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Linz - Pöstlingberg

5  12.12.2001

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Empfehlenswert: Ja 

Karina_r_s_

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Mitglied seit:02.10.2001

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 34 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo liebe Ciaoler!

So da ist er wieder - mein Bericht über meine Heimatstadt Linz. *freu* Ich hoffe er ist jetzt in der richtigen Kategorie. ;-) Vielen Dank an alle, die mir geholfen haben, meinen Bericht wiederzubekommen!!! Ihr seit echt super!!!

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Ich möchte Euch heute mal über meine Geburtsstadt berichten: Linz an der Donau und hier im Speziellen über den Stadtteil in dem ich meine Kindheit verbracht und auch dannach langere Zeit gewohnt habe: Urfahr und der Pöstlingberg.

Zur Zeit lebe ich in einem Vorort von Linz, in Asten, aber ich bin gebührtige Linzerin und sehr stolz darauf.

Zuerst allgemeines über Linz
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Linz ist die Hauptstadt des Österreichischen Bundeslandes Oberösterreich. Die meisten kennen Linz gar nicht und wenn doch jemand weiß, daß es Linz gibt, dann kennt er die Stadt als Industrie-Stadt, eventuell ist noch das Brucknerhaus und das Ars Electronica Festival bekannt. Aber Linz hat mehr zu bieten als nur die Voest Alpine Stahlwerke und die Chemie bzw. Anton Bruckner und das Kulurfestival, nämlich vor allem den Pöstlingberg und von dem möchte ich Euch heute erzählen.

(1) Wo liegt Linz?
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Linz liegt in 266 Meter Seehöhe an der Donau, ca. 80 km östlich von Passau und ca. 180 km westlich von Wien und ist - wie schon erwähnt die Landeshauptstadt von Oberösterreich. Obwohl Linz eigentlich fast niemand kennt ist es die drittgrößte Stadt Österreichs. Oberösterreich teilt sich in vier Viertel: das Mühlviertel, das Innviertel, das Hausruckviertel und das Traunviertel. Linz liegt da eigentlich fast Mitten drinn, denn Linz selbst befindet sich in 3 der 4 Viertel. Der Norden von Linz, ober der Donau, liegt im Mühlviertel. Dieser Teil der Stadt, in dem auch der Pöstlingberg liegt, wird Urfahr genannt. Im Südosten liegt Linz im Traunviertel und der süd- und südwestliche Teil befindet sich im Hausruckviertel. So ist Linz im Donautal eingebettet und die Landschaft der Stadt eigentlich ziemlich flach, jedoch wird es runherum von Hügeln umgeben.

(2) Geschichtliches über Linz
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Im Raum Linz läßt sich bereits seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. Eine kontinuierliche Besiedlung aufweise.

Die römische Bezeichnung von Linz ist Lentia. Das leitet sich von der keltischen Wurzel *lentos = biegsam, gekrümmt her. Damit könnte man den Namen Linz als Siedlung an der Biegung des Flusses (Donau) zu deuten, was mit den lagemäßigen Gegebenheiten übereinstimmt. Denn durch das Zurückweichen des Kristallins zwischen Kürnberg - Pöstlingberg und Pfenningberg wird eine Bucht gebildet, in welcher die Donau einen nach Norden gerichteten Halbkreis beschreibt.

Der Name Linz ist gemeinsam mit der Martinskirche erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 799 bezeugt.
1490 wurde Linz erstmals als Landeshauptstadt von "Österreich ob der Enns" bezeichnet.

Von 1489 bis 1493 war die Stadt die Residenz von Kaiser Friedrich III., der von hier aus über das römisch-deutsche Reich herrschte.

Bis in das 20. Jahrhundert war Linz eine Provinzstadt mit einer von Klein- und Mittelbetrieben geprägten Wirtschaftsstruktur. Wichtig für die Stadtentwicklung war der Salzhandel auf überregional bedeutenden Jahrmärkten und die vor allem im 18. Jahrhundert blühende Textilindustrie. Salz wurde und wird bis heute aus den Salinen in Hallstadt gewonnen.

1672 wurde in Linz die erste Textilfabrik Österreichs errichtet.

Nach 1945 machten sich die demokratischen Politiker daran, aus den Trümmern der einstigen "Führerstadt" - hier sei ein eher unrühmliches Kapitel erwähnt, nämlich daß Linz-Leonding ein Stadtteil von Linz, der Geburtsort Hilters war - eine moderne Industrie- und Kulturstadt aufzubauen. Heute ist Linz das zweitgrößte Wirtschaftszentrum Österreichs. Betriebe von Weltruf, wie der wohl bekannteste - die Voest Alpine Stahlwerke - finden ebenso internationale Beachtung wie die kulturellen Großereignisse Ars Electronica und Brucknerfest. Als "Friedensstadt" ist Linz bereit, jeglicher Art von aggressivem Extremismus gegenzusteuern.

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Der Pöstlingberg

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Er ist das Wahrzeichen von Linz - der Pöstlingberg mit der Pöstlingbergkirche. Dort hab ich in meiner Kindheit gewohnt und er ist wahrlich einer der schönsten Regionen von Linz. Mit seinen 537 Metern über dem Meeresspiegel ist für den Pöstlingberg die Bezeichnung "Berg" fast etwas übertrieben. Der Pöstling"hügel" wird von den Linzern liebevoll als "Akropolis von Linz" genannt. Oben am Pöstlingberg gibt es einen Rundweg, der von der Bergstation der Pöstlingbergbahn über die Aussichtplatzform, an diversen Lokalitäten vorbei zur Grottenbahn und rund um den Rehgraben zurück wieder zur Bergstation führt.

(1) Die Pöstlingbergkirche
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Am Pöstlingberg befindet sich die Wahlfahrtsbasilika "Sieben Schmerzen Mariä". Sie wurde 1748 fertiggestellt. Mitte des vorigen Jahrunderts geriet ein Kirchenturm in Brand und stürze in sich zu sammen wurde aber gleich wieder aufgebaut. Das verkohlte Kreuz des Trums kann man im kleinen "Museum" in der Kirche bestaunen. Ebenfalls in diesem Museum befindet sich ein "Gästbuch". Ich weis nicht wie lange es schon geführt wird, aber ich hab als Kind schon gern darin gelesen und ab und an auch mal etwas hineingeschrieben.

(2) Die Pöstlingbergbahn
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Wie kommt man nun auf den Pöstlingberg? Es führt zwar auch eine mittlerweile sehr gut ausgebaute Straße hinauf, aber am urigsten ist es immer noch mit der Pöstlingbergbahn.

Die Fachleute waren damals sehr skeptisch, als man mit dem Bau begann. Nun fährt seit 1898 die steilste Adhäsionsbahn Europas - eingetragen im Guiness-Buch der Rekorde - von der Talstation im Stadtteil Urfahr auf den Linzer Pöstlingberg. Sie überwindet auf einer 2,9 km langen Strecke einen Höhenunterschied von 225 m in 16 Minuten. Alle 20 Minuten "erklimmt" die nostalgische Bahn, die im Sommer heute nur mehr auf Anfrage noch mit alten offenen Wagen durch die Gartenlandschaft rollt, auf den 537 m hohen Pöstlingberg, den Hausberg der Linzer.

Was die Bahn leider nicht mehr hat, sind Schaffner. Als ich noch Kind war, ging bei Antritt der Fahrt immer der Schaffner mit einer uralten Kassentasche durch, bzw. kletterte im Sommer bei den offenen Wagen außen rund um die Bahn. Diese Tradition ist der modernisierung und auch dem Mangel an Personal zum Opfer gefallen und so gibt es an allen Haltestationen nun Fahrscheinautomaten. Sehenswert ist die Tal und die Bergstation, die immer noch im Orginal erhalten ist. Die Bergstation ist in einem der alten Bestigungstürme, die entlang der Stadtmauer von Linz verteilt waren und von denen nur mehr wenige erhalten sind, untergebracht.

(3) Der Kreuzweg
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Und wer eine gute Kondition hat kann auch über den Kreuzweg auf den Pöstlingberg gelangen. Dieser ist fast durchgehend sehr steil führt vom Petrinum weg direkt bis unter die Aussichtsplattform. Entlang des Kreuzweges befindensich Materl in denen die Stationen des Leidensweges Christi abgebildet sind.

(4) Die Mayerwiese
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Der Kreuzweg selbst liegt direkt am Rande der sogenannten "Mayrwiese". Die ist deswegen erwähnenswert, da sich Linz mit der Mayrwiese schon mal als Austragungsort für einen Weltcup-Slalom beworben hat. Linz hat den Zuschlag leider nicht bekommen, vielleicht deswegen, weil wir gerade nach der Bewerbung mehrere Jahre unter aktuem Schneemangel gelitten haben.

Die Linzer und vor allem die Pöstlingberger hätten die Austragung des Saloms sehr begrüßt, denn die Mayrwiese ist im Winter eine beliebte Rodelwiese und so manche Linzer, so wie ich sind hier auch das erste Mal auf Schiern gestanden. Durch die Austragung des Slaloms hätter wir die Chance auf einen Schilift bekommen ... naja war leider nichts.

Ein kleiner Tip:
Sollte jemand von Euch im mal im Winter nach Linz kommen und genügend Schnee liegen, dann solltet Ihr unbedingt die Rodel mit auf den Pöstlingberg nehmen (die Bergbahn bietet zu diesem Zweck außen Befestigungsmöglichkeiten), denn die Mayrwiese runterzurodeln ist durch ihre Länge von ca. 2 km und ihre Lage, ein einmaliges Erlebnis. Man kann von ganz oben (der Bergstation der Pöstlingbergbahn) dirket bis fast zur nächsten Bushaltestelle im Tal in einem durchfahren. Das letzte Stück ist ein Hohlweg durch den Wald und die Fahrt endet beim Petrinum.

(5) Die Grottenbahn
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Auch die Grottenbahn befindet sich wie auch die Bergstation der Pöstlingbergbahn in einem Befestigungsturm. Man fährt zuerst mit dem Tatzelwurm durch das Reich der Zwerge und kann dann im Keller durch einen alten Marktplatz, mit beleuchteten Häusern, Marktstandln und alten "Geschäften" spazieren, in dessen Seitengassen die bekanntesten Märchen nachgestellt sind. Für Kinder ein absolutes Erlebnis. Da ich ja in meiner Kindheit nur ca. 10 Minuten Fußweg von der Grottenbahn entfernt gewohnt habe, war ich im Sommer oft mehr als nur einmal am Tag dort. Im Winter ist die Grottenbahn geschlossen nur zur Weihnachtszeit wird sie für einige Tage geöffnet, um zwischen Zwergen und Märchen einen teil des Pöstlingberger Adventmarkt darin unterzubringen oder sonstige Veranstalltungen durchzuführen.

Auch zur Grottenbahn gibt es eine kleine Anektote: Michael Jackson wollte sich die Grottenbahn kaufen, abtragen lassen und bei sich zuhause wieder aufbauen lassen. Linz hat sich jedoch dagegen ausgesprochen und so blieb die Grottenbahn zum Glück da, wo sie hingehört: nach Linz auf den Pöstlingberg.

(6) Der Linzer Tiergarten
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Auf halber Höhe des Pöstlingbergs befindet sich der Linzer Tiergarten. über 800 Tiere laden zum Ausflug in die heimische und exotische Faunawelt. Vor ein paar Jahren wurde der Tiergarten umgebaut und nun ist der Zoo sehr schön angelegt mit großen Gehegen, Freianlagen, Süß- und Salzwasser-Aquarien, Terrarien und Volieren in denen man Säugetiere (Lamas, Zwergrinder, Schafe, Ziegen,...), Vögel (Papageien, Prachtfinken,...) und Reptilien (Krokodile, Leguane, Schlangen,...) hautnah bewundern kann.

Der Umbau galt als großes Resozialisierungsprojekt, da er von Häftlingen des Linzer Gefängnisses durchgeführt wurde. Und ich kann nur sagen, es ist wirklich schön geworden.

(7) Das Paradies für leidenschaftliche Spaziergänger
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Wer gerne leichte Wanderungen und Spaziergänge macht sollte mal hinter dem Pöstlingberg etwas ins Mühlviertel hineinwandern. Ich bin dort früher als Kind mit meinem Hund oft Stunden unterwegs gewesen. Schon die nähere Umgebung hinter dem Pöstlingberg birgt schöne Spaziergänge und leicht zu gehende Wege. Die Landschaft dahinter bietet mehrere kleinere Hügel, die es zu erklimmen gilt und die immer wieder eine tolle Aussicht auf Linz und das Donautal bieten. Wer gut zu Fuß ist kann bis nach Grammastetten auf Grammastettner-Krapferl wandern, bis Lichtenberg und weiter auf die Giss gehen und sich dort eine noch eine Ehrenrunde um den Fernsehturm drehen. Oder die Eidenberger Alm besuchen.

Von kurzen Spaziergängen bis mehrstündige Wanderungen, bei denen man immer wieder an Jausenstationen und urigen Wirtshäusern vorbeikommt ist alles drinnen. Die Landschaft hat nicht nur aufgrund der Aussicht auf Linz und das Donautal hier einiges zu bieten und ich hoffe, daß diese Empfehlung nicht nur ein Geheimtip bleibt.

Nähere Informationen
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Wer noch mehr über Linz und Oberösterreich erfahren möchte kann dies unter

http://www.linz.at/
http://www.oberoesterreich.at/

Auch das jetzt renovierte Pöstlingbergschlössel hat eine eigene Homepage und zwar unter

http://www.poestlingberg.at/

Die Grottenbahn wird von der Linzer ESG betrieben und ist zu finden unter

http://www.grottenbahn.at/

Fazit
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Der Pöstlingberg hat für die ganze Familie etwas zu bieten und wenn Ihr schon mal da seit könnte ihr auch gleich einen "Abstecher" direkt nach Linz machen und auch die Musien (z.B. das Schloßmuseum und das Ars Electronika Museum) ansehen oder die Akadenhöfe und die Altstadt besuchen. Und es gibt noch ein Motto, das seit Jahren unter den Linzern kursiert: "In Linz beginnt's" ...

... in diesem Sinne.
Liebe Grüße
Karina

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
dermark

dermark

23.02.2002 05:55

Toller Bericht! Hast Dir Mühe gemacht...gute Details. Respect!) mfg dermark

Sokrates78

Sokrates78

14.12.2001 01:07

Gratuliere zu Phase LILA! :-))) lg, Soki ... PS: Wie gehts denn immer so?

half.alien

half.alien

13.12.2001 10:56

Ich freue mich, daß Du den Bericht noch retten konntest! ;-) Hat sich doch gelohnt, oder? Liebe Grüße, half alien

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