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Erfahrungsbericht

für Las Negras, Andalusien
5 Sterne Ein Stück Paradies Bericht mit Bildern
121 von 121 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Ruhe, Soone, Meer und Buchten

Kontra nichts

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

joanbaez Seit 12 Apr 2008

Auf meinem PC sehen unsere Berichte mit dem neuen Design gruselig, albern und nicht... mehr

186 Mitglieder vertrauen mir

Zurzeit geht es mir nicht so gut. In meinem Umfeld ist nur Chaos. Dieses Jahr habe ich schon 4 Menschen verloren, 2 haben noch ein paar Wochen, meine Nichte wohnt mutterlos bei mir und finanziell geht es auch bergab. Aber aufgeben kann und will ich auch nicht. Aber woher die Kraft nehmen?? Ich hole sie mir aus der Erinnerung an Las Negra und dem Traum, nächstes Frühjahr wieder hinzufahren. Da ich mein kleine Geld von ciao und Co dafür spare, finde ich es richtig über diesen traumhaften Ort zu schreiben.

Wie jeder sich jetzt denken kann, ist Las Negras kein Ort, in dem es Saufgelage, Partys, Golfplätze oder anderen Touri-Mist gibt. Im Gegenteil. Manch einer wird wohl glauben, „sterben“ zu müssen, weil es hier so langweilig ist. Zu Recht stellt sich die Frage, warum ich unbedingt wieder hin möchte.
Wie entdeckte ich diesen Ort?

Spanien ist und wird wohl immer ein beliebtes Reiseziel sein und bleiben. Leider wissen einige Besucher gar nicht, dass sie in einem anderen Land mit einer eigenen Geschichte und Kultur sind. Sie hören ihre Schlager, essen ihr Wiener Schnitzel und sind böse, wenn das Personal kein Deutsch versteht.

In Spanien wird überwiegend Kastilisch, Katalanisch, Galicisch und Baskisch gesprochen. In den Tourismusregionen arbeiten Saisonarbeiter aus Deutschland und Polen, vielfach auch Südamerikaner. In einigen Tourismusregionen wie der Costa Blanca oder der Costa del Sol sind vergleichsweise viele Deutsche und Engländer dauerhaft ansässig.

Viele spanische Familien haben neben einer Wohnung in der Stadt ein Wochenendhaus auf dem Land oder am Meer. Allerdings meiden sie die Gebiete, die von den ausländischen Touristen belagert werden.

Je südlicher man fährt, umso mehr erkennt man die Probleme dieses Landes. Besonders groß ist das Problem des Wassers. Ich habe in Andalusien eine Zeitlang gelebt und so unglaublich es klingt, es hat dort 3 Jahre nicht geregnet. Das heißt es gab kein Wasser mehr. Nur noch in den Hotels und auf den Golfplätzen. Das Vieh verendete, Brände bedrohten unser Dorf und die Ernten waren kaputt. Nach dem ersten großen Regen brauchte ich einfach Urlaub. Solch ein Überlebenskampf zerrt an der Kraft. Von unserem „Dorfältesten“ bekam ich den Tipp nach Las Negras zu fahren. Also schaute ich auf die Landkarte und nahm den Weg von gut 280 km auf mich. Dieser Weg hat sich mehr als gelohnt.

Die Anfahrt: Da ich aus der Nähe von Gibraltar startete nahm ich die Küstenstraßen. Hinter Malaga wurde es dann auch sehr schön. Leider musste ich noch durch Almeria. Aber danach begann das Paradies. Uns so dauerte es noch 3 Tage bis ich dann endlich Las Negras erreichte.

Ich weiß gar nicht mehr, was ich erwartet habe, aber am Dorfrand angekommen bekam ich einen Schreck. Ein hässliches Schild, ein leer stehendes Haus und altes Papier war die Begrüßung. Fast wollte ich umkehren. Doch ich traute mich in den Ort hinein. Es konnte ja nur besser werden. Meiner Freundin, die mich begleitete ging es ähnlich.

Das Dorf Las Negras ist durch eine Gruppe von einfachen weißen Häusern und einigen überwiegend privaten Unterkünfte am Meer. Einen Moment fühlte ich mich hilflos und fühlte mich wie ein Eindringling. Deshalb ging ich erstmal an den Strand. Oh weh, auch der wirkte mit seinem groben Sand nicht besonders einladend. Enttäuscht und hungrig gingen wir in den, wie ausgestorbenen Ort. Dieser besteht eigentlich nur aus 2 Straßen. Aber wir fanden tatsächlich eine Tapa-Bar, die geöffnet hatte. Natürlich war auch diese Menschenleer.

Doch dann änderte sich alles. Unglaublich herzlich sind wir begrüßt worden. Während wir auf unsere Tapas warteten verwickelte uns der Wirt in ein Frage- und Antwortspiel. Als er dann hörte, dass wir eventuell ein paar Tage bleiben wollen, verschwand er plötzlich, um wenig später mit einem älteren Mann im Schlepptau genauso unerwartet wieder vor uns zu stehen. So kamen wir sehr günstig zu einem riesigen Appartement.

Satt und später ausgeruht gingen wir noch mal durchs Dorf. Jetzt sah alles ganz anders aus. Die Sonne ließ die schneeweißen Häuser fast glitzern und es roch nach Meer und Mehr. Inzwischen waren auch ein paar Menschen zu sehen. Am Ende der Straße entdeckten wir ein Restaurant mit Blick aufs Meer. In einer kleinen Seitengasse ertönte Rockmusik aus einer kleinen Bar. Der Strand wirkte nun, wohl durch die sich senkende Sonne, friedlich und einladend. So gefiel mir alles viel besser.

Abends in der Bar wurde es richtig interessant. Sie war gefüllt von teils jungen und freakigen Leuten. Aber kaum einer war Spanier. Da waren alte Hippies, Aussteiger, Alternative und Lebenskünstler aus halb Europa. Ein paar leben nur wenige Meter weiter, sind aber nur sehr schwer zu erreichen. Einige haben dort ihre Oase und leben friedlich und meist nackt und fast autark in ihrer Oase. Andere campieren auf dem nahe liegenden Zeltplatz. Alle begrüßten uns, als gehörten wir dazu. In den lustigen Gesprächen bekamen wir auch viele Tipps, die sehenswert sind, über Umland. Das hörte sich alles klasse an.

Am Nächsten Tag begann dann mein Urlaub. Wir gingen auf Orts Kundschaft. Leider war dieser in 20 Minuten erkundet. Also nahmen wir uns die Umgebung vor. Wieder auf der Küstenstraße hielten wir mit dem Auto an und schauten auf das Meer. Der Blick war gigantisch. Einsame Buchten, kleine Stände und eine unglaubliche Vegetation, die in diesem rauen und warmem Region einzigartig ist, präsentierten ich in einem wunderschönen Sonnelicht. Später erfuhr ich, das es sich hier um den Naturpark Cabo de Gata. Diese Kulisse ist auch in einigen Filmen wie Indianer Jones, Raumschiff Surprise und anderen zu bestaunen. An dem Park grenzt die Wüste von Tabernas.
Jetzt war uns klar, dass wir wirklich länger bleiben wollten.

Meine Erfahrung

Wie schon erwähnt, ist es einsehrkleiner Ort mit kaum sehenswerten Objekten. Es ist der Ort selbst, der einen ganz besonderen Charme hat. Hier ist die Zeit irgendwie stehen geblieben. Morgens, ganz in der Frühe, kann man am Strand die Fischer beobachten, wie sie ihre Boote zum Auslaufen fertig machen, sich von der Familie verabschieden und zum Fang in See stechen. Ganz langsam verschwinden die kleinen „Nussschalen“ am Horizont.

Die Lage des Ortes verspricht schon die Ruhe, die man hier findet. Der Cabo de Gata ist ein Naturpark mit dem größten, geschützten Küstenstreifen im Südosten Andalusiens. Neben dem wilden, einsamen Berggebiet vulkanischen Ursprungs, der Sierra de Gata, findet man zum Meer hin neben Steilküsten kilometerlange Strände, wie auch intime kleine Badebuchten.
1997 wurde der Park zum Unesco Biosfährenreservat erklärt. Durch den Naturschutz und die isolierte Lage des Parks findet man kristallklares Meerwasser, eine subtropische Flora und Fauna und eine saubere Luft.

Da wir uns selbst verpflegen konnten (habe ich bei den 2 weiteren Besuchen auch gemacht), besuchten wir das Kleine Lädchen, das sich „Super Mercado“ (Supermarkt) nennt. Super war der Einkauf wirklich. Das Gemüse war herrlich frisch und UNBEHANDELT. Es kommt aus dem Hinterland und dient ausschließlich für die Verpflegung der Bewohner der Region. Das ist einfach Genuss pur.

Dementsprechend ist auch das Essen in den Bars und Restaurants, die man aber fast an einer Hand abzählen kann. Und toll ist es, dass man sich es auch leisten kann. Empfehlen kann ich den Fisch, der abends direkt aus dem Boot im Topf oder der Pfanne landen.

Der Strand unmittelbar am Ort ist tatsächlich nicht der schönste, aber, egal in welche Richtung, gelangt man ins Paradies. Beeindrucken ist das Sonnenlicht. Leider ist es unbeschreiblich. Das weiß auch die Filmbranche. Bei einigen Dreharbeiten, haben wir halt gemacht und ein wenig zugeschaut. Hier gibt es wunderbare Strände und kleine Buchten. Das schöne ist, man trifft kaum Menschen und wenn doch dann sind es meistens Reiter. Das Meer hat ein Farbenspiel, wie ich es nirgends am Mittelmeer wieder gesehen habe. Es wirkt wie in der Karibik. Baden kann man hier fast das ganze Jahr.

Auch tauchen kann man hier wunderbar. Da das Wasser noch so sauber und klar ist, gibt es hiereinen großen, bunten und vielseitigen Fischbestand.

In den Jahren sind am Dorfrand einige Häuser hinzugekommen. Es sind Ferienhäuser in den überwiegend Spanier leben oder Urlaub machen. Man kann ein paar wenige auch mieten. Wir sind bei unseren Besuchen immer wieder ins gleiche Appartement gegangen. Es war wie ein nach Hause kommen.


Diesen Bericht zu schreiben, war wie eine kleine Therapie und eine Streicheleinheit für meine Seele.

Bilder

für Las Negras, Andalusien
a5 - Las Negras, Andalusien
Hier macht Tauchen Spaß
von joanbaez joanbaez
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Kommentare

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  • sweety179 15.09.2011 21:17
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • derbursche 01.02.2011 12:19
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Traumhaft Einen lieben Gruß von Biggi und Ulli

  • St_Moonlight 22.05.2010 10:20
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • heike79 20.05.2010 09:19
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • esposa1969 19.05.2010 18:27
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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