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Prämierter Erfahrungsbericht

Linz wurde meine Stadt

5  04.06.2005

Pro:
Linz bietet sehr viel, Kultur, Bildung, gutes Essen und und

Kontra:
es müßte mehr Hotels geben

Empfehlenswert: Ja 

fun953

Über sich: Es gibt Lesende, es gibt Schreibende, ich gehöre eindeutig zu den Ersten. Liebe Grüße der Community ...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 192 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Heute möchte ich mich etwas näher mit meiner Heimatstadt befassen, die es wirklich Wert ist, dass man dies tut. Es ist dies Linz an der Donau, befindet sich in Österreich, genauer gesagt in Oberösterreich und ist die Landeshauptstadt.

Von Geburt an bin ich ja keine Linzerin, gebürtig im Hausruckviertel, in einem kleinen Ort, war ein richtig behütetes Landkind, immer unterwegs mit meiner Kindheitsclique, erdbeerstehlend etc., schmutzig, was das Zeug hielt. Es war eine glückliche Kindheit. Nun sollte ich das erste Mal alleine nach Linz in die Berufsschule. Da ich etwas unbeholfen war, hat mir meine Mutter die Nachbarin mitgegeben, die mit mir mit der Straßenbahn fuhr etc. Wenn ich dies jetzt so Revue passieren lasse, muss ich etwas lachen. Kein Jugendlicher ist heute mehr so unbeholfen. Komischerweise befindet sich diese Berufsschule keine 5 Meter von meinem jetzigen Wohndomizil entfernt. Damals war da noch die Hefefabrik und ich kann es mir noch gut vorstellen, wie es da ausschaute.
Inzwischen habe ich mich gut eingewöhnt und genieße die Vorteile einer Stadt.

Linz liegt an der Donau, 266 km über dem Meeresspiegel. Der Linzer Raum weist schon seit dem 4. Jahrtausend vor Christus eine Besiedlung auf. Die Römer waren auch hier und errichteten im 1. Jahrtausend nach Christus ein Castell namens Lentia.

Der Name Linz ist erstmals im Jahre 799 bezeugt. 1490 wurde Linz erstmals als Landeshauptstadt erwähnt. Von 1489 bis 1493 war Linz die Residenzstadt von Kaiser Friedrich III, der hier über das römisch-deutsche Reich herrschte.

Linz hat in etwa 188 000 EinwohnerInnen und ist somit die drittgrößte Stadt Österreichs. Durch Linz fließt die Donau.

Es ist Sitz von 4 Universitäten und einer Fachhochschule, nämlich der Johannes Kepler Universität mit der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, der Technisch Naturwissenschaftlichen Fakultät. Es gibt die Universität für Künstlerische und Industrielle Gestaltung, die Anton Bruckner-Privatuniversität (Musik),sowie die Katholisch-Theologische Privatuniversität. Es gibt auch die Fachhochschulstudienlehrgänge für Sozialarbeit, Medizintechnik, Soziale Dienstleistungen, Sozialmanagement und Verwaltungsmanagement. Ich schätze Linz auch deshalb sehr, weil man hier wirklich viel lernen kann. Es gibt auch andere Bildungseinrichtungen wie die Volkshochschule, das Berufsförderungsinstitut und das Wirtschaftsförderungsinstitut oder auch das Haus der Frau. Hier kann man wirklich quer durch alle Sparten fast alles Wissenswerte lernen oder mitmachen, Kochkurse besuchen, turnen gehen etc. Ich besuche gerade einen Englisch-Redekurs für Fortgeschrittene in der Volkshochschule und mache zusammen mit meiner Tochter die Berufsreifeprüfung in Englisch momentan. Ich tue es wirklich "just for fun", weil ich es beruflich kaum brauche. Habe ich alle 4 Teilgebiete durch, berechtigt es mich, an der Universität zu studieren. Ich finde es lustig, mit der eigenen Tochter die Schulbank zu drücken und mag es , wenn meine Gehirnwindungen gefordert werden. Dies zum Thema Bildung. Das Leben auf dem Land könnte mir dies niemals bieten.

Linz hat 268,50 ha öffentliche Grünanlagen.
Linz hatte früher den Ruf einer reinen Industriestadt, doch dieser Ruf hat sich stark gewandelt. Die Luftqualität war nicht die Beste, doch inzwischen ist die Luftqualität besser als die von Salzburg, Klagenfurt, Graz, Innsbruck. Ich brauche nur eine Ampel zu überqueren und bin schon direkt an der Donau, wo hier der Donauradweg vorbeiführt. Manchmal sitze ich bequem an einer Bank, schaue den Entlein und den Schwänen zu, lese ein Buch, oder ich benütze meine Nordic-Walking-Stöcke, dies aber eher selten, da faul. Linz ist so überschaubar und ich liebe diese meine Stadt.

Auch auf dem Kultursektor ist Linz nicht zu überbieten (höchstens noch von Wien natürlich und da lassen wir es uns ja gerne gefallen). Schon der österreichische Schauspieler Qualtinger prägte den Begriff: "In Linz beginnts!" Begannen doch einige österreichische SchauspielerInnen ihre Karriere am hiesigen Linzer Landestheater. Lediglich die Tochter einer Freundin von mir hat im Vorjahr gleich am Burgtheater in Wien angefangen, aber dies ist eher eine Ausnahme.

Es gibt eben hier das Landestheater mit 3 Spielstätten.,welches neu gebaut werden soll. Hier hat sich eine für Österreich beispielhafte Komödie oder eher ein Trauerspiel abgespielt. Es gab eine leidige Standortdiskussion, es gab schon Pläne für das Theater am Berg, das dann durch eine Volksbefragung auf Initiative einer Partei (welcher wohl?) wieder abgewürgt wurde. Nun hat man sich nach Jahren endlich für den Standort Blumau entschieden. Hier muss aber erst das Unfallsspital weichen, was demnächst geschehen wird.

Weiters befinden sich in Linz das Brucknerhaus, für Musikaufführungen etc., es gibt den Posthof, wo ich auch sehr gerne bin, Kabarett, Tanzveranstaltungen (www.posthof.at) und so allerhand.

Es gibt einige kleinere Theater und im Sommer reichlich Kulturinitiativen, Aufführungen des Linzer Theaterclubs beim Schlossmuseum zB und viele Konzerte in und rund um Linz. Hier muss allerdings das Wetter mitspielen. Weiters gibt es am Pöstlingberg, das ist der Linzer Ausflugsberg mit seiner Pöstlingbergkirche, im sogenannten Rosengarten im Sommer Aufführungen mit einem reichlichen Kulturprogramm. Da durfte ich zum Beispiel einmal Fritz Muliar, den österreichischen Schauspieler erleben. Als er mir vor der Lesung vor die Linse lief, hab ich ihn fotografiert, was ihm gar nicht gepasst hat. Er hat sofort eine Bemerkung zu mir gemacht und während der Lesung einen Fotoapparat gezückt, ins Publikum fotografiert und bemerkt, dass er sich nur revanchiere, weil ihn vor der Aufführung auch eine Dame ungefragt fotografiert habe. Er war richtig grantig dabei und hat mir es heimgezahlt. Er ist ein genialer Schauspieler, und wäre das Foto etwas geworden, hätte ich es ihm geschickt.
Das Brucknerhaus, wo viele Konzerte stattfinden, hat eine hervorragende Akustik, es liegt in Linz drüben an der Donau. Linz drüben deswegen, denn das andere Ufer, wo ich wohne ist Urfahr. Hier findet auch alle Jahre der traditionelle Urfahraner Jahrmarkt statt, immer im Herbst und im Frühling, ein Pflichttermin für mich und besonders für meine Tochter, die den schon mit der Muttermilch eingezogen hat. Ich bin auch noch als Hochschwangere mit dem Karussell gefahren, das hat ihr alles nichts ausgemacht. 10 Tage vor der Entbindung hab ich noch die Fahrschulprüfung bestanden! Später dann, als sie schon das Licht der Welt erblickt hatte, bin ich mit ihr jeden Tag zumindest einmal mit dem Windelmercedes durchgefahren, wo sie mit großen Kulleraugen das Treiben im Vergnügungspark und in den Hallen beobachtet hat. Sie ließe jedenfalls keinen Urfahranermarkt aus. Da fährt die Eisenbahn darüber.

Es gibt derartig viele Kulturinitiativen, das Chorfest am 11. 6. im Brucknerhaus, die Kidsparade am 25. 6. in der Innenstadt mit Spielfest und vom 21. bis 23. 7. dieses Jahres gibt es wieder das Linzer Pflasterspektakel. Hier treten Straßenmusikanten, Jongleure. Artisten, Clowns vor einem riesigen Publikum auf. Dieses Spektakel gibt es schon seit den späten 80er Jahren, wird von der Stadt gefördert, die Musikanten kriegen ein Quartier. Es ist einzigartig. Ich persönlich finde aber, dass viele Straßenmusikanten Linz in der Zeit vor und nach dem Spektakel etwas meiden, weil sie sowieso im Juli in Linz sind, was auch etwas schade ist. Auch hierhin habe ich Astrid immer im Windelmercedes zu den Musikanten hingerollert, jetzt brauch ich sie nirgends mehr hinrollern, sie ist erwachsen.

Im September und Oktober gibt es im Landesmuseum die Ausstellung "Scharf und nüchtern", Näheres hierzu ist bei www.landesmuseum.at zu erfragen, weil es hier im Rahmen meines Berichtes den Rahmen sprengt.

Da gehe ich auch immer hin: Vom 1. bis 3.9. gibt es wieder "Wein & Kunst" in der Linzer Altstadt, wo rund 60 Winzer edle Tropfen aus den berühmten österreichischen Weinbaugebieten kredenzen und wo Künstler ausstellen. Ich schau dabei immer, ob ein Illmitzer (meine bevorzugte Neusiedlerseegemeinde - Burgenland) dabei ist. Letztens war es der Winzer Gangl.

Dann gibt es heuer noch vom 1. - bis 6. 9. das Ars Electronica Festival. Höhepunkt des Festivals ist der Prix Ars Electronica. Näheres bei www.aec.at. Das Ars Eectronica Center ist ein digitales Museum gleich an der Donau in Urfahr.

Am 3./10/11.9. gibt es die Linzer Klangwolken im Donaupark. Am 3. 9. gibt es die visualisierte Klangwolke, eine multimediale Komposition visueller und akustischer Effekte. Am 10.9. gibt es die Kinderklangwolke und mit der klassischen Klangwolke wird das Brucknerfest eröffnet, welches 3 Wochen dauert. Es ist erhebend, wenn über ganz Linz mittels riesiger Lautsprecher die 9. Symphonie von Anton Bruckner zu hören ist. Während des Brucknerfestes kann man im Brucknerhaus (www.brucknerhaus.at) Konzerte vom Royal Philharmonic Orchestra, dem Philharmonischen Orchester Monte Carlo, der Staatskapelle Dresden sowie der Camerata Salzburg erleben.

Noch zu erwähnen sind, dass es in Linz viele Museen gibt, das Schlossmuseum zB, das Stadtmuseum Nordico und andere. Es sind insgesamt 12. Der Linz-Tourist kann hier eine Kombi-Museumskarte zum Preis von 12 Euro kaufen. Wenn zwei Erwachsene mit der Museumskarte ein Haus besuchen, haben die begleitenden Kinder bis zum 14. Lebensjahr freien Eintritt.

Weiters gibt es ein Linz City Ticket um € 20,--. Dies beinhaltet einen:
Restaurantgutschein im Wert von € 10,--, eine Berg- und Talfahrt mit der steilsten Schienenbergbahn Europas. Da oben kann man dann mit der Karte die Grottenbahn (für Kinder und Erwachsene unvergesslich) eine Fahrt durch die Zwergenwelt machen (die Linzer nennen es liebevoll "wir gehen Zwergerl Schnäuzen", den Linzer Tiergarten besuchen, der auf der Windflach ist, den Einritt in Linzer Museen, darunter Ars Elctronica Center, Landesgalerie und Schlossmuseum, Stadtrundfahrt mit dem Linz City Express, Eintritt in den Botanischen Garten der Stadt Linz, 20 % Ermäßigung für Donauschifffahrt Linz-Aschach-Linz.

Die Tourist Information Linz; die täglich geöffnet ist, ist am Linzer Hauptplatz. www.linz.at/tourismus.

Zu erwähnen wäre noch, dass Linz im Vorjahr einen neuen Bahnhof bekommen hat, der mir sehr, sehr gut gefällt. Es gibt jetzt sogar die Linzer Mini-U-Bahn, wo die Straßenbahn unter der Erde fährt. Es ist baulich noch so allerhand geplant. Es wird einen Wissensturm geben, das heißt, dass die Stadtbücherei und die Volkshochschule in ein Hochhaus nahe des Bahnhofes kommen. Da wird schon fleißig gebaut und ich freu mich drauf, ist doch die Bücherei so alt wie ich und gar nicht mehr behindertenfreundlich. Mit einem Rollstuhl (den ich ja Gott sei Dank nicht brauch) kommst Du gar nicht hinein. Es wird super, modern und mit Cafes etc. ausgestattet. Die Volkshochschule platzt auch aus allen Nähten. Meine Freundin, die ja jetzt in der alten Bücherei arbeitet, freut sich nicht, die hängt an dem alten Gemäuer. Ich nicht. Ich borg mir meine Bücher lieber in einem neueren, moderneren Rahmen aus. Weiters wird das Straßenbahnnetz ständig ausgebaut.

Linz hat viele nette Biergärten, Christkindlmärkte, gute Restaurants, Hotels.

Ich könnt ja noch so viel erzählen! Unbedingt erwähnenswert ist, dass Linz die Europäische Kulturhauptstadt im Jahre 2009 wird.
Auch darauf kann man sich freuen. Da wird sich so allerhand tun. Linz hat zwar viele Hotels, meines Erachtens müsste hier noch mehr geschehen. Vor allen Dingen bräuchte es mehr Hotels in der Drei-Sterne-Kategorie für das einfache Volk. An Stelle dessen wird von einem 5-Sterne Hotel geredet. Einfache Frühstückspensionen wären gefragt, wenn man mich fragte, aber es fragt mich ja keiner! *gg*

Linz hat auch viele Betriebe. Allen voran die Voest Alpine, wo das Linz-Donawitz-Verfahren (Stahl) erfunden wurde. Auch dieses Verfahren ist so alt wie ich! Ein guter Jahrgang halt!

Linz hat auch viele schöne Kirchen, allen voran der Neue Dom.

Ich bin mit Begeisterung Linzerin. Als ich hochschwanger mit Astrid ging, meinte meine Familie, ich solle doch mein Kind im Hausruckviertel auf die Welt bringen, worauf ich entgegnete: "Nichts, mein Kind wird ein Linzer!". Worauf meine Familie beleidigt reagierte: "Wir hoffen halt, dass Du sofort eine Stadtrundfahrt mit es machst!" Wenn ich an diese Situation denke, dann muss ich immer grinsen. Umso mehr, wenn ich an meine erste Fahrt nach Linz denke!

Und nun gebe ich Euch das Gedicht wieder, welches von mir stammt:

"Gehst Du mit?.....


Gehst Du mit?
Du gehst mit?
Mit mir?
Wie schön!

Was gibt es für verschiedene
Arten zu gehen ...
Wir könnten laufen, doch nein,
wir wollen ja genießen.
Wir könnten stattdessen schlendern,
plaudernd den nahenden Abend begrüßen.

Genießen wir die warme Sonne,
die extra noch für uns scheint,
genießen wir das leichte Lüfterl,
das jetzt für uns weht.

Da unten an der Donau,
ist noch sehr viel los.
Mücken tanzen um die Laternen.
Die Radfahrer radeln und klingeln.
Das reinste Klingelsurium.
Das reinste Mückentheater.......

Gehst Du mit?......
Du gehst mit! Mit mir!
Ich freue mich.
Das Bier im Biergarten
schmeckt dann doppelt so gut."


Es handelt, wie es sich unschwer erkennen lässt um einen Biergartenbesuch an der Donau.

Zum guten Abschluss möchte ich noch erwähnen, dass einige Daten aus der Internet homepage der Stadt Linz www.linz.at stammen.


Vielleicht schaut sich ja der eine oder der andere von Euch meine Stadt an.

Liebe Grüße
Eure fun


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
travelgirl

travelgirl

17.11.2013 10:40

Hier kommt das versprochene bh

travelgirl

travelgirl

13.11.2013 19:36

Hier muss ich zum Bewerten noch einmal wiederkomen

RIESENFUSS

RIESENFUSS

14.02.2013 02:06

Grats zum Brilli, Österreich reizt mich weniger. Ciao Thorsten

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