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Pro modern, schlicht und doch schön
Kontra der Engel war mir entflogen
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Bei einem meiner letzten Kirchenberichten bekam ich den Kommentar “was hat der Teufel eigentlich immer in den Kirchen zu suchen?“ Recht hat diese Kommentarschreiberin. Was suche ich in Kirchen? Ich bin ein Ungläubiger, ein Teufel, habe nichts im kopf und gehe in jede Kirche herein und berichte dann hier über diese Gotteshäuser. Damit ist jetzt Schluss. Das wird es des „Teufels“ letzter Kirchenbericht.
Als letzte Kirche habe ich mir eine ganz in meiner Nähe heraus gesucht, nicht in Münster oder im bayrischen Schlehdorf, sondern direkt in München. Es geht um die Katholische Stadtpfarrkirche Maria vom Guten Rat. Was ich dort sah und ob ich dort einen Guten Rat bekam erfahrt ihr in folgendem Bericht.
Diese kleine katholische Kirche befindet sich nicht weit entfernt von der Promenade und Siegesmeile Münchens, der Leopoldstraße. Parken ist dort schlecht, also mit der U-Bahn bis zur Münchner Freiheit dann mit dem Bus bis Potsdamer Straße und hinter dem Hotel Leopold findet man diese kleine Kirche etwas versteckt. Wer den Weg nicht findet, ich zeige sie euch gerne, also bitte melden.
Josef Wiedemann ist in der Münchner Architektur kein Unbekannter. Mit seinem hohen fachlichen Können und auch seinem Gespür für Trends machte er sich zumindest in Bayern einen großen Namen.
Zu seinen Werken gehören das Odeonstor, das Siegestor auf der Leopoldstraße, die Hofgartenarkaden und auch die Glypthothek in München. Auch zahlreiche Verwaltungsbauten wie die Generaldirektion der „ALLIANZ“ am Englischen Garten und das Bürogebäude der Landesbausparkasse am Münchner Karolinenplatz. Als Kirchenbaumeister machte er sich einen Namen bei dem Karmeliterkloster in Dachau, der Heiligen Dreifaltigkeitskirche in Nymphenburg, St. Ignatius in Neuhadern und weiteren Kirchen im bayrischen Raum. Ein sehr erfahrener und bekannter Architekt, der Herr Wiedemann.
Durch die Türe an der Nordfassade trete ich ein. Sie ist auch der Haupteingang in diese Kirche. Ich befinde mich in einem großen, so ca. 400 Sitzplätze fassenden Kirchenraum. Ein schlichter und recht einfacher Kirchenbau, es fehlen malerische und auch so aufwändige plastische Ausstattungen wie Gewölbe oder Nischen oder Deckenfresken. Ich schaue nach vorn, die Sitzbänke geteilt durch einen Mittelgang, dort sehe ich eine Engelserscheinung? Bin ich nicht allein? Sucht mich hier der Engel heim? Ein recht attraktiver Engel wie man auf dem Foto sicher erkennen kann. Dieser Engel lenkt mich ab, er verwirrt mich. Aber weg vom Engel weiter zu der Kirche, 8 große Säulen aus Beton stützen die offene Holzdecke und reduzieren dadurch die Spannweite der Fachwerkträger. Interessant gelöst. Vorn in die Richtung, wo der Engel läuft, sehe ich den Altar. Der Altar ist ein großer Marmorblock.
Dieser Altar steht frei in dem um einige Stufen leicht erhöhten Chorbereich. Interessant, eigentlich ja ein Widerspruch, dass hier der Hauptaltar so frei steht, dass hinter ihm mit Blickrichtung auf die Gemeinde die Predigt gehalten wurde. Eigentlich war es ja untersagt, in Kirchen mit nur einem Altar den in Richtung zur Gemeinde hin aufzustellen. In der Wand hinter dem Altar sind Engelssymbole mit verputzt und über dem Altar sehe ich ein großes Hängekreuz. Es zeigt den auferstandenen Christus in der Mitte sowie die Zeichen von Christus den Heiligen Geist und Gottvater. Ringsherum ein Kreis mit Medaillons, die die vier Evangelistensymbole darstellen. Über diesem Christus und dem Kreis schweben die Taube und das goldene Dreieck. Das sind Zeichen für den Heiligen Geist und das Auge Gottes. Mein Auge weilt woanders.
Außerdem ist in der Kirche ein zeltförmiger Tabernakel und ein recht sehenswerter Taufstein am Eingang der Kirche zu bewundern. Sehr schön gestaltet auch die Kreuzwegbilder auf der Westseite der Kirche, geschaffen von Georg und Elisabeth-Lacher. Es sind 14 Natursteinmosaike mit Goldeinlagen. Wunderschöne Arbeiten. Auf der gegenüberliegenden Seite noch eine kleine Nische auch mit Mosaiksteinen geschaffen von demselben Ehepaar. Es zeigt Maria als Mutter vom guten Rat und die Ordensgründer Augustinus sowie seine Mutter Monika.
Vorn rechts befindet sich hin der Kirche noch eine kleine Andachtskapelle, die Ritakapelle steht an dem Schild. Geweiht ist diese Kapelle der Heiligen Rita von Cascia. kleine Bankreihen, vorn ein Bildnis der Heiligen Rita und hinten sehe ich dort Beichtschränke.
Ich trete wieder aus der Ritakapelle und sehe auf der Empore die Orgel. Gebaut wurde diese 1963 von Karl Schuke aus Berlin. Ich verlasse die Kirche und beende somit meinen LETZTEN Kirchenbericht.
Stadtpfarrkirche Maria vom Guten Rat, München
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spar_ass 25.05.2012 20:01
carnuntum 20.03.2012 17:41
Exheavy 18.02.2012 16:22
Ascot1975 07.02.2012 11:47
Verona_Bayern 05.02.2012 10:02