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eine herbe Enttäuschung
Pro der Weg dorthin und die Naturparks
Kontra laut, teuer, teilweise schäbig, kein vernünftiger Strand
Vor den Europäern besiedelten diverse Indianerstämme den Süden Floridas mit seinen Everglades und den wie Perlen auf einer Kette aufgereihten Inseln. Das moskitoverseuchte Festland wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts im Gebiet um Naples besiedelt, das aber schnell zu einem florierenden Ferienort aufstieg.
Wie fast überall in Florida ging der Boom der Städte einher mit ihrem Eisenbahnanschluss. Die Bahnstrecke zwischen Atlantik und Golfküste bildet noch heute den westlichen Eingang zum Everglades National Park. Einst führte auch eine Eisenbahnlinie über die Inseln, die aber vom Overseas Highway (Bundesstraße 1(!)) abgelöst wurde.Die Keys sind eine Reihe von Insel von unterschiedlicher Größe, die heutzutage so ziemlich alle besiedelt sind. Je weiter südlich man kommt, desto stärker wird das Leben von der karibischen Gelassenheit geprägt. Die letzte Insel ist dann Key West. Ich hatte so viel über das Feeling und die Schönheit von Key West gehört (stark beeinflusst wurde ich auch durch Grant Michaels Roman "Key West"), dass ich trotz der ziemlich langen Anfahrt unbedingt dorthin wollte. Doch die Enttäuschung hätte größer nicht sein können.
Wir besuchten Key West Mitte November. Und wie erwartet hatten wir durchgehend schönes Wetter. Es war auch angenehm warm. Abends empfahlen sich aber lange Hosen und eine leichte Jacke.Die Anfahrt nach Key West ist natürlich schon das erste Highlight. Von Miami aus orientiert man sich an der Bundesstraße 1, auf der später die Keys ausgeschildert sind. Ob sich der kleine Umweg über die Tollroute durch eine Fahrzeitverkürzung bemerkbar macht, kann ich nicht sagen. Wir sind in der Kolonne gezuckelt. Da aber kein Wochenende war, hielten sich die Automassen in Grenzen.
Für die rund 100 Meilen vom Beginn der Keys bis nach Key West sollte man aber getrost 3 bis 4 Stunden einplanen. Die Straße ist nur 2 spurig und überholt werden darf in der Regel nur an bestimmten, gekennzeichneten Stellen, wo eine Extraspur aufgemacht wird. Aber eigentlich ist man ja auch unterwegs, um das Flair und die beeindruckende Natur zu genießen.Die Inseln sind alle durch Brücken miteinander verbunden. Je nach Größe der Insel findet man dort auch entsprechende typische amerikanische Ansiedlungen. Bei unserem Besuch waren die ersten paar Tankstellen übrigens billiger als auf dem Festland, danach steigt der Preis sprunghaft an. Das betrifft aber auch alle Preise. Im Hotel auf Key West bekamen wir sogar die Auskunft, dass das Süßwasser aus Miami herangepumpt werden muss.
Die kleineren Inseln sind ein wahrer Traum und man sollte ruhig mal anhalten und kurz die frische Luft und den scheinbar endlosen Blick über das in allen möglichen Blautönen schimmernde Meer schweifen lassen. Während jede der größeren Inseln mit ihren eigenen Attraktionen wirbt, kommt man auf dem Weg nach Key West auch an einigen Naturparks vorbei. Wir erwischten auf der Rücktour den Bahia Honda State Park. Dabei handelt es sich um ein 212 Hektar großes Gelände mit einem der seltenen natürlichen Sandstrände auf den Keys. Erst hier habe ich das wahre Feeling und Flair der Keys erlebt. Der Park ist nur 60km von Key West entfernt und man kann sich auch Boote ausleihen und picknicken.Das hätte ich mal vorher wissen sollen.
Denn Key West selbst war für mich eine echte Enttäuschung. Zusammenfassend kann ich nur sagen: reiner Touristennepp. Die Stadt hat weder das versprochene Flair noch angemessene Preise. Und dabei war bei unserem Besuch dort noch eine ziemliche Flaute. Als südlichster Punkt der USA zog die Insel schon zu frühesten Zeiten Piraten und Wrackjäger an. Erstmals 1513 erwähnt, entwickelte Key West sich zur reichsten Stadt der USA und zog jede Menge Einwanderer an. Homosexuelle, Schriftsteller und New-Age-Anhänger sollen die einzigartige Mischung und das gemütliche tropische Lebensgefühl prägen. Schade, ich habe nichts von alledem erlebt. Mir sind nur hunderte anderer Touristen untergekommen. Und die Schwestern waren nirgendwo in den USA so affektiert, weltfremd und abweisend wie hier.
An jeder Ecke werden übrigens Fahrten mit Glasbodenbooten, Schnorchelausflüge und Scooterfahrten angeboten. Mich hätte eventuell ein Ausflug zum Dry Tortugas National Park interessiert. Aber da haben wir keinen Anbieter gefunden.
Der Park besteht aus sieben Koralleninseln. Auf einer befindet sich Fort Jefferson, die größte steinerne Befestigung der USA. 1500 Mann mit 450 Kanonen sollten hier stationiert werden. Nach dreißig Jahren Bauzeit, wurde es dann nicht mal mehr fertiggestellt, geschweige denn benutzt. Ausflüge per Boot oder Wasserflugzeug laden auch zum Schnorcheln ein.
In Key West werden übrigens fast täglich Horden von ältlichen Kreuzfahrttouristen für einen Tag ausgeklinkt und durch die Duval Street gescheucht.
Essen gehen ist in Key West ein Trauerspiel. Wir haben außer den bekannten Ketten ("T.G.I. Friday's" kommt am besten weg) nichts gefunden, was preislich und geschmacklich harmoniert hätte.Wer abends so richtig ausgehen will – insbesondere der schwule Mann an sich – findet in Key West eine breite Auswahl. Der größte Komplex umfasst mehrere Häuser und befinde sich – ja, richtig geraten - in der Duval Street, um Nummer 800. Aber glaubt ja nicht, dass man ohne weiteres hier was aufreißen kann. Warum, habe ich ja oben schon erwähnt.
Schwule Hotels gibt’s natürlich auch jede Menge. Aber über die Preise habe ich nicht mal nachgedacht, wenn ich nur die Rechnung unseres Hotels am Ortseingang gesehen habe.
Fazit: einzelne Inseln der Keys sind einfach traumhaft und wenn man sich mal Zeit für die Natur nimmt, entdeckt man auch das, was in vielen Beschreibungen als Flair und Feeling genannt wird.
Key West selbst schenkt Euch. Das Geld kann man woanders besser ausgeben.
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herbie_ 17.01.2004 03:55
Hallo. Key West war damals Ausgangspunkt unser einwöchigen Florida-Tour - wir sind mit einer mittelkleinen Propelleraschine dorthingeflogen, was schonmal ziemlich cool war, und dann mit dem Mietwagen zurück. Die 1-2 Tage Aufenthalt dort beschränkten sich auf etwas Spazierengehen, an der Pier sitzen und etwas essen, und einen jener Schnorcheltouren. Für die kurze Zeit fand ich das eigentlich ganz schön, ohne das Gefühl einer Touristenfalle zu haben. Mit dem Wagen ging es dann zurück aufs Festland... die kleineren und größeren Städte in FL waren dann eher öde, mit dem Charme von Rentner-Alterswohnsitzen und Pauschaltouristen-Stränden. Kein Vergleich mit dem Flair der Westküste (Kalifornien excl. LA). Vielleicht habe ich deshalb die gute Erinnerung an Key West. Gruss, herbie.
rednose 03.10.2003 19:27
Tamihexe 05.08.2003 19:32
Bei mir ist es zwar schon einige Jährchen her, daß ich dort war, aber an die Anfahrt erinnere ich mich auch noch gaaaanz genau, denn, wie Du ja auch schreibst, war sie echt der Hammer! LG, Tamihexe
Tom-Travel 27.05.2003 14:26
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Hallo, ich fands toll. Naja, ich habe eine Glasbodenbootfahrt gemacht und mein Budget war ziemlich hoch, da mir alle in Miami gesagt haben, das es in KW teuer ist. Gruss Gabi