Soundtrack:
Die Ärzte : Nur einen Kuss
http://www.youtube.com/watch?v=qPrbppe3SqA (weil ich das zu der Zeit gehört habe, als ich das erste Mal da oben war)
Die Toten Hosen: Ertrinken
http://www.youtube.com/watch?v=NS-ANDIESESTELLEGHEÖRTEINUNTERSTRICH,DERMIRDOEFORAMTIERUNGHIERZERSTÖRENWÜRDEgXQ1BEE
(weil ich denke, dass das eine lied eigentlich nicht passt)
Isole: By Blood
http://www.youtube.com/watch?v=JA1yIXIRTVk
Weil's passt!
Aufmerksame Leser werden in diesem Bericht folgendes erfahren:
- Frau Keks hat es echt nicht so mit bergauf gehen.
- Frau Keks freut sich auf den Winter auf dem Lousberg.
- Frau Keks hat da oben noch immer nicht alles gefunden.
- Frau Keks wohnt zwar irgendwie gut und doch blöd und würde gerne in der Parallelwelt hinter ihrem Haus leben.
- viele andere Dinge von äußerster Wichtigkeit.
Die Chronologie meiner Berichte ist ja ohnehin nicht mehr gegeben, weswegen ich jetzt einfach mal über etwas berichte, das ich erstmalig Anfang März des aktuellen Jahres aufgesucht habe: den Lousberg in Aachen. Mittlerweile ist er eigentlich nicht mehr aus meiner Freizeitgestaltung wegdzudenken, denn praktischerweise wohne ich da quasi direkt dran, aber zu dem Zeitpunkt war ich noch jungfräulich auf diesem Gebiet und bin nur in der Wohngegend dadrunter rumgegurkt. Da ich aber an diesem sonnigen und doch noch etwas frischen Tag sonst jemanden um seinen Sonntagsspaziergang gebracht hätte, wurde ein Aufsuchen dieses, nun von Mythen und Sagen (Gut, da gab es auch schon vorher welche, von denen ich eine gleich noch erzählen werde, aber die neuen sind viel besser!) bevölkerten Ortes, unumgänglich.
Allgemeines
Beim Lousberg handelt es sich mit seiner Höhe von 264 Metern um eine doch arg markante Erhebung in Aachens Norden (Lustig, da der passende Bahnhof dazu „Aachen West“ wäre.) Wer sich für Geologie interessiert, der möge bitte selbst bei wikipedia oder so nachsehen, wie der Lousberg entstanden ist und wie er aufgebaut ist – mich interessiert das so gut wir gar nicht, weswegen ich auch keinerlei Lust verspüre, über Dinge wie Hegenrather Schichten oder Vetschauer Kalk zu schreiben.
Angeblich weist der Lousberg einen hohen Artenreichtum auf und es fänden sich viele Fledermäuse, Amphibien und Reptilien. Ich habe davon bisher noch nichts gesehen, aber das muss nichts heißen. Was ich da aber en masse gesehen habe, sind Vögel und Jogger.
Des Weiteren gibt es hier verschiedene Arten von Bewaldung zu bewundern.
Der Lousberg wurde früher als Bergwerk für Feuerstein genutzt, zwischenzeitlich war er eine Schafswiese und dann kamen Bürger auf die Idee, da doch einen Park draus zu machen. Seitdem ist das Ding bewaldet und es finden und fanden sich immer wieder kleine Gebäude dadrauf. Das Gesellschaftshaus Belvedere wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört; die Säulen sind heute noch zu sehen und werden auch als „Aachens Akropolis“ bezeichnet. Der darauf folgende Wasserturm direkt daneben dient nun als Bürogebäude, Restaurant und Aussichtsgedöns. Ebenfalls etwas bekannter sind der Obelisk (den ich bis heute noch nicht bewusst gesehen habe) und der Pavillion, der einfach mal auf den Lousberg gepflanzt worden ist, obwohl er früher woanders stand. Achja, und dann gibt es natürlich noch die Bronzestatue, welche sich mit der Lousbergsage beschäftigt.
Seit kurzer Zeit gehört auch das Gelände des ehemaligen Klosters St. Raphael mit zum Lousberg. Da war ich bisher aber noch nicht, da mich solche Sachen wie „Privatweg“ tatsächlich abschrecken können . Bevor ich den Bericht hier online stelle, werde ich das dann aber wohl mal nachholen müssen. Verdammter Mist, dabei war ich doch extra gestern Abend noch mal da oben, weil ich von ein paar Dingen noch keine Bilder hatte. (Update am 17.08.2011: Ich war zwar vorhin am Lousberg und wollte tatsächlich mal den Park aufsuchen - aufgrund akuten Flüssigkeitmangels musste ich das aber wieder verschieben. Mittlerweile denke ich aber, dass ich vielleicht doch schon mal da langgewackelt bin - aber dann sehr unaufmerksam und nur am Rande des Parks.)
Die Lousbergsage
Vielen Lesern ist vielleicht bekannt, dass es heißt, der Teufel habe den Aachenern beim Bau des Doms geholfen und als Gegenleistung sollte er die Seele des ersten Lebewesens, das den Dom betritt, bekommen. Das erste Lebewesen war dann aber ein Wolf, der Teufel fühlte sich betrogen und hinterließ seinen Daumen an der Tür des Doms (Das kommt davon, wenn man eine Tür zu fest zuschlägt, liebe Kinder!). Wie der Teufel so ist, sann er natürlich auf Rache, sammelte Sand und wollte damit den Dom verschütten. Blöd nur, dass ihm der Sand zu schwer wurde, er rasten musste und dabei auf eine ärmlich gekleidete Frau traf, die ihm erklärte, der Markt sei noch recht weit weg und er solle sich doch nur mal ihre durchgelatschten Schuhe ansehen, die sie auf dem Markt neu erstanden habe. So weit wollte der Teufel den Sand dann doch nicht mehr tragen und ließ ihn an Ort und Stelle. – Et voilá: der Lousberg.
Um an dies zu erinnern, finden sich vereinzelt „Fußspuren des Teufels“ auf den Wegen.
Frau Keks auf dem Lousberg
Dem einen oder anderen Leser meiner Berichte wird es ja schon aufgefallen sein, aber ich erwähne es gerne noch mal:
Ich hasse Treppen. Fast genauso sehr hasse ich sonstige, viel zu steile Steigungen. Trotzdem zieht es mich immer wieder zum Lousberg und trotzdem nehme ich fast immer den steilsten Weg da hoch, den ich kenne. Denn um auf die erste „Ebene“ zu kommen, muss man halt schon ein paar Treppen (relativ angenehm sogar!) oder eine relativ lange und recht steile Steigung in Kauf nehmen. Wenn man dann aber oben angekommen ist – und dabei am besten mal wieder keucht wie einer der Jogger da oben, obwohl man im Schneckentempo hochgekrochen ist - , dann kommt es zwar immer noch vor, dass man ein paar Wege hat, die bergauf führen – aber die sind um einiges leichter und angenehmer zu bewältigen als meine Lieblingshassetappe bei meinen Lousbergbesuchen. Besonders unangenehm fällt es mir immer wieder auf, wie schlapp ich bin – was das angeht! – wenn ein Renter mich auf seinem Rad überholt (ich käme da mit dem Rad wohl nie oben an… aus verschiedenen Gründen… raten Sie selbst, werter Leser), ein junges Pärchen, das eben noch ca. 500 Meter hinter mir war, mir nun in den Nacken atmet oder eine meiner Lieblingsbegleitungen mal wieder locker vor mir hertrabt und mich aufzieht. Wenn ich dann aber erstmal da oben angekommen bin, gehe ich zwar um einiges langsamer als früher (Schande auf mein Haupt!), kann aber die meisten Leute dann doch wieder einigermaßen abhängen. Jogger sind natürlich ausgeschlossen. Ich könnte jetzt ja einen meiner typischen Rundgänge da oben beschreiben, aber was ist, wenn jemand von der anderen Seite des Lousberges antrabt und somit keinen blassen Schimmer hat, wie er zu den anderen Punkten, die ich erwähnen werde, kommen soll? Vor allem gibt es auch meistens nicht
den weg schlechthin, den ich gehe, sondern mein Aufstieg ist nur in 75% der bei den Studentenheimen an der Rütscher Straße Ecke Nizaallee. Manchmal bin ich aber auch verrückt und nehme einen anderen Aufstieg, so dass auch hier eine Beschreibung blöd wäre. Des Weiteren merke ich mir ehrlich gesagt nicht jeden popeligen kleinen Weg, den ich da entlanggehe – vor allem, weil ich auch mal voll kriminell war und einen genommen habe, der auf einer Seite abgesperrt war (war im März… ich nehme an, es hat irgendwelche „Erdrutsch“ oder so gegeben) – aber eben nur auf einer Seite und bevor ich das sah, war es zu spät.
Was ich aber sagen kann, ist Folgendes: Wenn man nicht immer nur die Hauptwege entlanggeht, gibt es einige sehr schöne und ruhige Stellen zu entdecken , man findet Nischen mit Sitzgelegenheiten und hat immer wieder einen tollen Ausblick auf die Stadt,_ _auf Laurensberg oder sogar auf die Skihalle in Landgraaf. Gut Letzteres dann doch eher, wenn man die (geteerten) Hauptwege entlanggeht, aber wenn man das macht, dann kommt man auch an den bekannten Gebäuden und sonstigem Gedöns, für das der Lousberg bekannt ist, vorbei. Dafür muss man dann aber in Kauf nehmen, dass es hier oben verdammt viele Jogger geben kann und man nicht nur ein Mal das Gefühl hat, eine Wildschweinherde sei hinter einem her.
Zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten kann man hier allerdings fast alleine sein, was mir persönlich zwar an sich um einiges mehr zusagt – auf der anderen Seite ist dann da auch ein gewisser Nervenkitzel, wenn man als Weibchen im Halbdunkel da rumstapft. Man könnte ja verloren gehen. Wobei da auch meine Begleitung meistens nicht sonderlich hilfreich gewesen wäre – bei einer davon hätte ich sogar Angst haben müssen, dass eben diese für mein Verschwinden verantwortlich gewesen wäre.
Natürlich gibt es Wege und Bereiche, die ich anderen Gebieten des Lousberges vorziehe, aber das ist ja wohl normal. Mir gefällt beispielsweise der Kinderspielplatz in der Nähe der Kirche nicht (
Die Schaukeln sind viel zu tief für ausgewachsene Kekse! So kann man also gut verhindern, dass da tatsächlich Kinder über 12(?) Jahren spielen.) – aber das muss er ja auch nicht; die Häuser hinter der Kirche sind auch nicht so mein Fall, wobei sie schon irgendwie etwas sehr Interessantes ausstrahlen in ihrem Betongrau und auch der Drehturm und die Säulen wollen mir nur bedingt gefallen. Aber das ist natürlich alles Geschmackssache. Muss ja nicht jeder so drauf sein wie ich und sich lieber an kleinen Details festhalten.
Ein paar genauere Blicke auf ausgewählte Stellen
Der Kerstensche Pavillon
Hierbei handelt es sich um ein recht schickes weißes Gebäude, das hundert Jahre älter ist als der Park auf dem Lousberg selbst. Er stand ursprünglich (seit der Mitte des 18. Jahrhunderts) in der Innenstadt Aachens (heutiges Grundstück des Annuntiatenbachs 20) und diente dort als Gartenhaus. Seit 1905/1907 befindet sich das Gebäude allerdings an der Südseite des Lousberges in unmittelbarer Nähe zu den Säulen des ehemaligen Belvedere.
Betreten habe ich das Gebäude noch nie und ich hege ehrlich gesagt auch keine wirklichen Ambitionen, das noch nachzuholen. Doch von außen ist es wirklich nett anzusehen und das strahlende Weiß fügt sich gut in die braungrüne Umgebung ein und lockert das Ganze ein wenig auf.
Auch das Gitter, die Treppe und der Brunnen sind mit nach oben auf den Lousberg gewandert.
Seit 2005 wird das Gebäude von der Lousberggesellschaft genutzt und dient als Ort für Ausstellungen und Vorträge.
Belvedere/Aachens Akropolis
Ich persönlich kann den Säulen, die daran erinnern, dass hier mal ein größeres Gebäude (Gesellschaftshaus, Casino, gaststätte) gestanden hat, nicht sonderlich viel abgewinnen. Sie stehen auf einer kleinen Wiese und bieten nicht wirklich etwas, das meinen Blick gefangen hält. Das Bild bei wikipedia hat allerdings etwas. Im Winter könnten mir die Säulen also durchaus besser gefallen.
Was auch ein wenig störend ist, sind die Leute, die sich gerne auf der Wiese bei den Säulen niederlassen. Mir persönlich ist es da meistens einfach zu voll.
Der Obelisk
Dazu könnte ich wirklich gerne mehr sagen als das, was im Internet steht (eigene Eindrücke halt), aber obwohl ich schon diverse Male Hinweisschilder gesehen habe, laufe ich offensichtlich immer wieder an dem Obelisken vorbei. Kann sein, dass ich den bei meinem ersten Besuch da oben gesehen habe – aber da bin ich mir unsicher und hatte auch nur bedingt Augen für meine Umgebung.
Auf jeden Fall diente der Obelisk ursprünglich als Ausgangspunkt für Vermessungen.
Der Salvatorberg
Von weiter weg betrachtet wirken der Salvatorberg und der Lousberg wie eine Einheit und auch von Nahem sehe ich da nur eine bedingte Trennung, weswegen ich das mal zusammengefasst habe. Außerdem gehört der wohl auch offiziell zum Landschaftspark.
Hier befindet sich eine Kirche, die inmitten einer recht grünen und grasigen Hanglandschaft befindet. Die Kirche ist recht alt (Otto der I. veranlasste den Bau) und sie wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut.
Drehturm Belvedere
Hässlich. Mehr will ich dazu eigentlich nicht sagen. Allerdings sollte ich erwähnen, dass das Ding zurzeit geschlossen hat.
Klosterpark
Angeblich sehr schön und ich werde mich da dieses jahr bestimmt auch noch mehrfach hinbegeben. Besonders im Winter wird man mich da oben auf dem Lousberg wohl recht oft finden und spätestens dann werde ich mir auch diesen Park genauer ansehen.
Sauberkeit
Es finden sich ein paar Mülleimer, doch leider finden sich ebenso ein paar Stellen, an denen der nächste Mülleimer zu weit weg gewesen zu sein scheint. Des Weiteren gibt es an einigen Mauern und Bänken Schmierereien – teils mit sehr eigenwilliger Rechtschreibung – zu bewundern. An sich ist der Wald aber relativ sauber gehalten.
Kinderwagen, Rollstuhl, nicht gut zu Fuß
Bleiben Sie auf den Hauptwegen und gucken Sie, dass Sie keine allzu steilen Stellen erwischen. Zum Drehturm und zu den Säulen kommen Sie so dann allerdings nur, wenn Sie längere Wege in Kauf nehmen oder einen Kraftakt in Kauf nehmen.
Ich bin an sich ja auch gar nicht so schlecht zu Fuß, aber auch ich habe eben zu den Säulen viel zu lange gebraucht, weil ich langsam vor mich hintrippelte und keuchte (Entschuldigung: Ich trage immer einen Rucksack mit mir rum.)
Lärmfaktor
Naja, wirklich ruhig ist es da oben leider nicht. In Richtung Laurensberg hört man die Autobahn und auf der anderen Seite Geräusche der Stadt - letztere können aber sehr leise ausfallen, so dass man sie kaum wahrnimmt. Wenn Bend ist, hört man da oben allerdings extrem viel davon.
Übrigens sind Jogger auch nicht gerade leise.
Wie kommt man hin?
Innerhalb von Aachen würde ich empfehlen, die Haltestelle "Lousberg" aufzusuchen.
Für Leute, die von weiter wegkommen, kann man auch noch folgende Haltestellen und Bahnhöfe nennen:
Aachen West, Arbeitsagentur/Bendplatz, Jupp-Müller-Straße, Ponttor (etc).
Ich empfehle wie immer: www.bahn.de
Mit dem Auto kommt man natürlich auch dahin. Parken kann man unterhalb der Kirche.
Beschilderung
Es finden sich viele Hinweistafeln und auch Steine etc. auf denen steht, wie man zu was findet, bzw. wo man auskommt, wenn man den Weg entlanggeht.
Fazit
Ich bin doch recht froh, den Lousberg fast direkt hinter meiner Wohnung zu haben, denn sowohl der Weg dahin als auch von da zurück sind jedes Mal wieder toll (wenngleich auch schmerzhaft, weil ich eben nicht so schön wohne) und auch mein Aufenthalt
auf dem Lousberg ist immer wieder schön. Besonders toll ist es, wenn da nicht so viele Jogger sind, aber selbst
wenn ziehe ich durchaus meine Befriedigung aus den mehr oder weniger langen Spaziergängen da oben über Aachen.Update am 16.10.2011: Wahnsinn! Ich habe heute den Obelisken gefunden... er ist auf der gleichen Höhe wie der Drehturm und so hoch gehe ich normalerweise nicht, weswegen sich das jetz geklärt hat. Wenn man von Aachens Akropolis aus kommt, muss man noch eine Ebene hinauf.