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Pro Natur und Industrie, Rost und Grün, Fotografenmekka
Kontra leicht überlaufen, Lebensgefahrschilder
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Der Übersichtlichkeit halber, eine Art Gliederung:
Nach der Widmung findet sich der Soundtrack zu diesem Bericht, dann allgemeine Infos zum Park, dann wird mit mir gelatscht und schließlich gibt es noch weitere allgemeinere Infos und Eindrücke.
Im Mittelteil:
Diverse Lieder, die zu Half-Life 2 gehören:
http://www.youtube.com/watch?v=49jkd25P6fI
http://www.youtube.com/watch?v=savrHcaEG0E&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=4b_CxSQ3r8U&feature=related_
http://www.youtube.com/watch?v=hNoafdG9S4k&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=JXORDZt5Rfk
http://www.youtube.com/watch?v=ZTq7NM0SRko&feature=related (das von eben als Pianoversion in lang... wundervoll!)
Beim Fazit:
Das Outro zu Alfred J. Kwak:
http://www.youtube.com/watch?v=KDtXg0WKGGo
Wer in Duisburg und Umgebung wohnt, dem empfehle ich eine Anreise mit dem Fahrrad, denn die Wege dort eignen sich hervorragend zum Radfahren.
Mittlerweile gibt es dort nicht nur etwas für Spaziergänger, Wanderer, Radfahrer, Fotografen etc, sondern auch Taucher (im Gasometer), Kletterer (Erzbunkeranlage und Gießhalle von Hochofen 2), Kultufreunde (Open-Air-Kino, Theater etc. zB in der Gießhalle von Hochofen 1; Dauerausstellung zur Geschichte des Hüttenwerks im Magazin - Gebäude).
Nachts sind die Stahlkonstruktionen mit Lichtinstallationen von Jonathan Park beleuchtet, was zumindest auf Bildern extrem genial aussieht. Ich nehme an, dass es auch beeindruckt, wenn man dann wirklich davor steht.Schon beim Aussteigen wurde ich von einem Mann gefragt, ob sich der Besuch des Landschaftsparks lohne. Ich sah wohl so aus, als sei ich da heimisch, musste dann aber erklären, dass ich selbst darauf spekuliert habe… Ebenso enttäuschen musste ich einen jungen Sportler, der mich nach dem Kletterpark fragte, zu dem ich auch nichts weiter beisteuern konnte außer „Der muss da irgendwo drin sein, ja.“. Wie sagte J. doch mal so schön? Er könne nicht verstehen, wieso man mich nach dem Weg frage, da ich eigentlich nichts ausstrahle, was darauf hindeuten ließe, dass ich mit Leuten reden möchte…
Äh... na ja… fangen wir mal an:Wenn man vom Hbf aus mit der 903 anreist, wendet man sich nach links, wenn man direkt in die richtige Richtung zum Park latschen möchte und nicht erst noch das Wohngebiet unsicher machen möchte. Interessanterweise habe ich das gerafft, bevor ich in die falsche Richtung gelaufen bin…
Der Weg dorthin führte mich über gut passierbare Wege an weiten Wiesen und einem kleinen, lichtdurchfluteten Wäldchen vorbei und hindurch . Man könnte ja behaupten, dass Grünanlagen ja an sich alle gleich aussehen, aber irgendetwas hatte dieses kleine Wäldchen, was mein Herz aufgehen ließ – dabei war es gar nichts Besonderes, sondern einfach nur nett.
Noch wärmer ums Herz wurde es mir dann allerdings, als ich über die ersten stillgelegten Gleise wackelte und links und rechts nur Wildwuchs erblicken konnte. Diese Impression ist zwar an sich wohl vielen nicht ganz unbekannt, denn es gibt genügend stillgelegte, aber nicht abgerissene Bahnstrecken, aber hier wirkt alles ein wenig weiter, unberührter und auch irgendwie… unwirklicher. Hier hatte ich das erste Mal an diesem Tag eine starke Assoziation in Bezug auf Half Life 2, denn hier findet sich der gleiche Charme verlassener Gegenden, in denen sich die Natur etwas zurückerobert. Und wer wie ich öfter mal auf diversen Lost Places - Seiten im Netz stöbert, der wird sich auch schon hier stark an ebensolche erinnert fühlen. (Wieso der Park aber nicht wirklich als Lost Place durchgehen kann, erkläre ich nur auf Nachfrage…)Kurz bin ich ein wenig irritiert, weil ich nun quasi über einen Parkplatz laufen muss, um zu dem ersten wirklich interessante Gebäude zu gelangen. Hier sind Leute. Zu viele Leute. Gut, etwas Anderes habe ich an einem so herrlichen freien Tag auch nicht wirklich erwartet und vermittelt auch ein Gefühl der Sicherheit, aber an sich finde ich das schon ein wenig schade, da so ein wenig des Feelings des Platzes verloren geht. Des Weiteren macht so ein voller Parkplatz die Illusion eines verfallenden, verlassenden Industriegebäudes irgendwie kaputt.
Ich werde im Folgenden nicht jedes einzelne Gebäude beim Namen nennen (erstens hat mich die Gebäudebezeichnung kaum interessiert und zweitens fände ich das auch langweilig), sondern einfach beschreibend vorgehen, wie ich so gelatscht bin. Wer sich vorab aber informieren möchte, was es dort wo gibt, findet auf der unten genannten Internetseite einen Plan, der bei mir nicht lädt.Zunächst blickte ich also auf etwas, das sich hinter einem Zaun verbarg, da es wohl einsturzgefährdet sein dürfte und zugleich auch noch irgendwie teilverbrannt aussieht. An sich dürfte das aber wohl nur Rost sein. Der Zaun ist an einer Stelle aber eher eine Art Attrappe und wenn ich ehrlich sein soll, war ich kurz davor, das zu demonstrieren, um an noch interessante Bilder dieses interessanten, wirklich verlassen wirkenden und teils maroden Gebäude zu kommen. Besonders gefiel mir hier, dass die Grünpflanzen so wuchern, dass man teilweise schon einen guten Blickwinkel haben muss, um alles vom Gebäude zu sehen. Ganz besonders toll: das große Vogelnest.
Nicht so toll: der Müll auf dem kleinen Platz davor. Nicht nur Taschentücher, auch Kondompackungen lassen sich hier finden. Na klasse.
Die große Fläche zwischen den beiden eben genannten Gebäuden wurde an dem Tag, an dem ich dort war, von Jugendlichen Skatern genutzt, weswegen ich nicht zu der großen Halle am Ende des Platzes gegangen bin. Zugegebenermaßen sah sie auch nur teilweise interessant aus, aber ich kann mich täuschen und werde bei meinem nächsten Besuch (ja, den wird es geben) wohl mal einen Blick hineinwagen.
Zurück zum Hauptweg kam ich an ein paar kleinen, liebevoll gestalteten Dingern vorbei, die ich jetzt einfach mal „Blumenkübel“ nenne, obwohl das doch recht weit entfernt von den schön gestalteten Grünpflanzendingern ist.Etwas planlos ging es dann weiter über den nächsten Parkplatz und zielstrebig auf eine Mauer zu, die das eigentliche Gelände an dieser Stelle von der Straße, über die man sich noch mühen muss, abgrenzt. Auch hier bin ich wieder – wider meinen natürlichen Instinkt – nach links gegangen und lag damit sehr gut, denn dort findet sich etwas, das man wohl als eine Art „Haupteingang“ sehen kann. Hier ist eine Informationsstelle mit Souvenirshop, Restaurant etc… Toiletten sind auch in der Nähe. Ehrlich gesagt habe ich das aber alles eher mit Missachtung gestraft, weil es mir dort a) zu voll war und ich b) viel zu begeistert von den anderen Anblicken, die sich mir dort boten, war.
Die lichtdurchfluteten Innenhöfe, die rostenden Rohre und Ventile, die maroden Backsteinbauten, die leider aufgrund von Lebensgefahr eingezäunt sind, die unter Wasser stehenden, offenen Hallen all das hat mir innerlich ein Lächeln verschafft und immer wieder musste ich an diverse PC-Spiele denken – allen voran Half Life 2 .Was einen ein wenig stören kann, sind die vielen Leute, die hier ebenso herumlaufen und sich das alte, vor sich hinrostende Zeug ansehen, das sich mittlerweile in die Natur einfügt und von ihr zurückerobert wird. Glücklicherweise scheint ein Großteil davon aus (Hobby-)Fotografen zu bestehen, die nicht laut sind und sich mit ähnlichen Dingen beschäftigen wie ich. Gut, aus diesem Grund kann es vorkommen, dass man mal im Weg rumsteht, aber dafür verstehen sie es auch, wenn man selbst mal böse guckt, weil jemand durchs Bild gelaufen ist.
Kinder sind hier zum Glück eher wenige anzutreffen und auch sie sind erstaunlich wenig störend. Die Jugendlichen Ballspieler können da schon ein wenig mehr die Stimmung drücken.
Nun gibt es verschiedene Optionen, einen kleinen Fluss (?) zu überqueren, der so wirkt, als gäbe es keine andere Möglichkeit; er muss einfach da sein. Er fügt sich so schön in das Bild der verrostenden „Brücke“ dahinter ein, dass es sich einfach richtig anfühlt und ich mal wieder hin und weg bin, ob der Schönheit, die einem da geboten wird.
An einem kleinen Wäldchen vorbei geht es dann zu dem Windrad, dessen einziger Zweck es ist, einen Wasserlauf für einen…. Spielplatz… mit Energie zu beliefern. Sieht nett aus, könnte aber netter aussehen. Außerdem finde ich es ein wenig schade, dass es hier einen Spielplatz gibt, denn er zerstört ein wenig das Gesamtbild. Glücklicherweise liegt er zum Teil hinter Mauern, hinter denen sich auch kleine Gärten befinden, die zum Verweilen einlüden, störte man sich nicht an Kindern. Einen Vorteil hat der Spielplatz aber: Da gibt es so ein extrem quietschendes Ding, das noch mal für ein „Ui, alt und verlassen und unheimlich“-Feeling sorgt, wenn man die Augen schließt.An einer Art „Bunker“ mit amphitheatermäßigen Treppen drumherum (scheint ebenso ein Platz zu sein, der Jugendliche anlockt) vorbei geht es dann eine schmale, relativ steile Treppe hinauf, die recht neu wirkt und zu einem ebenfalle recht neu wirkenden Weg direkt neben der Autobahn hinaufführt. Interessanterweise steht nur oben ein Schild, das einen darauf hinweist, dass man die Treppe auf eigene Gefahr nutzt - oder ich habe es auf der anderen Seite nicht gesehen. Folgt man dem Weg bis ganz nach oben auf den Hügel, so hat man einen herrlichen Ausblick auf einen Großteil des Parks und kann vor hier aus wahrscheinlich auch den einen oder anderen malerischen, ja nahezu magischen Sonnenuntergang erleben . Mir persönlich hat ja schon die Nachmittagssonne eines wundervollen Herbsttages zugesagt.
Vom Hügel herunter führte mich ein richtiger Weg, der mich wieder zurück zum Wasser führte und den ich recht schnell wieder verließ, um auf das zu gelangen, was ich „Die Brücke“ nenne. Von hier aus hat man ebenfalls einen netten Panoramablick auf die Hauptanlage und sogar auf den Kletterbereich, den ich persönlich übrigens nicht aufgesucht habe. Des Weiteren kann man hier ein paar wirklich schön bewachsene Stahlteile sehen.Mein weiterer Aufenthalt im Landschaftspark führte mich dann wieder in einen etwas bautenärmeren Teil des Parkes, der trotzdem nicht weniger gelungen wäre. Hier gibt es ein paar „Schlote“, die sich in die Landschaft einfügen und eine weiter verlassenen Bahnstrecke mit einem alten Häuschen, das mir persönlich mal wieder sehr gefallen hat.
Eigentlich wollte ich ganz genau wissen, wohin dieses elendig lange, verrostete Rohr führt, das einen sogar über die Autobahn lotst, aber ein Blick auf meine Uhr verriet mir, dass ich dazu leider keine Zeit mehr haben würde, wollte ich nicht später wieder zu Hause sein als geplant. Mittlerweile bereue ich es aber, dass ich den Rückweg angetreten habe, denn ich denke, in den Abendstunden hat dieser Park ein ganz besonderes Flair und eventuell kommen einem nicht mehr alle zwei Sekunden (leicht übertrieben) Leute entgegen, fühlt sich aber trotzdem noch nicht ganz unsicher.Mein Rückweg führte mich dann an dem begehbaren Hochofen 5 vorbei, von dem aus man wohl einen sehr guten Ausblick über die ganze Stadt und bis nach Düsseldorf haben soll. Da ich mich aber nicht beeilen wollte (gerade nicht beim Treppensteigen) und es mir dort auch zu voll war, bin ich nur in der unteren Ebene geblieben und werde den Ofen eventuell bei meinem nächsten Besuch erklimmen.
Es handelt sich um eine recht übersichtliche Internetseite mit nützlichen Informationen. Sie ist aktuell und sollte am besten schon vor einem Besuch mal angeschaut werden, damit man nichts verpasst, was man eigentlich unbedingt sehen möchte, wenn man von weiter weg anreist.
Des Weiteren gibt es hier auch Informationen über Veranstaltungen etc.
PS: Das sind MEINE Bilder. Wenn ich irgendwann eines davon woanders als hier finden sollte und es nicht gekennzeichnet ist, woher es stammt, bin ich ernsthaft sauer (und zugleich vielleicht auch geschmeichelt, weil die dann ja zumindest gut gewesen zu sein scheinen – aber das Saure wird überwiegen.) Die Auswahl fiel übrigens alles andere als leicht.
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Sydneysider47 21.11.2011 12:36
Deine "Frau-Keks-Latscht"-Berichte finde ich immer besonders gut - auch diesen hier. Viele Grüße und bh!
blonde.locke 21.11.2011 08:12
BH & LG
lunamond 21.11.2011 02:35
pinkdawn 15.11.2011 00:46
Kennst du "Stalker" von Andrei Tarkowski?
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Wunderbarer Bericht!