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Die MS Mille...***Free***
Pro Der Skipper und der Bootsmann sind erfahrene Seeleute, die Sicherheitsbestimmungen sind sehr hoch
Kontra Ich habe überlegt, aber ich denke da gibbet nix
Hallo Leute!
Nach den vielen Berichten, die ich in den letzten Wochen über meinen Angeltrip nach Dänemark, auf das sogenannte "Gelbe Riff" verfasst habe, bekam ich viele Anfragen, ob ich nicht man konkret über den Trip selber berichten könnte. Genau das hatte ich auch vor, nur dass die entsprechenden Kategorien noch nicht vorhanden waren. Heute nun gibt es sie und ich berichte euch von dem Tripp selber. In diesem Bericht möchte ich euch die "MS Mille" vorstellen, der Angelkutter mit dem wir unsere Tour unternommen haben. Wie wir gerade auf die "MS Mille" kamen weiß ich auch gar nicht mehr so ganz genau, ich glaube einer von den Jungs war mit denen schon mal los und hatte ziemlich gute Erfahrungen gemacht. Nungut, starten wir einfach mal rein...
@@@@@ Die Anreise @@@@@
Wir schreiben Freitag den 18.03.2005, es ist abends 20:00 Uhr. Gerade habe ich meine Angelsachen ins Auto geladen, was nun etwa 20 Zentimeter tiefer lag und locker als getunter Sportwagen hätte durchgehen können - ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht, dass meine Kiste mit Angelbleien und Pilkern wirklich soooo schwer ist, manoman...;) Ich mache mich als auf den Weg in den Nachbarort, wo meine Kumpels meine Ankunft schon erwarten. Schnell werden die Sachen in einen großen Transporter geladen der dem Vater eines der Mitfahrenden gehört und ohne lange zu zögern machen wir uns auf den Weg nach Dänemark. Man waren wir heiß auf diesem Tour und schon während der gesamten Fahrt brannte echt die Luft so heiß waren wir auf die "Riesendorsche vom Gelben Riff". Gute 4 bis 5 Stunden Fahrt später waren wir an unserem Ziel angekommen, Hirtshals im äußersten Norden Dänemarks. Nachdem wir ein bisschen durch den Ort gefahren sind fanden wir auch schließlich den Hafen, wo schon der Rest der 20 Mann starken Truppe auf uns wartete. (Mal so nebenbei: Wir waren allesamt "Boardies", also Mitglieder von Anglerboard.de und haben den Tripp auch übers Anglerboard organisiert.) Schnell wurde das Auto geparkt und erst mal die Thermokleidung aus dem Kofferraum gezerrt, denn mit ungefähr 0 Grad und Wind der stärke 3-4 war es alles andere als warm. Genau vor uns an der Pier lag sie auch schon, die MS Mille, unsere Heimat für die nächsten 12 Stunden und der Kutter von dem es auf die ganz großen des Riffs gehen sollte.
@@@@@ Der Kutter @@@@@
Die MS Mille ist echt ein sehr süßer und kleiner Kutter, wesentlich kleiner als die Angelkutter die man von der Ostsee her kennt, aber aufgrund ihrer Bauweise, dem sehr tief gelagerten Schwerpunkt und dem Rumpf aus massiver Eiche, ist sie bestens geeignet für den Einsatz in stürmischen Gewässern. Sie ist ursprünglich als Fischereikutter für Gewässer jenseits des Polarkreises gebaut worden, wurde aber niemals dafür eingesetzt. Nach ihrer Fertigstellung im Jahre 1977 wurde sie bereits 1978 als Angelkutter eingesetzt. Die Mille ist 15 Meter lang und 4,20 Meter breit. Der Tiefgang beträgt 2,30 Meter und die Tonage 19,28 Bruttoregistertonnen. Auch die Motorisierung ist dem rauen Wasser der Nordsee angepasst. Ein MAN 6 Zylinder mit 300 PS mit einem Turbo mit "Intercooler" verleihen der MS Mille die dort oben oftmals notwendige Power. Unter Deck gibt es 2 Salons, die man wunderbar zum Verweilen aufsuchen kann. Deutsche Angelzeitschriften und Informationen über den Kutter und das Gelbe Riff versüßen die oftmals lange Ausfahrt. Auch eine Toilette ist selbstverständlich vorhanden, wie auf Angelkutter immer, sicherlich keine Schönheit, aber sauber und anständig und somit völlig ausreichend.
@@@@@ Die Crew @@@@@
Die MS Mille gehört Steve, dem Chef an Bord, der auch gleichzeitig der Skipper ist. Zu seiner Unterstützung ist noch ein Bootsmann an Bord, der aber auch ein Kapitänspatent hat, also im Notfall den Kutter auch fahren dürfte und könnte. Sowohl Steve als auch der Bootsmann sind absolut erfahrene Seemänner und kennen die Gewässer in denen man sich dort bewegt wie ihre Westentasche. Ich hatte gleich ein sehr gutes Gefühl bei Steve auf dem Kutter und fühlte mich absolut sicher. Steve spricht übrigens sehr gutes Deutsch, der Bootsmann hingegen kaum, was aber auch nicht notwendig ist, da er einem die Wünsche fast schon von den Augen abliest.
@@@@@ Die Sicherheitsbestimmungen @@@@@
Der Umgang mit den Sicherheitsbestimmungen ist für mich immer ein sehr wichtiges Thema, wenn ich auf einem Angelkutter zu Gast bin und daher war ich sehr gespannt, wie es wohl auf der MS Mille gehandhabt wird. Ich muss sagen, ich war begeistert! Es fing schon damit an, dass Steve eine Liste mit allen unseren Namen ausfüllen ließ. Zusammen mit der Nummer des nächsten Angehörigen wurde diese dann im Hafen deponiert, damit im Fall der Fälle zumindest nachvollzogen werden kann, wer alles so an Bord des Schiffes war. Allein schon diese Geschichte finde ich absolut super, kenne ich doch keinen anderen Kutter, der so etwas macht. Bevor wir an Bord kommen durften erklärte uns Steve noch an der Pier, wo wir unsere Angelsachen deponieren durften und vor allem, wie wir uns an Bord verhalten müssen. Auch das ist längst keine Selbstverständlichkeit, oftmals wird einem fast gar nichts erklärt und der Angler ist vollkommen auf sich selber gestellt.
Auch was die technische Ausstattung angeht, ist die Mille auf dem neusten Stand der Technik, neben einem Echolot und einem GPS sind auch elektronische Seekarten und diverse Funkgeräte vorhanden. Achso, Steve fährt übrigens nur bis maximal Windstärke 4 raus, alle anderen Kutter bis 5 oder etwas mehr - das ist auch eine sehr gute Sache finde ich, denn man bekommt dann sein Geld zurück.
@@@@@ Der Service @@@@@
"Service" ist ein Wort, dass auf der Mille ganz groß geschrieben wird, denn Steve und sein Skipper haben es sich zur Aufgaben gemacht, bei den Kunden immer das größtmögliche Wohlgefühl zu erzeugen und die Gäste absolut zufriedezustellen. Steve schreibt dazu auf seiner Homepage: "Ich bin selbst schon seit vielen Jahren ein Angler. Ich kenne die Vorfreude und deshalb fühle ich die Verpflichtung jeden Angler ab Bord M/S Mille die besten Erlebnisse zu geben. So gut wie es das Wetter erlaubt." Dieses kann ich nur voll bestätigen, es ist nicht nur eine hohle Phrase, sondern wird auf der Mille auch gelebt.
Überhaupt sind es viele Kleinigkeiten, die den Aufenthalt auf der Mille zu einem Erlebnis der Extraklasse werden lassen. Beispiele gefällig? Ok! Also zum Beispiel ist Steve absolut bemüht, die Angler zum Fisch zu führen. Er spult nicht nur sein Programm ab, wie man es von anderen Kapitänen her kennt, wo es dann eben Pech ist, wenn keiner an Bord einen Fisch zu sehen bekommen. Steve hupt auch gerne man das Angeln nach 5 Minuten ohne Fisch ab, schaut aus seinem Führerhäuschen und sagt "hier ist es scheiße, wir fahren nochmal ne Stunde". Auf den ersten Blick mag das wohl etwa voreilig klingen, aber glaubt mir, nach der Stunde Fahrt fangt ihr dann Fisch, denn oftmals muss man einfach durchs Ausschlussprinzip verschiedenen Möglichkeiten ausschließen um schlussendlich an das gewünscht Ziel, in unserem Fall Fische, zu kommen. Auch ist Steve absolut in der Lage, kurzfristig umzudisponieren, was man weißgott auch nicht von jedem Kapitän sagen kann. Auf meiner Tour war es zum Beispiel so, dass wir am 1. Tag nicht ganz so toll gefangen haben und der mit Abstand Unzufriedenste an Bord, war nicht etwa ein Angler, nein, das war Steve und er verkündete uns am Ende des Tages, dass wir am nächsten Tag keine "Rifftour" machen werden, wie es ursprünglich geplant war, sondern dass wir eine Küstentour zum "Roten Grund" unternehmen werden. Wir verstanden das zwar nicht so ganz, 24 Stunden und 1000 Kilogramm Fisch später hatten wir allerdings keine Fragen mehr.
Auch der Service während des Angelns ist so was von astrein, dass ich nur davon schwärmen kann. Der Bootsmann ist ein Genie mit dem Gaff und ein lautes Ausrufen des Wortes "Gaff" reicht aus, um ihn binnen 2 Minuten neben sich zu haben. Ein Blickkontakt mit ihm, egal wo auf dem Schiff er gerade steht, reicht ebenfalls aus um ihn in faszinierender Geschwindigkeit neben sich zu wissen. Für alle, die sich gerade fragen was denn um alles in der Welt ein "Gaff" ist: Ein "Gaff" ist eine Fischlandehaken, der in etwa aussieht, wie ein großer Fleischerhaken oder die Hand von Kpt.Hook an einem langen stiel. Wenn der Fisch zu groß oder zu schwer zum Rausheben ist, oder aber die Gefahr besteht, dass er sich vom Haken befreit, dann setzt man so in Gaff ein, führt es unter den Fisch und piekst ihn damit auf. Dann kann man den Fisch leicht an Bord heben.
Wenn ich sage, der Bootsmann ist ein Profi am Gaff, dann meine ich nicht nur die Geschwindigkeit mit der er gafft, sondern auch wie und wo er das Gaff ansetzt. In den allermeisten Fällen setzt er das Gaff nämlich am Kopf oder am Schwanzende an, damit das Filet hinterher keine hässlichen Löcher hat. Einfach genial so etwas! Wenn der Bootsmann übrigens gerade beschäftigt ist, ist Steve nicht minder engagiert und krabbelt aus seinem Führerhäuschen um höchstpersönlich für eine sichere Landung des Fanges zu sorgen. Ich weiß noch, wie ich einmal eine Trilette (3 Fische) dran hatte, Dorsche von 8,6 und 6 Pfund. Steve stand sofort neben mir und übernahm das Gaffen. Mit 2 Graffs und einiger Muskelkraft schaffte er dann auch das Unmögliche und alle 3 Fischen lagen kurze Zeit später sicher auf den Planken der MS Mille.
@@@@@ Die Buchung @@@@@
Buchen kann man eine Fahrt auf der MS Mille am leichtesten übers Internet, indem man auf www.ms-mille.dk surft und sich dann im Terminplaner einen geeigneten Termin herauspickt. Dann kann man einfach Steve eine Email schreiben oder aber ihn anrufen und für den jeweiligen Tag eine Buchung aussprechen. Steve schickt dann die Buchungsunterlagen nach Deutschland und nachdem man diese dann an ihn zurückgeschickt hat, muss man eine Anzahlung leisten.
@@@@@ Die Preise @@@@@
Die Preise liegen bei: 12 Stunden Fahrt pr. Person 82 Euro, 10 Stunden Fahrt pr. Person 68 Euro, 8 Stunden Fahrt pr. Person 55 Euro, 6 Stunden Fahrt pr. Person 41 Euro, 4 Stunden Fahrt pr. Person 28 Euro. Jeden Dienstag und Donnerstag im Juli und August:
Abendausfahrt 4 Stunden 17.00 - 21.00. Die Charterpreise liegen bei: 4 Stunden - 504 Euro, 6 Stunden - 738 Euro, 8 Stunden - 990 Euro, 10 Stunden - 1224 Euro, 12 Stunden - 1476 Euro.
Kinder unter 12 Jahren in Begleitung Erwachsener halber Preis. Auch Angelgerät kann man für 75 DKR mieten.
@@@@@ Fazit @@@@@
Eine Tour auf der MS Mille ist wirklich ein ganz besonderes Ereignis. Die Fänge sind wirklich überhaupt nicht vergleichbar mit den Ergebnissen die man hier von der Ostsee her kennt. Sicherlich gibt es auch auf dem Riff schlechte Tage, aber Alles in Allem ist dort oben einfach mehr Fisch im Wasser, da die großen Fischereischiffe das Gebiet nicht befischen können. An den 2 Tagen die ich dort oben war habe ich ca. 80 kg Fisch gefangen, auf dem ganzen Kutter waren es wohl ca. 1100 kg. Also, Sachen gepackt und ab nach Hirtshals aufs Riff!! ;)
Achtung, dies ist der erste Berichte des Autors
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Corbeau 15.05.2008 09:31
feodosia_aurora 15.11.2005 21:23
SmileAngel 04.10.2005 21:25
BelgischePommes 20.09.2005 23:48
lordofnukes 06.08.2005 23:41