Über sich:ich lese keine berichte über joghurt, duschgel & co.
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So liebe Leute, ich bin von meiner Bolivienreise zurück gekehrt (bis auf Magenprobleme, die zu einem Südamerikaurlaub quasi dazu gehören, geht es mir gut, nix schlimmes passiert...) und nun geht das lustige Schreiben los. Und da bietet sich La Paz als administrative Hauptstadt Boliviens und die "Base" unserer Reise an.
Allgemeines
La Paz heißt mit vollem Namen Nuestra Senora de la paz, was soviel bedeutet wie Unsere Liebe Frau des Friedens. Es ist die am höchsten gelegene Hauptstadt der Welt, auf 3660m. D. h. Höhenkrankheit ist für jeden der nach La Paz reist ein Thema, mit dem er sich beschäftigen sollte. Ich hatte Glück und bliebt weitgehend verschont. Nur die ersten Tage etwas Kopfschmerzen und die Sauerstoffknappheit (es geht immer nur eine Sache: entweder reden oder laufen oder essen...). Die meisten Reisenden die nach La Paz wollen, kommen auf dem Flughafen an, der jedoch nicht in La Paz liegt, sondern in El Alto. Da La Paz in einem Tal liegt ist es wohl schwierig hier eine Landebahn hin zu bauen. El Alto liegt auf dem Altiplano, also über La Paz. Beide Städte grenzen jedoch aneinander. Wie schon gesagt liegt La Paz in einem etwa 400m tiefen Tal. Das Wahrzeichen der Stadt ist der schneebedeckte Illimani (6462m). Angeblich soll man in seinem Hängen das Bild eines Indigena mit Frau, Kind und Lama entdecken können. Wahrscheinlich fehlt es mir an Fantansie, aber ich habe es nicht sehen können (oder ich habe zu wenig coca gekaut...).
Meist ist es in Städten so, dass die reicheren Wohnviertel oben liegen. Dem ist in La Paz nicht so. Je mehr Geld man hat, desto tiefer im Tal wohnt man. Dies liegt an den krassen Temperaturunterschieden. Der Temperaturunterschied zwischen den höchsten und den niedrigsten Wohnvierteln liegt immerhin bei 6 °C!
Klima
Durch die Höhe ist es nachts sehr kalt. Aber am Tag ist es in der Sonne sehr warm (T-Shirt). Sobald man aber in den Schatten kommt ist es wieder sehr kalt. es empfiehlt sich also der Zwiebellook (viele Sachen mit Reisverschluss übereinander).
Die Stadt
La Paz unterscheidet
sich nicht sehr von anderen Großstädten. Das Leben findet auf der Straße statt, es gibt viel Verkehr, Werbeplakate überall, größtenteils hässliche Gebäude. Ab und zu kann man jedoch auch einmal ein etwas "kulturelleres" Gebäude entdecken, meist eine Kirche, z.B. die Kirche San Francisco.
Das Stadtzentrum wird von einer langen Straße unten im Tal gebildet (der Prado). Es ist so quasi unmöglich sich zu verirren. Wenn man nicht mehr weiß wo man ist, dann geht man einfach nach unten und kommt auf der hauptstraße an... =) Auf dem Hauptplatz (die Perez) befindet sich der typisch bolivianische mercado. Natürlich gibt es hier viele Schuhputzer und abends Redner, Prediger, comedians,... Ein kompletter Tag geht schnell herum, es gibt immer was zu sehen. Zwischendurch einen frisch gepressten Orangensaft, eine Scheibe Ananas oder Popcorn von den zahlreichen Straßenverkäufern.
Geschichte
La Paz wurde am 20. Oktober 1548 von dem Spanier Alonzo de Mendoza gegründet. Der Historiker Cieza de Léon (16. Jhd) beschrieb La Paz als eine Stadt in der es sich gut leben lässt. Das Klima sei mild und der Blick auf die Berge inspiriere einen an Gott zu denken. Wichtig für La Paz war vor allem auch der Río Choqueyapu (ein unterirdischer Fluss, der durch La Paz fließt), der voll von Gold zu sein schien. Weiterhin liegt La Paz auf der Haupthandelsstraße zwischen Lima und Potosí (Silberstraße). Diese gute Verkehrslage sicherte die Existenz von La Paz auch nachdem das Gold nur Neige ging.
Obwohl die Stadt einen so friedvollen Namen trägt, hat sie viel Gewalt gesehen. Seit der bolivianischen Unabhängigkeit (1825) gab es über 190 Machtwechsel. Es gibt eine extrem hohe Streberate, wer Präsident werden wollte musste mit einem kurzen Leben rechnen... Auf der Plaza Morillo (dem Regierungsplatz) kann man Einschusslöcher an den Häuserwänden sehen. Noch 1946 wurde auf dem Platz der Präsident Gualberto Villarroel öffentlich erhängt.
Highlights
Auf jeden Fall einfach nur herumlaufen. Es bietet sich an von oben nach unten zu laufen (die Höhe macht sich wie gesagt ziemlich bemerkbar). Dabei kann man das Leben auf der Straße beobachten, typisch bolivianischen Essen probieren (und auf einen starken Magen hoffen), usw. Ich konnte Tage damit verbringen mich an irgend eine Ecke zu setzten und zu beobachten.Die besten Fotos lassen sich schießen, wenn man mindestens eine halbe Stunde irgendwo herumsitzt. Dann fällt man als "gringo" nicht mehr so auf... Es ist am besten wenn die Leute nicht mitbekommen wenn man fotographiert, ansonsten immer fragen! Beim Herumlaufen sehr gut auf die Tasche aufpassen (am besten vor dem Körper tragen). Gürteltaschen sind im nu weg (werden einfach abgeschnitten), auch Rücksäcke sind unpraktisch.
Tourishopping. Am besten in der Calle Linares oder der Sagarnaga. Nicht vergessen zu handeln. Alpakasachen die auf der Straße verkauft werden bestehen nie zu 100% aus Alpaka. Artinsanos haben oft sehr sehr schönen Schmuck, der billiger ist als an den Ständen. Ihr solltet vielleicht nicht unbedingt bei ihnen kaufen, wenn ein Polizist direkt daneben steht (oft haben die artisanos keine Lizenz und dann gibts Stress). Wenn ihr euch vorher nett mit den artisanos unterhaltet gibts bemerkenswerte Rabatte =). Mädels, passt auf, die Jungs habens faustdick hinter den Ohren!
Typisch bolivianisch Essen gehen in einer der penas. Hier wird (vor allem in La Paz) live perfort (Folklore) und dazu getanzt.
Party
In La Paz lässt es sich hervorragend weg gehen. Am besten fragt ihr einfach in eurem hostal nach was an dem Abend los ist. Mein Lieblingsclub ist das ttkos (in der calle mexico). Hier kommt sowohl europäische als auch bolivianische Musik. Und die coctails sind einfach der Hammer. Der Besitzer des Ladens ist einer der lustigsten Typen die ich kennen gelernt habe und selbst auf der Tanzfläche unterwegs =). Ein neues Gesetz zwingt alle clubs halb 4 zu zu machen. Danach gibt es noch illegale clubs. Sollte euch jemand vorschlagen ins viviens zu gehen, TUT ES NICHT!!!! Der club wird mindestens einmal im Monat von der Polizei geräumt, und dann habt ihr ein Problem zu erklären, dass das ganze Koks was auf den Tischen liegt nicht euers ist... Ungefährlicher ist das 484.
Schlafen
Wir haben bei Freunden von meiner Freundin geschlafen, also kenne ich mich da nicht soooo aus. Aber die Adresse Nummer 1 um andere travelers kennen zu lernen und ne super Party zu feiern ist das LOKI. Ansonsten gibt es unglaublich viele sehr preiswerte hostals (so etwa 25 bolis, also 2,50€).
Was ich in La Paz gemacht habe
Ich bin mit meiner lieben Mitbewohnerin und Freundin Conny nach Bolivien gefahren. Sie hat ein Jahr lang in La Paz in einer NGO gearbeitet. Sie haben Schuhputzer unterstützt. Die Arbeit als Schuhputzer ist in Bolivien sehr schlecht angesehen. Die lustra botas tragen nicht nur wegen der schlechten Luft Skimützen (wer sie das erste Mal sieht, bekommt oft einen Schreck, sie sehen ein bisschen aus wie Terroristen mit ihgren Masken). Sie wollen nicht erkannt werden, weil dies soziale Probleme nach sich ziehen könnte. Oft wissen nicht einmal die eigene Familienmitglieder, dass ihr Sohn/Bruder/Ehemann etc putzt. Da Conny ja mit den lustra botas zusammen gearbeitet hat, saßen wir oft mit ihnen auf der Straße und haben erzählt. Die Leute die sich dann die Schuhe putzen lassen starren einen unverholen an: Wie kann es sein, dass ein Schuhputzer, der ja nichts wert ist, mit einer gringa befreundet ist? Ich hatte einen sehr guten Eindruck. Mein Spanisch ist ja nicht sehr gut (alles erst auf der Reise gelernt) und die lustra botas haben sich oft sehr viel Mühe gegeben und hatten eine riesen Geduld mit mir. Obwohl sie so wenig verdienen, lassen sie es sich nicht nehmen uns eine cola oder einen Kaffee auszugeben. La Paz wird für mich immer mit den Schuhputzern zusammen hängen...
Ansonsten haben wir fast jeden Morgen diesen unglaublich leckeren Obstsalat gegessen (im mercado), echt der Wahnsinn! Und pollo (Hühnchen) mitpapas (Pommes) gabs sowieso jeden zweiten Tag.
Wir sind auch ziemlich viel weg gegangen. Passt auf wieviel ihr trinkt. Am Anfang merkt man gar nichts, aber dann kommt alles auf einmal. Es ist von person zu person unterschiedlich. Durch die Höhe vertragen manche mehr manche weniger. Die Getränke in Bolivien sind sehr alkohollastig... =)
Na dann, wenn ihr nach La Paz fahrt habt viell Spaß, ich bin jetzt schon neidisch. Die Stadt hat mir unglaublich gut gefallen.
Einfach nur toll und interessant, auch wenn La Paz sicher nicht viele außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten bietet. Werde mir nach und nach auch noch deine weiteren Bericht zu Gemüte führen. Aber alles mit der Zeit. LG, Stephan
21.04.2009 13:18
Einfach nur toll und interessant, auch wenn La Paz sicher nicht viele außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten bietet. Werde mir nach und nach auch noch deine weiteren Bericht zu Gemüte führen. Aber alles mit der Zeit. LG, Stephan
01.11.2007 11:30
Bolivien ist nun nicht so mein Ding , aber dein Bericht war Toll. mfg grosser1
19.10.2007 20:20
Das wäre auch etwas für mich mal eine Weile dort Urlaub zu machen. BH für Deinen schönen Bericht. LG Kjeldi