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Lüttich, Liège

Erfahrungsbericht

für Lüttich, Liège
Nächsten Bericht ansehen "Eine Liebe auf den zweiten..."
2 Sterne Pleiten, Pech und Pannen
215 von 215 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro viele Kirchen

Kontra schmutzig, teuer

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

Finetta12 Seit 29 Mrz 2006

"Blumen sind das Lächeln der Erde." (Ralph Waldo Emerson) mehr

141 Mitglieder vertrauen mir

Bonjour,
lange habe ich überlegt, ob ich diesen Reisebericht schreiben soll, weil ein toller Ausflug war es nicht wirklich. Trotzdem möchte ich Euch an unseren Erfahrungen teilnehmen lassen.

Damit ich nicht alles mit dem Auto fahren muss, nehme ich öfters das Angebot für Tagestouren, des hier ansässigen Reiseunternehmens Wiedenhoff wahr. Im Prospekt wurde eine Tagestour nach Liége (Lüttich) Belgien angeboten. Da diese Fahrt grenznah gelegen ist, wäre es auch nachträglich ein wunderbares Muttertagsgeschenk.

Gut, die Fahrt gebucht. In diesem Bericht werde ich hauptsächlich auf den Flohmarkt „Le Batte“, sowie unserem Eindruck der Stadt schildern.

Am Sonntagmorgen, des 21.August ging es morgens um 7.00 los. Mit einer kleinen Pause an der Raststätte, erreichten wir Lüttich so gegen 10.00 Uhr. Wir fuhren auf einer Stadtautobahn stadteinwärts, und das Lüttich eine Industriestadt ist, war nicht übersehen. Im Nachhinein war es gut, das wir die Toilette nutzen konnten, denn in Liége konnten wir keine finden.

Lüttich liegt in Südbelgien, und ist Hauptstadt der belgischen Region Wallonien. Sie ist eine alte Bischofsstadt und Geburtsstadt Karl des Großen. Schnell entwickelte sie sich schnell zu einer Stahl-und Kohleindustriemetropole, deren Folgen noch heute zu sehen sind.

Sicherlich besitzt Liége viele alte historische Gebäude, doch unser erster Eindruck war, das es eine schmutzige Stadt ist. Grau und ungepflegt. Es sind nicht nur die zehnstöckigen Wohngebäude aus den 1960er entlang der Flussufer, die ungemütlich wirken, auch einige angeschwärzte Fassaden und verfallene Gebäude wirkten nicht gerade einladend.

Nun gut, das wird sicherlich besser werden, in erster Linie waren wir für den Flohmarkt angereist.
Jeden Sonntag in der Zeit von 8.00 Uhr bis 14.00 Uhr findet am Quaide le Batte der längste Flohmarkt Europas statt, der eine große Vielfalt bietet. Hier gibt es Trödel, Modeschmuck, Blumen, Wein, Lebensmittel, einen Kleintiermarkt mit Vögeln, Fischen und Hühnern.

Gleich am Anfang begann das erste Problem. Aufgrund einer Feuerwehrübung konnte der Bus nicht den Parkplatz anfahren, der dafür vorgesehen war. Der Busfahrer ließ uns dann auf der Brücke raus, sodass wir direkt am Flohmarkt waren. Er gab uns die Uhrzeit für die Fahrt zurück, und schärfte uns ein, uns genau die Ecke zu merken.

Endlich konnten wir über den Flohmarkt bummeln, der rappelvoll von Menschen war. Zunächst schauten wir uns die verschiedenen Stände an, um einen Überblick über das Angebot zu bekommen. Was uns auffiel, war das der Flohmarkt in erster Linie aus professionellen Händler bestand . Trödel haben wir keinen gefunden, nicht das wir darunter verstehen. Der Flohmarkt ist nicht dem zu vergleichen, was wir so kennen. Vor allem solltet ihr nicht beim erstbesten Stand kaufen, denn günstig ist es dort nicht. Wir haben erstmal die Preise verglichen, um dann nur ein bisschen Obst zu kaufen.

Tja, dabei haben wir eins nicht bedacht. In Lüttich wird französisch gesprochen, das heißt ohne Kenntnisse der Sprache wird es sich schwierig sich zu verständigen. Auch sind die Maßeinheiten auf dem Flohmarkt in französisch angegeben, jedoch die Verständigung mit den Händler mit Handzeichen klappte. Zum Teil ging es wie auf einem Schreimarkt zu, denn jeder Händler wollte seine Waren anpreisen. Was wir weniger schön fanden,das Tiere angeboten wurden, die in kleinen Käfigen hockten.

Der Mittag rückte näherte, da wurde es Zeit sich nach einem Restaurant umzuschauen. Lüttich ist bekannt für seine gute Küche, doch die vielen kleinen Cafe`s rund dem Flohmarkt, luden nicht gerade zum Einkehren ein. Wacklige Tische auf Kopfsteinpflaster, wo der Müll unter den Tischen lag. Das zweite Problem war das die Speisekarten ausschließlich in französisch waren, und die Preise ab ca. EUR 15.00 anfingen.
Daraufhin beschlossen, wir uns einen Hot Dog und etwas zum Trinken zu besorgen. Insgesamt bezahlten wir EUR 15.00. Die Verständigung mit Handzeichen klappte sehr gut, sodass wir nicht ohne leeren Magen nach Hause fuhren musste. Wir fanden dann eine Bank an dem Ufer der Maas, wo uns dann prompt eine Regenschauer erwischte.

Am Nachmittag sahen wir dann ein Eiscafe, wo wir uns niederließen. Wir bekamen die Karte, die ein sehr kleines Angebot enthielt. Was nicht kam war die Bedienung, auch nicht auf unsere Zeichen, sodass wir das kleine Eiscafe wieder verließen.

Meistens erkunden wir eine Stadt auch wegen ihrer Sehenswürdigkeit. Nachdem, wir so ziemlich alles vom Flohmarkt gesehen hatten, gingen wir Richtung Altstadt. Eine dunkle Hauptstrasse, wo der Hauptverkehr durchfließt. Die Geschäfte waren geschlossen, etwas Aufregendes haben wir nicht gesehen.
Unser Weg führte weiter zum Rathaus, das in Jahren 1714-1718, im Barockstil erbaut wurde.
Wie erwähnt gibt es hier noch viel Kopfsteinpflaster, woraus sich das nächste Problem. Anders wie den Touristenstädten Brüssel und Brügge, klebten wir mit unseren Schuhen regelrecht fest. Erst dachten, das wäre nur auf einer Straßenseite, doch nein auf der anderen Seite war es genauso.

In der Nähe vom Rathaus gab es dann ein paar bessere Einkehrmöglichkeiten, doch auch hier fährt der Verkehr durch. Nun wollten wir, doch eine der vielen Kirchen, die Lüttich zu bieten hat, uns ansehen. Wir gingen eine Hauptstrasse entlang, um uns die Cathédrale-Saint-Paul anzuschauen. Da wir von der rückwärtigen Seite kamen, mussten wir ganz schön viele steile Treppen erklimmen, um dorthin zu gelangen. Endlich waren wir oben, ein imposanter Eindruck. Gehen wir doch mal rein, ups, wie die Türe zu. Das war das nächste Problem, die Kathedrale mit dem ganzen Beginenhof wurde renoviert. Auch der Aufpasser, der vor Türe stand, war nicht zu überzeugen, das wir hineinwollten.

Da war nichts zumachen, so dass wir wieder Richtung Rathaus gingen. An dieser Ecke wird ganz modern gebaut, nur mit dem Alten fügt es sich nicht wirklich zusammen. Vor dem Rathausplatz gab es durch Zufall, einen französischen Markt. Klar, auch hier mussten wir uns mir Händen verständigen, doch das war schon interessanter. Wir haben dann ein kleines Glas Marmalade mitgenommen.

Zum Abschluss setzten wir uns in der Nähe des Treffpunkts, auf eine Bank, direkt an die Maas. Da die Sonne herauskam, war das ein versöhnlicher Abschluss.

Ein weiteres Problem ergab sich das ich morgens meine Kamera vergessen hatte. Darum kann ich Euch keine Fotos bieten, obwohl auch im Nachhinein wüsste ich nicht, was wirklich fotogen gewesen wäre.

Sicherlich mag Lüttich eine Kulturstadt sein. Einige werden die Stadt daher kennen, weil sie Schauplatz aller Kommissar-Maigret-Romane von Georges Simeon. Sollten wir das nächste mal dorthin fahren, ist es sicherlich sinnvoll, vorher nachzuschauen, welche Sehenswürdigkeiten wo sind.

Ich würde den Zug wählen, da einer von Köln nach Lüttich durchfährt. Auf jeden Fall werde ich ein Wörterbuch mitnehmen, damit ich den Weg vom Bahnhof finde. Ein positiver Aspekt war, das überall es Stadtkarten gab, sodass ein Verlaufen nicht möglich war.

Theoretisch. Die Abfahrt war dann das Highlight.Um 16.00 Uhr sollte die Rückfahrt stattfinden. Alle trudelten so langsam ein, bis auf vier Leute. Wir warteten eine Viertelstunde, danach nochmal, bis der Busfahrer entschied, das wir die ganze Innenstadt einmal ganz durchfahren, um sie zu finden. Allerdings sind manche Straßen so eng, das der Busfahrer ganz ordentlich kurven musste. Unfreiwillig kamen wir so zu einer kostenlosen Rundfahrt. Nicht, das wir etwas Neues entdeckt hätten, zum Beispiel der Anlegesteg für die Bootsrundfahrten. Das hätte uns noch interessiert.

Nach einer Stunde vergeblicher Suche, blieb dem Busfahrer nichts anderes übrig, als Richtung Heimat zu fahren. Das ist zwar hart, doch der Flohmarkt war abgebaut, die Reisebusse sollten schon längst aus der Stadt sein,damit der Verkehr wieder fließen kann.

Nach unserem ersten Besuch, würde ich die Stadt nicht empfehlen. Vielleicht hätte ich doch vorher eine Reiseguide lesen soll.

Danke fürs Lesen und Bewerten,
Aurevoir
Eure Finetta

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Kommentare

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  • moosehead 31.05.2012 07:46
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Oder zum Thema Architektur und Infrastruktur ein Satz von Konrad Beikircher: Kann ein Volk, dass seine Abwasser- und Stromleitungen lieber auf die Wand montiert und das gesparte Geld dann lieber in gutes Essen Investiert denn wirklich schlecht sein?

  • moosehead 31.05.2012 07:44
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Auch im Wallonien gilt: Sprich mich auf Französisch an (egal wie schlecht es ist) und ich komme Dir entgegen. Versuchst Du es nur auf Deutsch verstehe ich gar nichts ;)

  • belli4charlotte 16.04.2012 22:13
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Elke008 16.03.2012 00:51
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Bluebirdunfa 05.03.2012 17:26
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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