Der John Hancock Tower ist nach dem Sears Tower (heisst heute zwar Willis Tower, ist aber unter dem alten Namen nach wie vor bekannter) zwar "nur" das zweithöchste Gebäude in Chicago, aber die Aussicht ist meiner Meinung nach schöner.
Erreichbar ist der John Hancock Tower sehr einfach da er direkt an der North Michigan Avenue (der sogenannten "Magnificent Mile" liegt. Sämtliche Buslinien welche durch diese Strasse fahren halten praktisch direkt vor dem Eingang. Das Navy Pier, der Water Tower und natürlich die Einkaufsmöglichkeiten an der Magnificent Mile liegen ganz in der Nähe. Parkplätze sind sehr rar und sehr teuer. So empfehle ich die Anreise mit dem ÖV. Die Öffnungszeiten sind von 09'00 bis 23'00 Uhr.
Budget
Die Fahrt mit (nach eigenen Aussagen der Betreiber) den schnellsten Aufzügen von Nordamerika kostete US$ 21.00 für uns Erwachsene und US$ 16.00 für die Kinder ab 3 Jahren. Ich persönlich empfand dies als überteuert, gemacht haben wir die Fahrt jedoch trotzdem und sie hat sich gelohnt. Die Fahrt im Fahrstuhl dauert rund 40 Sekunden für die 1'000 Fuss (rund 310 Meter). Während dieser Fahrt erhält man einige interessante und lehrreiche (falls man sich nicht vorgängig schon informiert hatte) Infos über den Tower. Natürlich sind vor der Fahrt Sicherheitskontrollen zu durchlaufen. Wartezeiten vor der Fahrt muss man in Kauf nehmen können. Besonders an den Wochenenden. Bei uns war es nicht so schlimm weil wir an einem Wochentag kurz nach 09'00 dort waren. Als wir wieder hinunter fuhren war die Schlange dann schon beträchtlich länger.
Das Gebäude selber
Den John Hancock Tower sieht man aus praktisch ganz Chicago. Speziell vom Navy Pier aus steht er da wie ein Koloss in der Skyline. Er ist in einem eher dunklen grau gehalten und hat zwei riesige Antennen auf dem Dach. Auffallend sind die diagonalen Träger welche sich auf allen vier Seiten des Turms befinden. Mir stechen diese jeweils direkt ins Auge. Diese Träger sind in der selben Farbe wie der Rest des Gebäudes gehalten. Beim Eingang von der North Michigan Avenue muss man einige Treppenstufen hinunter gehen. In dieser "Arena" ist ein Cafe in welchem man sich wunderbar vom Lärm und Stress der Magnificent Mile erholen kann. Es war erstaunlich wie viel Lärm diese paar Treppenstufen absondern können. Ein künstlicher kleiner Wasserfall befindet sich ebenfalls dort welcher unsere Jungs magisch zum spielen angezogen hat
Aussicht
Die Aussicht ist meiner Meinung nach atemberaubend. Man sieht über den Lake Michigan und die gesamte Stadt. Man kann um den gesamten Turm herum gehen und so eine 360 Grad Aussicht geniessen. Da man zentraler ist als beim Sears Tower kann man, meiner Meinung nach, das Stadtzentrum viel besser sehen. Bei guter Weitsicht hat man Aussicht in vier (Illinois, Michigan, Indiana und Wisconsin) Staaten. Neben den Häuserschluchten, in denen die Autos aus dieser Höhe wie Spielzeuge aussehen, sind auch die Stadtstrände einsehbar. Die Hochhäuser in der Umgebung sehen vergleichsweise klein aus, auch wenn diese nicht selten 200 Meter Höhe erreichen. Am anderen Ende der Stadt ist der Sears Tower (Willis Tower) zu sehen welcher ein Gegengewicht darstellt. Es besteht nicht nur die Möglichkeit die Stadt durchs Glas hindurch zu betrachten sondern auch auf einer Aussenterrasse. Dort erlebten wir am eigenen Leib sehr gut wieso Chicago "The Windy City" genannt wird. Warm und gemütlich war es dort nicht unbedingt, dafür war das Erlebnis meiner Meinung nach noch grösser.
Auf dem Observation Deck kann selbstverständlich durch die fix montierten "Feldstecher" die Stadt genauer betrachtet werden. Infotafeln, auch über die Entwicklung der Stadt und den Bau des Turms, sind überall angebracht. Es befindet sich ebenfalls ein Cafe auf dem Turm welches wir jedoch nicht benutzt haben.