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Pro wunderschöne historische Orte und Landschaften, malerisch gelegen, viel zu sehen und zu erleben
Kontra Touristennepp in Karlovy Vary/Karlsbad
Detailbewertung
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| Gastfreundlichkeit |
Im Rahmen meiner Gästeführerausbildung für die Grenzenlose Gartenschau und die Zeit danach wurden uns von der VHS Selb auch mehrere Ausflüge nach Tschechien angeboten, damit wir auch gesehen haben, wovon wir den Leuten erzählen (sollten).
Am 13. Mai 2006 gng es dann von Selb aus über Loket/Elbogen nach Karlovy Vary/Karlsbad, wovon ich Euch nun berichten werde. Da der Ausflug der Ausbildung diente, bezahlten wir quasi nur die Selbstkosten der VHS, also Bus und Reiseführer, so dass ich keine Angaben dazu machen kann, was so ein Ausflug tatsächlich kosten würde.Gleich hinter Selb überquerten wir die Grenze bei Cheb/Eger, wo wir unseren Reiseleiter Herrn Dvorak abholten, der sich schon bei einem früheren Ausflug als sehr kompetent erwies und dem man wunderbar zuhören kann. Besonders gut an ihm hat mir auch gefallen, dass er die Zuhörer nicht endlos mit Fakten und Zahlen überschüttet - so nach dem Motto: "Herr Lehrer, ichi weiß was!" - sondern kurz das Wichtigste erzählte, uns gucken ließ und für weiterreichende Fragen zur Verfügung stand. Werjemals eine Führung in Böhmen organisieren muss, sollte sich wenden an RNDr.J.Dvorak, CSc., +420/354542577 in Frantiskovy Lazne/Franzensbad.
Unser erstes Ziel war Loket/Elbogen. Der Ort wurde tatsächlich nach dem Ellbogen benannt, der sich auch in seinem Wappen befindet, da er wie ein Ellbogen in einer Ohre-/Egerschleife liegt. Er bildet quasi eine Halbinsel auf einem Felsen über dem Fluss und hat nur einen Zugang von der Landseite her.In Loket/Elbogen gibt es eine Burg und eine barocke Kirche. In der schönen und fast autofreien Altstadt kann man noch das Rathaus bewundern, das fast so aussieht, als ob es früher eine Kirche war, was aber laut unserem Führer nicht zutrifft.
Als wir da waren, wurde in der Altstadt gerade der neue James-Bond-Film gedreht, einige alt-ehrwürdige Pensionen und Hotels waren mit russischen Namensschildern verhängt, so dass hier wohl der russische Teil des Films spielen soll. Es gab allerdings auch Polizeiautos zu sehen mit der Aufschrift "Policie", was wohl auf Montenegro weist.Und - wie sollte es auch anders sein?: Goethe war auch schon hier gewesen und ganz angetan von dem malerischen Ort: die Ohre/Eger windet sich an dieser Stelle durch einen schmalen Canon durch eine ganz wildromantische Gegend. Schön im Grünen findet sich auch ein Goethe-Denkmal.
Leider hatten wir keine Zeit, die Burg zu besichtigen, die auf dem höchsten Punkt der Halbinsel liegt und die bestimmt einen Besuch wert ist. Aber da unser Ausflug ja hauptsächlich Karlovy Vary/Karlsbad galt, fuhren wir also weiter dorthin durch diese wunderschöne Landschaft über beängstigend enge und steile Sträßchen bis wir bei Sokolov/Falkenau wieder auf die "normale" Straße gelangten.Auch Karlovy Vary/Karlsbad liegt an der Ohre/Eger, und zwar an der Mündung der Tepl in die Ohre/Eger. Der historische Teil der Stadt und die Badeeinrichtungen befinden sich an der Tepl, die hier ebenfalls durch ein enges und malerisches Tal fließt. Der modernere Teil der Stadt ist weiter und ebener aber auch lange nicht so schön.
Von den drei bekanntesten Bädern (Karlovy Vary/Karlsbad, Marianske Lazne/Marienbad und Frantiskovy Lazne/Franzensbad) aus dem böhmischen Bäderdreieck ist Karlovy Vary/Karlsbad mit ca. 60.000 Einwohnern das größte.Wir hielten mit dem Bus an der Seilbahn ins Tal,benutzten sie aber nicht, sondern gingen zu Fuß in die Stadt zum Mittagessen, das hier nicht so besonders war. Leider weiß ich das Hotel nicht mehr, um Euch zu warnen - andererseits kann es sein, dass es deshalb nicht so doll war, weil man die Busladungen auf solche billige Weise abspeist - im wahrsten Sinne des Wortes ….
Hier in der Altstadt findet man sehr viele Jugendstilbauten mit Türmchen, Erkern, Balkons etc., die die geradlinigen und eher zweckmäßigen klassizistischen Bauten ablösten. Möglich war der Jugendstil erst durch die Erfindung neuer Bautechniken und den Gussstahl, wodurch all diese vorher so nicht mglichen Extravaganzen stabil befestigt werden konnten.Wichtig für den Jugendstil waren auch die vielen Türmchen. Nachdem das reiche Bürgertum immer mehr an Einflluss gewonnen hatte, demonstrierte es durch diese im Grunde genommen überflüssigen Türmchen dem Adel, der ja noch die Aussichtstürme der Burgen hatte etc., dass es reich genug sei, sich diesen zu dieser Zeit ja bereits überflüssigen Luxus ebenfalls zu leisten.
Auch hier begegneten wir den Schauplätzen für den neuen James-Bond-Film. Einige Namensschilder der alt-ehrwürdigen Hotels waren ausgetauscht mit russischen Namensschildern.Am Ufer der Tepl steht das wunderschöne mit Gold verzierte Jugendstil- Opernhaus. Nicht weit davon befindet sich ein Felsen, der von dem umgebenden Gebirge - die Altstadt liegt ja wie in einem Canyon an der Tepl! - bis weit in die Stadt hinein ragt und mit einem Kreuz geschmückt ist.
Ebenfalls an der Tepl steht eine moderne Therme, wo man mineralhaltiges Wasser trinken und auch Andenken kaufen kann. Während die Mineralquellen in den anderen beiden Bädern kalt sind, sprudelt es hier bis zu 70°C heiß aus der Erde. Dieses Wasser wird in mehrere Brunnen geleitet, aus denen man trinken kann. Üblich sind die wunderschönen Schnabeltassen, die so geformt sind, dass man bequem beim Herumgehen daraus trinken kann, ohne das kostbare Wasser zu verschütten.Unser Führer hatte uns allerdings Plastikbecher mitgebracht, da diese Schnabeltassen doch sehr teuer sind. Er erklärte uns, dass man das Wasser abgekühlt oder auch ganz heiß aus den verschiedenen Brunnen trinken kann, erklärte uns, wo welcher genau zu finden ist. Sie stehen in dem gebäude eh alle nebeneinander.
Da einige dieser Mineralquellen auch verdauungsförderndes Glaubersalz enthalten, sollte man - wenn man noch lange unterwegs ist - möglichst nicht zu viel auf einmal davon trinken ….In diesem Gebäude gibt es auch noch einen Raum, in dem man die Dämpfe der Quelle einatmen kann, was sofort zu einer freien Nase führt und sehr wohltuend ist.
Ganz in der Nähe befindet sich eine barocke Kirche, die wir leider nicht besichtigen durften, da dort gerade eins der vielen Konzerte stattfinden sollte und man nur noch mit Eintrittskarte für das Konzert eingelassen wurde. Auf dem Platz vor der Kirche, die schon ein wenig wieder bergauf liegt, hat man einen schönen Blick auf einen Teil der Stadt und die Tepl. Außerdem wurde auch hier musiziert.Wieder auf dem anderen Tepl-Ufer bewunderten wir einen alten Pavillon aus schön geschnitztem und weiß gestrichenem Holz. Unser Führer erklärte uns schon in der modernen Halle, dass sich in den Brunnen ein Rückstand absetzt, wenn die Quellen abgekühlt werden, dessen Namen ich allerdings wieder vergessen habe. Diesen Stein jedenfalls verwendet man u.a., um Andenken daraus für die Touristen zu machen, z.B. Aschenbecher, Figuren etc. In diesem hölzernen Pavillon nun konnte man ein schönes, großes Relief aus diesem Stein bestaunen.
Auf dem Platz neben diesem Pavillon steht ein origineller Brunnen, den ich Euch fotografiert habe, und dahinter geht eine Straße den ziemlich steieln Berg hinauf, die zuerst an der englischen, also anglikanischen Kirche vorbei führt. Wir aber wollten zur russisch-orthodoxen Kirche noch weiter bergauf, gleich neben der russichen Botschaft.Alle diese drei Bäder dienten vor der Wende vielen Russen zur Erholung und Heilung, so dass hier überall wundersschöne russisch-orthodoxe Kirchen entstanden. Von außen fällt sie schon von weitem auf mit ihren Zwiebeltürmen und der schönen weißen Farbe. Von innen wirkt sie eher wie ein Wohnzimmer, allerdings ohne Sitzgelegenheiten. In der orthodoxen Kirche wird der Gottesdienst Stunden um Stunden im Stehen abgehalten, während die Gläubigen anscheinend wohl auch immer wieder währenddessen ihre privaten Schwätzchen halten.
Den Frauen ist das Betreten des Allerheiligsten verboten. Der Priester zelebriert den Gottesdienst von dort aus, also von dem allerheiligsten, was hinter einem Vorhang verborgen ist und von wo aus er auch keinen Blickkontakt zu den Gläubigen hat - was ich mir sehr merkwürdig vorstelle - aber einen Gottesdienst ahben wir dortnciht besucht.Unser Führer erzählte uns noch die Geschcihte einer Putzfrau, die sich weigerte, das Allerheiligste zu putzen, mit de Begründung, dass dort der Zutritt für Frauen verboten sei *g*
Nach dem Kirchenbesuch ging es dann zur Fußgängerzone Richtung Bahnhof und modernem Teil der Stadt. Mit dem Zug fuhr ich diesmal zwar nicht, aber unser Bus wartete in der Nähe des Bahnhofs auf uns.Unser Ziel kurz vor dem Bahnhof war abr erstmal die berühmte Becherovka-"Fabrik", die wir noch besichtigten. Hier wurden endlos Gruppen durch geschleust, und so war es dann auch: lieblos hoch drei! Nachdem wir in Wunsiedel bei den Sechsämtertropfen - muss ich wohl auch noch drüber berichten? …- so viel Spaß hatten und so viel erklärt bekommen hatten - bis auf die Geheimrezeptur natürlich - fiel uns dies hier doppelt negativ auf.
Wir bekamen ein paar Fässer zu sehen und dann im Filmraum einen Film über die Geschichte und Produkte von Becherovka. Wir erhielten dabei je einen dieser kleinen Becherovkamaßbecher und in dieses eine Becherchen drei verschiedene Getränke, die uns eingeschenkt wurden wie bei "Dinner for one" der am Ende reichlich betrunkene Diener für alle einschenkt. Becherovka soll wie ein Heilmittel, wie Medizin angewandt werden. Wir erfuhren, in Karlsbad gäbe es 12 Heilquellen, aber die allerheilsamste wäre die 13., nämlich der Becherovka. Das mittlere Getränk war ein auslaufendes Modell, das überhaupt nicht geschmekckt hat, das man aber zwangsläufig austrinken musste, wenn man das letzte auch noch probieren wollte, das dann wieder einigermaßen schmeckte, wobei sich meine Meinung da mit der ziemlich einhelligen Meinung aller deckte.Gleich nebenan ist eine Becherovkaverkaufsstelle, wo man auch ohne vorherige Besichtigung einkaufen kann, die also auch von der Straße aus zugänglich ist. Leicht beschwingt ging es dann also wieder auf den Heimweg.
Ich hoffe, ich konnte Euch auch ohne noch all die vielen Namen behalten zu haben, Karlovy Vary/Karlsbad und Loket/Elbogen ein wenig nahe bringen und freue mcih auf Eure Kommentare und Bewertungen.Alles Liebe von Sabine :)
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hemutai 19.05.2008 08:00
arbeitsmaus 18.03.2007 10:03
Liebchen0583 28.10.2006 13:06
hr.biernot 20.09.2006 22:30
in Karlsbad war ich auch schon! Liebe Grüße