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Erfahrungsbericht

für Kanton Graubünden
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5 Sterne WO DIE SCHWEIZ AM SCHÖNSTEN IST
135 von 135 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro ein wunderschöner Landstrich, für mich die schönste Gegend der Schweiz

Kontra vielleicht ein bisserl weit weg, wenn man aus Deutschland anreisen muss. Und auch ziemlich teuer, wenn man nicht gerade ein günstiges Pauschalangebot erwischt oder eine günstige Privatunterkunft findet.

Der Autor

Phosphorus

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Graubünden ist der Kanton der Superlative in der mit Superlativen ohnehin so reich gesegneten Schweiz.

Graubünden ist

- der jüngste
- der größte
- der sonnigste
- der von Touristen am meisten besuchte
- der interessanteste
- und der (für meinen Geschmack) schönste

Kanton der Schweiz.


Graubünden ist der JÜNGSTE Schweizer Kanton; heuer sind es genau 200 Jahre her, da das Völkchen der Bündner im Jahre 1803 um Aufnahme in die Schweizer Eidgenossenschaft nachsuchte und kurze Zeit später in diese aufgenommen wurden. Somit zählt Graubünden nicht zu den berühmten vier Urkantonen, welche die Ur-Schweiz ausmachten. Aber mit dem Erwerb von Graubünden ist den Schweizern nicht nur ein beträchtliches Stückchen gutes Land zusätzlich in den Schoß gefallen, sondern sie haben auch ein gutes Stück Lebensqualität hinzu gewinnen können.

Graubünden ist der GRÖSSTE alle Schweizer Kantone, und er erstreckt sich über den gesamten Südteil der Schweiz, von dem kleinen noch weiter südlich gelegenen Zipfelchen, das das Terrain des mediterranen Tessin ausmacht, einmal abgesehen.

Graubünden ist ferner der SONNIGSTE aller Schweizer Kantone, in dem jährlich mindestens 200 Sonnentage registriert werden. Dies gilt insbesondere für den von Touristen heimgesuchten Nobelort St. Moritz, wo offenbar fast das ganze Jahr hindurch die Sonne zu scheinen scheint.

Graubünden verfügt über eine ganze Phalanx vieler der berühmtesten Touristenorte der Schweiz, deren Namen auf der Zunge zergehen: St. Moritz (französisch: Saint Maurice), Arosa, Davos, Pontresina.

Graubünden, das „Land der grauen Berge“ ist aber nicht nur ein wunderschönes Bergland, aus dem auch einige stolze Viertausender hervorragen, sondern es besitzt auch über 600 Seen sowie eine schier unendliche Zahl von Flüssen und Gebirgsbächen mit allem, was dazugehört, nämlich: Strudeln, Schluchten und Wasserfällen.

In Graubünden befindet sich der ersten und bisher einzige NATIONALPARK der Schweiz, der vor etwa 100 Jahren gegründet wurde und als beispielhaft für die ganze Alpenregion gilt.

Und nicht zuletzt zieht sich durch Graubünden ein Tal, das – zumindest im Urteil der Schweizer – als das schönste Tal der Alpen überhaupt gilt: das liebliche ENGADIN.

Und hier nun meine Eindrücke von Graubünden:

Wer von Zürich her – so wie ich es tat – mit dem Zug anreist, muss in LANDQUART in die rhätische Bahn umsteigen, um von dort aus seinen Zielort im Engadin zu erreichen.

Der RHÄTISCHEN BAHN sollte man eigentlich einen gesonderten Bericht widmen, ist sie doch in ihrer Art so außergewöhnlich, dass sich ein solcher Bericht sicher lohnen würde. --- Kurz sei nur so viel gesagt, dass die Rhätische Bahn eine SCHMALSPURBAHN ist, die aufgrund ihrer hervorragenden technischen Ausstattung in der Lage ist, auch sehr steile Strecken am Berg mühelos zu überwinden und die in den unwegsamstem und schmalsten Gebirgsgegenden ihren Weg auch dort noch sicher findet, wo Autos schon längst nicht mehr verkehren können. --- Die leuchtend rot gestrichene rhätische Schmalspurbahn bringt uns stets sicher an unseren Ferienort in Graubünden, wo immer dieser auch gelegen sei und ganz gleich zu welcher Jahreszeit.


Das Feriengebiet rund im SCOUL


Das rhätische Schmalspurbähnli schaukelte mich, von Landquart ausgehend, ganz gemächlich durch das wunderschöne Engadin, das gesäumt wird von einer Kulisse grauer, erhabener Bergmassive und darunter liegender sattgrüner Matten. Die Fahrt ging vorbei an so berühmten Engadiner Orten wie Klosters, Guarda und Vulpera und endete schließlich in Scuol, wo ich meinen Ferienaufenthalt gebucht hatte.

Scuol (Aussprache: Schu-ol) ist nicht nur bekannt für sein Skigebiet (Motta Naluns) sondern auch für seine Thermalquellen. So lebt das Dorf Scuol - und es ist trotz eines gewissen Touristenaufkommens immer noch ein Dorf – vor allem von seinen tollen Skimöglichkeiten und von der Bekanntheit des ENGADINBADS SCUOL, ein Thermalbad, das in dieser Region seinesgleichen sucht.

Ich habe das Engadinbad Scuol während meines Aufenthaltes mehrfach aufgesucht und fand es recht angenehm und architektonisch modern gestaltet. Die Bäder hatten eine sehr entspannende Wirkung, und es machte Spass, sich in diesem Bad aufzuhalten. Aber als überragend und außergewöhnlich würde ich das Engadinbad Scuol dennoch nicht bezeichnen. Die Prospektwerbung, die ja Touristen anlocken soll, übertreibt hier ganz enorm. --- Noch dazu halte ich 25 Franken Eintritt für 2 Stunden Badezeit für völlig überteuert!

Scoul liegt auf einer Höhe von knapp 1300 Metern über N.N. und blieb bisher vom Massentourismus verschont. In diesem großen Dorf gibt es noch zahlreiche mit Malereien reich verzierte Bauernhäuser zu bestaunen; viele dieser Häuser sind von kleinen Bauerngärtlein umgeben, in denen nach wie vor die wichtigsten Gemüse und Küchenkräuter von der Bäuerin selbst gezüchtet werden.

Ganz besonders eindrucksvoll ist die Fülle an Dorfbrunnen, aus denen, man glaubt es kaum, für jedermann zugänglich und völlig kostenlos, Mineralwasser fließt! So füllen denn auch viele Einheimische ihre leeren Wasserflaschen regelmäßig an einem der Dorfbrunnen auf.

Das Hotelangebot ist in Scuol eher dünn, vielmehr werden von den einheimischen Bauern Privatunterkünfte bzw. kleine Ferienwohnungen zu moderaten Preisen angeboten. Das einzige Hotel am Platz, das den sonst üblichen Standard der Schweizer Hotellerie erreicht, ist das Belvédère, ein Jugendstilgebäude vom Feinsten mit ebenso „feinen“, fast unerschwinglichen Preisen.

Wenn um 18:00 Uhr die Läden schließen, werden in Scuol allerdings die Bürgersteige hochgeklappt. Ein Nachleben findet nicht statt. Allenfalls kann man sich noch für ein paar Stunden in einem der recht zahlreichen und hübschen Restaurants aufhalten. Viele dieser Restaurants, wie auch die meisten "Tearooms" und Kneipen, schließen aber auch bereits um 21:00 Uhr.

In der näheren Umgebung von Scuol gibt es mehrere sehr romantische Bergdörfchen, wie Ftan, Sent oder Lavin, in denen die Zeit still zu stehen scheint. Von hier aus kann man Bergwanderungen mit herrlicher Aussicht unternehmen und, wenn man Glück hat, das Bergwild in freier Natur aus nächster Nähe beobachten.

Nur wenige Kilometer von Scuol entfernt findet sich das WAHRZEICHEN des Engadins, die BURG TARASP. Diese mittelalterliche Trutzburg liegt auf einer Anhöhe mitten im Tal und ist sehr bequem mit dem Linienbus zu erreichen. Hier finden regelmäßig Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt.

Wem das alles noch nicht genügt, kann sich im benachbarten VULPERA dem Golfspiel hingeben. Ich habe mir sagen lassen, dass Vulpera über einen der schönsten Golfplätze der Schweiz verfügt. Auch nach Vulpera verkehrt stündlich ein Linienbus.


PONTRESINA


Wer anderthalb Stunden Bahnfahrt mit dem roten rhätischen Bähnli nicht scheut, dem empfehle ich einen Abstecher nach Pontresina, zumal sich die Anreise als äußerst entspannend erweist, führt sie doch durch eine der schönsten und abgelegensten Gegenden der Schweiz, mit herrlichen Panoramaaussichten auf stolze, graue Berge und grüne Matten, auf Schluchten und über kühne Viadukte, die ebenso sehens- wie bemerkenswert sind. Oder, um es anders zu sagen: Wer sich mit der Bahn von Scuol oder einem anderen Ort im Engadin nach Pontresina aufmacht, für den ist in allererster Linie der Weg das Ziel.

Pontresina selbst liegt auf ca. 1800 Meter Höhe und befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft des mondänen St. Moritz. Pontresina ist zwar nicht ganz so ultra-vornehm wie sein berühmter Nachbar, aber dörflich-rustikales Flair strahlt dieser Ort weiß Gott nicht mehr aus, vielmehr beherrschen Nobelherbergen das Bild dieser Kleinstadt im Hochgebirge.

Die Lage von Pontresina ist hingegen von gewaltiger Schönheit, denn man genießt einen unverstellten Blick auf die Viertausender der Bernina-Gruppe, deren Namen fast durchweg mit „Piz“ beginnen (Piz Palü, Piz Buin, Piz Bernina usw.) und von denen die meisten noch Gletscher haben, deren bläulich schimmerndes Eis in der Sonne glitzert. Ein unvergesslich schönes Bild!

Wandermöglichkeiten – auch für ungeübte Wandersleute – gibt es rund um Pontresina in Hülle und Fülle, meist auf gut beschilderten Rundwegen in grandioser, intakter, fast naturbelassener Landschaft mit typischer Hochgebirgsvegetation und zahlreichen Wildbächen.


Was gibt es sonst noch über Graubünden zu sagen? Industrie ist – von einigen holzverarbeitenden Betrieben einmal abgesehen – so gut wie nicht vorhanden, statt dessen wird jedoch rege Weinbau in diesem von der Sonne verwöhnten Landstrich betrieben. Die Bündner Weine sind gut, ich habe sie selbst verkostet! Und wer dem Wein gar nichts abgewinnen kann, dem sei eines der zahlreichen Bündner Mineralwässer empfohlen, die hier quasi aus dem Berg heraus sprudeln.

Etwas eminent Wichtiges hätte ich beinahe vergessen! - Die Sprache! - In Graubünden wird nämlich noch RÄTOROMANISCH, die vierte Landessprache der Schweiz, gesprochen. Rätoromanisch ist durchaus eine eigenständige Sprache, obgleich es viel Ähnlichkeit mit dem Italienischen aufweist. Insbesondere die Gegend um Scuol im Engadin gilt als Hort der romanischen Sprache, wo diese Tradition auch heute noch konsequent gepflegt wird, denn sämtliche Hinweisschilder, Beschriftungen und dergleichen mehr sind zweisprachig gehalten. Die Einheimischen sprechen überwiegend romanisch, verstehen aber auch ebenso gut deutsch.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass Chur die Hauptstadt des Kantons Graubünden ist. Chur ist auch gleichzeitig die älteste Stadt der Schweiz, eine Gründung aus römischer Zeit.

Dieser Bericht ist als Beitrag zu den Schweizer Wochen bei ciao gedacht.


Willkommen in Graubünden! Benvenuti nei Grigioni! Bienvenue dans les Grisons! Welcome to the Grisons!

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Kommentare

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  • Sydneysider47 01.08.2010 23:20
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Bianca24 03.08.2007 23:21
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • sylvia74 10.12.2004 10:35
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Sehr informativ für mich, da ich nächstes Jahr auch nach Scuol in den Urlaub möchte. Danke für die Anregungen, die ich durch den Beitrag noch erhalten habe. Gruß Sylvia

  • macias 07.06.2004 03:40
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • TschetanSapa 10.01.2004 05:52
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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