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der Wohnungsmarkt in Karlsruhe

5  08.07.2001 (07.08.2001)

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GFBeck

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Als ich vor genau 16 Jahren aus der schönen Pfalz nach Karlsruhe gezogen bin, war mir klar, dass ich künftig etwas mehr als bisher für eine ordentliche Mietwohnung hinzublättern habe.

Doch wie sich dann die Mieten in Karlsruhe entwickelt haben, konnte damals selbst der gewiefteste Fachmann (Immobilien- u. Wohnungsmaklermakler) nicht voraussehen.

Grundlage und Ausgangspunkt der sich rapide ändernden Mietpreise in Karlsruhe waren die in der Stadt ansässigen Stationierungsstreitkräfte der Amerikaner und Franzosen.

Als ich ca. 1988 begann, mich für den Immobilienmarkt in Karlsruhe zu interessieren, lagen die Durchschnittsmieten für eine Dreizimmerwohnung mit Bad oder Dusche (eventuell noch mit Balkon) und einer Größe von ca. 80 qm bei etwa 12 - 15 DM je qm.

Bedingt durch die in Karlsruhe befindliche Universität und technische Hochschule, die weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt ist, herrschte in der Stadt immer Wohnungsnotstand, so dass dieser Tatbestand von findigen Geschäftemachern - vor allem Bauträgern - ausgenutzt wurde, um neuen Wohnraum zu schaffen. Dagegen war zunächst nichts einzuwenden, zumal die Nachfrage groß war und für zentrumsnahe Wohnungen fast jeder Mietpreis bezahlt wurde.
Die neu erbauten Wohngebäude waren größtenteils als 1 - 2-Zimmerwohnungen konzipiert, also speziell auf die studentischen Nachfragen ausgerichtet. Verkauft wurden die Wohnungen an Kapitalanleger mit einer garantierten Miete, die sich schnell auf 16 - 20 DM je qm hochschaukelte. Die Mietgarantie gab der Bauträger über eine eigene Miet - und Wohnungseigentumsverwaltung als Schnäppchen für den Erwerber. Dieser nahm dies gerne an, ohne jedoch dabei zu bemerken, das in den meisten Fällen die Mietgarantien über den Kaufpreis mitfinanziert wurden. Dies bedeutete, dass hierbei keine Kaufpreise von bisher üblichen DM 3.000 - 3.500 je qm Wohnfläche, sondern plötzlich Quadratmeterpreise von über DM 4.000 - 4.500 verlangt und bezahlt wurden. Die Preissteigerung wurde lapidar mit der großen Nachfrage und der hohen Rentabilität (16-20 DM/qm) begründet.

Der Wohnungsmarkt - egal, ob Miete oder Kauf - boomte. Bis .....

.... sich die amerikanischen und französischen Soldaten samt ihren Familienangehörigen und den Standortverwaltungen aus Deutschland (und Karlsruhe) zurückzogen. Sie hinterließen Wohnanlagen größten Ausmaßes: Kasernen, Einfamilien- und Mehrfamilienwohnhäuser. Diese nun leerstehenden Wohnungen wurden an verschiedene Institutionen des Landes und der Kommune veräußert, von diesen auf deutsche Verhältnisse gebracht (teilweise saniert) und auf den freien - bis dato noch boomenden - Wohnungsmarkt geworfen.

Alleine in der Nordweststadt von Karlsruhe, dem ehemaligen „Amiviertel“ um die Erzbergerstraße, wurden von heute auf morgen ca. 750 Miet - und fast ebenso viele Eigentumswohnungen zur Miete bzw. zum Kauf angeboten.

Schlagartig veränderte sich das bisher vorherrschende Preisgefüge für Miet- und Eigentumswohnungen in Karlsruhe. Plötzlich fielen die Neubau-Mieten von DM 18 auf maximal DM 12 hinunter. Wohnungen, für die bisher eine Mietgarantie von 16 - 20 DM gegeben wurde, standen plötzlich leer - und zwar längerfristig. Garantiemietgeber gingen pleite, Eigentümer neuer Stadtwohnungen saßen auf ihren hohen Mieten (und ihren Fremdfinanzierungsmitteln). Sie mussten sich entweder an den Preisverfall anpassen, oder ihre Wohnungen mit Verlusten verkaufen, sofern sich ein Käufer fand. In dieser Zeit, etwa 1996 bis 1998, landeten viele der zuvor verkauften Wohnungen über zwangsweise notwendige Versteigerungsaktionen in den Händen von Schnäppchenjägern oder Banken. Meist bei jenen
Banken, die kurze Zeit vorher die Wohnungen noch zu 100 % (teilweise sogar darüber) finanziert hatten.

Zwischenzeitlich hat sich die Lage etwas beruhigt. Bauträger sind in Konkurs gegangen und mit der weiteren Vermarktung von immer noch leerstehenden Militärwohnungen (hauptsächlich Kasernengebäude) lässt man sich - Gott sei Dank - Zeit. Man hat dazu gelernt !

Heute erhält man Mietwohnungen zu fairen Preisen:

Kleine Wohnungen
(1-2 Zimmer mit Kochküche und Bad oder Dusche)
Stadtmitte - Randbezirke: DM 12 - 14 DM je qm
Familienwohnungen (3 - 4 Zimmer)
Stadtmitte - Randbezirke: um DM 11 je qm

Auch die Außenbezirke von Karlsruhe bieten enorm günstigen Wohnraum an (z.T. unter 10 DM je qm): Rheinstetten, Stutensee, Ettlingen. Entfernungen sind in Karlsruhe kein Thema. Fast von jedem Standort in und um Karlsruhe besteht die Möglichkeit, per Straßenbahn den Stadtkern oder andere Stadtteile zu erreichen.

Übrigens: Karlsruhe verfügt über eine Breitspurstraßenbahn, die auch auf dem Schienennetz der Bundesbahn fahren kann .... und über Europas größtes Straßenbahnnetz !!!

Vorsicht:
in naher Zukunft muss mit weiteren lukrativen Wohnungsangeboten seitens der Kommune gerechnet werden. Wo sollen denn sonst die leerstehenden Kasernen in Knielingen hin?

Mein Tipp:
Wohnungssuchende sollten sich unbedingt nur an seriöse Wohnungsvermittler wenden. Die gibt´s in Karlsruhe (gerne gebe ich hierzu Auskunft).
Zunächst aber die Angebote in den einschlägigen Zeitungen durchsuchen (BNN, Kurier, Bad. Tageblatt oder Ortsblätter wie z.B. Stutensee-Woche etc.).


Euer: K.B.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
dackermann

dackermann

14.06.2002 11:12

die preise stimmen! wir wohnen nahe dem zentrum, ca. 3 minuten fußweg, und liegen bei ca. 5,60 EUR/qm! und noch ein pfälzer in KA! :) so langsam werden wir die stadt übernehmen!! ;))) gruss dirk

alex-007

alex-007

01.10.2001 14:49

Guter Bericht ! Wir haben ein halbes Jahr eine größere Whg. gesucht und sind jetzt bei der Volkswohnung gelandet (was für ein Schlamperladen !!!). Wir bezahlen für 116qm etwa DM 1350,-kalt; zwar Stadtmitte, aber 3. OG. Naja, es hätte noch teurer kommen können... Liebe Grüße, Alex

GMhans

GMhans

28.07.2001 11:28

Mehr als hilfreich. Wenn ich mal nach Karlsruhe ziehen sollte, melde ich mich. Viele Grüße: H.M.

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