Linzer Pflasterspektakel

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Heisse Sambarythmen in Linz

5  25.07.2001

Pro:
einfach guter Event

Kontra:
sehr viele Leute und während des Jahres wenige Künstler in Linz

Empfehlenswert: Ja 

fun953

Über sich: Es gibt Lesende, es gibt Schreibende, ich gehöre eindeutig zu den Ersten. Liebe Grüße der Community ...

Mitglied seit:12.03.2001

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Dancing in the streets –

Das Linzer Pflasterspektaktel findet nun schon ein paar Jahre statt und entwickelt sich zu einem Mega-Event. Ich liebe die Straßenkünstler. Schon als die pipseline klein war, hab ich sie mit dem Kinderwagen in die Stadt gerollert, wo sie dann mit großen Augen die Musikanten anschaute. Besonders Künstler, die Simon & Carfunkel spielten, oder Bob Dylan, oder Bruce Springsteen, hatten es mir angetan. Vor ein paar Jahren hat dann der Magistrat Linz, genauer gesagt, das hiesige Kulturamt angefangen, Straßenkünstler einzuladen. Sie kriegten ein Quartier. Das waren zuerst nur welche der singenden Kunst und später dann kamen dann auch Clowns, Leierkastenmänner und Frauen, Tänzer, Sambabands, Feuerschlucker, Pantomime und Portraitmaler und Trommler. Es gibt auch ein Kinderprogramm. Inzwischen hat es sich schon zu einem Mega-Event entwickelt.

Es findet alle Jahre im Juli statt. Vorinformationen gibt es auf der Homepage der Stadt Linz unter www.linz.at. Das Event beginnt am Donnerstag und endet am Samstag.
Beim Brückenkopf bei der Kunsthochschule werden die Künstler dann für die verschiedenen Standorte (40) eingeteilt, die über die Innenstadt, also die Landstraße, den Hauptplatz und die Altstadt verteilt sind. Es gibt auch Gruppen, die in div. Gasthofgarten auftreten wie dem Klosterhof oder dem Josef. Sollte es regnen, gibt es Ausweichquartiere. Die Gruppen sind dann 1 Stunde an diesem Standort anzutreffen. Dann haben sie meistens Pause und spielen dann nach ein paar Stunden wieder wo anders.

Um 14 Uhr geht es los. Überall ertönt Musik und heuer ist es erstmals gelungen, Künstler aus allen 5 Kontinenten zu bekommen. Diese Künstler haben sich auch sehr positiv über Linz geäußert. Heuer waren 500 Pflasterkünstler aus 30 Nationen da und das Spektakel besuchten 175 000 Personen.

Also ab 14 Uhr kann man sich bei den diversen Informationsständen schon den Plan holen, welche Künstler wo anzutreffen sind. Einige Gruppen kennt man ja schon aus dem Vorjahr. Jahre haben mich immer die „Last Siedlers“ aus München begeistert, eine Gruppe, die sich eigens für das Linzer Fest formiert hat und die die „Rocky Horror Picture Show“ auf Bayrisch bringen. Irre gut. Doch jetzt wird es mir schon fad und heuer habe ich sie mir nicht gegeben. Die meisten Gruppen verkaufen auch CD’s. Und natürlich wird auch der Hut herumgereicht und die meisten Besucher lassen sich nicht lumpen.

Am Donnerstag nach der Arbeit habe ich gleich mit einem Rundgang begonnen. Hätte ja sowieso mit der Straßenbahn durchgemußt. So habe ich das Stückchen halt zu Fuß bewältigt. Ab ca. 18 Uhr fährt dann die Straßenbahn nicht mehr, sie käme auch nicht mehr durch die Menschenmassen durch, da fährt dann ein Schienenersatzverkehr (mit Bussen). Auch eine sehr gute Lösung. Natürlich kommt die Linzer Gastwirtschaft auch nicht zu kurz und sie profitiert prächtigst.

Am Freitag hat es dann geregnet und ich beschloß, lieber meinen Haushalt zu machen. Aber am Samstag dann: Da fuhr ich zu den Webers und ging mit denen in die Innenstadt. Die Webers sind ja meine Freunde, die vor kurzem geheiratet haben. Auf dem Weg in die Stadt läutete dann mein Handy, es war meine Nichte, die mir mitteilte, sie wollen mich treffen zwecks Spektakel. Es waren meine zwei Nichten dabei, eine Freundin und meine Schwester. Wir trafen uns am Taubenmarkt-Würstelstand, ein markanter Punkt in Linz und trennten uns dann. Meine Nichten nebst Freundin gingen alleine und meine Schwester ging mit den Webers und mir mit. Wir blieben bei einigen Gruppen stehen, bei einer Gruppe aus Zimbabwe, namens Insingizi Emnyama, die sangen wirklich gut. Wir blieben so lange stehen, bis wir schlußendlich auch die Sänger sehen konnten. Besonders angetan hatten es uns auch die Sambagruppen, heuer waren es 8! Beim Schillerpark sangen junge Russen. Das hätte dem Pavel gefallen, im Vorjahr hatte meine Schwester ein Tschnernobyl-Kind zu Gast. Dem hat das Pflasterspektakel auch sehr gefallen. Im Vorjahr hat mich auch ein Pantomime in sein Programm eingebaut und mir die Hand geküsst, als ich ihm Geld gab. Zum Gaudium des Publikums sagte ich auch, dass er mir sehr taugt, weil er wenigstens nicht dagegen redet, da stumm.

Zwischendurch waren wir dann natürlich im Josef (Biergarten). Hier spielte gerade eine Dixieland-Band. Im Vorjahr waren Bauchtänzerinnen da. Die sind mir heuer abgegangen, da ich inzwischen auch einen Bauchtanzkurs absolviere (Material dazu ist vorhanden g ) Zwischen diversen Aufführungen landeten wir dann auch im Klosterhof, wo uns ein uns bis dahin unbekanntes nettes Mühlviertler Ehepaar zu einem Fest am 19. August einlud. Ein Markterhebungsfest. Überhaupt trifft man in den Straßen viele Bekannte und redet mal mit Diesem, mal mit Jenem.

Dann trennten wir uns von den Webers. Denen war der Wirbel zuviel, aber meine Schwester und ich folgten den Sambabands beim Umzug und tanzten mit. Zwischendurch hätte mich Wilfried angerufen, aber über das Handy hörte ich es nicht, dass beim Landhaus eine Weinverkostung stattfand, „Stell Dir vor, das Vierterl aus unserem geliebten Seenwinkel im Burgenland (diesmal aus Apetlon) um nur ATS 20,-- (DM 3,--)!" Da hätte es für mich kein Halten gegeben! Warum kann man nicht mit einem H...... auf den verschiedensten Kirtagen (Kirchweih) tanzen?


So ließen wir uns von den Sambagruppen inspirieren und trafen uns dann mit den Nichten am Hauptplatz, wo wir noch in der „Alten Welt“ landeten. Die mag ich auch sehr. Bedienung ist freundlich. Küche ist gut. (Der Wirt saß einmal beim Bob Dylan-Konzert in Linz neben mir. Er hatte einen guten, italienischen Roten dabei. Außerdem gibt es da auch gutes Kulturprogramm. In Linz haben einmal die Obdachlosen zusammen mit Schriftstellern geschrieben und dann gelesen. Einen der Obdachlosen mußte man zu diesem Zweck eigens aus dem Gefängnis holen. Selten hat mich eine Lesung so berührt, wie damals. Wie sehr ist man versucht, auf diese Randgruppen hinunterzusehen. Und doch sind Menschen dahinter. Wie schnell gerät man in so eine Lage!) Doch zurück zum Spektakel.

Glücklich gingen wir um 23.30 Uhr über die Nibelungenbrücke nach Hause. Meine Schwester schwor, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Es war ein großes Ereignis. „In Linz beginnts wirklich!“.

Eine Frage beschäftigt mich wirklich! Wo ist Alonso abgeblieben? Der war heuer nicht. Das ist ein Brasilianer, der in London lebt. Wir haben einen E-Mail-Briefwechsel geführt im heurigen Jahr. Muss ihm schreiben, was er sich dabei gedacht hat, nicht zu kommen! Im Februar war er ja in St. Anton und hat dort gesungen. Noch vor der Ski-WM.


PS.: Meiner Kollegin Bellinda hat es nicht gefallen. Bewaffnet mit einem Kind, das überall dort stehen bleiben wollte, wo sie nicht wollte, mit einem Heupferd, das sie sich gekauft hat irgendwo und dasziemlich sperrig war, mit ihrer nörgelnden Mutter, ihrem ungeduldigen Mann und 16 (!!!!) Luftballonen in der anderen Hand kämpfte sie sich durch die Massen. Da hatte es die Freifrau von und zu fun953 schon wesentlich leichter.


Vielleicht kriegt ihr auch Lust, zu Spektakel-Zeiten einmal nach Linz zu kommen? Es zahlt sich aus!

Action ist garantiert!


Lg Eure fun953

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
meinemiamaria

meinemiamaria

17.01.2013 18:15

Ich war schon in Linz, fand es dort sehr schön ! Deinen Bericht auch ! "BH" von und für Maria

biertschi

biertschi

22.02.2003 12:19

Ich bin auch schon sambatanzend über den Taubenmarkt gefegt, nur leider ist das jetzt schon drei Jahre her. Ich muß wieder mal hingehen. Irgendwie vergeß ich immer drauf, da ich im Sommer meist bei meinen Eltern im Garten bin.

jozeil

jozeil

17.06.2002 22:26

hallo ist eines der besten Events in Linz, welches ich kein Jahr versäume tschüß Jörg

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