Kreuzfahrtschiff MSC Opera

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Kreuzfahrtschiff MSC Opera

Gesamtbewertung (8): Gesamtbewertung Kreuzfahrtschiff MSC Opera

 

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Erstklassige Kreuzfahrt im östl. Mittelmeer

5  23.11.2007

Pro:
Verpflegung, Unterhaltung, Service, Kabine, Reisepreis

Kontra:
Koffer wurde beim Einschiffen beschädigt

Empfehlenswert: Ja 

m3cti

Über sich: Freue mich, wenn jemand meine Berichte hilfreich für eigene Entscheidungen findet, auch wenn ich zei...

Mitglied seit:05.04.2000

Erfahrungsberichte:17

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Route

Triest - Ancona - Seetag - Gythion - Athen - Korfu - Split - Triest

Mit Ausnahme des Anreisetages nach Triest und Ancona hatten wir überall bestes Wetter, so dass die besuchten Punkte in ihrer schönsten Pracht genossen werden konnten. Ob es nun eine Höhlentour in Gythion war, der Stadtbummel in Athen oder die Rundfahrt auf Korfu, mit Sonnenschein macht sowas gleich doppelt soviel Spass. Wer nach Split kommt, sollte aber Bargeld dabei haben, denn vielfach wird der Euro nicht als Zahlungsmittel aktzeptiert, so dass man zuerst in eine Wechselstube muss.

Anfahrt

Statt die Busanreise aus Deutschland zu wählen, entschieden wir uns für eine selbst geplante Tour Richtung Triest. Mit Billigfliger TUIFly ging es von München nach Venedig, von dort mit dem Zug nach Triest, wodurch wir Kosten von ca. 50 Euro hatten, um auf das Schiff zu kommen. Im Vergleich zu den veranschlagten 169,- für den laaaaaaangen Bustrip ein richtiges Schnäppchen, zumal wir auch noch 3-4 Stunden vor den meisten anderen vor Ort waren.
Der Nachteil einer Eigenanreise ist natürlich, dass das Schiff nicht wartet, wenn man Verspätung hat, aber dieses Risiko war uns die gesparten Euros durchaus wert.
Um am Schluss wieder nach Hause zu kommen, hatten wir frühzeitig ein Euro-Spar-Ticket der Deutschen Bahn erworben, so dass wir gemütlich und ohne Übergepäckzuschlag mit dem Zug von Venedig zurück nach München fuhren. Reisekosten hin- und zurück lagen pro Person so schlussendlich bei ca. 90 Euro.

Kabine

Da die gebuchte Kreuzfahrt ein Special für Alleinreisende war, hatte wir alle eine separate Außenkabine gewählt, welche mit gut 16m² ausreichend groß dimensioniert war. Zur Verfügung stand neben einem immer frisch aufgefüllten Obstkorb auch ein kostenloser Frühstücksservice, durch welchen man sich am Abend zuvor eine selbst zusammengestellte Morgenmahlzeit quasi "aufs Zimmer" liefern lassen konnte. In Anspruch genommen haben wir dies jedoch nicht, da die regulären Frühstücksräume sowieso bis 10 Uhr geöffnet hatten.
Sehr schön war auch der Nassbereich, der sehr geräumig war und eine abgetrennte Duschzelle bot. Jeden Tag wurde 2-3x die Kabine gesäubert, die Handtücher ausgewechselt, wenn man wollte, und sogar die eigene Kleidung sauber zusammengelegt, sofern man sie im Raum abgelegt hatte.
Die Fenster waren ebenfalls schön groß, so dass man immer einen guten Blick nach draußen hatte. Kann mir nix besseres vorstellen, als nach dem Aufwachen sofort Tageslicht und eventuell eine neue Location betrachten zu können. Ich persönlich war dann meist gleich hellwach :-)
Im Zimmer selbst
Bilder von Kreuzfahrtschiff MSC Opera
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MSC Opera vor Gythion
stand neben der Minibar/Kühlschrank noch ein Fernseher, auf dem zusätzlich zu diversen TV-Programmen aller möglichen Länder ebenfalls neueste Kino-Streifen mehrsprachig liefen. Dazu gab es das übliche Boardprogramm mit Routeninfos, Wetterberichten und dem obligatorischen Tourvideo.

Verpflegung

Das Essen war auf der Opera vorzüglich. Morgens und Mittags hatte man an Board die Wahl zwischen einem reichhaltigen Buffet und dem Service im Bedien-Restaurant. In letzterem gab es meist die etwas besseren Leckereien, wobei uns vor allem morgens die eigenhändige Auswahl im Buffetrestaurant eher zusagte, zumal letzteres noch 30min länger geöffnet hatte.
Das Highlight war aber in meinen Augen die Küche zum Diner. Jeden Abend gab es dort neben üblichen Gerichten wie Lachs oder Hähnchenbrust eine Reihe köstlicher Speisen aus diversen italienischen Regionen. Man konnte auch mehrere Sachen bestellen, um wirklich alles probieren zu können. Wie auf Schiffen dieser Größenordnung üblich, verlief das Abendessen in zwei unterschiedlichen Sitzungen, wobei man jeweils gut zwei Stunden Zeit hat, sein Mahl zu sich zu nehmen. Für uns reichte das problemlos aus, wir hatten niemals das Gefühl, gehetzt zu werden.
An der Stelle sei auch unser italienischer Oberkellner lobend erwähnt, der neben Vorschlägen für passende Weine bzw. Hinweise auf besonders lohnenswerte Gerichte immer für ein Späßchen zu haben war.

Unterhaltung

Die Unterhaltung an Board fand ich persönlich grandios, fast perfekt. Jeden Abend gab es, wie üblich, Shows im Theater, die von einer extrem guten Qualität waren. Man merkte den Akteuren förmlich an, wieviel Spass ihnen ihre Arbeit macht. Dazu waren die Auftritte nicht nur auf ein eher älteres Publikum ausgerichtet, sondern für fast alle Altergruppen interessant und unterhaltsam. Wir haben nicht einen Abend verpasst, waren zum Teil sogar zweimal dabei, sofern es die Diner-Sitzungen zuließen.
Der andere wirklich hervorragende Punkt war die Animation auf dem Schiff. Auch dort hatte man den Eindruck, die Leute würden nichts lieber machen als Gäste zu unterhalten. Als jemand, der ein engagiert zu Werke gehendes Animationsteam im Urlaub eher weniger mag, war ich anfangs etwas irritiert über die auf einem solchen Schiff nicht erwartete mehr aufdringliche Art, aber im Grunde stellten sich alle als sehr sympathisch heraus, so dass man gar nicht wirklich böse sein konnte. Ich befürchte aber, dass manche Späße nicht unbedingt jedermans Sache sein dürften. Wir fanden es jedoch sehr lustig und unterhaltsam. Das Niveau hier ist meines Erachtens sogar noch einen Tick besser als auf den AIDAs. Jüngeres und jung gebliebenes Publikum dürfte sich bestimmt wohl fühlen.

Ausflüge

An allen Anlaufpunkten wurde seitens MSC Crociere Landausflüge angeboten, wobei deren Preise im Vergleich zu anderen Linien durchaus im Rahmen blieben. Wir sind zwar meistens auf eigene Faust unterwegs gewesen, aber selbst wenn wir in jedem Hafen eine geführte Tour gebucht hätten, wären pro Person insgesamt sicher nicht mehr als 300 Euro zusammengekommen.
Schlussendlich liegt es am jeweiligen Anlaufhafen, ob man mit einem MSC-Ausflug besser fährt oder nicht. Man sollte sich auf jeden Fall VOR Antritt der Reise über die angebotenen Touren informieren und eventuell auch den Zielort im Internet auskundschaften, damit man optimal vorbereitet ist. Mietwagen bspw. lassen sich zwar auch kurzfristig direkt am Hafen erstehen, sind aber so deutlich teurer, als wenn man die Buchung bereits zuhause über einschlägige Anbieter getätigt hätte.

Service

Über die Serviceleistungen kann man an Board dieses Schiffes nur zufrieden sein. Angefangen von der Sauberkeit in der Kabine bis hin zum immer hilfsbereiten Personal an der Rezeption gab es für uns nie einen Grund zur Klage. Im Gegenteil, mitunter bekam man die vielen hilfreichen Hände gar nicht zu Gesicht und wunderte sich nur, wie schnell und gewissenhaft alles erledigt war. Das man beim Einschiffen meinen Koffer etwas beschädigt hatte, ist dann nur ein kleiner Makel, der auch direkt auf dem Schiff unkompliziert dokumentiert wurde, damit ich dies zuhause mit MSC Crociere regeln lassen kann.

Kosten

Typischerweise sind die Kosten bei einer Reise mit nicht-deutschen Reedereien ein wenig anders gegliedert und vielleicht für die gewohnte All-inklusive-Gesellschaft etwas seltsam anmutend, aber rechnet man alles zusammen, wird man auf solch einem Schiff auch nicht mehr zahlen müssen, als dies zum Beispiel bei AIDA Cruises der Fall wäre.
Im Reisepreis sind grundsätzlich nur die gebuchte Kabine sowie Verpflegung inbegriffen, was aber Getränke und Anreise ausschließt. Ebenso sind noch keine Trinkgelder inkludiert, welche man am Schluss auf seiner persönlichen Boardrechnung vorfindet. In unserem Fall waren es 6 Euro pro Person und Tag für die Leistungen des Personals.
Zu den Mahlzeiten besteht jederzeit die Option, sich vom Kellner einen Softdrink oder etwas anderes bringen zu lassen. Dafür muss man aber zusätzlich bezahlen. Wer dies nicht möchte, sollte auf die Gratis-Getränke zurückgreifen. Morgens ist dies Tee und Kaffee, dazu Orangen- sowie Multivitaminsaft. Mittags und zum Abendessen kann man sich "Tablewater" servieren lassen, welches ebenfalls kostenlos ist. Bestellt man jedoch Mineralwasser, bringt einem der Kellner auf jeden Fall eine Flasche, die mit 1,90 Euro zu Buche schlägt. Wir haben uns trotz der zusätzlichen Kosten den Luxus gegönnt, fast jeden Abend zum Diner eine Flasche Wein zu trinken. Zu dritt blieb dies im erschwinglichen Rahmen, denn ins Koma saufen wollten wir uns ja eher nicht.
In den Bars des Schiffes kann man vom (sehr günstigen) italienischen Kaffee bis zum Coktail alles bestellen. Gezahlt wird wie üblich mit der Boardkarte, über die alle angefallenen Ausgaben gesammelt und am Abreisetag in Rechnung gestellt werden.
Für meinen Geschmack etwas zu teuer waren allenfalls die Dienste im Wellnessbereich. Beim Rest gibt sich das Leben auf einem Schiff nichts mit dem in jedem anderen Urlaubsort.
Unsere Außenkabinen hatten wir zum Preis von 599,- Euro pro Person in Einzelbelegung erhalten. Inklusive (eigener) An- und Abreise, den Kosten an Board sowie einem geführten Ausflug belief sich die Gesamtausgabe für den Urlaub pro Person schlussendlich auf nicht mehr als 800,- Euro, was für eine 8-tägige Luxuskreuzfahrt meines Erachtens nicht zuviel ist. Im Vergleich zu Touren mit AIDA-Schiffen dürfte es sogar ein echtes Schnäppchen gewesen sein.

Allgemeines

Das Schiff selbst ist 251m lang und gut 29m breit. Es wurde in Frankreich gebaut und fährt derzeit unter der Flagge von Panama. An Board haben maximal 2055 Passagiere Platz, wobei auf unserer Reise nur gut 3/4 belegt war. Die meisten kamen aus Deutschland und Österreich, so dass hauptsächlich Deutsch gesprochen wurde. Shows und Animation hielt man zwar grundsätzlich immer auch noch in Englisch, Italienisch, Französisch und manchmal Spanisch ab, oft beschränkte man sich aber aufgrund der deutschen Übermacht auf zwei bis drei Sprachen. Auf der MSC Opera kann also auch jemand reisen, der keiner Fremdsprache mächtig ist, wenn gleich ein paar Brocken Englisch nicht schaden können, schließlich ist nicht von jedem Crewmitglied eine 5-sprachige Ausbildung zu erwarten.

Fazit

Die Fahrt mit der Opera war eine der besten Kreuzfahrten, die ich bisher machen durfte. Man hat überall den Eindruck, die Mannschaft tut alles, um die Gäste bei bester Laune zu halten. Das Essen war genauso hervorragend wie die Unterhaltung. Alles passte stimmig zusammen, so dass man nie auf die Idee kam, Haare in der Suppe zu suchen. Ich werde auf jeden Fall wieder eine Schiffsreise machen. Und wenn es dort auch nur annähernd so abläuft wie auf der MSC Opera, bin ich sehr zufrieden. Dieses Schiff (und möglicherweise auch die Schwester Lirica) sind 100%-ig ihr Geld wert.

//edit

Da Ciao offensichtlich ein Problem damit hat, den Anfangstext mit dem Reisedatum am Anfang des Textes darzustellen, muss ich die Einleitung eben hier ans Ende hängen:

Die Reise vom 22.10. bis 29.10.2007 auf der MSC Opera, einem italienischen Schiff, war ausgezeichnet und kommt in fast allen Belangen an die tollen Erlebnisse auf Schiffen der AIDA-Linie heran, zu einem deutlich niedrigeren Preis. Ich kann jedem, der eine Kreuzfahrt in Betracht zieht, diesen schönen Hochseekreuzer nur empfehlen.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Mogli2309

Mogli2309

14.01.2012 19:53

toll berichtet, aber weniger schön oder besser gesagt schlimm, was mit der Costa Concordia passiert ist

Wob-be

Wob-be

30.04.2008 18:31

der bericht ist von allen die ich bis jetzt gelesen habe mit abstand der beste! echt klasse und aussagekräftig.. hier stehen genau meine fragen - die ich habe - beantwortet... danke!

G.Siebert

G.Siebert

24.11.2007 10:41

sehr hilfreich

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