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| Userbewertung | 8 Erfahrungsberichte |
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Pro Interessante Seereise auf einem faszinierenden Schiff
Kontra Teilweise nicht ganz billig
Detailbewertung
| Umfang des Bordprogrammes: | |
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| Attraktivität der besuchten Orte: | |
| Zeit beim Landgang war: | |
| Ausstattung der Zimmer: | |
| Qualität des Essens: | |
| Service | |
| Erlebniswert: |
Vielleicht hat sich der ein oder andere meiner Stammleser schon gefragt, was denn wohl mit mir los sei. Zwei Wochen ohne neuen Bericht - das ist bei mir doch eher selten. Die Auflösung dieses Rätsels folgt jedoch heute.
Nachdem ich die KW 46 für meinen Brötchengeber komplett auf einer Messe verbringen musste, hatte ich danach das Bedürfnis, ein wenig auszuspannen, so dass ich in KW 47 drei Tage frei hatte. Diese Zeit nutzte ich, um eine sog. "Mini Cruise", also eine Kurzkreuzfahrt, zu machen. An Bord der MS "Color Fantasy" der norwegischen Reederei Color Line reiste ich in drei Tagen von Kiel nach Oslo und zurück.DIE REEDEREI
Color Line ist, wie bereits erwähnt, eine norwegische Reederei, welche u.a. in Kiel eine deutsche Tochter unterhält. Das Unternehmen ist zu 100 % im Besitz des Reeders Olav Nils Sunde und betreibt derzeit mit 10 Schiffen folgende Fährlinien:-Kiel - Oslo
-Hirtshals - Stavanger - Bergen-Hirtshals - Larvik
-Frederikshavn - Oslo-Hirtshals - Kristiansand
-Strömstad - SandefjordAuf der Strecke Kiel - Oslo werden die beiden Fährschiffe "Color Fantasy" (Länge: 223,90 m, Tonnage: 74.600 BRZ, Passagierkapazität: 2.750 Personen) und "Kronprins Harald" (Länge: 166,26 m, Tonnage: 31.914 BRZ, Passagierkapazität: 1.458 Personen) eingesetzt.
Vergleicht man die Kennzahlen der beiden Schiffe, so stellt man schnell fest, dass sie doch sehr unterschiedlich sind. Dies wird sich jedoch im kommenden Jahr ändern, da dann die "Kronprins Harald" durch die "Color Magic", ein Schwesterschiff der "Color Fantasy", ersetzt werden soll.DAS SCHIFF
Als die "Color Fantasy" 2004 in Betrieb genommen wurde, sorgte sie für Aufsehen, denn sie war und ist das größte Fährschiff der Welt. Allerdings stellt sich durchaus die Frage, ob es sich bei ihr überhaupt noch um ein Fährschiff handelt. Vielleicht sollte man sie eher als Kreuzfahrtschiff mit Autodecks bezeichnen?Da sie aber auf der klassischen Fährroute zwischen Kiel und Oslo fährt und eben auch, wenn auch nicht ausschließlich, dem Transport von Fahrzeugen aller Art (PKW, LKW, Landmaschinen, Baumaschinen, Trailer, etc.) dient, denke ich schon, dass man sie als Fähre einstufen muss, auch wenn Color Line das möglicherweise anders sieht. Auf dem Rumpf des Schiffes jedenfalls findet man nicht nur den für die Fähren dieser Gesellschaft üblichen Schriftzug "Color Line", nein, vielmehr steht dort "Color Line Cruises".
Sieht man die "Color Fantasy" zum ersten Mal im Hafen liegen und vergleicht sie mit anderen Schiffen, z.B. mit den ebenfalls täglich in Kiel zu findenden Schiffen "Stena Germanica" bzw. "Stena Scandinavica" der schwedischen Stena Line, so dürfte der erste Gedanke wohl "Boah, ist die groß!" sein.Und in der Tat: für eine Fähre sind die Abmessungen der "Color Fantasy" wirklich enorm:
-Länge: 223,90 m-Breite: 35,00 m
-Vermessung: 74.600 BRZ-Motorleistung: 31.200 kw (4 Diesel á 7.800 kw)
-Passagiere: 2.750 Personen in 968 -Kabinen-Crew: 250 Personen
-Reisegeschwindigkeit: 22,1 KnotenInsgesamt verfügt die "Color Fantasy" über 15 Decks, wobei sich ganz oben, auf Deck 15, u.a. die sog. Observation Lounge, eine wunderschöne Bar mit großer Fensterfront zum Bug hin, befindet. Von dort aus kann man von einer hohen Position wunderschön die vorbeiziehende Landschaft der Kieler Förde bzw. des Oslofjords sowie die weite See überblicken. Üblicherweise ist auf Fähren ja die Brücke der höchste Punkt, aber bei der "Color Fantasy" ist man hiervon abgewichen, um den Passagieren diese spektakuläre Aussicht zu ermöglichen. Auf Deck 7, Deck 12 und Deck 13 hat man zudem die Möglichkeit, sich im Freien aufzuhalten, sofern das Wetter mitspielt. Bei starkem Wind werden die Freidecks teilweise aus Sicherheitsgründen geschlossen.
Um den Kreuzfahrtcharakter der Überfahrt auf der "Color Fantasy" zu unterstreichen, erinnert das Innere des Schiffs doch sehr an ein echtes Kreuzfahrtschiff. Herzstück des Schiffs ist die 160 m hohe, über drei Decks verlaufende Color Promenade, eine Art Shopping Mall, in der verschiedene gastronomische Angebote, Läden sowie die zentrale Rezeption zu finden sind. Auf Deck 7, dem Hauptdeck der Promenade, findet man u.a. ein Café, ein englisches Pub, eine Pizzeria, eine Tapas-Bar, ein Gourmet-Restaurant sowie eine Cocktail-Bar. Auch der Color Shop (Souvenirs, Textilien, norwegisches Kunsthandwerk) sowie die bordeigene Parfümerie liegen hier. Des eiteren kann man über Deck 7 die Fantasy-Show-Lounge, das bordeigene Theater, betreten. Hier wird jeden Abend um 19.00 und um 21.00 Uhr von einem achtköpfigen Ensemble eine beeindruckende Show mit Tanz und Gesang geboten. Auf der Fahrt nordwärts gibt es die Show "A tribute to the stars", auf der Fahrt südwärts "Welcome to the movies". Bei beiden Shows werden bekannte Songs aus der Popgeschichte recht eindrucksvoll präsentiert.Ein Deck tiefer, also auf Deck 6, befindet sich neben dem großen Buffet-Restaurant, in welchem auch das Frühstücksbuffet offeriert wird, u.a. der große Duty-Free-Shop mit Alkoholika, Tabak- und Süßwaren, das Á-la-carte-Restaurant sowie das bordeigene Spielcasino, in welchem nicht nur einarmige Banditen, sondern auch Roulette-, Blackjack- und Pokertische auf Zocker warten.
Deck 12 bietet mit dem Conference Center Raum für Besprechungen und ähnliche Veranstaltungen, außerdem kann man hier im sog. Aqualand, einer Poollandschaft mit großer Rutsche, Strömungskanal, Whirlpools, etc. plantschen - und das alles mit freiem Blick nach draußen, da das Aqualand fast vollständig verglast ist.Ebenfalls feucht kann es auf Deck 13 werden, denn dort wartet das Color Spa & Fitness Center auf Besucher: neben Sauna und Dampfbad stehen dort diverse Fitnessgeräte sowie zwei weitere Whirlpools bereit - verbunden mit einem fantastischen Blick in Fahrtrichtung durch eine große Glasfront.
Weiter gehen die Vergnügungsmöglichkeiten auf Deck 14 mit dem von dort bis auf Deck 15 reichenden Tower Night Club, einer Art Diskothek. Deck 15 schließlich bietet die bereits erwähnte Observation Lounge mit Bar.Die Nutzung der diversen Freizeiteinrichtungen ist grundsätzlich kostenfrei, lediglich für das Aqualand sowie das Color Spa & Fitness Center muss man jeweils rund 8 Euro Eintritt bezahlen. Auch die Speisen und Getränke in den verschiedenen Restaurants gehen jeweils extra, nur bei bestimmten Angeboten ist das Frühstück im Preis inbegriffen. Die Preise an Bord entsprechen gehobenen Gastronomie-Niveau (0,3 l Cola kosten ca. 3 Euro, alkoholfreie Cocktails ca. 5 Euro, Alkoholika sind auf norwegischem Niveau, also vergleichsweise teuer). Bezahlt werden kann wahlweise in NOK oder in EUR, auch die üblichen Kreditkarten werden überall akzeptiert.
Übernachten kann man in sieben verschiedenen Kabinenkategorien, angefangen bei 4-Bett-Innenkabinen bis hin zu luxuriösen Suites. Ich persönlich wohnte bei meinem Törn alleine in einer 2-Bett-Außenkabine mit "limited seaview", was bedeutete, dass ich zwar ein Fenster hatte, aber größtenteils auf die Rettungsboote blickte. Die Kabine war zwar, wie auf Fähren üblich, recht eng, jedoch umfassend ausgestattet. So gab es zwei übereinander angebrachte Betten (das obere, auf dem ich schlief, konnte tagsüber weggeklappt werden, das untere verwendete ich als Sofa), Dusche/WC, einen kleinen Schreibtisch, Schrank, Garderobe, Telefon und TV. Auch eine Minibar war vorhanden, welche ich jedoch nicht testete.Alles in allem kann man sagen, dass die "Color Fantasy" von allen großen Fähren, die ich bisher erleben durfte (u.a. "Queen of Scandinavia", "Nils Holgersson", "Prinsesse Ragnhild" und "Schleswig-Holstein"), am beeindruckendsten und luxuriösesten war. Okay, der maritime Charme, den die älteren und kleineren Schiffe teilweise versprühen, fehlt auf der "Color Fantasy" wohl, aber das macht dieses Schiff durch seine Eleganz mehr als wett - und auch schiffbautechnisch ist sie zumindest für Leute wie mich, die sich für so etwas begeistern können, hochinteressant.
Sehr interessant ist das Gemisch der Passagiere an Bord. Da gibt es solche, die die Reise tatsächlich für eine Kreuzfahrt halten und sich abends entsprechend chic gleiten, dazu kommen die auf jeder Fähre zu findenden Fernfahrer. Auch Menschen, die nur eine "normale" Überfahrt machen, und Leute, die sich für das Schiff als solchen interessieren, kommen dazu. Eine bunte Mischung also, die, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen, durchaus interessante Kontakte bietet…DIE REISE
Ich hatte eine dreitägige "Mini Cruise" gebucht. Bei dieser Reise ist man zwei Nächte an Bord und hat zwischendurch rund 4 ½ Stunden Landgang. Konkret ging ich Dienstag Nachmittag an Bord der "Color Fantasy". Um 14.00 Uhr legte das Schiff in Kiel ab und erreichte am nächsten Morgen um 09.30 Uhr Oslo. Von dort ging es am gleichen Tag um 14.00 Uhr wieder zurück, ehe wir am darauf folgenden Morgen um 09.30 Uhr wieder Kiel erreichten.Die Reise war recht abwechslungsreich, was u.a. am interessanten Fahrtgebiet liegt. Gestartet wurde in Kiel, von wo aus es durch die Kieler Förde, u.a. vorbei an Laboe, auf die Ostsee ging. Weiter führte die Route durch dänische Gewässer, u.a. unter der Sundbrücke hindurch. Weiter ging es in den Skagerrak, ehe die "Color Fantasy" in den Oslofjord einlief. Gerade Kieler Förde und Oslofjord sind landschaftlich sehr reizvoll.
Die Zeit an Bord vertrieb ich mir mit den verschiedenen o.a. Freizeitangeboten und - zumindest bei der Hinfahrt, da dort gutes Wetter herrschte - an Deck, von wo aus ich das Meer und das Land beobachten konnte. Bei schlechterem Wetter wich ich in die Observation Lounge aus.In Oslo machte ich eine rund dreistündige, nicht im Reisepreis enthaltende Stadtrundfahrt mit, welche u.a. durch die Innenstadt, zum Polar-Museum mit Frithjof Nansens Expeditionsschiff "Fram" sowie zur Skisprungschanze am Holmenkollen führte. Auch diese Rundfahrt war sehr interessant.
DAS ESSENIn meinem Pauschalangebot war an beiden Tagen das Frühstück, welches im großen Buffet-Restaurant angerichtet wurde, enthalten. Die Auswahl war im Großen und Ganzen mit der in guten Hotels (4 Sterne oder mehr) vergleichbar, besonders erwähnenswert waren aber verschiedenen norwegische Spezialitäten wie z.B. Rentierfleisch und -wurst, eingelegte Heringe in verschiedenen Variationen sowie Graved Lachs. Ich denke, dass hier jedermann etwas finden kann, was ihm zusagt.
Meine beiden Abendessen an Bord, die ich gesondert bezahlen musste, nahm ich einmal in der Tapas-Bar und einmal in der Pizzeria in der Color Promenade ein. Beide Mahlzeiten waren wirklich sehr schmackhaft und hübsch angerichtet.Zwischendurch genehmigte ich mir den einen oder anderen Drink in einer der verschiedenen Bars, bevorzugt in der Observation Lounge. Allerdings blieb ich bis auf ein Bier komplett trocken, da die Preise für Alkoholika, wie bereits erwähnt, norwegisches Niveau haben.
DIE SICHERHEIT
An Bord fühlte ich mich jederzeit sicher. Ordentlich gewartete Rettungsmittel (am aktuellen Prüfsiegel zu erkennen), also Rettungsboote und -inseln, waren ebenso vorhanden wie gut sichtbare Ausschilderungen zu Notausgängen, Sammelpunkten, etc. Das Sicherheitsvideo war nicht nur in allen Kabinen verfügbar, sondern lief auch permanent auf Bildschirmen im öffentlichen Bereich. In sehr kurzen Abständen waren Crewmitglieder zu sehen, die Kontrollgänge durch das Schiff machten. Auch bei An- und Ablegemanövern wirkten die primär norwegischen Seeleute sehr routiniert und souverän.
Wenn man dann noch weiß, dass die "Color Fantasy" beim ADAC-Fähren-Test 2006 die Bestnote "sehr gut" erhalten hat und zum Testsieger erklärt wurde, dann dürfte klar sein, dass man hier wirklich in guten Händen ist.Aber nicht nur kompetent ist das Personal, sondern zudem auch immer sehr freundlich. Die meisten Crew-Mitglieder, mit denen man als Passagier Kontakt hat, sprechen neben Norwegisch auch Deutsch; sollte dies einmal nicht der Fall sein, kommt man auf jeden Fall mit Englisch weiter. Eine gute Verständigung dient ja letztlich auch der Sicherheit, da es im Notfall ja wichtig ist, dass die Anweisungen der Crew verstanden werden.
DER PREISIch konnte bei meiner Preise einen Sonderpreis in Anspruch nehmen, mit dem wohl in der absoluten Nebensaison (November) das Schiff gefüllt werden sollte. Regulär hätte mich die Reise in meiner Kabinenkategorie incl. Frühstück rund 230 Euro bezahlt, ich musste jedoch nur 130 Euro zahlen. Dazu kamen noch die Kosten für die Verpflegung an Bord sowie für die Stadtrundfahrt in Oslo (34 Euro incl. Eintrittsgelder). Für das Gebotene war dieser Preis aus meiner Sicht absolut gerechtfertigt.
DAS FAZITIch fahre gerne zur See. Üblicherweise bevorzuge ich aber alte Traditionssegler, bei denen ich selbst mit anpacken muss. Auch eine Reise auf einem Frachtschiff würde mich mal interessieren. Typische Kreuzfahrten dagegen jucken mich überhaupt nicht.
Mein dreitägiger Törn auf der "Color Fantasy" passt wohl zu keiner der genannten Arten von Seereisen, aber dennoch war es eine tolle Reise. Ich konnte an Bord sehr gut entspannen, ich besuchte (wenn auch nur kurz) Oslo, ich befriedigte mein Bedürfnis nach Meer und ich konnte auf einer schiffsbautechnischen Sensation, eben auf der "Color Fantasy", fahren. Was will man mehr?Es war auf jeden Fall eine interessante, faszinierende und lohnende Fahrt. Wer ein wenig Seeluft schnuppern will, ohne gleich eine lange Reise zu planen, für den dürfte die "Color Fantasy" interessant sein.
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Antonia007 23.11.2008 16:49
damit ahfren wir zwichen den Feiertagen. Grüße
isey66 20.10.2007 21:52
Super Bericht, dankeschön! Da ich im Dezember einen Kurztrip mit dem Schwesterschiff MS Color Magic plane, war Dein Bericht eine tolle Einstimmung und hat auch noch einige Fragen vorab beantwortet. Der Bericht macht wirklich Lust auf so einen Trip! Gruß Tina
angeleyed 12.07.2007 15:35
jes-toertchen 01.06.2007 08:15
Alles drin und toll geschrieben. Ich müßte mal schauen, wo mein Reisegold ist... Liebe Grüße, Jes-Törtchen!
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Mir gefällt dieser Bericht sehr gut. Auch wenn ich inzwischen wohl der "traditionelle" Kreuzfahrer geworden bin. LG Elfi