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Erfahrungsbericht

für Landschaftspark Nord, Duisburg
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5 Sterne Frau Keks latscht durch Duisburg I Bericht mit Bildern
81 von 81 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Natur und Industrie, Rost und Grün, Fotografenmekka

Kontra leicht überlaufen, Lebensgefahrschilder

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Öffnungszeiten
Spaßfaktor

Der Autor

Riesenkeks Seit 18 Aug 2008

TANZT! www.eurovision.de/teilnehmer/ninazilli11​7.html // Rezension bei ciao ungleich... mehr

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Der Übersichtlichkeit halber, eine Art Gliederung:
Nach der Widmung findet sich der Soundtrack zu diesem Bericht, dann allgemeine Infos zum Park, dann wird mit mir gelatscht und schließlich gibt es noch weitere allgemeinere Infos und Eindrücke.


Diesen Bericht widme ich R., der nie wirklich mit mir dahin wollte, A., mit der ich eigentlich dorthin wollte, was aber aus verschiedenen Gründen (teilweise meine Schuld, ich geb’s zu) nicht funktionierte und J., der irgendwie fast gedanklich dabei war und den ich so gerne dabei gehabt hätte.
Soundtrack

Während der allgemeinen Informationen:
The Connells - ’74-’75
http://www.youtube.com/watch?v=azLiShMe-​Yw

Im Mittelteil:
Diverse Lieder, die zu Half-Life 2 gehören:
http://www.youtube.com/watch?v=49jkd25P6​fI
http://www.youtube.com/watch?v=savrHcaEG​0E&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=4b_CxSQ3r​8U&feature=related_
http://www.youtube.com/watch?v=hNoafdG9S​4k&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=JXORDZt5R​fk
http://www.youtube.com/watch?v=ZTq7NM0SR​ko&feature=related (das von eben als Pianoversion in lang... wundervoll!)

(Wer zu schnell liest, hört sich das trotzdem gefälligst alles an. So.)


Beim Fazit:
Das Outro zu Alfred J. Kwak:
http://www.youtube.com/watch?v=KDtXg0WKG​Go

Was ich eigentlich den ganzen Tag im Kopf hatte, weiß ich leider nicht mehr. Argh!

Allgemeines

Anreise

Ich war mal wieder auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, was mich aber kein bisschen gestört hat, da man in den Ruhrpott eigentlich von überall in NRW recht gute Verbindungen hat und auch der Landschaftspark vom Duisburger Hauptbahnhof aus mit der Straßen-/ U-Bahn 903 sehr gut zu erreichen ist.
Für einen genaueren Plan empfehle ich
www.bahn.de

Wer mit dem Auto anreisen möchte, findet hier
www.falk.de
einen guten Routenplaner. Als Orientierung kann man die Emscher Straße angeben.
Da der Park an der Autobahn liegt, sollte sich die Anfahrt nicht wirklich kompliziert gestalten.
Genügend Parkplätze sind auch vorhanden.

Wer in Duisburg und Umgebung wohnt, dem empfehle ich eine Anreise mit dem Fahrrad, denn die Wege dort eignen sich hervorragend zum Radfahren.

Was zum Henker ist ein Landschaftspark?

Nun, wer zu faul ist, selbst zu googeln, dem paraphrasiere ich hier mal den ersten Satz des wikipedia-Artikels dazu:
Als Landschaftspark bezeichnet man Parks und Gärten mit vergleichsweise großer Fläche, die nach bestimmten landschaftsarchitektonischen Prinzipien gestaltet worden sind und die sich durch natürliche, landschaftliche oder kulturelle Eigenschaften auszeichnen, sodass eine Aufwertung von Kultur, Landschaft und Natur stattfindet.
Aha, und was ist das jetzt in Duisburg für ein Landschaftspark?

Bei dem Landschaftspark Duisburg – Nord handelt es sich um eine etwa 200 Hektar große Fläche rund um eine rekultivierte Industriearchitektur – um genau zu sein um ein stillgelegtes Hüttenwerk. Es handelt sich um einen der zentralen Punkte der Europäischen Route der Industriekultur und der Route der Industriekultur des Ruhrgebietes.

1901 entstanden hier die ersten Hochöfen; bis zum Jahr 1973 sollten es fünf Stück werden, von denen aber schon 1982 die ersten beiden wieder abgerissen wurden. 1985 wurde dann das ganze Werk stillgelegt – gerade mal 12 Jahre nach der Entstehung des letzten Hochofens. Zwischen 1990 und 1999 wurde die Anlage so umgestaltet, dass sie für Besucher (teilweise) zugänglich ist und man einen landschaftsarchitektonischen Park besuchen kann (ich hasse diesen Satz).

Mittlerweile gibt es dort nicht nur etwas für Spaziergänger, Wanderer, Radfahrer, Fotografen etc, sondern auch Taucher (im Gasometer), Kletterer (Erzbunkeranlage und Gießhalle von Hochofen 2), Kultufreunde (Open-Air-Kino, Theater etc. zB in der Gießhalle von Hochofen 1; Dauerausstellung zur Geschichte des Hüttenwerks im Magazin - Gebäude).

Nachts sind die Stahlkonstruktionen mit Lichtinstallationen von Jonathan Park beleuchtet, was zumindest auf Bildern extrem genial aussieht. Ich nehme an, dass es auch beeindruckt, wenn man dann wirklich davor steht.

Mein Besuch – oder: „Wo ist die nächste Headcrab?“


Schon während meiner kurzfristigen Anreise war ich begeistert ob des Sonnenscheins, der mir gute Lichtverhältnisse für Fotos versprach – und gleichzeitig nicht allzu viel Wärme auf mich arme, wärmeempfindliche Frau strahlte, sondern ein angenehmes Klima irgendwo zwischen „Lederjacke an“ und „Lederjacke doch nicht an“ bescherte.
Wenn man besonders cool sein will, nimmt man seine Sonnenbrille übrigens auch nicht in der U-Bahn ab, denn wenn man dann wieder an die Oberfläche fährt, ist man die einzige, die nicht fies blinzeln muss. Nur so als Tipp zwischendurch.

Schon beim Aussteigen wurde ich von einem Mann gefragt, ob sich der Besuch des Landschaftsparks lohne. Ich sah wohl so aus, als sei ich da heimisch, musste dann aber erklären, dass ich selbst darauf spekuliert habe… Ebenso enttäuschen musste ich einen jungen Sportler, der mich nach dem Kletterpark fragte, zu dem ich auch nichts weiter beisteuern konnte außer „Der muss da irgendwo drin sein, ja.“. Wie sagte J. doch mal so schön? Er könne nicht verstehen, wieso man mich nach dem Weg frage, da ich eigentlich nichts ausstrahle, was darauf hindeuten ließe, dass ich mit Leuten reden möchte…

Äh... na ja… fangen wir mal an:

Wenn man vom Hbf aus mit der 903 anreist, wendet man sich nach links, wenn man direkt in die richtige Richtung zum Park latschen möchte und nicht erst noch das Wohngebiet unsicher machen möchte. Interessanterweise habe ich das gerafft, bevor ich in die falsche Richtung gelaufen bin…


Zunächst sieht man nicht Vieles, was man eigentlich erwartet hätte, wenn man sich vorher schon ein bisschen im Internet schlau gemacht hat, was da so auf einen zukommt. Nein, stattdessen latscht man über das Gebiet des Ingenhammshofes . Der Hof diente als Lieferant für Nahrung, die im Hüttenwerk gebraucht wurde und konnte sich somit als letzter Hof seiner Art seinen Platz in Duisburg-Meiderich bewahren. Aller anderen Höfe mussten der Industrie weichen. Heute handelt es sich um einen Lehr- und Lernbauernhof, über den ich allerdings nur geflitzt bin, da ich nicht viel Zeit mitgebracht habe. Was ich allerdings sagen kann ist, dass Kinder hier zumindest an den Tieren ihren Gefallen finden werden und auch ich fand’s eigentlich ganz nett da, hatte aber nicht wirklich die Muße, ein Bild von da zu machen – was ja schon einiges heißt, wenn man weiß, was und wie viel ich sonst so fotografiere. Mein Ziel offenbarte sich mir aber zu früh und ließ mich fast magisch angezogen nur auf das zulaufen, denn wegen der alten Industriebauten war ich ja schließlich hier und nicht wegen des Bauernhofes…

Der Weg dorthin führte mich über gut passierbare Wege an weiten Wiesen und einem kleinen, lichtdurchfluteten Wäldchen vorbei und hindurch . Man könnte ja behaupten, dass Grünanlagen ja an sich alle gleich aussehen, aber irgendetwas hatte dieses kleine Wäldchen, was mein Herz aufgehen ließ – dabei war es gar nichts Besonderes, sondern einfach nur nett.

Noch wärmer ums Herz wurde es mir dann allerdings, als ich über die ersten stillgelegten Gleise wackelte und links und rechts nur Wildwuchs erblicken konnte. Diese Impression ist zwar an sich wohl vielen nicht ganz unbekannt, denn es gibt genügend stillgelegte, aber nicht abgerissene Bahnstrecken, aber hier wirkt alles ein wenig weiter, unberührter und auch irgendwie… unwirklicher. Hier hatte ich das erste Mal an diesem Tag eine starke Assoziation in Bezug auf Half Life 2, denn hier findet sich der gleiche Charme verlassener Gegenden, in denen sich die Natur etwas zurückerobert. Und wer wie ich öfter mal auf diversen Lost Places - Seiten im Netz stöbert, der wird sich auch schon hier stark an ebensolche erinnert fühlen. (Wieso der Park aber nicht wirklich als Lost Place durchgehen kann, erkläre ich nur auf Nachfrage…)

Kurz bin ich ein wenig irritiert, weil ich nun quasi über einen Parkplatz laufen muss, um zu dem ersten wirklich interessante Gebäude zu gelangen. Hier sind Leute. Zu viele Leute. Gut, etwas Anderes habe ich an einem so herrlichen freien Tag auch nicht wirklich erwartet und vermittelt auch ein Gefühl der Sicherheit, aber an sich finde ich das schon ein wenig schade, da so ein wenig des Feelings des Platzes verloren geht. Des Weiteren macht so ein voller Parkplatz die Illusion eines verfallenden, verlassenden Industriegebäudes irgendwie kaputt.

Ich werde im Folgenden nicht jedes einzelne Gebäude beim Namen nennen (erstens hat mich die Gebäudebezeichnung kaum interessiert und zweitens fände ich das auch langweilig), sondern einfach beschreibend vorgehen, wie ich so gelatscht bin. Wer sich vorab aber informieren möchte, was es dort wo gibt, findet auf der unten genannten Internetseite einen Plan, der bei mir nicht lädt.

Zunächst blickte ich also auf etwas, das sich hinter einem Zaun verbarg, da es wohl einsturzgefährdet sein dürfte und zugleich auch noch irgendwie teilverbrannt aussieht. An sich dürfte das aber wohl nur Rost sein. Der Zaun ist an einer Stelle aber eher eine Art Attrappe und wenn ich ehrlich sein soll, war ich kurz davor, das zu demonstrieren, um an noch interessante Bilder dieses interessanten, wirklich verlassen wirkenden und teils maroden Gebäude zu kommen. Besonders gefiel mir hier, dass die Grünpflanzen so wuchern, dass man teilweise schon einen guten Blickwinkel haben muss, um alles vom Gebäude zu sehen. Ganz besonders toll: das große Vogelnest.
Nicht so toll: der Müll auf dem kleinen Platz davor. Nicht nur Taschentücher, auch Kondompackungen lassen sich hier finden. Na klasse.

Rechts davon findet sich dann eine alte Halle, in der man sich nicht von dem Kran erwischen lassen soll und in der reger Betrieb herrschte, denn hier fand ein Fotoshooting statt, so dass ich nicht jeden kleinsten Winkel des nur teilweise bewachsenen Gebäudes erforschen konnte. Hier kann man nämlich auch zwischen alten Rohren und Stangen rumlaufen. Ganz nett, aber noch nicht der ultimative „Kick“.
Des Weiteren fällt schon hier auf, dass es sowohl gute Graffitis gibt als auch welche, die einfach nur bezeugen, dass etwas mehr oder weniger aufgegeben ist…

Die große Fläche zwischen den beiden eben genannten Gebäuden wurde an dem Tag, an dem ich dort war, von Jugendlichen Skatern genutzt, weswegen ich nicht zu der großen Halle am Ende des Platzes gegangen bin. Zugegebenermaßen sah sie auch nur teilweise interessant aus, aber ich kann mich täuschen und werde bei meinem nächsten Besuch (ja, den wird es geben) wohl mal einen Blick hineinwagen.

Zurück zum Hauptweg kam ich an ein paar kleinen, liebevoll gestalteten Dingern vorbei, die ich jetzt einfach mal „Blumenkübel“ nenne, obwohl das doch recht weit entfernt von den schön gestalteten Grünpflanzendingern ist.

Etwas planlos ging es dann weiter über den nächsten Parkplatz und zielstrebig auf eine Mauer zu, die das eigentliche Gelände an dieser Stelle von der Straße, über die man sich noch mühen muss, abgrenzt. Auch hier bin ich wieder – wider meinen natürlichen Instinkt – nach links gegangen und lag damit sehr gut, denn dort findet sich etwas, das man wohl als eine Art „Haupteingang“ sehen kann. Hier ist eine Informationsstelle mit Souvenirshop, Restaurant etc… Toiletten sind auch in der Nähe. Ehrlich gesagt habe ich das aber alles eher mit Missachtung gestraft, weil es mir dort a) zu voll war und ich b) viel zu begeistert von den anderen Anblicken, die sich mir dort boten, war.

Die lichtdurchfluteten Innenhöfe, die rostenden Rohre und Ventile, die maroden Backsteinbauten, die leider aufgrund von Lebensgefahr eingezäunt sind, die unter Wasser stehenden, offenen Hallen all das hat mir innerlich ein Lächeln verschafft und immer wieder musste ich an diverse PC-Spiele denken – allen voran Half Life 2 .
Es riecht nach Metall, nach Staub, nach Rost, nach alten Chemikalien. - Und ich fühle mich wohl. Erst Recht, als mir kurz gezeigt wird, dass ich nicht allein auf der Welt bin, weil drei Menschen, die mir wichtig sind, an mich dachten (nachdem ich an sie gedacht habe, aber das zählt nicht).

Was einen ein wenig stören kann, sind die vielen Leute, die hier ebenso herumlaufen und sich das alte, vor sich hinrostende Zeug ansehen, das sich mittlerweile in die Natur einfügt und von ihr zurückerobert wird. Glücklicherweise scheint ein Großteil davon aus (Hobby-)Fotografen zu bestehen, die nicht laut sind und sich mit ähnlichen Dingen beschäftigen wie ich. Gut, aus diesem Grund kann es vorkommen, dass man mal im Weg rumsteht, aber dafür verstehen sie es auch, wenn man selbst mal böse guckt, weil jemand durchs Bild gelaufen ist.
Kinder sind hier zum Glück eher wenige anzutreffen und auch sie sind erstaunlich wenig störend. Die Jugendlichen Ballspieler können da schon ein wenig mehr die Stimmung drücken.

Nach einer ausgiebigen Erkundung des größten Komplexes, ging es durch einen wundervollen, nach oben offenen Gang, in dem wieder ein typisches „Frau Keks sieht einen Baum auf an einer ungewöhnlichen Stelle“-Foto entstanden ist, zu einem sehr offenen Platz, in dem sich diverse Wasserbecken finden, in die man nicht hineinhüpfen sollte, wenn man nicht auf Stahlteile stoßen will. Das Ganze erinnert an ein Klärwerk und hat vor allem dann was, wenn eine Krähe krächzend darüber hinwegfliegt.

Nun gibt es verschiedene Optionen, einen kleinen Fluss (?) zu überqueren, der so wirkt, als gäbe es keine andere Möglichkeit; er muss einfach da sein. Er fügt sich so schön in das Bild der verrostenden „Brücke“ dahinter ein, dass es sich einfach richtig anfühlt und ich mal wieder hin und weg bin, ob der Schönheit, die einem da geboten wird.

An einem kleinen Wäldchen vorbei geht es dann zu dem Windrad, dessen einziger Zweck es ist, einen Wasserlauf für einen…. Spielplatz… mit Energie zu beliefern. Sieht nett aus, könnte aber netter aussehen. Außerdem finde ich es ein wenig schade, dass es hier einen Spielplatz gibt, denn er zerstört ein wenig das Gesamtbild. Glücklicherweise liegt er zum Teil hinter Mauern, hinter denen sich auch kleine Gärten befinden, die zum Verweilen einlüden, störte man sich nicht an Kindern. Einen Vorteil hat der Spielplatz aber: Da gibt es so ein extrem quietschendes Ding, das noch mal für ein „Ui, alt und verlassen und unheimlich“-Feeling sorgt, wenn man die Augen schließt.

An einer Art „Bunker“ mit amphitheatermäßigen Treppen drumherum (scheint ebenso ein Platz zu sein, der Jugendliche anlockt) vorbei geht es dann eine schmale, relativ steile Treppe hinauf, die recht neu wirkt und zu einem ebenfalle recht neu wirkenden Weg direkt neben der Autobahn hinaufführt. Interessanterweise steht nur oben ein Schild, das einen darauf hinweist, dass man die Treppe auf eigene Gefahr nutzt - oder ich habe es auf der anderen Seite nicht gesehen. Folgt man dem Weg bis ganz nach oben auf den Hügel, so hat man einen herrlichen Ausblick auf einen Großteil des Parks und kann vor hier aus wahrscheinlich auch den einen oder anderen malerischen, ja nahezu magischen Sonnenuntergang erleben . Mir persönlich hat ja schon die Nachmittagssonne eines wundervollen Herbsttages zugesagt.

Vom Hügel herunter führte mich ein richtiger Weg, der mich wieder zurück zum Wasser führte und den ich recht schnell wieder verließ, um auf das zu gelangen, was ich „Die Brücke“ nenne. Von hier aus hat man ebenfalls einen netten Panoramablick auf die Hauptanlage und sogar auf den Kletterbereich, den ich persönlich übrigens nicht aufgesucht habe. Des Weiteren kann man hier ein paar wirklich schön bewachsene Stahlteile sehen.

Mein weiterer Aufenthalt im Landschaftspark führte mich dann wieder in einen etwas bautenärmeren Teil des Parkes, der trotzdem nicht weniger gelungen wäre. Hier gibt es ein paar „Schlote“, die sich in die Landschaft einfügen und eine weiter verlassenen Bahnstrecke mit einem alten Häuschen, das mir persönlich mal wieder sehr gefallen hat.

Eigentlich wollte ich ganz genau wissen, wohin dieses elendig lange, verrostete Rohr führt, das einen sogar über die Autobahn lotst, aber ein Blick auf meine Uhr verriet mir, dass ich dazu leider keine Zeit mehr haben würde, wollte ich nicht später wieder zu Hause sein als geplant. Mittlerweile bereue ich es aber, dass ich den Rückweg angetreten habe, denn ich denke, in den Abendstunden hat dieser Park ein ganz besonderes Flair und eventuell kommen einem nicht mehr alle zwei Sekunden (leicht übertrieben) Leute entgegen, fühlt sich aber trotzdem noch nicht ganz unsicher.

Mein Rückweg führte mich dann an dem begehbaren Hochofen 5 vorbei, von dem aus man wohl einen sehr guten Ausblick über die ganze Stadt und bis nach Düsseldorf haben soll. Da ich mich aber nicht beeilen wollte (gerade nicht beim Treppensteigen) und es mir dort auch zu voll war, bin ich nur in der unteren Ebene geblieben und werde den Ofen eventuell bei meinem nächsten Besuch erklimmen.

Sauberkeit


Nun, es ist dort natürlich rostig und auch Graffitis sind zu finden – allerdings erstaunlich wenige und die, die dort sind, lassen das Ganze irgendwie heruntergekommener und insofern authentischer wirken.
Müll auf dem Boden habe ich nur in der Nähe der Parkplätze in „größeren“ (auch zu vernachlässigen) Mengen gesehen, obwohl mir kaum Mülleimer aufgefallen sind. Es scheint also regelmäßig Müll gesammelt zu werden.

Rollstuhl, Kinderwagen, Fahrrad, schlecht zu Fuß


Größtenteils kein wirkliches Problem, wenn man halt nicht auf den Dingern rumklettern will. Fahrräder kann man übrigens sogar vor Ort leihen.
Wer sich ausruhen möchte, findet auch genügend Sitzgelegenheiten.

Beschriftung


Für Interessierte gibt es neben Wegweisern, die teilweise halb zugewachsen sind, auch noch Informationsschilder an den jeweiligen Hallen und anderen Bauten, die einem erklären, was das mal war. Leider sind die Schilder teilweise ebenfalls mit Graffitis besprüht, aber da ich mir sie eh nicht wirklich durchgelesen habe, hat mich das auch nicht so gestört.
Wer sich wirklich dafür interessiert, kann sich aber auch diverse Heftchen und Pläne an der Information holen!

Die Internetseite

http://www.landschaftspark.de/startseite

Es handelt sich um eine recht übersichtliche Internetseite mit nützlichen Informationen. Sie ist aktuell und sollte am besten schon vor einem Besuch mal angeschaut werden, damit man nichts verpasst, was man eigentlich unbedingt sehen möchte, wenn man von weiter weg anreist.
Des Weiteren gibt es hier auch Informationen über Veranstaltungen etc.

Fazit


Der Charme des Zerfalls , der Rost, die Atmosphäre, das Licht, die Weite der Anlage. All das stimmt hier. Zwei Stunden waren eigentlich viel zu kurz, um alles einigermaßen auf sich wirken zu lassen, aber da ich sehr schnell Dinge wahrnehmen kann und mich auch nicht extrem langsam fortbewege, war es für eine erste Orientierung mehr als ausreichend. Das nächste Mal werde ich wohl bei Schnee hinfahren und vielleicht ein wenig mehr genießen können.
Für Fotografen, Naturliebhaber, Half Life 2-Spieler und ähnliches Publikum ein absolutes Muss, das leider ein wenig zu überlaufen ist, wenn man an einem Feiertag oder am Wochenende dort ist.
Besonders empfehlenswert ist wohl auch ein Besuch in der Dunkelheit oder zumindest Dämmerung.


PS: Das sind MEINE Bilder. Wenn ich irgendwann eines davon woanders als hier finden sollte und es nicht gekennzeichnet ist, woher es stammt, bin ich ernsthaft sauer (und zugleich vielleicht auch geschmeichelt, weil die dann ja zumindest gut gewesen zu sein scheinen – aber das Saure wird überwiegen.) Die Auswahl fiel übrigens alles andere als leicht.

PPS: Ja toll. Ich bin auch noch so ehrlich und schreibe in der unvergüteten Kategorie, weil ich da keine Veranstaltung besucht habe.

Bilder

für Landschaftspark Nord, Duisburg
Landschaftspark Nord, Duisburg
auf der Brücke mit Blickrichtung "Krokodil"
von Riesenkeks Riesenkeks
Landschaftspark Nord, Duisburg

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Kommentare

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  • xXschmiddixX 07.02.2012 11:58
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Wunderbarer Bericht!

  • Sydneysider47 21.11.2011 12:36
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Deine "Frau-Keks-Latscht"-Berichte finde ich immer besonders gut - auch diesen hier. Viele Grüße und bh!

  • blonde.locke 21.11.2011 08:12
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH & LG

  • lunamond 21.11.2011 02:35
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • pinkdawn 15.11.2011 00:46
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Kennst du "Stalker" von Andrei Tarkowski?

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