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Erfahrungsbericht

für La Palma, Insel
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3 Sterne La Palma- wirklich ein Paradies ?
34 von 34 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro die größtenteils sehr schöne Natur

Kontra der Zwang zum ständigen Autofahren

Nachdem ich vor ca. einem Jahr jede Menge Berichte über die Kanareninsel La Palma gelesen hatte, war ich im Juni 2002 selbst dort und möchte Euch meine Erfahrungen nicht vorenthalten.

Ich sage es gleich vorweg: Ein zweites Mal werde ich die Insel sicher nicht besuchen, auch wenn mir einige Dinge gefallen haben.
Aber es gibt auch ein paar Punkte, die – subjektiv betrachtet - einem uneingeschränkt tollen Urlaub im Weg standen.

Aber fangen wir doch einfach vorne an:

Lage, Größe, Bevölkerung:
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La Palma ist die nordwestlichste Insel der Kanaren und zählt zu den „kleinen Kanareninseln“ – zusammen mit La Gomera und Hierro.
Sie ist 726 qkm groß und besitzt in Relation zur Grundfläche die höchsten Erhebungen der Welt.
La Palma wird auch „Isla bonita“ – schöne Insel – oder „Isla verde“ – grüne Insel – genannt.
Durchaus zurecht, denn die üppige Vegetation ist wirklich beeindruckend.
Im Zentrum der Insel befindet sich die CALDERA DE TABURIENTE, ein riesiger Erosionskrater, der größtenteils zum Nationalpark erklärt wurde und unter Naturschutz steht.
Maße:
Die Gipfel der Kraterumrandung sind bis zu 2.426 m hoch (Roque de las Muchachos) und können - theoretisch - alle erwandert werden.

Auf La Palma leben 80.000 „Palmeros“ , die wir als ziemlich reserviert erlebt haben. Die Leute sind nicht unfreundlich, aber sehr scheu und unsicher Fremden gegenüber. Wenn wir z.B. auf einen Cafe con leche in eine Einheimischen-Bar gingen, konnte es gut sein, dass wir ewig warten mussten, bis die Bedienung sich an unseren Tisch getraut hat.
Außer den Palmeros gibt es einige – größtenteils deutsche – Aussteiger. Letztere haben nicht alle das reine Glück auf Erden gefunden.
Viele sind auch gescheitert und inzwischen wieder zurück in Deutschland.


Tourismus:
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Als sehr positiv empfand ich den tatsächlich noch weitgehend sehr sanften bzw. gar nicht vorhandenen Tourismus.
Die meisten kommen wirklich, um zu wandern, die Natur zu genießen und sicher nicht um Partys zu feiern.
Wir hatten unsere Unterkunft im Nordwesten – nördlich des Barranco de las Angustias, der als „Touristenscheide“ bezeichnet wird.
Südlich davon liegen nämlich La Palmas eher klägliche Versuche, wenigstens ein kleines Stück vom Tourismus-Kuchen abzubekommen, wie z.B. das wirklich potthässliche Puerto Naos.
Bei uns dagegen hatte man wirklich fast nur Kontakt zu Einheimischen – sofern sie ihn zuließen.

Essen, Trinken, Einkaufen:
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Etwas erstaunt haben wir festgestellt, dass die Kosten für Lebensmittel auf dem deutschen Niveau liegen – außer bei den Bananen, die ja zu tausenden angebaut werden.
Auch essen gehen ist nicht unbedingt ein billiger Spaß –nicht mal in abgelegenen Einheimischen-Lokalen. Wir haben durchaus für ein Essen mit Vorspeise und Hauptgang + Getränke mindestens € 15,00 pro Person bezahlt.
Das war es uns allerdings wert.
Tipp: frischer Fisch oder Fleisch vom Grill mit „papas arrugadas“ (Runzelkartoffeln) und einer der berühmten „Mojo“-Saucen auf Essigbasis. Lecker !
In den Supermärkten der etwas größeren Orte bekommt man wirklich alle Artikel des täglichen Bedarfs, auch frisches Fleisch, Fisch etc.
In jedem kleineren Dorf gibt es im Regelfall zumindest einen kleinen SPAR-Markt mit dem Notwendigsten.

Ausflüge:
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Nun komme ich zum Casus knacktus: Ich hatte mich im Vorfeld sehr intensiv mit der Insel beschäftigt und überlegt, was man so alles unternehmen kann.
Von dem, was wir ursprünglich vorhatten, haben wir nicht mal ein Drittel in die Tat umgesetzt. Warum ?
Weil wir gleich am ersten Tag gemerkt haben, dass man auf La Palma ein leidenschaftlicher Autofahrer sein muss.
Die Anfahrtswege zu sämtlichen interessanten Punkten sind aufgrund der gewaltigen Höhenunterschiede und trotz der eigentlich geringen Entfernungen dermaßen umständlich und erfordern außerdem vom Fahrer höchste Konzentration. Die Hauptstraßen sind zwar schon sehr gut ausgebaut, aber wirklich extrem kurvig und steil, so dass man schon zum nächsten Ort eine halbe Tagesreise zu bewältigen hat.
Sicher gibt es Urlauber, die stört das überhaupt nicht bzw. denen macht das sogar Spaß, aber unser Ding ist das nicht.
Ich wäre z.B. wahnsinnig gern auf den Roque de las Muchachos gefahren. Nachdem die Verwalterin unserer Finca uns gesagt hatte, dass das ca. 4-5 Stunden dauert, haben wir das Unternehmen abgeblasen. Nein danke !

Wir haben dann sehr genau geplant, was wir tatsächlich anschauen und das sind meine Tipps:

• Vulkanwanderung im Süden von Fuencaliente aus zum Vulkan San Antonio und danach zum Vulkan Teneguia. Letzterer ist erst 1971 zuletzt ausgebrochen und z.T. noch heiß. Die Wanderung auf dem Kraterrrand ist superinteressant aber nicht ganz ungefährlich: orkanartige Sturmböen !!!
Die schwarze Lavalandschaft ist faszinierend, vor allem die Pflanzen, die aus der heißen, trockenen Erde herauswachsen.
• Katamaranfahrt ab Puerto de Tazacorte:
Wir waren mit einem österreichischen Käpt´n den ganzen Tag auf dem Wasser. Bei einem superleckeren Fischeintopf beobachteten wir Delfine und Pilotwale. Super !!!
• Die Caldera de Taburiente: ist ein absolutes Muss auf La Palma.
Am besten man fährt von Los Llanos aus zum Parkplatz am Bachbett des Barranco de las Angustias und lässt sich von dort aus per Jeeptaxi zum Aussichtspunkt Los Brecitos fahren. Atemberaubender Blick in den Kraterkessel !!! Hier startet man dann die Wanderung, die auf gut beschilderten Wegen durch wunderschöne, duftende Kiefernwälder ins Innere der Caldera führt. Das Bergmassiv der Kraterumrandung ist wirklich gigantisch ! Die Wanderung führt am Campingplatz im Zentrum des Kessels vorbei und nach einem ziemlich steilen und steinigen Abstieg (Trittsicherheit erforderlich !) wandert man immer entlang des Bachs durch den Barranco wieder zurück zum Parkplatz.
Unterwegs gibt es im Bachbett immer wieder kleine natürliche Wasserbecken zwischen den rundgeschliffenen Felsen, in denen man super baden kann.
Die Tour war für mich persönlich DAS Highlight der Insel.

Wandern allgemein:
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La Palma ist für mich nur sehr bedingt ein Wanderparadies. Ist man erst mal an einem Ausgangspunkt, gibt es wirklich wunderschöne Wanderwege, die keine Wünsche offen lassen. Nur bis man dort ist...
Kann sein, dass ich als Kind des Schwarzwaldes da etwas verwöhnt bin – bei uns kann ich praktisch vor der Haustür eine Wanderung beginnen.
Wie gesagt – diese elenden Anfahrtswege waren nervtötend.
Nach einer anstrengenden Tageswanderung, wenn einem die Füße weh tun und man nur noch relaxen will, ist es echt unangenehm, wenn man erst noch 1-2 Stunden über Serpentinenstraßen nach Hause fahren muss.

Strände:
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Forget it - kein Grund, deswegen nach La Palma zu fliegen...
Es soll ja einige schöne, einsame Buchten geben. Keine Ahnung, ich hab sie nicht besucht.
Wir haben zweimal einen Versuch gestartet und aufgegeben, weil einfach kein halbwegs vernünftiger Weg zu finden war.
Wir waren zweimal in Puerto de Tazacorte am Strand, der für uns der nächste war.
Zum ins Wasser springen und ein bisschen Sonne tanken ganz okay, aber mehr auch nicht.
Zumal als Schutz links und rechts des Strands wirklich extrem hässliche Betonklötze ins Wasser geworfen wurden. Sieht schrecklich aus !
Das Wasser war aber wenigstens sehr sauber, und in Strandnähe gibt es ein paar gemütliche Lokale, in denen man toll frischen Fisch essen kann.
Das Gerücht, Touris würden da abgezockt, kann ich absolut nicht bestätigen.

Unterkünfte:
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Ich würde auf La Palma definitiv nie ein Hotel aufsuchen. Wir hatten eine wirklich wunderschöne Finca mit Pool gemietet, die – zugegeben – nicht ganz billig war (€ 90,00 pro Tag), aber es hat sich gelohnt.
Tipp: www.fewo-direkt.de („Romantische Finca”)
Die Hotels, die wir bei unseren Touren so gesehen haben – nein danke !
Wüste Betonbauten an noch wüsteren Stränden – das muss ich nicht haben.

Besonderheiten:
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Die Palmeros schmücken ihre Häuser mit Blumen, dass es eine wahre Pracht ist.
Richtige Blumenmeere sind da teilweise zu sehen, was den ohnehin schon vorhandenen Pflanzenreichtum noch verstärkt.

Überall auf La Palma sind außerdem riesige Bananenplantagen zu sehen. Leider sind sie teilweise (keine Ahnung wieso) mit weißen Plastikplanen abgedeckt, was ziemlich hässlich aussieht.
Die Bananen sind kleiner als die berühmten Chiquitas und verderben schneller, schmecken aber suuuper !
Negativ aufgefallen ist uns das auf La Palma noch sehr schwach vorhandene Umweltbewusstsein. Wie hier z.T. mit der wunderschönen Natur umgegangen wird, ist echt ein Armutszeugnis.
Da erklettert man sich einen Aussichtspunkt mit atemberaubender Rundumsicht und findet oben eine Riesenmüllhalde mit ausrangierten Fernsehern, Kühlschränken etc.
Auch abgemeldete Autos, die bis unters Dach mit Müll gefüllt sind, und aus denen die Ratten nur so rausspringen, stehen einfach so am Straßenrand.
Ganz toll !

Fazit:
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Nicht falsch verstehen – natürlich ist klar, dass die Palmeros ein ganz anderes Leben führen als wir.
Und logisch fahre ich auch unter anderem deswegen in Urlaub – um andere Lebensweisen und Kulturen kennenzulernen.

Aber DAS Paradies, als das La Palma immer dargestellt wird – das hab ich dort defintiv nicht gefunden.

Aber die Erfahrung muss jeder selbst machen.


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Kommentare

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  • Cybermike1202 17.01.2009 03:56
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • murfy39 06.12.2008 16:24
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • minasteini 10.11.2008 10:47
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Dr.Claudia 30.10.2008 09:50
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Banananplantagen kenne ich auch aus Madeira. LG Claudia

  • Manbo 18.08.2004 12:14
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich
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