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Erfahrungsbericht

für Lutherstadt Eisleben, Deutschland
5 Sterne Dr. Martin Luther, Lenin, das "rote Mansfeld" und ich Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro historische Stadt mit vielen kulturellen Werten

Kontra die Randgebiete

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

Mondlicht1957 Seit 9 Okt 2005

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Dieser Bericht soll nicht nur ein Reiseführer sein, sondern beinhaltet eine Menge an persönlichen Erinnerungen, Wahrheit und Lüge treffen hier aufeinander, wie sind die Dinge und wie sollten sie scheinen?
In den letzten Jahren gingen mir viele Erinnerungen durch den Kopf und ich stieß auf Widersprüche, über Fakten mit denen ich aufwuchs.

Damals war ich ein Kind des Mansfelder Landes bis ich 1978 meinen Rucksack packte und in Richtung Berlin auswanderte.
Damals konnte ich noch nicht wissen, dass viele Dinge der alten Traditionen meiner Heimatstadt mir eines Tages nach Berlin folgen würden, jedoch mit völlig anderen geschichtlichen Tatsachen als diese mir bis dato bekannt waren.

Die Stadt, in welcher ich geboren wurde war auch gleichzeitig die Geburtsstadt Martin Luthers und auch die Geburtsstadt vieler Traditionen.
Ich muss immer wieder feststellen, wenn ich gefragt werde, woher kommst du und ich antworte "aus der Stadt in der auch Luther geboren wurde....", dass ich meist zur Antwort bekomme ...."aha aus Wittenberg"....

Ne, Leute, das ist falsch. Sicherlich heißt auch Wittenberg eigentlich " Lutherstadt Wittenberg", aber dort wurde Luther nachweislich nicht geboren.
Luther wurde am 10.11 1483 in Lutherstadt Eisleben geboren als Sohn von Groß-Hans-Luder und Frau Margarete. Ja ihr lest richtig, Dr. Martin Luther hieß ursprünglich Luder.
Thomas Münzer machte sich mal einen Spaß daraus, als beide in Streit gerieten und nannte ihn ein Luder, worauf Luther ihm mit Falschmünzer antwortete. Dies kann man im Luthermuseum nachlesen.

Der Reformator änderte später seinen Familiennamen in Luther. Dies hatte aber eher was mit der hochdeutschen Sprache zu tun als mit dem Disput mit Münzer.

Dass sich Wittenberg Lutherstadt nennen darf hat ganz einfach den Grund, dass Dr. Martin Luther dort am 31. Oktober 1517 seine Thesen ans Kirchentor geschlagen hat. Leider ist diese Tor nicht mehr erhalten, denn es verbrannte während des Siebenjährigen Krieges.
Luther, der Reformator, hielt sich auch dort in Wittenberg auf bis 1511 - jedoch verstarb er in seiner Geburtsstadt am 18. Februar 1546.


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Lutherstadt Eisleben

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Die Lutherstadt Eisleben ist die zweitgrößte Stadt im Landkreis Mansfelder Südharz im östlichen Harzvorland Sie gehört zu Sachsen Anhalt. Eisleben und Wittenberg zählen seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe und gehören dem Bund der Lutherstädte an

Heute hat Eisleben wohl 25.500 Einwohner, als ich die Stadt verlies waren es ca. 33.000, die Abwanderung ist sehr hoch.

Ein paar geschichtliche Daten der mittelalterlichen Stadt
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994 .....erste urkundliche Erwähnung
1081 ...Wohnsitz des Grafen Hermann von Salm-Luxemburg
1180 ...Eisleben wird erstmals als Stadt bezeichnet
1215 ...Eisleber Grafen erhalten das Bergrecht
1258... Umzug des Marienklosters nach Eisleben- Helfta,
1483 ...Am 10. November wird Martin Luther geboren und
1483....am 11. November in der Petri-Kirche getauft
1546... 16. Februar gründet Luther die erste Lateinschule,
1546... am 18. Februar stirbt er in Eisleben
1601 .. größter Brand der Eisleber Stadtgeschichte
1628 .. Wallensteins Truppen verwüsten die Stadt

1774 ...Friedrich Koenig, der Erfinder der Druckmaschine , wird in Eisleben geboren
1798... Gründung der Eisleber Bergschule
1883... Lutherdenkmal

1943 - Lenindenkmal, Kriegsbeute aus Russland, trifft in Eisleben ein und soll eingeschmolzen werden
1945... US -Truppen besetzen die Stadt
1950... Feier zum 750 jährigen Bestehen des Mansfelder Bergbaus
1953 - Gründung des Thomas-Müntzer-Theaters (heute Landesbühne Sachsen Anhalt)
1995 - bei Grabungen werden Reste der ältesten Stadtbefestigung aus dem
11. Jahrhundert gefunden
(ein kleiner Überblick zur Geschichte Eislebens)

Als man die 1000-Jahresfeier in Eisleben beging war man sich nicht ganz sicher, ob es wirklich an dem ist. Sicher ist auf alle Fälle, dass Am 23. November 994 Eisleben in einer Urkunde des späteren Kaisers Otto III. als einer von sechs Orten genannt wird.
Im Jahre 1180 wurde Eisleben als Stadt mit zwölf Ratsmännern unter Leitung des Stadtvogts erstmals urkundlich erwähnt

Lutherstadt Eisleben und Lutherstadt Wittenberg haben aber nicht nur gemeinsam, dass Luther dort lebte, auch die vielen Kirchtürme sind Wahrzeichen der Städte.

Das Mansfelder Land, von Luther geliebt, in Eisleben geboren und in Eisleben gestorben. Den Beinamen Lutherstadt jedoch erhielt Eisleben erst im Jahre 1946, noch vor meiner Geburt.
Zufälligerweise starb Luther auch in seiner Geburtsstadt, in der er sich aufhielt, um in einem Streit zwischen den Mansfelder Grafen zu vermitteln.

Was Eisleben in mir an Erinnerungen zurückgelassen hat


Ich verlebte meine Kindheit und meine Jugend in dieser alten Stadt, die trotz des Zerfalls, so muss ich es leider sagen, immer noch eine Menge an Sehenswürdigkeiten zu bieten hat.

Sicherlich bemüht man sich darum, vieles zu erhalten und zu renovieren, jedoch die Randgebiete sollten Touristen dann doch lieber meiden, denn bei meinem letzten Besuch vor 4 Jahren musste ich schon feststellen, dass es eine Unmenge an zerfallen Häusern und Ruinen zu sehen gab. Dass mir das Herz dabei blutet, das könnt ihr euch ja vorstellen.
Eisleben mausert sich zwar immer mehr nach der Wende wieder zu einer hübschen mittelalterlichen Stadt, dennoch muss einiges getan werden, um den Verfall aufzuhalten. Es mangelt inzwischen nicht nur an Geld sondern auch an Arbeitskräften, da die jungen Leute die Stadt verlassen, verständlich, denn es gibt nicht mehr so viel Arbeit und Zukunft für sie. Arbeit im ehemaligen Bergbaugebiet gibt es kaum noch. Der Kupferschieferbergbau, der die Stadt einst geprügt hat ist Vergangenheit und andere Industrie ist kaum zu finden. Der Tourismus ist nun eine der großen Einnahmequellen des Städtchens.

Aber ich schau öfter mal auf die Eislebener homepage und freu mich dort immer von Bauvorhaben und ihren Umsetzungen zu lesen. Die Heimat liegt einem ja doch immer am Herzen. Die Stadt in der ich zur Schule ging, meine Lehre machte und im Mansfeld-Kombinat jahrelang tätig war.

Als ich die Stadt verlies, wie gesagt 1978, hatten bereits viele Häuser Risse und drohten einzustürzen, dies liegt einfach daran, dass die Stadt von Schächten unterzogen ist, ich hoffe, dass man das bald so in Griff bekommt, dass meine Heimatstadt nicht nur im Zentrum sehenswürdig ist. Überall fehlt halt das Geld.

Ach ja, man wird älter und so kommen auch die Erinnerungen an die Zeit, die man in dieser Stadt verbracht hat. Bevor ich euch im einzelnen die Sehenswürdigkeiten etwas näher bringen möchte noch ein wenig politischer Unterricht, denn ich wuchs in einer Gegend auf, die man auch das Rote Mansfeld nannte.

So war Lenin, eine große Statur, aufgestellt auf dem Bebelplan, unserem zweiten Marktplatz, wie ich ihn immer nannte, damals außer dem Lutherdenkmal eines der bekannten "Sehenswürdigkeiten" der Stadt. Nach der Wende wurde auf verlangen der Bürger dieses Monument nach Berlin verfrachtet, ich entdeckte es bei einem Museumsbesuch. Sicherlich berührte mich das im Moment des Anblickes, schockiert war ich jedoch etwas über die beigestellten Informationen zu diesem Denkmal, die so gar nicht dem entsprachen, was uns als Kinder und Jungendliche dazu eingebläut wurde. Aber dazu möchte ich mich hier nun nicht näher äußern. Man hat es damals halt geglaubt und wird heute von Historikern des besseren belehrt. Dabei möchte ich es belassen.

Aber nicht nur das Lenindenkmal hat die Stadt an alten Traditionen zu bieten, da ist noch Mutter Brosowski und die Fahne von Kriwoi Rog, auch eine Geschichte, die sich im Roten Mansfeld zugetragen haben soll. Denn auch hier gibt es inzwischen einige Widersprüche, die nach der Wende ans Tageslicht kamen.

Im Jahre 1927 kam zu einem Briefwechsel zwischen dem Sekretär der Betriebszelle der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) des Paul- und Vitzthum -Schachtes in Gerbstedt bei Eisleben , Otto Brosowski, und der Parteizentrale des Dzierdzynski-Schachtes im ukrainischen Kriwoi Rog. Zwischen den beiden entstand eine Freundschaft. Eine Freundschaft, die eine Freundschaft von 2 Schächten wurde.
1929 schickten die ukrainischen Kommunisten die bestickte Fahne nach Gerbstedt bei Eisleben, im April 1929 wurde diese dann feierlich in Berlin-Neuköln an Otto Brosowksi übergeben.

Von da an wurde die Fahne behütet und beschützt von Mutter Brosowski.
Der Überlieferung nach hatte die Frau von Otto Brosowskis, Minna Brosowski, die Fahne zwischen zwei Tischtüchern eingenäht.

Diese Fahne war den Nazis ein echtes Dorn im Auge. Ihr Ziel war es, diese Fahne zu finden und sie öffentlich zu verbrennen, um den Kommunisten zu zeigen, wer das Sagen hat. Jedoch blieb die Fahne unauffindbar. Ich hatte einmal die Ehre, die Fahne zu sehen, jedoch ist es wohl eher so, dass ich auch hier ein Duplikat betrachten durfte, wie mir heute klar ist nach den neusten Informationen. Soweit ich weiß, befindet sich auch die Fahne nun auch in einem Berliner Museum.

Die Suche nach dieser Fahne jedoch brachte meiner Heimatstadt auch den Blutsonntag.
Dies geschah am 12. Februar 1933 im Haus nebenan, wo ich aufgewachsen bin heute Breiter Weg 30, damals hieß die Straße Ofer-des-Faschismus-Straße (OdF-Straße).

Über dem Eingang ist eine Gedenktafel zu finden. Darauf 3 Namen, die sich in mein Gehirn eingebrannt haben. Nicht zuletzt, da der Ort dieser Gräueltaten auch 10 Jahre meiner Schulzeit meine Turnhalle war.

Otto Helm, Walter Schneider und Hans Seidel wurden dort mit Spaten von den Nazis während einer Jugendveranstaltung erschlagen.
Wer sich für derartige historische Ereignisse interessiert findet im Internet heute sehr viele Informationen zu diesem Thema.

Soweit zu meinen politischen Erinnerungen an meine Heimatstadt, die vor allem die Stadt Martin Luthers ist und heute von Touristen mehr aus diesem Grunde besucht werden.

Die Sehenswürdigkeiten von Eisleben


Wer einmal Lust hat, diese Stadt kennenzulernen, kann sich an folgende Adresse wenden:
Tourist-Information Lutherstadt Eisleben e.V.
Hallesche Straße 4
06295 Lutherstadt Eisleben

Tel.: +49(0) 3475 / 602124
Fax: +49(0) 3475 / 602634

e-Mail: info@eisleben-tourist.de
Internet: www.eisleben-tourist.de
Es gibt zahlreiche Hotels in der Stadt, die auch sehr gemütlich und gastfreundlich sind, wo man sich einquartieren kann.
Für Spontanreisende oder vielleicht Durchreisende will ich hier einen kurzen Überblick geben über die zahlreichen interessanten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Sehenswertes


  • Martin Luthers Geburtshaus,
  • Martin Luthers Sterbehaus,
  • Sankt Petri-Pauli-Kirche,
  • Sankt Andreas Kirche,
  • Sankt Annenkirche.,
  • Markt mit Lutherdenkmal,
  • Kloster St. Marien zu Helfta,
  • Sankt Gertrud Kirche,
  • Denkmäler des historischen Bergbaus,
  • Knappenbrunnen
  • Die Münze
  • Das Alte Gericht
  • Kamerad Martin

Bei der Touristeninformation kann man sich einbuchen in eine Stadtführung, die auch recht interessant sein kann.

Programm

Geführter Rundgang durch die historische Altstadt der Lutherstadt Eisleben
In den Rundgang können folgende Führungen und Besichtigungen eingeschlossen werden:

- Martin Luthers Geburtshaus,
- Martin Luthers Taufkirche "St. Petri-Pauli",
- Marktkirche St. Andreas,
- Martin Luthers Sterbehaus,
- St. Annenkirche,
- St. Gertrud-Kirche.

Besonders erwähnen möchte ich hierbei den Eislebener Wesenmarkt, der meist so Anfang September stattfindet.

Wer spontan anreist sollte die mittelalterliche Stadt von unten nach oben, wie ich es immer bezeichne in Angriff nehmen. Es geht immer bergauf, mit "Glück auf" dem Gruß des Bergmanns.

Kommt man aus Richtung Halle/Saale trifft man als erste Sehenswürdigkeit auf das Geburtshaus von Martin Luther. Gleich in der Nähe befindet sich die Taufkirche.

Schwenkt man vor dem Marktplatz nach rechts aus gelangt man über die Freistraße zur Sankt Gertrud Kirche am Klosterplatz. Die einzige katholische Kirche in Eisleben, in der auch ich einstmals getauft wurde.
Jedoch war es nicht die erste katholische Kirche der Stadt

Die erste katholische Kirche nach der Reformation in Eisleben wurde am 12. November 1865 in der Nicolaistraße geweiht - die Nikolaikirche
Sie wurde bald zu klein, so dass von 1914 bis 1916 am Klosterplatz die oben erwähnte neue Sankt-Gertrud-Kirche entstand.
Leider wurde die Nikolaikirche dem Verfall preis gegeben - und ich kann dazu noch ergänzen, dass ich dort während meiner 2jährigen Lehrzeit meine schulischen Turnübungen ausüben durfte. Das wird natürlich nirgendwo erwähnt, mir ist es jedoch ein Bedürfnis, dies in diesen Bericht einzubringen.
Inzwischen wurde auch diese spätgothische Kirche mit Spenden wieder restauriert.
Auf kurzem Weg zurück von dieser Kirche erreichet man dann den Marktplatz, der sich nach der Wende in soweit verändert hat, dass die Häuser fast alle saniert wurden, ein buntes lebensfrohes Kleid bekamen. Ich kenne sie noch alt und trist. Hier bestimmt das eindrucksvolle Zusammenspiel mit dem Rathaus und der St.-Andreas-Kirche den Platz. Umrahmt von den nun sanierten Bürgerhäusern bietet der Platz immer noch einen schönen Ort für Veranstaltungen wie Wochenmarkt oder Weihnachtsmarkt.
Das Besondere am Marktplatz ist das Lutherdenkmal aus Bronze, welches 5,60 m groß ist und ein besonderer Anziehungspunkt für Eisleben war und ist.
Das Lutherdenkmal steht seit 1883 fast noch an der gleichen Stelle, wo im Mittelalter das Stadtgericht "Unter der Linde" abgehalten wurde. Das Denkmal wurde von Professor Rudolf Siemering (1835-1905) geschaffen. Es wurde während der Feierlichkeiten anlässlich der Wiederkehr des 400. Geburtstages von Martin Luther enthüllt.
Hinter ihm prangt die Sankt Annenkirche über den Markplatz. Sie gehört heute mit ihrer einmaligen Steinbilderbibel zu den schönsten Renaissancekirchen in Sachsen-Anhalt.

Auch das alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert, von welchem in meiner Erinnerung zu Weihnachten die Trompetenbläser ihre Ständchen bliesen, findet ihr dort.

Weiter geht es bergauf, und schon bald seit ihr am Sterbehaus Martin-Luthers angekommen. Das zweigeschössige Haus, welches ein recht steiles Satteldach hat wird als das "Sterbehaus Luthers" bezeichnet.
Jedoch ist auch dies ein Irrtum, an den man lange Zeit glaubte. Hier soll Luther am 18. Februar 1546 verstorben sein. Hier ist auch das Museum eingerichtet.
Die Wahrheit ist - Der Chronist Eusebius Francke verwechselte im Jahre 1726 die Häuser von Barthel Drachstedt und dessen Vater Dr. Philipp Drachstedt. Dies hatte zur Folge, dass 1862 die Stadt Eisleben das "falsche" Haus erwarb.
Heute weiß man aber, dass Luther im Haus am Markt 56 verstarb, das damals vom Stadtschreiber Johann Albrecht bewohnt wurde. Heute befindet sich das "Hotel Graf Mansfeld" in dem Gebäude. Das Haus am Andreasplatz 7 ist heute das Museum "Luthers Sterbehaus". Beide Lutherhäuser werden von der Stiftung Luthergedenkstätten betreut.
Das Hotel "Graf Mansfeld ist übrigens eine gute Adresse um in der Stadt zu übernachten (auch das "Parkhotel" ist empfehlenswert, das mal nur nebenbei.)
Habt ihr die Annenkirche und das Sterbehaus gesehen empfehle ich Euch, den Marktberg weiter hinauf zusteigen, mal einen kurzen Blick nach links zu schwenken, dann könnt ihr meine alte Grabenschule entdecken, welche direkt an der "Bösen Sieben" steht, ein Bach, der durch Eisleben fließt mit viel Beschichte. Nicht umsonst trägt sie den Namen "Böse Sieben".
Ich persönlich kenne sie nur als Rinnsal, der nur bei tagelangem Regen wirklich mal etwas mehr Wasser mit sich führte, aber die Hohen Mauern um diesen Bach zeigen auch, dass hier wirklich einmal ein böses Bächlein geflossen ist.
Sie wird gespeist von den sieben Quellbächen Vietsbach oder Goldbach, Dippelsbach, Kliebigsbach, Goldgrund, Pfaffengrund, Saugrund und Wolferoder Bach. Sie mündet in den "Süssen See", den ihr auf der Strecke von Halle nach Eisleben rechts liegen sehen könnt. (Übrigens eines der Ausflugsziele der Eisleber).

Nun kommt ihr zu einem kleinen Platz, auf welchem 1983 ein Geschenk des Bildhauers Wolfgang Dreysse an das ehemalige Mansfeld Kombinat aufgestellt wurde der "Knappenbrunnen".
Der Knappenbrunnen wurde an der Stelle der historischen Brunnenanlage "Arche" errichtet. Er nahm den Formenkanon der ehemaligen achteckigen Brunnenarche auf und zeigt typische Figuren des Berg- und Hüttenwesens.
Ganz in der Nähe die Alte Bergschule. Am 14. Juli 1798, dem Gründungstag der Eisleber Bergschule, wurde hier erstmals bergbaukundlicher Unterricht erteilt.

Wer nun die Sangerhäuser Straße weitergeht wird bald an dem von mir erwähnten Gebäude des Blutsonntags ankommen, leider trefft ihr aber auch auf viele der dem Verfall überlassenen Gebäude. Eine Straße, die früher mal mit kleinen Geschäften übersät war, in denen ich noch mit der Milchkanne einkaufen ging, ist inzwischen eher leblos, was den Handel betrifft, traurig alles.
Wir folgen der Sangerhäuser Straße und gelangen in die Eisleber Neustadt mit der St.-Annen-Kirche. Von hier aus hat man dann einen unvergleichlichen Blick über die ganze Stadt. Damals war das einer meiner Liebslingsplätze. Links erheben sich die Türme der Sankt-Nicolai-Kirche und der katholischen Sankt -Gertrud-Kirche.
Wer also einen Blick über die Stadt wagen möchte sollte zur Annenkirche (Die St. Annenkirche (1516) - ehemalige Bergmannskirche) laufen, Der Name "Sankt Annen" ist der heiligen Anna gewidmet Sie gilt unter anderem auch als Schutzheilige der Bergleute.

Für Europa einmalig ist die Eisleber STEINBILDER-BIBEL,

Dort findet ihr auch die Steinbilderbibel, die 1585 von dem Bildhauer Hans Thon Uttendrup aus Münster in Westfalen geschaffen wurde.
Diese besteht aus 29 Sandstein-Relieftafeln in der Chorgestühlsbrüstung.
einen wunderschönen Chorraum derin seiner äußeren Gestalt noch zur Gotik gehört Das Gewölbe aus Gips und Kupferschlacke also bereits eine Renaissancearbeit.
Auffällig ist das italienische Hängewerk mit eleganten Voluten, Löwenköpfen und schwebenden Putten.

Sicherlich hat die Lutherstadt Eisleben noch vieles mehr zu bieten, wie gastronomische Einrichtung, ein Stadtbad, ein Theater wie schon erwähnt, ich könnte nun unendlich fortfahren, aber ich denke ich konnte bei euch vielleicht ein wenig Interesse erwecken, diese interessante mittelalterliche Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und Traditionen auch mal zu besuchen, oder einfach auf der Durchfahrt mal nicht links liegen zu lassen, sondern dort einige Stunden zu verweilen.

Erwähnen möchte ich noch den Mansfelder Hof, eine Städte einzukehren und sich vom langen Marsch zu erholen. Auch hier hab ich viele schöne Erinnerungen an alte Zeiten, jedes Wochenende wurde dort das Tanzbein geschwungen.

Heute ist alles neu und renoviert, ein schönes Hotel mit Restaurant ist entstanden und es befindet sich, ganz in der Nähe von Luthers Geburtshaus.

Ach ja, auch mich sehnt es manchmal zu meinen Wurzeln zurück, auf dem Plan steht schon eine Kurzreise, ich hoffe, dass sich inzwischen auch wieder baulich etwas verändert hat, seit ich das letzte mal dort war und obwohl viele bekannte Persönlichkeiten die Stadt schon besucht haben wird der bekannteste Einwohner Dr. Martin Luther bleiben.

Übrigens wurde auch der Reformator und Freund und Schüler Luthers J. Agricola am 20. April 1494 in Eisleben geboren.

Luther hat einmal gesagt: "Und wenn morgen die Welt unterginge, ich pflanzte noch heute einen Baum". Damals verstand ich diesen Satz nicht so richtig, heute schon.
Und, auch wir haben einen Baum hinterlassen in Eisleben, im Hof in dem ich einst spielte dürfte inzwischen eine große Linde herangewachsen sein, die ich gern mal wiedersehen würde. (Ich hoffe der neue Besitzer meines ehemaligen Zuhause hat den Baum nicht gefällt).

Das waren meine Erinnerungen und meine Empfehlungen für heute, ich wünsche allen, bei denen ich Interesse geweckt habe einen schönen Aufenthalt in Lutherstadt Eisleben.

Euer Mondlicht1957
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update Januar 2010

Leider hab ich nun erfahren, dass unsere geliebte selbst gepflanzte Birke vom neuen besitzer gefällt wurde, schade :O(

Bilder

für Lutherstadt Eisleben, Deutschland
- Lutherstadt Eisleben, Deutschland
Der Markt vor einem halben Jahrhundert
von Mondlicht1957 Mondlicht1957
- Lutherstadt Eisleben, Deutschland

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Kommentare

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  • YvonnaJ 21.12.2010 18:27
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Tweety-88 03.12.2010 06:18
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Imation2 21.11.2010 08:29
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • MuMpeLchen 12.10.2010 12:32
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Kriechtier 11.09.2010 08:28
    Bewertete diesen Bericht als
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