Lesotho, Wissenswertes

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Südafrika 2001/20 - Ausflug nach Lesotho Teil 1

4  08.08.2003

Pro:
Schöne Landschaft, nette Menschen, günstig

Kontra:
Schlechte Infrastruktur

Empfehlenswert: Ja 

mck1

Über sich: Wenig Zeit.

Mitglied seit:29.07.2000

Erfahrungsberichte:92

Vertrauende:42

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Da ich nach meiner Wander- und Klettertour auf das Amphitheater eine kleine Pause vor dem nächsten Walk brauchte, entschloss ich mich dazu, mal einen gemütlichen Tag zu verbringen. Es sollte mit dem Auto nach Lesotho gehen, ein bisschen Ponyreiten, etwas einheimisches Essen, ein bisschen Wandern. Also wirklich ruhig. Was letzten Endes tatsächlich daraus wurde, wie Lesotho-Bier schmeckt und wie eine Staatsgrenze auch aussehen kann, könnt Ihr jetzt lesen.

WO BIN ICH?
EINIGE BASICS ÜBER LESOTHO
MEIN AUSFLUG NACH LESOTHO


WO BIN ICH?
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Für die wenigen, die die meine bisherigen Berichte über Südafrika nicht gelesen haben: Schämt Euch! *g* Nach einer längeren Reise durch Südafrika befinde ich mich bei diesem Bericht in den nördlichen Drakensbergen, die südlich von Johannesburg liegend, die Grenze zu Lesotho bilden. Meine Unterkunft, das Amphitheater Backpacker, liegt direkt am Olivershoekspass, wenige hundert Meter vom Sterksfontaindam und ca. 250 km von Joburg entfernt. Von hier aus startete meine Tour nach Lesotho.


EINIGE BASICS ÜBER LESOTHO
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Lesotho liegt in Afrika, genauer gesagt, im Süden Afrikas und ist ringsum von Südafrika umschlossen. Das Land wird auch „Kingdom in the Sky“ genannt, ersteres, weil es noch einen König gibt, der auch schon bei Gerd Ruges Bericht über Südafrika zu sehen war. Letzteres, weil der tiefste Punkt von Lesotho mit über 1000 m höher liegt als der tiefste Punkt jeden anderen Landes. (Hat diesen Satz jemand verstanden? Eine bessere Formulierung ist weder mir noch dem Lonely Planet eingefallen.) Hoch geht es bis über 3000 m.
Lesotho ist immer noch ein sehr armes Land, was auch in meinem Bericht deutlich wird. Durch ein sehr großes Wasserprojekt und durch Arbeiter, die in Südafrika arbeiten, ist die Situation aber schon besser geworden. Landwirtschaft in größerem Umfang ist schwierig, da das Land bergig ist, größtenteils kaum fruchtbar und dazu der Bodenerosion ausgesetzt ist. Typisch fand ich die kleinen Felder für den Eigenbedarf, die man überall vor den Rundhütten sieht.
Die 2 Millionen Einwohner, Basotho genannt, leben ländlich bis kleinstädtisch, lediglich die Hauptstadt Maseru geht mit 300.000 Einwohnern nennenswert über eine Kleinstadt hinaus.
Lesotho ist offiziell noch ein Königreich, hat aber neben dem König auch ein ganz normales Parlament mit allem drum und dran.
Die offizielle Währung
Bilder von Lesotho, Wissenswertes
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Lesotho, Wissenswertes Bild 356 tb
Bushmen Paintings in Lesotho
„maloti“ ist 1:1 an den Rand gebunden. Reisende können aber problemlos direkt überall mit Rand bezahlen und müssen kein Geld umtauschen. Die Bargeld Versorgung in Lesotho dürfte sich aber etwas schwieriger gestalten, es soll zwar 1 oder 2 ATM’s geben, aber verlässlicher sind dann wohl die paar Banken in der Hauptstadt. Oder gleich genügend Bargeld aus Südafrika mitbringen.
Das kostenlose Einreisevisum für normale Besuche wird bei der Einreise ausgestellt. Oder auch nicht, wie Ihr später noch lesen werdet.
Ach ja, das Wetter: Aufgrund der Höhe sind die Winter kalt und es gibt auch Schnee, die Sommer können über 30°C warm werden, aber die Gefahr plötzlicher Wetterumschwünge besteht auch hier. Deshalb immer gut ausgerüstet in die Berge gehen, auch im Sommer! Der meiste Regen fällt in der Sommerzeit, teils mit heftigen Gewittern, wobei wohl auch regelmäßig Leute vom Blitz erschlagen werden. Unvorsichtige Touristen wahrscheinlich.
Weitere nützliche Information findet Ihr u.a. im Lonely Planet South Africa, Lesotho & Swaziland, aus dem auch die obigen Infos stammen.


MEIN AUSFLUG NACH LESOTHO
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Das das südafrikanische Straßennetz nicht nur aus super entspannt zu befahrenden Autobahnen besteht, hat wahrscheinlich jeder gemerkt, der etwas im Land unterwegs war. Demzufolge wunderte ich mich auch nicht, dass wir, als wir Phuthaditjhaba und QwaQwa (mit einem Klicklaut statt dem „q“ für mich unaussprechlich) durchquert hatten, uns von der Schlagloch übersäten Asphaltstraße verabschiedeten und den restlichen Kilometer bis zur Grenze (Monontsa Pass) auf einer wellbrettartigen Lehm/Geröllpiste daher rappelten. Unser Guide war schon öfters hier oben, so dass die Grenzformalitäten zeitlich einigermaßen im Rahmen blieben, und wir nach 15 min nach Lesotho rein fuhren.
Gefahren ist nur Joker (unser Guide), während uns anderen fast die Augen rausgefallen sind. Das soll eine Straße sein? Da sollen wir mit unserem Auto runterkommen? Und auch wieder hoch? Unser Auto war ein typischer südafrikanischer/japanischer Minivan, der das Wort Allradantrieb noch nicht mal geträumt hatte. Die „Straße“ spottet jeder Beschreibung. Mit viel gutem Willen kann man das als Feldweg allerunterster Güte bezeichnen, der von Felsbrocken in Autoreifengröße, tiefen Rinnen und Schlaglöchern durchzogen ist. Dazu ging es auch noch ganz ordentlich den Berg runter. Und irgendwann ja auch wieder hoch. Ohne Schwung! Zur Erinnerung: Diese Straße ist für den ganz normalen Verkehr freigegeben. Eine andere Route, der Sani Pass, vom Osten kommend, ist nur für 4WD frei. Wie der aussieht, würde mich wirklich interessieren. Unsere Straße war auf jeden Fall mehr Gelände, als 99% aller deutschen Geländewagenfahrer jemals mit ihrem Auto unter die Reifen nehmen werden.
Man glaubt es kaum, aber wir haben die Straße geschafft, noch einen kleinen Bach durchquert und hatten nun, nach locker 15 min für weniger als 2 km Fahrt, die Lesotho-Seite der Grenze vor uns:

Ein geöffneter altersschwacher Schlagbaum, 2 alte Campingwagen und weit und breit niemand zu sehen!

Auch gut. Ich nehme an, die Zahl der illegalen Einwanderer hält sich in Lesotho noch im Rahmen. ;-) Was wir jetzt zu sehen bekamen, war schöne grüne Landschaft, Berge, kleine Feldern, einfache Rundhütten und eine sehr schlechte Straße.


--- Santa Claus und die Ponys ---

Wir sind zu einer Ansammlung von Hütten an einem schlammigen Feldweg gefahren, wo Power, unser zweiter Guide, die Ponys organisieren sollte. Da das eine ganze Weile dauerte, hatten wir Gelegenheit uns umzuschauen und Weihnachtsmann zu spielen. Zwei aus unserer Gruppe hatten eine Tüte Lutscher und einen größeren Pack Kulis und Bleistifte dabei, ein Tipp von früheren Reisenden. Ein paar kleinere Kinder, so ca. 5-8 Jahre alt, kamen zögerlich auf uns zu, aber nachdem wir ihnen je einen Lolli und einen Stift in die Hand gedrückt hatten liefen sie jubelnd wieder weg. Erst in sicherer Entfernung ging das Jubeln dann in regelrechte Jubelschreie über. Immer mehr Kinder kamen an, so dass wir gut beschäftigt waren mit unseren Mitbringseln.
Diese Hütten habt Ihr ja vielleicht auch schon gesehen. Die bestehen aus Lehm, mit gestampften Lehmboden und Stroh/Reetdach. Ein Raum, kein Strom, kein Wasser. Am Weg war ein Wasserhahn, wo die Kinder mit Kanistern oder Eimern Wasser holten. Vor den Hütten war meist ein kleiner Vor“garten“, wo ein paar Hühner rumliefen, oder etwas Gemüse angebaut wurde. Insgesamt also für unsere Begriffe sehr ärmlich, aber unglücklich sah niemand aus. Im Gegenteil.
Da sich die Angelegenheit mit dem Ponys noch immer hinzog und mittlerweile Nieselregen eingesetzt hatte, erklärten sich einige von uns bereit, auf das Reiten zu verzichten. Ist ja auch schöner im Auto, trocken und verhältnismäßig bequem. Und außerdem habe ich kein so inniges Verhältnis zu Ponys und Pferden. Es ging in zwei Grüppchen weiter. Die Ponys vorneweg, die weniger Probleme mit dem Gelände hatten als das Auto, und das Auto mit uns Nichtreitern hinterher.
Sehr lange ging das mit dem Reiten nicht, dann waren wir wieder alle zusammen und fuhren ein Stück Richtung Fluss.


--- Frühes Graffiti ---

Früher muss hier mal ein wirklich großer Fluss geflossen sein, denn der Einschnitt in dem an dieser Stelle recht flachen Stück Land war wirklich groß und teilweise bis zu 20 m tief. Der Fluss entpuppte sich jetzt aber als ca. 8 m breiter Bach, allerdings mit reichlich kaltem Wasser. Wir durften zuerst über eine schräge Felswand hinunter klettern, in der sich eine Art kleine Fußtritte befanden. Gut, wenn man Schuhgröße 30 hat, schwieriger schon mit 45er Wanderstiefeln und feuchtem Stein. Durch ein paar Büsche ging es zum Flussufer, und zur Überquerung. Also Schuhe aus und barfuss durch das Flussbett schwanken, durch eisiges Wasser über wackelige Felsbrocken. Meine Schuhe hatten vorher schon das sichere Ufer auf dem Luftweg erreicht.
Barfuss wieder den Hang hoch, bis uns Power endlich den Grund unserer Wanderung erzählte: Felsmalereien. Nirgends ein Hinweis, kein Vergnügungspark, kein „Survived the Bushmen Paintings“-T-Shirt. Angenehm. Die Malereien sollen um die 350 Jahre sein und wurden von den hier früher lebenden Bushmen gemalt. Zu sehen war eine Gruppe tanzender Menschen, in leicht verblasstem rot. Ich bin auch noch den Felsen hochgeklettert, immer noch ohne Schuhe, um das mal ganz aus der Nähe zu sehen. Hat irgendwie was besonderes, da zu sehen. Vor allem, da niemand irgendwelche saublöden Sprüche dazu gekritzelt hatte, die wir ja auf Kirchtürmen etc. so lieben.
Nachdem wir in erstaunlicher Geschwindigkeit unsere Lunchpakete vernichtet hatten (die bekommt man im Amphitheater Backpacker, wenn man einen Tagesausflug macht!), wurde es Zeit, den Rückweg anzutreten und Bier trinken zu gehen.
Diesmal hat meine begnadete Wurftechnik dafür gesorgt, dass meine Stiefel genau 30 cm vor dem Ufer ins seichte Wasser gefallen sind, auf die Seite, mit den Socken drin. Und ich musste erst mal da hinkommen, um sie zu retten. Super gemacht! Als ich humpelnd und schwankend bei meinen Stiefeln war, war ich baff. Trocken! In meinen Stiefeln von Lowa stand ein wenig Wasser, aber nass geworden war das Leder nicht. Auch meine Treckingsocken aus „wunderbar duftendem“ Synthetik waren trocken geblieben. Guter Kauf. Also weiter gelaufen, den Hang hoch und zum Auto.
Da es ja geregnet hatte und das Straßennetz nicht wirklich unserem Standard entspricht, hatten wir geringfügige Probleme, den schlammigen, steilen, von tiefen Furchen durchzogenen Hang wieder hoch zu kommen. Keiner von uns wollte den Wagen anschieben um dann hinterher wie ein Schlammmonster auszusehen. Auf einem anderen Weg ging es dann doch endlich weiter.

Ab zur Resi und zum Bier! Aber erst im nächsten Teil.

© Marco 2003
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Ritzilein

Ritzilein

31.12.2003 19:41

Genialer Bericht!! Bis vor einem Jahr wußte ich noch nichtmals, dass es ein Land namens Lesotho gibt, aber dann verlobte sich meine Lieblingsschauspielerin (Gillian Anderson) mit dem Sohn des ehemaligen Königs und seither weiß ich wenigstens, wo es liegt *lach*. Nun hab ich sogar noch ein paar mehr Infos. Afrika muss schon ein erlebnisreicher Kontinent sein... Liebe Grüße, Bianca

Michi_01

Michi_01

24.11.2003 22:15

Schämen? Ich? Niemals! ;o) Sind Deine Socken in der Waschmaschine eigentlich auch so wasserabweisend?*grins*. Die Sache mit demtiefsten Punkt hab ich übrigens geschnallt...ok...hab mehrmals gelesen ;-) Wie leicht die Kinder dort doch glücklich zu machen sind. LG Michi

Trinity007

Trinity007

21.09.2003 13:36

Hach, Fernweh ist wohl wirklich das richtige Wort...

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