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| Gastfreundlichkeit |
Madeira – dieses Reiseziel hatten wir uns schon lange vorgenommen. Im Sommer 2009 war es nun soweit. Aus dem, was wir gelesen, gehört und im Fernsehen gesehen hatte war klar: eine Wanderreise sollte es werden.
Der Titel „Duft nach Lorbeer und Eukalyptus“ war gleichzeitig das Thema der 10-tägigen Gruppenwanderreise, die wir bei Wikingerreisen buchten (s. Bericht Wandern auf Madeira mit Wikinger). Untergebracht waren wir im Hotel O Colmo in Santana im Norden der Insel.Überflüssig hier auf die zahlreichen Naturschönheiten hinzuweisen, davon berichten ja schon zahlreiche Einträge.
Gleichermaßen will ich auf allgemeine Ausführungen zu Geografie, Historie und Land und Leute weitgehend verzichten, dass ist in jedem Reiseführer besser nachzulesen, als ich es hier aufschreiben kann. Für jemanden, der keinen dicken Wälzer mit sich herumtragen möchte, kurze Informationen erwartet und eine brauchbare, herausnehmbare Übersichtskarte schätzt, sei der Dumont empfohlen.
Vorangestellt sei, dass Madeira wirklich ein Traum für Wanderer, Naturliebhaber und Botanikfans ist. Hier wurden unsere Erwartungen vollständig erfüllt.
Die Urlaubsplanung nagelte uns auf den Juli/August fest. Da stellte sich uns zunächst die Frage ist es nicht zu heiß?Die Befürchtung, dass es wegen des vielen Wassers in den Wäldern von Blutsaugern wimmelt erfüllte sich überraschenderweise nicht. Ein Mückenschutz kann ja trotzdem nicht schaden. Überhaupt gibt es nur recht wenig Krabbelgetier. Auch Schlangen o. ä. kommen auf Madeira nicht vor, einzig massig Eidechsen an jedem sonnigen und trockenen Ort. Diese sind auch recht neugierig, beim Rasten sollte der Rucksack zu bleiben. Feuchtigkeit und Obst ziehen sie magisch an.
Zu überlegen ist auch die Wahl des Verkehrsmittels. Wir waren in einer Gruppe unterwegs, damit kein Problem, da Bus vorhanden.Neben diversen Wanderungen lohnt auch ein Ausflug nach Funchal. Echte historische Highlights gibt es nicht, aber der Gesamteindruck der Stadt ist sehr gut. Zum einen wegen der sehr gepflegten Parkanlagen, wo man bereits die exotischsten Pflanzen, wie Kappockbaum und Leberwurstbaum findet, zum andren ist es (zumindest in der Altstadt) extrem sauber. Nirgendwo liegt Papier oder Müll rum, ständig ist jemand am kehren. Nachgefragt bei unserem Reiseleiter, erklärte dieser uns, dass alle, die Sozialleistungen erhalten zu gemeinnütziger Arbeit, u. a. in der Stadtreinigung verpflichtet sind. Das würde auch mancher deutscher Stadt gut tun.
Interessant ist auch, dass überall die Plätze und Gehwege mit Ornamenten aus Kleinpflaster belegt sind, was sehr edel aussieht. Keineswegs versäumen darf man einen Besuch der Markthalle (Mercado dos Lavradores, kennt in Funchal jeder), dort werden exotische Früchte, Gemüse, Gewürze und Fisch angeboten. Überall darf man probieren. Man findet sie am Ostende der Altstadt. In unmittelbarer Nähe 100 m zum Wasser hin, befindet sich die Bushaltestelle, von welcher man zum Botanischen Garten (3 € Eintritt) gelangen kann. Bezahlt wird beim Fahrer (ca. 2€).
Durch abenteuerlich enge Strassen fährt der Bus Hang aufwärts (ca. 25 min.) Alternativ ist auch die Seilbahn möglich. Dazu muss allerdings zuerst die Seilbahn nach Monte benutzt werden, dann eine zweite zum Jardim Botanico. Das wird dann recht teuer. Von der genannten Bushaltestelle kommt man auch nach Monte, das ist der Ortsteil weit oben am Hang, wo die berühmten Korbschlittenfahrten beginnen.
Was ist nun mit wandern?
Die Möglichkeiten sind grenzenlos und gehen von der Nachmittagsrunde bis zum mehrtägigen Inseltrekking. Es wäre vergebliche Mühe, hier auf alles einzugehen, dazu gibt es auch einschlägige Literatur.
Ich will 3 Vorschläge machen, die in unterschiedliche Naturräume führen.
Zum Ostkap fährt man Richtung Machico – Canical, immer weiter gen Osten bis die Strasse an der Baia d` Abra an einem Parkplatz endet.
Die Landschaft entspricht hier so gar nicht dem Bild von Madeira. Kein Baum, kein Strauch weit und breit. Dafür gibt es hier mit am besten sichtbar den Hinweis auf die vulkanische Mutter der Insel. Wunderbar gefärbte Ablagerungen von Vulkanasche, durchbrochen von alten Schloten und einen schönen Ausblick auf die Ostküste der Insel. Für die Tour sind 4 – 5 Stunden einzuplanen mit Rast und genügend Zeit sich alles anzusehen. Einkehrmöglichkeiten gibt es nicht. Ausreichend Getränke nicht vergessen, und besonders wichtig Sonnenschutz!
Die Höhenunterschiede sind gering, der Wanderweg ist ohne besondere Herausforderungen, nur am letzten Aussichtspunkt wird der Anstieg mal steiler.
Hier geht es schon etwas mehr zur Sache. Zwischen den beiden Bergen liegen 2 Täler, damit kommen etwa 800 Höhenmeter zusammen. Zum Ausgangspunkt gelangt der Wanderer entweder mit dem Gruppenbus oder per Taxi. Da das Berghotel geschlossen ist kommt hier kein Bus mehr hin (zumindest aktuell).
Wir haben unseren Wanderleiter überredet, zum Sonnenaufgang vor Ort zu sein. Ein prächtiges Schauspiel! Dazu Jacke nicht vergessen, es ist bei Dunkelheit noch sehr frisch in 1800m Höhe. Benötigt wird auch eine Taschenlampe, da der Weg durch Tunnel führt. Die Strecke zum Ruivo und von dort zum nächsten Parkplatz beträgt ca. 13 km, das ist eine Tagestour. Auch hier erst am Ruivo eine Einkehrmöglichkeit.
Getränke somit Pflicht, die Strecke liegt oberhalb der Wälder und es wird schön warm, die Anstiege sind knackig. Zur Belohnung gibt es einen grandiosen Rundblick vom höchsten Gipfel über die Insel und an der Hütte kann man sich mit einem „Chinesa“ (starker Kaffee mit Milch, gibt es überall, oberlecker und dazu preiswert 1,00-1,50€) stärken. Von hier aus ca. noch 1 Stunde eher gemächlicher Abstieg zum Parkplatz. Wenn ich mich recht entsinne, gibt es hier eine Bushaltestelle.
Eine tolle Tour, die etwas Kondition erfordert. Die Wege sind gut in Schuss und sicher, im Zweifelsfall mal nicht nach unten sehen. ;)) Trotzdem sind ein paar gute Wanderschuhe unbedingt ratsam. Meine Meinung zu diesem Thema ist bekannt.
Beim letzten Vorschlag geht es nun endlich in das berühmte grüne Herz der Insel. Die Wanderung führt zum Caldeirao Verde, dem grünen Kessel mit Wasserfall, wer mag weiter zum Caldeirao Inferno (Name selbsterklärend). Es gibt verschiedene Möglichkeiten hinzukommen, deshalb ist von der 3-Stunden- bis zur Tagestour alles vorstellbar, der kürzeste Weg dürfte in Queimadas beginnen, wohin es dann wieder zurückgeht. Hier wandert man die berühmten Levadas entlang, teilweise auf der Kante balancierend. Ist aber alles mit Stahlseilen gesichert. Auch bei dieser Tour ist eine Taschenlampe erforderlich, Levadas führen auch mal durch den Berg.
l
Seht Euch die Bilder an, um einen Eindruck zu gewinnen.
Die Einheimischen sind freundlich, hilfsbereit und unaufdringlich, sehr angenehm. Wer sich noch dazu Bom Dia/Boa Tarde (Guten Morgen/Tag) und obrigado/a (danke) merken kann, wird super zurecht kommen. Die meisten Jüngeren können auch Englisch, Deutsch ist eher weniger verbreitet. Und manchmal erreicht ein freundliches Lächeln mehr als Worte.
Wir können Madeira jedenfalls uneingeschränkt empfehlen.
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zomtech 06.08.2010 21:18
Micaela030 21.03.2010 22:38
esp1 13.03.2010 14:24
da würde ich auch gerne mal wandern. lg
Betterwise 11.03.2010 09:28
toller Bericht, erinnerte an die Naturgegebenheiten auf Teneriffa (Eukalyptus- u. Kiefernwälder, Tälerschluchten u. hohe Berge usw.)
lenchen_196 05.03.2010 00:08