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Erfahrungsbericht

für Klaus Hoffmann Melancholia Tour, Lübeck
5 Sterne Klaus Hoffmann Melancholia Tour
82 von 83 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Melancholie

Kontra Melancholie

Der Autor

Rabieux Seit 29 Jul 2000

Zahnarzt, mit Interessen für Musik, Kunst & Literatur, Beachvolleyball an den Ost- und... mehr

20 Mitglieder vertrauen mir

Konzerteindrücke vom 5.November 2000 Lübeck Musik- und Kongreßhalle

Klaus Hoffmann - Melancholia Tour

18.45 Uhr Die ersten KonzertbesucherInnen warten geduldig vor den verschlossenen Eingangstüren. Durch die Fensterscheiben des Foyers erblicke ich die zur Zeit laufende Ausstellung; John, George, Paul und Ringo geben mir auf übergroßen Plakaten ein sehr schönes Gefühl der Vertrautheit.

19.01 Uhr Die Ordnungskräfte öffnen die Türen, die ersten BesucherInnen streben zielstrebig der Abendkasse entgegen, um noch Karten zu erwerben.

Ich suche den Stand mit den CD's, Plakaten & Büchern auf, frage erneut nach einer eventuellen, möglichen Neuauflage der Berlin-unplugged-CD, welche aber verneint wird.

Ich tröste mich mit dem Programmheft zur Melancholia-Tour, lese aufmerksam ''Die verlassenen Gärten'' , bin immer wieder erstaunt über seine vielfältige und sehr interessante ''Vita'', statt Programmfolge finde ich dann auf der Mittelseite Zitate aus allen Liedern der aktuellen CD, später gefolgt von einem Auszug aus dem ''Afghana'' Roman, Tourneedaten und auf der Rückseite die aktualisierte Discographie, zwar ohne die Berlin-unplugged CD, dafür aber mit der Konzert'84 - Live LP.

19.15 Uhr Die für 19.00 Uhr vereinbarte Interviewmöglichkeit hat sich leider aus organisatorischen Gründen um 15 Minuten verschoben, ich werde auf verschlungenen Pfaden in den VIP-Bereich der KünstlerInnenetage geführt, warte dann geduldig vor ''seiner'' Tür, Ruhe kehrt ein, immerhin mache ich so etwas nicht zum ersten Mal, doch aufregend ist es immer wieder.

Die Tür öffnet sich, Klaus Hoffmann kommt heraus, empfängt und erkennt mich auch sogleich.

Nach einem kurzen Austausch über frühere Kontakte nimmt er sich, 45 Minuten vor Konzertbeginn, Zeit für meine Fragen.

Der ''Zustand Brel'' wird erneut angesprochen, die Projekte von Gisela May und Dominique Horwitz sachlich diskutiert, sein Zitat

---'' Für mich ist Brel einer der größten europäischen Sozialisten. Seine Waffe war nicht das Gewehr, sondern die Liebe.''

aus Olivier Todd's Biographie '' Jacques Brel ein Leben'' ( Achilla Presse Verlagsbuchhandlung 1997,ISBN 3-928398-23-7,Seite 769, Orginalquelle : Paroles et Musiques Nr.21, 21. August 1982) diskutiert und auch revidiert.

Auf meine Frage nach seinem persönlichen Eindruck zu seiner Internetpräsentation unter www.Klaus-Hoffmann.com gesteht er mir, daß er oft auf den Seiten seines Gästebuchs weilt, sich jedoch auch ernsthaft überlegt hat, jenes Buch zu schließen, wenn die Profilierungsbestrebungen mancher sogenannter Fans weiterhin ähnliche Ausmaße annehmen.

Ich frage gezielt nach dem unter http://www.infor-mativ.de/kh-forum/ neu eingerichteten Forum, lobe nebenbei das selbstlose Engagement des Webmasters; und siehe, er kennt die Seite und begrüßt sie.

Abschließend, 15 Minuten gehen wirklich sehr schnell herum, meine Frage nach einer möglichen Neuauflage der Berlin-unplugged CD, ich nenne ihm die Anzahl der eingegangenen ''Vorbestellungen'' von InteressentInnen, er begrüßt und freut sich über das Anliegen und stimmt einer 2. Auflage in der Höhe von ca. 500 bis 1.000 Stück zu, welche, in Abstimmung mit Brigitte Dörner-Papadopoulos von der stille-music Musik-Theater Verlags- und Produktions GmbH, die am Konzertabend anwesend war, wohl möglichst bald, sicherlich jedoch kaum vor Tourneeabschluß und dem anschließenden Jahreswechsel als online-Bestellmöglichkeit aufgenommen werden wird..

Die Live-LP Konzert'84 wird nicht erneut aufgelegt.

19.35 Uhr Begleitet vom Tourmanager erreiche ich das Foyer, ordne die soeben gewonnen Eindrücke und Informationen; eigentlich wollte ich das Interview, welches mehr ein vertrautes, offenes Gespräch war, aufnehmen, so bin ich bei der Niederschrift dieser Zeilen ganz auf mein Gedächtnis angewiesen.

20.00 Uhr Der große Saal der MuK ist fast ganz gefüllt, die Ränge in Bühnennähe gut besetzt, das Bühnenbild wirkt vertraut, pünktlich erscheinen die Künstler, verbeugen sich in vertrauter Manier und das Konzert beginnt.

Um den BesucherInnen die Vorfreude und Neugierde auf alle noch folgenden Konzerte nicht zu nehmen, verzichte ich ganz bewußt auf eine detaillierte Wiedergaben der genauen Liederfolge, erfreue mich an allen Liedern der aktuellen CD, bin dankbar um jede Perle aus seinem großen Gesamtrepertoire, welches mittlerweile 27 Alben umfaßt, bestaune sein Einfühlungsvermögen für die jüngsten Konzertbesucher aus der ersten Reihe, die neben Vornamen auch Alter von 10 Jahren mit zarten Stimmen ihm zurufen, eigentlich fast flüstern.

Angenehm auffällig sind bei diesem Konzert die langen Textpassagen zwischen den Liedern, sie machen immer wieder neugierig auf den gesamten Spannungsbogen, welcher sich durch das gesamte Konzert zieht und auch, auf sehr schöne Weise, eine Symbiose zwischen ''Melancholia'' CD und ''Afghana'' Roman herstellt.

Sehr neugierig war ich natürlich auf die Darbietung von ''Schenk mir diese Nacht'', das Duett mit Reinhard Mey ist meinen Ohren schon seit dem 4. September vertraut, seine allein vorgetragene Version des Konzertabends findet meine allergrößte Hochachtung.

ca.23.00 Uhr Nach fast drei Stunden Spielzeit, unterbrochen von einer wohlverdienten Pause für Künstler- und KonzertbesucherInnen, endet das Konzert mit '' Mein Weg ''.

Schon seit dem Beginn der zahlreichen Zugaben stehen Einige am mittleren Bühnenrand und im Mittelgang, behutsam werden die ersten Exemplare des Romans aufgeschlagen und mit einem Schreibutensil versehen zum Fuße des Mikrophonständers niedergelegt, natürlich bemerkt er jene fast geräuschlosen Handlungen, versteht es aber immer wieder, mit seinen Gesten, sei es auch nur mit einem Augenaufschlag, immer jedoch mit einem Lächeln, von den Vorgängen Notiz zu nehmen.

ca.23.30 Uhr Geduldig wird ein große Anzahl der besonders Treuen und Ausdauernden für Ihr Ausharren und Warten belohnt, endlich erfolgen die gewünschten Autogramme und Buchhwidmungen, auch einige Photos mit seiner Person in der Mitte werden aufgenommen.

Es war ein schönes Konzert, mein erstes nach elf langen Jahren wieder hier in Lübeck, das hiesige Publikum scheint auf mich immer norddeutsch unterkühlt und hanseatisch, vernehm zurückhaltend zu sein.

Dennoch werde ich den mich prägenden Gedanken nicht los, wieder einmal den vielleicht ehrlichsten und sensibelsten Künstler live erlebt zu haben.


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  • BabsS 22.01.2003 15:33
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich
  • AniGeronuc 06.09.2001 02:28
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich
  • tjae 22.11.2000 02:37
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • SmilingAni 18.11.2000 20:06
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Constantinos 18.11.2000 17:15
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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