LanChile, LA

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Das Paradies über den Wolken

5  10.07.2002

Pro:
alles

Kontra:
nichts

Empfehlenswert: Ja 

Ede43

Über sich:

Mitglied seit:15.07.2001

Erfahrungsberichte:131

Vertrauende:40

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 68 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Mein Flug von Frankfurt nach Bogota war wegen der vielen Verspätungen recht lang und daher anstrengend. Nach einer unruhigen Nacht in einem Hotel , daß uns die Fluggesellschaft "Avianca" spendiert hatte, stand ich wieder am Flughafen und wartete auf meinen Weiterflug nach Santiago de Chile.
Das erste Wunder: der Flug wurde pünktlich aufgerufen.
Das zweite Wunder: die Maschine, in die wir kletterten, schien nagelneu zu sein.
Das dritte Wunder: wir flogen pünktlich ab.
Und dann gab es nur noch Wunder, aber ich will der Reihe nach erzählen.

Wir hatten kaum unsere Flughöhe erreicht, erschien eine stattliche Anzahl Stewardessen und brachte uns heiße Tücher. Die Tücher lagen in Porzellanschüsseln. Die Stewardessen schienen einer Modelagentur abgeworben zu sein. Eine war schöner als die andere und alle schienen nur einen Wunsch zu haben: der Passagier solle sich wohlfühlen. Sie sprachen ausnahmslos gut englisch, einige sogar deutsch und ihr Lächeln allein hätte schon ausgereicht, mir den Flug angenehm zu gestalten. Und das sage ich, obwohl ich eine Frau bin.

Nachdem wir uns gereinigt und erfrischt hatten, wurden die Schüsseln abgeräumt und es gab erst mal was zu trinken. Vom Mineralwasser über den besten Whiskey bis zum erlesenen Wein war alles zu haben, kostenlos. Während wir uns noch stärkten, wurde uns gewissermaßen der Tisch gedeckt. Teller aus feinem weißen Porzellan, richtiges Besteck (kein Plastik), richtige Gläser (keine Pappbecher). Dazu blütenweiße Servietten aus Stoff.
Träumte ich, oder war das hier Wirklichkeit? Im Vergleich zu dem, was mir hier geboten wurde, war die Maschine der "Avianca," die mich über den Atlantik gebracht hatte, ein Bananendampfer gewesen.
Dann wurden auf Rollwägelchen die Speisen gebracht: feine Hühnerbrühe mir Einlage,
in Porzellanterrinen. Verschiedene Gemüse und Salzkartoffeln, natürlich mit einer Prise frischer Petersilie darüber, alles in Porzellanschüsseln. Dazu Schnitzel, Hackfleischbällchen mit Käsefüllung und sogar Rinderbraten, der am Tisch frisch aufgeschnitten wurde. Dazu verschiedene Soßen. Ich war so verwirrt von dem Service, der einem Luxushotel zur Ehre gereicht hätte, daß ich gar nicht wusste, was ich wählen sollte. Die Stewardess half mir bei der Auswahl und riet mir, noch etwas Platz im Magen zu lassen, denn es gäbe nachher auch noch Kuchen.

Nachdem ich alles verspeist und mit einem leichten Weißwein nachgespült hatte, ließ man uns Zeit für eine Zigarette, dann wurde der Kuchen hereingerollt. Es sah aus wie in einer Wiener Feinbäckerei. Von der Erdbeertorte, über Schwarzwälder Kirschtorte bis zum frischgebackenen Napfkuchen war wirklich alles da. Es gab sogar Sachertorte. Nun bin ich ein ausgesprochener Sachertortenfan und habe sie auch schon in Wien gegessen. Da wollte ich doch mal testen, wie eine chilenische Sachertorte schmeckt. Sie war erxellent! Dazu gab es wahlweise Kaffee, Tee, Kakao oder heiße Milch.
Auf Sonderwünsche schienen die Stewardessen geradezu versessen zu sein. Sie wärmten Milchfläschchen für Säuglinge, halfen beim Wickeln, träufelten einem alten Herrn Tropfen in die Augen, der gerade eine Augenoperation hinter sich hatte. Sie begleiteten Gehbehinderte zur Toilette und wieder zurück; brachten Kissen, wenn man schlafen wollte und deckten einen auch noch zu - kurz: sie waren derart um unser Wohlbefinden bemüht, daß man glaubte, sich in einem Sanatorium zu befinden.
Hinzufügen muß ich noch, daß die Sitze äußerst komfortabel waren und einem genügend Beinfreiheit ließen. Das ist bei langen Flügen recht angenehm. Immerhin waren wir 8 Stunden unterwegs. Ob noch ein Film gezeigt wurde, kann ich nicht sagen, denn ich schlief nach dem Essen wie ein Baby.

Was ist das nun für eine Luxus-Airline?
Es ist die staatliche Fluglinie Chiles und heißt LanChile. Wie mir Mitreisende versicherten, wird man auf allen Flügen so umsorgt. Über den Flugpreis kann ich nichts sagen, denn ich hatte in Frankfurt einen Hin- und Rückflug nach Santiago de Chile mit Zwischenlandung in Bogota gebucht und bezahlte 1.250,00 DM. Das war ein Sonderpreis, den man nur bekommt, wenn man in Bogota zwischenlandet. Auf diese Weise kann Kolumbien wenigstens ein paar Touristen anlocken, denn wer macht schon Urlaub in Bogota.
Bis dorthin flog ich also, wie erwähnt, mit "Avianca." Von dort ging es dann weiter mit dieser wirklich traumhaften LanChile. Alles mit demselben Ticket.

Fazit:
Da ich es normalerweise gewohnt bin, daß aus Sicherheitsgründen in Flugzeugen weder richtiges Besteck, noch Porzellan und Glas verwendet werden, empfand ich es wohltuend, mein Essen nicht aus einer Plastikschale herauspulen und das Fleisch nicht mit einem stumpfen Plastikmesser bearbeiten zu müssen.
Auch nach 8 Stunden Flug waren die Stewardessen noch genauso hilfsbereit und freundlich wie bei Reiseantritt. Da wir in Santiago auf dem Rollfeld aussteigen mussten, halfen sie uns allen beim Aussteigen und führten Gebrechliche und Mütter mit kleinen Kindern die steile Gangway hinunter.
Es war einfach himmlisch, dieser Luxus und dieses Bemuttern und ich fiel unsanft aus allen Wolken, als mich der Beamte am Zoll barsch anfuhr, ich solle meinen Koffer öffnen. Die Realität hatte mich wieder.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
booordi

booordi

27.10.2002 15:52

In diesem Bericht fehlen mir nur Infos zur Flotte oder das Baumuster der Maschine mit der du geflogen bist. Dies könnte den neuen Zustand erklären. Ansonsten ein sehr guter Bericht. lg booordi

Wombaer

Wombaer

09.10.2002 01:59

Na, schön für Dich! Bin selbst im März mit LanChile von La Paz nach Santiago geflogen, damals war der Service nur "normal". Nur sind mir auch die schönen Stewardessen aufgefallen - aber ich durfte nicht so auffällig gucken, weil meine Freundin neben mir sass :-)

mecano

mecano

24.07.2002 02:12

Glückwunsch. Zu gehörst zu den wenigen Menschen, die eines der schönsten Gegenden der Welt besucht haben. Chile ist ein traumhaftes Land. Und Deine Berichte tragen dazu bei, den noch nie da gewesenen das Land der Lamas, des Weines und der immer freundlichen Menschen ein Stück näher zu bringen. Chile ist immer eine Reise wert (besonders zwischen November und März während der warmene Monate). Und diese Reise sollte mit der LAN Chile beginnen. der Start in eine andere Dimension. Hoffe, bald mehr von Dir zu lesen. Gruß, mecano

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