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Erfahrungsbericht

für Kuba - Allgemeines
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4 Sterne Tipps zu Kuba und meine Reisegeschichte Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro Schönheit des Landes, hohe Sicherheit, Menschen, Strände, Karneval

Kontra Diktatur

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

templerthomas Seit 5 Okt 2007

Bin jetzt wieder 100% hier aktiv ! 1.-2.6 kurze Pause hier, noch 37000 bis Gold - müsste 2012... mehr

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Ich hatte wirklich einige Bedenken Kuba zu besuchen (Urlaub in einer Diktatur etc.) und dachte mir ich warte vielleicht besser bis Kuba demokratisch ist.
Ein Urlaub auf Kuba lohnt sich aber auch schon jetzt. Ich möchte in diesem Bericht von unserer (ich, meine bessere Hälfte und 2 Freunde) Tour durch Kuba berichten und Reisetipps zu dieser schönen Insel geben (auf der aber nicht alles schön ist...).

Die Fotos anbei kommen alle von mir :-)
Allgemeine Informationen:

Kuba hat 11 Millionen Menschen. Die Bevölkerung hatte in der Vergangenheit einen gewaltigen Zuwachs. Die Statistiken sprechen von einer Million Menschen je Jahrzehnt. Dies lag an der hohen Lebenserwartung und einer geringen Kindersterblichkeit.
Jedoch hat sich dies in den 90er Jahren geändert. Die Wirtschaftskrise durch den Zerfall des Ostblocks. Kuba bekam so ziemlich alles von der Sowjetunion gesponsort und exportierte auch fast ausschließlich in die Ostblockstaaten. So verlor Kuba 86% seines Außenhandels. Kuba geriet in eine schwere Wirtschaftskrise und dies führte zu einer massiven Auswanderungswelle. Zuerst unterdrückte Castro dies dann sagte er "Wer gehen will, soll gehen".
Von 1999 bis 2006 wanderten 250 000 Kubaner aus, derzeit sind es 33 000 Kubaner jährlich. Die USA nehmen davon maximal 20.000 per Visa auf.
Insgesamt verließen 1 Million Kubaner seit der kommunistischen Revolution ihr Land.

1992 öffnete sich Kuba dem Tourismus. Kuba ist eine Diktatur unter der Herrschaft der Partido Comunista de Cuba der 15% aller erwachsenen Kubaner angehören. Human Rights Watch und Amnesty International haben Kuba nach wie vor auf ihrer Liste. Unabhängige Journalisten und Menschenrechtsaktivisten werden nach wie vor misshandelt und festgenommen. 55 Dissidenten sitzen in kubanischen Gefängnissen.
Auf der anderen Seite ist das kubanische Gesundheitswesen vorbildlich und das Bildungswesen für lateinamerikanische Verhältnisse ebenso sehr gut.

Unsere Tour:

Wir bereisten Kuba in folgendem Ablauf:

16.7. - 18.7. Havanna - Hotel Telegrafo
19.7. Fahrt nach Vinales
20.7. Vinales/Mogotes Valley
21.7. Cienfuegos
22.7. Sancti Spiritus
23.7. Trinidad
24.7. Camaguey, Übernachtung aber in St. Lucia
25.7. bis 27.7. St. Lucia
28.7. nochmals Sancti Spiritus,
29.7. Santa Clara und Varadero bis-1.8.. Varadero

Damit man auch einen Überblick über die

Kosten
hat:
Der Flug kostete uns 715 Euro + 25 Euro für die obligatorische Touristenkarte, 3 Nächte Havanna im empfehlenswerten Hotel Telegrafo kosteten uns 150 Euro. 2 Nächte Vinales in einem nicht empfehlenswerten Hotel 50 Euro. Mietauto kostete uns pro Kopf 120 Euro exklusive Benzin. Das war unser Anfangspackage zu 1060 Euro. Dazu kamen diverse Übernachtungen in Privatunterkünften, ein geniales Hotel in Sancti Spiritus, eines in Playa St. Lucia und ein All-Inclusive in Varadero. Das kann aber jeder individuell zusammenstellen, generell gilt je mehr Privatunterkünfte umso billiger wird's (und umso näher an der kubanischen Realität). Ich kann unsere Tour nur empfehlen. Lediglich Camaguey würde ich komplett streichen.

Die Tour möchte ich jedem der nach Kuba als Tipp anbieten. Natürlich muss jeder selber wissen auf was er Wert liegt. Mehr Zeit wäre freilich auch gut gewesen, aber insgesamt ging die Mischung aus Sightseeing und Erholung bei uns sehr gut auf.


Wir nahmen nach der Ankunft in Varadero gleich ein Taxi nach Havanna.

Beginn - Havanna

Havanna ist eine sehr eindrückliche Stadt. Havanna ist mit 2.201.610 Einwohnern die größte Stadt Kubas. Havanna ist Schönheit und Zerfall gleichzeitig, Havanna schockiert und beeindruckt zugleich.

Die Altstadt Havannas ist wunderschön - trotz dem allgegenwärtigen Zerfall. Die Altstadt Havannas ist seit 1982 UNESCO Weltkulturerbe. Ein alltägliches Highlight sind die Oldtimer, sehr fantasievoll zusammengeflickt sind sie allgegenwärtig und immer wieder ein interessanter Anblick. Auch sehr faszinierend sind die "Kamele", "Camellos", von Zugmaschinen angetriebene doppelt große Busse die im Stadtverkehr eingesetzt werden.
Durch zwei "Höcker" erinnern sie an ein Kamel.

An unserem zweiten Tag war am Malecon eine große Party auf der die aktuelle kubanische Musik gespielt wurde - Raggaton, eine sehr schnelle Mischung aus Reggae und Rap. Salsa usw. ist Musik für alte Menschen, Rap für die mittlere Generation Ende 20 aber Raggaton ist die angesagte Musik in Havanna und damit in ganz Kuba.

Die Konzerte waren genial, die Menschen sehr ausgelassen - leider gab es am Ende auch ein sehr negatives Ereignis. Prostitution ist verboten aber allgegenwärtig in Havanna (im Rest von Kuba weniger). Da unsere Mädels einen Salsa Tanzkurs machten waren ich und mein Freund alleine auf dem Konzert. Noch recht weiß waren wir ganz klar als Touristen erkennbar und wurden permanent von Prostituierten angesprochen. Zuerst noch freundlich ablehnend wurde ich mit der Zeit etwas bestimmter. Die Konversationen waren aber allesamt gleich
Hallo Freund wie geht's
Gut.
Möchtest du S.. haben?
Ich bin verheiratet, nein danke.
Sie ist nicht in Kuba, ist doch egal.
Nein danke und übrigens ist sie in Kuba.
Dann nehmen wir ein cara particular, sie wird's nicht merken.
Nein danke (ca. 5x bis zur Aufgabe des Anbietens der Dienstleistung)
Wir sahen allerdings genug ausländische Männer die diese Dienstleistung in Anspruch nahmen und überraschenderweise auch sehr viele Frauen die männliche Prostituierte dabei hatten. Meine Frau wurde übrigens auch von einem Kubaner angesprochen ob sie guten Sex möchte - ich stand daneben !!
Als wir permanent ablehnten, wir waren schon am Ende des Malecons, wurde uns dann ein Kind, ein ca. 10 jähriges Mädchen angeboten. Ich war zutiefst schockiert und als ich mich umsah musste ich dieses verbrecherische Geschäft um mich wahrnehmen. Die Polizei stand übrigens ganz in der Nähe und selbst als ich sie darauf ansprach taten sie so als würden sie mich nicht verstehen (so schlecht ist mein Spanisch auch wieder nicht). Für mich das negativste Erlebnis der ganzen Kuba Reise. Dazu kommen permanent Amigos - die aber harmlos sind. Das sind Kubaner die auf Freund machen und am Schluß ein paar Dollar von einem möchten. Wer sich auf die einlässt ist selber schuld, auf keinen Fall sollte man mit ihnen Zigarren einkaufen gehen, Restaurants oder Hotels ansehen/besuchen. Bei letzterem zahlt man immer Provision, bei ersterem zahlt man viel Geld für schlechte Qualität.
Durch Havanna schlendern lohnt sich. Besonders abseits der berühmten Gebäude bekommt man einen guten Eindruck in das Leben der Menschen. Da sitzt ein alter Mann in herrlicher Rueh auf einem Balkon der zur Hälfte abgebrochen ist oder ein anderer Mann bietet seine Dienste als Feuerzeugreparierer (!) an. Dazu gibt es fast nach jedem Schritt ein weiteres interessantes koloniales Gebäude das halb zerfallen von der früheren Pracht Havannas zeugt.

Ich mag diesen morbiden Charakter. Unschön war nur wenn ein Gebäude schon komplett verfallen war. Am Malecon gibt es etwa einige Gebäude die nur noch als öffentliche Toilette verwendet werden. Sehr schade.

Nicht empfehlenswert sind für mich die Amigos, Prostitution (ich bin ein genereller Gegner dieses entwürdigenden "Geschäfts"), das Museum der Revolution (uninteressant)

Weder empfehlen noch abraten kann ich den Nachtclub Cabaret Tropicana in Havanna (für mich war er einfach viel zu teuer und wenig richtig kubanisch, richtigen Carneval gibt's in Sancti Spiritus - freilich bietet der Club eine gute Show für diejenigen die auf nackte Haut stehen) oder Chinatown. Chinesen gibt es keine mehr in Havanna und das einzige chinesische ist die Eingangssäule zum "Viertel" aber die Gegend dort bietet gute Lokale und interessante Gebäude (die es freilich überall in Havanna gibt).

Empfehlenswert in Havanna ist es einen Salsa Tanzkurs zu machen (hier sollte man nur nicht auf die Amigos hören). Meine Frau besuchte einen Kurs auf Empfehlung der Receptionistin im Telegrafo. Man weiß hier ja nie ob eine solche Empfehlung etwas wert ist aber in dem Fall hatte sie Glück.

Die Festungsanlagen sind auch sehr empfehlenswert. Zum einen weil sie interessant sind, zum anderen weil sie einen einmaligen Blick auf die Stadt und den Malecon bieten.

Private Restaurants. Wir haben immer in privaten Restaurants gegessen. Das Essen ist hier oftmals besser und günstiger - vor allem hat man hier aber auch einen guten Einblick ins kubanische Leben. Man sollte jedoch nicht gleich ins erstbeste Lokal gehen sondern sich schon Zeit für die Auswahl nehmen. Nochmals - auf keinen Fall mit einem Amigo mitlaufen.
Wir aßen in einem Restaurant in dem das halbe Wohnzimmer voller Revolutionsbilder war und die andere Hälfte mit Vogelkäfigen. Ein Papagei schrie immer Gringo. Der Besitzer war sehr nett und erzählte uns dass er im Grunde nichts von Fidel hält aber die Revolution gut für Kuba war.

Es lohnt sich auch das berühmteste Hotel Cubas das National zu besichtigen. Zum Übernachten würde ich es eher nicht wählen da es doch recht weit vom Zentrum weg ist aber ein Besuch ist es allemal wert. Das Hotel war vor der Revolution d e r Ort für die Reichen und Schönen der Insel, natürlich auch für eine Menge Mafiosis die vor der Revolution in Kuba gute Geschäfte machten. Heute ist es ein angenehmer Ort mit schönem Blick auf das Meer und guten Drinks. Wir waren im Hotel als gerade eine Party für ein 13jähriges Mädchen veranstaltet wurde. Das Mädchen sah aus wie eine kleine Prinzessin. Ein tolles Erlebnis. Vor allem ist das National, "wenn man in der Gegend ist", ein angenehmer Ruhepol.

Vieja Habana - Alt Havanna ist Pflicht. Sehr viele Kolonialgebäude, schöne Boulevards, prachtvolle Plazas - was will man mehr? Die Plaza de la Catedral (Kathedralplatz), die von den Türmen der barocken Catedral de San Cristobal de La Habana (Sankt Cristobal-Kathedrale) aus dem 18. Jahrhundert beherrscht wird, ist herrlich. Sich die Zukunft weissagen lassen ist auch sehr amüsant. Dazu gibt es im Touristengewühl am Plaza de la Cathedral weiß gekleidete Damen die eine tolle Show machen und einem dann die Zukunft voraussagen, das Video dazu würde ich hier gerne veröffentlichen ...

Sorroa

Weiter ging es nach Sorroa. Sorroa ist eine Orchideenfarm westlich von Havanna. Wer sich für Blumen interessiert ist hier richtig, die Orchideenpracht soll zu anderen Jahreszeiten großartiger sein aber wir fanden den schönen Park mit den tropischen Pflanzen und Schmetterlingen sehr idyllisch. Wir bekamen zudem eine sehr interessante Führung bei der uns die einzelnen Pflanzen nähergebracht wurden. Für jeden der von Havanna nach Vinales fährt ein lohnenswerter Abstecher.

Ein abenteuerlustigerer Abstecher war dann der Tipp zu einem Zigarrendreher nach San Antonio de Los Banos zu fahren. Die Fahrt dorthin war schon sehr abenteuerlich. An der Stelle möchte ich auch mal die Eigenheiten kubanischer Autobahnen erwähnen. Die Straßen sind ja sehr breit - ihr Ziel war ja auch Panzer schnell an jeden Ort zu bringen um eine amerikanische Invasion abzuwehren - aber teilweise in sehr schwierigen Zuständen. Schlaglöcher mit einem halben Meter Tiefe sind keine Seltenheit, dazu kommen Radfahrer oder Karren auf der Fahrbahn - ab und zu auch mal in die entgegengesetzte Richtung. Mein Liebling war aber eine Eisenbahn die die Autobahn kreuzte - ohne jegliches Schild davor. In der Nacht sollte man auf keinen Fall fahren. Dafür hat man auf kubanischen Autobahnen immer wieder Abenteuer pur. Wir nahmen auch immer wieder (obwohl es eng wurde) Kubaner mit - vor allem alte Leute oder Frauen mit Kind - und machten auch mal Abstecher in Orte am Wegesrand. San Antonio de Los Banos war da sicher der abenteuerlustigste.
Der Weg war eine reinste Piste. Im Ort selber - der nur aus einigen Häusern und einem Kurhotel besteht - fragten wir dann einfach nach Pedro und begegneten dann einem Orginal.
Pedro wurde uns von Freunden empfohlen die ihn bei ihrer Kuba Tour kennenlernten (sie waren in dem Kurhotel). Ein Besuch bei ihm lohnt sich - er macht vor unseren Augen erstklassige Zigarren (was sehr interessant war) und erzählt unzählige Annekdoten aus seinem Leben. In Deutschland war er auch schon mal, da hatte er sogar ein eigenes Zimmer mit - rhetorische Pause - eigener Heizung! Er trank sehr gerne - auch unseren österreichischen Stroh Rum, bis dato konnte ich mir nicht vorstellen dass jemand den pur runterbringt. Ansonsten war er auf unserer Kubareise ein Mittel großspurige Barkeeper kleinzukriegen a la "Das ist doch kein Rum - das ist Rum!" und dann die Verkostung zu genießen  Pedro war da aus anderem Holz. Ein sehr netter Mensch und die Zigarren waren von hoher Qualität und unschlagbarem Preis (1 Dollar).

Ganz klar ein Geheimtipp für jeden Kubareisenden.


Weiter ging es nach

Vinales.

Was die Unterkunft betrifft kann ich kein Hotel in Vinales empfehlen.
Unser Hotel - das Hotel Los Jazmines war eine Katastrophe.
Generell habe ich in Kuba aber sehr positive Erfahrungen mit privaten Unterkünften gemacht.

Sie werden casa particular genannt.
Alles zu dem Thema gibt es auf folgenden Seiten:
http://casas.fpschultze.de/
speziell zu Vinales: http://www.cuba-individual.com/
e_vinales.htm

Wie gesagt meine/unsere Erfahrungen waren zu 100% positiv.
Wer dazu mehr Tipps haben möchte kann sich ja einfach bei mir melden, ich kann es nur empfehlen. Private Unterkünfte in Kuba haben einen hohen Standard (sauber, mit Klimaanlage, auch Frühstück wenn man will), werden von staatlicher Stelle überprüft und man kommt so am besten in Kontakt mit Kubanern.
Dabei fallen auch durchaus sehr kritische Betrachtungen zu Kuba und man bekommt ganz neue Zugänge zum Land.
Sehr gute Kritiken von anderen Touristen hat ansonsten die Bungalow-Anlage "Rancho San Vincente" bekommen, eine idyllisch im Wald gelegene Anlage 5 km nördlich Viñales mit Pool und Restaurant.

Apropos, das Los Jazmines ist als Hotel zwar eine Katastrophe aber den Blick von der Terrasse am frühen Morgen auf die Mogotes sollte man sich nicht entgehen lassen.

Viñales

Mogotes Valley (der englische Name) oder das Vinales Tal (deutscher Name) liegt im Westen von Kuba.
Die größte Ortschaft im Tal ist Viñales. Viñales hat 4000 Einwohner und wurde erst 1879 gegründet. Der Ort an sich hat eigentlich nichts zu bieten. Es gibt einige gute, preiswerte Paladares (Privatrestaurants, wir haben nur einmal im Fiesta gegessen und waren zufrieden), weniger gute Restaurants und Strassenstände mit frischen Früchten. Diese Stände kann ich auch jedem empfehlen da die Händler auch gerne tauschen, für ein vom Händler begehrtes T-Shirt gibt es dann vom Touristen begehrte Früchte.
Die wichtigste Einnahmequelle ist der Tabakanbau.

Es gibt einige gute, preiswerte Paladares (Privatrestaurants, wir haben nur einmal im Fiesta gegessen und waren zufrieden), weniger gute Restaurants und Strassenstände mit frischen Früchten. Diese Stände kann ich auch jedem empfehlen da die Händler auch gerne tauschen, für ein vom Händler begehrtes T-Shirt gibt es dann vom Touristen begehrte Früchte.
Die wichtigste Einnahmequelle ist der Tabakanbau.

In Vinales selbst gibt es wie erwähnt nicht wirklich etwas zu sehen. Das Tal selber und seine Umgebung sind jedoch sehr reizvoll

Pauschaltouristen werden meistens hergekarrt um eine Höhle (die Indianerhöhle) zu besichtigen, danach eine Bootsfahrt in der Höhle machen, eine Höhlenmalerei besichtigen und den Tabakanbau besichtigen. Na ja, wem es genügt.

In Vinales selbst gibt es wie erwähnt nicht wirklich etwas zu sehen.

Das Tal ist aber Attraktion an sich
Die Vegetation im Tal ist beeindruckend und wunderschön.
Es gibt hier 20 Pflanzenarten die nur hier existieren, darunter auch den kubanischen Palmfarn der sich seit dem Karbon nicht mehr verändert hat (!) vor allem aber auch jede Menge Vegetation wie ich sie von Südamerika kannte in Kuba aber schmerzlich vermisste.
Palmen, Farne, Bambus alles ist hier versammelt. Zudem einige sehr interessante Vogelarten.
Die Hauptattraktionen des Tals sind aber die Karsthöhlen:

Cueva del Indio
von Touristen überlaufene Höhle mit Unterwasserfahrt (mit Motorbooten) Na ja als wir dort waren standen gerade um die 10 Buse in der Gegend rum und wir fuhren weiter zur

Cueva de San Miguel ist eine etwas kleinere Karsthöhle und touristisch weniger erschlossen. So sagte der Reiseführer und tatsächlich waren wir die einzigen Touristen an dem Tag in der Höhle.
Was schon sehr beeindruckend war eine sehr schöne Karsthöhle "allein" zu erkunden. Die Höhle diente früher als Fluchtstätte für entflohene Sklaven.
Das die Höhle nicht immer so menschenleer ist war uns aber auch schnell klar da auch ein Restaurant und öffentliche Toiletten bei der Höhle sind.
Den Besuch kann ich voll und ganz empfehlen.
In der Nähe der Höhle gibt es zudem eine überhängende Steilwand mit Stalaktiten. Für uns war diese Höhle Erlebnis genug.
17 km westlich des Tals gibt es dann noch eine Superlative - für diejenigen die noch nicht genug Höhle abbekommen haben - Caverna de Santo Tomás mit 47 km Höhlensystem das größte Höhlensystem Kubas. Wir blieben aber im Tal.

Mural de la Prehistoria, eine von Fidel angeordnete riesige Felsmalerei aus den 60iger Jahren die die Evolution von der Urzeit bis zum Menschen darstellen soll. Wir waren nicht wirklich begeistert, die Zeichnungen wirken unförmig und verfehlten ihre Wirkung auf uns.
Interessant waren hingegen die unzähligen Tabakfelder und die Mogotes.
Die Mogotes sind kegelförmige Kalksteinfelsen, verwitterte Rudimente des Hartgesteins und immer wunderschön anzusehen. Die Mogotes gibt es seit 150 Millionen Jahren. Imposant, majestetisch,...

Mein Tipp auf der Strasse von Vinales Richtung Westen die kleinen Dörfer erkunden. Es gibt hier mehrere Dörfer mit Höhlen, vor allem sind die Leute dort sehr gastfreundlich und fangen auch mit einem Fremden an zu plaudern. Es ist ein Stück sehr ursprüngliches Kuba mit den Tabakfeldern, den Pferdewagen, den Menschen die im Schaukelstuhl vor ihren Hütten sitzen ... zugleich ist es auch die Touristengegend für begütete Kubaner. Es gibt mehrere Ferienanlagen nur für Kubaner, die Schönheit des Tales wird auch von ihnen geschätzt.

Bilder - auch wenn meine besser sind :-( -
www.alovelyworld.com/webcuba/

Fazit: Jeder der nach Kuba reist sollte sich einen Leihwagen schnappen und das Tal besuchen, es lohnt sich!

Weiter ging es nach
Cienfuegos
:

Wir haben in Cienfuegos privat übernachtet. Etwas was ich ansonsten in anderen lateinamerikanischen Ländern niemals machen würde. In Kuba jedoch nur empfehlen kann.
Alles zu dem Thema gibt es auf folgenden Seiten:
http://casas.fpschultze.de/
speziell zu Cienfuegos: http://www.cubaguide.de/d/casas/cienfueg​os-01.html
Über diese Seite haben wir wenn auch indirekt auch unser casa particular gefunden.

Unbedingt vorher das Zimmer anschauen, falls es oder der Besitzer einem nicht zusagen gibt es in Cienfuegos genügend Alternativen. Wir haben einfach eine im Internet angeworbenes Casa particular gesucht, gefunden und festgestellt dass die Besitzer mittlerweile ausgewandert sind. Jedoch gab es gleich ein Haus weiter ein casa particular (erkennbar am Kleber). Ein wunderschönes Kolonialhaus mit Klimaanlage mit sehr freundlichen Besitzern (einem Ärzte Ehepaar), einem riesigen Bett für uns und einwandfrei sauber. Wir übernachteten 2x in Cienfuegos, das erste Mal waren wir noch in der Stadt unterwegs. Am zweiten Abend hatten wir dann aber ein sehr gutes Gespräch mit dem Besitzer und bereuten fast schon am nächsten Tag wieder weiterzufahren.
Das Frühstück war dann auch eines der besten welches ich in Kuba gegessen habe.


Lage, Geschichte, Eindrücke

Cienfuegos liegt an der Bahia de Cienfuegos und hat 140 000 Einwohner. Die Stadt wurde im 19. Jahrhundert von französischen Siedlern als ''Fernandina de Jagua'' gegründet. 1829 wurde die Stadt in Cienfuegos umbenannt. Der französische Einfluß blieb aber erhalten. Ende des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Boom und bis heute ist Cienfuegos eine der reichsten Städte Kubas. Es gibt zwölf ansässige Zuckerfabriken und dadurch den größten Zuckerexporthafen der Welt.

Wer sich wie wir den Verfall von Havanna ansah kommt hier in eine komplett andere Stadt. Die alten Gebäude sind wunderschön renoviert und hervorragend in "Schuß". Alle Strassen, Gebäude und Plätze sind sauber. Während man in Havanna sich immer wieder die Frage stellt wieso die Einwohner ihre Stadt, ihre Gebäude so verfallen lassen wundert sich in Cienfuegos wieso hier alles so perfekt ist.
Wir haben uns in Cienfuegos einfach erholt und die Stadt, die schönen Gebäude auf uns wirken lassen. Sehr angenehm ist auch dass man nicht wie in Havanna andauernd von Touristenfängern jeglicher Art angesprochen wird sondern seine Ruhe hat. Die Einwohner erschienen uns sehr freundlich aber niemals aufdringlich.
Die Touristenhorden wandern ja auch in das nahegelegene Trinidad.


Sehenswürdigkeiten

Wie erwähnt - die Gebäude, die Stadt an sich. Das historische Zentrum ist die Plaza Mayor/der Park Marti wo sich mit der Kathedrale Catedral de la Purisima Concepción, dem Rathaus, dem Theater und der Casa de Cultura einige der schönsten Gebäude versammeln. Zum Theater ich auch ein Video gefunden:
http://www.youtube.com/watch?v=tWHs3I9RA​20

Der Namensgeber des Parks ist natürlich José Martì" (1853-1895). Dichter, Schriftsteller, Widerstandskämpfer gegen die Spanier und Nationalheld für die Unabhängigkeit in Kuba. Seine Statue bildtet das Zentrum des Parks.
Wir haben uns auch den Palacio de Valle angeschaut, eine bunte Mischung zwischen spanischer, gotischer und maurischer Bauweise. Im Jahre 1913 für damals astronomische 2 Millionen Dollar erbaut ist dieses Gebäude definitiv ein Muss für jeden Cienfuegos Besuch. Im Erdgeschoss gibt es ein Restaurant ( Ave. 0/Calle 37, Punta Gorda, Tel. 0432/55 12 26, tgl. 10 bis 23 Uhr)

In einem Gebäude an der gleichen Strasse gibt es ein Delfintherapiezentrum.
Restaurants gibt es einige. Wir haben in einem privaten Restaurant gegessen, perfekt. Im El Mandarin gibt es sehr gute kreolische Küche. Wer in einer besonderen Umgebung essen möchte sollte ins Restaurant des Palacio de Valle gehen.

Was es sonst noch gibt:
In der Fussgängerzone Cienfuegos, gibt es die Galería de Arte in der Kunstwerke von kubanischen Künstlern ausgestellt werden.
Castillo de Jagua - schon vor der Stadt erbaute Festung

Man kann Cienfuegos durchaus mit einem Strandurlaub verbinden es gibt die Playa Rancho Luna, einen schönen, kleinen Sandstrand, nur 13 Kilometer von Cienfuegos entfernt. Es gibt mit dem Jardin Botanico zudem den größten botanischen Garten Lateinamerikas. Für beides hatten wir in unserem Reiseprogramm keine Zeit bzw. keinen Bedarf (wir hatten uns schon eine Orchideenfarm angesehen und einige reine Strandtage vor uns)

Fazit: Jeder der sich für elegante Bauwerke, Plätze begeistern kann wird den Besuch in Cienfuegos genießen. Für mich ist sie die schönste Stadt Kubas. Sauberkeit, freundlichen Menschen und schöne Naturlandschaften rundherum sind ein weiteres Plus dieser Stadt.


Es folgte eine große, positive Überraschung -

Sancti Spiritus:

Sancti Spiritus wird von den meisten Touristen weggelassen, bestenfalls werden die blaue Kirche oder der Hauptplatz besichtigt, Fotos gemacht und die Reise geht weiter.

Ein großer Fehler!!!!!!!!
Sancti Spiritus ist für mich die Stadt Kubas mit den freundlichsten Einwohnern, definitiv mit den unaufdringlichsten Kubanern.
Während man ansonsten in Kuba ja sehr oft von zwielichten "Amigos" angesprochen (die Hauptstadt der Amigos - natürlich Havanna, wo sie einem von Zigarren bis zu Prostituierten alles anbieten) wird ist uns dies in Sancti Spiritus nicht ein einziges Mal passiert. In den Reiseführern steht immer wieder Sancti Spiritus sei nicht so attraktiv wie Trinidad. Solche Vergleiche sollten einen nie abhalten sondern eher motivieren eine Stadt zu besuchen.
Meine Einschätzung - vergesst Trinidad. Nach Trinidad werden die Pauschaltouristen wie die Lämmer hingekarrt, sicherlich eine schöne Stadt - aber permanent wird man angepumpt, angebettelt,...
nicht mein Fall.
In Sancti Spiritus ist die Bevölkerung weitaus weniger auf den Tourismus fokusiert und definitiv lockerer. Wir wurden nicht ein einziges Mal negativ angesprochen.

Sancti Spíritus ist eine der 7 ersten durch die Spanier gegründeten Städte, hat lediglich 42.092 Einwohner (2005) und ist touristisch höchstens bei Jägern beliebt, da sich in der Nähe ein gutes Jagdgebiet befindet.

Karneval

Was die Stadt jedoch hat findet man ansonsten kaum mehr in Kuba - unverdorbenen Charme. Die Stadt hat koloniale Gebäude, ursprüngliche Märkte und vor allem einen genialen Karneval.
Als wir in Sancti Spiritus ankamen wussten wir gar nicht das Karneval ist! Mein Freund hatte den Möchtegernreiseführer Lonely Planet dabei, ich einen unnützen Kunstreiseführer (in dem Sancti Spiritus wenigstens gelobt wurde) - wir kamen an und wollten nur einen Zwischenstop machen. Dabei kamen wir an einen Markt auf dem gerade eine kubanische Boygroup unter Gekreische auftrat. Witzig.
Dort kamen wir ins Gespräch mit Einwohnern die meinten ob wir für den Karneval hier seien. Karneval! Ja gerne.
Wir beschloßen spontan zu bleiben und suchten uns eine Unterkunft, dabei gingen wir einfach auf den Hauptplatz und fanden das Hotel Plaza.
Es ist ideal gelegen - mitten im Zentrum.

Aber noch kurz zum Karneval - den muss man erlebt haben.
Eine sehr ausgelassene Stimmung, so feiern können nur Kubaner!
Interessanterweise gab es Konzert für alle Altersgruppen - für die Alten Salsa, für die in meiner Altersgruppe - Rap - nun mir hats gefallen und für die Jungen, Raggaton.
Dann kam auf einmal ein Wagen mit einer Schönheitskönigin drauf. Wagen ist zuviel gesagt - ein Traktor mit Anhänger. Auf diesem einen Wagen kamen dann die verschiedensten Gruppen (Salsa Tänzer, Raggaton Tänzer, die Boygroup) und gaben ihre jeweilige Kunst zum besten. Der Wagen drehte eine Runde und dann war die nächste Gruppe dran, die vorige Gruppe reihte sich dazu - wie die halbe Stadt - hinter den Wagen an.
Genial!
Aber moment - ich habe ja einen Hotelbericht zu schreiben.


Unterkunft, Sauberkeit, Service, Preis

Sauberkeit - perfekt. Wir hatten zwei Doppelzimmer, beide waren perfekt sauber, Bad/WC, als auch - für mich mittlerweile besonders wichtig - das Bett. Die Klimaanlage funktionierte einwandfrei.
Wir zahlten damals 35 Dollar für das Zimmer + Frühstück- ein sehr guter Preis. Mittlerweile ist es etwas teurer geworden oder es ist teurer von Europa zu buchen. Ich würde es vor Ort versuchen, ausgebucht ist das Hotel sicherlich nicht.
Eine aktuelle Preisliste gibt es hier:
http://www.aventoura.de/html/cuba/hotels​_details. asp?gid=181

Bild er von mir anbei, auf dieser Seite gibt es auch Bilder und eine Buchungsmöglichkeit
http://www.wowcuba.com/hotel/plaza-ss/pl​aza-ss.ht ml Wir haben aber direkt unser Zimmer gebucht

Service
Damals bei uns - der beste Service in Kuba.
Besonders der Receptionist - der extra mit uns zu einem sicheren Parkplatz fuhr (das Hotel hat keinen Parkplatz vor dem Hotel sondern einen bewachten Parkplatz in der Nähe), uns wirklich gute Tipps für Restaurants gab und immer ein unterhaltsamer, witziger Gesprächspartner war.
oder mein Liebling der Barkeeper.
Dazu sei erwähnt das er den besten Mojito Kubas macht - vergesst die wässrigen All Inclusive Mojitos - sensationell! Da denkt man Mojito besteht aus kubanischen Rum, Limettensaft, frischer Minze, Rohrzucker, Sodawasser und gestoßenem Eis - weit gefehlt, er hat einfach ein Geheimrezept oder eine extra gezüchtete Minze.
Sein Mojito ist einfach unerreicht.
Bei solch einem Mojito kamen wir ins Gespräch von wo wir den kommen würden. Ich meinte unser Land würde er eh nicht kennen, austria. Worauf er meinte doch natürlich und alle (!) Habsburger Herrscher aufzählte!
Ich kenne mich wirklich gut in Geschichte aus aber das hätte ich in dieser Lässigkeit nicht geschafft.
Heraus kam sein früherer Job war Uni-Professor (!) für europäische Geschichte, der Barkeeper Job bringt aber notwendige Dollar und so wurde er Barkeeper. Wir haben uns innerhalb eines Abends angefreundet, Geschenke ausgetauscht, einfach toll.
Seine Bar befindet sich im Innenhof und ist auch für Nicht-Hotelgäste zugänglich und ein Geheimtipp.
Weniger ein Tipp aber in Ordnung war das

Essen

wir haben wie erwähnt nur Frühstück gebucht. Das Frühstück war aber reichhaltig, mit Früchten, diversen Säften, Schinken, Speck, es war alles dabei. Allerdings ist der Speisesaal komischerweise genau das Gegenteil von den Zimmern und dem Inneren es Hotels - sehr kühl, nüchtern, irgendwie vermittelt der Saal eine Hallenbad-atmosphäre.
Der Receptionist (!) hatte uns ja geraten lieber woanders Abend zu essen. Sancti Spiritus hat dafür wirklich sehr gute Restaurants!

Pool

tja den gibt es nicht, aber den haben wir auch nicht gebraucht
Behindertenfreundlich? Tja eigentlich ist das Hotel nicht behindertenfreundlich, man muss über Treppen zu seinem Zimmer gehen. Allerdings habe ich miterlebt wie Hotelangestellte einen alten Mann in sein Zimmer getragen haben und man kann als Behinderter sicher ein Zimmer im Erdgeschoß bekommen. Dann ist die Treppe kein Thema mehr.

Zurück zum Hotel - der springende Punkt der für dieses Hotel spricht ist sein

Charme

Das Hotel hat kolonialen Charakter, vor allem aber eine Liebe zum Detail. In jedem Stockwerk sind sehr lässige, alte Sessel und Hängematten. An jeder Wand gibt es etwas zu entdecken, sei es eine (natürlich künstliche) Schnecke die die Wand hochkriecht, dann wieder ein Mosaik - einmalig. Einen solchen Charme findet man in den Hotelbunkern Varaderos sicherlich nicht. Sehr beeindruckend und einfach liebenswert.
Wir waren so begeistert (natürlich vor allem auch vom Karneval) das wir nochmals für eine Übernachtung auf dem Rückweg von St. Lucia zurückkamen.

Anmerkung: für Fotos muss ich leider auf eine andere Seite verweisen obwohl ich viele hätte,
http://www.cubahotelreservation.com/de/h​otel.asp? hotel_code=SCTCUBHPlaza
Fazit: sowohl die Stadt, als auch der Karneval und das Hotel sind wirklich sehr empfehlenswert

Zur nächsten Stadt - Trinidad - folgt noch ein längerer Bericht. Die Stadt an sich ist schön allerdings zu überlaufen und im Vergleich zu Sancti Spiritus oder Cienfuegos definitiv uninteressant. Eine nette alte Stadt in der man jedoch permanent von den schon erwähnten Amigos angequatscht wird, die Privatunterkünfte teurer und schlechter sind und man eigentlich immer ein wandelnder Dollarschein ist.

Bezüglich Camaguey verweise ich auf meinen Dooyoo Bericht
http://mitglieder.dooyoo.de/
reiseziele-international/camaguey/129570​9/
ebenso Santa Clara
http://mitglieder.dooyoo.de/
reiseziele-international/santa-clara/129​5927/
und Varadero
http://mitglieder.dooyoo.de/
reiseziele-international/varadero/129609​1/

Ein Tipp ist hingegen
Playa St. Lucia
. In Santa Lucia waren wir 4 volle Tage und einen Vormittag (28.7.)
- eigentlich nicht genug :-) - aber definitiv eine tolle Erholung nach der vorangegangenen Rundreise.

Der Ort an sich, Lage: =========

Santa Lucia liegt in der Provinz Holguin und ist an sich ein uninteressanter Ort. Einige Plattenbauten, eine coole Bar, eine Hauptstrasse und ... ein wunderschöner, malerischer Strand mit einem sehr guten Hotel - dem Gran Club Santa Lucia

Lobby:
Das Einchecken war schon sehr interessant. Wir kamen gerade von Camagüey - der einzigen Stadt Kubas die uns allen so rein gar nicht gefallen hat (dreckig, unfreundliche Bewohner, Touristennepp und dann noch ein Typ der mit dem Fahrrad unser Mietauto anfuhr...ärgerlich und untypisch für das freundliche, schöne Kuba) und hatten eigentlich keine Ahnung welches Hotel wir nehmen sollten. Das von uns daheim ausgewählte Hotel hatte dank Renovierungsarbeiten zu! Wir sahen uns also den Gran Club an und waren begeistert. Ohne Reservierung oder Buchung einchecken ist sonst in Kuba nicht so leicht (kommunistische Flexibilität) - hier hatten wir eine Ausnahme und konnten sogar noch im Preis eine kleine Ermässigung erzielen.
Die Receptionisten waren allesamt sehr freundlich und zuvorkommend. Die offene Open-air Lobby sehr einladend mit schönen Geflechtmöbeln.

Zimmer:
Wir hatten ein sehr geräumiges Doppelzimmer mit Terrasse.
Unser Zimmer war sehr sauber und mit allem ausgestattet.
Fernseher (mit kubanischem Staatsfernsehen :-) und allen amerikanischen Sendern sowie einem Kino-Spielfilmkanal), Fön, Telefon (natürlich zu teuer um unnötige Telefonate nach Österreich zu führen)..alles perfekt.

Die Betten wurden jeden Tag frisch bezogen und mit kunstvoll gefalteten Handtüchern versehen (unsere Zimmermädchen machten Schwäne daraus). Mit den Zimmermädchen hatte ich übrigens noch sehr interessante Gespräche. Ich empfehle Kosmetikprodukte bzw. aussortierte Markenkleidung mitzunehmen - ein sehr willkommenes Geschenk in Kuba.
(genaueres siehe auch mein Sancti Spiritus Hotelbericht)

Die Sauberkeit in den Zimmern war einwandfrei, vor allem dafür dass man immer soviel Sand vom Strand mithereinbrachte.

Strand:
Ein Traum! Ein privater Hotelstrand - zu unserer Zeit kaum besucht - mit Palmen, weißem Sand, türkisfarbenem Wasser - perfekt! Ein Steg führt zu einem Fischrestaurant (welches aber extra zu bezahlen ist und von uns All-inclusive Touris daher nicht genützt wurde) - anscheinend soll es gut aber relativ teuer sein. Allerdings kann man dort super schnorcheln da dort jede Menge Fische auf Essensreste vom Restaurant warten.
(ach ja Essensreste sah man aber keine mehr)

Außenanlage:
Großer Pool mit Poolbar. Sehr cool war das man vom Pool aus Getränke bestellen konnte. Gartenanlage mit Flamingos und Fasanen. Eine Bühne für die Shows des Animationsteams welches übrigens sehr dezent war. Überdachter Tanzplatz für Salsakurse. Insgesamt eine sehr schöne, gut gepflegte Anlage.

Essen/Trinken
Wir hatten All-inclusive. Dadurch das es eine italienische Hotelkette ist und die meisten Touristen Italiener waren gab es sehr viele italienische Gerichte wie Pasta, gegrillten Fisch und Pizza. Alles in sehr guter Qualität, frisch zubereitet und lecker.
Für uns war es nach der teilweise doch nervenaufreibenden Restaurantsuche auf unserer Tour sehr erholsam einfach mal an ein Buffet schlendern zu können und nach Herzenslust zu essen.
Vor allem die Nachspeisen waren auch sehr lecker.
Das Küchenpersonal war sehr nett. Wir hatten mit einem Koch noch privaten Kontakt der uns dann einen Club in Santa Lucia zeigte.

Animation:
Gibt es auch. Progamm ab 10:00 bis 23:30 Uhr, auch am Strand wo es teilweise recht laut herging (man konnte aber ein paar Meter weiter dem ganzen Rummel leicht entfliehen). Für uns immer komplett uninteressant. Infantile Spiele, Boccia, Beachvolleyball und Discosongs. Die Animateure waren zudem recht ich-fixierte narzistische Mädels und Jungs, nicht unser Fall. Die Italiener hatten aber ihren Spaß und wir wurden in Ruhe gelassen. Es werden auch Touren angeboten (nach Havanna, Trinidad etc.) - da wir aber auf Tour waren auch uninteressant für uns.

Tretboote und Schnorchelausrüstung werden zwar kostenlos zur Verfügung gestellt - die Schnorchelausrüstung hatten wir glücklicherweise selber dabei, da wir das eher eklig fanden.

Das Publikum war wie schon erwähnt größtenteils Italiener, einige Engländer und Deutsche (einige deutsche Familien und ein paar Sextouristen die es in Kuba leider fast überall gibt und die sogar ihre "Mädchen" an die Hotelbar mitnahmen und über den Preis verhandelten aber nur solange bis ich sie wenig dezent blöd anredete und von der Bar vertrieb). Meiner Ansicht nach gehört dies in einem guten Hotel unterbunden, in dem Hotel wurde es aber ganz klar toleriert wenn nicht gar forciert (andere Kubaner hatten nämlich keine Chance ins Hotel zu kommen).
Als Familienvater hätte mich dies wohl noch weitaus mehr gestört.

Umgebung:
Die direkte Umgebung bietet relativ wenig. Wir sind über eine extrem holprige Schotterpiste (Schlaglöcher von einem halben Meter) in Slalomfahrt (!) zu einem öffentlichen Strand (Playa de coco) gefahren. Dort gab es kubanisches Strandleben pur - vor allem weil wir an einem Feiertag dort waren.

Wer nur nach Santa Lucia fliegt um dort einzig Strandurlaub zu machen hat meiner Ansicht nach schon einen großen Fehler gemacht. Kuba gehört erkundet! Dennoch - dann empfehle ich an Ausflügen Havanna, Cienfuegos oder noch besser zumindestens einen Tag einen Leihwagen nehmen und nach Sancti Spiritus, einer tollen kubanischen Stadt ohne Tourismusverseuchung, fahren. Man braucht halt leider 6 Stunden um dorthin zu kommen. Santa Lucia ist ab vom Schuss. Das naheliegende Camagüey ist meiner Ansicht nach keine Minute Aufenthalt wert. Holguin kann ich hingegen nicht beurteilen.

Als Ausgangspunkt für eine Kubareise ist der Ort zu weit weg von den richtigen Sehenswürdigkeiten - dafür ist Varadero von der Lage besser. Kuba lernt man in Santa Lucia nicht kennen.

Um während einer Kubareise auszuspannen ist dieses Hotel und Santa Lucia generell perfekt. Wunderschöner Strand, tolles Essen, erstklassiger Service und schöne Zimmer. Was will man mehr?

Generell bekommt Kuba von mir 4 Sterne. Ein absolut empfehlenswertes Land mit sehr vielen Attraktionen, eindrücklicher Natur und wunderschönen Stränden. Das Manko der Diktatur ist hoffentlich bald Geschichte.

Ich hoffe mein Bericht hilft Kuba-Reisenden weiter und war unterhaltsam für euch. Hasta luego!

PS: auch die Fotos lohnen diesmal einen Blick ;-)

Bilder

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Kuba - Havanna, Blick von meinem Hotelzimmer im Telegrafo
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Kommentare

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  • mr.matze 07.05.2012 03:49
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • t.schlumpf 26.10.2011 08:42
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Hat etwas länger gedauert, sorry ;o)

  • daala 11.10.2011 13:13
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH

  • Tweety30 03.10.2011 08:03
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Zu der Orchideenfarm wollten wir damals (1988) auch, aber weil dort gerade der Hurrikan Gilbert wütete, saßen wir eine ganze Woche an einem Ort fest, obwohl wir ja eine Rundreise gebucht hatten. Da konnten wir leider so einiges nicht sehen. Super Bericht von dir, BH & liebe Grüße!

  • Eckido66 30.08.2011 14:42
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH!

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