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Erfahrungsbericht

für Stadtpfarrkirche Maria vom Guten Rat, München
5 Sterne DER LETZTE "ENGEL UND TEUFEL" bei MARIA VOM GUTEN RAT Bericht mit Bildern
178 von 178 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro modern, schlicht und doch schön

Kontra der Engel war mir entflogen

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Öffnungszeiten
Spaßfaktor

Der Autor

Rainbow67 Seit 13 Jul 2004

WO DIE SCHWARZE SEELE WOHNT IST KEIN LICHT AM HORIZONT mehr

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STADTPFARRKIRCHE MARIA VOM GUTEN RAT


EINLEITUNG

Bei einem meiner letzten Kirchenberichten bekam ich den Kommentar “was hat der Teufel eigentlich immer in den Kirchen zu suchen?“ Recht hat diese Kommentarschreiberin. Was suche ich in Kirchen? Ich bin ein Ungläubiger, ein Teufel, habe nichts im kopf und gehe in jede Kirche herein und berichte dann hier über diese Gotteshäuser. Damit ist jetzt Schluss. Das wird es des „Teufels“ letzter Kirchenbericht.
Als letzte Kirche habe ich mir eine ganz in meiner Nähe heraus gesucht, nicht in Münster oder im bayrischen Schlehdorf, sondern direkt in München. Es geht um die Katholische Stadtpfarrkirche Maria vom Guten Rat. Was ich dort sah und ob ich dort einen Guten Rat bekam erfahrt ihr in folgendem Bericht.

STADTPFARRKIRCHE MARIA VOM GUTEN RAT


ADRESSE

Hörwarthstraße 5
80804 München
WIE MAN HIN KOMMT

Diese kleine katholische Kirche befindet sich nicht weit entfernt von der Promenade und Siegesmeile Münchens, der Leopoldstraße. Parken ist dort schlecht, also mit der U-Bahn bis zur Münchner Freiheit dann mit dem Bus bis Potsdamer Straße und hinter dem Hotel Leopold findet man diese kleine Kirche etwas versteckt. Wer den Weg nicht findet, ich zeige sie euch gerne, also bitte melden.

GESCHICHTE

Die Kirche Maria vom Guten Rat ist noch eine recht junge Kirche. Im Jahre 1949 wurde den Augustiner –Eremiten der Bau eines Klosters und einer Kirche in München Schwabing genehmigt. Erst 1953 wurde ein geeignetes Grundstück gefunden und für gut befunden. Die Augustiner –Eremiten riefen „gekauft“. Somit wurde der Architekt Josef Wiedemann mit den Planungen beauftragt. Der Baubeginn erfolgte 1956 und die Weihe der Kirche im darauffolgenden Jahr 1957. Benannt wurde die Kirche nach einem Gnadenbild aus dem Jahre 1760 von Herzogin Antonia von Sachsen. Im Jahre 1994 gaben die Augustiner ihr Kloster auf und das Gnadenbild wurde in ihr anderes Kloster nach Maria Eich gebracht. Heute gehört das Kloster dem Erzbischöflichen Ordinariat und das Sagen über die Kirche haben die Mitglieder der „Gemeinschaft Emmanuel“. Gesehen habe ich bei meinem Besuch niemanden von der Gemeinschaft, fast allein war ich dort.
DER ARCHITEKT

Josef Wiedemann ist in der Münchner Architektur kein Unbekannter. Mit seinem hohen fachlichen Können und auch seinem Gespür für Trends machte er sich zumindest in Bayern einen großen Namen.
Zu seinen Werken gehören das Odeonstor, das Siegestor auf der Leopoldstraße, die Hofgartenarkaden und auch die Glypthothek in München. Auch zahlreiche Verwaltungsbauten wie die Generaldirektion der „ALLIANZ“ am Englischen Garten und das Bürogebäude der Landesbausparkasse am Münchner Karolinenplatz. Als Kirchenbaumeister machte er sich einen Namen bei dem Karmeliterkloster in Dachau, der Heiligen Dreifaltigkeitskirche in Nymphenburg, St. Ignatius in Neuhadern und weiteren Kirchen im bayrischen Raum. Ein sehr erfahrener und bekannter Architekt, der Herr Wiedemann.

WAS ICH DORT SAH


DAS ÄUSSERE

Eine recht große Anlage ist das Kloster das Pfarrheim und diese Kirche an der Leopoldstraße Ecke Hörwarthstraße. Der Gebäudekomplex ist von zwei Seiten offen, sodass man direkt in einen Hof kommt. Dieser diente früher und auch noch heute der Gemeinde als äußerer Versammlungsort. Ringsherum Bäume und Sträucher, ein wenig abgeschirmt, ein Stück Ruhe im Trubel der Großstadt.
Interessant der Turm, er erinnert gar nicht so recht an einen Kirchenturm. Er besteht aus zwei parallelen Teilen aus Beton, die durch mehrere horizontale Flächen verbunden sind. In diesem offenen 30 m hohen Turm hängen vier freihängende Glocken, geschaffen von der Glockengießerei Otto aus Bremen im Jahre 1960.
Interessant finde ich den Namen, den der Architekt diesen Turm verpasst hat: Träger der Glocken.
Die Kirche selbst ist ein hohes rechteckiges Gebäude mit einer Länge von 37m, einer Breite von 12m und einer Höhe von 17m. Gebaut nicht aus traditionellen Mauern, sondern eher so alles ein wenig gemischt. Die Vorder- und Hinterseite so in richtiger Ziegelbauweise, die Seiten so gemischt Beton und Ziegel. Interessant die vordere Fassade. Hier gibt es keine aufwendigen Gliederungen, nur so ein Muster, was durch die Ziegel gesetzt wurde. Das Besondere an der Nordfassade - wo sich auch der Eingang in die Kirche befindet - ist eine große Rose aus Betonwerk und Glas, die oben in der Fassade ist und von außen schmückt sowie von innen Licht in die Kirche bringt. Etwas darunter befindet sich eine Außenkanzel aus Kupfer, die vom Bildhauer und Kunstschmied Altmann geschaffen wurde - eine Seltenheit in einem modernen Kirchengebäude. Eigentlich kenne ich solche Außenkanzeln nur von mittelalterlichen Wallfahrtskirchen, bei denen Veranstaltungen auch draußen abgehalten wurden. Hier wäre das zumindest möglich.
Interessant der Turm, der die Glocken hält und das eher schlichte Kirchengebäude aus Ziegel und Beton mit einem Satteldach. Schlicht und doch faszinierend. Es sieht irgendwie lebendig und plastisch aus. Was wird mich in der Kirche erwarten?
DAS INNERE

Durch die Türe an der Nordfassade trete ich ein. Sie ist auch der Haupteingang in diese Kirche. Ich befinde mich in einem großen, so ca. 400 Sitzplätze fassenden Kirchenraum. Ein schlichter und recht einfacher Kirchenbau, es fehlen malerische und auch so aufwändige plastische Ausstattungen wie Gewölbe oder Nischen oder Deckenfresken. Ich schaue nach vorn, die Sitzbänke geteilt durch einen Mittelgang, dort sehe ich eine Engelserscheinung? Bin ich nicht allein? Sucht mich hier der Engel heim? Ein recht attraktiver Engel wie man auf dem Foto sicher erkennen kann. Dieser Engel lenkt mich ab, er verwirrt mich. Aber weg vom Engel weiter zu der Kirche, 8 große Säulen aus Beton stützen die offene Holzdecke und reduzieren dadurch die Spannweite der Fachwerkträger. Interessant gelöst. Vorn in die Richtung, wo der Engel läuft, sehe ich den Altar. Der Altar ist ein großer Marmorblock.
Dieser Altar steht frei in dem um einige Stufen leicht erhöhten Chorbereich. Interessant, eigentlich ja ein Widerspruch, dass hier der Hauptaltar so frei steht, dass hinter ihm mit Blickrichtung auf die Gemeinde die Predigt gehalten wurde. Eigentlich war es ja untersagt, in Kirchen mit nur einem Altar den in Richtung zur Gemeinde hin aufzustellen. In der Wand hinter dem Altar sind Engelssymbole mit verputzt und über dem Altar sehe ich ein großes Hängekreuz. Es zeigt den auferstandenen Christus in der Mitte sowie die Zeichen von Christus den Heiligen Geist und Gottvater. Ringsherum ein Kreis mit Medaillons, die die vier Evangelistensymbole darstellen. Über diesem Christus und dem Kreis schweben die Taube und das goldene Dreieck. Das sind Zeichen für den Heiligen Geist und das Auge Gottes. Mein Auge weilt woanders.
Außerdem ist in der Kirche ein zeltförmiger Tabernakel und ein recht sehenswerter Taufstein am Eingang der Kirche zu bewundern. Sehr schön gestaltet auch die Kreuzwegbilder auf der Westseite der Kirche, geschaffen von Georg und Elisabeth-Lacher. Es sind 14 Natursteinmosaike mit Goldeinlagen. Wunderschöne Arbeiten. Auf der gegenüberliegenden Seite noch eine kleine Nische auch mit Mosaiksteinen geschaffen von demselben Ehepaar. Es zeigt Maria als Mutter vom guten Rat und die Ordensgründer Augustinus sowie seine Mutter Monika.
Vorn rechts befindet sich hin der Kirche noch eine kleine Andachtskapelle, die Ritakapelle steht an dem Schild. Geweiht ist diese Kapelle der Heiligen Rita von Cascia. kleine Bankreihen, vorn ein Bildnis der Heiligen Rita und hinten sehe ich dort Beichtschränke.
Ich trete wieder aus der Ritakapelle und sehe auf der Empore die Orgel. Gebaut wurde diese 1963 von Karl Schuke aus Berlin. Ich verlasse die Kirche und beende somit meinen LETZTEN Kirchenbericht.

SUMMARY

Die Kirche „Maria vom Guten Rat“ ist eine recht schlichte, fast schon arme Kirche. Sie orientiert sich an der Bauweise der ungewölbten mittelalterllcihen Sakralbauten der Bettelorden. Geschaffen aus Beton, Ziegel und Holz, alten Baustoffe, konstruiert doch dann recht modern. Sehenswert die Außenkanzel, der Glockenturm, die Kreuzwegbilder. Interessant, wie der Stil umgesetzt wurde.
Vielen Dank für das Lesen, Bewerten und Kommentieren meines letzten Kirchenberichtes

Bilder

für Stadtpfarrkirche Maria vom Guten Rat, München
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Stadtpfarrkirche Maria vom Guten Rat, München
von Rainbow67 Rainbow67
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Kommentare

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  • spar_ass 25.05.2012 20:01
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • carnuntum 20.03.2012 17:41
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Exheavy 18.02.2012 16:22
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Ascot1975 07.02.2012 11:47
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Verona_Bayern 05.02.2012 10:02
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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