Johannesburg

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Hauptstadt, aber auch nicht viel mehr...

3  17.06.2002

Pro:
Großer Flughafen, gute Guesthouses und Hotels, schöne Parkanlagen

Kontra:
Kriminalität .  Etwas abgelegen, im oberen Drittel des Landes .

Empfehlenswert: Ja 

JuergenGolz

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Allgemein:

Johannesburg, das ist die Stadt, die auf meinem Flugticket nur als Transitstation für meine Reisen nach Durban, East London und Kapstadt erschien. Unsere Außenorganisation befand es immer für besser uns in Durban oder East London zu treffen, wohl auch aus gehörigem Eigennutz. Offiziell wurde die Kriminalität als Grund vorgeschoben und in der Tat ist es in Johannesburg sehr kriminell und man braucht nicht verheimlichen, woran es liegt, will es aber an dieser Stelle auch nicht diskutieren. Tatsache ist, daß man sich im gesamten Südafrika vorsehen soll, auch wenn ich selbst nie Probleme mit Weißen oder Schwarzen hatte. Da unsere Außenorganisation von Durban nach Johannesburg umgezogen war, ließ ich es mir auch nicht nehmen die Leute vor Ort dort kennzulernen und im Gegensatz zu East London, hat Johannesburg doch einiges zu bieten.

Johannesburg:

Obwohl, oder gerade weil im Januar in Südafrika Hochsommer ist, waren sehr hohe Temperaturen, aber auch heftige Gewitter zu erwarten und so schunkelte das Flugzeug der South African Airways durch das immens dichte Wolkenpaket und die grauen "Lappen" huschen scheinbar immer schneller am Fenster vorbei. Mir dreht sich der Magen, als das Flugzeug kurz absackt und das Getränkl meines Nachbars den kurzen Moment der Schwerelosigkeit genießt. Endlich durchstößt das Flugzeug die Wolkendecke und ich bin heilfroh wieder Boden zu sehen. Der Flughafen ist riesig und ich schiebe mein Gepäck durch den langen Gang. Die Gepäckausgabe ging sehr schnell und die Passformalitäten waren schnell abgehandelt.

Hotels und Guesthouses sind hier en masse anzufinden und für jede Preisklasse ist etwas drin. Gerade Backpacker finden in und um Johannesburg ein Paradies an Unterbringungsmöglichkeiten. Der südafrikanische Rand schwächelt gerade und der Kurs liegt umrechnungsfreundlich bei ca. EUR 1,00 für 10 Rand.

Ich habe noch etwas Zeit und beschließe anstatt im Hotel nun bei einem Mc Donalds zu frühstücken. Hier mögen sich die Geister scheiden, aber ich konnte daher wenigstens das Preisniveau austesten und ich wollte auch nicht jedesmal einen armen Strauß vertilgen und dann bei einem Glas "Blauwwklippen Zinfandel" die Zeit vergessen und vor allem warum ich vor Ort bin.

Es ist sehr heiß, aber mein Begleiter rät die Fenster im Auto geschlossen zu halten, vor allem will er durch die Städte selbst fahren. Nicht, daß der Linksverkehr stören wäre, aber an jeder Ampel muß man damit rechnen aus dem Auto gezogen zu werden und ich habe von abenteuerlichen Abwehrmaßnahmen gehört, z.B. irgendwelche Schlagbolzen, die beim Nähern eines "Kriminellen Subjektes" gegen die Schienbeine schlägt usw.

Rund herum sind herrlich angelegt Parks mit einer verschwenderischen Blütenpracht und wer denkt denn da an Kriminalität. Aber die hiesige Polizei hat sich schon auf die eine und andere Art und Weise bei den Einheimischen Respekt verschafft und so bezahlt mein Begleiter einen Strafzettel direkt im Polizeipräsidium, damit hier die disziplinarischen Maßnahmen erst gar nicht starten müssen.

Die Straßen sind sehr gut ausgebaut und rund um den Vororten, wie Sandton, Rivonia vergisst man schnell mal das Tempo und das dort geringere Verkehrsaufkommen trägt hierzu bei. Außerdem läßt es sich hier im Gegensatz zu Johannesburg besser leben, wenngleich mir keine Kriminalstatistik über die Vororte vorliegt, aber hier leben begütertere Menschen und hier kann man sich auch ruhig in eines der Guesthouses niederlassen. Dort fand ich es allemal schöner und familärer als in irgendwelchen, luxusüberladenen Hotels, deren Angebot man in der Kürze der Zeit ehe nie nutzen kann.

Wer sein Quartier in Rosebank aufschlägt, hat es nicht sehr weit zur Innenstadt und hier gibt es sehr gute Einkaufsmöglichkeiten, sowie gute Möglichkeit etwas gutes zu essen. Viele Inder haben sich hier niedergelassen, beherrschan aber dennoch sehr gut die einheimische Kochkunst.

In Johannesburg gibt es ein ausgeprägtes Nachtleben, aber man sollte sich gewahr sein, daß auch hier der Malaria-Virus durch die Anopheles-Mücke wieder auf dem Vormarsch ist. Daß AIDS hier auch eine Hochburg findet, hat wohl schon so ziemlich jeder aus den Medien erahren dürfen.

Viele Arbeitslose gibt es in Johannesburg, vor allem verloren viele ihre Arbeit in den Bergwerken und Goldminen. Der Weltmarktpreis ist im Keller und andere Staaten mischen am Gold und Diamanten mit. Verdienen wird selbst für die Bosse schwerer, zumal man an das begehrte deutsche Natrium-Cyanid zum Auswaschen bei der Goldgewinnung nur beziehen kann, wenn man besondere "Responsible-Care" Bestimmungen beachtet aufgrund die ein deutscher Händler die Ausfuhrgenehmigung seines Staates erhält. Wieviele Arbeiter aufgrund mangelnder Arbeitshygiene Blausäure ausgesetzt waren, ist nur zu vermuten. Audits vor Ort sollen diesen Mangel beheben, Lagerstätten kontrolliert werden und Produktschulungen abgehalten werden.

Dies alles erfuhr ich von einem der Glück hatte, er verlor seine schwere Arbeit in der Mine, ist aber nun Führer in einer der umliegenden stillgelegten Goldminen, die für den Besucher interessant sind, aber die körperlichen Belastung nicht erahnen lassen und so glänzt hier ein Vergangenheitsmythos, auf den man sich gerne beruft, aber verschweigt unter welchen Bedingungen die Arbeiter dieses Gold "gewinnen" mußten.

Scheint in den Goldgäberdörfern die Zeit stillzustehen, so ist es an einigen Stellen rund um Johannesburg noch üblich, daß hier weder fließend Wasser noch Elektrizität zu finden sind. Vor allem in Sowetho und Alexandra (nicht das ägyptische).

Fazit:

Wer würde bei den farbenfrohen Eindrücken und den liebevoll angelegten Boulevards daran denken, daß in einiger, kürzeren Entfernung eine andere Welt herrscht, der nichts anderes übrigzubleiben scheint, als die Kriminalität in die Städte zu tragen. Wer hier versagt hat, steht mir nicht zu zu sagen, aber auch unter Nelson Mandela konnten einige hinderliche Elemente nicht aus den Köpfen eliminiert werden, aber lassen wir das.

Wer der Hektik des Alltages entfliehen möchte, kann zum Beispiel einen wirklich sehenswerten Botanischen Garten besuchen, Tierparks besichtigen, oder wenn man sportlich angehaucht ist ein wenig Wassersport treiben. Johannesburg liegt zwar nicht am Meer, aber es gibt einige Seen, bei denen man sich unter Anleitung austoben kann. Einige kleinere Märkte sind auch nicht so hektisch und beim Flohmarkt in Rosebank kann man besinnlich schlendern, sollte aber seinen Fotoapparat, oder gar seine Brieftasche nicht provozierend zur Schau tragen. Blickkontakt meiden, zu denen, die diesen herstellen wollen, sonst wird man sehr schnell angesprochen und fühlt sich in seiner Haut nicht wohl. Schade um dieses Mißtrauen, aber den Indern gegenüber hatte ich aus alter "Seelenverwandschaft" keine Probleme mit der nonverbalen Kommunikation. Für afrikanische Kunst lohnt sich der Besuch des Marktes in Yaoville oder auch auf dem Oriental Plaza an der Bree Street.

Johannesburg wird und bleibt aber für mich nur eine Zwischenstation in Südafrika bleiben, denn trotz der Internationalität kommt hier eine eigenartige Bedrückung auf, die ich in den Küstenstädten nicht bemerkte. Würde Durban z.B.direkt von Europa aus angeflogen werden, so würde die Hauptstadt in die touristische Bedeutungslosigkeit versinken. Wer aber dort ist, sollte das Beste daraus machen....
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Hippo99

Hippo99

07.02.2007 11:52

Katastrophal subjektiver Bericht mit viel Liebe zu unwichtigem (Landeanflug etc), falschen Details (Malaria in JHB? naja) und sehr viel Hörensagen. Leider bleibt, selbst wenn man die selbstverliebten lyrischen Passagen streicht, nicht viel Info übrig, was dieser facettenreichen, aber auch problembeladenen Stadt nicht gerecht wird.

Igel40

Igel40

20.02.2003 19:21

Nachdem was du geschrieben hast scheint ja die Kriminalitätsrate in Johannesburg wirklich sehr hoch zu sein. Trotzdem würde ich schon gerne mal nach Südafrika. MfG Michael

olmow

olmow

14.12.2002 14:32

das mit der Kriminalität ist wirklich zum Kotzen, deswegen werde ich dieses ansonsten wunderschöne Land auch meiden ! Eigentlich schade....

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