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Erfahrungsbericht

für Kaiser- und Mariendom, Speyer
Nächsten Bericht ansehen "Eine imposante Kathedrale"
5 Sterne Ein einmaliges historisches Gebäude Bericht mit Bildern
25 von 25 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Ein wunderschöner Dom, Krypta und Kaisergruft mit viel Geschichte

Kontra Separates Eintrittsgeld für den Besuch der Krypta und der Kaisergruft

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

hollfehrenbach Seit 19 Dez 2003

Ich bin neugierig. Will (fast) alles wissen und gebe gerne meine Erfahrungen weiter... mehr

1 Mitglied vertraut mir

Den Dom zu besuchen, empfehle ich jedem, der sich in Speyer aufhält. Der zum Dom gehörende Domgarten lädt zu einem Spaziergang ein, wenn es das Wetter zulässt.
Während meines letzten Besuchs ist mir nicht aufgefallen, dass Broschüren oder Flyer ausgelegen sind. Hinweistafeln oder sonstige Informationen sind hier leider sehr dürftig bis gar nicht vorhanden. Daher lohnt sich vorab der Blick auf die sehr umfangreiche Homepage des Doms.
In wie weit man sich auch noch die Krypta und die Kaisergruft anschauen möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Hierfür wird seit geraumer Zeit ein Eintrittsgeld in Höhe von 3 Euro für Erwachsene (Stand: Oktober 2010) erhoben.
Ein Besuch der Krypta und der Kaisergruft im Dom ist für die geeignet, die sich für die Kirche und den Glauben (speziell bei der Krypta) und die allgemeine Geschichte (bezogen auf die Kaisergruft) und die Geschichte der Geschlechter der Salier, Habsburger und Nassauer interessieren.
Wer einen gewissen Prunk in der Krypta oder in der Kaisergruft erwartet, wird enttäuscht werden, denn diese Unterkirche und die Kaisergruft bestechen mit ihrer Schlichtheit und Einfachheit.


Erreichbarkeit:
Der Speyrer Dom liegt in der Innenstadt und ist daher gut zu erreichen. Zahlreiche kostenpflichtige Parkplätze gibt es in unmittelbarer Umgebung zum Dom und auf dem Festplatz. Wer mit Bus und Bahn anreist, hat auch keine Probleme, da es einen Busshuttle vom Bahnhof in die Innenstadt und Fußgängerzone (Maximilianstraße) gibt.

Muss man gesehen haben:
Ja, den Speyrer Dom muss man gesehen haben. Warum? Weil es ein monumentaler und sehr geschichtsträchtiger Bau ist. Wenn man sich den Dom anschaut, dann wird einem auch bewusst, warum der Dom ein UNESCO-Weltkulturerbe ist. Wenn man schon den Dom besichtigt, gehört ein Besuch der Krypta und Kaisergruft auf alle Fälle dazu. Sonst hätte man nur einen Teil des Gebäudes besucht. Wer den Besuch noch krönen möchte, sollte sich den Domschatz im nahegelegenen ‚Historischen Museum der Pfalz‘ den Domschatz ansehen. Hierbei besteht das ‚Problem‘, daß man nicht nur den Domschatz anschauen kann, sondern dies nur in Verbindung mit einem Ticket für eine der Ausstellungen tun kann. Zur Zeit läuft dort – noch bis Ende Oktober 2011 – eine Ausstellung über die Salier, was thematisch gut zum Dom passt.

Budget-Freundlichkeit:
Für den Dom an sich wurde bislang kein Eintritt verlangt. Seit ca. 3 – 4 Jahren jedoch für die Besichtigung der Krypta und der Kaisergräber in Höhe von 3 Euro (Stand: Oktober 2010).


Atmosphäre:
Die Atmosphäre eines Doms in Worte zu fassen ist schwierig, weil es sehr subjektiv ist. Wer die Möglichkeit hat, ein Konzert im Dom zu besuchen, der soll es auch tun – so bekommt man die ‚akustische Atmosphäre‘ zu spüren.

Die Krypta
Die Speyerer Domkrypta ist die größte romanische Hallenkrypta überhaupt und wird auch als eine der schönsten Unterkirchen der Christenheit bezeichnet. Durch ihre klare Gliederung und Symmetrie ist die göttliche Ordnung erkennbar. Zitat aus dem Flyer für die ‚Krypta und Kaisergruft im Dom zu Speyer‘: ‚Hier ist ein Raum Gottes, ein Ort, am dem Gott nahe ist. Denn Gott ist der, der den Kosmos – in Ordnung – aus dem Chaos – der Unordnung – erschaffen hat.‘ – das wollten die Erbauer mit der Krypta zum Ausdruck bringen. In meinen Augen ist dies den Erbauern auch gelungen. Die Klarheit, Schlichtheit und Symmetrie zeugt von dieser Ordnung und vermittelte mir bei dem Besuch den Eindruck, mich an einem außergewöhnlichen Ort zu befinden.

Die Kaisergruft
In der Kaisergruft ist es etwas beengt und bei einem größeren Ansturm ist es auch nicht möglich, länger an den Gräbern zu Verweilen. Die Gräber sind mit Grabplatten versehen. Leider sind die Grabplatten in einer anderen Richtung ausgelegt, so daß man die Inschriften nur auf dem Kopf stehend lesen kann.

Architektur:
Der Dom ist zwischenzeitlich fast 1000 Jahre alt. Im Laufe der Zeit ist natürlich einiges verändert und ergänzt worden. Für diesen Wandel gab es mehrere Gründe, nicht nur die Herrscher ihrer Zeit haben Veränderungen und Anbauten am Dom vornehmen lassen, sondern auch Zerstörungen durch Feuer und Krieg haben zum mehreren Wiederaufbaumaßnahmen geführt.
Wenn man sich beim Besuch den Dom näher betrachtet, sieht man diese Auf-, An- und Umbauten der jeweiligen Epochen sehr genau.
Da die Homepage sehr umfassend ist und dort alle Daten zur Geschichte des Doms zusammengefasst und übersichtlich gegliedert sind, verzichte ich darauf, diese Informationen an dieser Stelle zu wiederholen.

Architektur:
Die Krypta
Die Speyerer Domkrypta steht bei den mittelalterlichen Krypten baugeschichtlich am Höhepunkt und ist die größte romanische Hallenkrypta überhaupt. Die Krypta befindet sich unter dem Chorraum, der Vierung und des Querhauses des Doms. Im Gegensatz zu anderen Kirchengebäuden, wie z.B . St. Peter in Rom, beherbergt die Krypta des Speyerer Doms kein Heiligengrab. Es ist weiterhin unbekannt, ob die kaiserlichen Bauherren für die Krypta besondere Reliquien erwerben wollen.
Die Krypta ist ausgestattet mit sieben Altären: einem Hauptaltar (Altar zu Ehren der hl. Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und des hl. Michael) im Ostarm und je drei Seitenaltären (fünf der Seitenaltäre sind zu Ehren verschiedener Heiliger und ein Altar zu Ehren der hl. Märtyrer Felicianus und Justina) in beiden Querarmen der Krypta. Da die Domkrypta immer als Gottesraum (und somit als Kirche) gedacht war, werden noch heute am Hauptaltar der Krypta zu besonderen Anlässen Gottesdienste gefeiert.
In der Chorkrypta befindet sich ein quadratisches Taufbecken, das aus einem Block gehauen ist und an den vier Seiten halbkreisförmig ausgeweitet ist. Dieses Taufbecken (aus der Zeit nach 1100) ist wohl das älteste romanische Exemplar seiner Art nördlich der Alpen.
In der Vorkrypta (zur Kaisergruft hin) befinden sich insgesamt drei (Stein-)Reliefs. Zum einen ein gotisches Relief (von um 1480) mit vier salischen Kaisern (Konrad II, Heinrich III, Heinrich IV und Heinrich V), zur Rechten, wenn man die Vorkrypta betritt und auf das Relief von Epitat König Rudolfs von Habsburg (um 1285) tritt man geradeaus zu. Zur Linken in der Vorkrypta befindet sich ein weiteres gotisches Steinrelief (ebenfalls um 1480 entstanden) mit vier deutschen Königen: König Philipp von Schwaben, König Rudolf von Habsburg, König Adolf von Nassau und König Albrecht von Österreich. Die beiden gotischen Reliefs an den Seitenwänden der Vorkrypta stellen die im Dom bestatteten Kaiser und Könige dar.

Die Kaisergruft
Die heutige Gruft wurde erst am Anfang des 20. Jahrhunderts freigelegt und von der Krypta aus zugänglich gemacht. Die Gräber waren somit über Jahrhunderte nicht sichtbar. Die verstorbenen Herrscher wurden (ursprünglich) am östlichen Ende des Mittelschiffs des Doms unter den Bodenplatten bestattet. Die Gruft markiert den Abschluß des Mittelschiffs im mittelalterlichen Dom. Dies ist an den Pfeilerbasen, die rechts und links des Gangs sichtbar sind, ablesbar, die zu zwei Pfeilern des oberen Kirchraums gehören.
Der Speyerer Dom war von den salischen Kaisern von Anfang an als Grablage für ihr Geschlecht geplant. Es sollte als Denkmal, Zeugnis der sakralen Bedeutung und Kontinuität des König- und Kaisertums gelten. Die den Saliern nachfolgenden Herrschergeschlechtern (Staufer, Habsburger und Nassauer) wählten diese Stätte als Grablage für die nächsten über 200 Jahre hinweg.
In Wandnischen hinter den Kaisergräbern und in Nischen am Treppenabgang sind insgesamt fünf Speyerer Bischöfe aus dem 12. und 13. Jahrhundert aufgestellt. In einem Sarkophag (am Treppenabgang rechts der Gräber) befinden sich Grabfunde und Gebeine, die aufgrund von Verwüstungen in den letzten Jahrhunderten, die nicht mehr zugeordnet werden konnten.

Bilder

für Kaiser- und Mariendom, Speyer
Domnapf
Der Domnapf vor dem Haupteingang des Doms.
von hollfehrenbach hollfehrenbach
Domnapf

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Kommentare

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  • Werner86 29.12.2011 14:25
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Marnie61 16.05.2011 17:10
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Die-Xanadu 06.05.2011 20:30
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • joanbaez 01.05.2011 11:02
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Tolle Fotos und gut berichtet. Wünsche einen sonnigen und schönen Sonntag. Lieben Gruß Bärbel

  • laurinchen1984 30.04.2011 17:37
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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