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Die wahre Hauptstadt Italiens?

5  16.03.2004

Pro:
schöne Architektur, viel Bildung durch Museen und Bibliotheken

Kontra:
der Verkehr  -  wie leider in jeder Großstadt

Empfehlenswert: Ja 

sili74

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 136 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Im Sommer letzten Jahres war ich für einige Tage in Mailand. Was das Geschäft und die Industrie angeht, gilt Mailand oft als die wahre Hauptstadt Italiens.


Im Vergleich zu anderen italienischen Städten ist Mailand ja nicht so sehr bekannt für seine Altertümer und seine Kunst – was mir an Städtereisen jedoch immer am meisten gefällt. Hier scheint Modernes über Antikes zu dominieren. Dennoch ist Mailand auch die Heimat einer einzigartigen Kunst und Architektur, die von einer geschichtsträchtigen Vergangenheit zeugen. Und so kam es, dass Mailand mich mehr beeindruckte, als ich mir vor der Reise gedacht hätte

Vorab ein wenig Geschichte
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Um das Jahr 600 v.Chr. ließen sich in der hiesigen Region die Gallier nieder, ein altes keltisches Volk aus dem heutigen Frankreich. 222 v.Chr. eroberten die Römer die Stadt und gaben ihr den lateinischen Namen Mediolanum, heute Mailand. Viele Jahrhunderte hindurch war die italienische Halbinsel ein geteiltes und besetztes Land, das erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Unabhängigkeit erlangte. Die Reihe der Eindringlinge in Mailand nahm daher lange Zeit kein Ende. Darunter waren auch die wahrscheinlich aus Skandinavien stammenden Langobarden. Sie gaben der Region, deren Hauptstadt Mailand ist, ihren Namen: Lombardei.

Darf ich euch zu einer Führung durch Mailand einladen
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Die Geschichte Mailands ist ebenso wie die Geschichte des übrigen Italiens von der katholischen Kirche geprägt. Kein Wunder, dass der Mailänder Dom die drittgrößte Kirche Europas und eine der größten gotischen Kirchen der Welt ist. Der zirka 152 Meter lange Dom ist gespickt mit Türmchen und über 3000 Statuen und Wasserspeiern. Mit dem Bau begann man 1385, und bis zu seiner Vollendung dauerte es fünfhundert Jahre. Wenn die Italiener heute ausdrücken wollen, dass eine Arbeit zu lange dauert, bis sie fertig ist, sagen sie, es sei so, als „baue man die Kathedrale“.
Für mich als Bibelleser war es besonders interessant, hoch oben in einem gotischen Fenster der Domfassade den Namen Gottes in der Form „Jahve“ lesen zu können. An der Fassade sind zahlreiche Darstellungen biblischer Episoden zu sehen.


Auch das Castello Sforzesco ist zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Es wurde im 15. Jahrhundert von der Familie Sforza, einem Mailänder Herrschergeschlecht, erbaut. Heute befinden sich darin eine Reihe von Museen. In einem berühmten Raum sind Wandmalereien zu sehen, die von dem bekannten Künstler und Wissenschaftler Leonardo da Vinci stammen sollen.


Zu den bekanntesten Malereien da Vincis gehört ein Fresko im Kloster Santa Maria delle Grazie aus dem 15. Jahrhundert, der Renaissancezeit. Es stellt Jesus beim Abendmahl dar und gilt als eine der berühmtesten Malereien der Renaissance. Es war schon super dieses berühmte Gemälde einmal Live zu sehen.


In einem anderen Museum, der Pinacoteca di Brera, befindet sich eine der größten in Italien zu besichtigenden Sammlungen von Gemälden berühmter Künstler wie Bellini, Raffael, Tintoretto und Caravaggio. Zu diesem kann ich euch aber leider nicht mehr erzählen, da ich den Besuch dort, zugunsten eines Stadtbummels „geschwänzt“ habe.


Erforscher der Bibel werden, wie ich, die Pinacoteca Ambrosiana sehr schätzen, eine Bibliothek und Kunstgalerie, wo man das Muratorische Fragment findet. Dabei handelt es sich um einen in lateinischer Sprache verfassten Katalog der Bücher der Christlichen Griechischen Schriften, der auf die Zeit Ende des 2.Jahrhunderts n.Chr. zurückgeht. Er bestätigt unter anderem die Zusammenstellung des Kanons vom „Neuen Testament“.
In dieser Bibliothek befindet sich auch der sogenannte Ambrosiana O 39 sup., ein Kodex, der in das Ende des 9. Jahrhunderts n.Chr. datiert ist und in dem der Name Gottes in Form des Tetragrammatons in hebräischer Quadratschrift erscheint. Außerdem sind in der Bibliothek weitere alte Textausgaben und Übersetzungen der Bibel zu finden sowie der Codice Atlantico, eine Sammlung von über 2000 Zeichnungen und wissenschaftlichen Notizen von Leonardo da Vinci.


Ein Tipp für Besucher:
Viele Museen und Bibliotheken sind in alten Gebäuden untergebracht, die zwar wunderschön sind, aber durch den immer größer werdenden Zustrom an Touristen schnell überfüllt sind. In vielen Fällen muss daher ein Besuch im vorhinein angemeldet werden; manche Museen begrenzen zudem die Besichtigungszeit.


Musikfreunden, zu denen auch ich mich zähle, empfehle ich, bevor sie die Altstadt verlassen, vielleicht einen Blick auf das Teatro alla Scala werfen, eins der berühmtesten Opernhäuser der Welt. Möglicherweise habt ihr nicht die Gelegenheit, euch eine Oper anzusehen, aber ihr könntet das Museum besichtigen, in dem viele Erinnerungsstücke von Musikern und berühmten Sängern ausgestellt sind.


Einen schönen Überblick über Mailand, einer der reichsten Städte Europas, erhält man bei einem Rundgang durch den modernen Teil der Stadt mit seinen Hochhäusern und seinem Sportstadion.
Wer gern einkaufen geht oder Sightseeing liebt, dem gefällt es vielleicht in der riesigen Galleria Vittorio Emanuele II. mit ihrem einzigartigen Glasdach und der Glaskuppel


Zusatz am 03.06.2004
Ich möchte noch eine weitere Sehenswürdigkeit hinzufügen:
den Cimitero Monumentale, einen Friedhof mit geradezu unglaublichen und vielfältigen Grabmonumenten.
Danke an Hagar66 für diesen Hinweis.

Fazit
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Die Vielseitigkeit, Schönheit und Geschichtsträchtigkeit Mailands wird jedem Besucher gut gefallen – da bin ich sicher.

Das Essen, der Wein, die Idylle, die Geschichte, die Kultur, die Musik, die Sprache — all das machte Mailand für mich unvergesslich.

Das einzige Negative ist vielleicht der viele Verkehr. Da das aber ein Manko jeder großen Stadt ist, ziehe ich dafür keinen Stern ab.

Mailand ist wirklich eine Reise wert!

Eure reisefanatische sili74


PS: Mein Besuch in Mailand dauerte 4 Tage. Leider bietet die Ciao-Auswahl diese Möglichkeit nicht.

PS PS: Aufgrund des Komentars von Hagar66 möchte ich noch eine weitere Sehenswürdigkeit hinzufügen:
den Cimitero Monumentale hinzufügen, einen Friedhof (!) mit geradezu unglaublichen und vielfältigen Grabmonumenten. Sehr sehenswert!
Danke noch mal an Hagar66 für diesen Hinweis.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Travelwriter

Travelwriter

27.12.2004 19:18

Ein sehr schönen Bericht. Die Hauptstadt der Wirtschaft ist Mailand ganz sicher, zumal auch die Börse dort ihren Sitz hat. Historisch gesehen hat es in der Lombardei schon seit dem frühen Mittelalter wirtschaftlich mehr gebrummt als in Rom, aber natürlich mußte dann im neuen Staat Italien Rom die Hauptstadt werden um damit an seine traditionelle Rolle in der Antike anzuspielen. lg Andreas

PanchoEnterprises

PanchoEnterprises

28.09.2004 15:12

Ja Milano ist in der Tat eine Reise wert, aber leben möchte ich da nicht mehr. 2 Jahre und ich war geheilt und sehne mich nach Natur pur. Lieben Gruß Patri

Geisha_X

Geisha_X

18.08.2004 15:23

Ein Bericht, der Sehnsüchte weckt. Mein Mann arbeitet da nämlich gerade. :-) lg

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