Lesotho, Wissenswertes

Erfahrungsbericht über

Lesotho, Wissenswertes

Gesamtbewertung (22): Gesamtbewertung Lesotho, Wissenswertes

 

Alle Lesotho, Wissenswertes Testberichte

 Eigenen Erfahrungsbericht schreiben


 


Interview mit einem Medizinmann

5  04.01.2000

Pro:
ein ehrlicher Mensch

Kontra:
schwer zu erreichen

Empfehlenswert: Ja 

thaba

Über sich:

Mitglied seit:02.01.2000

Erfahrungsberichte:60

Diesen Bericht empfehlen auf Google+
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 1 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wegen meines laienhaften Interesses an alternativer Medizin, habe ich an einem Vortrag eines traditionellen Heilers teilgenommen. Der Vortrag über Krebs, "Aids", Geisteskrankheiten, Moderne Medizin und andere Sachthemen, sowie die freundliche und bescheidene Art dieses Herrn haben mich so beeindruckt, daß ich ihn ein paar Wochen später in seinem "Health Center" in den Maluti Bergen aufgesucht habe, und mich mit ihm persönlich unterhalten habe.
Herr Dr. John L. Molete stammt von den San ( Buschmänner ) aus der Kalahari ab, er ist Bürger von Lesotho. Sein Eintreten für den Erhalt der traditionellen Kräutermedizin hat ihm, über die Grenzen von Lesotho hinaus, im Südl. Afrika einigen Bekanntheitsgrad eingebracht. Er ist vom Gesundheitsministerium von Lesotho als eingetragener Privatarzt registriert, berät aber auch Ärzte und Patienten in staatlichen Krankenhäusern, hält gelegentlich Vorträge an der Universität von Lesotho, und versucht eine Zusammenarbeit zwischen seiner Medizin und der Schulmedizin zu ermöglichen, um von beiden Praktiken das Beste zu erhalten.
Als ich Herrn Molete besuchte, war er gerade dabei, mit der Schaufel gegen die schlimmen Erosionsschäden auf seinem Land anzuschaufeln. Nebenbei ist er Landwirt und Allroundhandwerker, er hält körperliche Arbeit für genauso wichtig wie seine Tätigkeit als Doktor. Sein "Health Center" ist nun etwas ganz anderes was man sich sonst so unter einem Gesundheitszentrum vorstellt. Alles schlicht und einfach, außer landwirtschaftlichen Geräten keine Apparate zu sehen, und wenn nicht die Kräuter auf dem Boden zum trockenen liegen würden, nichts würde auf ein Gesundheitszentrum hinweisen. Sein Wohnzimmer ist sein Behandlungszimmer.
Frage: Hat Ihr jahrelanges Bemühen um eine Zusammenarbeit zwischen Ihrer Medizin und der Schulmedizin Erfolg?
Antw.: Teilweise. Es gibt Fälle in denen Schulmediziner ihre hoffnungslosen Fälle an traditionelle Heiler überwiesen haben, und umgekehrt haben wir auch Patienten in staatliche Krankenhäuser geschickt. Es ist schon ein Fortschritt, wenn der gute Wille zur Zusammenarbeit da ist und nicht gegeneinander gearbeitet wird.
F.: Wie sollte die Zukunft dieser Zusammenarbeit aussehen und welche Rolle sollten die traditionellen Heiler spielen?
A.: Sie sollen ihre wichtige Rolle behalten, sie sollen sich nicht in den Hintergrund drängen lassen, denn unsere Medizin ist das Rückgrat der Nation.
Wie lange gibt?s es denn schon die moderne Krankenhausmedizin? Moderne Krankenhausärzte haben nichts neues. Krankenhäuser mögen neu sein, aber Heilen ist eine alte Geschichte. Sowohl traditionelle Doktoren als auch Krankenhausärzte sind mit Heilen beschäftigt. Demnach ist eine Zusammenarbeit möglich, es muß nur der gute Wille dafür vorhanden sein.
F.: Wie ist Ihre Einstellung zur modernen Krankenhausmedizin?
A.: Positiv. Wir haben einiges was wir dazu beitragen können.
F.: Es herrscht so die allgemeine Meinung, daß traditionelle Heiler Geheimniskrämer sind, was ihre Diagnose und Arbeitsweise betrifft. Stimmt das?
A.: Das stimmt nicht. Es trifft eher auf moderne Krankenhausärzte zu.
Die traditionelle Medizin ist keine auf eine Person bezogene Sache, in der die Familie des Patienten nicht mit beteiligt ist. Das ganze ist kein Geheimnis. Unser Wissen wird von Generation zu Generation weitergegeben
Die moderne Medizin hingegen ist sehr Personen- und Gerätebezogen. Es dreht sich mehr um den Arzt und seine Geräte als um den Patienten, der oft über die Art seiner Behandlung nicht aufgeklärt wird.
F.: Können Sie mir verraten, wie Sie ihre Diagnosen stellen?
A.: Dafür habe ich verschiedene Wege. Ich kann mit meinen Augen sehen, ich kann durch Berühren sehen, und einfach durch Gefühl. Aber grundsätzlich, die Fähigkeit zur Diagnose ist ein Geschenk. Es ist ein Geschenk Gottes und meiner Vorfahren. Mein Wissen um die Kräuter und um traditionelle Medizin ist ebenfalls eine Gottesgabe, welche später durch meine Eltern bereichert wurde. Ich bin mit diesem Wissen aufgewachsen und ich habe anderen geholfen damit großzuwerden. Ich helfe sowohl Familien als auch Völkern mit dieser Gabe.
F.: In Ihrem Vortrag haben Sie behauptet, Sie können, unter anderem, Krebs und Aids heilen. Wollen Sie das bitte etwas näher erklären.
A.: Mit meiner traditionellen Medizin, also mit Kräutern, Wurzeln, Rinde und Feldfrüchten kann ich jede Art von Krebs heilen, hauptsächlich Gebärmutterkrebs, Brustkrebs, eben Krebs im allgemeinen. Die Heilmethoden in den Kliniken sind diesbezüglich meist Fehlschläge. Außerdem kann ich folgende Krankheiten heilen: Geschlechtskrankheiten(in Lesotho sehr verbreitet), Nasenbluten, Anfälle aller Art, Geisteskrankheiten, Bluthochdruck, Magengeschwüre, Sodbrennen, Cholera, Unfruchtbarkeit und noch viele andere Krankheiten. Ich kann sie nicht alle aufzählen.
Und zu Aids, die traditionelle Medizin hilft genauso wie bei Krebs. Außerdem scheint das so neu nicht zu sein, solche und ähnliche Symptome hat es in Lesotho schon früher gegeben.
F.: Können Sie noch etwas genauer erklären wie Ihre Medizin wirkt?
A.: Die traditionelle Medizin befreit den ganzen Körper von Keimen und Viren ohne Nebeneffekte. Moderne Ärzte hingegen benutzen Medikamente, die den Virus nicht ganz ausrotten und schlimme Nebeneffekte haben.
Zum Beispiel wenn zu viel Penicillin verabreicht wird (sehr beliebt in Lesotho), dann tötet das viele Zellen im Körper ab und beeinträchtigt auch die Gehirnzellen. Und es weitet die Fortpflanzungsorgane der Frau in schädlicher Weise. In unserer traditionellen Medizin haben wir Mittel, die den Körper eines Mannes säubern und andere, die den Körper einer Frau säubern.
Ich kann nur den Namen einiger Mittel in Sesotho nennen, z.B."lediba" oder "mahorometso", dafür kenne ich keine Übersetzung. Diese Medizin säubert den Körper, rottet die Krankheit von der Wurzel her aus. Wir brauchen nichts herauszuschneiden oder zu amputieren, die Organe und Glieder werden von der Medizin geheilt. Dafür habe ich Beispiele genug.( er zeigt ein paar Fotos von offenen Beinen, schlimm aussehenden Geschwulsten, nach dem Motto, vorher - nachher)
F.: Sie verabreichen nicht nur Heilgetränke, sondern ritzen auch die Haut auf und legen die traditionellen Mittel darunter. Wie wirkt das?
A.: Das wirkt wie eine Impfung.
F.: Wirkt ihre traditionelle Medizin nur bei Afrikanern oder könnte ich mich im Bedarfsfalle auch von Ihnen behandeln lassen?
A.: Unsere Mittel machen keinen Unterschied zwischen schwarzer oder weißer Haut. Ich bin kein Zauberer, das hat nichts mit Hexerei zu tun, auch wenn ich oft in meinem traditionellem Aufzug arbeite. Das gehört einfach zu mir, das bin ich so von meinen Vorfahren gewöhnt
F.: Wie wird man traditioneller Heiler?
A.: Entweder er lernt von klein auf von seinen Eltern und Großeltern, oder er macht eine Lehre von sieben Jahren bei einem anerkanntem Heiler. Wenn Sie die Zeit aufbringen, können Sie gleich hierbleiben.
Wenn Sie nicht so viel Zeit haben, kann ich Ihnen die Anfänge in drei Tagen, drei Wochen oder auch in drei Monaten nahebringen.
F.: Was würde so ein Kurs oder eine Behandlung kosten?
A.: Ich weiß es nicht. Eine reiche Person sollte mehr bezahlen als eine mit wenig Geld. Sehen Sie, Lesotho ist ein armes Land, wir, meine Familie(er ist mit drei Frauen verheiratet, eine 120jährige Tante lebt mit ihnen) sind, vom materiellem her gesehen, arme Leute. Vor ein paar Jahren habe ich westlichen Medizinern die ?Teufelskralle" aus der Kahlahari bekannt gemacht. Dieser Gesundheitstee wird nun in Europa und Amerika vermarktet. Das Geschäft machen andere, ich habe nicht einen Cent dafür gesehen.
Alle Menschen sollen von unseren Mitteln profitieren, ich mache kein Geheimnis daraus, aber ich möchte mich und unser Land nicht von Geschäftemachern ausbeuten lassen.
F.: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Doktor aus?
A.: Er sollte sich um den Zustand seines Patienten sorgen. Er sollte ihn nicht nur fragen, wo dran er leidet und dann Geld verlangen. Er muß den Patienten verstehen lernen, sehen, in welchem Zustand er ist, ob er Sorgen hat, ob er fröhlich ist. Mit dem Patienten reden, über viele Dinge, das hilft, den Patienten im ganzen zu sehen, das hilft, die Krankheit besser zu erkennen an der er leidet.
Falls Sie Interesse daran haben, Herrn Molete kennenzulernen, setzen Sie sich mit mir in Verbindung. bernie

Diesen Bericht empfehlen auf Google+
Sponsoren-Links
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Bericht!

max. 2000 Zeichen

Kommentar abschicken


Mehr über dieses Produkt lesen
Lesotho, Wissenswertes - Testbericht von thaba Jahreszeiten
  sehr hilfreich
Lesotho, Wissenswertes - Testbericht von thaba Jahreszeiten
  sehr hilfreich
Lesotho, Wissenswertes - Testbericht von thaba Sicherheit
  sehr hilfreich
Lesotho, Wissenswertes - Testbericht von thaba Moshoeshoe I
  sehr hilfreich
Lesotho, Wissenswertes - Testbericht von thaba Sitten & Gebräuche
  hilfreich
Alle Erfahrungsberichte anzeigen
Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 1340 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (100%):
  1. rostro
  2. moviemaster

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.