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La Palma- wirklich ein Paradies ?
Pro die größtenteils sehr schöne Natur
Kontra der Zwang zum ständigen Autofahren
Nachdem ich vor ca. einem Jahr jede Menge Berichte über die Kanareninsel La Palma gelesen hatte, war ich im Juni 2002 selbst dort und möchte Euch meine Erfahrungen nicht vorenthalten.
Ich sage es gleich vorweg: Ein zweites Mal werde ich die Insel sicher nicht besuchen, auch wenn mir einige Dinge gefallen haben.Aber fangen wir doch einfach vorne an:
Lage, Größe, Bevölkerung:Auf La Palma leben 80.000 „Palmeros“ , die wir als ziemlich reserviert erlebt haben. Die Leute sind nicht unfreundlich, aber sehr scheu und unsicher Fremden gegenüber. Wenn wir z.B. auf einen Cafe con leche in eine Einheimischen-Bar gingen, konnte es gut sein, dass wir ewig warten mussten, bis die Bedienung sich an unseren Tisch getraut hat.
Außer den Palmeros gibt es einige – größtenteils deutsche – Aussteiger. Letztere haben nicht alle das reine Glück auf Erden gefunden.
Viele sind auch gescheitert und inzwischen wieder zurück in Deutschland.
Essen, Trinken, Einkaufen:
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Etwas erstaunt haben wir festgestellt, dass die Kosten für Lebensmittel auf dem deutschen Niveau liegen – außer bei den Bananen, die ja zu tausenden angebaut werden.
Auch essen gehen ist nicht unbedingt ein billiger Spaß –nicht mal in abgelegenen Einheimischen-Lokalen. Wir haben durchaus für ein Essen mit Vorspeise und Hauptgang + Getränke mindestens € 15,00 pro Person bezahlt.
Das war es uns allerdings wert.
Tipp: frischer Fisch oder Fleisch vom Grill mit „papas arrugadas“ (Runzelkartoffeln) und einer der berühmten „Mojo“-Saucen auf Essigbasis. Lecker !
In den Supermärkten der etwas größeren Orte bekommt man wirklich alle Artikel des täglichen Bedarfs, auch frisches Fleisch, Fisch etc.
In jedem kleineren Dorf gibt es im Regelfall zumindest einen kleinen SPAR-Markt mit dem Notwendigsten.
Nun komme ich zum Casus knacktus: Ich hatte mich im Vorfeld sehr intensiv mit der Insel beschäftigt und überlegt, was man so alles unternehmen kann.
Von dem, was wir ursprünglich vorhatten, haben wir nicht mal ein Drittel in die Tat umgesetzt. Warum ?
Weil wir gleich am ersten Tag gemerkt haben, dass man auf La Palma ein leidenschaftlicher Autofahrer sein muss.
Die Anfahrtswege zu sämtlichen interessanten Punkten sind aufgrund der gewaltigen Höhenunterschiede und trotz der eigentlich geringen Entfernungen dermaßen umständlich und erfordern außerdem vom Fahrer höchste Konzentration. Die Hauptstraßen sind zwar schon sehr gut ausgebaut, aber wirklich extrem kurvig und steil, so dass man schon zum nächsten Ort eine halbe Tagesreise zu bewältigen hat.
Sicher gibt es Urlauber, die stört das überhaupt nicht bzw. denen macht das sogar Spaß, aber unser Ding ist das nicht.
Ich wäre z.B. wahnsinnig gern auf den Roque de las Muchachos gefahren. Nachdem die Verwalterin unserer Finca uns gesagt hatte, dass das ca. 4-5 Stunden dauert, haben wir das Unternehmen abgeblasen. Nein danke !
• Vulkanwanderung im Süden von Fuencaliente aus zum Vulkan San Antonio und danach zum Vulkan Teneguia. Letzterer ist erst 1971 zuletzt ausgebrochen und z.T. noch heiß. Die Wanderung auf dem Kraterrrand ist superinteressant aber nicht ganz ungefährlich: orkanartige Sturmböen !!!
Die schwarze Lavalandschaft ist faszinierend, vor allem die Pflanzen, die aus der heißen, trockenen Erde herauswachsen.
• Katamaranfahrt ab Puerto de Tazacorte:
Wir waren mit einem österreichischen Käpt´n den ganzen Tag auf dem Wasser. Bei einem superleckeren Fischeintopf beobachteten wir Delfine und Pilotwale. Super !!!
• Die Caldera de Taburiente: ist ein absolutes Muss auf La Palma.
Am besten man fährt von Los Llanos aus zum Parkplatz am Bachbett des Barranco de las Angustias und lässt sich von dort aus per Jeeptaxi zum Aussichtspunkt Los Brecitos fahren. Atemberaubender Blick in den Kraterkessel !!! Hier startet man dann die Wanderung, die auf gut beschilderten Wegen durch wunderschöne, duftende Kiefernwälder ins Innere der Caldera führt. Das Bergmassiv der Kraterumrandung ist wirklich gigantisch ! Die Wanderung führt am Campingplatz im Zentrum des Kessels vorbei und nach einem ziemlich steilen und steinigen Abstieg (Trittsicherheit erforderlich !) wandert man immer entlang des Bachs durch den Barranco wieder zurück zum Parkplatz.
Unterwegs gibt es im Bachbett immer wieder kleine natürliche Wasserbecken zwischen den rundgeschliffenen Felsen, in denen man super baden kann.
Die Tour war für mich persönlich DAS Highlight der Insel.
Strände:
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Forget it - kein Grund, deswegen nach La Palma zu fliegen...
Es soll ja einige schöne, einsame Buchten geben. Keine Ahnung, ich hab sie nicht besucht.
Wir haben zweimal einen Versuch gestartet und aufgegeben, weil einfach kein halbwegs vernünftiger Weg zu finden war.
Wir waren zweimal in Puerto de Tazacorte am Strand, der für uns der nächste war.
Zum ins Wasser springen und ein bisschen Sonne tanken ganz okay, aber mehr auch nicht.
Zumal als Schutz links und rechts des Strands wirklich extrem hässliche Betonklötze ins Wasser geworfen wurden. Sieht schrecklich aus !
Das Wasser war aber wenigstens sehr sauber, und in Strandnähe gibt es ein paar gemütliche Lokale, in denen man toll frischen Fisch essen kann.
Das Gerücht, Touris würden da abgezockt, kann ich absolut nicht bestätigen.
Besonderheiten:
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Überall auf La Palma sind außerdem riesige Bananenplantagen zu sehen. Leider sind sie teilweise (keine Ahnung wieso) mit weißen Plastikplanen abgedeckt, was ziemlich hässlich aussieht.
Die Bananen sind kleiner als die berühmten Chiquitas und verderben schneller, schmecken aber suuuper !
Negativ aufgefallen ist uns das auf La Palma noch sehr schwach vorhandene Umweltbewusstsein. Wie hier z.T. mit der wunderschönen Natur umgegangen wird, ist echt ein Armutszeugnis.
Da erklettert man sich einen Aussichtspunkt mit atemberaubender Rundumsicht und findet oben eine Riesenmüllhalde mit ausrangierten Fernsehern, Kühlschränken etc.
Auch abgemeldete Autos, die bis unters Dach mit Müll gefüllt sind, und aus denen die Ratten nur so rausspringen, stehen einfach so am Straßenrand.
Ganz toll !
Nicht falsch verstehen – natürlich ist klar, dass die Palmeros ein ganz anderes Leben führen als wir.
Und logisch fahre ich auch unter anderem deswegen in Urlaub – um andere Lebensweisen und Kulturen kennenzulernen.
Aber die Erfahrung muss jeder selbst machen.
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Cybermike1202 17.01.2009 03:56
murfy39 06.12.2008 16:24
minasteini 10.11.2008 10:47
Dr.Claudia 30.10.2008 09:50
Banananplantagen kenne ich auch aus Madeira. LG Claudia
Manbo 18.08.2004 12:14
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Insel La Palma - Izabella Gawin Seiten: 396, Ausgabe: 4., kompl. aktualis. A., Broschiert, Reise Know-How Verlag Rump |
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