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Erfahrungsbericht

für Lima
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5 Sterne Lima - Die Stadt der Wüste
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Empfehlenswert: Ja

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Kontra Armut...

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Tschu195 Seit 31 Jul 2008

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  • 31.07.2008

    Lima - Die Stadt der Wüste

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Lima Peru, 1998 - 2000

Als erstes möchte ich erwähnen, dass dieser Bericht nicht von einem Touristen, sondern von einem "Einheimischen" stammt. Ich habe dort 2 Jahre lang gelebt (meine Mutter kommt aus Peru) und unglaubliche neue und wertvolle Erfahrungen sammeln können. Mein Bericht wird sich hauptsächlich um meine Erfahrungen über die Stadt Lima drehen:

Als 8 Jähriger kleiner Bursche kam ich also 1998 in Lima, Peru an. Alles war neu für mich, irgendwie war es nicht so wie in der Schweiz. Alles so chaotisch, alles so gross, alles so unübersichtlich, alles so unbekannt für mich. Bisher kannte ich nur die schöne, grüne, sichere Schweiz, wie sich herausstellte war Peru völlig anders. Anfangs konnten wir im Hotel (Sol de Oro, sehr gutes 5 Stern Hotel, Stadtviertel Miraflores) meines Grossvaters wohnen. Meine Grosseltern wohnten in San Isidro, einem relativ sicheren und schönen Viertel.

Ich besuchte die 3. Klasse der Humboldt-Schule (deutsche Privatschule). Eine öffentliche Schule wäre zu gefährlich und auch nicht sinnvoll gewesen, da dort die Lehrer nicht genügend ausgebildet sind. Zur Schule wurde ich immer gebracht und auch abgeholt. Uniformen musste ich keine Anziehen. Meine meisten Mitschüler waren keine richtige Peruaner, sondern mehrheitlich deutsche welche hier leben. Die Schulzeit dort genoss ich so richtig. Auch wenn ich erst 8-9 Jahre alt war, war es dort normal dass jede Woche Partys in einer der Häuser meiner Klassenkameraden stattfanden. Mit der Schule machten wir mehrere schöne Ausflüge (an Strände und andere Orte welche mir nicht mehr bekannt sind). Des Weiteren wurden auch viele Wettbewerbe mit anderen Schulen veranstaltet, wie zum Beispiel ein Schwimmrennen oder Singcontest.

In der Schweiz spielte ich Fussball in einem Fussballclub, umso mehr war ich froh als ich mich im Fussballkurs, einer der vielen Nachmittagskurse dort, anmelden konnte. Den "Znüni" nahm man in einer sogenannten "lonchera" (eine kleine gekühlte Box, welche jeder Schüler der Schule sein Pausenbrot mitnahm) mit. Die Schulnoten unterschieden sich auch zum Schweizer Schulsystem: Hier gingen die Noten von 1 bis 20. Da ich die Noten nie genau interpretieren konnte, sagte mir meine Mutter immer, dass ich mit einer Note von 16 und aufwärts, zufrieden sein könnte. Als einziger der Schule hatte ich eine Schultasche mit einem Kuhfell (von der Schweiz mitgenommen, dort war dies "in"), so wurde mir beim Ausgang der Schule immer wieder "Vaca avanca" (Kuh mach vorwärts) nachgerufen: ).

Spanisch sprach ich sehr flüssig: Verständlich, überall und mit jedem sprach ich diese Sprache.

Nach einiger Zeit wechselten wir unseren Wohnstandort in das Stadtviertel "La Molina". Dort wohnten wir in einer kleinen, aber hübschen Wohnung.

Grundsätzlich kann ich sagen dass ich mit dem Leben dort zufrieden war. Die Leute waren super nett, freundlich und hilfsbereit, auch wenn die meisten Peruaner arm sind: Bei jedem Stopp unseres Autos kamen irgendwelche Kinder welche die Autoscheiben oder sonst was putzen wollten. Die Armut ist im Alltag ganz klar eingebunden, überall wird man mit dieser konfrontiert.

Es gibt sehr viele schöne Gegenden in Lima, auch an Restaurants und Vergnügungsmöglichkeiten (zum Beispiel Jockey Placa, mit Kinos, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants etc.) fehlt es nicht.

Das Essen in Peru empfand ich als sehr lecker. Bei meiner Grossmutter ass ich meistens "lomo ala pobre": Ein saftiges Stuck Fleisch (man kann auch Fisch verwenden), Reis, gebratene Bananen und Spiegeleier. Lieblingsessen der Peruaner: Reis und Huhn. Auf den Strassen an kleinen Verkaufsläden würde ich nichts (warmes) essen, es sei denn man möchte Bauchschmerzen oder andere kleinere Krankheiten: Es ist halt einfach so, dass Europäer an solche Gerichte auf den Strassen nicht gewohnt sind (Viele Bakterien etc.).

Das Essen selber kauften wir in "Wong", einem grossen Einkaufsladen, ein. Ich war immer wieder überrascht wie viel Spektakel ein solches Einkaufszentrum bot: Es wurde wirklich viel Essen zum probieren angeboten. Also wer Hunger hat soll einfach in einen "Wong" rein und dort die Degustationen annehmen und seinen Hunger stillen. Zudem gibt es immer wieder verschiedene Shows mit Animationen und allem drum und dran in diesen Einkaufsläden.

In Lima hat es viele Fastfoodketten und andere Restaurants welche die USA auch hat (Pizza Hut, KFC, Mac, Burger King).

Wenn ich Schuhe oder Spielsachen einkaufen wollte ging ich in einen grossen Schwarzmark (Name nicht mehr bekannt): Dort gab es wirklich alles und dies vor allem zu einem verdammt guten Preis. Also einfach jemand anhauen und ihn nach dem "bekannten" Schwarzmarkt fragen, gibt wirklich tolle Sachen dort.

Oft verbrachte ich die Zeit im Club "Suizo" (Schweizer Club). Eine Anlage mit einem Restaurant, Tennis-, Fussball- Squashplätze, Swimming Pool, etc. Besser gefiel mir aber der Club "Regata" (bei dem mein Grossvater socio (Mitglied) ist), dieser ist viel grösser als der Schweizer Club und ist gleich am Strand gelegen.

Der Verkehr in Lima fand ich als kleiner Junge sehr witzig: Jeder fuhr wie er wollte, Regeln gab es keine, ein richtiges Abenteuer! Jeder hat die Autoscheibe unten und staucht die anderen Autofahrer zusammen. Spanische Fluchwörter lernte ich also auf den Strassen von Lima. Ach ja, sollte euch einmal ein Polizist wegen etwas anhalten: Gibt ihm einige Dollars und ihr könnt problemlos weiterfahren.

Auch zu erwähnen ist, dass Lima gefährlich ist. Selbst wir (als "Einheimische") wurden zwei Mal wirklich bedroht (Mit einer Gabel) und einige Male ausgeraubt. Es gilt hier also (besonders für Touristen) die (un)bekannten Sicherheitsregeln zu befolgen: Keine Wertsachen mitnehmen wenn man weg geht, Situation immer gut beobachten, nachts möglichst nicht zu Fuss unterwegs sein (an unsicheren Orten). Am besten ist es natürlich, wenn man jemand in Lima kennt, welcher dir sagen kann welche Viertel man meiden sollte, denn sollte man mit dem Auto in eine "falsche" Gegend verkehren, ist es den Kriminellen egal ob du im Auto bist oder nicht und die Autoscheibe wird mit Steinen beschossen, steigen dann so in dein Auto und klauen alles (Ist uns passiert).

Ob man den Armen Geld und/oder Essen geben möchte, ist jedem selbst überlassen. Wir aufjedenfall gaben immer wieder ab und zu den Kindern ein paar Monedas (Münzen). Des Weiteren gibt mein Grossvater schon seit Jahren einer Gruppe von Männern Brot, damit diese überleben können.

Zum Wetter muss ich sagen, dass es immer warm war. Regen habe ich dort nie gesehen auch im Winter nicht (Es soll ja in Lima einmal in 5 Jahren einmal regnen)

Ich empfehle also jedem, einmal Lima zu besuchen und sich selber ein Bild davon zu machen, was ich euch erzähle.

So, natürlich könnte ich noch viel, viel, viel mehr zu dieser Stadt und über meine Erfahrungen schreiben, trotzdem mache ich hier einmal einen Schlussstrich, der Text soll angenehm zu lesen sein und nicht unnötig zig Seiten beinhalten. In diesem Sinne: Aufwiedersehen, Adios.

PS: Über eine (positive) Bewertung würde ich mehr sehr freuen, ich bedanke mich jetzt schon.

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Kommentare

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  • jockel2001 08.05.2011 06:43
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Brandung 11.02.2009 20:39
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Sexy_Pussy_Deluxe 24.08.2008 05:59
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • sweety179 21.08.2008 13:55
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • jansdarling2002 19.08.2008 04:05
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Na das sieht schon erheblich besser aus, für die Überarbeitung und auch das du Bescheid gesagt hast komme ich doch gerne wieder und belohne mit einem SH, lg C

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