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Kolpinghaus St. Theresia, München

Erfahrungsbericht

für Kolpinghaus St. Theresia, München
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2 Sterne Willkommen im Kolpinghaus!
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Empfehlenswert: Nein

Pro man bemüht sich wenigstens etwas um die Sicherheit

Kontra ... Sicher ist es jedoch trotzdem nicht, keine schöne Umgebung, ist ziemlich ungemütlich, irreführendes Prospekt, Gemeinschaftsduschen im Keller, überalterter Aufzug, ungenießbares Essen,...

Die Abschlussfahrt der Mittelstufe war wohl eine der grausamsten Klassenfahrten meines Lebens. Nicht allein durch die mehr als interessante Herberge, in der wir untergebracht wurden. Nahezu gar nichts blieb aus. Fast schon glaubten wir, es wäre die verstecke Kamera wieder unterwegs, so viel ging schief und stimmte nicht. Doch wenigstens wurden wir von Kakerlaken verschont. Ein Trost? Leset selbt und erschrecket euch! :-)


DAS KOLPINGHAUS SELBST:

Das Kolpinghaus St. Theresia München ist ein ehemaliges Hotel. Als ich davon erfuhr, freute ich mich zunächst auf den einwöchigen Aufenthalt. Doch dort angekommen verstand ich sofort, warum die Betonung auf dem Wort ehemalig liegt. Bei dem Kolpinghaus handelt es sich um einen riesigen Okkafarbenen Klotz, in dem etwa 50-100 Zimmer über 8 Etagen verteilt untergebracht sind. Es hat weder besondere Form, noch Farbe, sodass es kein wenig Gemütlichkeit ausstrahlt. Auch im Inneren des Gebäudes bekommt man beinahe eine Gänsehaut. In den obersten Stockwerken sind die Gänge mit Kränzen und Kreuzen behangen, was selbst in mir als Katholikin ein unbehagliches Gefühl hervorrief. Besser wurde es keinesfalls dadurch, dass keine Menschenseele dort oben zu sehen war.
~Das Foto, das ihr seht wurde wie es scheint sehr gut bearbeitet, denn selbst im Sommer sah es nicht so hell und frendlich aus.~

Es gibt zwei Wege, auf sein Zimmer zu gelangen. Der eine führt über die vielen Stufen im Treppenhaus. Nachteile sehe ich da viele. Zum Beispiel kann es ganz schön nerven, wenn man sein Zimmer sich im 3. Stock befindet und man unten angekommen bemerkt, dass man etwas vergessen hat. Für Sportfans eine neue Herausforderung? Außerdem braucht man einen Zimmerschlüssel um auf seine Etage zu gelangen, denn diese werden durch Glaswände und -Türen vor möglichen Eindringlingen gerettet (warum, sollte ich später zu spüren bekommen). Man stelle sich also folgende Situation vor: Man befindet sich in seinem Zimmer, spaziert gemütlich hinunter, kommt unten an und bemerkt, man hat seine Tasche im Zimmer vergessen. Man läuft also mehrere Etagen wieder hinauf und kommt noch nicht einmal auf den Gang, da eine geschlossene Glastür dies verhindert. Der Schlüssel könnte sich unten bei einem Zimmerkameraden befinden oder er steckt in der vergessenen Tasche. Super Spiel! Da habe ich doch lieber Möglichkeit Nummer 2, in mein Zimmer zu gelangen und dieses zu verlassen, gewählt. Ein alter knarrender Fahrstuhl ermöglichte mir dies. Unter Todesängsten wagte ich mich täglich aufs Neue hinein. Er knarrte, er stockte, aber ich blieb tapfer. :-)


AUSSTATTUNG:

Laut Prospekt, das mir kurz nach der Ankunft unter die Augen kam, enthält jedes Zimmer einen Kabelanschluss. Klingt schon, aber den Inhalt der Klammer sollte man auch gelesen haben, dieser lautet: "Falls TV-Gerät mitgebracht wird". Schön, aber leider nicht besonders nützlich, denn für gewöhnlich verreise ich nicht mit einem Fernseher im Gepäck. Angeblich gibt es sogar eine Telefondurchwahl in jedem Zimmer. Aber wie, frage ich mich doch, wenn weder in meinem, noch in dem der anderen ein Telefon vorhanden war. Oder muss man sich das auch noch selbst mitnehmen? Des weiteren sind "alle Zimmer mit Kalt- Warmwasser ausgestattet. Na, das ist doch schon mal etwas. Traurig ist nur, dass damit lediglich das Waschbecken gemeint ist. Der einzige Duschraum in der Herberge, befindet sich im Keller und ist eine Gemeinschaftsdusche. Damit meine ich nicht nur, dass keine Trennwände oder Vorhänge vorhanden sind, es müssen sich auch noch Männlein und Weiblein voreinander entblößen. Zum Glück wurde einem auf Nachfrage ein Schlüssel gereicht, aber viel nützt er einem auch nicht, wenn sich bereits eine Schlange von schmutzigen Menschen vor dem Duschraum bildet. Ich bin ein Genießer, ich dusche gerne heiß und lange. Und am besten auch noch allein. Höchstens mein Freund darf noch dazu, aber mit wildfremden Menschen, jeden Alters und jeden Geschlechts, zu duschen, das ging mir entschieden zu weit. Da habe ich mir noch lieber sämtliche Beschimpfungen über mein viel zu langes Blockieren des Waschraums angehört. Ich habe nun mal meine Prinzipien.


VERPFLEGUNG:

Morgens kam die nächste sensationelle Überraschung. Als wenn ich es nicht schon geahnt hätte, war das Frühstück geradezu abstoßend. Über Lebensmittel sollte man dankbar sein, doch was uns dort zugemutet wurde gab keinen Grund dazu. Trockene Brötchen, dicke H-Milch, verdünnter Orangensaft, harter Käse und graurote Salami (sie lag wohl wie der Käse schon zu lange draußen) standen auf dem Speiseplan. Lecker... Worüber ich anfangs noch wütend war -dass wir nur eine Mahlzeit am Tag bekamen- wurde später zur Freude. Ich habe kein Interesse daran, herauszufinden, was einem zum Mittag- und Abendessen zugemutet wird.


LAGE:

Das Kolpinghaus befindet sich in Neuhausen/Nymphenburg, was nur einige Gehminuten vom Olympiapark entfernt ist. Ihr seht also, es hat eine hervorragende Lage, mit ausgezeichnetem Ruf... Soll ich lachen oder weinen?

Unmittelbar vor der Herberge befand sich eine 4-Spurige, vielbefahrene Straße, die für ein nettes Ambiente sorgte. Die schönen ineinander übergehenden Grautöne der umliegenden Häuser gaben praktisch den letzten Pinselstrich dazu.


ERFAHRUNGEN:

Richtig unangenehm wurde es jedoch erst als wir -damit meine ich vorerst nur die Mädchen- permanent von seltsamen Typen zugequatscht wurden. Diese wollten uns zu sich in einen in der Nähe liegenden Jugendtreff einladen. Abfuhren kannte scheinbar keiner von ihnen. Am dritten oder vierten Abend wimmelte es in unserer Herberge auf einmal von diesen Typen und einigen Mädchen, die wohl zu ihnen gehörten. Die Mädchen boten den männlichen Teilnehmern der Abschlussfahrt unmoralische Dinge für Geld an und drohten gleichzeitig gemeinsam mit ihren Kerlen, unschuldigen Mädchen Schläge an, wurden teilweise sogar schon handgreiflich.

Nachdem der Herbergsvater informiert wurde, erfuhren wir, dass diese Problem schon öfters auftauchte und deshalb teilweise so strenge Sicherheitsregeln bestünden. Die Leute seien ihm bekannt durch Diebstähle und Belästigungen der Gäste, und sie alle haben Hausverbot. Aufgrund ihres jungen Alters könne man gegen die meisten polizeilich leider noch nichts ausrichten. Trotz allem wirkte er aber noch sehr desinteressiert und gelangweilt. Es ist ja auch nichts besonderes, wenn sich im Haus eine Menge Typen herumtreiben, die gewalttätig sind und stehlen.

Jeder kann sich denken, wie sehr mich diese Nachricht erfreute. Für diesen Abend planten einige Mädels und ich eigentlich, in eine echt coole Disco gehen, aber daraus wurde natürlich nichts. Wer kriminelle Nachbarn hat, die einen zudem noch bedrohen, möchte nicht unbedingt um 23 Uhr zur U-Bahn-Station laufen. Aber genug dazu.


PREISE:

Eine Übernachtung im Mehrbettzimmer (zwei Etagenbette) kostet 36 DM. Ab zwei Übernachtungen hat man gnädigerweise eine ganze DM weniger zu bezahlen.
Ein Einzelzimmer kostet pro Nacht 51 DM. Bei diesen Preisen ist die Bettwäsche mit in begriffen. Doch, wenn ich euch einen Rat geben darf, nehmt euch diese besser selbst mit. In dem Preis ist, soweit ich weiß, das Frühstück mit in behalten. Was bei diesen ungeheuerlichen Preisen dennoch verboten ist, sind Speisen und Getränke aller Art, die auf dem Zimmer zu sich genommen oder gelagert werden.


Dass ich davon abrate, dort seinen Urlaub zu verbringen, muss ich wohl nicht mehr erwähnen. Sollte jemand noch nicht abgeschreckt genug sein, kann er sich selbst zumindest von der Optik überzeugen, indem er die Seite www.Kolpinghaus-Muenchen.de besucht.

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Kommentare

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  • AyuLIN 11.04.2008 19:57

    Hm... ein langes Kommentar geschrieben... auf den falschen Button geklickt und alles ist WEG. xD Naja dann halt nochmal... Ja es hat sich was getan! ^^ Ich wohne in diesem Wohnheim wenn ich in München zur Berufsschule muss. xD Das mag jetzt vielleicht gruslig klingen, allerdings ist es garnicht mehr so schlimm. ^^ Ich hab dort noch nie komische Typen/Mädchen herumlaufen sehen. (bis auf ein paar komische Heimbewohner xDD) Die Glastüren gibts immer noch auf jedem Stockwerk. Im 2, 3 und 8ten Stockwerk gibt es jeweils ein Bad mit Dusche. Abschließbar! xDD Die Zimmer sind so lala.. man kann darin wohnen... Die Teppichböden sind halt schon ziemlich dreckig. Ich trau mich fast nicht mal mit Socken darauf zu laufen. °__° xD Naja... Aaaaber... Stellt euch vor! Das Heim wird gerade renoviert! xD Die Inhaberin hat in meinem letzten Block erst ne Ansprache gehalten was sich jetzt alles bis ca. Januar 2009 ändern wird: Komplett neue Möbel für die Zimmer. ~Freude xD Anscheinend gibts hellere und freundlichere Farben und keine Knastbetten mehr! Auf JEDEM Stockwerk solls nun auch ein abschließbares Bad (Männer und Frauen getrennt) geben. Vorher waren ja nicht mal die Toiletten getrennt. In meinem Zimmer wurde erst neulich das Fenster ausgetauscht. Ja~ es gibt endlich dichte und moderne Fenster. xD Was das essen angeht kann ich mich nicht beschweren. Morgens gibt’s ein Buffet und abends ein drei Gänge Menü. Bis jetzt hat alles gut geschmeckt. Ich kenns aber –Gott sei dank- auch nicht anders. ^^ Was mich wirklich stört ist das Personal. Es gibt da wirklich nette Leute, aber der Großteil dort ist einfach unfreundlich. Zum Teil lästern sie total laut in der Küche (bei offener Tür), obwohl im Restaurant alle mithören können. Vor allem die jungen Auszubildenden dort wissen sich oft nicht zu benehmen. Was die Kosten angeht, die werden bei Blockschülern von der Stadt München übernommen so viel ich weiß. ^^

  • hebsh 09.05.2004 14:13

    naaaaa geil-ich fahr da in 2 wochn hin!!!! ;( f***-hoff ma das sich bis jetz da was getan hat....aba eins is klar:ich hol mir bettwäsche un nen bikini mit- un pfefferspray...!!!

  • Balu_62 30.04.2004 12:09
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • elektra2 25.01.2003 22:45
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Gut, dass ich bei meiner Freundin immer ein Gästebett sicher habe.

  • BillMaplewood 02.08.2002 10:37
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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