet sich zwischen Grantown-on-Spey, Elgin und Dufftown, bzw. Keith und weist die weltweit höchste Konzentration an Malzwhisky-Destillen auf. Fährt man den Malt Whisky Trail, kommt man vorbei an vielen, teilweise sogar noch in Familienbetrieb befindlichen Brennereien. Man kann jede Destille besichtigen und überall gibt es Besucherzentren mit oft einheimischen Touristenführer, die den Besuchern die Geschichte und die Kunst des Whiskybrennens bestens vermitteln.
Freunde des "Lebenswassers" oder auch die Neugierigen sollten dem ausgeschilderten Malt Whisky Trail folgen, um wenigstens einige der vielen Destillen, die Schottland zu bieten hat, kennen zulernen. Fährt man den Malt Whisky Trail entlang und hat nicht einige Tage bis ca. 1 Woche Zeit sich jede Brennerei anzuschauen, sollte man sich Prioritäten setzen, denn alle der zahlreichen Brennereien zu besichtigen wäre wahrlich zu viel. Als wir unsere Fahrt durch Speyside planten, suchten wir uns 4 Brennereien aus. Damit waren wir dann erst mal für die nächsten 1 bis 2 Tage beschäftigt.Am besten beginnt man seine Reise auf dem Malt Whisky Trail von der A97 aus, welche sich im Süden des goldenen Dreiecks befindet.
Hier nun eine kleine Auswahl der Malt Whisky Distilleries:Royal Lochnagar:
Unser erstes Ziel auf der Tour durch die Heimat des "Lebenswasser" war die königliche Brennerei "Royal Lochnagar" in Crathie, Deeside. Ein Besuch bei den Herstellern unseres liebsten Whiskys durfte natürlich nicht fehlen. Der kostenlose Parkplatz direkt vor der Brennerei bietet ausreichend Platz für viele Besucher. Benannt wurde die Brennerei nach dem Berg Lochnagar etwas weiter südlich gelegen. Die kleine Royal Lochnagar Distillery liegt nicht direkt auf dem Malt Whisky Trail, ist aber nur ein paar km von dem südwestlichen Zipfel des Trail entfernt. Von Ostern bis Oktober ist sie Montag bis Samstag von 10.00 - 17.00 und am Sonntag von 11.00 - 16.00 geöffnet. Die letzte Führung beginnt 45 Min. vor Ende der Besucherzeit. An manchen Tagen produziert die Brennerei nicht, allerdings sind die Besucher trotzdem herzlich willkommen und Führungen finden ebenfalls statt. Der Eintritt kostete 6 €, allerdings werden bei einem Kauf einer 0,7 l Flasche Whisky in dem eigenen Shop 3 € vom Kaufpreis abgezogen.
Zuerst konnte man eine Bildergalerie und einen kurzen Film auf einem Fernseher anschauen, der sich nur über die Herstellung des Royal Lochnagar Whisky handelte. Danach ging es dann mit dem Touristenführer durch die Brennerei. Die persönliche Führung war auf Englisch, aber es wurde extra für die ausländischen Besucher langsam und deutlich gesprochen. Wir hatten keinerlei Verständigungsschwierigkeiten, obwohl wir auch nur das normale Schulenglisch aufweisen konnten. Es wurden alle wichtigen Räume besichtigt und alles wurde ausführlich erklärt. Dann ging es zur Verköstigung in einen kleinen und gemütlichen Raum, wo wir noch die Gelegenheit bekamen, die eine oder andere Frage zu stellen.
Fazit:
Die Führung war ausführlich und in kleine Gruppen eingeteilt. Der Whisky ist auch in Deutschland erhältlich und viel günstiger als in Schottland, aufgrund der hohen britischen Steuer. Es daher zu einem Kauf in Deutschland zu raten, denn so kann man eine Menge Geld sparen. Kein Muss, aber eine schöne, kleine Brennerei, die einen Besuch wert ist.
Glen Grant:
Nur wenige km weiter nördlich von Glenfiddich liegt in dem kleinen Dorf Rothes (1400 Einw.) die Destille Glen Grant. Der Malt von Glen Grant gilt als einer der meistverkauften Einzelwhiskys überhaupt. Die alterwürdige Distillery wurde von den Brüdern James und John Grant 1840 erbaut. Auch hier findet man einen großen und kostenlosen Parkplatz mit einem kleinen Weg, der an einem Bach vorbei direkt zu dem Besucherzentrum führt. Bei Glen Grant wird nicht wie bei Glenfiddich auf Touristenabfertigung gesetzt, sondern auf eine persönliche Führung in kleinen Gruppen. Zuerst wird man in einen Raum geführt, wo die Geschichte der Brennerei auf Tafeln bestaunt werden kann. Dann geht die individuelle Führung durch die Brennerei los. Es werden alle Gebäude besichtigt, die für die Herstellung des Lebenswassers bedeutend sind. Der Touristenführer gibt einen tiefen Einblick in die Herstellung und Lagerung und erklärt alles sehr ausführlich, allerdings nur auf Englisch. Zum Schluss wird man in einen Raum geführt, der wie ein kleines Wohnzimmer aussieht. Dort kann man Platz nehmen, bekommt einen "wee dram" und kann sich einen Film auf einer Leinwand anschauen, welcher von der Geschichte der Brüder Grant und deren Reisen in die fernen Länder Afrikas handelt. An den Wänden hängen noch alte Erinnerungsstücke.
Fazit:
Schöne und nicht von Touristen überlaufende Destille, die durch die persönliche Führung einen tiefen Einblick in die Whisky-Welt gibt. Auch hier ist die Führung kostenlos. Einen Shop gibt es ebenfalls in dem Besucherzentrum. Glen Grant ist wirklich einen Besuch wert.
Weitere Destillen auf dem Malt Whisky Trail:
The Glenlivet Distillery im Livet-Tal
Tamnavulin Distillery ebenfalls am Livetufer
Glenfarclas Distillery in der Nähe der A 95
Cardhu Distillery und Tamdhu Distillery in Knockando
Mortlach Distillery (genau wie Glenfiddich ebenfalls) in Dufftown
Strathisla Distillery in Keith
Achtung, dies ist der erste Berichte des Autors
Anstatt dem Mitglied eine negative Bewertung zu geben, bitte daran denken:

Helfe diesem Mitglied durch nützliche Tipps

Melde einen Missbrauch wegen unerlaubter Kopie oder anderer Gründe an das Ciao Support Team.
Kommentar schreiben
Knallkoerper2006 08.04.2006 15:25
O dann gieße ich mir gleich einen ein
robii 11.12.2005 21:51
Beautygirl17 03.09.2005 19:06
Babybel22 31.08.2005 22:26
Sehr ausfuehrlich und interessant geschrieben. Ich plane gerade einen Trip im Mai in die Highlands und Speyvalley mit dem Besuch der ein oder anderen Distillery steht auf jeden Fall an. Danke fuer Deine Tips!