London - eine reizvolle Stadt ?
7. Sep 2008
Pro:
Verkehrsmittel, Sicherheit, Kultur, Internationalität
Kontra:
Preis
Empfehlenswert:
Ja
 LSR_Online
Über sich:
Beim Hausumbau ist nun die 1. Bauphase abgeschlossen, jetzt stehen nur noch 12 weitere an... ;-)
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Hallo werte Ciao-Gemeinde London war mir eigentlich immer unsympathisch - wenig Gutes hörte ich von der Großstadt an der Themse: zu groß, zu laut, zu teuer, zu schmutzig, zu arrogant, zu hochnäsig. Also alles Kriterien, welche mir überhaupt nicht zusagen. Aber eigentlich alles Kriterien, welche so gar nicht in das Schema der boomenden Weltstadt passen, mit welchem London seit gut 10 Jahren auf dem internationalen Parkett auftritt. Was war also dran an den guten & schlechten Gerüchten ? Ich wollte dem auf den Grund gehen - irgendwann mal… in ferner Zukunft….
*** Wie alles begann *** Es war am 19. Jänner 2008 - der Ball unserer Pfadfindergruppe war in vollem Gange und wurde zu einem (be)rauschenden Fest. Meine Pfadfinder-Schützlinge, meine Mitleiterin und ich waren stolz auf unsere Leistung, welche wir dazu beigetragen hatten. Tage, Wochen und Monate hatten wir mit der Organisation verbracht. Aber wie es so ist: Alles hat ein Ende, so auch diese Veranstaltung.
Und wir begannen zu überlegen: Welche Sache könnten wir im Frühjahr organisieren & realisieren ? Schon bald gab es konkrete Vorschläge: 3 Tage lang soll es dauern, in irgendeine Stadt in Europa soll es uns ziehen - was lag da näher als London ? Jeder Jugendliche oder junge Erwachsene möchte dorthin, warum sollten das wohl unsere Pfadfinder-"Kinder" ( Kinder klingt jetzt etwas niedlich - wir leiten die älteste Altersgruppe von 16 - 20 Jahren ) nicht wollen ? Natürlich wollten sie es ! Der 16. - 18. Mai soll es sein, da wird doch hoffentlich das berüchtigte britische Wetter etwas stabiler sein und uns einen schönen Aufenthalt bescheren. Also gut, das Ziel war ins Auge gefasst, nun ging's an die Vorbereitungen… *** Die Vorbereitungen ***
Mit dem Auto ist es etwas mühsam, nach London zu kommen - abgesehen von den anfallenden Kosten war auch der Faktor Zeit nicht ganz unerheblich. Also kam nur Fliegen in Frage. Welche glückliche Fügung, dass Ryanair ab dem ( zugegebenermaßen nicht wirklich großen ) Blue Danube Airport in Linz / Österreich Flüge nach London anbietet. Auf der Homepage des größten europäischen Billigfliegers findet man sich gut zurecht, flugs den Abflug- und Zielflughafen eingeben und schon bekommt man den - unverschämt hohen ! - Ticketpreis. EUR 300 wollte man für ein Hin- und Rückflugticket kassieren ! Hier muss jemand das Wort Billigflug etwas falsch interpretiert haben… Aber gut: Steter Tropfen höhlt den Stein und so sah ich in den kommenden Tagen mehrmals täglich nach den Ticketpreisen - mal stiegen sie, mal fielen sie ( die Logik dahinter bleibt mir verborgen ) - und plötzlich war es soweit: EUR 39 für den Hinflug, EUR 7 für den Rückflug, + den Taxen, machte zusammen EUR 111 pro Person - das war in Ordnung. 5 Personen wollten dabei sein, also 5 Tickets gebucht, mit Kreditkarte gekauft und schon hatten wir zumindest ein Transportmittel auf die Insel.
Da auch Schüler teilnahmen, sollte der Preis für's Hotel überschaubar sein - auch hier hilft das Internet weiter und auf hrs.de findet man viele Hotels in allen Preisklassen an allen erdenklichen Orten der Welt. Wie zu erwarten, war auch London mit einer unüberschaubaren Flut an Hotels vertreten - von dieser Flut blieb allerdings nichts mehr übrig, als der Filter auf " Preis max. EUR 50 / Nacht " eingestellt wurde….Die erste Ernüchterung stellte sich ein: Sollte London wirklich so exorbitant teuer sein wie befürchtet ( oder eigentlich: erwartet ) ? Schlussendlich fand sich noch eine bezahlbare Alternative - etwas verwunderlich, denn neben dem Preis stellten wir noch die Anforderung, dass unsere Unterkunft in Zentrumsnähe sein sollte. Zwar sind die öffentlichen Verkehrsmittel in London angeblich reichlich vorhanden, trotzdem möchte ich nicht am Stadtrand nächtigen und danach stundenlang ins Zentrum tingeln. EUR 69 pro Nacht und Frau / Mann soll unsere Bleibe kosten, dafür gibt's lt. HRS Info Frühstück, Tageszeitung und WLAN gratis dazu. Ok, online gebucht - schön langsam nahm unser Kurztrip in der Organisation Gestalt an.
Die nächsten Wochen wurde fest überlegt, was es denn in London so anzusehen gäbe - und was wäre davon in 3 Tagen realisierbar ?! Wir entschieden uns für einige bekannte und optimal im Zentrum gelegene Destinationen und buchten auch diese online. --- Ein Tipp: Alle Tickets für die Sehenswürdigkeiten online buchen & kaufen ! Neben den gewährten Online-Rabatten erhält man meist ein " Fasttrack-Ticket " , d.h. man muss sich nicht in der Menschenschlange an der Kasse anstellen, sondern kann sofort eintreten ! Ein unschätzbarer Vorteil ! ---
Was fehlte noch ?! Achja, da der Flug bei Ryanair naturgemäß nach London-Stansted (ca. 55 Meilen nordöstlich außerhalb der Metropole gelegen ) geht, benötigt man hier eine Transfermöglichkeit in die Stadt. Am schnellsten geht's mit dem Stansted Express, eine extra für den Shuttle Transfer verwendete Bahnlinie. Auch hier noch Tickets kaufen und nun steht dem ganzen Spektakel nichts mehr im Wege…. Die Monate zogen ins Land und plötzlich war der Mai gekommen. Vor dem Abflug musste noch eine letzte, aber wichtige, Kleinigkeit erledigt werden: Die Flugtickets wurden für Online-Boarding registriert - d.h. die Daten des Reisepasses werden auf SSL-verschlüsselten Seite von Ryanair eingegeben und man erhält Priority Boarding Passes - mit diesen kann man das Flugzeug vor den Fluggästen mit " normalen " Tickets entern.
***
16. Mai 2008 - der 1. Tag ***
Da unser Flug 1904 Linz - Stansted erst um 16.50 Uhr startet und um 17.45 Uhr Ortszeit landet ( 1 Stunde Zeitverschiebung -> also knapp 2 Stunden Flugzeit ), haben wir alle noch mächtig Zeit, in die Arbeit zu gehen, die Schule zu besuchen oder Abitur ( Matura, wie es in Österreich heißt ) zu schreiben - und deshalb ist noch mal ziemlich stressig geworden ! Jeder im Zeitverzug - ich als Chauffeur natürlich auch etwas zu spät dran. Um knapp vor 4 am Nachmittag suchen wir uns noch einen Parkplatz am gebührenpflichtigen Abstellgelände des Flughafens und hetzen zur Sicherheitskontrolle. Dort das Übliche: Gepäck auf's Förderband, alle Flüssigkeiten dürfen in max. 100 ml transparenten Behältnissen abgefüllt sein, so sehen es die Sicherheitsbestimmungen vor. Wir sind nur mit Handgepäck unterwegs, ein Koffer wäre unpraktisch und würde überdies Zeit und Geld ( EUR 15 für den einzelnen Flug ) kosten. Alle heil durch die Kontrolle, wird's wieder ruhig - die Boing 737 steht zwar schon bereit, darf aber noch nicht bestiegen werden. So bleibt noch Zeit für einen Kaffee, unsere Gedanken zu sortieren und das Adrenalin in Zaum zu halten. Kaum wurde der Kaffee serviert, erklingt das Boarding Zeichen - wir stürzen unseren Kaffee runter und hasten zur Passkontrolle. Dort werden wir mit strenger Mine begutachtet und stellen uns in der Warteschlange an - aber: Haha, wir haben ja unsere Priority Boarding Passes - gut, die ( subjektiv geschätzten ) 5.000 Menschen vor uns in der Schlange aber auch - wir sind also nicht die Einzigen mit der Online-Idee…
Dann klappt's aber doch recht flott mit dem Check-In und wir traben Richtung dem weiß-gelben Flieger. Sitzplatzreservierungen gibt's, wie bei Billigfliegern üblich, nicht, ebenso wenig wie Platz für die Beine oder Monitore zum Zeitvertreib. Zweckmäßig ausgestattet eben - gut, dass der MP3-Player mit auf die große Reise durfte. Nach den vom Bordpersonal gefuchtelten Sicherheitsbestimmungen ( akustisch mit der nuschelnden, englischen und mit einem starken Slang versetzten Stimme des Flugkapitäns ) rollen wir raus auf's Flugfeld und füllen uns wie in einem Formel-1 Wagen, als der Kapitän Vollgas gibt, um nicht am Ende des Rollfeldes im Gras zu landen. Der Flug verläuft uninteressant, neben den knarrenden Plastikteilen im Innenraum des Flugzeuges irritieren mich die beengten Platzverhältnisse - aber der Flug war nicht teuer, also akzeptiere ich diesen Umstand. In den 3-sitzigen Reihen habe ich direkt am Fenster Platz genommen, neben mir Manfred, welcher versucht, den Flug schlafend zu verbringen. Hinter uns sitzen Sarah, Alessa und Martina, die ( ganz frauen-typisch ;-)) während des Fluges offenbar einen neuen Rekord im Viel-Reden aufstellen wollen. Bald tut sich unter uns das blaue Meer auf und als wir das europäische Festland verlassen, tun sich viele, viele Wolken auf - ein schlechtes Vorzeichen ? Nein, denn als wir uns Stansted nähern und das " Fasten your seatbelts " Zeichen erstrahlt, sieht's wieder ganz freundlich aus.
Wie auf Butter legt der Pilot das Flugzeug auf den Runway und nach wenigen Minuten sind wir bei unserem Exit angelangt. So, jetzt aber raus - mal sehen, wo der Stansted Express losfährt… Durch die Passkontrolle ( erstaunlich flott ) geht's etliche Meter quer durch das weitläufige Flughafengebäude, bis wir gut beschildert im Untergeschoss fündig werden. Rein in den Zug und nach 2 Minuten rollen wir aus dem Bahnsteig. Interessant ist, das einem wenige Kilometer nach dem Verlassen des Flughafengeländes das Gefühl beschleicht, sich mitten in Großbritannien zu befinden, weit weg von jeglicher Zivilisation - da fährt man durch Wald, Wiesen, Weiden, auf welchen friedlich Schafe grasen…. Das hätte ich nicht erwartet. Nach ca. 30 Minuten der 45-minütigen Fahrt entern wir die Randbezirke London's - und offenbar auch soziale Brennpunkte. Viele der allgegenwärtigen Backsteinhäuser sind dem Verfall ausgesetzt, etliche stehen leer oder sind mit mehr oder weniger unschönen Graffitis verziert. Ok, das ist schon eher London, wie ich es mir gedacht hatte.
Auf Schatten folgt aber Licht und so verbessert sich die bauliche Situation zusehends. An der Liverpool Street Station, der Endstation der Bahnlinie und großem Verkehrsknotenpunkt London's, angelangt - wissen wir: Nun geht's zur U-Bahn. Aber wo gibt's Tickets dafür ? Unseren ratlosen Gesichtern zufolge trabt eilig ein Bediensteter der London Underground herbei, um uns freundlich das Ticketsystem der U-Bahn zu erklären. Ok, es hätte eine Touristenkarte online zu kaufen gegeben, die sogenannte Oyster-Card - sorry, mein Fehler. So müssen wir uns mit 1-Tagestickets zu ca. EUR 8 oder ein 3-Tagesticket zu EUR 24 kaufen. Natürlich das 3-Tagesticket - und ja, richtig gelesen: das 3-Tagesticket kostet 3 x das 1-Tagesticket - das nenn ich Rabattsystem ! Ab zur Tube ( der liebevolle Begriff der Einheimischen für die U-Bahn ) und die richtige Linie gesucht - und hier offenbart sich die Genialität des U-Bahnsystems: Die Linie verkehren jeweils nur in Nord-Süd- oder Ost-West-Richtung. Wenn man sich den Faltplan oder die Anzeigetafel der U-Bahn vor Augen führt, kann man sich somit beinahe nicht verirren oder die falsche Plattform des Bahnsteiges erwischen - ich war begeistert !
Unser Hotel lag in der Nähe des Hyde-Parks, Station Queensway mussten wir also raus. Wir begaben uns auf die Westbound Platform ( also Richtung Westen ) der Central Line - die Züge verkehren teilweise im 50 Sekunden Takt ! - wir mussten nicht lange warten und begaben uns in den Wagen. Wider Erwarten war dieser nur halbvoll und wir ergatterten sogar einige Sitzplätze. 10 Stationen weiter verließen wir den Untergrund an der Queensway Station und an der Oberfläche - Endlich London ! - Ein Gefühl der Freude überkam uns alle. Nun noch ca. 1 Kilometer zu Fuss zu unserem Hotel, und zwar dem New Linden Hotel Town House 59 Leinster Square W2 4PS London Notting Hill 0044 / 2072214321
Dort eingetroffen, empfing man uns sehr freundlich, die Reservierung hatte natürlich geklappt. Unsere Zimmer lagen direkt neben der Lobby, nur ein paar Meter zu gehen. Die einzelnen Zimmer waren individuell in verschiedenen Stilen eingerichtet, sehr gepflegt und wunderbar aufbereitet. Auch die Sanitäranlagen in den Zimmern waren außerordentlich komfortabel und gepflegt - dieses Hotel war ein Glücksgriff. Von den Zimmern erhaschten wir Blicke in die typischen, britischen Großstadt-Hinterhöfe - klein, aber mit Akribie gepflegt und von Individualismus geprägt. Nun war es kurz von 20.00 Uhr, am Plan stand noch ein Ausflug in unser Viertel Notting Hill. Bekannt durch den Film und durch seine Vielseitigkeit in Sachen Kultur und Länder - und diesem Ruf wurde es auch zuteil. Restaurants aus so vielen verschiedenen Ländern hatte ich nie zuvor auf so kleinem Raum erlebt - nicht einmal in New York. Egal, ob iranisch, brasilianisch oder libanesisch - es war für jeden etwas dabei - nur: Die Briten kochen abends nicht selbst, sondern gehen essen. Und das merkte man auch: Die Restaurants waren bis unter die Decke gefüllt, teilweise bildeten sich Warteschlangen auf der Strasse ! Um 20.30 Uhr kamen wir bei einem mexikanischen Laden vorbei, der gut aussah und auch noch Plätze bat - nichts wie rein ! Drinnen wurden wir nett begrüßt, wir erfuhren die Namen unseres Personales an diesem Abend. Natürlich wurden wir auch um unsere Herkunft gefragt: Man kann zwar Englisch, aber so gut wie die Briten natürlich nicht. Was ebenso positiv auffiel: Eine Reisegruppe aus Spanien am Nebentisch konnte so gut wie kein Englisch, man war aber sichtlich bemüht, auch diese zufrieden zu stellen. Nach einem sehr sättigenden und ausgezeichneten Menü ohne Dessert erbaten wir die Rechnung - und da war er wieder, der wunde Punkt der Briten: Teuer ! Jedem aus unserer Runde wurden durchschnittlich EUR 28 für ein Essen abgenommen - bei 1 Getränk und 1 Mahl wahrlich nicht günstig. Trinkgeld braucht man übrigens keines zu geben: dieses ist bereits im Preis inkludiert und mach ca. 12 - 18 % des Gesamtpreises aus. Bei leichtem Nieselregen machten wir uns schnellen Schrittes auf dem Weg zum Hotel - wir waren heute schon zu müde, um uns noch ins Londoner Nachtleben zu begeben.
*** 17. Mai 2008 - der 2. Tag *** London steht erst spät am Morgen auf. Sämtliche Sehenswürdigkeiten öffnen erst um 10.00 Uhr ihre Pforten. Da können wir doch etwas länger schlafen. Die Idee hatten offenbar auch alle anderen Hotelgäste, und so ging's um 09.00 beim Frühstücksbuffet doch recht beengt zu. Das Frühstück war ganz auf den Geschmack der Festland-Europäer abgestimmt, typisch Britisches gab es nicht. Das Wetter erfreute uns mit Londoner Nieselregen. Das sollte der Freude aber keinen Abbruch tun. Da Samstag war, war davon auszugehen, dass wir nicht die einzigen Touristen in London sein werden. Also sollte es zu aller Anfang gleich eines der begehrtesten Sehenswürdigkeiten sein:
--- Madam Tussaud's --- Direkt bei Madame Tussaud's ist die U-Bahn Station Chancery Lane, somit ist ein Eintreffen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ein Kinderspiel. Dort angekommen, mussten wir den in Großbritannien ( seit den Terroranschlägen 2005 ) mittlerweile üblichen Sicherheitscheck über uns ergehen lassen, dank unserer Online-Tickets blieb uns das Anstellen in einer ca. 300 Meter langen Warteschlange erspart. Madame Tussaud's ist in viele Themenbereiche unterteilt ( Entertainment, Film, Politik, usw. ) und in jedem sind mehr oder weniger berühmte Persönlichkeiten zugegen. Nach den Wachsfiguren geht's in den Keller, dort wartet das Verlies mit seinen " Serial Killers ". Der große Unterschied: Diese " Serienmörder " werden von echten Schauspielern gemimt, der Gang durch dieses Verlies spielt mit extremen Schreckeffekten - die Live Actors kommen aus dunklen Ecken oder springen urplötzlich von der Decke - schreckhafte Naturen seien gewarnt ! Wesentlich harmloser geht's am Abschluß bei " Spirit of London " zu - hier gondelt man in 2-sitzigen Halbkugeln durch die Geschichte London's, welche akustisch in 5 verschiedenen Sprachen beschrieben wird. Und das war's dann auch schon mit Madam Tussaud's. Ich muss sagen: Vom Hocker hat's mich nicht gerissen, war ein wenig enttäuscht. Für den Eintrittspreis von EUR 30 hätte ich mehr erwartet - die Wachsfiguren haben ihrem Pendant aus Fleisch und Blut teilweise nicht mal ähnlich gesehen. Weiter ging's runter zur Themse, wo unser nächstes Ziel wartete:
--- London Eye --- Das größte Riesenrad Europa's, mit dem sich London zur Jahrtausendwende selbst ein Denkmal setzen wollte. 135,36 Meter ist das gute Stück hoch und vom höchsten Punkt dürfte man eine wunderbare Aussicht über das Zentrum haben. Die Tickets hatten wir ja bereits, das Warten im Regen dauerte gottlob nicht allzu lange und wir erstürmten mit ca. 15 weiteren Personen die Glasgondel. Langsam, aber behände drehte sich das Rad, bis nach ca. 15 Minuten der höchste Punkt erreich ist - wir erhielten einen schönen Ausblick auf Naheliegendes ( Big Ben, Parlament ) oder Fernes ( die Hochhäuser
Bilder von London - Wissenswertes
am Canary Wharf ). Nach weiteren 15 Minuten war man wieder unten angelangt, eine sehr angenehme Erfahrung reicher und EUR 24 pro Person ärmer. Schräg gegenüber des London Eye ging's weiter zum…
--- London Aquarium --- Ich bin ein Freund des Meeres und liebe es, sowie die Unterwasserbewohner im Allgemeinen. Diesen Faible teilen meine 4 Mitreisenden mit mir und so war ein Besuch des London Aquariums unumgänglich. Und wieder derselbe erfreuliche Effekt: Mit den Online-Tickets ging es sofort rein, alle anderen warten in der Schlange. Drinnen geht's mit vielen Einzelaquarien mit Tieren aus allen Regionen der Welt los, ein Höhepunkt ist das Rochenbecken, in welchem sich die Tiere mit viel Glück auch berühren lassen. Weiter geht's durch die dunklen Gänge vorbei an großen und kleinen Becken zum großen Finale, einem mehrstöckigen Becken mit Haien und Schildkröten. Nach 1,5 Stunden waren wir wieder raus. Fazit: Nett gemacht, in Monaco ( schöner ) und in Barcelona ( viel größer ) gab es das Ganze in einer besseren Aufmachung. Zum Preis von ( Oh Wunder, nur ) EUR 13 aber ok und vertretbar.
Leider hinkten wir unserem Zeitplan gewaltig hinterher und mussten in unserem Plan einiges von der Liste streichen, was wir nicht mehr schaffen würden. Mittlerweile war der Nachmittag angebrochen und der Hunger trieb uns zum Schnell-Imbiss, versuchen wir mal den britischen Burger King. Die Kost recht ähnlich dieser auf dem Festland, nur Whopper & Co gab's auch in XXL Ausführungen - und, wenn wundert's - bedeutend teurer. Ein Double Whopper Menü, für welches ich in Österreich EUR 5 bezahle, wird in London mit EUR 12 vergütet ( oder besser gesagt: vergoldet ). Was wäre London ohne Shopping, und daher war der nächste Pflichttermin… --- Harrod's ----
Wer kennt es nicht, das Luxus-Kaufhaus, in dem man alles und noch viel mehr einkaufen kann. Die Mädels fanden sich im Paradies wieder, Manfred und ich suchten hingegen das Weite und steigen in die U-Bahn ein, um wahllos viele Stationen weiter auszusteigen - wir wollten das London hinter der Fassade kennenlernen. Etwas ausserhalb fanden wir dann schließlich in den schmalen Gassen spezielle Läden, welche viel mehr offenbarten, als man aussen erkennen würde. Wir stöberten und waren froh, mal etwas anderes als den monetären Luxus bei Harrod's zu sehen - das hier war auch auf seine ganz eigene Art und Weise Luxus… Wir trafen uns schließlich einige Stunden später bei Harrod's wieder - diese teilweise offen zur Schau getragene Arroganz der Käufer und Verkäufer widerte mich an. Gottlob blieben wir nicht mehr allzu lange und machten uns zurück auf den Weg nach Notting Hill. Im Hotel wurde geduscht, neu eingekleidet und schon ging's wieder in unser Multi-Kulti-Viertel, wieder auf der Suche nach Nahrung. Samstag Abend dürfte für Restaurant-Suchende nochmals schlechter sein als Freitag Abend - noch mehr Warteschlangen bei den Restaurants. Nach 1 (!) Stunde fiel uns ein leerer Tisch bei einem italienischen Restaurant ins Auge - dieser wurde umgehend zum Stillen unseres Hungers beschlagnahmt. Wir bestellten - typisch für Italiener - Pasta, Pizza, Lasagne - und wurden alle nicht enttäuscht. Das Essen war köstlich - und mit EUR 22 auch billiger als beim Mexikaner. Nachdem wir uns alle gesättigt aus dem Restaurant trollten, war es schon knapp vor Mitternacht. Zeit für einen Pub-Besuch: Da gab's interessanterweise keine Probleme, die Pub's waren nicht so voll, als das man kein Plätzchen bekommen hätte. Nach einigen Cocktails bezahlten wir ( wie üblich teuer: 3 Cocktails = knapp EUR 40 ) und ein wirklich ereignisreicher Tag nahm sein Ende.
*** 18. Mai 2008 - der 3. Tag *** Um 13.30 Uhr geht der Flug nach Hause, also sollte 12.00 Uhr Ankunft am Flughafen reichen - mit Flughafen Transfer noch mal eine Stunde - also verlegen wir in der Hoffnung, diesmal ungestörter beim Frühstück zu sein, auf 10.00 Uhr. Enttäuschung. 10.00 Uhr, das Frühstücksbuffet ist randvoll mit Gästen, offenbar schläft man sonntags nochmals länger als Samstag. Um 11.00 Uhr treffen wir bei der Liverpool Street Station ein - aufgrund Revisionsarbeiten fährt der Stansted Express heute nicht, stattdessen werden wir mit Bussen transportiert. Auch nicht schlecht, so sehen wir mit unserer Bus-Tour auch noch ein wenig von London.
Und hier wird klar: London ist etwas anders. Entgegen vieler europäischen Städten, in welchen die Randbezirke und Vororte einer Stadt schon eher den Speckgürtel für Begütete darstellen, ist in London dies nicht der Fall. Hier hat man das Gefühl: Je weiter vom Zentrum weg, desto weiter unten sind diese ( teilweise wirklich armen ) Menschen in der Gesellschaft zu finden. Ein trauriger Anblick für uns und unweigerlich kommt einem das Wort soziale Ungerechtigkeit in den Sinn. Wir treffen auf Stansted ein -> Sicherheitskontrolle -> Passkontrolle -> und zum Check-In. Als wir im Flugzeug sitzen, klart das Wetter auf und unsere letzten Blicke fallen auf die Britische Insel. Lt. Uhr dauert der Rückflug 3 Stunden, natürlich sind es wieder nur knapp 2 Stunden, bis wir mit einem heftigen Poltern am Linzer Flughafen auf dem Runway aufsetzen - wer hat dem Piloten gesagt, dass er die Maschine aus geringer Höhe einfach fallen lassen soll ? So nähert sich mein Bericht dem Ende und damit auch mein….
*** Fazit *** Es war eine ausgesprochen interessante Erfahrung. Die Klischee's von London, welche in meinem Kopf festgefahren waren, haben sich nicht bestätigt. Die Menschen sind sehr freundlich, die Lautstärke ist überschaubar, zwar ist's nicht so sauber wie bei uns in Linz, aber doch einigermaßen gepflegt und die Arroganz & Hochnäsigkeit war nicht wirklich vorhanden. Einziger Kritikpunkt: Das liebe Geld. Wir wurden um rund EUR 500 pro Person erleichtert, für 3 Tage nicht gerade wenig. Sicher, London kann auch günstig sein, wenn man 1. gut zu Fuß ist und keine Verkehrsmittel nützt, 2. man sich selbst verpflegt und Lebensmittel von zu Hause mitbringt und 3. sich alle Sehenswürdigkeiten nur von aussen ansieht. Aber dann würde eben jener Reiz verlorengehen, welche London auf ganz eigene Weise so einzigartig macht. Und ehrlich gesagt: Ich werde wieder nach London fliegen, aber wahrscheinlich ein paar Tage länger….
Besten Dank für's Lesen meiner Berichte LG, Wolfgang
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13.10.2009 10:21
Tip-Top!!!
21.09.2009 00:12
Ein brillianter Bericht, daher lass ich ein BH da!
13.09.2009 20:58
Schön berichtet :) ich fahr immer zum Shoppen nach London.. naja, eigentlich einfach fürs Flair. Aber die Oystercard ist kein Touristenticket sondern eine prepaidkarte.. lass dir nix erzöhken *g* das war richtig schön zu lesen, toller Bericht!