Lesotho, Wissenswertes

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Königliche Hochzeit I

5  25.02.2000

Pro:
viel Tradition, altes Afrika

Kontra:
nix

Empfehlenswert: Ja 

bernie

Über sich:

Mitglied seit:17.11.1999

Erfahrungsberichte:33

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" Das siehst Du Dir besser im Fernsehen an. Da kannst Du doch nicht hingehen, wenn Du nicht zu den Ehrengästen gehörst. Das wird viel zu chaotisch und vielleicht sogar gefährlich." Das waren die gutgemeinten Ratschläge von Einheimischen und Bekannten als ich sagte, daß ich mir die Hochzeit von König Letsie III von Lesotho mit Karabo Anne Motsoeneng am 18.2.00 persönlich im Stadion von Maseru ansehen werde.
Obwohl ich aber nun leider immer noch nicht zu den Ehrengästen im Königreich Lesotho gehöre, ließ ich mich doch nicht von meinem Vorhaben abbringen, mir die Sache vor Ort selbst anzusehen. Dabeisein ist alles. Das Tourist Office gab mir den guten Tip, am besten schon um 4:00 a.m. im Stadium zu sein, denn es werden zig Zehntausende kommen und die Sitzplätze auf den Tribünen fürs normale Volk sind nicht allzu zahlreich.
Mit vier weiteren neugierigen Weißnasen waren wir dann pünktlich gegen 6:30 a.m. vor dem Stadion, und, welch eine Überraschung, von einem Chaos weit & breit nichts zu sehen. Aber das sollte nicht die einzige Überraschung heute bleiben. Ohne weiteres fanden wir einen bewachten Parkplatz und strömten dann mit den Massen auf die Tribünen zu. Jeder von uns fand noch so eben einen Sitzplatz und wir konnten uns gelassen von der bereits freudigen Stimmung einfangen lassen. Da wurde auf einigen Plätzen gesungen und leicht getanzt, Fähnchen wurden geschwenkt, die meisten Frauen hatten sich schick gemacht und bei all der Freude lag auch schon etwas Feierliches in der Luft.
In der Mitte des Stadions, gegenüber der überdachten Haupttribüne für die zahlreichen Ehrengäste zweiten Ranges, waren die weißen Pavillons aus Zeltstoff aufgebaut. Ein Großes für die Hochzeitszeremonie und rechts und links davon je ein Kleineres für die ganz wichtigen Ehrengäste ersten Ranges. Und es war schon viel Betrieb da unten, jede Menge Presseleute liefen aufgeregt hin & her, ebenso hohe, wenn auch von der Statur her eher klein und wohlbeleibte Militärs, Sicherheitsleute, Kirchenmänner. Es wurde mir nicht eine Sekunde langweilig dem Treiben zuzuschauen. Und weitere Tausende herein und suchten Sitzplätze während sich auf dem Rasen eine Zwei-Mann-Kapelle, Ziehharmonika und Trommel, für ihren Einsatz bereit machte. Dann gings auch schon los: die typische Basothomusik zu der so an die 25 - 30 Teenager die wildesten Tänze, Sprünge und Verrenkungen aufführten, dazu ein Dutzend traditionell in Fellen und Federn gekleideter Männer mit Sperr und Schild, die den jungen Leuten im Tanz an Geschwindigkeit und Geschick noch überlegen waren.
Dann wurde es auch langsam eng auf den Tribünen, es rückten immer mehr und mehr Leute nach und die Soldaten und Polizisten wußten auch nicht mehr so recht, wohin mit den Massen. Was blieb da anderes übrig, als Treppenaufgänge und Podeste freizugeben und selbst lieber den Rückzug anzutreten. Nur meine Augen schienen sich die Tribünengeländer und gerüstähnlichen Konstruktionen ängstlich kritisch anzuschauen, unbegründet, es hielt alles.
Und siehe da, natürlich wurde es zeitweise sehr eng und es gab vorübergehend ein ziemliches Gedränge und Geschubse hier und da, aber es kam kein Streit um die Plätze auf. Die Stimmung blieb einfach gut, die Spannung stieg, die ersten ausländischen Staatsgäste wurden ins Stadion gefahren. Selbst als Herr Buthelezi angekündigt wurde, ließ man sich die Freude nicht verderben und die schmerzhaften Erinnerungen an den Einmarsch der südafrikanischen Soldaten im September 98 waren wohl nur bei mir gegenwärtig, denn als Nelson Mandela den Ehrengastpavillon bestieg, wurde er freudig bejubelt. Natürlich lange nicht so laut wie der Einzug des Königs Letsie III im offenen Landrover, eskortiert von einer Reitergarde in schwarzen Hosen, roten Jacken, weißen Handschuhen und Säbeln. Danach kam die Braut in einem mit gelben und weißen Luftballons geschmückten roten Mercedes Oldtimer, von einer Motorradeskorte umgeben, ins Stadion gefahren.
Und dann gab es kein Halten mehr. Ungeduldige Schulklassen wollten näher heran ans Geschehen.

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