Es gibt Sehenswürdigkeiten in Sri Lanka, die würde man glatt übersehen, gäbe es nicht diverse Reiseführer und Internetseiten, über die man sich im Vorfeld über das Land, die Leute und die Kultur informieren kann. So geschehen mit mir und dem Kande Viharaya Tempel, der auch kurz nur Kande Vihara genannt wird. Von weitem und von der Hauptverkehrsstraße (A2) nicht direkt einzusehen, kann es schnell passieren, dass man ihn übersieht und somit eines der wichtigsten Heiligtümer Sri Lankas gar nicht erst kennenlernt.
Gebäude / Architektur
Die Tempelanlage des Kande Viharaya ist in typischer Bauweise errichtet. So gibt es neben den Gebetsräumen in entsprechenden Gebäuden auch hier eine weiße Dagoba, die sich mit ihrer weißen Farbe wunderschön von dem blauen Himmel abhebt. Aber auch der Bodhi-Baum, der heilige Feigenbaum der Buddhisten, darf in der Tempelanlage nicht fehlen. Auffallend ist diesmal, dass es bei diesem Tempel mehrere Gebäude gibt, die der Andacht gelten. Eines befindet sich innerhalb des ummauerten Tempelgeländes, das man nur barfuß und mit entsprechender Kleidung betreten darf. Ein weiteres Gebäude befindet sich außerhalb dieses Areals, ist selbst aber ebenfalls nur barfuß und mit entsprechender Bekleidung zu betreten. Alles in allem gefällt mir die Architektur sehr gut. Sie zeigt den Tempel so, wie ich ihn mir bereits im Vorfeld vorgestellt hatte. Vor allem die schneeweiße Dagoba mit ihren Verzierungen und ihrer Spitze hat mir sehr gut gefallen. Auch sehr schön und interessant finde ich den Bodhi-Baum, der aus insgesamt drei Bäumen besteht, die im Laufe der Jahre zu einem einzigen Baum zusammengewachsen sind.
Die Außenanlage ist groß und verfügt über eine ziemliche Ausdehnung. Zwar kann man sie bei weitem nicht mit Tempeln wie beispielsweise in Kalutara vergleichen, dafür ist Beruwela aber letztendlich auch zu klein und der Tempel selbst nicht zentral genug gelegen. Dadurch, dass die Anlage über mehrere Gebäude verfügt und dann noch über den Buddha, ist das Gesamtareal ziemlich gedehnt und bietet Platz für all die Besucher, Gläubige wie auch Touristen aus aller Welt. Bei manchen Veranstaltungen bietet das Areal zudem Platz für Elefanten, bei denen es Glück bringen soll, zwischen ihren Beinen hindurch zu kriechen.
Die Lage der Außenanlage ist hierbei wirklich als zentral zu bezeichnen, da sich die Gebäude mehr oder weniger in einer Art Halbkreis um einen Platz gruppieren, der alle Gebäude miteinander zu verbinden scheint. Egal, aus welcher Richtung man den Tempel betritt, man muss diesen zentralen Platz überqueren und ist inmitten des bunten Treibens mit Händlern, Gläubigen und Mönchen.
Alles ist sauber und gepflegt, man merkt aber, dass hier sehr viele Gläubige und Touristen unterwegs sind. Durch die Lage in einer Seitenstraße kommt es daher vor, dass gerade am Straßenrand immer wieder mit etwas Müll zu rechnen ist. Die Tempelanlage selbst ist hingegen sehr sauber gehalten und wird offensichtlich regelmäßig gepflegt.
Religiöse Bedeutung
Die religiöse Bedeutung des Kande Viharaya Tempels ist immens. Zwar existiert die Tempelanlage als solche bereits seit dem Jahre 1736, jedoch erlangte sie erst im Jahre 2007 durch die Errichtung der riesigen Buddha-Statue mit rund 56 Metern Höhe ihre heutige Berühmtheit. Diese Buddha-Statue ist die höchste Buddha-Statue Sri Lankas und zieht daher sehr viele Gläubige und auch Touristen an. Der Nachteil ist hierbei, dass der Erholungsfaktor entsprechend niedrig ist, da man kaum die Ruhe zur Meditation und zum Gebet findet. Dafür sind die Menschenmassen einfach zu groß und die Tempelanlage zu überlaufen. Doch dieses Phänomen lässt sich auf Sri Lanka bei allen bekannten Tempeln feststellen.
Parkplatz
Die Tempelanlage verfügt über einen Parkplatz, da die Gläubigen nicht nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Die Größe ist okay, aber auf Dauer dürfte es wohl eng werden. Bedenkt man, dass Sri Lanka nach der Beendigung des Bürgerkriegs im Jahre 2009 nun versucht, touristisch wieder Fuß zu fassen, dürfte es in absehbarer Zeit wohl sehr viel mehr Touristen geben, die sich den Tempel und Sri Lankas größten Buddha ansehen wollen. Und dafür ist der bestehende Parkplatz aus meiner Sicht auf Dauer leider viel zu klein. Schon heute (ich war im April 2010 im Kande Viharaya Tempel) bietet er primär Platz für eine Unmenge von Tuktuks und verträgt an sich kaum mehr Fahrzeuge.
Die Lage des Parkplatzes ist sehr gut, da er sich direkt vor dem großen Platz zwischen den Tempelgebäuden befindet. Man muss keine 20 Meter laufen, um das Areal zu betreten.
Lage/Umgebung
Die Lage des Tempels ist aus meiner Sicht etwas unglücklich, da in einer kleinen Seitenstraße und fernab der Hauptverkehrsstraße A2 (Galle Road) gelegen. Umgeben von Häusern, ist der Tempel von der Galle Road praktisch nicht zu sehen und von Touristen mit Leihwagen schnell zu übersehen. Hier empfiehlt es sich auf jeden Fall, auf einen Fahrer zurück zu greifen, idealerweise mit einem Tuktuk, da man mit diesem wesentlich leichter einen Parkplatz findet.
Verkehrsanbindung/Erreichbarkeit
Die Anreise zum Tempel kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen. Sowohl Beruwela als auch Bentota verfügen jeweils über einen Bahnhof. Aber auch der Überlandbus verbindet Beruwela mit den umliegenden Ortschaften. Der Nachteil ist, dass der Bahnhof von Beruwela für einen Spaziergang zu weit weg ist. Bushaltestellen sind jedoch entlang der A2 mehrere zu finden.
Idealerweise reist man mit dem Auto oder dem Tuktuk an und sollte hierbei auf einen ortskundigen Fahrer zurückgreifen. In diesem Fall ist die Anbindung nämlich sehr gut und man braucht sich keine Gedanken über einen Parkplatz auf dem engen Gelände zu machen.
Fazit
Alles in allem kann ich einen Besuch der Kande Viharaya Tempelanlage nur empfehlen. Sie ist sehr schön angelegt und durch ihren riesigen Buddha nahezu einzigartig. Ein Stück buddhistischer Tradition mit Sri Lankischer Geschichte im Südwesten der Insel. Vor allem während der buddhistischen Feiertage ist hier ein reges Treiben zu beobachten. Dann ist die Luft weihrauchgeschwängert, und es tummeln sich Menschen aller Alters- und Gesellschaftsschichten auf dem Gelände. Ein Erlebnis, wie es authentischer kaum sein könnte. Zumal der Eintritt kostenfrei ist.
Allgemeine Informationen
Kande Viharaya / Kande Vihara Tempel
Beruwela
Sri Lanka
Bilder von Kande Vihara Tempel, Beruwela
11.01.2012 23:23
Kaum zu glauben, aber wahr: in Beruwela war ich unzählige Male, aber vom Kande Vihara Tempel hab ich noch nichts mitbekommen...aber das ist auch normal: mein Sri Lanka-Freund ist Muslim und ihn zieht es dahin nicht.....wunderschöner Bericht...GLG von Joachim:-)
18.04.2011 13:23
Ich liebe asiatische Tempel. LG, Daniela
14.04.2011 15:41
tolle Bilder