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Auslandsjahr mit Kompass? - Nie wieder!!!

1  19.03.2012

Pro:
Sehr nette Betreuung und Beratung in Deutschland

Kontra:
Sehr schlechte Auswahl der Gastfamilien und Schulen

Empfehlenswert: Nein 

Katie17

Über sich:

Mitglied seit:19.03.2012

Erfahrungsberichte:1

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 16 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

In der 10. Klasse entschied ich mich ein Auslandsjahr in England zu machen. Um so wenig Schulstoff wie möglich in der Oberstufezu verpassen, plante ich meinen Auslandsaufenthalt für knapp vier Monate - und vier Monate können unglaublich lang sein, auch wenn man das vielleicht jetzt nicht unbedingt nachvollziehen kann.

Anfang Januar stieg ich also nach der super netten Vorbereitung in Deutschland ins Flugzeug und kam schließlich in London Heathrow an. Etwas mehr als eine halbe Stunde musste ich am Flughafen warten, bis eine weitere Austauschschülerin ankam, bis wir zusammen unseren Fahrer suchten und schließlich in unsere Familien gebracht wurden. Bis dahin verlief alles problemlos.

Als der Taxifahrer mich zur Tür brachte und meine Gastmutter die Tür öffnete, schaute sie mich mit erstaunten Augen an und fragte mich was ich wolle. Dass meine Gastfamilie einen Austauschschüler erwartete, war ihr bis jetzt noch nicht bewusst. Sie hatten mich vergessen. Dennoch war mein Zimmer schnell fertig und ich packte schließlich meinen Koffer aus. Es war sehr klein, erinnerte mehr an ein eingemauertes Bett als an ein Zimmer. Außer einem provisorischen Kleiderschrank, dem Bett und einem winzigen "Schreibtisch" befand sich darin nichts.
Das wurde im Laufe meines Aufenthaltes aber mein geringstes Problem. Besonders interessiert war meine Gastfamilie nicht an mir. Ich versuchte mich zu integrieren und fragte oft ob ich bei irgendetwas helfen könnte. Das wurde jedoch immer abgelehnt.

Generell war meine Gastfamilie sehr selten zu Hause. Wenn ich von der Schule nach Hause kam oder morgens zu Schule ging, war niemand da. Beide Elternteile waren berufstätig: Meine Gastmutter Verkäuferin bei Tesco und ihr Mann Kurierfahrer. Der 5-jährige Sohn ging bereits zur Schule und das knapp 3-jährige Mädchen in eine Art Kindergarten. Das kleine Mädchen hat meiner Ansicht nach überdurchschnittlich häufig geschrieen und gebrüllt. Meine Gasteltern waren im Dauerstress. Ein bisschen erinnerte es mich immer an Familien aus Fernsehsendungen wie "Mitten im Leben" oder "Familien Brennpunkt".
Dennoch muss ich ehrlicher Weise sagen, dass meine Gastfamilie niemals unfreundlich gewesen ist. Eigentlich waren sie sehr nett und versuchten alles so zu arrangieren, dass die Kinder, ihr Beruf und auch noch ich zufrieden waren, was jedoch niemals hätte funktionieren können!
Ich fühlte mich oft, als würde ich völlig alleine in dem Haus wohnen und würde ab und an Besuch von meiner Gastfamilie bekommen, die aber leider immer viel zu viel zu tun hatte als mit mir am Tag mehr als 5 Sätze zu sprechen und "Hallo" und "Tschüss" zu sagen.
Ein weiterer Aspekt der erwähnenswert wäre ist, dass ich meistens NICHTS zu essen bekam und der Kühlschrank bis auf etwas Milch meistens leer war. Wenn ich überhaupt etwas zu essen bekam, gab es vor 23 Uhr meist noch NICHTS zu essen. Dass das Essen in England, wenn es nicht gerade Fastfood gibt, meistens nicht spektakulär bzw des Öfteren auch absolut ungenießbar ist, muss ich wohl niemandem sagen... Ein Lunchpaket bekam ich nie mit in die Schule.

Die Schule war ein Desaster. Die Fahr zur Schule dauerte ewig. Nach einer halben Stunde zu Fuß zur Bushaltestelle musste ich mit dem Bus von Whitstable nach Canterbury fahren. Ich bekam keine Wegbeschreibung und musste mit den anderen Austauschschülern unsere Schule beim ersten Mal suchen. Dort waren die meisten Schüler von ihrem Verhalten extrem auffällig und mir unangenehm. Dennoch gab es sicherlich einige Schüler die sehr nett waren und mit denen wir (auch die anderen Ausstauschschüler) auch in unserer Freizeit gelegentlich etwas unternommen haben bzw zu deren Geburtstagen wir eingeladen wurden.

Das Niveau in der Schule war also ziemlich gering, was ich vorher jedoch nicht wusste. Ich hatte die Schule nur gewählt, weil es dort angeblich(!) die Möglichkeit gab in einem Tennisclub zu spielen. Dieser Tennisclub bestand aus ca. 15 acht- bis zwölf-Jährigen, die scheinbar noch nicht oft einen Tennisschläger in der Hand gehabt hatten. In der Tennis-Academy zu spielen, war für mich nicht möglich, da ich kein ganzes Jahr blieb. Dies war also definitiv eine falsche Information der Kompass-Mitarbeiter, mit denen ich mich ausführlich über die Schulwahl unterhalten hatte. Generell war die Betreuung in der Schule genauso miserabel wie zu Hause: Es war niemand daran interessiert, ob und wann ich zur Schule ging und ob ich mitarbeitete schon mal gar nicht.
Es gäbe noch viele viele weitere negative Dinge, die ich hier aufführen könnte. Generell kann ich Kompass für ein Auslandsjahr bzw -Aufenthalt keinesfalls empfehlen. Die anderen Austauschschüler waren auch nicht unbedingt besonders glücklich über ihre Unterbringung und Betreuung, doch meine Gastfamilie übertraf alles: Wenige Wochen nachdem ich abgereist war, sah ich bei Facebook die Statusmeldung meiner Gastmutter: Sie habe sich von ihrem Mann GETRENNT, nachdem er sie BRUTAL zusammengeschlagen hatte, wodurch Knochenbrüche und starke Prellungen entstanden. Heute lebt sie noch immer von ihm getrennt. Aber das nur nebenbei zum Thema Gastfamilienauswahl. Die angespannte Stimmung in meiner Gastfamilie bildete ich mir also nicht nur ein!

Natürlich kann meine Gastfamilie nichts für meinen grauenhaften Aufenthalt in England. Sie waren immer nett zu mir und haben ihr Möglichstes getan. Doch dass diese Familie keinen Austauschschüler hätte bekommen dürfen, hätte Kompass bemerken müssen!

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Queen500

Queen500

20.03.2012 15:43

guter Bericht! LG Michael

pyragoon

pyragoon

20.03.2012 10:36

guter start. willkommen bei ciao.

Frkruemel

Frkruemel

19.03.2012 23:27

Sehr schöner Erstbericht!

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