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LTT - Tübingen

Erfahrungsbericht

für Landestheater, Tübingen
5 Sterne LTT - Eine Tübinger Sehenswürdigkeit Bericht mit Bildern
126 von 126 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Stimmung, Atmosphäre, Gutes Schauspiel

Kontra kostet halt Geld

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

AnnaHaeberle Seit 15 Aug 2002

Leider habe ich meine Arbeit verloren, daher habe ich wieder mehr Zeit für Ciao. Nun bin ich auf... mehr

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Landestheater Tübingen - eine Tübinger Sehenswürdigkeit
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Tübingen und das LTT ( Landestheater Tübingen) gehören untrennbar zueinander. Dennoch war ich die ersten 38 Jahre meines Lebens noch nicht dort. Bei meinem chronischen Geldmangel ist eine Theaterkarte unerschwinglichen Luxus. Nun stand das aber in der 3. Klasse auf dem Programm. Daniels Schulklasse wollte hin, er brachte mir ein Zettel, dass er 6 Euro für den Eintritt und die Zugfahrkarte bezahlen müsse, und sagte bei uns seien es 12 Euro. Er habe mich gleich mit angemeldet. Sie brauchen noch Eltern, die mitgehen und die Kinder begleiten. Sonst gehe es nicht. Ich schluckte, 12 Euro, wo wir doch eh kein Cent übrig haben. Aber andererseits, ins Theater wollte ich schon immer. So günstig würde ich nie wieder hinkommen. Und Daniel enttäuschen wollte ich ja auch nicht, da er ja nun schon gesagt hat, seine Mutter geht mit.

Also packte ich uns ein Rucksackvesper und kam zur verabredeten Uhrzeit zur Schule, dort standen die Kinder, die Lehrerin und noch ein paar Mütter. Jeder musste auf eine kleine Gruppe von vier Kindern aufpassen. Wir liefen nun zusammen zum Bahnhof, und fuhren mit dem Zug nach Tübingen. Vom Bahnhof war es nicht mehr weit zum LTT.

Wir waren im Saal "Werkstatt" . Am Eingang waren zwei Damen die uns zeigten , wo wir hin müssen, und wo die Jacken und Rucksäcke ablegen. Als Mama durfte ich sogar den Rucksack mit hinein nehmen. Schließlich hatte ich meinen Geldbeutel dabei. Es geht halt drum, dass man während der Vorstellung nicht essen soll. Auch Handys müssen ausgeschaltet werden. Die Stühle sind hier angeordnet wie in Kino. Von oben sieht man auf die Bühne herab. An der Decke hängen große Scheinwerfer.

Unser Stück hieß Geschichten aus dem Supermarkt. Auf der Bühne stand ein kleiner Supermarkt aufgebaut.

Oben ein Schild mit dem Namen Kaufparadies. Es ertönt eine Stimme, der Laden öffne erst in 20 Minuten. Die Verkäuferin tanzt und putzt ihre Kasse. Die Männer, ein Verkäufer und ein Lehrling räumen Ware ein. Die Verkäufer stehen zusammen und tuscheln. Mit schneidigen Schritten kommt ein neuer Marktleiter hinzu. Er schlägt sein U. V. S. vor - eine ungewöhnliche Verkaufsstrategie. Die Kunden werden ab sofort mit Gesang begrüßt. Sie singen "Wir führen alle Marken, haben alle Stärken". Eine hereinkommende Kundin wird gleich in Einkaufswagen gepackt und singend durch den Laden geschoben. Ihr gefällt es nicht, da gehe ich lieber zu Aldi schimpft sie.

Im Bestand sei dem Marktleiter aufgefallen, dass 12 Schnitzel fehlen. Diese müsse die Metzgereiverkäuferin nun augenblicklich suchen, und sei solange von ihrer eigentlichen Arbeit des Wurstverkaufens freigestellt.

Der Marktleiter hat besondere Regale entwickelt. Er singt "meine Welt sind die Regale, mal sind sie halbvoll, mal leer..." Seine Regale geben den Mitarbeitern Informationen weiter, wie Kunde hat Knäckebrot entnommen, bitte nachfüllen, Kunde hat Knäckebrot zurückgelegt bitte Nachfüllvorgang abbrechen. Die Sprechstimme am Klavier ( links vorne sitzt eine Band, der am Klavier übernimmt die Mikrofonsprechstimme) dreht durch. Alles blitzt und zischt. ,,Gutes muß nicht teuer sein..." Gratisware wird angekündigt. Also nehmen die Kunden ihre Ware umsonst mit raus. Der Azubi lacht und meint, das System sei doch nicht ganz so Scheiße. Der Marktleiter knallt ihm eine.

Die Kunden werden an der Kasse unruhig ihnen dauert es zu lange. Die kassiererin dreht hohl, träumt von Spanien. Carmen aus Rosenheim tanzt Flamingo. Die Kassiererin setzt sich nach ihrem Spanienurlaub wieder an die Kasse und lauscht den Kastagnetten. Die Kassiererin tanzt mit dem Azubi Flamingo. Er nimmt die Karotten als Stierhörner und geht auf die Kassiererin los. Er legt sie auf die Kasse, die Stimmung knistert richtig. Richtig erotisch kommt das rüber, selbst die Kinder die den Saal ausfüllen bemerken das. Der Chef kommt entsetzt hinzu, und sieht dieses Liebesspiel. Der Azubi sagt aber fest und bestimmt, dass sei ein spanischer Tanz. Daraufhin bekommen sie eine Gehaltserhöhung versprochen. Sie küssen sich nun vor lauter Freude.

Der ältere Verläufer, Herr Beierlein redet mit dem Obst und dem Gemüse. Wenn den Kartoffeln etwas nicht paßt rufen sie ,,Werner" seinen Vornamen.

Die andere Verkäuferin knappert an einer Karotte. Sie sucht die verschwundenen Schnitzel.

Den Knoblauch kann niemand riechen, deshalb redet Herr Beierle mit ihm. Er möchte einer Kundin den Kohl anbieten, da dieser aber nicht mehr so frisch ist, lauft sie nur erbost weiter. Der Chef kommt hinzu, und fragt ob er denn noch alle Tassen im Schrank habe, da er mit dem Kohlkopf rede. In einem modernen Unternehmen sei kein Platz für Menschen, die mit Kohlköpfen sprechen. Der Verkäufer wird entlassen. Er will wenigstens seinen geliebten Kohlkopf mitnehmen, der Chef sagt aber, der bleibe da. Herr Beierle geht alleine, und der chef schmeißt den Kohlkopf weg.

Nachts gibt es einen Aufstand im Gemüseregal. Die Tomate als Anführer fordert Freiheit für die Dosen. Sie geht zu den Regalen und schmeist alle Tetra Pack Tüten leer im Raum herum.

Die Tomate ist fix und fertig. Die Hühnerkeulen haben sie angegriffen. Die Gurken sind die Schurken und Verräter.

Hier folgte erst mal eine 15 minütige Pause, in der man geschwind heraus konnte.

Nun ging es wieder weiter die Metzgereiverkäuferin sucht immer noch die fehlenden Schnitzel. Sie kauft fürs Wochenende ein, Eis und Karotten, um über ihre Akten sitzen zu können, und nebenher zu essen. Damit sie endlich mal die Verlorenen Schnitzel findet.

Die Kassiererin und der Azubi liegen auf dem Fließband und küssen sich.

Die andere Verkäuferin kam zu spät zur Arbeit weil sie ihren treuen Kunden , den alten Mann suchte, ob er den nicht die Schnitzel geklaut habe. Sie dreht durch, hat ihr Metzgermesser in der Hand. Da kommt der alte Mann ganz ruhig und nimmt ihr das Messer aus der Hand. Er habe keines dieser Schnitzel gegessen, aber seine 12 Apostel waren sehr zufrieden. Segnend hebt er die Hände ,,Friede sei mit Euch !"

Die Kassiererin gibt zu, daß sie 12 Schnitzel gekauft und in den Kühlschrank gelegt hatte, damit ihre arme verzweifelte Kollegin endlich wieder Ruhe und abends Feierabend bekommt.

Nun kommt die 6. Geschichte aus dem Supermarkt. Über einen Lehrlingstraum. Der Azubi sagt er sei auserwählt. Er läuft übers Wasser. Als nächstes verteilt er Brot unter den Armen. Dazu steckt er es dem Marktleiter unter die Arme. Rauchschwaden steigen auf, der alte kommt. Er habe sehen wollen, was das ist, das Kaufparadies. Da es hier auf Erden offensichtlich auch ein Paradies gibt, was das nun wirklich sei. Es sei ja alles da eine hübsche junge Frau, die Kassiererin, ein sehr junger Mann, ein Deko Baum am Gemüsestand mit Äpfel. An der Kasse meist eine Schlange. Nun fragt er sich aber, wenn das nun das Paradies ist, warum seien dann ausgerechnet die Äpfel so teuer. Alle legen sich aufs Fließband. Gott hinten. Die Verkäuferinnen wippen. Der Azubi spielt Querflöte ,,Komm wir segeln ins Paradies. Mach die Augen zu, damit Du es siehst das Paradies..." Der alte Mann, Gott, sagt zu dem Filialleiter, er möchte nochmals 12 Schnitzel mitnehmen: ,, Seelig sind die, die da arm sind im Geiste. Ich denke da fühlt sich jeder angesprochen!" Die Verkäuferin fragt: ,, Wenn wir an die Armen denken, was machen wir denn mit Herr Beierle?" Der Chef stellt ihn wieder ein. Der Azubi nimmt einen Apfel aus dem Baum und gibt ihn seiner Liebsten der Kassiererin. Der Gemüseverkäufer kehrt zurück.


Es war ein tolles Theaterstück. Am beeindruckendsten fanden die Kinder das Liebespaar. Nach Ende des Spieles, im Foyer sassen wir mit den Kindern da. Die Kinder verzehrten ihr mitgebrachtes Vesper. Nebenan konnte man auch Getränke kaufen. Da sassen die Schauspieler doch glatt, und erholten sich, die Mädchen gingen auf sie zu und versuchten alle wieder zu erkennen. Sie holten sich Autogramme. Die brennenste Frage wurde gestellt, ob die zwei tatsächlich ein Liebespaar sind. Sie verneinten. Wahnsinn so etwas so gut zu spielen, der Saal knisterte ja geradezu vor Erotik. Man meinte wirklich die Funken zu spüren zwischen den Zweien.

Bilder

für Landestheater, Tübingen
LTT
LTT - Tübingen
von AnnaHaeberle AnnaHaeberle
LTT

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Kommentare

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  • MarenF 02.06.2011 20:39
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • heike79 16.04.2011 14:04
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • CyberQueeny 10.01.2011 11:29
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • meinemiamaria 22.10.2010 18:22
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Vor einer Woche war ich endlich einmal wieder für vier Stunden in Tübingen ! ---- Maria ------

  • sweety179 03.09.2010 21:44
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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