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Pro wunderschöner Blick über London, ein unvergessliches Erlebnis, viele Fotomotive
Kontra sehr teuer, oft Warteschlangen, Sicherheitskontrollen, Hektik, Organisation etwas chaotisch
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Macht es wirklich Sinn, nicht weniger als 30 Berichten über das berühmte London Eye noch einen 31. hinzuzufügen?
Das ist die Frage, die ich mir gerade stell. Um sie zu beantworten, hab ich mir einige dieser vielen Berichte durchgelesen und festgestellt, dass der letzte über 6 Jahre alt ist. Inzwischen hat sich einiges ge- und verändert, wie ich bei meiner Fahrt mit dem London Eye bemerkt hab. Die Antwortet lautet also: ja. Aus meiner Sicht macht es durchaus Sinn, über meine persönlichen Erfahrungen mit diesem relativ neuen Londoner Sehenswürdigkeiten-Highlight zu berichten.
Im Internet stoßen wir bei unseren Recherchen zum London Eye auf die Möglichkeit, die Tickets bereits im Voraus zu kaufen bzw. mit Kreditkarte im Internet zu bezahlen und zu reservieren. Das bringt zwei Vorteile: Zum einen muss man sich nicht vor den Kassen anstellen, wo sich angeblich zeitweise sehr lange Schlangen bilden. Und zum zweiten wird die Onlinebestellung der Tickets mit einem kleinen Rabatt von 10% belohnt, was sich angesichts der fast schon astronomischen Preise dieser beliebten Attraktion schon auszahlt.
Die Ticketvielfalt beim London Eye ist eine Wissenschaft für sich. Ich empfehle daher allen, die eine Fahrt mit diesem Riesenrad planen, sich vorher unter http://www.londoneye.com/TicketsAndPrices/ zu informieren. Das lohnt wirklich! Denn hier kann man viel sparen. Es gibt z. B. eigene Familientickets für Familien mit Kindern, allerlei Ermäßigungen für Senioren, Kinder usw. sowie „Flextickets“, die an keine bestimmte Uhrzeit gebunden sind, Tickets, die ein Glas Champagner auf der Fahrt enthalten … undundund …Nur ein Beispiel: Beim Standardticket für Erwachsene ab 16 zahlt man, wenn man online bucht, statt £ 18,16 nach Abzug des Rabatts von 10% „nur“ £ 16,74 pro Person für die 30-minütige Fahrt mit dem Eye. Um die Begünstigungen zu erhalten, muss man das Ticket allerdings mindestens einen Tag vor der Fahrt kaufen. Will man mit Priority Boarding einfach an der ganzen Warteschlange vorbeigehen, zahlt man £ 28,50 (nach Rabattabzug £ 25,65). „Fast Ticket“ nennt sich dieser Service. Und dafür entscheiden wir uns dann auch, weil wir eben immer wieder gelesen und gehört haben, dass man nicht selten über eine halbe Stunde Schlange stehen muss, wenn man mit dem Eye fahren will. Beim „Fast Ticket“ kann man schon 15 Minuten, nachdem man sich sein Ticket geholt hat, boarden. Natürlich hat dieser Extraservice seinen Preis. Aber den sind wir gern bereit zu zahlen für den Komfort, nicht weiß Gott wie lang Schlange stehen zu müssen – womöglich im Londoner Regen und in Wind und Kälte …
Am 26.10.2011 ist dann der große Tag. In Österreich ist dieser Tag seit 1965 arbeits- und schulfreier Nationalfeiertag, weil am 26.10.1955 der Beschluss der „immerwährenden Neutralität“ Österreichs vom Nationalrat gefasst wurde. Ob unsere Fahrt mit dem London Eye den Tag auch in England für uns zu einem Feiertag machen wird?
Erwartungsvoll brechen wir auf – rechtzeitig, weil unser Hotel an den Victoria Docks liegt und die Fahrt in die City etwa eine halbe Stunde dauern wird.Ich hab das nasskalte Londoner Klima leider nicht besonders gut vertragen und kämpfe mit einer sehr starken Erkältung. Trotzdem will ich mir das Erlebnis einer Fahrt mit dem Eye nicht entgehen lassen. Wir waren insgesamt drei Tage in London – und es hat täglich geregnet. Für uns war es witzig zu beobachten, dass die Londoner dieses unwirtliche Wetter derart stoisch ertragen, dass sie den Regen schon kaum mehr zu bemerken scheinen und nicht einmal Regenschirme aufspannten.
Als wir von unserem Hotel aufbrechen, hat es gerade kurzzeitig aufgehört zu regnen. Wir nehmen daher leichtsinnigerweise keinen Regenschirm mit, was sich im Nachhinein natürlich als verhängnisvoller Fehler herausstellt. Und das sogar sehr bald. Beim Verlassen der U-Bahn bei der berühmten Waterloo Station, gießt es bereits wieder in Strömen. Gleichzeitig scheint aber noch die Sonne und ein wunderschöner Regenbogen spannt sich über die Stadt, der uns wieder etwas mit dem Regenwetter versöhnt.Das London Eye befindet sich am Südufer der Themse, in der Nähe der Westminster Bridge. Naiv, wie wir sind, haben wir gedacht, das riesige London Eye wäre ohnehin so groß, dass man es schon von weitem sehen müsste. Aber weit gefehlt. Obwohl es ja ganz in der Nähe sein muss, ist keine Spur davon zu erblicken und wir müssen zweimal fragen und sogar den Navigator am Smartphone bemühen. Später fallen uns Hinweisschilder zum London Eye auf – vielleicht gab’s die auch schon bei der Underground Station und wir haben sie einfach nicht bemerkt.
Wie auch immer, nach etwa 8 Minuten Gehzeit oder so, ist das riesige Rad endlich zu sehen. Jetzt kann uns wirklich nichts mehr aufhalten.Es ist fünf Tage vor Halloween, das in London ja viel mehr gefeiert wird als bei uns. Daher ist auch die kleine Allee, die zum London Eye führt, bereits mit schwarzen Fledermäusen geschmückt.
Und – ja – es herrscht ein gewisses Gedränge vor dem London Eye. Natürlich sind viele kleinere Kinder dabei. Wir sind also nicht unfroh über unsere „Fast Tickets“. Aber wo warten die auf uns? Der Ticketschalter ist gar nicht so leicht zu finden. Er befindet sich in einem altehrwürdigen Gebäude, links vor dem London Eye. Dort gibt’s ziemlich viele Kassenschalter – vor jedem ist ein labyrinthischer Zickzack-Warteschlangen-Parcours aus Absperrungen angelegt. Aber nicht für uns. Uns wurde ja Priority Boarding versprochen … Ein Security – davon gibt’s ja mehr als genug – erklärt uns, die „Fast Tickets“ können an einem Automaten abgeholt werden. Das klappt auch problemlos. Ich glaub, mein Freund muss nur einen Code eingeben, den wir beim Kauf der Tickets im Internet erhalten haben - und schon erhalten wir unsere Tickets.
Ich muss aber sagen, dass an diesem Tag – es ist ein Mittwoch und so zwischen 18 und 19 Uhr – erstaunlich wenige Menschen im Kassenraum sind. Natürlich ist der Andrang am Wochenende und in den Sommermonaten wesentlich größer als Ende Oktober. Noch dazu an einem Regentag, hätte ich jetzt beinahe geschrieben, aber in London gehört der Regen ja fast immer dazu … ;-)Hat man die Tickets, wird man sozusagen weitergeschleust in ein dunkles, kellerartiges Labyrinth. Dort findet so alle 10 oder 15 Minuten die 4-D-Vorführung eines Einstimmungsfilms statt, dessen Konsum in allen Tickets inbegriffen ist. Am Eingang befinden sich Behälter, aus denen man sich 3-D-Brillen (ähnlich wie dunkle Sonnenbrillen) nehmen kann, die man natürlich beim Verlassen des Gewölbes wieder abgeben muss.
An der Foto-Schleuse vorbei – die interessanterweise bei unserem Eintritt gar nicht von einem Fotografen besetzt war, vielleicht hat man uns auch deshalb nicht fotografiert … -, gelangen wir nun in den kleinen, schwarzen Kinosaal. Es ist ein ansteigender Raum, in dem es nur Stehplätze gibt bzw. Reihen mit Metallgeländern, an die man sich anlehnen kann. Für diese kurze Filmvorführung braucht man auch nicht unbedingt Sitzplätze.
Gespannt wartet alles auf den Beginn des 4-D-Filmchens. 4 D – was ist denn das? Wir sollten es bald erfahren. Zusätzlich zu 3-D-Effekten wird es hier noch einige sensuale Sensationen geben wie zitternder Boden, Regen, Wind, Nebel, Wolken, Düfte und Schnee, hab ich gelesen. Doch auch diese Attraktion scheint in die Jahre gekommen zu sein. Bei unserem Eintritt liegt schon ein wenig Schnee auf dem Boden – was den Überraschungseffekt natürlich etwas minderte. Vom sich bewegenden Boden, dem Nebel, den Wolken und Düften hab ich leider nichts bemerkt.Der Film ist an sich gut gemacht und fasziniert von Anfang an durch die fantastischen 3-D-Effekte. Die Handlung ist banal und auch für Kinder, die nicht englisch sprechen, klar verständlich. Gleich zu Beginn fliegt zu dramatischen Soundeffekten eine Möwe ins Publikum. Wir stehen sehr weit vorne und der Vogel schießt direkt auf mich zu – so plastisch, dass ich das Gefühl hab, sie berühren zu können.
Ein kleines Mädchen will angesichts dieser Möwe London auch einmal aus der Vogelperspektive sehen und unternimmt mit seinem Papa eine Fahrt mit dem London Eye, die voller fast märchenhaft-fantastischer Effekte ist. Einmal bewegen wir uns sehr realistisch außen auf dem Rad im Wind und in der schwindelerregenden Höhe – vermutlich ist das die Szene, wo sich der Boden bewegen hätte sollen. In einer anderen Einstellung begegnen wir einer Gruppe indischer Kinder in strahlend orangefarbenen indischen Saris, die musizieren und Konfetti werfen. Ich wette, die Konfetti hätten ebenfalls aufs Publikum regnen sollen – aber das fiel wohl auch dem Zahn der Zeit und der zunehmenden Indifferenz der London Eye Betreiber zum Opfer.Dann wieder ist London in eisigen Winter getaucht. An dieser Stelle soll es wohl kalt im Kinosaal werden. Immerhin fliegen einige Schneeflocken aufs Publikum. In einer anderen Szene gibt es auch etwas Wassergespritze – aber nur so wenig, dass es gerade merkbar und nicht unangenehm ist. Zuletzt beeindruckt ein gigantisches Feuerwerk.
Schade, dass hier offenbar viele interessante Effekte im Lauf der Zeit auf der Strecke geblieben sind. Offenbar denken die Betreiber: Das London Eye zieht sowieso jede Menge BesucherInnen an. Auf ein bisschen Konfetti-, Duft- oder Bewegungseffekte bei der 4-D-Vorführung kommt es da eh nicht an … Da spürt man schon eine gewisse Lieblosigkeit und Arroganz der Betreiber. Schließlich sind die Tickets für das London Eye sehr teuer und da darf man sich wohl erwarten, dass die Attraktionen einwandfrei funktionieren. Schon gerade auch, weil sehr viele Kinder das London Eye besuchen und sich vielleicht ihr Leben lang daran erinnern und später mit ihren eigenen Kindern wiederkommen werden.Mich hat der Film trotzdem sehr beeindruckt. Dass er sehr gut gemacht ist, zeigt sich schon daran, dass ich erstaunt war, als ich erfuhr, dass er nur 4 Minuten gedauert hat. Durch die vielen Effekte gewinnt man aber subjektiv den Eindruck, dass er vielleicht dreimal so lang ist.
Nach dem Kinokeller und der Abgabe der 3-D-Brillen geht’s nun hinaus zur endgültigen Warteschlange vor dem Rad. Diese letzte Warteschlange bleibt auch uns „Fast Ticket“-Kunden nicht erspart. Aber tatsächlich sind wir – wie versprochen – wirklich nicht länger als 15 Minuten bis zum Boarding angestellt gewesen.
Wieder fällt uns eine Organisationsschwäche auf: Wir haben von Informationsmaterial gehört, dass es hier zu kaufen geben soll. Ein Security von „da unten“ hat uns versichert, das gebe es bei den Securitys „da oben“. Aber die sind damit beschäftigt, die Tickets zum zweiten und dritten Mal zu kontrollieren – wir machen schon Witze darüber -, in die Handtaschen zu gucken und zu fragen, ob man vielleicht „spitze Gegenstände“ bei sich hat … Nein, nein, haben wir nicht.Der kleine 4-D-Einstimmungsfilm hat uns durch seine märchenhafte Ästhetik noch mehr Appetit auf das London Eye gemacht. Die wird aber nun durch diese ganzen nervenden Sicherheitskontrollen wieder auf realistisches Niveau gedrückt. Okay, wieder haben wir als Österreicher hier gewisse Vorteile – bei uns gibt’s zumindest bisher – keine Terroranschläge, die sich auf die Bevölkerung richten. In Wien haben wir ja auch ein Riesenrad. Dass man dort derart strenge Securitykontrollen passieren muss, wenn man eine Fahrt mit einem Waggon machen möchte, wäre schlicht und ergreifend ganz undenkbar. Aber London ist nicht Wien, wo es zum Glück keine IRA und U-Bahn-Anschläge usw. gibt.
Wir nehmen also die etwas hektischen Kontrollen mit Verständnis hin – schließlich will ja niemand sein Leben in einem Feuerball am London Eye beenden.Je näher es zum Boarding kommt, desto hektischer scheint plötzlich alles zu werden. Endlich – da findet sich plötzlich auch so etwas wie ein Souvenirshop. Aber dort zu schmökern, ist undenkbar – es ist wie bei einer Sanduhr, wenn der Sand gegen Ende zu auf einmal irrsinnig rasch zu rinnen beginnt. Die stressige Atmosphäre lässt gerade noch zu, dass wir die beiden Informationsunterlagen erwerben, die es dort zu kaufen gibt. Das eine ist eine Broschüre mit allgemeinen Informationen über das London Eye und seine Entstehung. Das andere, der 360° Mini Guide, eine Art runder Panorama-Fotoplan, auf dem alle Sehenswürdigkeiten von London, die vom London Eye aus zu sehen sind, eingezeichnet sind – und zwar auf der einen Seite nachts, auf der anderen bei Tag. So kann man sich am London Eye oben dann recht gut orientieren, was was ist.
Dann geht alles furchtbar schnell. Die Gondeln bleiben nämlich nicht stehen – außer bei Rollstuhlfahrern. Man muss also rasch, rasch in die sich ständig mit 0,26 Metern in der Sekunde bewegenden Gondeln einsteigen. Nervöse Securitys treiben uns an: schnell, schnell. Man wird richtiggehend hineingedrängt in die kleinen Gondeln.Puh, geschafft! Tür zu – es geht aufwärts.
Tatsächlich ist mir in der Gondel kein einziges Mal mulmig zumute. Man ist so abgelenkt durch das Schauen bzw. das tolle Panorama und durchs Fotografieren, dass man gar nicht dazukommt, an so etwas wie Höhenangst oder Klaustrophobie zu denken. Natürlich ist man eine halbe Stunde in dieser Gondel eingesperrt. Es wird auch darauf hingewiesen, dass man in diesem Zeitraum keine Toilette zur Verfügung hat. Darüber müssen wir sehr schmunzeln. Aber auch diesbezüglich gibt’s keine Probleme – weder bei uns noch bei anderen in unserer Gondel.
Die Gondeln sind vollklimatisiert, haben wir gelesen – wie das genau funktioniert, hab ich aber nicht herausgefunden.Mit uns in der Gondel befindet sich ein kleines, hübsches blondes Mädchen, eine typische zierliche Engländerin mit blassem Teint und blauen Augen. Sie besucht mit zwei Frauen das London Eye. Beim Anstellen standen die drei vor uns und ich entnahm aus ihren Gesprächen, dass das Mädchen heute Geburtstag hat und man ihm zu diesem Anlass eine Fahrt mit dem Eye geschenkt hat.
Natürlich stürzen die meisten Fahrgäste sofort zu den besten Plätzen an den Fensterscheiben, um sich einen guten Aussichts- und Fotoplatz zu sichern. Es gibt sogar eigene Zonen, die als ideal für ein Foto von seinen mitfahrenden Liebsten bezeichnet sind. Die Sitzbank in der Mitte der Kapsel findet hingegen keine Fans. Sie bleibt ständig unbenutzt. Ganz unbenutzt? Nein – das kleine Geburtstagskind hat sich dort gleich nach dem Einsteigen brav niedergelassen und beschäftigt sich während der ganzen Fahrt in aller Ruhe mit einem Malbuch, ohne auch nur einen einzigen Blick aus der Gondel zu riskieren. Seine beiden Begleiterinnen schauen sich kopfschüttelnd an – sie haben wohl das falsche Geburtstagsgeschenk gewählt. Das Mädchen ist allerdings die Ausnahme von der Regel. Alle anderen Kinder drängen sich vor den Fenstern und sind genauso angetan von der großartigen Aussicht wie die Erwachsenen.Ein italienisches Liebespaar nutzt die Fahrt wiederum hauptsächlich dazu, sich selbst an den gekennzeichneten Fotostellen, die einen attraktiven Hintergrund bieten, zu fotografieren.
Leider sind die besten Aussichts- und Fotoplätze natürlich meist okkupiert. Aber im Lauf der Fahrt kommt doch eine gewisse Rotation zustande und die Leute nutzen die 360°-Rundumsicht und gehen herum, um das Panorama von allen Seiten zu bestaunen. Mir wäre es natürlich lieber, wenn weniger Passagiere in der Gondel wären. Ich hab unsere Reisegefährten nicht gezählt. Schätzungsweise sind es vielleicht 16 bis 20. Insgesamt finden 25 Passagiere Platz in so einer Gondel.Unter den Fahrgästen befinden sich erstaunlich viele Engländer, ein großer Teil davon mit Kind(ern). Ich hätte eigentlich mehr Touristen erwartet.
Der Ausblick ist auf jeden Fall grandios und man wird ihn nie vergessen. Je höher man steigt, umso eindrucksvoller erscheint das Panorama dieser unglaublich riesigen Weltmetropole. Da kann man nur schauen und staunen. Über allem der schwere, graue Himmel, aus dessen Gewölk auf einmal die untergehende Sonne hervortritt und alles in zauberhaftes Abendrot taucht – das ist schon eine dramatische Stimmung, die sehr beeindruckt. Sie lässt mich sogar meine Halsschmerzen und die rinnende Nase vergessen.
An klaren Tagen soll man vom Eye aus bis zu 40 km Fernsicht genießen – das würde bedeuten, dass man bis zum etwas außerhalb von London liegenden Windsor Castle und Heathrow sehen kann. Aber so klare Tage sind in London, das ja berüchtigt für seinen Nebel und Regen ist, vermutlich selten.Auch das Eye beginnt langsam in lila Licht zu leuchten.
Besonders schön finde ich die Boote, die gemächlich auf der Themse entlangziehen.Mein Freund zieht den „360° mini guide“ zu Rate, um wenigstens einige der auffallendsten Gebäude zu identifizieren. Ich beschränke mich auf Netzhauteindrücke. Die große Kathedrale St. Paul’s mit ihrer grünen Kuppel erkenne ich in der Ferne, Big Ben, die Westminster Bridge und die Houses of Parliament selbstverständlich auch. Die große Waterloo Station ist nahe und daher gut zu sehen. Und das dort hinten, etwas im Dunst verhüllt, könnte der Buckingham Palast mit seinem Park sein.
Irgendwer hat das Wembley Stadium erspäht. Ich schaue in die Richtung, in die derjenige zeigt, kann es aber nicht wirklich erkennen. Und die vielen neuen Bürotürme, die Ministerien und Verwaltungsgebäude sagen mir sowieso nicht viel. Ich halte Ausschau nach Nelson und dem Trafalgar Square, finde ihn aber nicht. Dafür fällt mir die Waterloo Bridge im Norden auf.
Jetzt erleben wir mit, wie London allmählich seine Lichter ansteckt. Die Straßen beginnen golden zu leuchten und ein Gebäude nach dem anderen bekommt nun helle Fenster. Ein wunderbarer Anblick – vor allem, wenn sich das Licht in der Themse spiegelt.
Wir haben also hier oben London bei Tageslicht und im nächtlichen Lichtermeer erlebt – der Uhrzeittipp der Betreiber des London Eye war nicht schlecht, finde ich. Mein Freund hätte es gern noch nächtlicher gehabt. Aber da hätten wir den schönen Sonnenuntergang nicht gesehen.Hinunter geht es wie immer viel zu schnell, meinem Empfinden nach. Häuser, Schiffe, Brücken werden sekündlich größer, gleichzeitig reduziert sich die Aussicht. Noch ein paar Fotos von der Themse und dem Royal Air Force Memorial … Und da hinten, im Norden, das ist Cleopatra’s Needle, ein graurosa Obelisk aus dem alten Ägypten. 1450 v. Chr. erbaut, ist er das älteste Monument Londons. Seit er 1878 als Geschenk der Ägypter an die Themse kam, muss er das unwirtliche Londoner Klima ertragen. Wie er das aushält, ist mir fraglich …
Zwei Securitys fegen uns richtiggehend hinaus. Danach suchen sie die Gondel mit Spiegeln an langen Stöcken nach verdächtigen Gegenständen ab. Sie finden jedoch nichts Besorgniserregendes. Wieder bin ich heilfroh, nicht in einem Land zu leben, wo es ständig Grund für solche Maßnahmen gegen den Terror gibt. Diese massiven Sicherheitsvorkehrungen machen mich schon ein wenig nachdenklich und betroffen.
Inzwischen ist es ganz dunkel geworden. Die Bäume der kleinen Allee, durch die wir zurück zur Waterloo Station gehen, sind jetzt über und über mit bläulichen Lämpchen beleuchtet, was sehr hübsch aussieht. Und die Silhouetten der Halloween-Fledermäuse heben sich schwarz vom dunkelblauen Nachthimmel ab.Am nächsten Tag müssen wir London schon wieder Good Bye sagen. Wir sitzen in der Flughafenlounge von Stansted und warten auf den Aufruf unseres Flugs. Um mir die Zeit zu vertreiben, blättere ich im Guidebook, das wir gestern beim London Eye erworben haben, und erfahre dabei viel über das berühmte Riesenrad. Etwa dass seine Entstehung auf den Wettbewerb einer Zeitung zurückgeht, die aufgerufen hatte, Konzepte für ein publikumswirksames Wahrzeichen zur Erinnerung an die Jahrtausendwende einzusenden. Unter den Einreichungen fand sich auch der Plan der beiden Architekten David Marks und Julia Barfield für ein „Aussichtsrad“. Ihr Vorschlag wurde zwar aus formalen Gründen abgelehnt, doch die Architekten waren so überzeugt davon, dass ihre Idee ein Erfolg werden würde, dass sie das Projekt weiterverfolgten. Gemeinsam mit den Sponsoren Tussaud’s Group und British Airways konnte ihr Konzept schließlich realisiert werden. 1998 wurde der Bau des „Millennium Wheels“, wie es auch genannt wird, begonnen. Am 9.3.2000 wurde das Riesenrad dann für Besucher geöffnet.
Heute ist das Eye das drittgrößte Aussichtsrad der Welt - hinter Singapur und Nanchang in China -, gehört der Merlin Entertainments Group und wird seit dem heurigen Jahr von EDF Energy gesponsert.Ursprünglich war übrigens geplant, das Rad nur 5 Jahre lang im Betrieb zu belassen und dann wieder abzubauen. Aufgrund des enormen Publikumsinteresses – täglich fahren an die 10.000 mit dem Eye - entschloss man sich aber, es zu einer bleibenden Einrichtung zu machen. Es wird auch zu Werbezwecken genutzt. Eine Zeitlang kreiste im Rahmen einer Promotion ein neues Auto in einer der Gondeln mit.
Die Zahl der Gondeln – 32 – entspricht den 32 Londoner Bezirken.Durchmesser: 135 Meter
Gewicht: 1.900 Tonnen
Gewicht einer Trosse: 1,5 Tonnen
Geschwindigkeit: 0,26 m/s
April bis September
im Mai und Juni FR +SA 10:00 - 21:00
10:00 - 21:30
Juli und August 10:00 - 21:30
Oktober bis März 10:00 - 20:00
Ausnahmen:
Am 17.11.2011 und am Heiligen Abend findet die letzte Fahrt um 17:30 Uhr statt. Was es mit dem 17.11. auf sich hat, hab ich nicht herausgefunden.
Die Betreiber empfehlen, das London Eye am Vormittag oder späteren Nachmittag zu besuchen, da der größte Andrang und damit die längsten Wartezeit erfahrungsgemäß zwischen 12.00 - 15.00 Uhr herrschen.
Diese Webseiten hab ich auch als Quellen für Zahlen, Daten und Fakten benutzt. Vor allem aber auch das „Guidebook“ zum London Eye, das wir im Souvenirshop gekauft haben.
© DMK 11/11
Eine Fahrt mit dem London Eye ist ein unvergessliches Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Achtung, dies ist der erste Berichte des Autors
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xXschmiddixX 08.02.2012 11:26
Ela675 16.12.2011 20:43
BH
leamaus75 14.12.2011 06:47
BH!LG Anett
Wolle0509 01.12.2011 14:57
toll geschrieben
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BH. Absolut perfekt geschrieben, nie langweilig. Ich konnte mir ein gutes Bild machen. Zum fotografischen: Polarisationsfilter, aber das hat nicht jeder. Und grad bei Kompaktkameras ist das nicht gängig.