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Indochina VIII - Auf der Nationalstraße 13 durch Nordlaos

5  21.02.2011

Pro:
eine irre schöne Landschaft und interessante Dörfer

Kontra:
der Tourismus in Vang Vieng

Empfehlenswert: Ja 

astly

Über sich: ist das kaaalt! ... und hier weht ein rauher Wind ... ach, wie liebe ich diese östliche Gelassenh...

Mitglied seit:24.06.2003

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 36 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

- Von Luang Prabang nach Vientiane -

Heute geht es wieder früh raus, es steht die erste Etappe bis Vang Vieng auf dem Weg nach Vientiane an, und über-Land-Fahrten finde ich immer unheimlich interessant. Die Strecke auf der Nationalstraße 13 soll zu den schönsten Strecken von Laos gehören.

Wir bekommen für die Fahrt einen größeren Bus, und mich nervt etwas, dass die Scheiben des Busses wenig dazu geeignet sind, hinauszufotografieren: Die Scheiben sind blau getönt und zum Knippsen ungünstig unterteilt. Ich kann nur hoffen, dass oft genug Stopps gemacht werden.

Und los geht es in eine faszinierende Berglandschaft. Noch sehen wir von Weitem von Nebelschwaden umgebene Gipfel, über die wir noch fahren werden. Zwischenrein machen wir ab und zu Halt, wenn es eine besonders spektakuläre Aussicht gibt. An solchen Stellen haben in der Regel Einheimische ihr Haus und eine Art Verkaufsstelle, eine “Halle der Harmonie” und oft eine Aussichtsplattform eingerichtet. Mit Grauen sehe ich diese Pfahlkonstruktionen, die oft weit über den Abhang hängen und dort mit mir nicht gerade sicher erscheinenden Holzbalken verankert sind. Natürlich leben diese Menschen hier seit Generationen mit diesen Konstruktionen und wissen genau, was stabil ist und wie sicher gebaut werden kann, aber mir mit meiner Höhenangst erscheint das alles gar nicht sicher und ich denke immer, wenn ich hier etwas betrete, bricht bestimmt alles zusammen und stürzt in den Abgrund. Was natürlich Unsinn ist!

In den Bergen kommen wir vor allem durch Hmong- und Khamu- Dörfer. Auf die problematische Geschichte der Hmong möchte ich hier nicht eingehen, da mein eh schon langer Reisebericht dann um einiges überzogen würde, im Internet kann man aber vieles darüber nachlesen. Geschätzte 300.000 Hmong soll es jedenfalls in Laos geben, die meist hier im Norden in den Bergen oder in Wäldern leben.

Typisch an den Bergdörfern ist wieder die Pfahlbauweise der Bambushütten, wobei die Häuser innen meist recht leer sind und außer Betten kaum Mobiliar besitzen. Die Familien sitzen auf dem Boden um eine Kochstelle. Das Leben findet auf der Straße und in den Wäldern statt. Schweine, Hühner und anderes Getier wuselt herum, und vor allem sieht man viele, viele Kinder. In Vietnam gibt es das 2-Kinder-System: Mehr als 2 Kinder zu bekommen ist verboten. Hier in Laos aber gibt es so ein Verbot nicht! Laos ist das ärmste Land Südostasiens. Die Gesundheitsversorgung ist katastrophal! Entsprechen ist die Säuglingssterblichkeit extrem hoch. Und das gilt besonders hier in den Bergen. Wenn so viele Kinder nicht das 5. Lebensjahr erreichen, muss man viele Kinder bekommen, um das Überleben zu sichern.

Oben in den Bergen kommen wir auch zu einem Markt mit einem Nudelsuppenrestaurant, das im oberen Stockwerk Zimmer an die Händler vermietet. An Ständen werden Spieße mit Fleisch und Fisch gegrillt, es riecht lecker, andere Stände verkaufen seltsame getragene Kleidungsstücke, die vermuten lassen, dass sie von irgendwelchen Touristen vergessen worden waren und liegengeblieben sind. Allen möglichen Haushaltströdel kann man erstehen, Hühner laufen überall zwischen den Ständen herum, Gewürzstände bieten ihre Waren feil. Ich kaufe 3 Büschel mit schwarzem Pfeffer, an Stengeln, die wie Rosen voller Dornen sind. In den nächsten Tagen pule ich immerhin die Rispen von den dornigen Zweigen, damit ich den Pfeffer besser befördern kann. . Obwohl so abgelegen mitten in den Bergen, ist hier auf dem Markt wirklich viel los.

Was wir in keinem der unzähligen kleinen Dörfer sehen, ist ein Tempel oder Wat oder irgendein religiöses Bauwerk. Ich frage Lay: „Die Bewohner sind Animisten. Die haben keine Tempel.“.

Weiter geht es durch die Bergwelt, oft haben wir einen atemberaubenden Blick auf die Berge oder Täler. Und dann sind wir über dem Gebirgszug, kommen zu einem kleinen Fluss, steigen aus. Lay schreit auf: „Was ist mit dem Fluss los? Sonst ist das Wasser immer völlig blau. Ich habe ihn noch nie so gesehen!“ O.k., das Wasser ist fast rotbraun. Der Wasserstand ist sehr niedrig, in der Mitte stehen Kinder und sammeln etwas – Muscheln vielleicht. Reste einer zerbrochenen Steinbrücke sind zu sehen, weiter vorne ein schmaler Holzsteg über den Fluß. Die Kulisse ist irre: Auf der anderen Seite sieht man einen großen Felsen aufragen, in dem man eine Höhle erkennen kann, davor, zwischen unzähligen Palmen, ein kleines Dorf. Nun heißt es, auf dem Holzsteg hinüberzugehen, denn bei der Höhle handelt es sich um die berühmte Elefantenhöhle, die neben vielen Buddha-Statuen einen Fußabdruck Buddhas birgt.

Ich bin wirklich bemüht, den Holzsteg, der wieder kein Geländer hat, zu überqueren, als mich Lay darauf aufmerksam macht, dass ich vorsichtig sein muss, weil an einer Stelle ein Loch im Steg ist, wo wohl jemand durchgebrochen ist. Das wars! Ich renne zurück! Habe auch so ein phantastisches Bild vor Augen. Freund nimmt meine Kamera mit, weil seine kaputt ist, fotografiert, was ich verpasse: Die Höhle mit einer liegenden Buddha-Statue, das Dorf, Hängebauchschweinchen.

Und dann kommen wir nach Vang Vieng. Lay warnt uns vor: Die Kulisse, die Landschaft um den Ort, ist bezaubernd, aber der Ort selber... „Das ist nicht Laos! Das ist Ballermann!“. Unser Hotel sei hervorragend, wir könnten zum Mekong laufen oder vom Hotel aus den Sonnenuntergang ansehen, oder den Pool nutzen – aber der Ort sei einfach gräßlich! Rucksacktouristen haben diese Stadt in Laos für sich entdeckt und zum Party-Ort gemacht. „Wir Laoten sind scheu. Jetzt laufen hier Halbnackte durch den Ort, Mädchen in Bikini und so. Das erschreckt uns Laoten.“

Nach dem Einchecken im Hotel, von dem aus wir wirklich einen unglaublichen Blick auf den Mekong und die im Hintergrund liegenden Bergmassive haben, können wir uns davon überzeugen: Ein Laden neben dem anderen verkauft das selbe Touristenzeugs wie T-Shirts mit „Säufersprüchen“, vor allem Engländer und Australier liegen auf Liegen - !!! - in den Straßenrestaurants vor einem Fernsehschirm mit englischem Programm. Leichtgekleidete Pärchen hasten durch den Ort. Und jeder 2. Laden verkauft Schlafsäcke. Die Stimmung ist wie in Lloret de Mar:-(

Das Hotel ist aber wirklich klasse, wir genießen die Aussicht und den Blick auf den Sonnenuntergang – andere aus unserer Gruppe nutzen ausgiebig den Pool – und bekommen ein hervorragendes Abendmenue serviert. Und sind hier ja eh nur auf der Durchreise.

Am nächsten Morgen geht es durch die Mekong-Ebene weiter nach Vientiane. Wieder kommen wir vorbei an Feldern und Orten, halten an einem Markt an. Das Angebot ist an manchen Ständen gewöhnungsbedürftig. Vor allem Eichhörnchen stehen auf dem Speiseplan und deren Eingeweide, außerdem eine Art kleiner Hirsch. An einem Stand wird darüber hinaus Ratte und Katze angeboten. Entrüstet? Das Land ist arm! Schweinchen sind auch niedlich und Kälber und Hühnchen, und dennoch essen wir sie. Hier in Laos werden diese Tiere nicht als dekadente Delikatesse angeboten, sondern als Nahrungsmittel gegen den Hunger.

Das einzige, was unsere Reisegruppe sich hartnäckig zu essen weigert, sind die morgens zu fast jedem Frühstück angebotenen angebrüteten Eier. Das muss nun nicht sein!

Und weiter geht es, vorbei an Seerosen – und Lotosteichen, an Feldern und an einem Friedhof. Und irgendwann kommen wir in Vientiane an. Darüber aber im nächsten Bericht.

Bilder von Laos, Allgemeines
  • Laos, Allgemeines Laos, Blick von den Bergen auf den Mekong
  • Laos, Allgemeines Laos - Khamu
  • Laos, Allgemeines Laos - Markt in den Bergen
  • Laos, Allgemeines Laos, Hmong-Dorf
Laos, Allgemeines Laos, Blick von den Bergen auf den Mekong
Laos, Blick von den Bergen auf den Mekong
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
hubbie

hubbie

08.02.2012 10:35

ich bin schon lang überzeugt, mein liebend Weib leider nicht

Quasseltante

Quasseltante

31.10.2011 07:34

BH abgeliefert & LG

Quasseltante

Quasseltante

21.10.2011 09:31

bh folgt

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