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Erfahrungsbericht

für Jesolo, Italien
5 Sterne Nightlife pure in Jesolo! Bericht mit Bildern
159 von 159 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro viele Menschen, tolles Nachtleben, schöne Atmosphäre, günstige Preise

Kontra evtl. zu viele Touristen

Der Autor

Pici16 Seit 15 Jan 2001

Jeden Tag fängt der Rest deines Lebens an! *** Juhu, bronze!!! mehr

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Da ich vor zwei Wochen spontan das Glück hatte, meinen Schatz in Venedig zu besuchen, entschied ich seinen Wunsch wahr zu machen: Eine Motorradtour zu zweit! Somit stiegen wir auf seine Ducatti Monster 695, setzten die Helme auf und düsten nach einer kurzen Überfahrt mit der Fähre aus Venedig los in die Natur. Nach einem kurzen Zwischenstopp in einem Motorradladen und gewappnet mit einem neuen Helm verschlug es uns dann nach Jesolo. Mein Schatz war sicher, es würde mir dort gefallen und so verabredete er uns mit zwei seiner Freunde in Jesolo...


Dieses Städtchen soll angeblich sehr beliebt unter Touristen sein, jedoch muss ich ganz ehrlich zugeben, dass ich den Namen zum ersten Mal gehört habe...

Jesolo ist eine Stadt am Golf von Venedig, im Norden Italiens in der Region Venetien und Teil der Provinz Venezia. Einwohner hat es ca. 24.000. Die Stadt ist in zwei Teile unterteilt: Jesolo Paese und Lido di Jesolo. Das Jesolo Paese ist für die meisten Besucher womöglich nicht annähernd so interessant wie das Lido, da es 3km entfernt von der Küste ist und nicht annähernd so belebt ist. Außerdem hat es auch an geschichtlichen Denkmälern so gut wie gar nichts zu bieten, so dass die jährlich hohe Besucherzahl lediglich dem 15 km Sandstrand zu verdanken ist.


Sobald wir in die Stadt einfuhren, kamen wir auf eine Art Allee, die parallel zur Strandpromenade führte. Wir bogen links ab und landeten auf einer großen 8 km langen Straße mit zahlreichen Geschäften. Diese Straße namens Via Bafile darf nach 20 Uhr allerdings nicht mehr befahren werden, so dass sich diese am Abend in die angeblich längste Fußgängerzone Europas verwandelt. Wie sich später heraus stellen sollte, ist das ein großer Vorteil, da sich hier wahre Menschenscharen tummeln.

Nach einigen Minuten entlang dieser Straße, welche von Ost nach West führt, trafen wir das andere Pärchen, welches ebenfalls mit dem Motorrad dort hin gekommen war. Nun galt es nach den ca. 150 Kilometern Motorradtour ein wenig zu entspannen - ich brauchte zumindest eine ausgiebige Erholungsphase... Also stellten wir die Räder ab und machten uns auf in Richtung Strand. Eine gepflasterte Straße führte uns direkt in ein Café mit herrlichem Ausblick auf das Meer.

Wie ich nun sehen sollte, gibt es in Jesolo keinen einzigen Meter frei zugänglichen Strand. Der gesamte Strand ist Eigentum der jeweils anliegenden Hotels und der Sand ist voll zugepflastert mit Sonnenschirmen und Liegestühlen, die sich lediglich in Farbe und Muster unterscheiden. Wenn man allerdings nur für einen Tag kommen möchte, so kann man an den jeweiligen Hotels die Liegeplätze gegen eine Gebühr problemlos mieten.
Da wir dort am Abend ankamen, waren die meisten Schirme schon zugeklappt und nur wenige Leute waren noch dort, so dass wir einen mehr oder weniger uneingeschränkten Ausblick auf das schöne ruhige Meer hatten.

Das Café, dessen Namen ich leider nicht mehr weiß, war sehr nett gemacht. Die Gäste sitzen auf einer Art erhöhten Terrasse und genießen den Ausblick auf den Strand, welcher tagsüber wahrscheinlich nicht annähernd so schön ist wie am frühen Abend. Hier legt ein DJ entspannte House-Musik auf. Die Atmosphäre war einfach wundervoll: etwas kühle Luft, der Blick aufs Meer, ein Aperol Sprizz in der Hand und gemeinsam mit meinem Schatz und Freunden ein wenig quatschen - was gibt es schöneres?

Nach einem Aperitif machten wir einen kleinen Spaziergang entlang der Strandpromenade. Tatsächlich gab es hier nur Hotels und deren anliegenden Strand. Hoffte man, ein paar einheimische Bewohner zu treffen, so suchte man eher vergebens. Beim Vorbeigehen fiel mir auf, dass die Touristen überwiegend englischsprachig waren, doch auch zahlreiche Deutsche waren zu hören. Vereinzelt gab es auch ein paar Italiener, die womöglich aus anderen Teilen Italiens hingekommen sind oder wie wir mal eben einen Tagesausflug unternommen haben.


Da wir alle nun einen leichten Hunger verspürten, begaben wir uns wieder zurück auf die Einkaufsstraße. Diese war mittlerweile für Fahrzeuge abgesperrt, da es schon nach 20 Uhr war, dafür wimmelte es aber nur so von Menschen. Hier war ordentlich etwas los. Wir setzten uns in ein englisches Bistro mit Ausblick auf die Straße. Die ganze Zeit bewegten sich wahre Menschenmassen an uns vorbei die mit der Zeit noch größer wurden. Schließlich war am Abend auch das Klima weitaus angenehmer als die glühende Hitze tagsüber, so nehme ich an, dass die Touristen alle ihr Abendessen eingenommen haben und danach ein wenig Nightlife erleben wollten.

So auch wir! Mit ausreichend gefülltem Bauch begaben wir uns ins Getümmel und flanierten einige Minuten die Straße entlang. Wie wir aus Insider-Kreisen wussten, war dort gerade eine Ausstellung von Sandskulpturen zu besichtigen. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir kehrten also wieder in Richtung am Strand zurück, direkt vor dem Hotel Casa Bianca, und fanden dort auch schon eine Art Zelt, in welchem die Skulpturen zur Schau standen. Gegen einen Eintritt von 3€ bestaunten wir die Kunstwerke. Die sind wahrhaftig sensationell und absolut sehenswert. Wie ich erfuhr, ist diese Ausstellung jedes Jahr im Juni und Juli dort zu sehen mit jährlich wechselnden Thematiken. Dieses Jahr war das Thema die Olympischen Spiele in Bejing.

Nach etwa einer Stunde Aufenthalt dort verspürten wir Lust auf ein Eis. Also wieder zurück auf die Einkaufsstraße Via Bafile und Ausschau nach einem gemütlichen Eiscafé gehalten. Bald darauf wurden wir auch schon fündig, denn hier wimmelt es auch von Eiscafés. Doch wie sich heraus stellte, war das Eis nicht gerade umwerfend. Und leider fand am diesen Abend auch noch Karaoke statt... Ja, wir lieferten im Duett ein überaus peinliche Darstellung eines sehr bekannten Klassikers von Frank Sinatra ab, aber was tut man nicht alles, wenn man im Urlaub ist...

Da die Geschäfte hier überwiegend bis ca. 23 Uhr und einige sogar bis Mitternacht geöffnet haben, wollten wir uns ein wenig Shopping natürlich auch nicht entgehen lassen. Die Auswahl an Geschäften ist einfach riesig! Man findet hier alles an Kleidung, Souvenirs, Schuhen und ähnlichem, ganz abgesehen von den zahlreichen Cafés, Lokalen und Restaurants. Ich fand auch schon bald ein Kleid, welches mir recht zusagte und ich kurze Zeit später anprobierte. Da das Geschäft mit niedrigen Preisen um zwischen 10-30€ in den Auslagen warb, dachte ich, dass ich hier durchaus ein Schnäppchen ergattern könnte. Jedoch verlangten sie 99€ für das kleine Stück Stoff, welches mir dann angesichts der Qualität doch zu viel war. Da wir zu viert unterwegs waren, wollte ich nicht unhöflich sein und verzichtete auf weitere Shopping-Eskapaden, da die anderen drei wohl nicht in Einkaufsstimmung waren und wir eh nicht allzu viel Zeit hatten.

Doch mit leeren Händen wollten wir nicht zurück kehren, ein Souvenir mussten wir uns kaufen! Da fanden wir auch schon das Objekt unserer Begierde: ein 3D-Geschäft in dem man ein drei-dimensoniales Foto von sich anfertigen lässt, welches anschließend in Kristall eingebrannt wird. Wir waren total begeistert von dieser Idee, blieben aber bescheiden und entschieden uns für die kleinste Variante in Form eines Schlüsselanhängers. Wir gingen also in eine Kabine, ließen uns zusammen ablichten und ca. eine halbe Stunde später waren wir zwei glückliche Besitzer von zwei glücklichen neuen Schlüsselanhängern mit unseren Gesichtern im Inneren.


Da es nun schon 23:30 Uhr war und mein Schatz leider nicht daran gedacht hatte, dass um 0:25 Uhr die letzte Fähre nach Lido fahren würde, mussten wir leider schon aufbrechen. Und wir rasten in Windeseile auf dem Motorrad zurück nach Venedig und schafften es gerade eben auf den letzten Drücker auf die Fähre.


Soviel zu meinen persönlichen Erfahrungen, die ich mit Jesolo gemacht habe. An Aktivitäten gibt es außerdem noch das Aqualandia, welches ein riesiger Wasserpark mit Rutschen und Pools ist, oder der Vergnügungspark Jesolandia. Beide habe ich in der kurzen Zeit nicht besucht, doch ich habe mir sagen lassen, dass das Aqualandia empfehlenswert sein soll, also vielleicht bei meinem nächsten Besuch in Venedig.

Nach Venedig gibt es übrigens auch direkte Fährenverbindungen, welche ca. alle halbe Stunde fahren, allerdings auch nur bis 22 Uhr, wenn ich mich recht erinnere. Diese Fähre ist allerdings nur für Personen gedacht, wir konnten mit dem Motorrad also keinen Nutzen daraus ziehen. Dies ist allerdings interessant für die Personen, die in Jesolo Urlaub machen und mal Venedig einen Besuch abstatten möchten. Die Fähren brauchen ca. eine halbe Stunde, von daher wäre es eine Sünde, die traumhafte Stadt nicht zu besichtigen, sei es auch nur für einen Tag.Alles in allem hat mir der ganze Ausflug sehr gefallen. Jesolo ist eine sehr touristenbezogene Stadt, in der auf jeden Fall sehr viel los ist und in der man ein großes Angebot an Aktivitäten findet. Für diejenigen, die eine Art Partyurlaub, allerdings eher auf entspannte Art, nicht à la Ballermann 6, suchen, ist Jesolo der ideale Ort. Hier findet man sicher das geeignete Hotel, der Strand an sich ist sehr schön und flach, und man findet auf jeden Fall immer und überall Leute, was zum einen Segen, zum anderen aber auch Fluch sein kann.

Was mir auch gefallen hat, dass hier sowohl in den Bars als auch in den Geschäften keine überteuerten Touristenpreise angeboten werden, sondern alle Artikel und Speisen mehr oder weniger gleich kosten wie überall in Italien. Das ist ein recht entscheidender Vorteil, denn man jeder möchte sicher seine Urlaubskasse nicht über strapazieren. Allerdings sei angemerkt, dass Italien insgesamt nicht unbedingt günstig ist, also nicht vergleichen mit beispielsweise dem Balaton oder ähnlichem!

Ich persönlich würde dort ganz ehrlich vermutlich keinen längerfristigen Urlaub verbringen wollen, da es recht viel Leben ist. Was nicht heißen soll, dass ich es nicht mag, unter Leuten zu sein - ganz im Gegenteil - doch wenn man rund um die Uhr von Menschen umwimmelt ist, halte ich es nicht gerade für eine entspannte Urlaubsatmosphäre. Ich bevorzuge an und für sich schon ganz gern Trubel, allerdings wenn ich aus diesem auch wieder heraus kann, wenn ich möchte. Für diesen einen Tag fand ich es also wundervoll, und auch für ein Wochenende wäre es sicher mehr als schön. Für einen längeren Urlaub bevorzuge ich dann aber doch eher die Orte und Plätze, an denen möglichst ganz wenige Touristen sind und nicht alles nur auf die Wirtschaft ausgelegt ist. Das interessiert mich dann persönlich weitaus mehr, das Land und die Leute kennen zu lernen als unter den eigenen Landsleuten in einer Hotelanlage zu hocken.

Da ich allerdings in meinem Falle durch den Aufenthalt bei meinem Schatz zu Hause in Lido beide Seiten unter einen Hut unterbringen konnte, kann ich Jesolo wärmstens empfehlen. Es ist ein schöner Ort, wo man viel erleben und entdecken kann. Ich denke, dass ich beim nächsten Mal auch gerne wieder dort hin fahren mögen werde, allerdings dann wieder nur für kurze Zeit, um danach in die ruhige Oase zurück zu kehren.


Wie gesagt: Für Leute, die einen unterhaltsamen statt ruhigen Urlaub mit viel Sonne, herrlichem Strand, vielen Leuten und zahlreichen Geschäften suchen ist Jesolo der perfekte Ort!

Bilder

für Jesolo, Italien
Jesolo
Der Strand
von Pici16 Pici16
Jesolo

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Kommentare

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  • Imation2 22.10.2011 20:04
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Schön...

  • turbotisl2 19.10.2011 19:45
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • a_lisa 18.10.2011 12:44
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • vredina 17.10.2011 22:38
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • esposa1969 17.10.2011 12:29
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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