Kreta

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Baden vor schneebedeckten Bergen

5  22.01.2006

Pro:
siehe Bericht

Kontra:
sehr weit weg

Empfehlenswert: Ja 

Lieserle

Über sich:

Mitglied seit:03.09.2003

Erfahrungsberichte:8

Vertrauende:1

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 80 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nun endlich komme ich dazu, den lange geplanten Kreta-Bericht zu verfassen. Unser Urlaub dort liegt nun schon einige Zeit zurück, wir waren dort im Mai 2003 und dass uns unser Hotel dort nicht so gut gefallen hat, konntet Ihr ja bereits in meinem Bericht über das "Pilot Beach Resort" nachlesen.

Kreta hat uns aber beiden sehr gut gefallen, wir waren sicher nicht das letzte Mal dort. Für mich war es bereits der zweite Besuch, ich war als Kind schon einmal mit meinen Eltern dort im Sommerurlaub.
Die Insel ist in jeder Hinsicht sehr abwechslungsreich und bietet für jeden etwas, ob kulturinteressiert, sportbegeistert oder einfach nur erholungsbedürftig.

Doch hier nun zunächst einige Zahlen und Fakten, die ich aus Wikipedia entnommen habe:
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Kreta ist die größte griechische Insel sowie die fünftgrößte Insel im Mittelmeer. Ihre Fläche beträgt 8.331,231 km², die Länge beträgt 260km und die Breite zwischen 12 und 20km. Bei 1040km Küstenlinie findet auch jeder ein halbwegs einsames Plätzchen am Strand.

Die abwechslungsreiche Landschaft besteht aus mehreren Gebirgszügen, fruchtbaren Hochebenen, aber auch sehr trockenen, kargen Landschaften ganz im Osten.
Die "Lefka Ori", die Weißen Berge, stellen mit zahlreichen über 2000m hohen Gipfeln das größte Gebirge dar, sie befinden sich im Westen der Insel. Hier liegt auch bis weit ins Frühjahr hinein Schnee, ja, es gibt hier sogar einen Skilift, allerdings haben wir uns hier mit dem Lesen des Wegweisers begnügt und sind nicht hingefahren. Den Schnee im Mai haben wir aber natürlich besichtigt, dazu komme ich weiter unten noch.
Der höchste Berg der Insel ist der Timeos Stavros mit 2456m, er gehört zum Ida-Gebirge in der Mitte der Insel, dicht gefolgt vom Páchnes in den Lefka Ori mit 2453m.

Das Klima dieser wunderschönen Landschaft reicht von trocken-heiß bis feucht-alpin.
Die empfehlenswertese Reisezeit ist meiner Meinung nach das späte Frühjahr, etwa von April bis Anfang Juni. Die Hitze ist dann noch erträglich und die vielfältige Pflanzenwelt entfaltet sich zu voller Pracht, es grünt und blüht überall. In dieser Zeit kann man auch schon im Meer baden oder aber auch gut wandern.
In den Monaten Juli und August ist sehr heiß, obwohl oft vom Meer her ein frisches Lüftchen weht, und die Pflanzen sind größtenteils ausgedörrt und von der Sonne verbrannt. Außerdem sind zu dieser Zeit natürlich die meisten Touristen unterwegs.
Im Herbst ist es dann wieder etwas kühler, das Meer aber noch sehr schön warm.

Die gut 600.000 Einwohner Kretas leben größtenteils vom Tourismus, aber auch von der Landwirtschaft, vor allem Oliven, Wein und Obst gedeihen auf der Insel.

Unser Urlaubsort
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Als Urlaubsort hatten wir uns das Dorf Georgioupolis an der Nordküste Kretas ausgesucht, ein zwar deutlich touristisch geprägter Ort, der sich aber dennoch viel von seiner Ursprünglichkeit bewahrt hat. Noch immer gibt es hier einen sehr malerischen Fischerhafen, im Hintergrund erheben sich majestätisch die Lefka Ori und ein wunderschöner Sandstrand zieht sich 10km die Küste entlang, er zählt auch zu den saubersten der Insel. Zu unserer Reisezeit im Mai war hier noch recht wenig los, die meisten Urlaubsgäste scheinen zu dieser Zeit zum Wandern herzukommen, und so fanden wir wenige Schritte vom Hotel entfernt immer ein schönes einsames Plätzchen am Strand.
Auf unser Hotel will ich hier nicht näher eingehen, dazu gibt es ja einen eigenen Bericht. Es lag etwa 3km vom Ortszentrum entfernt, so dass wir bequem öfter mal einen Spaziergang dorthin unternehmen konnten. Georgioupolis bietet alles, was das (Touristen)herz begehrt, Supermärkte, Souvenirshops, Friseur, Internetcafé, viele Restaurants (die auch von Einheimischen gerne aufgesucht werden), Bars und schöne kleine Cafés.

Gastronomie
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Überall wurden wir stets sehr freundlich, nett und gut bedient, aber zu unserem Lieblingscafé avancierte bald das "Café Méli" am Marktplatz, hier verbrachten wir oft Stunden auf der schattigen Terrasse bei einem schönen griechischen Kaffee. Wenn wir das Hotelfrühstück wieder mal verschlafen hatten, bestellten wir uns auch gerne einen leckeren typisch kretischen Tomatensalat oder ein griechisches Joghurt mit Früchten, Honig und Nüssen (übrigens auch sehr empfehlenswert als erfrischender Snack zwischendurch!).
Auf den Speisekarten der Restaurants findet man häufig den Hinweis "fragen Sie nach frischem Fisch". Meist wird man dann in die Küche zum Kühlschrank geführt und darf sich einen Fisch aussuchen, der Wirt wiegt ihn dann und nennt den Preis. Fisch ist zwar nicht ganz billig, aber es lohnt sich wirklich, und insgesamt liegt das Preisniveau doch sehr deutlich unter dem unsrigen. Wir haben zweimal in der Fisch-Taverne "Fanis" am Hafen exzellent gegessen und dabei fanden wir es wirklich günstig: jeder eine Vorspeise (ein Garnelengericht), dazu Zaziki, Bauernsalat, je ein Fisch als Hauptgericht,
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Hafen Georgioupolis, im Hintergrund die "Weißen Berge"
dazu zwei Flaschen Wein (hicks! ;-)) und jeder ein griechischer Kaffee: zusammen 50€ (zu zweit) - da kann man nicht meckern, finde ich, zumal uns der Wirt noch je einen Schnaps sowie eine Nachspeise spendierte.
Grundsätzlich haben wir die Erfahrung gemacht, dass man die Restaurants meiden sollte, die
a) einsam an touristisch interessanten Punkten liegen und/oder
b) die Speisekarte in 5 verschiedenen Sprachen auslegen.
Hier ist das Essen nicht immer, aber doch oft qualitativ minderwertiger und/oder überteuert.

Insgesamt haben wir aber immer sehr gut und günstig gegessen und für uns steht auf jeden Fall fest: wenn wir noch einmal hinfahren, würden wir keinesfalls mehr Halbpension buchen, denn dazu macht es viel zuviel Spaß, abends durch den Ort zu bummeln und heute mal die eine, morgen die andere Taverne auszuprobieren.
Ich denke, zur griechischen Küche muss ich wohl nicht allzuviel sagen, eigentlich ist immer für jeden etwas dabei. Aber ich möchte auf jeden Fall noch den typisch kretischen Schnaps, Raki, erwähnen, der nicht etwa zu verwechseln ist mit dem gleichnamigen türkischen Anisschnaps! Der kretische Raki ist ein Tresterschnaps und daher mit Grappa vergleichbar, auch vom Geschmack her, aber im Gegensatz dazu auf Kreta meist der billigste Schnaps auf der Karte, der auch noch höchst großzügig ausgeschenkt wird: wir haben einmal nach dem Essen zwei Raki bestellt, worauf uns der Wirt ein kleines Kristallkännchen mit zwei Gläsern brachte. Der Inhalt des Kristallkännchens füllte mein Glas dreimal, das meines Freundes gleich viermal und kostete insgesamt 1,70€.

Ausflüge/Sehenswürdigkeiten
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Georgioupolis liegt nicht weit entfernt von den Städten Chania (35km) und Rethymnon (22km). Dorthin existiert etwa einmal pro Stunde eine Busverbindung, die einfache Fahrt kostet für Erwachsene ca. 6€.

Chania
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Chania wird in vielen Reiseführern als "die schönste Stadt Kretas" gepriesen, wobei mir persönlich Rethymnon besser gefallen hat. Aber darüber lässt sich vielleicht auch streiten...
Sehenswert ist Chania jedenfalls allemal, angefangen bei der imposanten, wuchtigen Stadtmauer, auf der sich sogar kleine Wohnhäuschen befinden. Ein Bummel durch die Gassen der Innenstadt zum Hafen verrät auch Spuren der Besatzer in früherer Zeit: besonders aus der Zeit der venezianischen Herrschaft (13. -17. Jh.) wie auch aus der darauffolgenden türkischen Herrschaft sind noch einige Bauwerke erhalten; leider wurde die Innenstadt aber im 2. Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen, sodass auch viele modernere Bauten vorhanden sind.
Auch ein Rundgang am Hafen lohnt sich, wenn man rund herum spaziert, hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt. In den Vormittagsstunden herrscht in der Markthalle buntes Treiben, vor allem Fisch, aber auch Fleisch und verschiedenste landwirtschaftliche Erzeugnisse werden hier gehandelt. Nachmittags ist es ziemlich still und leer, aber es gibt einige Stände, die auch dann geöffnet sind und z. B. landestypische Süßigkeiten, Honig und Olivenöl verkaufen.
Sonst bietet Chania an Sehenswürdigkeiten z. B. noch die Kirchen San Lorenzo und San Salvatore, die Janitscharenmoschee sowie ein Marinemuseum; wir haben uns jedoch mit dem beschriebenen Bummel durch die Innenstadt zum Hafen begnügt.

Außerdem befindet sich in Chania einer der drei Flughäfen der Insel, hier sind auch wir gelandet.

Rethymnon
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In Rethymnon, der drittgrößten Stadt Kretas, sind noch deutlich mehr Bauwerke der Venezianer und der Türken erhalten als in Chania, so z. B. die Befestigungsanlagen und der Hafen. Die Gassen der Altstadt sind verwinkelter und, wie ich finde, sehr romantisch. Man findet auch noch ursprüngliche kleine Werkstätten, wo z. B. nützliche und dekorative Gegenstände aus dem wunderschönen Holz der Olivenbäume hergestellt und direkt verkauft werden.
Besondere Sehenswürdigkeiten in Rethymnon sind die venezianische Festung und der Hafen, wir waren in Rethymnon vor allem am Schluss des Urlaubs auf Mitbringsel-Einkaufstour.

Ein weiterer Ausflug führte uns von Georgioupolis aus wenige Kilometer landweinwärts zum

Kournas-See.
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Der Kournas-See ist Kretas einziger Süßwasser-See und liegt sehr idyllisch inmitten herrlich grüner Berge. Man kann entweder dorthin wandern oder aber, wenn man so urlaubsfaul ist wie wir, in Georgioupolis für ein paar Euro am Hafen eines dieser Touristenbähnchen besteigen, wie es sie mittlerweile in ganz Europa gibt. Diese Bimmelbahn zuckelt ganz gemütlich hinauf in die Berge bis zum See. Dort angekommen, kann man zum Beispiel baden (im Mai ist das Wasser aber noch zu kalt) oder einen Spaziergang um den See unternehmen, sofern der Wasserstand nicht zu hoch ist. 2003 hatte es aber im März/April soviel geregnet, dass der See über seine Ufer getreten war und so konnten wir ihn nur etwa zu einem Drittel umrunden.
Am Seeufer befinden sich einige Restaurants, wo wir ausgezeichnete Lammkoteletts aßen. In einigen umliegenden Geschäften kann man die Töpferwaren erwerben, die in dieser Gegend hergestellt werden.

Ausflüge mit dem Auto
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Um Kreta noch ausführlicher zu erkunden, hatten wir uns für ein paar Tage ein Auto gemietet. Mit den Unterlagen erhielten wir ein kleines Heft mit Tourvorschlägen.
Einer davon schien genau für uns zu passen, etwa 100km ingesamt, die Route führte von Georgioupolis zunächst zur Südküste, dort ein Stück entlang und eine andere Strecke durchs Gebirge zurück.
Bei unserer Planung hatten wir allerdings die kretischen Straßenverhältnisse außer Acht gelassen. Besonders die Straßen im Gebirge sind oft in sehr schlechtem Zustand und sehr eng, so dass mir schon mulmig wurde, wenn Gegenverkehr kam. Auch sollte man immer damit rechnen, einer Schaf- oder Ziegenherde zu begegnen. Zudem geht es neben der (schmalen, schlechten, unbefestigten) Straße oft noch metertief in den Abgrund, also nicht für nervöse Gemüter...
Anders gesagt, man kommt etwa mit einer Durchschnittgsgeschwindigkeit von 30-35km/h vorwärts, sollte also für 100km Strecke durchs Gebirge etwa 3 Stunden reine Fahrzeit einrechnen.

Die Landschaft ist sozusagen als Entschädigung dafür einfach atemberaubend und man sollte unbedingt ab und zu an den Aussichtspunkten anhalten und die Aussicht genießen. Es ist unbeschreiblich, wenn man schon weit über 1000 Höhenmeter hinauf gekurvt ist und immer noch aufs Meer hinunterblickt.

Unser erstes Ziel auf dieser ersten Tour war, nach 30km bzw. einer Stunde Fahrt, das

Kloster Preveli.
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Es liegt an der Südküste Kretas und somit am Libyschen Meer. Das Kloster soll etwa zu Beginn des 11. Jh. gegründet worden sein, wurde aber in den darauffolgenden Jahrhunderten mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Die Mönche engagierten sich stets besonder für Frieden und Freiheit der Einwohner Kretas.
Unter anderem spielte das Kloster im 2. Weltkrieg eine wichtige Rolle, als sich bei der Invasion der Deutschen 1943 alliierte Soldaten zur Südküste zurückzogen. Die Mönche organisierten Verstecke für die Soldaten, die sich nicht mehr rechtzeitig auf ihre Schiffe flüchten konnten, und wurden dafür von den Deutschen verhaftet, die auch das Kloster teilweise zerstörten.
Heute sind die meisten Gebäude restauriert, besonders die innen reich ausgeschmückte Klosterkirche ist sehenswert. Beachten sollte man, dass man das Kloster nur in angemessener Kleidung betreten darf, d. h. Frauen im langen Rock und mit bedeckten Schultern, Männer in langen Hosen.

Nach der Besichtigung des Klosters aßen wir in der Nähe zu Mittag und beschlossen dann, einen Abstecher zum

Palmenstrand von Preveli
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zu machen, den der Reiseführer als besonders schön rühmte. Wir entdeckten auch schnell einen Wegweiser "Beautiful Palm Beach, 5km" und folgten ihm. Die Straße entpuppte sich nach wenigen Metern als staubige Piste mit teils knietiefen Schlaglöchern. Tapfer schaukelten wir mit unserem gemieteten Renault Twingo die 5km im Schritttempo und zweifelten, ob wir jemals an- bzw. wieder zurückkommen würden. Am Ende der 5km wurden unsere Zweifel, ob das Autofahren hier überhaupt vorgesehen sei, von einem riesigen Schild "Parking" schnell beiseite gewischt. Wir packten unsere Badesachen aus in der Erwartung, um die nächste Ecke den Strand zu sehen. Aber nix da, "Palm Beach, 10 Minutes walk" stand auf dem nächsten Schild... aber was heißt walk, wir kletterten gute 10 Minuten über einige Felsen und siehe da, vor uns breitete sich der wunderschöne Palmenstrand aus. Um zum Meer zu kommen, mussten wir nun nur noch einen eisigen, hüfttiefen Gebirgsfluss durchwaten und schon waren wir da. Und irgendwie enttäuscht. Für diese Strapazen hätten wir doch zumindest die Karibik erwartet!
Objektiv betrachtet ist der Strand schon schön - aber diese Fahrt würde ich nicht noch einmal unternehmen wollen, zumal wir später erfuhren, dass von einem Nachbarort aus auch eine Bootsfahrt zu dem Strand angeboten wird.
Nach einem kurzen Bad in den - dank des mündenden Gebirgsflusses eisigen - Fluten kletterten und holperten wir also wieder zurück zur Hauptstraße, um unsere Tour fortzusetzen.

Nun war es bereits später Nachmittag und wir fuhren noch ein kleines Stück die Südküste entlang, hielten einmal kurz in Frangokastello, wo sich eine alte Burg direkt am Meer befindet, und zuckelten über die kurvigen Bergstraßen wieder nordwärts nach Geourgioupolis zurück.

Ein weiterer Ausflug mit dem Auto führte uns

In die Berge
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Wir fuhren von Georgioupolis aus ein Stück ostwärts und dann ins Ida-Gebirge, durch den Gebirgsort Anogia, immer höher und höher, am Wegweiser zum Skilift vorbei, soweit, bis die Straße aufhörte. Hier befand sich ein Parkplatz und ein kleines Restaurant. Von hier hatte man einen herrlichen Ausblick über eine grüne Hochebene, wo etliche Schafherden grasten. Außer uns war hier kaum jemand unterwegs und es herrschte eine erholsame Ruhe.
Und, ja, hier oben lag noch Schnee! Daneben schon blühende Bäume, eine Landschaft der Gegensätze. Wir machten uns natürlich den Spaß, eine kleine Schneeballschlacht zu veranstalten - in kurzen Hosen, wohlgemerkt, aber wir kleideten uns dann schnell um, denn es war doch schon recht kühl in dieser Höhe.
Vom Parkplatz aus führt ein Weg einige hundert Meter den Berg hinauf zur Idäischen Grotte. Der Sage nach soll Zeus hier vor seinem Vater Kronos versteckt worden sein, der ihn umbringen wollte. Vor der Höhle lag noch soviel Schnee, dass kaum etwas zu sehen war, aber gelohnt hat sich der Ausflug allemal, denn diese Landschaft entschädigt für nahezu alles!

Knossos
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Natürlich durften auch die weltberühmten Ausgrabungen dieses geheimnisvollen minoischen Palastes auf unserer Reise nicht fehlen.
Hier herrscht allerdings Touristenrummel ohne Ende, am Eingang bieten Einheimische ihre Führungen an, aber mit einem guten Reiseführer kommt man auch so klar...
Die Überreste des Palastes wurden Ende des 19. /Anfang des 20. Jh. vor allem von dem Engländer Sir Arthur Evans ausgegraben, unter dessen Regie auch die heute vorhandenen Rekonstruktionen vorgenommen wurden. Diese Rekonstruktionen sind historisch höchst umstritten, dennoch lohnt sich ein Besuch der Anlage, denn allein die Größe ist imposant.
Wer jedoch einen Eindruck gewinnen möchte, wie die Ausgrabung ursprünglich aussah, sollte z. B. nach Phaistós fahren, wo sich Ruinen eines ähnlichen Palastes befinden, dort wurde aber nichts rekonstruiert.
Bis heute gibt es sehr unterschiedliche Thesen, ob Knossos wirklich ein Königspalast war, der deutsche Geologe Hans Georg Wunderlich vertritt sogar die Meinung, es könnte sich um eine Totenstadt gehandelt haben.
Wer gerne näheres über Knossos wissen möchte, findet bei Wikipedia viele Informationen, in meinem Bericht würde das leider zu weit führen...

Im Anschluss an unseren Besuch in Knossos fuhren wir noch nach

Iraklion,
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denn die Inselhauptstadt befindet sich von Knossos nur 5km entfernt. Wir bummelten ein wenig durch die Innenstadt und am Hafen entlang, um anschließend das Archäologische Museum zu besuchen.
Das Museum enthält zwar viele interessante Exponate, ist aber sehr anstrengend und ermüdend, denn die meisten Dinge sind einfach ziemlich einfallslos in Glaskästen angeordnet, wenn man sich zur Besichtigung entschließt, sollte man nicht den Anspruch haben, alles gesehen haben zu wollen, sondern sich im Reiseführer die interessantesten Dinge herauspicken.
Als Ergänzung zu unserem Besuch in Knossos fanden wir das Museum trotzdem interessant, da hier auch viele Fundstücke aus Knossos ausgestellt sind sowie ein Modell, wie die Palastanlage ausgesehen haben könnte.

In Iraklion haben wir dann nichts weiter unternommen, erwähnen sollte man noch die Rolle der Hauptstadt als Verkehrsknotenpunkt, denn hier befindet sich der Fährhafen mit Verbindungen zum griechischen Festland sowie einer der drei Flughäfen Kretas (neben Chania und Sitia).

An einem der nächsten Tage setzten wir uns noch ein letztes Mal in unser Mietauto und fuhren nochmals an die Südküste, und zwar nach

Gortys
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Die Überreste der antiken Stadt Gortys wurden ab 1884 ausgegraben. Die Stadt soll von dem legendären König Minos, ein Sohn des Zeus, gegründet worden sein.
Die heute erhaltenen Ruinen stammen etwa aus dem 4.-6. Jh., erhalten sind Überreste einer frühchristlichen Basilika, ein Apollon-Tempel sowie ein Odeion (eine Art Theater), an dessen Nordwand sich Tafeln mit einer antiken Inschrift aus dem 5. Jh. v. Chr. Befinden. Diese Inschrift gilt als ältester Gesetzeskodex Europas und enthält bereits erstaunlich liberale, für das Zusammenleben wichtige Bestimmunge, z. B. aus dem Ehe- und Familienrecht.

Nach dem wir diesen historischen Ort besichtigt hatten, gönnten wir uns vor der Rückfahrt durch die Berge noch einen Nachmittag zum Erholen, und zwar am Strand von

Matala
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Dieser Ort ist bei Touristen sehr beliebt, war jedoch zu unserer Reisezeit noch erfreulich leer. An der Küste von Matala entstanden in der Jungsteinzeit Wohnhöhlen, die von den damaligen Bewohnern in den weichen Fels getrieben wurden und die bis heute die größte Attraktion in Matala darstellen.
In den 60er Jahren ließen sich in diesen Höhlen zahlreiche Hippies nieder, als jedoch eine der Höhlen einstürzte und dabei ein Mensch tödlich verletzt wurde, wurden die Höhlen geräumt und zunächst gesperrt. Heute sind sie eingezäunt, man kann sie kostenlos besichtigen.

Hier verbrachten wir also den Nachmittag am Strand und fuhren gegen Abend durch die Berge wieder nordwärts nach Georgioupolis.

Hier verbrachten wir noch einige erholsame Tage am Strand beim (Sonnen)Baden, hinter uns die schneebedeckten Berge, und genossen einfach die Zeit, die wir noch in diesem Inselparadies verbringen konnten.

Nach zwei Wochen hieß es dann leider Abschied nehmen, wir wurden zum Flughafen nach Chania gebracht, das Flugzeug drehte noch eine Abschiedsrunde über Kreta und vier Stunden später landeten wir bei eisigen 5°C im verregneten München.

Natürlich gäbe es noch viel mehr zu berichten, viel mehr anzuschauen, aber ich hoffe, ich konnte Euch einen Überblick über einige der vielen Highlights von Kreta verschaffen.

Mein Fazit ist, nicht umsonst heißt Kreta auch "Die Insel der Götter".
Die Insel ist traumhaft schön, jeder wird hier einen Urlaub nach seinen Vorlieben verbringen können. Das angenehme Klima und die gastfreundlichen Griechen tun ein Übriges dazu, und wir werden sicher wiederkommen!

Bis bald,
Lieserle
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
christianpirker

christianpirker

05.10.2007 22:06

Großartiger Bericht! Liebe Grüße, Christian

mozarteum

mozarteum

11.11.2006 23:52

da würde ich doch jetzt am liebsten sofort meine koffer packen ... .-) lg mozarteum

amadeuselvis

amadeuselvis

25.07.2006 13:39

Klasse geschrieben und erst die Fotos! Sehr schön. LG Daniel

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